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Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde


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Paul Kühnel:
Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg
In:
Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. - Bd. 46 (1881), S. 3-168


  Inhalt:

A. Die slavischen Volksstämme in Meklenbug.

B. Die Bildung der slavischen Ortsnamen.

C. Register.


 
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I.

Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg,

von

P. Kühnel,

Gymnasiallehrer zu Neubrandenburg.


Quellen.

Für das Historische: Meklenburgisches Urkundenbuch, Bd. I—XI, bis zum Jahre 1350; für spätere Namensformen directe Mittheilungen aus dem (Großherzogl. Geh. und Haupt=Archiv zu Schwerin [S. A.]; Jahrbücher des Vereins für meklenb. Gesch. undAlterth., I—XLV.; Wigger: Meklenb. Annalen (1860); Perwolf: Germanisirung der baltischen Slaven (russisch 1876). — Für das Sprachliche: Miklosich: Bildung der slavischen Personennamen, Bildung der slavischen Ortsnamen aus Personennamen, Bildung der slavischen Ortsnamen aus Appellativen; Brückner: Slavische Ansiedelungen in der Altmark (1879); Kętrzyn'ski: Die polnischen Ortsnamen in den Provinzen Preußen und Pommern (Lemberg 1879).

Abkürzungen:

altsl. (altslavisch), adj. (adjectjvum), č oder čech. (čechisch), comp. (compositum), dem. (deminutjvum), kasz. (kaszubisch), klr. (kleinrussisch), patr. (patronymicum), plur. (pluralis), poln. (polnisch, pass. (possessivum), praep. (praepositio), r. (russisch), ruth. (ruthenisch), sing. (singularis), suff. (suffixum), westsl. (westslavisch), A. (appellativum), ON (Ortsname), PN oder P (Personenname).

Aussprache der slavischen Buchstaben:

ą = ong (= franz. on); c = tz; č und cz = tsch; ê (altsl.) und ě (čech.) = ē; ę = äng (= franz. in); ó = u; ř = rsch (franz. rge in bourgeois); s = ß; š und sz = sch; šč und szcz = schtsch; z = s, s (= franz. z); ž = sch (Weich, = franz. ge); ł = ull; ĭ und ŭ wie kurz i und u, oder stumm.

 
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A. Die slavischen Volksstämme in Meklenburg und ihre Sprache.

Vom 6. Jahrhundert nach Christo ab finden wir das südliche Ufer des baltischen Meeres von slavischen Volksstämmen bewohnt, von denen für uns nur die beiden Hauptstämme der Obodriten und Wilzen (Weleten, Lutizen) mit ihren Unterabtheilungen in Betracht kommen:

I. Die Wagrier, welche den nordwestlichen Winkel des baltischen Slavengebiets einnahmen, ungefähr zwischen Schwentine, Plöner See, Trave und Dassower Binnensee, die westlichen Grenznachbaren der meklenburgischen Slaven; ihre Hauptburg war Oldenburg in Holstein. Ihr Name bedeutet "die Kühnen, Herzhaften". (Urkundliche Belege sowie die Bedeutung der slavischen Stammnamen s. im Register C.) Die Wagrier gelten ebenso wie der folgende Stamm bei einigen Schriftstellern als Abtheilung der Obodriten, aus welchem Grunde sie auch hier aufgeführt sind.

II. Die Polaben, südöstlich von den Vorigen, hatten das Land auf dem rechten Ufer der unteren Elbe zwischen Trave, Stepenitz, Schweriner See und Stör, sowie zwischen Bille und Elde inne; sie bewohnten also die Länder Sadelbandien und Ratzeburg (Lauenburg), Boitin (Vogtei Schönberg), Gadebusch, Wittenburg, Boizenburg, Jabel, Dertzing (Amt Neuhaus) und Weningen; auch das Land Schwerin ward (1167) zu Polabien gerechnet. Ihre Hauptburg war Ratzeburg. Als Unterabtheilungen der Polaben werden schon im 9. Jahrhundert die Bytiner oder Bethenzer (an deren Namen vielleicht noch "Boize", "Boitin", "Boitiner" erinnern) und die Smeldinger, bei den Slavisten Smolinzen genannt (im Lande Weningen), erwähnt. Der Name der Polaben bedeutet "Elbanwohner". Sie werden, wie die Wagrier, in den Quellen ebenfalls oft als Abtheilung der Obodriten genannt.

III. Die Obodriten (mit Ausschluß der Wagrier und Polaben), d. h. die eigentlichen Obodriten oder Rereger, wohnten nordöstlich von den Polaben zwischen Stepenitz, Warnow und Ostsee, also in den Ländern Dassow und Bresen (Amt Grevesmühlen), Meklenburg, Ilow und Buk (Amt Bukow), Cubanze (um Kröpelin) Schwan mit der Drenow (von Rostock bis an die Ostsee), Bützow, Brüel und Sellesen mit Kriwitz im Osten des Schweriner

 
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Sees); ihre Hauptburg war Wiligard, deutsch Meklenburg genannt. Der Name der Obodriten bedeutet "Nachkommen des Obodr", d. h. "des sehr Wachsamen", der der Rereger "die Falken".

Ihnen schlossen sich früh ihre südöstlichen, wohl lutizischen Nachbaren an: die Warner (d. h. "die Raben") in dem Lande Warnow zwischen der Elde, Warnow, Mildenitz, und theilweise darüber hinaus bis zum Parumer und Plauer See, und die lutizischen "Müritzer", Bewohner des Landes Müritz (der Länder Malchow, Vipperow [Röbel] und Schlön [Waren]), vom Plauer See bis an den östlichen Peenebach und die Havelquellen.

Südlich von der Elde, in den Ländern Grabow, Brenz (Amt Neustadt), Ture (Amt Lübz), zwischen Elde und Dosse, saßen die lutizischen Linonen (West=Priegnitz); südlich vom Lande Müritz war das Land Turne ebenfalls von Lutizen bewohnt.

IV. Die Lutizen, d. h. „die Nachkommen des Lut, des Wilden", oder Weleten, d.h. „die Riesen", oder Wilzen, d. h. „die Wölfen gleichen", reichten von der Warnow und der oberen Elde bis an die Oder. Außer den genannten kleinen lutizischen Stämmen werden im östlichen Meklenburg folgende vier Stämme derselben aufgezählt: 1) die Chizziner, d. h. "Fischerhüttenbewohner", zwischen der Ostsee, der unteren Warnow und der Reknitz; ihre Hauptburg war Kessin; 2) die Circipener, d. h. „Bewohner jenseit der Peene" — von Osten aus gesehen — zwischen Reknitz, Trebel, Ostpeenebach und Nebel; ihre Hauptburgen waren Bisdede und eine Burg im Teterower See, später Werle; 3) die Tolensaner, d. h. „Bewohner des Landes Tolenz", zwischen Ostpeenebach, Kummerower See, Peene, Tollensefluß undHavelquellen. In ihrem Gebiete werden innerhalb Meklenburgs die Ländchen Godebant (jetzt Gädebehn, A. Stavenhagen) und Tüzen (in demselben Amte) aufgeführt; 4) die Redarier, bei den Slavisten Ratarer, d. h. „die Kriegerischen", im Lande Radwer (Land Wustrow westlich vom Tollensesee), Land Beseritz und Land Stargard (nach Norden und Osten in den heutigen Landesgrenzen), im Süden vom Lande Lychen, wozu in Meklenburg Feldberg und von da nordwestlich die Heidedörfer bis zum Weisdiner See gehörten, begrenzt. Ihre Hauptburg war das berühmte Rethra welches früher in Prillwitz und neuerdings in Wustrow gesucht ist. Ihre Nachbaren, Anwohner der Havel im Lande Fürstenberg, heißen Rezener, Riazaner, d. h. "Flußanwohner'', und sind ebenfalls Lutizen.

 
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Die beiden großen Stämme der nordwestlichen Slaven, die Obodriten und die Lutizen, von der Schwentine bis zur Oder und von der Ost see bis zur Havel und Elbe, und über die Elbe hinaus in der Altmark und im Lüneburgischen, sprachen vor der Berührung mit den Deutschen eine und dieselbe Sprache ohne bedeutende Abweichungen, wie die urkundlich erhaltenen Formen der Gau= und Ortsnamen in diesem ganzen Gebiete darthun. Die wesentlichsten Merkmale dieser Sprache, die wir kurz westsl. nennen wollen, mit Einschränkung auf das Obodritische, Lutizische und Dravenische [Lüneburg], verglichen mit dem Altsl. 1) und dem ihr nächstverwandten Poln., sind folgende:

1) Die altsl. Nasalvocale ą und ę sind im Westsl. erhalten, ebenso wie im poln.; z. B. altsl. b ąd-, westsl. bąd-, poln. bąd-; altsl. dąbŭŭ, westsl. uno poln. dąb; altsl. gąsĭ, westsl. gąs, poln. gęs'; altsl. katŭ, westsl. und poln. kąt; altsl., westsl., poln. ląka; altsl., westsl., poln. pąp-; altsl. sądŭ, westsl., poln. sąd etc.

2) Altsl. é und e ist westsl. erhalten, während das Poln. oft ia und io ('a, 'o) zeigt: z. B. altsl. bêlŭ, westsl. bêl, poln. bialy; altsl. dêdŭ, westsl. dêd, poln. dziad; altsl. perunŭ, westsl. perun, poln. piorun; altsl. medŭ, poln. miód etc.

3) Altsl. -ra-, -ro- zwischen Consonanten ist in diesem ganzen Westsl. Gebiete umgestellt zu -ar-, -or-, während das Poln. die Stellung des Altsl. bewahrt; z. B.: altsl. gradŭ, westsl. gard, poln. grod; altsl. grahŭ, westsl. garch, gorch, poln. groch; altsl. krava, Westfl. karva, poln. krowa; altsl. mrakŭ, westsl. mark, poln. mrok; altsl. vrabij, westsl. warbel, poln. wróbel; altsl. vragŭ, westsl. varg, poln. wrag; altsl. vrana, westl. varna, vorna, poln. wrona etc.

4) Altsl. -rŭ- zwischen Consonanten verwandelt sich westsl. in -ar-, ebenso poln.; z. B. altsl. brŭtĭ, westsl. barč, poln. baré; altsl. črŭtŭ, westsl. čart, poln. czart, czort; altsl. drŭž-, westsl. darz-, derz-, poln. darz-; altsl. trŭnŭ, westsl. tarn, poln. tarn; altsl. tvrŭdŭ, westsl. tvard, poln. twardy; altsl. vrŭba, westsl. varba, poln. wierzba etc.

5) Altsl. -la-, -lo- zwischen Consonanten bleibt, ebenso im Poln.; z. B.: altsl. glava, westsl. glava, poln. glowa; altsl. klada, westsl. klada, poln. kłoda; altsl. plak-, westsl. plak-, poln. płak-; altsl. vlaga, westsl. vlaga, poln. właga; altsl. zlato, westsl. zlato, poln. złoto.


1) Es ist natürlich stets das Altslovenische als älteste slav. Literatursprache gemeint.

 
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6) Altsl. -lŭ- zwischen Consonanten verwandelt sich westsl. in (al), -ol-, während poln. -lu- oder -iL dafür eintritt, z. B.: altsl. dlŭgŭ, westsl. dolg, poln. dlugi; altsl. stlŭpŭ, westsl. stolp, poln. słup; altsl. plŭhŭ, westsl. polch, poln. pilch; altsl. vlŭkŭ, westsl. volk, poln. wilk.

7) Altsl. o- und u- werden, wenn sie das Wort beginnen, im Westsl. fast immer wo- und wu-, während im Poln. o- und u- steht. Das Westsl. theilt diese Eigenthümlichkeit mit dem Kaszubischen (Westpreußen) und Sorbischen (Lausitz).

Das Dravenische der Lüneburger Slaven, welches sich im ganzen westsl. Gebiet allein als lebende Sprache bis in die neuere Zeit (18. Jahrhunderte erhalten hat, zeigt außer diesen allgemeinen Merkmalen des Westsl. die Diphthongirung ursprünglich langer Vocale, d. h. die Verwandelung des altsl. i in ai; y in oi, ai; u in au. Von dieser Eigenthümlichkeit zeigt sich im Gebiet der meklenburgischen Slaven oi für y, z. B. altsl. myslĭ westsl. moisl; altsl. lysŭ, westsl. lois-, und in schwachen Spuren au (eu) für u: altsl. lup-, westsl. laup- (leup-). Das Dravenische hat außerdem noch zwei secundäre, wohl durch deutschen Einfluß veranlaßte, erst nach dem 13. Jahrhundert austretende Erscheinungen, von denen sich im übrigen westsl. Gebiete keine oder sehr geringe Spuren finden: es zeigt nämlich i, ü für altsl. o, und tj, dj für altsl. k', g'.


B. Bildung der slavischen Ortsnamen.

§. 1. Die Ortsnamen haben einen zwiefachen Ursprung, es liegen ihnen nämlich entweder Personennamen (?) oder Appellativa (A), Gattungsnamen, zu Grunde. Da sich die aus Personennamen gebildeten Ortsnamen nicht immer leicht von denen aus Gattungsnamen gebildeten Ortsnamen trennen lassen, so enthält das folgende Verzeichniß sämmtliche altsl. Stämme, von denen Ortsnamen im Gebiet der meklenburgischen Slaven gebildet oder wenigstens im Folgenden behandelt sind:

Altsl. ąglĭ, poln. węgiel Kohle A; agrĭ Aal A; agrŭ, poln. węgier Ungar A und P; ąk- Haken P; asŭ, poln. wąs Bart P; ązŭkŭ, poln. wąski enge A;

baba Greis, Greisin P; bad- stechen P; bah- P; bal-Zauberer, Arzt P; bad- fein werden P; bąk- Hummel P; bąt- P (?); bek- P; ben- Mord P; ber- rauben P; bezdèdŭ ohne Ahnen P; bêgŭ Flucht, bêgarĭ Läufer P; bêlŭ schön, weiß P und A; będ- (s. bąd-) P; bęk- das Summen (s. bąk-) P;

 
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bet-P (?); biserŭ Perle P; bit-schlagen A; bit-, byt- P; bĭzŭ Hollunder A; blato Sumpf A; blęg- umherschweifen P; blizŭ nahe P; blju- speien, sprudeln A; bobŭ Bohne P und A (bobola Dickbauch P); bod- stechen P; bogŭ Gott P; boj Kampf P; bokŭ Seite A; bolĭ schmerzen A; bolŭ groß P; borŭ Kampf P; borŭ Fichtenwald A; bosŭ barfuß P; bral- P; brama Thor A; branĭ Kampf, westsl. barn-, born- P; bred- Elen? P; brêgŭ Ufer A; brên-, bren- P oder A; brêstŭ Ulme A; brêt- Erfindung P; brêza Birke A; bręg- Schall P; brid- herbe P; brodŭ Furth A; brog- Schober A; bruk-P; brun- braun P; brusŭ Stein P und A; brŭn-, brŭnije Koth, westsl. bern- A; brŭslênŭ Epheu A; brŭtĭ Bienenbeute im hohlen Baum A; brŭzŭ schnell A; bryla Scholle A; bud-wachen P; buh- P; buky Buche A; bul- P; bun- P; bur- P; bŭb- stammeln P; bŭdrŭ wach, tapfer P; bŭk-, bŭčela Biene P und A; byh- P; bzd-, westsl. bazd- „pedere" P; ceb-, cebula Zwiebel P; westsl. cer- A (?); cet- P; cêg-, cêglŭ einzig P; cêl- heil P; cêm- P; cêp- Sproß P und A; crŭky Kirche A; cur- P; cvêtŭ Blume, poln. kwiecie, collect.;

čak- Erwartung P; čaplja Reiher A; časŭ Zeit P; ček-warten, erwarten P; čel- P; čen- P; čig- P; čik- P; čin-Ordnung P; čip- p; čĭst- Ehre P; črêsu jenseit, praep. A; črŭnŭ, westsl. čarn- schwarz P; črŭt- einschneiden, schreiben R; črutu, westsl. čart- Teufel P; črŭvĭ westsl. červ' Wurm A und P; črŭvĭnŭ roth, poln. czerwonyA und P; čuk- P; čuždĭ fremd, poln. cudzy, westsl. cuz- P;

da- geben P; dab- P; dad- geben P; dal- fern P; dal- gegeben P; dam- P; dabŭ Eiche, dąbikŭ Eichenwald, dąbrava Eichenhain A und P; degutĭ Birkentheer A; delŭvĭ Grube A; dem- P; der- (s. drat-) schinden P; des-, poln. dos- Erfindung P; dêdŭ Ahne, Großvater P; dêj That P; dêl- Werk P; dêva Jungfrau P; dim- P; din- P; dlŭb- tief A; dlŭgŭ lang A; dob-, doblĭ edel P; dobrŭ gut P und A; dolŭ Thal A; domŭ Haus P; dračĭ Dornstrauch A; dragŭ, westsl. darg theuer P; drat-schinden P; drênŭ Hartriegel A; drêt- trösten P; drêvo Baum A; droh- P; drol- P; dron- P; drozgŭ, poln. drozd Drossel A; drugŭ Genosse P; drŭg- besitzen P; drŭkolŭ Holz A; drŭk-, drŭč- P oder A; drŭnŭ Rasen, poln. darn A; drŭvalĭ Holzhacker P und A; duhŭ Geist P; duk- P; dupa Höhle A; duša Seele P; dyb- schleichen P; dyh- athmen P; dymŭ Rauch A; dyt- P;

gal- Pflege P; gatĭ Damm A; gąsĭ Gans P; gladŭ glatt P; gladŭ Hunger P; glasŭ. Stimme P; glava Kopf,

 
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Hügel P und A; glabokŭ tief A; giez-, glezno Knöchel P; glęedŭ Blick, Glanz P; glina Thon, Lehm A; globa Strafe P; gnêvŭ Grimm, Zorn P; gnêzdo Lager A; gnoj Mist A; godŭ rechtzeitig P; gogolĭ Quackente A; goląbŭ Taube P und A; golŭ nackt P und A; gom- Lärm P; gonitĭ gehen, treiben A; gora Berg A; gorêti brennen P; gostĭ Gast, Wirth P; govorŭ Lärm P; grabŭ Hainbuche A; gradŭ Burg A und P; grahŭ Erbse A; gral- P; gramŭ P; gran-, granica Grenze A; grap- P; (s. hrap- ?); grabŭ Bauer, „rugosus" P; greb-, grobenĭ Fels, Kamm A; grêhŭ Fehler P; gręd- freier Platz A; gribŭ Pilz A; grim- p; grobŭ Grube A; gromŭ Donner P; gron- P; grotio Trichter, Schlund A; groza Schauder P; gruša Birnbaum A; grŭg- P; grŭlo Kehle, Schlund A; guba Verderben P; gušterŭ Eidechse A oder P; guz- ?; gŭd- P; gvorĭcĭ Strudel A; gvozdĭ Wald A;

halupa Hütte A; hiapŭ Knecht P; hlêvŭ Stall A; hlipati schluchzen P; hlŭmŭ Hügel, Westsl. golm, cholm A; hmelĭ Hopfen P und A; hod- gehen P; hoholŭ Wirbel, Strudel P und A; hom-, homęt Joch P; hor- P; hotĭ Sucht, Verlangen P; hrapa, hrop- schnarchen P; hribŭ Hügel, westsl. charb? A; hrŭvatŭ Kroate P und A; (s. karvatŭ); hvala Lob p; hvast- fassen P (?); hyl- krumm, schlecht P (?); hyzŭ Haus, Hütte A; hyža Haus, Hütte A, hyžan Fischer P und A;

igla Nadel P; ilŭ Lehm, Thon A; imela Mistel A; iva Bachweide A;

jablŭ Apfelbaum A; jakŭ stark P; jama Grube A; janŭ Johannes P; jar- Frühling, Sommergetreide, jarište Getreidefeld A; jarŭ streng P; jasenŭ Esche A; jastrębĭ Habicht P und A; jašterica Eidechse P und A; javorŭ Ahorn A; jeb-, poln. jebik „scortator" P; jed- P; jeh- P; jek-P; jel-, jelenĭ Hirsch P und A; jem- ergreifen P; jezero Landsee A; ježĭ Igel P und A;

kalŭ schwarz P; kalŭ Sumpf A; kamy, kamenĭ Stein P und A; kan- P oder A; kara Strafen P; karvatŭ, poln. karwat Kroate P und A; kaš- P; kąkolĭ Rade, Schwarzkümmel A; kąpa Werder A; kąsta, poln. kucza Hütte A; kątŭ Winkel P und A; klada Klotz, Baumstamm A; kladerąbŭ Holzhauer P und A; klanĭcĭ Beugung, etwas, worum im Bogen gebaut wird, also der Mittelpunkt der slavischen Dorfanlage A; kląbŭko Dickicht A; kląčĭ (s. klanĭcĭ); klenŭ Ahorn P und A; klêšta Zange (Schlucht?) A; klêtĭ Haus, "Klehmstakenbau" A; klinŭ Keil A; ključi Schlüssel,

 
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Flußbiegung A; klobukŭ Hut, Kelch P; klok- P; klot- P; klŭb- A; klŭka Hüfte p; klŭn- A; klŭp- P; kob- Weissagung P; kobyla Stute A; koh- lieben P; kok- P; kol- stechen P; sorbisch kolp' Schwan A; komarŭ Mücke P und A; komora Kammer A; kona vollenden P; konĭ Pferd A; kopati brechen A; koprŭ Dill A; kosa Sense A; košara Hürde, Pferch A; košuta Hirsch P; kotlŭ Kessel A; kotŭ Katze P; kov- schlagen P; kovalĭ Schmied P und A; kovrŭ Teppich A (?); koza Ziege A; kozlŭ Bock A; krag-A; kraj Land, Gegend A; krak- P; kralĭ König P und A; krasa Schönheit P, krasĭnŭ schön A; krava, westsl. karva Kuh A; krąk- P; krąpŭ gedrängt, gedrungen, klein P oder A; kratŭ krumm P; kremenĭ Kiesel P oder A; krek-P; krês- wecken P; krik- Schrei P; krivŭ krumm P und A; križĭ Kreuz P; kromê fern adr. P; kron- P; krot-sanft P; kruhŭ Bischen P und A; krukŭ Rabe P und A; krun- P; krŭčĭ Rodeland, westsl. karč A; krŭha Bischen, westsl. kurch- korch- P und A; krŭn-, westsl. karn- "an den Ohren beschnitten," ώτότμητος P; krŭp-, westsl. karp-Rodung A; krŭstŭ, westsl. kerst-, karst- Christus, Kreuz P; krŭt- P; kryn-, krynica Quelle A; kub- P; kuh- P; kuk- P; kuna Marder A; kurŭ Hahn P und A; kur- Gesang P; kŭk- oder kŭt- (kŭč- oder kŭc- sproßen) P; kŭnezĭ Herr P und A; kvar- Geräusch P; kvasŭ Gastmahl P; kyj Stock A; kyta Zweig, Flechtwerk A;

lab- P; labĭ Elbe A; lak- Habsucht P; lal- P; lanŭ Hufe A; lapa Falle, Bärenklau A; lava Bank, Sumpfsteg A; lagŭ Wald A; ląka Pfuhl, Wiese, Au A; ląkavŭ schlecht P; lek- P; lêl- Onkel, Tante P; lêpŭ schön P; lêska Haselstrauch A; lêsŭ westsl., poln. las Wald A; lêvŭ link P; lęd-, lędina unbebautes Land A; li-, liv- begießen, Wiese A; lih- P; lin- Schlei A; lipa Linde A; lisŭ Fuchs P und A; lĭn- Lein A; lĭp- A; lĭstĭ, westsl. last- List, Trug P; ljubŭ lieb P; ljutŭ wild P; lokva Sumpf, Lache, Regen A; lomŭ Bruch, Steinbruch A; lop-, lopata Schaufel A; losĭ Elen A; lovĭcĭ Jäger P und A; lovŭ Jagd P; poln. ług Sumpf A; luh- P; luk- Lauch P und A; lun- Mond P; lup- spalten, dravenisch laup- P; lysŭ, drav. lois- kahl P und A;

mada Schlamm P und A; mah- Zittern P; makŭ Pfeffer P; malŭ klein P; mam- Knabe, thöricht P; mar- P; matĭ matere Mutter P; mądrŭ weise P; mąk- P; mąt-, mątinŭ trüb P; meč- Schwert P; medŭ Honig P und A; medvêdĭ Bär P und A; met-, metla Ruthe A; metlika Beifuß (poln. matonak Unkraut) A; mežda Grenze, adj. meždinŭ.

