Abgeordneter
Direkt

gewählt im Wahlkreis 3
Prenzlauer Berg

Bernd Holtfreter


Geboren in Rostock, wohnt seit 1970 in Berlin. Der 48jährige Vermessungstechniker hat zwei Kinder.
 
Anfang der 80er Jahre engagiert in der Bürgerinitiative Oderberger Straße zur Gestaltung des Hirschhofes. 1987 in seinem Wohngebiet zum WBA-Vorsitzenden gewählt und gleichzeitig Arbeit in oppositionellen Gruppen.
1989 Gründung des Basisdruckverlags für das Neue Forum. 1991 Neugründung des W.B.A. als Initiative »Wir Bleiben Alle« zum Schutz gegen Mieterverdrängung.
Mitarbeit in der Betroffenenvertretung Teutoburger Platz, Sprecher der Bürgerinitiative Stadtbad Oderberger Straße. Seit November 1995 als direkt gewählter Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhauses, 1999 direkt wiedergewählt.
 
 

In meinem Wahlkreis 3 liegen die Sanierungsgebiete Teutoburger und Kollwitzplatz, Winsstraße und Bötzowviertel. Für mich ist er damit der spannendste Wahlkreis im interessantesten Bezirk Berlins.

Als 18-jähriger aus Rostock hierhergezogen, war ich sofort vom Prenzlauer Berg fasziniert. Der offene und solidarische Umgang der Menschen miteinander – das ist es, was mich seit nunmehr 30 Jahren hier hält. Zuerst trotz Mauer und Stasi, heute trotz Spekulanten und Verdrängung.
Hier im Prenzlauer Berg habe ich gelernt, daß gemeinsamer Widerstand gegen Bürokraten möglich und sogar erfolgreich sein kann: So verhinderten wir durch unseren Kampf gegen den Abriß der Oderberger und Rykestraße die geplante Umwandlung der Kieze in Plattensiedlungen.

Die Probleme haben sich heute geändert, neue – wie Arbeitslosigkeit und Armut – sind hinzugekommen. Die Notwendigkeit des Engagements von Bürgern für Bürger ist geblieben. Ich versuche mich auch weiterhin einzumischen. Als baupolitischer Sprecher der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus streite ich seit vier Jahren gegen die unsoziale Politik der Großen Koalition, die die Mittel für den Neubau von Sozialwohnungen streicht, gleichzeitig aber 3000 Eigenheime für 400 Millionen DM jährlich fördert. Mein Antrag, diese Gelder in die Sanierung der maroden Schulen zu stecken, wurde von CDU und SPD abgelehnt.
Ich wies die Verschwendung von Milliarden in den Entwicklungsgebieten Wasserstadt Oberhavel und Schlachthof Eldenaer Straße nach und machte sie öffentlich. Auf Antrag der PDS untersucht nun auch der Rechnungshof diese Schattenhaushalte.
Zusammen mit Experten entwickelte ich ein neues System des Wohnungsbaus in kommunaler Verantwortung. Es soll die Finanzierung von sozial verträglichen Sanierungen und Modernisierungen im Wohnungsbestand gewährleisten. Diese Reformvorschläge übernahm die Berliner PDS in ihr Wahlprogramm.

Auch im Kiez setze ich mich seit Jahren für eine mieterfreundliche Sanierung der Häuser ein. Wohnungen müssen bezahlbar bleiben. Als Mitglied der Betroffenenvertretung Teutoburger Platz kämpfe ich für eine langfristige Festlegung der Mietobergrenzen, für verkehrsberuhigende Maßnahmen und die Schaffung neuer Grünflächen und Spielplätze.

Ich bin Sprecher der Bürgerinitiative Stadtbad Oderberger Straße und organisierte für die Rettung dieses außergewöhnlichen Denkmals so manche ungewöhnliche Aktion. Sicher erinnern sich noch etliche von Ihnen an die Besetzung des Bades und die Ausstellung »Fluten«.
Das alles ist möglich, weil es Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich für ihre Belange einsetzen, damit ihr Kiez lebendig und wohnlich bleibt.