 
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A; meždŭ zwischen, praep. A: mêh- pell, Sack P; mêlĭ Untiefe A; mên- wechseln P; mêrŭ Ruf, Name, Ruhm P; mih- Michael P; mik- P; milŭ lieb P; mirŭ Friede P; mĭn- Gedanke P; mĭzêti tröpfeln, tropfen A; mladŭ jung P; miatŭ Hammer P; mlŭk- schweigen P; mlynŭ Mühle, westsl. moln, muln A; mod-, modrŭ blau P; mogila Grab, Hügel A; mokrŭ naß A; mor- P; morje Meer, dem. moricĭ A; mostŭ Brücke P und A; mot- stch lebhaft bewegen A; mrakŭ Finsterniß, westsl. mark P; mrŭkŭ finster, westsl. merk P; mrŭža Frost, westsl. morz, poln. mroz A; muha Fliege A; muk-, muč- P; mŭhŭ Moos A;

na (praep.) sehr P; nače Anfang P; nadŭ Hoffnung P; natr- Köder, locken P; ne nicht P: ne-čĭst-, ne-dem-, ne-dyb-, ne-krot, ne-kur-, ne-mirŭ ne-woper, ne-sul-, ne-vêra (s. den zweiten Theil der Zusammensetzungen, sowie §. 4); nêga Pflege P; nêmĭcĭ Deutscher P und A; nêt- anzünden P; nik- sprießen, keimen P; niva Acker A; nizŭkŭ niedrig A; nosŭ tragen P; novŭ neu P; nuk- P;

o- (praep.) sehr P; o- (prothesis) P; obora Thiergarten A; odra A; ogarŭ Jagdhund P und A; ok- P; okno Brunnen A; oko Auge A; okolŭ Kreis A; om- P (?); opal- Brand A; opr- widerstreben P (Newoper); orĭlŭ Adler R und A; osa Espe, Wespe P und A; osika Espe A; osla Schleifstein P und A; ost- osta- P; ostrovŭ Werder, Insel, Halbinsel A: ot- P; otĭcĭ Vater P; ožarŭ Brand A;

pah- P; paj Antheil, Diener P oder A; pakŭ stark P: pal- P; panŭ Herr P oder A; past-, pastva Weideland A; pavlŭ Paul P; pąk- Knospe P; pąp- Nabel P; pątĭ Weg P und A; peh- P; pek- P; pena Strafe P; pepelŭ Asche R oder A; per- (pr-, prati) bewegen, fliegen P; peštĭ Höhle, Ofen, poln. piec A; pêna Schaum A; pêst- heilen, lehren P; pêsŭkŭ Sand A; pęk- Bündel P; pi-, piv-, pil- trinken P; pisk-(piskoru Schlammpeizger) P; pĭnĭ Baumstamm A; plak-weinen P; plast- Hufe A; plavŭ das Flößen A; pleč-, plek-P; plokŭ P; ploskŭ flach A; plotŭ Zaun A; plŭhŭ Ratte, westsl. polch P oder A; plŭkŭ Haufe, Schaar P und A; pluti Fleisch P (?); po, praep. an, entlang, längs A; podolije Thal A; podŭ bei, praep., A; pogrêhŭ Unfruchtbarkeit P (s. grêhŭ Fehler P); polje Feld A; polŭ Seite, halb P; ponikva unterirdischer Flußlauf A; popŭ Priester P; porabŭ Holzschlag A; potrêm- (?); požarŭ Brand A; pr-, prati (lateinisch ferri), fliegen P; prah- leer P; prahŭ, westsl. parch Staub A; pral- waschen, westsl. parl'- P; praprotŭ Farnkraut, westsl. parport A; prat- P; pragŭ Heuschrecke P; prê, praep. vor,

 
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an A; prêkŭ queer P; prên- Kampf P (?); prêsêka Haag A; prêtokŭ Durchfluß A; prêvalŭ (an Wellen) A; pri, praep. bei, an; etwas, ziemlich A und P; priby wachsen P; prij-begünstigen P; prokŭ übrig P; puh-, puhlŭ hohl P oder A; puk- P; pustŭ wüst A; put- P; pyha Stolz, westsl. poich- P;

rabŭ Knecht P; radŭ munter, flink, bereit P; rah- P; rakŭ Krebs A oder P; rakyta Weide A; ramę Arm P; ranŭ früh P; raspar- Sonnenhitze A oder P (?); rastokŭ Ort, wo zwei Flüsse auseinandergehen, Verbreiterung A; rataj Landmann P und A; ratĭ Krieg P und A; ravĭnŭ flach A; raz-, pracp., "zer=" A und P; rąbŭ schneiden P; rąka Hand P; rap- P; ren- P; rêka Fluß A; rêpa Rübe P und A; resa Kätzchen an Bäumen P oder A; rob- (s. rab-) P; rodŭ Geburt P; rogŭ Horn P und A; rok- p; rom- P; rosa Thau P; rotŭ Rodeland A; rovŭ Grube A; roža Rose A; rub- P; ruda Erz A; ruh- P; rum- roth A; run- R: rusŭ roth P oder A; rŭžĭ Korn A; ryba Fisch A; rybakŭ Fischer P und A; rybištĭ Fischer P und A; rycerĭ Ritter P und A; ryd- weinen P (?); ryždĭ roth, eine Pilzart „agaricus", poln. rydz A;

sablĭ Hahn A; sadŭ Garten P und A; samŭ selbst P; sarŭmatĭ Sarmate P und A; sądŭ Gericht P; sebrŭ, sebor „rusticus" P; selo, poln. siadio Wohnsitz A; sêmĭ Person P; sêrŭ grau P; sitŭ Binse A; skab-?; skala Klippe, Fels A; skar-, poln. szkarady schimpflich P; skarbŭ Schatz P; (Vgl. skrŭbŭi Trauer, westsl. skarb P); sąkpŭ geizig P; skol- P; skorŭ schnell P; skrŭbĭ Trauer P; skut- P; slabŭ P; slanŭ gesalzen A (s. sŭlanŭ zusammenflossen A); slapŭ Woge A; slava Ruhm P; slemę Dach A; slêpŭ blind P; sliva Pflaume A; slov- P; slut- Ruhm A; slŭhŭ hören P; slŭp-springen P; smag- purpurn P; smola Rech, Theer A; smrŭdŭ Bauer, westsl. smard- P; smrŭdŭ Gestank, poln. sinród P; sob- Hülfe P; sol- P; sopotŭ Rauschen A; sosna Fichte A; sov- p; spar- P; spądŭ Eimer P; sporŭ reichlich P; srŭbĭnŭ Serbe A und P; srŭh- rauh P; starŭ alt P und A; stavŭ Teich, Damm A; stąpa Flachsbreche A; steh- P; step- Stufe A; stêna Mauer A; stênĭ Schatten A; stiv- P (?); stlŭpŭ, westsl. stolp Fischständer etc. im Fluß A; stolŭ Stuhl, (Abhang ?) A; stov- P (?); strag- Wache P; strahŭ Schreck P; strak- P; stram- R (?); strąk- Schote P; strêb- P; strêg-Wache P; strêlĭcĭ Schütze P und A; strum- fließen A; stub-, stublĭ Brunnen A; studenŭ kalt A; sudŭ Enge („fretum") A; suhŭ trocken; suk- Hund, suka Hündin P und A; sulŭ: sulêj besser P; sur- unreif P; suby gelingen

 
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P; sŭlanŭ zusammengeflossenA; sŭp- gießen A ; sŭpręt- klein P; sŭtek-, sŭtok- Zusammenfluß A; svêg- Plaudern P; svêrŭ Rothtanne P und A; svêtŭ Licht A und P; svętŭ stark, heilig P und A; svig- P (?); svih- P (?); svinija Schwein P; svoj- sein P; svrŭčŭ Grille, Maulwurf P und A;

šah- P; šim- P; štedrŭ barmherzig P; štitŭ Schild P und A; šturŭ Grille, poln. szczur Ratte P und A; šuma Wald A; šumŭ Rauschen des Wassers, Waldes A;

tat- Vater P; tągŭ tapfer P; teb- du, dich P (: tebohŭ); telę Kalb; tep- (s. top-) A; toterę Auerhahn A; têha Trost P; tęza se streiten P; timêno Koth, Lehm A; tisŭ Lärche A; tlŭd- A oder P (?); tol- dulden P; ton- P; top-, toplŭ warm A; topiti benetzen A; toplica warme Quelle A; toporŭ Axt A; trava Gras A; trąba Trompete P; trątu Hummel, poln. trąd A; trątŭ Wache P; trêba taugen P; trêbiti roden A; treh- P; trije, tri drei A; troj- P; trŭnŭ Dorn P und A; trŭpê dulden P; trŭstĭ Schilf, westsl. tarc- A; tuh- brechen P; tuk- (tuczny, poln. fett) A; turŭ Auer P und A; tŭd- p; tŭpŭt-, poln. depc- stampfen P; tvrŭdŭ, westfl. tvard hart P;

ubi tödten P; ublĭ Wasser, Teich A; ulica Straße A; uli Bienenkorb A; ust-, ustije Mündung A; uvalŭ Thal A;

vac (= vęšte ?) mehr P; vad- Streit P; val- groß P; valŭ Woge A; van- P; var- P; varęgŭ Waranger, Waräger P und A; vaš- P; vąv-, vęv- P (?); velŭ groß P; (velet- Riese); veprĭ Eber P und A; veselŭ froh P; vêra Glaube P; vešte mehr P; westsl. vika, vikŭ Dorf, dravenisch waika A; poln. wikla Gestrüpp A; vil- vila Zauberin P; virŭ Wirbelwind A; višnija Weichselkirsche A; vitęzĭ Held P und A; vitŭ Gewinn P; vĭsĭ Dorf A; vĭsĭ all P; vlaga Feuchtigkeit A; vlŭg- feucht, poln. wilzenie Feuchtigkeit A; vlŭkŭ Wolf, westsl. volk P und A; voda Wasser A; voj Krieger P, vojevoda Herzog P; volŭ Wille P; vrabij, westsl. varbel, poln. wróbel Sperling A; vragŭ Feind, Teufel, westsl. varg P; vrana, westsl. varna Krähe, vranŭ schwarz, Rabe P und A; vratŭ kehren, schlagen P; vrêdŭAussatz, Geschwür, poln. wrzód P oder A; vrŭba Bachweide, westsl. verba P und A; vrŭd-, westsl. vard- (poln. wardęga Taugenichts, wardawy linkisch) P; vrŭhŭ (praep.) ob, über, hoch A; vrŭhĭnŭ adj. hoch A; vrŭp- Raub P; westsl. vy- (praep.) von, aus A; westsl. vygonĭ, poln. wygon Trist A; vysokŭ hoch A und P, vysŭ, vyšij höher P;

za (praep.) hinter, jenseit A; zajęcĭ Hase P und A; zamŭkŭ Schloß; zavalŭ "Hinterwall" A; zavi-, zavil-, zaviš-

 
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P; ząbrĭ Bison A; poln. zdróy Quelle A; zêv- gähnen P; zima Winter, Kälte P und A; zlato Gold A, zlatŭ golden P und A; zŭlŭ schlecht P; zvąg- Ton, Schall P; zvêrĭ wildes Thier A;

žaba Frosch P und A; žalĭ Schmerz P; žarŭ Gluth, Brand, hell P; žat-?; žel- begehren P; želêzo Eisen A; žilŭ lebend P; žirŭ Leben P; žitu, žitŭkŭ Leben P; živa Göttin Siwa P, fem. zu živŭ lebend, Leben gebend P; žĭd-Verlangen P; žlŭčŭ Galle P.

Bildung von Ortsnamen aus Personennamen (§. 2 - 18).

Die aus PN entstandenen ON sind im Slavischen am zahlreichsten, weshalb sie hier auch zuerst besprochen werden mögen.

§. 2. Zur Bildung von ON eignet sich begreiflicher Weise jeder P, und im großen Gebiete der slavischen Sprachen sind auch unzählige slavische Orte nach Personen benannt; ja eine sehr große Anzahl von P hat sich nur noch in ihren Ableitungen, den ON, erhalten.

Zuvor dürfte es angezeigt sein, das Nöthigste über die Bildung und Bedeutung der PN selbst anzugeben.

§. 3. Die verschiedenen Endungen und Veränderungen des Stammes der PN veranlassen keine Veränderung in der Bedeutung des Themas; so bedeuten z. B. poln. wilk, wilkan, wilkosz, wilkota etc. ohne Unterschied "Wolf".

§. 4. Anders verhält es sich mit den zusammengesetzten PN, bei denen jeder Theil der Zusammensetzung seine Bedeutung hat.

Der zweite Theil der Zusammensetzung ist stets ein Nomen.

Der erste Theil der Zusammensetzung ist entweder

1) eine praep. mit deminutiver oder augmentativer Bedeutung, z. B. bez ohne: bezdêd "ohne Ahnen"; kromê fern: kromêmêr "fern Ruhm"; na über, sehr: nakon "sehr vollendet"; o über, überaus: obodr "sehr wachsam", okrąt "sehr rund", okarn (westsl.) "sehr beschnitten an den Ohren"; po (=[grichisch]) sehr: počarn "sehr schwarz", podušek (?), pokręt "sehr rund", ponad "hoffnungsvoll", porad "sehr bereit", etc.; pri an, bei, mit: priborn "Mitkämpfer", prilub "adamatus" etc.

2) die Negation ne: nečĭst- Unehre, nekrot Unsanft, nekur Ohnesang, nemir Unfried, newopr ohne Widerstreben, nesul Ungut. nevêra Unglaub etc.

 
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3) ein Verbum (selten): da geben, damer Giebruhm; lup- spalten, lupeglav Spaltekopf.

4) ein Nomen. Diese Zusammensetzungen sind die zahlreichsten; sie sind entweder copulative Composita und werden durch und aufgelöst wie milkoch. "gut und lieb" (einziges Beispiel), oder possessive und Abhängigkeits=Composita, Adjectiva, welche gewöhnlich durch das Particip "habend" aufgelöst werden können: blizignêv "in der Nähe Muth habend", blizimêr von der Nähe den Namen (Ruhm) habend, bądimêr vom Wesen Ruhm habend, ctimêr (čech.) von der Ehre den Namen habend, dêjmêr von Thaten den Namen habend, dobimêr des Tapferen Namen habend, dobimyšl des Tapferen Sinn habend; dobromyšl des Guten Sinn habend; dalimêr in der Ferne Ruhm habend; domarad zu Haufe thätig; dargobąd liebes Wesen habend, lieben Wesens; chotibąd munteres Wesen habend oder "ersehnten Wesens"; jaromêr des Strengen Namen habend; lubimêr Namen des Lieben habend; mirognêv Friedenssinn habend; pribygnêv vom Wachsen Muth habend, "Wachsmuth"; radirąk bereite Hand habend; trêbimêr des Rechtschaffenen Namen habend; valicheteš starke Sehnsucht habend; vartislav vom Schlagen (der Feinde) Namen habend; žarmêr vom Brennen Namen habend etc.

§. 5. Die aus PN gebildeten ON sind entweder einfache Substantiva (§. 6—14) oder einfache Adjectiva (§. 15— 17), oder zusammengesetzt aus einem slavischen PN mit einer deutschen Ortsbezeichnung (§. 18).

§. 6. Das suff. altsl. -išti, ište, westsl. ici, ice (acc. plur.), wird entweder an den PN selbst angefügt oder an ein von dem PN auf ovŭ gebildetes adj. poss. Das suff. -ice bildet Patronymika (und Metronymika), entspricht also der deutschen Endung der patron. =ing, =ung. In den urkundlichen Formen ist das ov-ice sehr häufig abgeschwächt zu ewice. Beispiele: Babice (Bähst) = Nachkommen des Baba [Greis]; Benitze (Benitz) = Nachkommen des Ben-[Mord]; Bobehtze (Böbelitz) = Nachkommen des Bobola [Rundbauch]; Gnewetice (Gnewitz) = Nachkommen des Gnevęta [Zorn]; Zirice (Zieritz) = Nachkommen des žir-[Leben]; — Boianeviz (Jennewitz) = Nachkommen des Bojan [Krieger]; Beggerewize (Beckerwitz) = Nachkommen des Bêgar [Läufer]; Dalevize.(Dallwitz) = Nachkommen des Dal [Fern]; Plotzaneuitce (Prisannewitz) = Nachkommen des Plocan [Fels].

§. 7. Suff. -ĭcĭ bildet auch patron., aber auch demin.: z. B. ist vielleicht Godebuz = Godêbudĭcĭ Domerace = Domaradĭcĭ; vgl. aber auch §. 17.

 
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§. 8. Suff. plur. jani, jane, an fertige Ortsnamen gehängt, bezeichnet die Bewohner dieses Ortes, z. B. Tolensane (die Tollenser) = tolenčane (dolenčane ?) "die Bewohner des Landes Tolenz".

§. 9. Zwei in Thema und Suffix gleiche Namen werden bisweilen dadurch unterschieden, daß der eine von beiden deminuirt wird, entsprechend der Unterscheidung des Deutschen: "Groß=" und "Klein=". Zur Bildung solcher demin. dienen -ice, -ek, -ka. Die deminuirten ON trifft man häufig in der Nähe der nicht deminuirten des gleichen Stammes, wie ja auch im Deutschen; z. B. Vilank (Vilank, A. Dömitz), d. h. etwa „Klein =Vilan" mit Bezug auf ein Vilan (vielleicht Vellahn, oder ein untergegangenes Vilan).

§. 10. Unveränderte PN im sing. bezeichnen bisweilen Orte, so z. B. Bischa, Nesul, Woiuta etc. also "Besitzer" B., N., W. etc.

§. 11. Viel häufiger bezeichnen unveränderte PN im Plur. (und zwar meist accus. plur.) Orte: Babeke (Babke) "die (plur.) Babak" oder „die Babka"; Vilane (Vellahn) „die (plur.) Vilan"; Bisdede "die (plur.) Bezdêd"; Krummere (Krümmel) "die (plur.) Kromêmêr"; Gambe "die (plur.) Gaba"; Varbende (Fahrbinde) "die (plur.) Verbęta"; Gorezlawe (Gößlow) "die (plur.) Gorizlav" etc.

§. 12. Dazu kann man auch diejenigen PN im plur. rechnen, welche Personen gewisser Stände oder Gewerbe bezeichnen, und so als ON dienen, z. B. Strelitz, Streltz (Strelitz) "die Schützen"; Kowale (Kowahl, Kogel) "die Schmiede"; Drevale (Drefahl) "die Holzhacker" etc.

§. 13. Einige ON weisen Völkernamen auf; jedoch sind die meisten dieser ON von dem Namen eines Individuums abzuleiten, und so PN geworden, wie wir ja auch im Deutschen Beyer, Sachs, Hasse, Schweitzer, Unger, Holländer — Littauer, Schlesinger, Italiener, als Personen= und Familiennamen haben; diese ON brauchen also nicht grade historische Bedeutung zu haben; z. B. Karwete (Karst) "die Fam. Kroat", "die Leute des Kroat"; Wangere (Wangern) "die Fam. Ungar"; Warensin (Warrenzin) "Ort des Waräger" etc.

§. 14. Einige seltnere Suffixe, mit denen ON aus PN gebildet werden, sind z. B. -ĭskŭ-, vgl. villa Boderesken (Badresch); und -le-: Lanckauel (d. i. ląkavle, Langhagen).

§. 15. Adjectivische ON bezeichnen den von N gegründeten oder von ihm besessenen Ort und werden von dem PN N durch Suffixe gebildet; sie sind also adj. poss.

 
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(masc., fem. oder neutr.), bei denen ein Substantivum: "Ort, Dorf, Stadt" etc. zu ergänzen ist: a) suff. ovŭ (poln. ów, owa, owo, westsl. ove, ova, ovo) bildet adj. poss.; Beisp.: Bandowe (Bandow) Ort des Bad-; Bantcecowe (Banzkow) Ort des Baczek [Hummel]; Blisecowe (Bliesekow) Ort des Blizek [Nahe]; Crikkowe (Krickow) Ort des Krik [Schrei]; Gustekowe (Güstow) Ort des Gostek [Wirth, Gast]; Lelekowe (Lalchow) Ort des Lelek [Oheim]

§. 16. b) Suff. inŭ (poln., westsl. in, ina, ino) bildet adj. poss.; Beisp.: Babyn (Bobbin, A. Gnoien), adj. poss. Ort des Baba [Greis, Alt]; Bekenthin (Bekentin) Ort des Beketa; Dussin (Düssin) Ort des Duša [Seele, Geist]; Quazutino (Questin) Ort des Kvasota [Fest, Mahl; Neverin (Neverin) Ort des Nevêra [Unglaub]; Wolcaczino (Wulkenzin) Ort des Volkata, Volketa [Wolf].

§. 17. c) Suff. jŭ bildet adj. poss. Dieses suff. lautet poln. und westsl. gar nicht, bewirkt aber Erweichung des Endconsonanten des PN nach den Lautgesetzen; z. B. PN: Godêbud, ON Godêbudz (Gadebusch); PN: Domarad, ON Domaradz (Dammereez).

§. 18. Durch Zusammensetzung slavischer PN mit deutschen Ortsbezeichnungen wie: "Berg, Burg, Dorf, Hagen, Mühle, Werder" etc. werden zahlreiche ON gebildet, deren Form schon anzeigt, ob der PN als sing. oder als plur. zu fassen sei: Bantemersdorpe (Bandelstorf, also des Bądimêr [sing.]; Blisemerstorpe (Blivenstorf: des Blizemêr); Blisekendorpe (Blieschendorf: Dorf der [plur.] Blizek); Nacunstorp (Nakenstorf, des Nakon); Racesburg (Ratzeburg, B. des Rač-, wenn nicht überhaupt verdeutscht aus Racibor); Uppekenthorp (Wöpkendorf, Dorf der [plur.] Ubik).

Hierzu gehören auch die ziemlich zahlreichen mit "Wend", der deutschen Bezeichnung für die Slaven, zusammengesetzten ON: Wendorf, Wendfeld, Wendischhagen etc.

Bildung von ON aus Appellativen §. 19-39.

§. 19. Die Vorstellungen, welche den aus App. gebildeten ON zu Grunde liegen, sind, wie aus dem Verzeichniß der Stämme § 1 ersichtlich ist, 1) der Boden und seine Eigenschaften, 2) das Wasser, 3) Pflanzen, 4) Thiere, 5) Farben, 6) Aufenthalt des Menschen, 7) Beschäftigung der Bewohner, 8) Werkzeuge und Waffen, deren Beziehung zu dem nach ihnen benannten ON allerdings sehr

 
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oft nicht recht ersichtlich ist, 9) politische und religiöse Einrichtungen (Fürstengrenze, Freigrund, Kriegsfeld; Tempel, Gottesfeld etc.).

§. 20. Die Bildung der ON aus den Appellativstämmen geschieht

a. durch Verwendung des App. ohne Veränderung desselben, im sing. und plur.: Dambek (Dambek) = dąbikŭ Eichfeld, sing. Im plur. stehen App., welche ein Gewerbe, einen Stand bezeichnen; aus erklärlichen Gründen sind sie hier bei den PN unter §. 12 aufgeführt.

b. durch Ableitung vermittelst Suffixe (§. 21- 34);

c. durch Composition (§. 35 - 39).

§. 21. Suff. ŭ, ĭ poln. y, westsl. e bildet adj. Das zugehörige ergänzende Substantiv fehlt hier ebenso regelmäßig, wie bei den von PN gebildeten ON: Dambe (Damm) = Eichdorf, dąbe; Plave (Plau) = Flößort; Brode (Broda) = Fährort; Jabele (Jabel) = Apfelbaumort; Stuke (Stuck) = Zusammenflußort (stoke); Metlike (Methling) = Wermuthsort etc.

§. 22. Suff. ikŭ an Substant. bildet Collectiva: borŭ Fichte, Borek (Fichtenhain); dąb Eiche, Dąbek Eichwald etc.; ikŭ an Adject. bildet Substantiva: ruda Erz, adj. rudĭnŭ subst. rudnik "Erzort".

§. 23. Suff. akŭ an Adject. bildet Substant.: iva Sahlweide, adj. ivinŭ, subst. ivinak "Sahlweidenort".

§. 24. Suff. -ĭskŭ bildet Adjectiva: ląka, Au, lącko Auort. §. 25. Suff. isko an Substant. bildet Augmentativa: Lokwisc (Lockwisch), von lokva Sumpf, Regen, lokvisko großer Sumpf, Woblesko, Wobelsku (Woblitzsee), von ublĭ Wasser, Teich, ublisko "großer Teich".

§. 26. Suff. -ište westsl. iste an Substant. bezeichnet Augmentativa, oder den Ort des Vorkommens: Gardiste = große Burg, Liniste (Lenz) = Leinfeld, Ort, wo Lein wächst.

§. 27. Suff. ĭcĭ an Substant. bildet demin. an Adj. bildet es Substant., zuweilen bezeichnet es den Bewohner; kommt selten vor.

§. 28. ica an Substant. bezeichnet den Ort des Vorkommens, an Adject. bildet es Substant.: krava, westsl. karva Kuh: Karwitze Kuhort; brêza Birke, brêzinŭ adj. "Birken=": Brezenitze (Bresenitz) "Birkenbach", "Birkenort";

 
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smola Theer, adj. smolĭnŭ "Theer=": Smolnitz (Schmolnitzsee); veprĭ Eber, adj. veprinŭ "Eber=": Vipperniz (Vipernitz) "Eberort, Eberbach" etc.

§. 29. Suff. arĭ tritt zuweilen an App., um, wie es scheint, den Bewohner zu bezeichnen: Desseri, Dosseri (Dosse=Land), also "die Dosseanwohner", Liperi vallis (bei Penzlin).

§. 30. Suff. ĭnŭ, ĭnĭ , westsl. -en, ne- bildet Adjectiva; z. B. Gorne (Gören) "das Bergige, Bergort"; Pritutsen (Pritz) "Durchfluß habend", von prêtokŭ, adj. prêtočĭnŭ; Rokitne (Rukieten) "Sahlweiden habend"; Zuden, Zutne (Sude) "mit [Fluß=]Engen versehen" von sudŭ "fretum"; Lesen (Lehsen) "Waldort". — Ebenso bildet das seltnere Suffix -anĭ Adjectiva: Lassan "Waldort", Sywan (Schwan) "Ort der Göttin živa".

§. 31. Suff.ênŭ bildet Adjectiva: Slotena (Slater Bach) "Goldbach"; Trauena, Travene (Trave), von trava (Gras), also "Grasbach, durch Grasfluren, Wiesen fließend", oder ähnlich.

§ 32. Suff. inŭ, fem. ina, neutr. ino, bildet Adject., z. B. Bresine (Bresen), von brêza "Birkenort"; Mostyn (Mustin), von mostŭ "Brückenort"; Zwerin (Schwerin), von zwêrĭ Thier, "Thierort, Thiergarten"; Woberin (Weberin) von obora Thiergarten, "Thiergartenort"; Vgl. Belina (Bille) "Weißbach".

§. 33. Suff. jani jane (acc. plur.) an App. angefügt, bezeichnet den Bewohner des durch das Thema ausgedrückten Orts=App. und dient so als ON (nicht zu verwechseln mit dem an fertige ON angehängten suff. in §. 8); z.B. Brieza-norum terra (Land Bresen an der Ostsee) von brêgŭ Ufer, also brêg-jane, d. i. brêžane (poln. brzežany) Uferbewohner; Riaciani, Rezeni, Ritzani (Rezener, Volksstamm) von rêka Fluß (die Havel ist gemeint): rêk-jane, d. i. rêčane Flußanwohner.

§. 34. Suff. -ovŭ, -ova, -ovo bildet Adj., z. B. Vlatouwe (Flatow), von blato Sumpf, "Sumpfort"; Bristowe (Bristow), von brêstŭ Ulme: "Ulmenort"; Degetowe (Degetow), von degutĭ Birkentheer: "Theerort"; Warbelowe (Warbelow), von vrabij, westsl. warbel, poln. wróbel Sperling: "Sperlingsort". In vielen Fällen sind die hierher gehörigen ON schwer zu trennen von den im §. 15 besprochenen von PN abgeleiteten, da viele App.=Stämme zugleich auch Stämme für RN sind.

Die nächsten §§. zeigen Composita, und zwar Abhängigkeits=Composita (§. 35) uno determinative Composita (§. 36—38).

 
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§. 35. Abhängigkeits=Composita sind ziemlich selten; die beiden Glieder stehen im Genitivverhältniß. B. Brezegore (Bresegard) "Birkenberge"; Kladrum (d. i. Kladerabe, Kladrum) "Holzhauer".

§. 36. Die determinativen Composita bestehen entweder

a. aus Numerale und App., z. B. Trywalk (Triwalk) "Dreiwall"; Trigorke (beim Kloster Dargun) "Dreihügel" etc.

§. 37. oder b. aus Adj. und App., z. B. Bozepole (Basepohl) "göttlich Feld, Gottesfeld"; Volzendoůpe (Vulueshole, Wulfsahl) "Wolfshöhle[n]"; Mescenreiza (Auegraben) "Grenzbach" etc.

§. 38. oder c. aus Praep. und App., z. B. meždŭ mitten, zwischen: Mizerez (N von den Redariern) "zwischen den Flüssen"; prê vor, an: Predole (Perdöl) "am Thal"; pri vor: Priwalk (Priwall) "vor dem Wall, vor der Fluth" (?); raz- = "zer": Rozstok "Verbreiterung des Flusses"; vrŭhŭ, westsl. vrch, verch ob, über, hoch: Verchlaß (Verklas) "ob dem Wald"; za an, über, auf: Zawal (Sagel) "an, auf, über dem Wall".

§. 39. Selten ist die Composition slavischer App. mit deutschen App., z. B. Brusmezdorpe (Brustorf), von brusŭ Stein, mĭz-, mĭzêti fließen "Steinfließdorf" (?); Sitdorp (Ziddorf), von sitŭ Binse "Binsendorf" (?); Zuppucendorp (Zippendorf), von sopotŭ "Rauschen des Wassers".

§. 40. Die slavischen ON in Meklenburg sind im Großen und Ganzen unverändert geblieben, oder zeigen wenigstens noch slavisches Aussehen. In Ländern, wo noch jetzt eine slavische Sprache neben der deutschen gesprochen wird, haben die ON neben ihrer slavischen Form oft noch eine deutsche, entweder a. die ganz genaue Uebersetzung der slavischen Form, oder b. eine theilweise, oft auch unrichtige Uebersetzung der slavischen Form, oder c. eine willkürliche Umdeutschung der ungefähren slavischen Laute; in Meklenburg sind davon kaum Spuren erhalten. Vgl. zu a. Volzendoůpe 1392 (Vulueshole 1396, Wolueshole 1412, jetzt Wulfsahl) "Wolfshöhlen", Wiligard (Meklenburg); zu b. Wanzeberghe (Wanzenberg), theilweise Uebersetzung vielleicht des slavischen Vanica gora "Berg der Van-"; zu c. Varbende (jetzt "Fahrbinde"), vielleicht auch "Ratzeburg" für einen slav. ON aus PN "Racibor".


 
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C. Register *)

A.

Adamsdorf, A. Stavenhagen, traditionell Koschwanz, Kuhschwanz, bis 1815 officiell Kostall, Kuhstall genannt, a. 1170 Chotibanz, 1182 Chotebanz, 1244 Chotibanz (altsl. hotĭ Sucht, Verlangen. P.: poln. Chocibąd) adj. poss. §. 17. Bedeutung: "Ort des Chotibąd" [der der Munterkeit (Sehnsucht) Wesen hat]. Später, 1460, Kostall, 1473 wûste veltmarke genômet de Kostal (altsl. kostelŭ Kastell, Thurm, poln. košciol Kirche, Tempel A), adj. §. 20. 21: "Kirchort".

Althof, auch Alt=Doberan, A. Dob., 1170 Dobrum, 1171 claustrum Doberan, Dobran, 1177 Doberan etc. (altsl. dobrŭ gut P u. A), adj. poss. §.17: "Ort des Dobran".

Ankun (untergeg. bei Ivenack), a. 1256 etc. (altsl. ąk-; ąkotĭ Haken P), adj. poss. §.18: "Ort des ąkun".

Auegraben, Arm der Stecknitz an der Lauenburger Grenze, a. 811 Mescenreiza. 1250 (Bog.) Mecza (altsl. mežda Grenze, adj. meždĭnŭ A; rêka Fluß, demin. rêčica Bach A), compos.§. 37: "Grenzbach".

Augzin, A. Goldb., 1296 Eutcyn, 1297 Eutcin, 1309 Eucin etc. (altsl. ot'-; otĭcĭ, poln. ojciec Vater, P), adj. poss. §. 16: "Ort des Oita".

B.

(Baarz), Prov. Brandenb., mit meklenb. Antheil, A. Eldena, 1 [Meile] S Dömitz, 1426 Bartse (altsl. brŭti, poln. baré Bienenbeute, Bienenstock im hohlen Baum A), adj. §. 21: "Bienenstockort".

Bäbelin, Bö=, A. Neu=Kloster, 1232 Boblin, 1236Bobelyn, 1267 Bobelin (altsl. bobŭ Bohne P, poln. Bobola "Rundbauch") adj. poss. §. 16: "Ort des Bobola".

Groß=Bäbelin, A. Stavenh., und Kl.=Bäbelin, A. Goldb., 2 SW. Teterow, 1568 Bebelinn, 1607 Bobelin: dasselbe.

Bäbelitz, Bö=, A. Gnoien, 1236 Bobelyz (altsl. bobŭ, fs Bäbelin) patron. §. 6: "die Nachkommen des Bobola".


*) Anmerkung. In der Schreibweise und alphabetischen Reihenfolge schließen wir uns den Staats=Kalendern an. Die Lage der Oerter ist nach A[mt] und V[ogtei] und der Weltgegend der nächsten Stadt bestimmt. — Den zusammengesetzten Personennamen ist in eckigen Klammern die Bedeutung hinzugefügt. Die PN sind in der ihnen westsl. etwa zukommenden Form angegeben.

 
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Babke, A. Mirow, 1257 Babic, 1350 Babeke (altsl. baba der, die Alte P) plur. §. 11: "die Babak".

Babst, A. Neu-Kloster, 1120 Babic, 1254 villa Babece, 1319 Babitze (altsl. baba) patron. §. 6: "die Nachkommen des oder der Baba".

Badegow, A. Kriwitz, 1305 Badeghowe, 1324 Badegowe (altsl. bad-; badati stechen, forschen P) adj.poss. §.15: "Ort des Badêch-"

Badekow, A. Boizenb., 1469, 1485 Badegowe: dasselbe.

Badow., A. Wittenb., 1236 Badowe, (1237 Bardowa), 1279 Badow (altsl. bad-) adj. poss. §. 15: "Ort des Bada".

Badresch, A. Starg., 1298 Bodereschendorp, 1337 uilla Boderesken, 1411 in Bodereske, 1433 Badereske (altsl. bŭdrŭ wach, tapfer P) §. 18: "Dorf der Bodr-, Bodrišek".

Bahlen, A. Grev., 1404 Bolen, 1530 zum Bahlen, 1752 Bahlen (altsl. bal-, heilen, zaubern P), adj. poss. §. 17: "Ort des Balen [Arzt, Zauberer]". Vgl. noch: Bahlenberg, zur Stadt Parchim; Bahlendorf, A. Boizenburg, 1230 Balendorpe; Bahlenhüschen,A. Kriwitz; Bahlenkamp, ein Acker bei Lehsten. Bei der Bahlen, Hölzung bei Bützow 1581; Bahlen, Dorf (unterg. bei Bützow) 1600.

Bahlen, A. Boizenb., 1453 Balen, 1469 Bolen, 1485 Balem: dasselbe.

Balen=See, SO Fürstenberg, 1299 Balam stagnum; 1348 stagnum Balam (altsl. bal-, s. Bahlen) adj. poss. §. 17: "(See) des Balom".

Ballin, A. Starg., 1322 Ballin (altsl. bal-) adj. poss. §. 16: "Ort des Bala".

Ballwitz, A. Starg., 1290 Beleuiz, 1302 Beluiz (altsl. bêlŭ schön, weiß P) patron. § 6: "Nachkommen des Bêl".

Balow, A. Grab., 1341 Balow (altsl. bal-) adj. poss. §. 15: "Ort des Bal, Bala".

Bandekow, A. Boizenb., 1402 Bandekow, 1453 Bandekouwe (altsl. bąd- sein werden P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bądek".

Bandekow, A. Schwerin, 1363 Bandekow: dasselbe.

Bandelstorf, A. Ribnitz, 1338 Bantmerstorp, 1339 Bannemerstorp, 1347 Bandemerstorpe (1327 [B]an[d]elstorp) etc. (altsl. bąd- P: *Badĭmêrŭ, vgl. kasz. Będzmjerovjce, Kr. Konitz), §. 18: "Ort des Bądmêr" [vom Wesen Ruhm habend].

Bandenitz, A. Hag., 1220 Bandenitz, 1343 Bandenitze (altsl. bąd-) patron. §. 6: "Nachkommen des Baden".

 
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Bandow, A. Schwan, 1274 Bandowe (altsl. bad-) adj. poss. §. 15: "Ort des Bąd-".

Bansow, A. Güstr., 1645 Bansow (altsl. bąk-, poln. bąk Hummel, bęk das Summen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bąča".

Bantin, A. Wittenb., 1230 Bantin, 1313 Bantyn (altsl. bat- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Bąta".

Bantow, A. Bukow, 1338 tho Bantecowe (altsl. bat-) adj. poss. §. 15: "Ort des Bątek".

Banzin, A. Wittenb., 1194 Bansin, 1348 Bantzin (altsl. bąk, P) adj. poss. §. 16: "Ort des Bąča".

Banzkow, A. Schwerin, 1300 Bancekowe, 1327 Banscekowe, 1350 Bantzekowe (altsl. bąk- s. Bansow) adj. poss. §. 15: "Ort des Bąček".

Barkow, A. Lübz, 1273 Berchowe, 1370 Barckowe, 1534 Barchow, 1563 Berckow, Barckow (altsl. ber- nehmen, rauben P) adj. poss. §. 15: "Ort des Berka [Raub]".

Barkow, A. Neust., 1473 Berkow: dasselbe. — Vgl. noch Barkower Brücke, A. Plau, gegenüber dem Dorfe Barkow, A. Lübz.

Barlin, A. Dargun, 1226Bralin, 1309 Bralyn, 1327 Baralin (altsl. bral- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Brala". — Vgl. kasz. Bralevnjca; Barłomjno.

Barnekow, A. Grevesm., 1230 Barnekowe (altsl. baranŭ Hammel, poln. baran Widder, baranek Lamm P) adj. poss. §. 15: "Ort des Baranek".

Barnin, A. Kriwitz, 1362 Barnyn, corrigirt in Bernyn, im 15. Jahrhundert oft Bernyn altsl. brŭno, westsl. berno Koth A) adj. §. 32: "Kothort, Sumpfort".

Bärnimm, der, Burgstelle bei Grammow, der Fam. Behr=Negendank gehörig; deutsch? oder (altsl. branĭ Kampf P) adj. poss. §. 17: "Ort des Barnim"?

Barz, A. Stav., 1648 Barth (altsl. brŭtĭ, s. Baarz) adj. §. 21: "Bienenstockort".

Basedow, A. Stav., 1247 Basdowe, 1337 Bazsdowe etc. (poln. bzd- „pedere" P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bzda, Bazda" (qui pedit).

Basepohl, A. Ivenack, 1252 Bospole, 1256 utrumque Bozepol, 1301 Bosepol, Bozepolle, Bosepule etc. (altsl. bogŭ Gott, adj.. božiï polje, poln. pole Feld) compos.§. 37: "Gottesfeld".

Basse, A. Gnoien, 1535 von Bassen; Batze (altsl. bah-) plur. §. 15: "die Fam. Baš-".

Bassow, A. Starg., 1397 Bassow, 1469 Bassow (altsl. bah- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Baš-".

 
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Bechelstorf, Vogtei Rupenstorf, 1257 Trebethestorpe (altsl. treba taugen P) §. 18: "Dorf des Trêbota".

Beckentin, A. Grabow, 1273 Bekenthin, 1295 Bekentin, 1312 Bekentyn etc. (altsl. bek-. P) adj. poss. §.16: "Ort des Bekęta".

Beckerwitz, A. Grev., 1222 Begereuiz, 1230 Bekereviz, 1248 Bekkeruiz, Bekeruiz, 1404 Bekeruitze etc. (altsl. bêgŭ Flucht, bêgarĭ Läufer P) patron. §. 6 "Nachkommen das Begar".

Belitz, A. Güstr., 1232 Beelz, 1282 Beliz, 1286 Beltz, Beliz, Belisz etc. (altsl. bêlŭ schön, weiß P) patron. §. 6: "Nachkommen des Bêl".

Gr. u. Kl. Belitz, A. Bukow, 1270 Belitz, etc., Beliz, Beltze, Belze, Dudeschen Beliz: dasselbe.

Belitzer See, jetzt Neuenkirchenscher See, A. Schwan: 1232 See Byalz (altsl. bêlŭ, poln. biały schön, weiß A) §. 27: "weißer See".

Bellin, A. Goldb., 1229termini Belliconenses, 1233 Belin (altsl. bêlŭ P) adj. poss. §. 16: "Ort des Bela".

Below, A. Goldb., 1296 Belowe (altsl. bêlŭ P) adj. poss. §.15: "Ort des Bela".

Below, A. Wredenh.: dasselbe.

Below, A. Strelitz, 1505 Below: dasselbe.

Belowen=See, A. Plau, in der Nossentiner Haide, 1344 Belowen See: dasselbe.

Belsch, A. Hagenow, 1696 Beltsche (altsl. bêlŭ P) adj. poss. §. 17: "Ort des Bêlk".

Benitz, A. Schwan, 1270 Benizdorp, 1286 tellus pagi Beens (altsl. ben-, tödten P) patron. §. 6: "Nachkommen des Ben, Bena".

Beniz (untergeg. b. Gilow, A. Stavenh.), 1228 Beniz, 1232 Bensiz, 1240 Benyz, 1248 Bentsiz, 1266 villa Benziz, 1281 Beniz, 1282 Beniz (altsl. ben- tödten, oder poln. bęk- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Ben, Bena, oder des Bęk".

Bennin, A. Boizenb., 1158 Benin, 1171 Benine (altsl. ben-, s. Benitz) adj. poss. § 16: "Ort des Bena".

Bentin, A. Gadeb., 1194 Bentin (altsl. bęt-) adj. poss. §. 16: "Ort des Bęta".

Bentwisch, A. Ribnitz (auf einer Hochfläche), 1235 Bentuwisk,(1257 Bentwisch), 1297 Bentwicsh, 1298 Bentwichs, 1300 Bentewisch, 1305 Bentwisk (altsl. bęt- P; vysokŭ hoch A) compos.§. 35: "Höhe des Bęt-" (?).

Benz, St. Wismar, 1309 Bentze, 1339 Beentze (altsl. bąk-; poln. bęk das Summen P) adj. poss. §. 17: "Ort des Bęk".

 
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Benz, A. Schwerin, 1696 Bentz: dasselbe.

Benzin, A. Rehna, 1230 Banste 1237 Bencyn, Bantsin, 1309 Bencin, 1310 Benczyn. (altsl. bąk-; poln. bęk das Summen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Bęka".

Benzin, A. Lübz, 1300 Bentcin: dasselbe.

Bernitt, A. Rühn, 1238 Brunit (altfl. brun-, suff. -itŭ, braun P u. A) sing. §. 10: "Besitzer Brunit (Braun)".

Beselin, A. Ribnitz, 1321 Berzelin, 1339 Berselin (altsl. brŭšlênŭ Epheu A) adj. §. 21: "Epheuort".

Beseritz, A. Stargard, 1355 Beseritz (altsl. biserŭ Perle P) patr. §. 6: "Nachkommen des Biser-".

Beseritz, Land um Beseritz und Friedland (der "Werder"), 1236 Bezeriz, nach dem Ort B. benannt.

Besitz, A. Boizenb., 1453 Barsitze, 1469 Basitze, 1485 Bartze (altsl. brŭtĭ Bienenbeute A) adj. §. 21: "Bienenstockort"; vgl. altsl. brŭzŭ, westsl. barz schnell A und P.

Besunt, S der Müritz, Wald (Wittstocker Haide), 1186 Bezwt, 1189 Besut, 1197 Bozwnt (altsl. bĭzŭ. poln. bez Hollunder, collect. bezut', beząt' A) etwa: "Hollunderdickicht"(?).

Bethenici, Polabische Völkerschaft: Lanai et Bethenzr (andere Lesart Bechelenzi) 811, um 890—900: Bethenici et Smeldingen et Morizani, bei Perw. Bytiniči (altsl. byt P; vgl bytyn' ci ruth.=gal.) patron. §. 6: "die Bytiner".

Bibow, A. Kriwitz, 1247 Heine de Bibowe, 1420 Bybow (altsl. bŭb-, bŭbati stammeln, lispeln P) adj. poss. §. 15: "Ort des Biba".

Bicher, Feldm. Parchim, 1240 Bichure uillam, 1256 Bichore (altsl. byh-, P) plur. §. 11: "die Bychor".

Biestow, A. Schwan, 1282 Bystove, 1333 m Bystouen (altsl. byh-; P: čech. byštice) adj. poss. §. 15: Ort des Byšta".

Bietnitz, Bach bei Pinnow, A. Kriw., (altsl. bit- schlagen A; adj. bitĭnu- : „der anprallende, heftige Bach" (oder von bičŭi, Binse, adj. bičĭnŭ und bitnica = bičnica, "der Binsenbach" ?).

Bille, Fluß, in Lauenburg Grenze der Polaben, 786 Bilena, 1158 Bilna, (altsl. bêlŭ schön, weiß A) adj. § 31: "weißer Bach" (Gegensatz: Schwarzenbeck).

Bischa (früheres Dorf bei Dargun) 1178 (altsl. byh-; P) sing. §. 10: "Besitzer Byša".

Bisdede castrum (am Gutowschen See S Güstrow), 1197 Bizdet (altsl. bezŭ praep. ohne, dêdŭ Großvater P: * bezdêdŭ "ohne Großvater, ohne Ahnen") plur. §. 11: "die Bezdêd".

 
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Bisdede stagnum (Gutowscher See oder Rosiner See) 1229, 1233: dasselbe.

Bisdede solitudo (hona Rosin dicta) 1233: dasselbe.

Bisdede, 1235 terram Bisdede siue Tribedene, (l 257 Bizden): dasselbe.

Bistenowe (in der Gegend von Schönberg) 1194, (altsl. byh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Byšten"

Bleese, A. Gadeb., 1230 Baleise, 1245 Baleyse, 1282 Baleise (altsl. bal- R) plur. §. 11: "die Bališa"; s. S. 7 über das Dravenische.

Blengow, A. Bukow, 1238 Blengow, 1239 Blengowe (altsl. bląg-; blązdenije, Umherschweifen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Blęga"

Blieschendors, A. Gadeb., 1452 Blisekendorpe (altsl. blizŭ nahe p) §. 18: "Dorf des Blizek".

Bliesekow, A. Doberan, 1268 Blisecowe, Bliscow (altsl. blizŭ nahe P) adj. poss. §. 15: Ort des Blizek (Nahe, Nachbar)".

Blievenstorf, A. Neustadt, 1300 Blisemerstorpe (altsl. blizŭ nahe P) §. 18: "Dorf des Blizimêr" [von der Nähe, in der Nachbarschaft Namen (Ruhm) habend].

Blisignewitz (eingeg. bei Dargun), 1216, (altsl. blizŭ nahe P) patron. §. 6: "Nachkommen des Blizignêv" [in der Nähe muthig].

Blowatz, A. Redentin, 1296 Bluadze, 1325 Blowace, 1326 Bluadze, Bl_vadze, Bluwadze etc. (altsl. blju- P; bljuvati speien, sprudeln, poln. blu, blu Gluck, gluck!): "Sprudelort"?.

Blücher, A. Boizenb., 1230 Bluggere, Olricus de Bluchere 1214 (altsl. blju- P, s. Blowatz) §. 29: "die am Sprudel wohnen" (?).

Blücherhof, A. Lübz, (im 19. Jahrhundert erbauet auf der Feldmark:) 1289 Glans, Glanse, 1304 Glantz, Glanz, 1605 auf dem Glantze, 1676 Glanser Acker. Noch jetzt ein Feld auf der Feldmark von B. Glanskoppel (altsl. ględu Glanz, Blick P: serb. gledić) adj. poss. §. 7. 17: "Ort des Gląd".

Bobbin, A. Gnoien, 1282 Babyn, 1292 Babin, 1350 Babbin (altsl. baba der, die Alte P) adj. poss. §. 16: "Ort des Baba".

Bobitz, A. Grevesm., 1344 Bobyst (altsl. bobŭ Bohne A) collect.§. 26: "Bohnenfeld".

Bobzin, A. Lübz, 1235 Babazyn (altsl. baba der, die Alte P) adj. poss. §. 16: "Ort des Babka".

 
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Bobzin, A. Wittenb., 1230 Bobetin, Bobecyn, 1335 Bobecin (altsl. bobŭ Bohne P) adj. poss. §. 16: "Ort des Bobota.

Bockup, A. Dömitz, 1540 Buckop, 1566 Bukop (altsl. bŭk- vgl. bŭčela Biene, kopati brechen A) adj. §. 21: "Bienenbruchort" (vgl. litauisch bit-kopis Bienenbruch).

Boddin, A. Wittenb., 1230 Bodin, 1335 Boddin (altsl. bod-; bodlĭ Stachel; bodą, bosti stechen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Boda".

Boddin, A. Gnoien, (1288 Boddin) 1578 Boddin: dasselbe.

Boissow, A. Wittenb., 1158 Bvzvwe, 1194 Bosowe, 1219 Bozowe, 1230 Bosowe (altsl. bosŭ barfuß P) adj.poss. §. 15: "Ort des Bos-".

Boitin, Land (Vogtei Schönberg), 1158 Bvtin, 1168 Boytin, 1174 Bvtin, 1194 Buthin, 1211 Boytin (bei Perwolf Bytin) (altsl. byt- P) adj. poss. §. 16: "(Land) des Byta, Boyta", s. S. 7 über das Dravenische und S. 25 Bethenici.

Boitin=Restorf, f. Restorf.

Boitin, A. Bützow, 1233 Boytin (altsl. byt-, s. Boitin, Land) adj. poss. §. 16: "Ort des Byta, Boyta".

Boize, Fluß, in die Elbe bei Boizenb., und Boize, A. Zarrentin, Hof, 1255 Boytze, szo an der Boytzen belegen ys, westsl. für poln. byca von byt- A oder P, s. S. 7 über das Dravenische.

Boizenburg, 1195 Boyzenburg, 1208 Buzeborg, Byzenburgh, Hwiceborg, 1216 Boiceneburch etcetc, Burg an der Boize (Perwolf S. 143: "B. wohl = gorod Byten', Bytin', darin verkürzt der Name der Bytiniči".) (altsl. by't P) §. 18.

Boizenburg, Amt: 1158 Boyceneburg, 1171 territorium Boiceneburg, 1223 Boizenburc etc., nach dem Burgort benannt.

Boldebuck, A. Schwerin, 1333 Boldebuck:?

Boldela, A. Schwerin, nach 1400 Boldelage:?

Bölkow, A. Güstr., 1226 Belcowe, Belkowe, 1229 Belcowe, 1233 Belichowe, 1273 Belecowe (altsl. bêlŭ schön, weiß P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bêlk, Bêlik (Schön, Weiß)".

Gr.=u. Kl.=Bölkow, A. Schwan, 1244 Bulcowe, Bvlchowe, 1278 Bolekowe (altsl. bolŭ mehr, besser P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bolek".

Bollewick, A. Wredenh., 1331 Boldeweke:?

Bols, mons (bei Ribnitz), 1311 Bolz, Boltz (atlsl. bolŭ mehr, besser P) adj. poss. §. 17: "des Boleš", oder "des Bolek".

 
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Bolz, A. Sternberg, 1532 Boltze: dasselbe, "Ort des Bolek".

Bolzer See, S Oldenstorf, 1237 Boltzer See, 1274 ad paludem Boltz: dasselbe.

Borkow, A. Sternb., 1283 Borchowe, 1306 Borcowe (1. altsl. borŭ Kampf P; 2. altsl. borŭ, poln. bor Fichtenwald, demin. borek A) adj. §. 15. 34: 1) "Ort des Borik (Kampf)" oder 2) "Fichtenwalde".

Borrentin, Barentin (untcrgeg. im A. Rossewitz) [S. A.], (altsl. borŭ Kampf A) adj. poss. §. 16: "Ort des Boręta".

Börzow, A. Grevesm., 1230 Bvrtsowe, 1255 Bortsowe, 1258 Burtsouue, Burtsowe, 1402 Bortzowe, 1519 Bortzow (altsl. borŭ Kampf P) adj. poss. §. 15: "Ort des Borč-".

Bossow, A. Dobbertin, (altsl. bosŭ barfuß P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bos-".

Bössow, A. Grevesm., 1230 Bvrissowe, 1311 Borsowe, 1335 Bortzowe, 1535 Bossaw (altsl. borŭ Kampf P) adj. poss. §. 15: "Ort des Boriš".

Botelstorf, A. Rehna, 1312 Botlevestorpe, Bodleuestorpe (altsl. bod- stechen, bodlĭ Stachel, bodĭlivŭ ftechend P) §. 18: "Dorf des Bodliv".

Bouzka, rivulus (Zufluß der Trebel), 1174 (altsl. bogŭ Gott P, z. B. poln. božek, fem. božka [Symbiol: #].).

Brahlstorf, A. Wittenb., 1194 Bralistorp, 1230 Bralizstorp (altsl. bral-? P) §. 18: "Dorf des Brala".

Brahlstorf, A. Schwerin, 1262 Bralizthorp, 1313 Bralisdorpe: dasselbe.

Bramow, A. Schwan, 1306 Bramow, 1311 Bramowe (altsl. brama Thür, Thor A) adj. §. 34: "Thorort".

Bredentin, A. Güstrow, 1386 Bredentyn (altsl. brêd-; [1722 bredove "Elentsort" in Ostpreußen] P; vgl. lit. brêdis das Elen) adj. poss. §. 16: "Ort des Brêdęta".

Breesen, A. Gadeb., 1230 Brezen, 1260 Bresen, (altsl. brêza Birke A) adj,§. 30: "Birkenort".

Breesen, A. Rossewitz, bei Lage, 1445 Bresen: dasselbe.

Breesen, A. Sülz, 1232 Brisene, 1241 Bresen, 1248 Bresine, 1266 Bresen etc.: dasselbe.

Breesen, A. Stavenh., bei Neubrandenb., 1342 Bresene, Bresen: dasselbe.

Gr.=Breesen, A. Dobbertin bei Krakow, 1303 Maior Bresen: dasselbe.

Kl.= Breesen, A. Lübz bei Krakow, 1303 Minor Bresen: dasselbe.

 
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Brenz, A. Neustadt, (altsl. bren-, bryn- Sumpf? A) §. 27. 28: "Sumpfort, Kothort". Danach benannt:

Brenz, Land (W Rarchim, A. Neustadt), 1230 im lande Brenitz, 1247 terrarum Thure necnon Brence.

Bresegard, A. Eldena, gehört zum Wanzeberg, 1230 Brezegore, 1308 Brezegor, 1540 Prawest-Brisgur (altsl. brêza Birke A; gora Berg A) comp. §. 35: "Birkenberge".

Bresegard, A. Hagenow, in der Jabelheide, 1500 Breseghur: dasselbe.

Bresen, Kspl. Hoh.=Vicheln, s. Kleekamp.

Bresen, Land, A. Grevesm., 1158 Brezen, 1167 terra Briezanorum, 1171 Brezin, in terra Brizen, 1174 Brezen (altsl. brêgŭ Ufer A) §. 33: "Uferanwohner", §. 30, adj.: "Uferland".

Bresenitz, Bach, Abfluß des Sees bei Woserin, A. Sternberg, 1237 Bresenitz, 1274 Brezenitce (altsl. brêza Birke A) §. 28: "Birkenbach".

Bresewitz, A. Starg., 1469 Bresewitz, 1779 Bresewitz (altsl. brêza Birke A) §. 28: "Birkenort".

Bretzin, A. Boizenb., 1297 Britsin (altsl. brêt- Erfindung P: čech. břetislav) adj. poss. §. 16: "Ort des Brêta".

Bridder, castrum (bei Bölkow am Rosiner See) 1171, (altsl. brid-; bridati herbe sein P) plur. §. 11: "die Bridar". VgL Bisdede.

Briest, A. Schwerin, 1 S. Lübtheen, erst im 18. Jh. genannt: Briest (altsl. brêstŭ Ulme A) adj. §. 21: "Ulmenort"

Briggow, A. Stavenh., 1350 Begerrowe, Beggherowe (altsl. bêgŭ Flucht, bêgarĭ Läufer etc. P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bêgar".

Bristow, A. Stavenh., 1297 Bristow (altsl. brêstŭ Ulme A) adj. §. 34: "Ulmenort".

Bröbberow, A. Schwan, 1302 Brobrowe, 1344 Brobrowe:?

Broda, A. Dömitz, 1565 Broda (altsl. brodŭ Furt, Fähre) adj. §. 21: "Fährort".

Broda, Kloster, A. Starg., 1170 Bruode, Brude, 1182 Brovod, 1230 Brode, 1273 Brovde, 1368 to deme Brode: dass.

Brohm, Broma, A. Starg., 1338 Brůme, 1406 Brom, 1411 in villa Brume, 1426 Brume, 1475 to Brame (altsl. brama Thür, Thor A) adj. §. 21: "Thorort".

Brokowe (Feldm. Parchim), 1317 Brůkowe, 1343 Brokowe (altsl. brok- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Brok-" (?).

Großer Brückentiner See, bei Brückentin, 1299 stagnum Brenghentin, 1300 Bringheutyn, 1303 Bringenthyn

 
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(altsl. bręg-, bręk-. tönen, schallen P) adj. poss. §. 16: "des Bręgęta".

Brückentin, A. Strelitz, 1572 Brockentin, Brackentin, 1583 Brakentin, 1641 Bröckentin wüstes feldt, Bräckentin, 1718 Brüggentin: dasselbe, "Ort des Bręgęta".

Brüel. Stadt, 1222Bruile, 1271 Brule (altsl. bryla, poln. bryła Scholle A) adj. §. 21: "Schollenort." - Danach benannt:

Brüel, Land, 1266 terra Bruyle, land tho dem Br_le.

Brughowe (bei Wanzka), 1343 Brüghowe (poln. brog Haufen, Getreideschober A) adj. §. 34: "Ort, wo Getreideschober sind" (?).

Brünkendorf, A. Ribnitz, 1270 villa Brunic, 1350 Brunekendorpe (altsl. brun-, brunatĭnŭ braun P) §. 18: "Dorf des Brunik" (oder deutsch von Bruno, Bruneke PN).

Brunow, A. Grabow, 1438 Brunowe (altsl. brun- braun P) adj. poss. §. 15: „Ort des Brun".

Brüsewitz, A. Schwerin, 1220 Bruseuizdhorp, 1313 Bruseuizce, 1345 Bruzeuitze (altsl. brusŭ, serb. brus Fels P) patron. §. 6: "Nachkommen des Brus (Stein)". (Perwolf "Bruševiči".)

Brusow, A. Doberan, 1192 Brusowe, l209 Brusowe, 1232 Brusouue, (altsl. brusŭ; serb. brus Fels, Stein, Wetzstein P) adj. poss. §. 15: "Ort des Brus".

Brustorf, A. Stavenh., 1274 Brusmezdorpe, 1408 Brustörp (altsl. brusŭ, serb. brus Stein A, und altsl. mĭzêti tröpfeln, fließen A) compos.§. 39: "Steinfließ" (?); wenn nicht überhaupt in der ersten urkundlichen Form ein Schreibfehler vorliegt.

Brüz, A. Goldb., 1295 Bruseuisz, 1346 Brussewittz (altsl. brusu, serb. brus Stein P) patron. §. 6: "Nachkommen des Brus".

Groß=Brütz, A. Schwerin, 1497 Groten Bruszeuitze, 1505 Groten Bruse: dasselbe. Vgl. Neu=Brüz, A. Goldberg, bei Brüz, drei Bauergehöfte (s. Brüz).

Langen=Brütz, A. Schwerin, 1335 Bruseuitz in terra Selesen, 1347 Brůzeuisse in deme lande to Tzelesen: dasselbe.

Brützkow, A. Rehna, 1230 Brutsekowe, 1255 Brutzecowe, 1286 Britsekowe, 1312 Brutzecowe (altsl. bruk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bruček".

Bryzelaz villa (in der Gegend von Neukloster) 1235, (altsl. brêza Birke A; lêsŭ Wald, poln. las A) comp. §. 35: "Birkenwald".

 
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<Anfang>

Buch, Küstenstrich W Arenssee bis Wustrow, A. Bukow, 1257 Buch, 1295 Buc, 1305 terra dicta Bugh, 1308 im lande Bugh (altsl. bokŭ Seite A, kroat. drenov bok etc.) "Seite, Küste"? oder deutsch "Bug, Beuge".

Bugelmast (früheres Dorf, jetzt Stadt Neu=Kalen) am Peenebach, 1281 (der zweite Theil der Zusammensetzung ist wohl altsl. mostŭ Brücke).

Bugutiza pons (Neu=Bauhof Dargun) 1173, 1174, 1219 (altsl. bogŭ Gott P; boguta) adj. §. 28: "des Boguta".

Alt=Bukow, A. Bukow, 1192 Buchowe, 1220 Bukow, 1260 Alden-Bukowe, (altsl. buky Buche A) adj. §. 34: "Buchenort". Davon:

Bukow, Land, 1295 landt Bucow.

Neu=Bukow, Stadt, 1260 in nouo opido Bukow, 1270 Noua Buchowe, 1283 Bucoywe. — Vgl. Alt=Bukow.

Bukow, A. Neu=Kalen, 1314 Bucow: dasselbe.

Bukow, See (bei Hohen=Sprenz), 1319 de stagno Bucowe dicto: dasselbe.

Bullow=See, NW Wesenberg, 1301 stagnum, quod dicitur Bulgelowe, v. Buleglove, v. Bulchelowe (altsl. bol-; bolêti schmerzen A: r. boligolov klr. błyhołov Schierling, r. boligolv „conium maculatum", sorbisch boljglowa A, imperativische Zusammensetzung, wörtlich: schmerze Kopf) adj.: "Ort, wo Schierling wächst".

Bülow, A. Rehna, 1230 Bvlowe, 1310 Bulowe (altsl. bul- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bul, Bula". Familie v. Bülow benannt nach diesem Ort: 1260 Bvlowe, Bulowe.

Bülow, A. Kriwitz, 1262 Bulowe: dasselbe.

Bülow, A. Güstrow, 1232 Byliewe (!): dasselbe. Vgl. Bülower Burg, A. Güstrow.

Bülow, A. Stavenh., 1648 Bülow: dasselbe.

Gr.= u. Kl.=Bünstorf, V. Schönberg, 1158 Bvnistorp, 1174 Bvnestorp, 1260 Bunsthorp, 1332 Bůnstorpe (altsl. bun- P) §. 18: "Dorf des Bun" (oder deutsch: Dorf des Bune).

Buristorpe (Strelitzer Feldmark), 1349 (altsl. bur- P burja Sturm) §. 18: "Dorf des Bura".

Burow, A. Lübz, 1288 Burowe, 1304 Burow, Burowe maior (altsl. bur- P; burja Sturm) adj. poss. §. 15: "Ort des Bura".

Büschow, A. Warin, 1320 Buscow, 1332 B_tzekowe (altsl. (buh- P: ruth. buszkowyczi) adj. poss. §. 15: "Ort des Bušek".

 
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<Anfang>

Bussewitz, A. Ribnitz, 1329 Buzeuicze, 1338 Busevitze (altsl. buh- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Buš, Buša". (Vgl. čech. Bušovice.)

Bussenvitze, den (Kriwitzer Feldmark) 1345: dasselbe.

Bütow, A. Wredenh., 1273 Butecowe (altsl. bud- wachen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Budek".

Büttelkow, A. Bukow, (1 NW Kröpelin), 1477 Buttelkouw (altsl. bod- stechen, bodlĭ Stachel P) adj. poss. §. 15: "Ort des Bodlik".

Groß=Bützin, A. Güstrow, 1235 in Teutonico Butzin, 1255 in Teutonico Bitzin, 1314 villa Budcyn Teutonica (altsl. bud- Wachen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Budiša", (poln. Budziesza).

Klein=Bützin, A. Neu=Kalen, 1369 Wendeschen Butzin, 1445 Butzin. minor: dasselbe.

Bützow, Burg und Stadt, 1178 castrum Butisso, 1181 Botissiu v. Botissou, Botissow, 1186 Butessowe, 1189 Butzowe (altsl. bud- P) adj. poss. §. 15: "des Budisa". Danach benannt:

Butzow, Land, 1171 Butissowe, Butissin, 1178 castrum Butisso cum. terra attinenti, 1186 Butessowe. 1189 Butsowe, 1192 terram Butissowe, 1197 Butessowe etc.

C.

C(alin)terowe [das Eingeklammerte ist nicht mehr sicher zu lesen], bei Boizenb., 1230:?

Ceglos (Finkenburg bei Finkenthal, A. Gnoien) 1178 (altsl. cêglŭ einzig P) adj. poss. §. 17: "Ort des Cêglos".

Cemecow (zwei kl. Seen bei Bützow) 1264, (altsl. cêm- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Cêmek".

Cepitzco (Schulenberg und Fahrenhaupt?) 1210 (altsl. cêp-; vgl. nsl. cêp, cêpika Sproß P, Pfahl A; adj. -iskü [wie poln. aus ląka lącko, ebenso aus cêpika cêpicko]) §. 25: "Pfahlort".

Cermermor, palus (bei Gostorf) 1275, 1290.

Cernowe (Röbelsche Feldmark) 1261 (altsl. črŭnŭ, poln. czarny schwarz A u. P)adj. §. 15. 34: "Ort des čern (Schwarz)" oder "schwarzer Ort''.

Cesemowe (bei Karbow, A. Lübz, jetzt Michaelsberg) 1178 Szizzimouwe, 1219 villa Cesemoue (altsl. cêg- allein P) adj poss. §. 15: "Ort des Cêim".

Cessin (Flöte, Wismarsche Feldm.) 1276 Cessyn, 1279 Cessin, 1287 Cessyn, 1292 in insula Cesin (altsl. ceh- [cêg-]? P) adj. poss. §. 16: "Ort des Cêša".

 
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Cetim (bei Schwarz, am Zeten =See), 1257 Cetim, 1263 Scetum, 1274 Cetin, 1282 Zetim, 1288 Cethim (altsl. cet- P: vgl. ON čech. cetov, cetomice etc) adj. poss. §. 17: "Ort des Cetim".

Chotebanz s. Adamsdorf.

Chowale solitudo s. Cowale.

Chemnitz, A. Stavenh., 1170 Caminiz, Kameniza, 1182 Cameniz, 1230 de Kemenisse, 1244 Caminitza (altsl. kamenĭ Stein A) §. 28: "Steinort". Vgl. noch: Kemnyszer beke (Bach von Chemnitz nach Zirzow) 1344.

Cimerstorp, Ksp. Gressow, 1230 (altsl. čĭst- P: vgl. ON čech. ctiměř, poln. s'ciborowice) §. 18: "Dorf des 'Scimêr" [von der Ehre Namen (Ruhm) habend].

Circhowe (bei Scharpzow, A. Stavenh.), 1229 (altsl. cruky Kirche ŭA) adj. §. 34: "Kirchort"?

Circipen und Circipener (zwischen oberer Peene, Nebel, Reknitz und Trebel), 965 Zerezepani, 973 Zirzipani, 975 Zerezpan, 1170 Chircepene, Chirzepene, Chirzepone, Circipene, 1173 Circipen, 1178 Circipene, 1186 Scircipene, 1189 Circipe(r)n, 1197 Cirzipen, 1235 in terra Cirpanie, 1236 Cyrspanie, 1238 Circipanie, 1239 Szyrszopenia, 1240 Cirspanie, 1255 Cyrspania, 1257 Cirspen (altsl. črêsŭ, praep., jenseit; und pêna Peene, eigentl. "Schaum" A) §. 38: "(Land) jenseit der Peene".

Cismerstorpe, Wismarsche Feldm., 1303 Cismerstorpe, 1323 Cismerstorp, 1532 wüst, benometh Teszmerstorpe (altsl. têha Trost P) §. 18: "Dorf des Têšimêr" [vom Troste Namen habend].

Cleste silva (bei Güstrow) s. Kleest.

Clesten, in terra Turne (in der Sandpropstei), 1274, (altsl. klešta Zange, etwa Schlucht? A) adj. §. 30: "Ort an Schluchten". (Wohl = Kleisten, s. d.)

Clestene-Bach (bei Goldb. u. Dobbertin) 1227: dasselbe, "Bach durch Schluchten".

Clevena, bei Vizen, A. Meklenb., 1280 Cleuena [Glosse aus dem 16. Jahrhundert: die Cleuenouwen Houen gebrauchen die Viereggen von Wohkrenthe] (altsl. hlêvŭ Stall A; vgl. ON poln. chlewisk, kroatisch chlevnica) adj. §. 21: "Stallort".

Clippatendorpe (bei Zislow), 1338, (altsl. hlip-; hlipati schluchzen, schlürfen, hlipatelĭnŭ adj. schluchzend P) §. 18: "Dorf des Chlypat".

Clocowe (Parchimsche Feldmark), 1302 (altsl. klok- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Klok-".

 
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Clubuchziz (bei Wagun, A. Dargun), 1178 Clubuchziz, 1216 Clobotzcowe, 1222 Clobutsew, 1266 Clobessowe, 1278 Clobezowe, 1282 Clobezowe (altsl. klobukŭ Hut, Scheffel, demin. klobučĭkŭ, poln. kłobuk Hut, kłobuczek Knospe, Kelch P oder A), patron. §. 6: "Nachkommen des Klobuček", oder adj. poss. §. 15: "Ort des Kl".

Cobandinerhaghen (bei Kuppentin), 1291, 1319 Cobbendinerhagen (altsl. kub- p, oder altsl. kob- Weissagung P) §. 18: "Hagen des Kubęta"; oder "Hagen des Kobbąd". Vgl. Kuppentin.

Coboloe, Coblowe (bei Mirow), 1270 (altsl. kobyla Stute A) adj. §. 34: "Stutenort".

Couenina (auf der Darguner Feldm.), 1178 Couenine, 1239 Couenin, Covnim, 1241 Coulin, 1248 Caunin, 1256 Cowelin, 1257 Coulin, 1261 Caulin (altsl. kov-, kovati hauen, schlagen, adj. kovĭnikŭ aufrührerisch P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kovena, Kovina".

Coueniz, villa (bei Dargun), 1172 (altsl. kov-, kovati schlagen, hauen; adj. kovĭnikŭ aufrührerisch), patron. §. 6: "Nachkommen des Kovena, Kovina".

Cowalc, molendinum (bei Kirch= oder bei Rum=Kogel), 1303 (altsl. kovalĭ Schmied P) demin.§. 9: etwa "Klein=Kowal" im Gegensatz zu "Kowal", s. d.

Cowale, solitudo et villa (SO Gnoien), 1216 Chowale, 1232 Jarisowe vel Chowale, 1238 Cowale, 1248 Jerusowe, Cowale, 1266 villa Geressowe vel Cowale, 1282 Jeresowe, quod alio nomine Cowalz dicitur, (altsl. kovalĭ Schmied A), plur. §. 12. 20: "die Schmiede". Vgl. Geressowe und Kowalz.

Cozowe agger dictus (bei Uelitz), 1292 (altsl. kok- P, čech. kočkov etc.) adj. poss. §. 15: "des Koča". Vgl. noch jetzt Kussower Moor bei Kraak.

Cratele (zwischen Benzin und Kreien), 1300 Koratle, 1346 tho Cratele, im 17. Jahrh. Feldmark Kratel (altsl. hor- P; čech. choratice) adj. §. 14: "Ort des Chorat-".

Crazneierst (bei Biestorf), 1232 (altsl. krasĭnŭ, poln. krasny schön; altsl. jarŭ Frühling, poln. jar Frühling, Sommergetreide A) comp. §. 37: "schönes Getreidefeld".

Crempize, molendinum (bei Redentin), 1344 (altsl. krąpŭ klein, gedrängt, untersetzt P) patron. §. 6: "Nachkommen des Krępa".

Crucen (bei Siggelkow), 1263 villa Crucen, 1264 Crucen, 1270 Crucen, in Parchim ein Thor 1351 crucedor;

 
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Feldm. Kruzen, Krüzen (altsl. krukŭ Rabe) adj. 30: "Rabenort". (?)

Crunswerder (Goldberger Feldmark), 1311 (altsl. krun- P) §. 18: "Werder des Krun" (oder deutsch Krons= [d. h. Kranichs]werder ?).

Cubanz, Land (bei Kröpelin), 1177 Cubanze, 1186 Gobange, 1189 terra Gobantze, 1192 Cubanze, 1197 Gobanze, 1230 Cobanze (altsl. kub- P) plur. §. 11: "die Kubeta"?

Curiuiz in terra Ylowe, 1191 Curiuiz, 1209 Coruiz, 1211 Corouiz (altsl. kur-, kurŭ Hahn P) patron. §. 6: "Nachkommen des Kur".

Cussecowe (Röbelsche Feldmark), 1261 Cusseke, 1273 Cussecowe, 1284 Cussecowe, 1288 Kussecowe, 1305 campus Cuskow; noch jetzt Kuskower Feld (altsl. koh- lieben P, vgl. ON čech. košikov, oder kuh- R) plur. §. 11 und adj. poss. §. 15: "die Košik" (Kušik) und "Ort des Košik" (Kušik).

Cuszin s. Neu=Kloster.

Cuthin, jetzt Quetzin (bei Plau), s. d. Davon benannt:

Cuthin terra (später Land Plan), 1170 Cuthin, v. Cuchin, v. Kütin, v. Cutin, 1219 Cutsin, 1235 in prouincia Cuscyn.

Cyrcowe (bei Hagenow), 1227 (altsl. crŭky Kirche A) adj. §. 34: "Kirchort".

D.

Dabel, A. Sternberg, 1262 Dabele (altsl. dab- R) plur. §. 11: "die Dabola".

Dabelow, A. Strelitz, 1286 Dobelowe, 1337 Dobelowe (altsl. doblĭ stark, edel P) adj. poss. §.15: "Ort des Dob'el". Davon:

Dabelower See (bei Dabelow), 1299 stagnum Dobelouu, 1300, 1305 ebenso.

Groß=Daberkow, A. Starg., 1267 Dobrekouwe, 1279 Dobercowe (altsl. dobrŭ gut P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dobrek".

Klein=Daberkow, A. Starg., 1424 wüste Hufen auf dem Felde zu Kl.-Daberkow, im 16. Jh. Daberkow: dasselbe.

Dadow, A. Grabow, 1384 Dadow (altsl. dad- geben P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dad-"?

Dahlen, A. Strelitz, 1315 Dalym, 1325 Dalem, 1400 Dalen, 1430 in deme dörpe unde uppe der veltmarke to Dalem (altsl. 1. dalŭ gegeben P; [čech. dalata, poln.

 
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dalesz etc.; 2. dal-, adj. dalĭnŭ, dalekŭ entfernt; dalja Weite P, vgl. ON čech. dalov, dalevice, daliměřice) adj. poss. §. 17: "Ort des Dalim".

Dahmen, A. Stavenhagen, 1235 Damene, 1255 Damene (altsl. dam- P; čech. damnov, damenice) plur. §. 11: „die Damen".

Dalekendorf, A. Güstrow, 1290 Dalekendorp (altsl. dal-; adj. dalekŭ, dalinu fern P) §. 18: "Dorf des Dalek".

Dalgolug, palus (bei Dargun), 1219 (altsl. dlŭgŭ, russ. dolgij, westsl. dalg, dolg lang; und poln. lug, Sumpf A) §. 37: "langer Sumpf".

Dalliendorf, A. Schwerin, 1418 Dallyendorpe, 1457 Dalligendorpe, 1497 Dalgendorpe, 1520 Dalliendorpe (altsl. dal- etc) §. 18: "Dorf der Dalin".

Dalmsdorf, A. Mirow, 1246 Arnoldesdhorp, 1257 Dalmestorp, 1314 Dalmersdorp (altsl. dal-; P: vgl. ON čech. daliměřice) §. 18: "Dorf des Dalimêr" [fernberühmt].

Dalwitz, A. Gnoien, 1235 Daleuiz, 1255 parvum Daleuiz, 1257 wendischen Daleuiz (altsl. dal- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Dal".

Groß=Dalwitz, A. Gnoien, 1329 in uilla Dalevitze Maiori: dasselbe. - Vgl. noch: Dalwitzhof (Stadt Rostock).

Dambeck, A. Schwerin, 1230 Dambeke (altsl. dąbŭ Eiche, collect. dąbikŭ A) adj. §. 21: "Eichwaldort".

Dambeck, A. Neustadt (bei Grabow), 1438 Dambeke: dasselbe.

Dambeck, A. Neustadt (bei Penzlin), 1257 Dannenbeke, 1305 Dambeke: dasselbe.

Dambeck, A. Wredenh., 1261 Dambeke: dasselbe.

Damekow, A. Bukow, 1338 Domechowe (altsl. domŭ Haus P) adj. poss. §. 15: "Ort des Domek".

Dämelow, Dö=, A. Meklenburg, 1219 Domelowe, 1235 Dammelov, 1249 Domelowe (altsl. domŭ Haus P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dom'el".

Damerow, zur Stadt Rostock, früher Meierei von Barnstorf, jetzt Exerzirplatz, 1326 Dameraw (altsl. da- geben P) adj. poss. §. 15: "Ort des Damêr" [Gieb Frieden].

Damerow, A. Kriwitz, 1308 Dammerow, Damerow; 1344 Damerow: dasselbe.

Damerow, A. Lübz, 1274 Damerow: dasselbe.

Damerow, A. Malchow, 1309 uilla et insula Damerowe, 1339 Damerowe: dasselbe.

Damerow, A. Stavenh, 1519 Damerow: dasselbe.

 
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Damerouwe (bei Neubrandenburg), 1271: dasselbe. NB. Alle diese D. können auch zu einem andern Stamm (altsl. dąbrava Eichenhain, Hain, poln. dąbrowa A) gehören.

Dametze (in parrochia Hagenowe) 1230 (altsl. dam- P, §. 20: "Eichenhain") adj. poss. §. 17: "Ort des Damek" „Dameč-".

Damm, A. Dargun, 1216 Dambenowe, 1219 Dambenoue, 1244 Damnio, 1253 Damme (altsl. dąbŭ Eiche A) adj. §. 34. 21: "Eichdorf".

Damm, A. Schwan, 1277 in villa Damme: dasselbe.

Damm, zur Stadt Parchim, 1229 Damme: dasselbe.

Dammer See, bei Damm, A. Dargun, 1174 Dambnio stagnum (altsl. dąbŭ Eiche A) adj. §. 21: "Eichen[see]".

Damm=See, N Mirow, 1224 stagnum Dammene: dass.

Dammereez, A. Wittenb., 1194 Domerace, 1230 Domeratse (altsl. domŭ Haus P; vgl. ON poln. domaradz) adj. poss. §. 17: "Ort des Domarad" [zu Hause thätig, munter, flink].

Dammerow, A. Lübz, 1511 Dammerow, s. Damerow.

Damoster (Dorf, unterg. bei Marnitz), 1492 Damoster, 1654 Damoster Holz, Wiesen etc., 1717 wüste Feldm. die Damoster, 1726 auf der wüsten Feldmark Mauster; und: von der hintersten Mauster; plattd. noch jetzt de Mooster (Haidemoor bei Marnitz), aus Damoster, Demoster (ob aus dabŭ - mostŭ - arĭ "Eichenbrück=Anwohner" von dabŭ Eiche, mostŭ Brücke ? dąbimost heißt auch "Baumbrücke").

Damute, s. Domjüch.

Darbein, A. Dargun, 1241 Dargebant, Dargheband, 1248 Dargebant, Dargubant, 1253 Dargebant, 1309 Dargbent, im 17.Jahrh. Darbendt, Darbindt, Darbeynd (altsl. dragŭ theuer, lieb; westsl. darg P) plur. §. 11: "die Dargobąd" [theuren Wesens].

Dargelütz, A. Lübz, 1582 Dargelutz, 1618 Dargelütz (altsl. dragŭ theuer, lieb; westsl. darg P; vgl.ON čech. drahelice) patron. §. 6: "Nachkommen des Dargola, Darg'el".

Dargemezie (A. Warin?), 1186 Dargemezie, 1189 Dargumesle, 1197 Dargumezle (altsl. dragŭ theuer, lieb; westsl. darg P) plur. §. 11: "die Dargomyšl" [theuren Sinnes]; oder adj. poss. §. 17: "Ort des Dargomyšl" [theuren Sinn habend, vgl. den deutschen Namen "Theuerdank"].

 
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Dargetzowe (Wismarsche Feldmark), 1279 Darghetzowe, 1286 Dargitzowe, 1293 Dargezoywe, 1296 Dargizowe, 1297 Dargazowe, 1310 Dargitzow (altsl. dragŭ theuer, lieb; Westsl. darg P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dargač, Dargaš, Dargeš, Dargič".

Dargun, Kloster, 1172 Dargun, Da(r)gum, Dargon, 1173 Dargon, 1174 Dargon, 1178 Dargon, 1186 Dargun, 1189 Dargun; adj. poss. §. 17: "Ort des Dargon, Dargun".

Darnow, die (Gehölz bei Bützow), 1581 (altsl. drŭnŭ; poln. darn' Rasen, Torf A) adj. §. 34: "Rasenort, Torfort".

Darz, A. Lübz, 1274 villa Dertze (altsl. dračĭ Dornstrauch A) adj. §. 21: "Dornort".

Darze, A. Lübz, W Röbel, 1583 Dartze: dasselbe.

Darze, A. Dobbertin (Dertze, Dasse): dasselbe.

Daschow, A. Aübz, 1235 Darsekow (altsl. dragŭ P; dražkov čech.) adj. poss. §. 15: "Ort des Daržik".

Dassow, Flecken, A. Grevesmühlen, 1219 Dartsowe, 1220 Dartchowe, 1230 Dartsowe etc. (altsl. drači „saliunca", wilde Narde, Dornstrauch A) adj. §. 34: "Dornstrauchort". Davon benannt:

Dassow, Land, 1158 Dartsowe, 1163 Darsowe, 1164 Darzowe, Darxsowe, 1174 Dartzowe; 1188 silua Dartzchowe, 1202 usum siluarum in Dartzchowe.

Dassower See, 1336 stagnum Dartzowense, 1342 in stagno Dartzowe.

Datze, Datzebach, bei Neubrandenb., 1552 die Dartze, Dassebek (altsl. dračĭ Dornstrauch, "saliunca" A) adj. §. 21: "Dornen (bach)".

Davermor, jetzt Gottesgabe, A. Schwerin, 1282 villa Davermor, später Davermur, Dauermüre, 1790 Schmett. das Dabelmoor:?

Dechel, der (Brüeler Feldm., ein See), 1340 den Dechel (altsl. dyh-; dyhati athmen ?)?

Dechowe (Dorf bei Dudinghausen) 1397 und öfters, adj. poss. §. 15: "Ort des Dych-"?

Degetow, A. Grevesmühlen, 1230 Degetowe, 1267 Deghetowe (altsl. degŭtĭ, russ. degot' Birkentheer, Harz A) adj. §. 34: "Birkentheerort".

Dellin (See bei Sammit) 1561 (altsl. dêl- theilen, arbeiten P) adj. poss. §. 16: "Ort des Dêla".

 
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Delvenau, Grenzfluß von Meklenburg, bei Lauenburg in die Elbe, 811 per silvam Delvunder usque in fiuvium Delvundam; 1390 das Wasser, so die Delvenau genannt, 1401 de nye graven, de de Delvene geheten is (altsl. dlŭb- tief A, oder delŭvĭ Grube A) also „Delvąda" oder (Perwolf) Delbąda. (Vgl. Delbende castellum trans Albiam bei Einhard z. J. 822, auf der Westseite des limes Saxoniae. = Lauenburg.) — Die beiden Stämme scheinen früh verwechselt zu sein, wie Sadelbandia = Land jenseit der "Delbąda" zeigt.

Demen, Dehmen, A. Güstrow, 1226 Demine, Dymine, 1229 Demene, 1238 Demne (altsl. dem- P; oder dymŭ Rauch A) adj. §. 16: "Ort des Dema" oder "Rauchort".

Demen, A. Kriwitz, 1265 Dorff Demen, 1308 Demine, 1340 im Dorffe Demen: dasselbe.

Demern, V. Stove, 1230 Demere, 1255 in Demeren, 1267 in Demeren (altsl. dêj- That P) plur. §. 11: "die Dêjmêr" [durch Thaten berühmt].

Demzin, A. Stavenh., 1310 Demecyn Thevtonicalis, 1333 Demesyn, 1344 Demecin (altsl. dem- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Demeta, Demeša".

Hohen=Demzin, A. Stavenh., 1648 Hohen Demptzin: dasselbe.

Deperstorf, A. Güstrow, 1301 Dobisdorp (altsl. dob- gut, edel P) §. 18: "Dorf des Dob-".

Depzow (bei Goritz, A. Güstrow), 1302 Depesowe, 1304 Depeszow (altsl. tŭpŭtŭ Geräusch, tŭpŭtati stampfen, poln. depcę, deptac' P) adj. poss. §. 15: "Ort des Depta, Depca". — Vgl. Depzower Damm, ebenda.

Depzower Mühle, A. Güstrow, 1304 Depeszow cum molendino, 1566 eine Mule gelegenn bei dem Dorff Tipsow (!): dasselbe.

Dersenow, A. Wittenb., 1230 Darsenowe, 1320 Dersenow (altsl. drŭg- besitzen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Deržen-".

Dersentin, A. Goldberg, 1558 Dersentin (altsl. drŭg- besitzen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Deržęta".

Dertcele (bei Krümmel), 1374 (altsl. drŭk- P) §. 14: "Ort des Derč-".

(Dertsing), A. Neuhaus (Hannover), 1230 Dirtzinke, 1258 Dertsingen, 1271 Dertsinge, 1261 Dertsigge, 1328 met den Derts(t)ingen, 1492 dat nige husz yn dem Dertzsinge (altst. drači Dornstrauch) "Dornstrauchland"(?).

 
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Deven, A. Stavenh., 1289 Deuen (altsl. dêva Jungfrau P) adj. poss. §. 17: "Ort des Dêven".

Dewitz, A. Stargard, 1361 in Deuitze, 1363 van Dewizz, 1430 to Dewettze, 1616 zu Dewitzen, patron. §. 6: "Nachkommen des, der Dêva".

Diemitz, Kloster=A. Dobbertin in der Sandpropstei, 1274 Dimitz (altsl. dim- R) patron. §. 6: "Nachkommen des Dima".

Dierkow, A. Toitenwinkel, 1320 Derekowe, 1355 Derekow (altsl. dêra, dira Riß P) adj. poss. §. 15: "Ort des Derek" (?).

Diestelow, A. Goldberg, 1311 molendinum iuxta villam Distelowe: ?

Dinnies, A. Sternberg, 1514 Dinnies (altsl. din- P; vgl. serb. PN dinica, dinčo) ? Ob Dinnies (= Dionysius, demin.) deutsch?

Döbbersen, A. Wittenburg, 1194 Doberse, 1226 Doberse, 1230 Dobersche, 1283 Doberschen (altsl. dobru ŭgut P) adj. poss. §. 17: "Ort des Dobraš, Dobrêch". Davon: Döbbersenscher See: 1558 sampt dem schmaltow im Dobberschenn Sehe.

Dobbertin, Kloster, 1227 Dobrotin, Dobertin, 1230 Dobbertyn (altsl. dobrŭ gut P) adj. poss. §. 16: "Ort des Dobrota".

Dobbertiner See: 1237 See Jawir, 1274 stagnum Jawir, 1277 stagnum Jawere, 1286 Jawir, 1297 Jawere, Jager etc (altsl. javorŭ, poln. jawor Ahorn A) adj. §. 21: "Ahorn[See]".

Dobbin, Kloster=A. Dobbertin, (1227 Dobin) 1275 Dobin (altsl. dob- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Doba".

Dobbin, A. Goldberg, 1347 Dobbin: dasselbe.

Alt=Dobbin, Burgstelle im S=Theile des Krakower Sees, bei Dobbin, A. Goldberg: dasselbe.

Dobin (Burg, am Schweriner See), 1171 Dobin, 1191 Dobin, 1211 Dobin, 1275 castrum Dobe: dasselbe.

Doberbach, bei Doberan (altsl. dobrŭ gut A) §. 21.

Alt=Doberan, s. Althof, Altenhof.

Doberan, Neu=Doberan, Kloster, jetzt Stadt, 1192 und 1197 Doberan, 1209 Doberan, 1209 monasterii Dobaranensis, Doberam, 1216 Dobran, 1218 Doberan etc. (altsl. dobrŭ P) adj. poss. §. 17: "Ort des Dobran".

Doberiscecame, lapis (bei Pinnow, W. Stavenh.), 1226 (altsl. dobrŭ P; altsl. kamenĭ, kamy Stein A) comp. §. 37: "Stein des Dobr-".

 
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Dobimerigorca (Kühlungsberg bei Diedrichshagen unweit Kröpelin?) 1177 und oft (altsl. dob- gut, billig P; gora Berg, gorka demin.) §. 35: "kleiner Berg des Dobimêr" [den Namen des Tapfern habend].

Dobimuisle (in oder bei Bruderstorf, A. Dargun), 1178 Dobimuisle, 1216 Dobromuzle, 1219 Dobemoizle, 1238 Dobemuzle, 1282 Dobermoizel (altsl. dob-, dobrŭ P) plur. §. 11 oder adj. pass.§. 17: "die Dobimyšl" [edelgesinnt] resp. "die Dobromysl" [gutgesinnt].

Dobre (bei Neubrandenburg), 1170 (altsl. dobrŭ gut A) adj. §. 21: "das gute (Land, Dorf)".

Dobranten (untergeg. Dorf bei Rehna), im 16. Jahrh. auf dem Felde Dobranten (altsl. dobrŭ gut P) = Dobrantin, adj. poss. §. 16: "Ort des Dobręta, Dobrąta".

Dodow, Bisth. Ratzeburg, 1230 Dadowe, 1236 Dadowe, 1309 Dodowe (altsl. dad- geben P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dad".

Dolge lugi (Grenze des Landes Bützow) 1232 (altsl. dlŭgŭ lang A; poln. ług Sumpf) plur. "lange Sümpfe".

Dolgen, A. Güstrow, 1285 Dolghen, 1295 Dolgar(!), Dolghen (altsl. dlŭgŭ lang A) adj. 30: "langer Ort".

Dolgen, A. Feldberg, 1407 zum Dolgen, 1408 to deme Dolgen: dasselbe.

Dolgen=See, NW Feldberg: dasselbe.

Dolglas, A. Bukow, 1361 Dolgelaz, 1505 Dargelatz (altsl. dlŭgŭ; lêsŭ poln. las) comp. §. 37: "langer Wald".

Dölitz, A. Gnoien, 1253 Doliz, 1261 Doliz, 1314 Døliz (altsl. dolŭ Grube, Thal A) §. 28: "Thälchen, Thalort".

Domagnewa villa (bei Dargun) 1178, (altsl. domŭ P) §. 10: "Besitzer Domagnêva" [vom Hause Muth habend].

Domelow, Damelowe (Sternberger Feldm.), 1309 Damelowe, Dömelovve (altsl. domŭ Haus P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dom'el", s. Dämelow.

Dömitz, Stadt, 1237 Domeliz. u. öfters, 1308 Domenitz, 1319 Domeliz, 1323 Domaliz, Domenis, 1326 Domaliz, 1327 zu Dominitze, 1328 Domaliz, Domenitz, 1328 Doemitze, Dömitze, Domitze, 1330 Domnyzze, 1330 Domenitz, 1334 Domnitz, 1335 Domelitze, 1336 Dömienitz, 1337 Domentz, 1339 Domnitze, 1340 Domenis, 1341 Domenitze (altfl. domŭ Haus P) patron. §. 6: "Nachkommen des Dom'el".

Domjüch=Mühle, A. Strelitz, 1278 Damute? 1349 Domiuche (altsl. domŭ Haus P; vgl. poln. ON Domiechowice) plur. §. 11: "die Damuta" oder "die Domiucha".

 
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Domsühl (Dömsühl), A. Kriwitz, um einen Kranz alter Eichen herumgebaut, 1312 Domptzuel, Dametzule(?) (altsl. dąbŭ Eiche A) compos.?

Dörgelin, A. Dargun, 1178 Dolgolize, 1216 Dalgolin, 1244 Dolgelin, 1266 Dolgolin etc. (altsl. dlŭgŭ lang, westsl. dolg, dalg P) patron. §. 6, adj. poss. §. 16: "die Nachkommen des Dolgola" und "Ort des Dolgola".

Dosse, Fluß, in die Havel gehend, 1274 Dossa, 1337 vnde der Dessen (des- altsl. Erfindung P [s. desimir, poln. niedosa; čech. dosata] oder deutsch?) Davon:

Dosse, Land um die Dosse, 946 provincia Dessen, 949 Dassia, 1150 Desseri Dorseri, 1161 Dassia, 1179 Desseri, 1188 Dassia; plur. §. 29: "die Desar". Vgl. noch Doßkrug, A. Wredenhaqen, Enklave, an der Dosse.

Doytin, in parrochia Camin (A. Wittenb.) 1230 (altsl. dyt- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Dyta, Doyta" ?

Dragun, A. Gadebusch, 1230 Dargun (dragŭ altsl. P) adj. poss. §. 17: "Ort des Dargun".

Groß=Dratow, A. Neustadt, 1284 Teutschen Dratow (altsl. der-; derą, drati schinden P) adj. poss. §. 15: "Ort des Drat-".

Klein=Dratow, A. Neustadt: dasselbe.

Drätz=See, S Karwitz bei Feldberg, 1556 in den Dreszer Sehe, 1564 Drescher See, (altsl. drêt-, drêtiti trösten P) adj. poss. §. 17: "Ort des Drêt-".

Dreetz (früheres Dorf bei Boitin, A. Bützow) 1452, 1471 Feld zu Dreetz, 1581 Holz zu Dreetze. Der Peetfcherhof 1877 Dreetz genannt: dasselbe. Davon:

Dreetzer See, bei Boitin, A. Bützow.

Drefahl, A. Grabow, 1438 Dreual, 1478 Draffuael (altsl. drŭva plur. Holz, Wald; poln. drwa Holz, drwal Holzhacker, Holzhändler A) plur. §. 12. 20: "die Holzhacker".

Drehnkow, A. Marnitz, 1330 Drenecowe, Dronecowe, 1333 Drenckow, im 16. Jahrh. Drenecowe (altsl. drênŭ Hartriegel A; collect. drênikŭ A) adj. §. 21: "Ort am Hartriegelgehölz".

Dreilützow, A. Wittenburg, 1230 Lvzowe (altsl. luk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Luča".

Drenow, die, Land von Rostock bis an die Ostsee, 1326 terra Drenowe, 1372 myt der Drenow, 1426 vppe der Drenowe (altsl. drênŭ „cornus" Hartriegel A) adj. §. 34: "Land, wo Hartriegel wächst".

Drenow, die, aus Pöl bei Seedorf, 1534 up deme lande to Pole de Drenow: dasselbe.

 
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Dresenower Mühle (Drö=), A. Lübz, (bei Plau), 1274 Dreszenow, Drosenow, 1337 Drosenowe, 1704 Feld Drösenow (das Dorf D. ist untergegangen) (altsl. droh- P, vgl. čech. ON drošov kop) adj. poss. §. 15: "Ort des Drošna".

Drevin, Unterförsterei, A. Strelitz, 1572 wuste Feltmarckt Dreffin genandt, 1583 Dreffin (altsl. drêvo Baum, poln. drzewo Holz A) adj. §. 32: "Holzort".

Drewen=See, S Drevin, 1575 Drevin See: dasselbe.

Drewitz, Kloster=A. Malchow, 1325 Drewitze, 1332 stagnum Drewitze (altsl. drêvo Holz, Baum A) adj. §. 28: "Holzort", "Gehölz".

Drewitzer See, jetzt Alt=Schweriner See, 1325 See zu Drewitze, 1332 stagnum Drewitze: dasselbe.

Driculne, Bach (bei Fleth), jetzt Fletherbach, 1241 (altsl. drŭkolŭ Knüttel, drŭkolĭ Holz A) adj. §. 30: "Holz[bach]".

Drispeth, Stifts=A. Schwerin, 1273 Trispet, 1284 Trispete, 1311 Drisspete (altsl. trije, tri drei; sŭp- gießen; supati gießen, schütten A, vgl. ON čech. spy; sorb. raspy) comp. §. 36.(?)

Drögen, A. Strelitz, 1335 Zdroge (poln. zdrój die Quelle A) adj. §. 21: "Quellort".

Drölitz, A. Güstrow, 1567 Drolitz (altsl. drol-? P).

Drönnewitz, A. Wittenburg, 1230Droneviz, 1335 Droneuitze (altsl. dron- P ?) patron. §. 6: "Nachkommen des Dron-".

Drosedow, A. Mirow, 1349 Druse(d)owe, Drusecowe (!) (altsl. drozgŭ, poln. drozd Drossel A) adj. §. 34: "Drosselort".

Drusedow, A. Wredenh., 1353 Drusedowe, 1354 Drusdow: dasselbe.

Drüsewitz, A. Gnoien, 1648 Drusewitz (altsl. drugŭ Genosse P) patron. § 6: "Nachkommen des Druz-".

Drüschow, A. Bukow, (1219 Druszkowe,) 1270 Drussecowe (altsl. drugŭ Genosse P) adj. poss. §. 15: "Ort des Družik".

Duco- fons (Malchiner Feldmark) 1331 (altsl. duk- R) adj. poss. §. 15: "[Quelle] des Duk-".

Duckwitz, A. Gnoien, 1514 Duckehvisse, Duckeuisse (altsl. duk- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Duk-".

Dümm er, A. Walsmühlen bei Wittenb., 1230 Dummere, 1335 Dummere (altsl. domŭ P, čech. domamir, meklenb. dumamir) plur. §. 11: "die Domamêr" [vom Hause Ruhm habend]. Vgl.: Dümmerscher See; Dümmer=Hütte; Dümmer=Stück, ebenda.

 
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Dummerstorf, A. Ribnitz, 1497 Dummerstorp, §. 18: "Dorf des Domamêr" [vom Hause Ruhm habend].

Düpe (Theil der Müritz), 1375 de Dupe, (deutsch = Tiefe, oder von altsl. dupa, dupina Höhle; adj. duplĭ hohl .

Düssin, A. Wittenburg, 1230 Dussin (altsl. duhŭ Athem, Geist; duša Seele P) adj. poss. §. 16: "Ort des, der Duša".

Dütschow, A. Neustadt, 1273 Duzekowe, 1312 Dutzekow (altsl. duk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Duček".

Dutzow, A. Gadebusch, 1230 Dvzowe, 1291 Duzowe (altsl. duk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Duk-, Duč-".

Duznizha, Bach (den Groß=Tessiner und Neuenkirchenschen See verbindend) 1232 (altsl. duhŭ Geist; duša Seele P) §. 28.

Dybowe (untergeg.; in Meklenb.?) 1308 Dybowe v. Dibouw (altsl. dybati schleichen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Dyba".

E.

Groß=Eichsen, Eixen, A. Schwerin, 1194 parrochia Exem, 1200 Ekessen, 1217 Exen, 1230 Exen, 1236 Exen, Perwolf Kcyn' v Kcyni (altsl. kŭk, kŭt-; kŭkŭ Haar, serb. kičica, russ. kika; poln. kcę, kciec' keimen, sprießen, subst. kcenie, ktanie P; vgl. kasz. ON Kczewo, deutsch Exau) adj. poss. §. 17: "Ort des Kca, Kta, Kcen".

Mühlen=Eichsen, =Eixen, A. Schwerin, 1230 in parrochia Exen: ad molendinum, 1283 Molnecsen: dasselbe.

Elde, Fluß: „Wo die Elde-Seen sich zu Stromschnellen verengen, heißt die Elde schon im 13. Jh. bis auf den heutigen Tag Reke: Eldenbrügger Reke oder Wangelin'sche Reke, Göhrensche Reke, Malchower Reke und Lenzer Reke" (altsl. rêka Fluß A). (Der Name Elde [786 ? Elda, 946 Eldia, 1150 Aldia, 1167 Eldena] wohl nicht slavisch. Nach dem Fluß ist der ehemalige Klosterort Eldena benannt.

Emekendorf, A. Ribnitz, 1230 Emkendhorpe, 1210 Chemkenthorp (altsl. jem-, jemati ergreifen; jemĭci Bürge P) §. 18: "Dorf des Jemik". Perwolf erklärt E. als "selo Kamika". (Emeke ist aber auch ein deutscher Vorname).

Emekenhagen, A. Ribnitz, 1310 Emekenhagen: "Hagen des Jemik" oder des Emeke.

 
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F.

Fahrbinde, A. Neustadt, 1333 Verbent, Verben, 1344 Verbende, Varbonden (altsl. vrŭb-, vrŭba, westsl. varba Weide P) plur. §. 11: "die Varbęta, Verbęta".

Fahren, A. Meklenburg, 1330 Varne (altsl. vranŭ Rabe, schwarz, drav. vornó Krähe P) plur. §. 11: "die Raben".

Fahrenhaupt, s. Cepitzko.

Farpen, A. Redentin, 1192 Virpene, 1209 Virpena, 1218 Uirpene, 1308 Verpen, 1431 Verpen (altsl. vrŭp-; vrŭpa, vrŭpsti rauben; poln. warpa etc. P) adj. poss. §. 17: "Ort des Virpen, Verpen, Varpen".

Faulenrost, A. Stavenh., 1275 villa Rostok, 1288 villa Rozstok, 1385 Vůlen Rozstock, 1491 Vulenrosteke, 1494 Vul-Rostke, Vulenrostke, Vor 1700 Faulen-Rost (altsl. rastokŭ Auseinanderfluß, Verbreiterung eines Flusses A): "Ort, wo zwei Gewässer sich trennen oder vereinigen".

Federow, A. Neustadt, 1230 Vederowe, 1331 Vedderowe (altsl. vedro Heiterkeit des Himmels, adj. vedru heiter A) adj. §. 34: "heiterer Ort".

Fienstorf, A. Ribnitz, 1400 Sevinstorp, 1416 Sevynstorp, 1480 Vynstorpe (altsl. zêv- (zêvnąti gähnen), polnisch ziewac' P) §. 18: "Ort des Zêva, Zêvin". Vgl. Sevekow.

Fin (bei Klein=Labenz), 1653 wüst: Fin, 1713 Fidem, Schmettau Femmer Ort (altsl. vid- gesehen P) adj. poss. §. 17: "Ort des Vidim", čech. ON: vidim.

Finkenberg, s. Ceglos.

Finkenthal, s. Vincedargo.

Fischland, Halbinsel vor Ribnitz, 1311 Swanthewustrow (Schwartzwusterow), 1313 Zwantwozstrowe, 1328 Zwantwůstrowe, Zwantwostrow etc. (altsl. svetŭ heilig, stark A; ostrovŭ Insel A) §. 37: "heilige [Halb]insel".

Flatow, A. Feldberg, 1299 Wlotouu, 1305 Vlatouu, 1370 Flatow (altsl. blato, poln. błoto Sumpf A) §. 20: "Sumpf" oder adj. §. 34: "Sumpfort".

Fleeth, Fleth, A. Mirow, 1270 Vilet, Viletz, Vlet, 1301 Vlete, Vlethe (altsl. vil-, vila Zauberin P) adj. poss. §. 17: "Ort des Vil-".

Flessenow, A. Meklenburg, 1241 Vlassenow (altsl. vlaga Feuchtigkeit, viažĭnŭ feucht A) adj. §. 34: "feuchter Ort".

Flöte, s. Cessin.

Groß= und Klein=Flotow, A. Stavenhagen, 1418 Vlotow (altsl. blato, poln. błoto Sumpf) adj. §. 34: "Sumpfort".

 
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Friedrichsruh, A. Kriwitz, 1344 Ghometowe, Burg Gömetow 1385 zerstört, 1464 Gametow, hieß Gömtow bis Mitte des 18. Jh. (altsl. hom-, homątŭ Joch, Kummet, poln. chomąto R; poln. chomętowo) adj. pass.§. 15: "Ort des Chomęta".

G.

Gaarz, zur Stadt Plau, jetzt Hof Gaarz, 1223 villa Gartze, 1545 wuste feltmarcke Gartz, 1562 im wüsten Dorfe Gaarz (altsl. gradŭ Burg A) adj. §. 27: "Burgort", "kleine Burg".

Gaarzer Haide und Gaarzer Wohrde, 1610 die gantze Feldt-Marck der Gartzer Heyde und Gartzer Wohrde. Vgl. Gaarzer See ebenda.

Gaarz, A. Eldena, preuß. Dorf mit metlenburg. Antheil, 1654 Gartze: dasselbe.

Alt=Gaarz, A. Bukow, 1267 Gartz, 1271 Gartz, 1305 im dorppe Gartze, 1310 villa Gortze, 1306 Garzt: dasselbe.

Alt=Gaarz, A. Lübz, b. Waren, 1448 tho Ghartze: dasselbe.

Alt=Gaarz, A. Mirow, 1291 Gartz, 1298 villam Gardiz: dasselbe.

Neu=Gaarz, A. Bukow, 1238 Gartze, 1239 Nyengartz: dasselbe.— Vgl. noch Neu=Gaarz, A. Mirow, Neu=Gaarz, A. Lübz, Gaarzer Hof, A. Bukow, Gaarzer Krug, A. Lübz.

Gädebehn, Gö=, A. Stavesch., 1249 Hinricus de Gotebant (altsl. godŭ Zeit, Stunde, Heiterkeit; godêadj. zur rechten Zeit P) plur. §. 11: "die Godebąd [heiteren Wesens]. Davon:

Gädebehn, Gödebehn, Land, 1249 Gotebant, 1272 Ghotebant, 1303 in terra Ghotebende, 1648 Götebende (nicht zu verwechseln mit Chotibanz um Adamsdorf).

Gädebehn, Gö=, A. Kriwitz, 1568 Gotebende, 1572 Godebense: dasselbe.

Gadebusch, Stadt, 1210 (Godebuz, 1225 Chotebuz, 1230 parrochia Godebvz, später Godebuze, Godebuz, Ghodebuze, Godebutze, Ghodebusse, Godbuz, Gadebuse, Kothebus (altsl. godŭ Zeit, godêadj. zur rechte[Druckfehler: u statt n]u Zeit P) adj. poss. §. 17: "Ort des Godêbud" [früh wach].

Gadebusch, Land, 1154 terra Godebuz, 1168 Godebuzensis prouincia etc., benannt nach dem Burgort gl. N.

Gägelow, A. Meklenb., 1230 Gvgelowe, 1248 Gughulowe, 1263 Gogolowe, 1265 Gogelowe (altsl. gogolĭ Quakente P und A) adj. §. 34: "Entenort".

 
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Gägelow, A. Sternberg, 1270 Goghelow: dasselbe.

Gagezow, A. Redentin, 1321 Gawessow, 1346 Gauetzow (altsl. gvozdĭ, čech. hvozd Wald, Berg) adj. §. 34: „Waldort, Bergort".

Gaillen, schon 1704 wüste Feldmark bei Plau, (altsl. gal- Sorge, Pflege P) adj. poss. §. 16: "Ort des Gala"? (Vgl. altsl. jelenĭ Hirsch A.)

Galenbeck, A. Stavenhagen, 1283 Golenbeke, 1440 Galembecke, Galenbeke, 1466 Galenbeke (altsl. goląbŭi Taube P) plur. §. 11: "die Goląbek".

Galenbeck, A. Stargard, 1277 Golenbeke, 1298 Golembeke: dasselbe.

Gallentin, Stifts=A. Schwerin, 1186, 1189, 1197 Galanze, 1284, 1292 Galentin (altsl. gal- Pflege P) adj. poss. §. 17 und §. 16: "Ort des Galęta".

Gallin, A. Plau, 1192 Glyna, 1209 Glina, 1218 Glina, jetzt gewöhnl. de Glin genannt (altsl. glina Thon, Lehm P) adj. §. 21: "der lehmige Ort".

Gallin, A. Boizenburg, 1230 Galin (altsl. gal- Pflege P) adj. poss. §. 16: "Ort des Gala". (Vgl. Neu=Gallin, gegenüber Gallin an der Boize anderem Ufer).

Gamehl, A. Bukow, 1439 tôme Gammel (altsl. hmêlŭi Hopfen P und A) adj. poss. §. 17: "Ort des Chmêl' ".

Gamm, die, (die muldenförmige Senkung zwischen Brahlstorf und Boizenburg) (altsl. gąba Mund A und P; vgl. Meklenb. Adelsgeschl. 1218 Gamma, 1219 Gamme, 1226 Gambe, 1227 Gamba) plur. §. 11: "die Gąba's". — Den Gamm auf Göhren gehörte der

Gammenwerder: jetzt Werder, Insel im Kölpinsee.

Gammelin, A. Bakendorf bei Hagenow, 1219, 1230 Chemelin, 1335 Ghemelin, Gemelyn (altsl. hmêlĭ Hopfen P und A) adj. poss. §.16: "Ort des Chmêl' " oder "Hopfenort" §.32.

Ganzkow, Ganfchow, A. Güstrow, 1226 Genitsowe, Gentzowe, 1229 Gentzowe, 1230 Genscowe, 1238 Gentsowe, 1343 Gancecow (altfl. gąsi Gans P und A) adj. poss. §. 15: "Ort deS Gęsik, Gąsik".

Ganzkow, A. Stargard, 1415 Gantzkow: dasselbe.

Ganzlin, A. Plau, 1346 Gantzelin: "Ort des Gąs'ela". Flurnamen: 1726 die Turrücken (Ganzlin liegt im Lande Ture), 1726 auf Malla'schen Stücken; auf'n Sablatschen, auf'n Zachelinschen Stücken (Zechlin, früheres Dorf bei Plau) s. bei den betreffenden Buchstaben.?

 
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Ganzow, A. Gadebusch, 1194 Ganzowe, 1349 Gansowe (altsl. gąsĭ Gans P und A) adj. §. 15. 34: "Gänseort", oder "Ort des Gas' ".

Ganzsekendorp (A. Gnoien, unterg. bei Alt=Vorwerk), 1273 Ganzsekendorp, 1339 Ganzekendorp (altsl. gąsĭ P) §. 18: "Dorf der Gąsik".

Garden, Kloster=A. Dobbertin, 1337 Gharden (altsl. gradŭ Burg A) adj. §. 30: "Burgort".

Gardener Mühle bei Garden, 1263 die muhle im dorff Gardene: dasselbe.

Gardene, Bach, in den Gardener See, 1237 bach Gardene, 1274 riuulus Gardene.

Gardene See, Gardener See, 1237 See Gardene, 1274 stagnum Gardene.

Gardesskenthorp (Dreveskirchen, N Wismar) 1229 (altsl. gradŭ Burg P und A) §. 18: "Dorf der Gardišek"

Gardin (Plauer Feldm.), 1223 villa Gardin, 1255 villa Gardin, 1300 Gardin, noch 1591 Gardin (altsl. gradŭ Burg A) adj. §. 32: "Burgort", Ort bei einer Burg etc.

Gardist campi (bei Neu=Kloster), 1271 campos Gardyst (altsl. gradŭ Burg A) §. 26: "Burgort".

Gardow, s. Komthurei.

Garlitz, A. Lübtheen an der Sude, 1550 Gartlizt, 1580 Gartlitz, 1593 Gartelitz (altsl. grotŭ Kelch, Trichter; serbisch grotlo Schlund, "fauces" A) §. 26: "Ort an Schluchten".

Garlitz, A. Wittenburg, in hügeliger Gegend, 1653 Gahrlitze, 1693 Garlitz: dasselbe. (?)

Gartow, s. Görtow=See.

Garwitz, A. Kriwitz, an der Elde, 1361 Garseuitz, 1447, 1477, 1493 Garuitze (altsl. grŭg-, westsl. garg- ?, vgl. meklenb. dominus Gargeviz 1275) patron. §. 6: "Nachkommen des Garž".

Gebekendorpe 1356 (bei Wismar), 1349 Jebendorpe, 1381 Gebbekendorpe, schon im 15. Jahrh. untergeg. (poln. jeb-, jebik "scortator, moechus" P) §. 18: "Dorf der Jebik" (oder deutsch Gebeke = Gebhardine?).

Gedin (Plauer Feldm.), 1255 Gedin, 1292 Gedhin, 1293 Ghedin, 1591 Feldmark Godin (altsl. gŭd- P, gŭd-: god- = hŭt-: hot- Brückner) §. 16: "Ort des Geda, Gda".

Gehmkendorf, A. Neukalen, 1314 Ghemekendorp, 1318 Gemikendorp (altsl. jem-, jemĭci Bürge P) §. 18:

 
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<Anfang>

"Dorf des Jemik" Vgl. noch: Gemekenhagen, Feldm. bei Kargow, A. Stavenh., 1586, 1587. —

Geline, Gelne (bei Malchow ?) 1235 (altsl. jeleĭ Hirsch A) adj. §. 21: "Hirschort"

Gellent (nördlicher Theil des Alt=Schweriner See's) 132 (altsl. jelenĭ Hirsch P) plur. §. 11: "die Jelęta".

Gelsch, wüste Feldm. zwischen Karbow (A. Lübz) und Vietlübbe (A. Plau), (altsl. jel-, jelenĭ Hirsch P) adj. poss. §. 17: "Ort des Jeliš".

Genzkow, A. Stargard, 1298 Genccowe, 1390 Yentze cowe (altsl. gąsĭ Gans P und A) adj. poss. §. 15 "Ort des Gęsik".

Geressowe, solitudo et villa (bei Polchow), 1232 Jarisowe vel Chowale, 1248 Jerusowe, 1266 villa Geressowe ve Cowale, 1282 Jeresowe (altsl. jarŭ herb, streng P) adj. poss. §. 15: "Ort des Jariš".

Gessin, A. Stavenhagen, 1247 Jacin, 1337 Getzin, 1349 Jessyn (altsl. jakŭ stark P: z. B. poln. jak, čech. jačin) adj. poss. §. 16: "Ort des Jak-, Jačin".

Gevezin, Gevzin, A. Strelitz, 1311 Gywirczcin, 1313 Gywetzin, 1408 tho Gywertzin (altsl. gvorŭ, gvorĭcĭ Wasserblase, Strudel A; oder govorŭ Tumult, Lärm P; čech. hovořice) adj. §. 32, 16: "Ort an einem Strudel, See u. s. w." oder "Ort des Govorek".

Gidamer fons (bei Scharpzow), 1229 de fonte, qui slauice Gidamer uocatur (altsl. jed- P) adj. poss. §. 17: "(Born) des Jedamêr."

Gielow, A. Stavenhagen, 1228 Chylowe, 1232 Chilowe, 1240 Chylov, Chilou, 1248 Chilowe, oft, 1315 Gylowe (altsl. hyl-; hyla Schlechtigkeit, pohylŭ krumm P) adj. poss. §. 15: "Ort des Chyl-"(?)

Gievitz, Gr=. u. Kl=., A. Stavenh., 1316 Gywirtze, 1332 Gywertz, Giverz (altsl. gvorŭ, gvorĭcĭ Wasserblase A; oder govorŭ Tumult, Lärm P; vgl. ON čech. hovořice) adj. §. 21. 17: "Ort an einem Strudel, See u. s.w." oder "Ort des Govorek".

Gischow, Stadt Parchim, 1/4 S Lübz, 1304 Gissekow, 1318 Giskowe, (altsl. jeh- P; vgl. ON čech. ješkov) adj. poss. §. 15: "Ort des Ješik".

Groß=Gischow, A. Meklenburg, 1320 Gissecow: dasselbe.

Klein=Gischow, A. Bukow, 1580 Gischouw: dasselbe.

Glaisin, s. Glesin.

 
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Glambeck, A. Bützow, 1178 Glambike, 1186 Glambeke (altsl. gląbokŭ tief A) adj. §. 21: "der tiefe Ort" (See etc).

Glambeck, Kabinets=A. Strelitz, 1366 Glambeke: dasselbe.

Glambecker See, ebenda, wovon der Ort benannt ist: dasselbe.

Glambecker See (Feldm. Mölln, bei Krakow): dasselbe.

Glambeke (Bach, A. Wredenhagen) 1466: dasselbe.

Glambike loug, profunda palus salicum (bei Dargun) 1219 (altsl. gląbokŭ tief A und poln. ług Sumpf A): "tiefer Sumpf".

Glasewitz, Stadt Güstrow, 1445 Glaseuitze (altsl. glasŭ Stimme P) patron. §. 6: "die Nachkommen des Glas". Vgl. noch: Glasewitzer Burg, Stadt Güstrow, Hof.

Glasin, A. Neu=Kloster, 1248 Glasin, 1267 Glazin (altsl. glasŭ Stimme P) adj. poss. §. 16: "Ort des Glasa".

Glasow, A. Dargun, 1216 Glasowe, 1219 Glaso(we) §. 15: "Ort des Glas".

Glasow, A Stavenhagen: dasselbe.

Glave, A. Lübz, am Krakower See, 1445, 1501 Glaue (altsl. glava Kopf, Hügel P und A) plur. §. 11: "die Glava"; oder adj. §. 21: "das Hügelige".

Glave (S Wredenhagen, eingeg.) 1311 Glouen, 1318 Glaue, 1448 to Glaue: dasselbe.

Glesin, Glaisin, A. Eldena, 1282 Glesin, 1291 Glesyn, 1368 Glesine up de Eldene, 1540 Glessyn (altsl. glez-, gleznŭ Knöchel P) adj. poss. §. 16: "Ort des Gleza".

Gletzow, A. Rehna, 1230 Glatsowe, 1310 Gletzowe (altsl. glad-, gladŭ Hunger P, oder gladŭkŭ glatt P) adj. poss. §.15: "Ort des Gladiš".

Glevin (Güstrower Feldm.), 1292 Gleuin, oft (altsl. hlêvŭ Stall, Haus A) adj. §. 32: "Stallort". Vgl. noch: Gleviner Burg, Stadt Güstrow, Gastgehöft.

Glewest (Warensche Feldm.), 1325 des dorpps genompt Glewest (altsl. hlêvŭ Stall, s. poln. chłewisk und chłewyszcze A) §. 25. 26. isko, ište: "Stallort".

Glienke, A. Stargard, 1298 Glineke, 1436 van deme Glynecke (altsl. glina Thon, Lehm A) §. 22: "Lehmort".

Glineke, Hof, wo jetzt Neustrelitz steht, 1349: dasselbe.

Glinh stagnum (bei Röbel) 1261 (altsl. glina Lehm A) adj. §. 21: "das Lehmige".

Glin (Güstrower Feldm.) 1346: dasselbe.

 
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Globen (bei Grüssow) 1255 Groben, 1697 Globahn (altsl. globa Strafen, Geldstrafe, globĭnikŭ der die Strafen einzieht P) adj. poss. §. 17: "Ort des Globan"(?).

Globetzow, Feldmark, (A. Strelitz, bei Menow, NW Fürstenberg), 1418 Globetzow, 1419 Globetzow, 1457 Dorfstäten Menow, Globtzow: "Ort des Globec", s. auch Clubuchziz. Vgl. Globsow in der Prov. Brandenburg.

Glocksin, Klocksin, A. Stargard, 1337 Cloxim, 16. Jahrh. Kloxin (altsl. klok- P) adj. pass.§. 17: "Ort des Klok-", Kloksim, s. Klocksin.

Gloueke (untergeg. bei Mestlin) 14. Jahrh. (altsl. glava Haupt P, oder Hügel A): plur. §. 11 oder §. 21. 22 adj.: "Ort des Glavek", oder Hügelort".

Gnemern, A. Bukow, Pren de „Gnemere" 1320, 1327 Gotscalcus de Gnemere (altsl. gnêvŭ Zorn, Grimm P, z. B. poln. gniewomir) plur. §. 11: "die Gnevomêr" [Muth= berühmt].

Gnesdiz in terra Ylowe, 1171 Gnesdiz, 1191 Gnesdiz, 1211 Gnesdiz (altsl. gnêzdo Nest, Lager A) §. 27: "Lagerort", "kleines Lager".

Gneutine (zwischen Wolkow und Beestland), 1178 Gneutine, 1248 Gnewotin (altsl. gnêvŭ Zorn, Grimm P) adj. poss. §. 16: "Ort des Gnêvota".

Gneve, A. Wredenhagen, 1261 Gnewe, plur. §. 11: "die Gnêv"

Gneven, A. Kriwitz, 1246 Gnewen, adj. §. 17: "Ort des Gneven".

Gnevstorf, A. Lübz, (altsl. gnêvŭ P) §. 18: "Dorf des Gnêv".

Gnewitz, A. Ribnitz, 1297 Gneviz (altsl. gnêvŭ P) patron. §. 6: "Nachkommen des Gnêv".

Gnewitz, A. Strelitz, 1285 Gnewetitz, 1337 Gnewize (altsl. gnevu Zorn, Grimm P) patron. §. 6: "Nachkommen des Gnêvota, Gnêv". Im Staats=Kalender "Gnewitzer Krug", resp. "Gnewitzer Theer=Ofen" genannt.

Gnoien, Stadt, 1257 Gnogen, 1273 Gnogen, 1275 Gnogen, später Gnogen, Gnoygen, Gnoyen, Gnoge (altsl. gnoj Mist A) adj. §. 30: "Mistort". Davon:

Gnoien, Land, 1258 im lande Gnoigen, 1276 in dominio Gnoyen, 1288 terra Gnogen.

Goddin, A. Ivenack, 1280 Godin, 1283 Godyn, 1300 Chodyn (altsl. god-, godŭ rechte Zeit, Heiterkeit; godê, adj., rechtzeitig P) adj. poss. §. 16: "Ort des Goda".

 
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Goddin, A. Schwerin, bei Gadebusch, 1194 Godin, 1307 Govdeyn, 1381 Godin, 1520 Gottyn, 1552 Goddin, 1558 Goddin: dasselbe.

Godekendorff (Feldmark Mamerow), 1336 Godekendorff, Godekendorp, Godickendorpe etc. (altsl. god- P) §. 18: "Dorf der [plur.] Godik", oder deutsch: Dorf des Gödeke (demin. von Godfrid etc.).

Groß= und Klein=Godems, A. Neustadt, 1291 villa Wodamiz, item aha villa eiusdem nominis Wodamiz, 1312 maior Wodemesse (altsl. voda Wasser A; mĭz-, mĭzêti tropfen A) compos.§. 35 etwa: "Wasserlauf".

Godendorf, Gudendorf, A. Strelitz, früher Minnow, 1583 Schultzengerichte zu Minnow, to disser tidt Godendorff geheten (altsl. mĭn- Gedanke P) adj. §. 15: "Ort des Mĭn-, Mĭna".

Goderac (bei Kessin), 1171 uilla sancti Godehardi, que prius Goderac, Goderak, Goderach dicebatur; 1178 u. s. Godeardi, q. p. Goderach d., 1189 H. capellanus de Goderac, 1191 Goderac in Kizin, 1211 Goderack. Vgl. Arnold (l 195): pro Genedracto (Gudracco, Guddracco, Gutdraco, Guddracco, Guddracto [Gridracco]), Godehardum episcopum venerari constituit, in der Knytlinga Saga heißt der Fluß Warnow: Gudagersaa, Gudakrsa, bei Saxo Gramm. ad Gudacram amnem (altsl. godŭ ώρα, hora; χαιρός tempus, adj. godê zur rechten Zeit, und altsl. rokŭ προδεσμiα, praestitutum tempus, terminus, numerus). Das Compos. [s. §. 4] ist also gebildet wie PN godêbud, ON godêbudz' poln. und Godêrok [vgl. Radegast statt Radogost] ist wohl, wie schon Hanka (Jahrb. VI., A. 72) meinte, "der Zeitengott" oder "Jahresgott" der Westslaven. Der Ort ist so wie der Gott benannt (keine adj. Form, welche Goderač lauten würde): Besitzer Godêrok".

Godow, A. Neustadt, 1289 Ghodowe, Godowe (altsl. god- rechte Zeit u. s. w. P) adj. poss. §. 15: "Ort des Goda".

Godow, A. Ribnitz, bei Rostock, erst 1609 Godow, 1649 Godow: dasselbe.

Göhlen, A. Grabow, 1526 Gholenn, 1545 Gholen (altsl. golŭ kahl, nackt P und A) adj. §. 30: "der kahle Ort".

Göhren, zur Stadt Schwerin, 1282 Gorne (altsl. gora Berg A) adj. §. 21: "das Bergige, der Bergort".

Göhren, A. Kriwitz, 1492 Gorne: dasselbe.

Göhren, A. Grabow (bei Dömitz), 1308 Gorne: dasselbe.

 
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Göhren, A. Plau, d. Malchow, 1296 Gorne, 1340 Gurnhe, Gornhe, Goren: dasselbe.

Göhren, A. Stargard, 1457 Görne: dasselbe.

Golanzine (bei Pannekow) 1219 (altsl. golŭ kahl, nackt P) adj. poss. §. 16: "Ort des Golęa".

Golchen, A. Meklenburg, 1219 Colche, Cholche, 1235 Kolche (altsl. klŭka Hüfte, poples P) plur. §. 11: die Kolk".

Goldberg, Stadt, 1227 Golss, 1231 Goltz, 1234 Gultce, 1248 Goltberch etc. (altsl. golŭ kahl, nackt P) adj. poss. §. 17; oder plur. §. 11: „Ort des Golek, Golec" oder "die Golec".

Goldebee, A. Bukow, 1321 parrochia Goldebu, 1342 Choldeb_ (altsl. glŭdŭ, westsl. gold- P, mit dem seltenen Suffix -ba, z. B. russ. zloba, s. radoba, s. karĭba) adj. poss. §. 17: "Ort des Goldoba".

Goldenbaum, A. Strelitz, 1398 Goldenbow, 1393 Goldenbowe (altsl. goląbĭ. Taube P und A) adj. poss. §. 15 oder 34: "Ort des Golab" oder "Taubenort" (oder deutsch?) (Bei den beiden letzten ON scheint eine Vermengung mit einem deutscheu PN Goldenbow, Goldenboge vorzuliegen.)

Goldenbow, A. Kriwitz, 1344 Goldenbowe: dasselbe.

Goldenbow, A. Wittenburg, 1230 Golenbowe: dasselbe.

Goldenitz, A. Schwan, 1285 Goldeniz, 1292 Goldenitz, 1316 Gholdeniz (altsl. glŭdŭ, westsl. gold- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Goldon" (vgl. 1174, 1219 Zapacha et frater eius Goldon, Slaven).

Goldenitz, A. Wittenburg, 1230 Goldeniz, 1313 Goldenisse, 1326 Gholdenitze, 1326 thů Gholdenisze: dass.

Göldenitz, A. Ribnitz bei Rostock, 1332 villa Goldeniz, 1379 villa Goldenisse in. terra Rozstok sita: dasselbe.

Gölekenborg, eine Untiefe im Plauer See, 1295 Goldekenberghe, Sunnenberge, 1483 Goldekenberghe (altsl. glŭdŭ s. Goldenitz) §. 18: "Berg der [plur.] Goldik".

Göllin, A. Bützow, 1 NO Warin, 1186 Colenin, 1189 Cole[nin], 1197 Celenin, 1260 Goldine (altsl. kolvollenden P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kołyna, Kolina". (?)

Golm, A. Stargard, S Friedland im Wiesengrunde, an einem Bache, 1308 Golme, 1322 Golme, 1336 Golmhe, van dem Golme (altsl. hlŭmŭ Hügel, slovenisch holm etc. A) adj. §. 21: "der Hügelort".

 
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Golwitz, A. Pöl, 1225 Goluesse, 1314 Goluitze, 1316 Ostergoleuitze, 1321 Ostergholeuitze et Westergholeuitze (in Kaltenhof auf Pöl) (altsl. golŭ kahl, nackt A) §. 28 -ica: "kahler Ort".

Golwitz, Bucht, Binnensee S Pöl, 1345 Portus Gholuitze, 15. Jahrh. de heringtøge in Goluisse, 1566 die Golluitz, herzogl. Hafen: dasselbe.

Gömtow, s. Friedrichsruh.

Gor (zwischen Zierker und Useriner See) 1346 (altsl. gor- Brand, gorêti brennen P oder gora Berg A) adj. poss. §. 17 oder §. 21: "Ort des Gor" oder "Bergort". — Vgl. noch Gurer Beke (bei Gor) 1569.

Görgelin (untergeg. bei Retzow, bei Plau), 1448 velt Gorghelin, 1531 dat felt zu Gorgelin buwen de Retzower (altsl. grŭg-; adj. grŭgutivŭ stammelnd P) adj. poss. §. 16: "Ort des Gorgola (Stammler)".

Goritz, A. Ribnitz, 1262 Ghorez (altsl. gora Berg A) §. 27 oder 28: "Bergort", "Berglein".

Gorlosen, A. Grabow, 1317 Gorlose, 1334 Gurlose, 1506 Gorloess, 1551 Gorlosen, 1561 Gorlosii (gen. loci.?). (Bei der Ableitung von altsl. gora und lêsŭ, poln. las = "Bergwaldort", macht das o Schwierigkeiten; man würde Gorlase erwarten).

Groß=Görnow, A. Sternberg, 1287 Gornowe, 1306 Gornowe Maior (altsl. gora Berg, adj. gorĭnŭ A) adj. §. 34: "Bergort", "das Bergige".

Klein=Görnow, A. Sternberg, 1287 Gornowe: dasselbe.

Gorow, A. Bukow, 1340 Gorow (altsl. gora Berg A) adj. §. 34: "Bergort".

Görries, A. Schwerin, 1445 Goritze yn vnsse vogedye to Zwerin belegenn, im 16. Jahrh. Gorries (altsl. gora Berg A) §. 28: "Bergort", "Berglein".

Gorschendorf, A. Neu=Kalen, 1314 Gurazendorpe (altsl. gor- Brand, gorêti brennen P; vgl. ON poln. goraczyn; §. 18: "Dorf der Gorač" (vgl. altsl. gorazdŭ klug P).

Görslow, A. Schwerin, 1337 Gorzslav (s. Gor) adj. poss. §. 17: "Ort des Gorislav" [der vom Brennen Ruhm hat].

Gößlow, A. Schwerin, bei Hagenow, 1230 Gorezlawe: dasselbe.

Görtow, einer der Havelseen, bei Blankenförde, 1358 Gartow:?

Göthen, A. Kriwitz, 1477 tor Ch_ten (altsl. hotĭ Verlangen, Sucht) adj. poss. §. 17: "Ort des Chotan".

Gottesgabe, A. Schwerin, s. Davermor.

 
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Gotthun, Gottun, A. Wredenhagen, 1649 Gottun (altsl. hotĭ P) §. 17: "Ort des Chotun".

Gottun (Dambeck bei Penzlin), 1257 Cuthune, Chutune: dasselbe.

Gottin, A. Güstrow, 1464 Chutun, 1479 tho Gottin, 1519 de woeste veltmarcke die Gottûne genomet: dasselbe.

Graal, A. Ribnitz, 1649 fürstlicher Meierhof Grael (altsl. gral- P) adj. poss. §. 17: "Ort des Gral". (Vgl. Gralow.)

Grabene stagnum (Grenzmark v. Stavenh.) 1282 (altsl. grabŭ Hagebuche, Weißbuche A) adj. §. 21: "Hainbuchen=(See)".

Grabenitz, A. Wredenhagen, 1333 Grabenisze, 1344 Grabenitze (altsl. grabŭ Hainbuche A) §. 28: "Hainbuchenort".

Grabow, Stadt, 1186 Grabowe, 1189 Grabow (altsl. grabu Hainbuche A) adj. §. 34: "Hainbuchenort". — Von der Burg benannt:

Grabow, Land, 1262 terra Grabowe, 1298 territorium Grabow.

Grabow, A. Wredenhagen, 1344 Grabow: dasselbe.

Groß=Grabow, A. Güstrow, 1445 Grabow major: dasselbe.

Klein=Grabow, A. Güstrow, 1445 Grabow minor: dasselbe.

Hof Grabow, A. Lübz, A. Goldberg, O Kriwitz, 1306 Grabow: dasselbe. Dazu gehört: Neu=Grabow, Amt Goldberg, N Parchim.

Grabow=Höfe,A. Neustadt, 1 1/4 NW Waren, 1338 Grabow: dasselbe.

Wendeschen Grabouwe (eingeg., A. Grabow) 1448: dasselbe.

Gralow, A. Meklenburg, W Bützow, 1264 Gralow, 1350 Gralowe (altsl. gral- P) adj. §. 15: "Ort des Gral". (Vgl. Graal.)

Grambowe (Parchimsche Feldm.), 1310 (altsl. grąbŭ Bauer, plebejus, dumm, bäuerisch P) adj. poss. §. 15: "Ort des Grąba".

Grambow, A. Gadebusch, 1256 Grambowe: dasselbe.

Grambow, A. Lübz, bei Goldberg, 1295 Grambow: dasselbe.

Grambow, A. Schwerin, 1357 Slauica Grambowe: dasselbe.

Grambzow, Gramzow, A. Güstrow bei Teterow, 1317 Gramsowe (altsl. grąbŭ Bauer, plebejus P, vgl. ON poln. grębiszew) adj. poss. §. 15: "Ort des Grąbiš".

Gramelow, A. Feldberg, 1404 Gramlow, 1422 Gramelow (altsl. grabŭ P; vgl. ON poln. grzębałów) adj. poss. §. 15: "Ort des Grąbala", s. Gramkow; vgl. altsl. gramŭ Hause, Haus P, darnach: "Ort des Gram'el".

 
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Gramkow, A. Grevesmühlen NW Wismar, 1404 Gramekowe (altsl. gromŭ, serb. gromoran sehr groß, gromula Riese, altsl. gromada, gramada Haufe; vgl. altsl. gromŭ Donner, poln. grom oder altsl. gramŭ Haufe, Haus P) adj. poss. §. 15: "Ort des Gramek".

Grammertin, A. Strelitz, 1310 Gramertin, 1383 Grammertin (altsl. gromŭ sehr groß, gramŭ Haufe P) adj. poss. §. 16: „Ort des Gramorta".

Grammow, A. Gnoien, 1337 Grambowe, 1361 Grambowe in terra Gnogen (altsl. grąbŭ P) adj. poss. §. 15: "Ort des Grąba".

Gramnitz, Dorf und Meierei, A. Toddin und Wittenburg, 1230 Grabeniz, 1348 dörp Gravenitz (altsl. grabŭ Hainbuche A) §. 28: "Hainbuchenort".

Gramstorfer Feldmark, Stadt Tessin, 1404 Gramstorpe (altsl. gramŭ Haus) deutsch?

Gramzow, A. Fürstenberg, 1427 Grantzow, 1516 Grampzow (altsl. gran-, granica Grenze A) adj. §. 34: "Grenzort" (oder von grąbŭ: "Ort des Grąbiš"? VgL Granzow, A. Mirow).

Granzien, A MirOW, 1256 Grancin, 1339 Grancyn (altsl. gran-, granica Grenze A) adj. §. 32: "Grenzort".

Granziener See bei Granzien, einer der Havelseen, 1358 Parpar (altsl. praprotŭ Farnkraut, westsl. parport A) adj. §. 21: "Farnkraut=(See)"

Granzin, A. Lübz, 1235 Grantzin: "Grenzort".

Granzin, A. Neustadt, 1345 Grantzin: "Grenzort".

(Alt=) Granzin, A. Toddin NW Hagenow, 1230 Grancin, 1305 Olden Grantzyn: "Grenzort".

Granzin, A. Boizenburg, 1230 Grancin, 1335 Grantzin: "Grenzort".

Granzow, A. Gnoien, 1216 Gransyn (!), 1235 Granzowe, 1255 Grantzowo (altsl. granica Grenze A) adj. §. 34: "Grenzort".

Granzow, A. Mirow, 1270 Gramsow, 1301 Granzowe, Gransow (altsl. grąbŭ dumm P) adj. poss. §. 15: "Ort des Grąbis".

Grapentin (Plauer Feldmark, W), 1255, 1292, 1293 etc. Grapentin, 1730 der Grapentin, Stück Feld (altsl. grap- P; vgl. grab- rauben P, čech. hrabačov, poln. grabiszew) adj. poss. §. 16: "Ort des Grapęta".

Grebbin, A. Lübz, 1265 Grabbyn, 1286 Grabbin (altsl. grabŭ Hainbuche A oder grab- rauben P) adj. §. 32. 16: "Hainbuchenort" oder "Ort des Graba".

 
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Grebs, Grebz, A. Eldena, 1285 Grepesce, 1322 Grepesze, 1323 Grebitz, 1326 Grebytz, 1540 Grebetze, 1556 Grepse (altsl. greb-, grobenĭ Fels, Kamm, Felsenkamm A) §. 28: "Felsenort", "Kammort", "kleiner Fels" (gehört zum Wanzeberg).

Greese, A. Meklenburg, 1305 Goretze 1310 Ghoretze, 1320 Gortse, 1324 Ghoredze, 1167 to deme Gretze, 1620 auff Gresen (altsl. gora Berg A) dem.: "Bergleinort, Hügelort". Vgl. noch: Greeser Hals, von Wiesen begrenzter Rücken, zu Greese gehörend.

Gremmelin, A. Güstrow, 1515 nach deme Gremmelyn (altsl. grim- P, vgl. ON polnisch grzymały, kaszubisch Grzimała etc.) adj. poss. §. 16: "Ort des Grymala".

Groß=Grenz, A. Schwan, 1278 villa, que Grenzce dicitur, 1286 Grenze (altsl. gręda freier Platz, Tenne A) gleichsam grędica §. 28 ?: „Tennenort" "Ort mit freiem Platze" (?).

Klein=Grenz, A. Schwan, 1233 Paruum Grenzce, 1285 Paruum Grenze: dasselbe.

Grenz, die, Bach in die Warnow, 1344 Grentze rivus.

Greschendorf, A. Grevesm., 1402 Gressekendorpe, 1421 Greskendorpe, 1519 Greskendorpe (altsl. grêhŭ Fehler; adj. grêsĭnŭ irrend) §. 18: "Dorf der Grêšek".

Gresse, A. Boizenburg, 1297 Gresse (altsl. grêhŭ Fehler P) adj. poss. §. 17: "Ort des Grêh-".

Gressow, A. Grevesmühlen, 1158 Gressowe, 1171 Grisowe, 1174 Gressowe, 1217 Gressow (altsl. grêhŭ P) §. 15: "Ort des Grês-" ?.

Greven, A. Boizenb., 1396 Wendische Greben, 1423 Greben, 1429 Greben (altsl. greb-, grobenĭ Fels, Kamm A) adj. §. 21: "Felsort".

Greven, A. Lübz, 1324 Greben, 1328 Greben: dasselbe.

Grevesmühlen, Stadt, 1230 Gnewesmulne, 1237 Gnewismulne, 1260 Gnewesmolen, 1262 Gnewesmolne (altsl. gnêvŭ Grimm, Zorn P; mlynŭ Mühle, poln. młyn, westsl. moin- A) compos.§. 18: "Mühle des Gnêv, Gneviš".

Grieben, Vogtei Schönberg, 1237, 1313 Gribene, 1341 Gryben (altsl. gribŭ Schwamm, Pilz, russ. grib- A) adj. §. 21: "Pilzort".

Griebow, A. Grabow, 1369 Grybow, 1530 Gribow, adj. §. 34: "Pilzort".

Griebnitz, vulgo Grimnitz, A. Schwan, 1551 Griebnitz (altsl. gibŭ Schwamm, Pilz A) §. 28: "Pilzort".

Grieve, A. Gnoien, 1587 Grieve:?

 
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Grischow, A. Ivenack, 1256 Grossow, 1280 Grissekowe, 1283 Greskowe, 1300 Grissow, 1301 Grissekow, 1304 Griscow (altsl. groza Schauder, Schreck P oder grêhŭ Fehler P) adj. poss. §. 15: "Ort des Groza, Grozek", oder "des Grêšek".

Grittel, A. Eldena, 1290 Critle, 1305 Gritele, 1308 Gritle, 1540 Grittell (altsl. grotŭ Kelch, nsl. grot Mühl=Trichter, serb. grotlo Schlund A) adj. §. 21: "Ort, wo Schlünde sind" ?

Gröningsmühle, zur Stadt Wismar, 1294 molendinum in Karowe, 1299 molendinum Karowe (altsl. kar-, kara strafen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kara".

Groswin provincia (am südl. Peene=Ufer), 914 Brotwin (!), 1150 Grozwin, 1150 Groziom, 1178 Grozwin (altsl. groza Schauder, Schreck, adj. grozavŭ schrecklich P) adj. poss. §. 16: "Ort des Grozava".

Grube, A. Stavenhagen, 1274 Grobe in terra Malechin, 1648 Grobe (altsl. grobŭ Graben, Grab A) adj. §. 21: "Gräberort".

Grünow, A. Feldberg, 1337 Grunowe, 1342 Gronowe (altsl. gron- P) adj. poss. §. 34: "Ort des Gron, Grona".

Grüssow, A. Lübz, 1/2 S Malchow, 1255 Grussow, 1294 Grussowe, 1314 Grussow, 1320 Grussowe, 1325 Grussouwe, Grussowe, 1331 Grossow, 1338 Grussow (altsl. gruša Birnbaum A) adj. §. 34: "Birnbaumort".

Hohen=Gubkow, A. Ribnitz, 1347 Hoghen Gubecowe (altsl. gub- gubiti vernichten, guba Verderben P) adj. poss. §. 15: "Ort des Gubik§".

Gudow, A. Lübtheen, fehlt noch in den K.=Visitat.=Protok. von 1593 und 1703. Es ist wohl zu Godow zu stellen.

Gugolnosci in terra Ylowe, 1171, 1191, 1211; 1209 Gugulnoci (altsl. gogolĭ Quakente, nosŭ Nase, Schnabel P) plur. §. 11: "die Gogolnos" [Entenschnabel].

Gülitz, A. Neu=Kalen, 3/4 N Malchin, 1314 Julist, 1365 tu Gulitz (altsl. golŭ A) §. 26: "Kahlfeld".

Gülze, A. Boizenb., 1/2 O Boizenb., 1281 Guliz, 1328 Ghůlezce, 1333 Ghuvlisse, 1348 Gulitze (altsl. golŭ kahl A) §.28: "Kahlort". Vgl. noch Neu=Gülze, A. Boizenburg, 3/4 O Boizenb.

Guelzeke, Feld bei Glave unweit Krakow, a. 1389 (altsl. golŭ kahl A, golica kahler Ort, daraus demin. golicek, golček) "kleiner kahler Ort". Vgl. noch in der Nähe: der Große Gülzer See.

Gülzow, A. Stavenhagen, 1/2 W Stav., 1226 Golisowe,

 
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1235 cum adjacente solitudine Golisowe^ Gholisowe, 1218 Golessowe etc. (altsl. golŭ kahl P) adj. poss. §. 15: "Ort des Goliš, Goleš" (poln. Gołysz).

GüIzow, A. Kriwitz 1/4 SO Bützow, 1333 Gultzowe, 1334 Gultzowe, 1334 Ghultzowe (altsl. golu ŭkahl P) adj.poss. §. 15: "Ort des Golec" (poln. Golec).

Gummowe campus (Wismarsche Feldmark), 1323 supra Gummowe, 1324 super Gummowe, 1328 super campo Gummowe, 1393 apud Gummowen (altsl. gom- Lärm P; hom-; vgl. poln. chomik Hamster) adj. poss. §. 15: "Ort des Goma"?

Guolenzke lugi (Moor bei Göllin, A. Bützow) 1232 wörtl. "Göllinsche Sümpfe".

Guritz, A. Grabow 2 SW Grabow, 1545 in der Guritzen (von altsl. gora Berg).

Gusni (bei Pernik?), 1219 villas Marutin, Gusni cum lacu adjacente Marvtin et Gusni (poln. guz Beule, Knirps P) ? (Vgl. Güsen im Magdeburgischen, NO Burg, Ghusene 1314. Von Brückner nicht erklärt.)

Gustävel, A. Kriwitz, 1 SW Brüel, 13 . . Guzsteuele, 1399, 1428, 1438 Gusteuele (altsl. gostĭ Gast P) adi.§. 14: "Ort des Gostiv".

Gusteke stagnum (Jäten=See?), Besitz der Komturei Mirow, 1296, 1301 Gusteke, Custeke (altsl. gostĭ Gast P) plur. §. 11: "die Gostek".

Gustislave (bei Gülzow, A. Stavenh.) 1226, adj. pass. oder plur. §. 17. 11: "Ort des Gostislav" oder "die G".

Güstow, A. Gadebusch 1/4 N Gadeb, 1230 Gvstecowe, 1335 Gůstekowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Gostek".

Güstow, A. Redentin 1 1/2 W Neu=BukoW, 1271 Gustekowe, 1337 Gustekowe: dasselbe.

Güstrow, Stadt, 1227 Guztrowe, 1228 Guzstrowe, 1232 Guozstrowe, Gutztrowe, 1233 Guzt(r)owe etc. (altsl. gušterŭ Eidechse A) adj. §. 34: "Eidechsenort". (Miklosich führt G. unter ostrovŭ "Insel" an, s. Wustrow, wie Boguchwal (1250): Ostrow ab insula deutet. Aber gu- für wu- ist westsl. ohne Parallele.)

Guthkepolle (Grenzbestimmung vom Kloster Dargun): 1174 donec ueniant contra Guthkepolle, ubi de amne („Rokeniz") exeunt ad aquilonem in quandam uiam in mirica, que ipsam Guhtkepole circuit, vnde et in sclauico dicitur pant wo Guthkepole (= Paradiesberg zu Lenenhof bei Dargun), 1219 donec ueniatur contra Gothkepole . . . exitur ad . . . ipsam Gothkepole

 
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. . . unde in slauico dicitur pant wo Gothkepole (altsl. hotĭ P; polje Feld A) adj. poss. §. 21. 37: "Feld des Chotek"; ferner altsl. pąti Weg; altsl. o, praep., westsl. wo um, herum: "Weg um Chotek's Feld = via, quae circuit Guthkepole".

Gutow, A. Grevesm. 1 NW Grev., 1230 Gvttowe, 1339 Ghutowe (altsl. hotĭ P) adj. poss. §. 15: "Ort des Chot".

Gutow, A. Güstrow 3/4 SW Güstr., 1226 Gutouwe, Gutowe: dasselbe.

Gutow'scher See bei Güstrow, 1296 Gutowe stagnum, 1307 stagnum ville Guthowe:ů "des Chot" [See].

Gützkow, A. Stavenh. 2 O Stavenh., 1283 Gustekowe, 1300 Gustekow (altsl. gostĭ Gast P) adj. pass.§. 15: "Ort des Gostek".

H.

Hilgendorf, A. Grevesm. 1/2 O Grev., 1219 Minnowe, 1230 Minnowe, 1267 Minnowe, Minnov (altsl. mĭn- Gedanke P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mĭn, Mina".

Hohenfelde, A. Doberan 1 O Kröpelin, 1177 Putecha, 1192 Putekowe, 1209 Putechowe u. oft, 1273 Puthecowe (altsl. têha Trost R) sing. §. 10, u. adj. poss. §. 15: "Besitzer Potêcha", u. später "Ort des Potêcha".

Hohenkirchen, A. Grevesm., 1 1/4 NO Grev., 1158 in Brezen . . . Maliante, 1171 Maliante, 1174 Maliante, 1222 Mirisdorp, 1230 ad Altam Ecclesiam, 1236, 1237, 1260 Honkerken, 1266 Alta Ecclesia, 1300 Honkerken (altsl. malŭ klein P) plur. §. 11. 17: "die Malęta"; (altsl. mirŭ Frieden P) §. 18: „Dorf des Mir".

Hundorf, A. Schwerin 1 N Schwerin, 1171 Lyzcowe, 1186 Honthorp, 1189 Hontorp, 1191 Lizcowe, que mutato nomine Alta Villa vocatur (altsl. lih- PR) adj. poss. §. 15: "Ort des Lišek".

J.

Jabel, A. Dömitz 1 3/4 N Dömitz, 1291 Jabele, 1319 Jabele, 1335 Jabele (altsl. jablŭ Apfelbaum, jablŭko Apfel A) adj. §. 21: "Apfelbaumort".

Jabele terra, Jabelheide, Gabelheide, um Jabel bei Dömitz, 1190, 1230; 1521 qui Gabellarum saltus incolunt tam re quam sermone adhuc Sarmathae: dasselbe. Vgl. noch Neu=Jabel, A. Dömitz, bei Jabel.

Jabel, A. Malchow u. Plau 1 1/2 N Malchow, 1256 Jabele, 1289 Jamele? 1331 Jabele 1333 Jabe1l etc.: dasselbe.

 
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Jabelitz, A. Rühn 1 1/2 W Bützow, 16. Jh. Jabels, Jabelitze, §. 27. 28: "Apfelbaumort".

Jaëbitz, A. Wredenhagen, an der Dosse 1/2 NO Freienstein, erst 1761 als Hof angelegt auf der Feldmark Dammwolde:?

Jahmen, A. Güstrow 3/4 SO Lage, 1235 Jamin, 1255 Jamyn, 1314 Jamene (altsl. jama Grube, Graben A) adj. adj. §. 30: "Grubenort".

Jamel, A. Grevesm. 1 O Grev., 1230 Jamene: dasselbe.

Jamen, Jamene (am Röbelschen u. Warenschen Wold) 1274 Jamen, 1292 Jamene: dasselbe.

Alt=Jamel, A. Schwerin 2 S Schwerin, 1513 Burglehen Jabelsburg, 1550 Hof Jamell (altsl. jablŭ Apfelbaum A, oder imela Mistel, poln. jemioła A) adj. §. 21: ("Apfelbaumort" oder) "Mistelort". Vgl. noch Neu=Jamel, A. Schwerin, ebenda: dasselbe.

Jamele (einer der Havelseen, bei Blankenförde) 1358: dasselbe.

Jankendorf, Janekendorf, A. Ribnitz 1/2 NW Marlow, 1210 Janikesthorp (altsl. janu, poln. jan Johannes P) adj. poss. §. 18: "Dorf der Janik".

(Jannerstorf) preuß. Feldmark, mit mekl. Antheil zu A. Lübz 1 3/4 S Lübz,?

Jarchow, A. Marnitz 1 1/2 S Parchim, 1323 Gargowe, Gargow, 1420 Garchow (altsl. grahŭ Erbse, poln. groch, westsl. garch, gorch A) adj. § 34: "Erbsenort".

Langen=Jarchow, A. Tempzin 1/2 N Brüel, 1219 Gargowe, 1238 Garchow, 1254 Garchow: dasselbe.

Klein Jarchow, A. Meklenburg 3/4 NW Brüel, 1343 Gharchowe, 1346 Gharchowe: dasselbe.

Jarmstorf, A. Gadebusch, 1230 Germerstorp, 1610 Jarmstorf, wohl deutsch (Germer); Wenn slavisch: (altsl. jarŭ streng P) §. 18: "Dorf des Jaromêr" [durch Strenge Ruhm habend].

Jasnitz, Bach, in die Sude, 1227 Jaznice (altsl. jasenŭ, poln, jasion Esche A) §. 28: "Eschenbach".

Jasnitz, A. Neustadt, am Jasnitzbach, 1525 Jacenitze, 1568 Jaßnitz: "Eschenort".

Jenitz=Bach, Abfluß der Lüschow in den Dobbertiner See, 1237 Jasenitz, 1274 Jacenitze: "Eschenbach".

Jassewitz, A. Grevesm. 1 W Wismar 1230 Jaztreviz, 1267 Jasterviz, später Yastervytze, Jazteruiz, Jasteruizce, Jasteruisce (altsl. jašterica, poln. jaszczur Eidechse P) patr. §. 6: "Nachkommen des Jašter".

 
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Neu=Jassewitz, ebenda (Jasteruitzen 1404): dasselbe.

Jastram (A. Dömitz, a. d. Elde), 1566 der Jastram ist ein beflszen land (soll benannt sein nach dem Schulzen Jastram zu Groß=Schmölen S. A.), (altsl. jastrębĭ Habicht R) adj. poss. §. 17: "Ort des Jastrąb".

Jaztrowe in terra Ylowe, 1171 Jaztroue, Jaztrowe, 1191 Jaztrove, 1121 Jaztroue (altsl. jašter-, jašterica, poln. jaszczur Eidechse P oder A) adj. §. 15. 34: "Ort des Jaster" oder "Eidechsenort".

Jäten=See, Jäthen=See (s. Gusteke), einer der Havelseen S Babke, 1258 Gaten (altsl. gatĭ Damm, Kanal A) adj. §. 30: "mit Kanal, mit Ableitung versehen".

Jatzke, A. Stargard, 1298 Jacik, 1358 Jaczik, 1411 Jacek (altsl. jakŭ stark P) sing. §. 10: "Besitzer Jačik".

Jazke (Hof, Feldm. Niendorf [Neuendorf] bei Neubrandenburg), 1330 curia Jazeke, 1336 Jaceke, plur. §. 11: "die Jačik". (Noch erinnert "der Jatscher Weg", einer der von der Feldm. Neuendorf zum Tollense=See herunterführenden Holzwege, an diesen untergegangenen Hof.)

Ichlim, A. Wredenhagen (benannt nach einem Arm der Müritz), früher der Krümmelsche Krug (altsl. igla Nadel P) adj. poss. §. 17: "des Iglim"(?).

Jeese, A. Gadb. 3/4 NO Rehna, 1230 Jeseritz, 1291 Gezeriz (altsl. jezero Landsee A) §. 28: "Seeort".

Jellen, A. Dobbertin 3/4 NO Golderg, 1227 Geline, 1263 Gelin, 1303 Gelant (altsl. jelenĭ Hirsch P)adj. §. 21: "Ort des Jelęta, oder Hirschort".

Jennewitz, A. Doberan 1 1/4 N Kröpelin, 1129 Boianeviz, 1209 Boianewiz, 1312 Janeviz (altsl. boj Kampf P) patron. §. 6: "Nachkommen des Bojan".

Kirch=Jesar, A. Hagenow 3/4 O Hag., 1500 Jhesar (altsl. jezero Landsee A) adj. §. 21: "Seeort".

Propst=Jesar, A. Lübtheen 1 3/4 SW Hagenow, 1323 villa Gezer, 1540 Prawest Jetzser: dasselbe.

Jesendorf, A. Meklenburg 1 W Warin, 1235 Jesenthorp, 1260 Jesendorp (altsl. ježĭ Igel P) §. 18: "Dorf der Jež".

Jesow, A. Schwerin 1 3/4 SO Hagenow, 1230 Jesowe (altsl. ježĭ Igel A) adj. poss. §. 15: "Ort des Jež".

Jessenitz, A. Schwerin 1/2 S Lübtheen, 1696 Jesenitz (altsl. jasenŭ Esche A) §. 28: "Eschenort".

Ilow, A. Bukow, 1171 Antiqua Ylowe, 1211 ebenso, 1224 castrum Ylowe, um 1250 (Bog.) castrum Gilow a

 
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crassitudine terrao dicitur (altsl. ilŭ Lehm, Thon A) adj. §. 34: "Lehmort". Davon benannt:

Ilow, Land (Theil des A. Bukow), 1171 Ylowe, 1178 Ilowe, 1186 Ylowe, 1189 terra, que Ilou nuncupatur etc.

Ivenack, Kloster 1/2 NO Stavenhagen, 1252 Iuenack, 1256 Iliuanak, 1261 Iuenak, 1264 Yvenac, 1265 Yuenak, später Yuenac, Ivenac, Hyuenach, Yvenach, Yuenack (altsl. iva "salix helix" adj. ivĭnŭ A) §. 23: " Weidenort".

Ivendorf, A. Doberan 1 1/4 O Kröpelin, 1192 Domastiz, 1230 Domastyz, 1231 Domastiz, 14. Jh. Domastiz=Ybendorp teutonice, 1307 Hybendorpe (altsl. domŭ Haus P) patron. §. 6: "Nachkommen des Domašta, Domaša".

K.

Kaarz, A. Sternberg 3/4 W Sternb., 1416 Kartze (altsl. krŭčĭ Rodeland, slav. krčiti roden, poln. karcz Strunk, Stumpf, Rodung A) adj. §. 21: "Rodeland".

Alt=Käbelich, Kö=, A. Stargard 1 NW Woldek, 1298 Cobelik, 1362 Coblicke, 1367 tho Köbelick (altsl. kobyla Stute A) collect.§. 22: "Stutenort". Vgl. noch Neu=Käbelich, ebenda.

Käbelick, Kö=, See S Krazeburg, 1257 Cobolc, 1358 Cabelke (altsl. kobyla, demin. kobylka Stute P) plur. §. 11: "die Kobylka".

Kadow, A. Goldberg 1 W Goldb., 1307 Kadow, 1312 Kadowe (altsl. hodŭ gehen, führen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Chod" (?).

Kakeldütt, A. Mirow 1 W Neu=Strelitz, 1342 Cake Wuttem (altsl. hoholŭ hohŭlŭ Wirbel, Strudel) comp. §. 35:?

Alt=Kalen, A. Neukalen, 1174 urbs Kalen, 1219 Kalen, 1232 Kalenth, 1244 castrum Kalant u. s. w. (altsl. kalu schwarz P) plur. §. 11: „die Kalęta", "die Kaląta". Davon benannt:

Kalen, Land, 1276 territorium Kaland, später Calant, Kaland, de Kalant, vogedeye thom Kalande.

Neu=Kalen, Stadt, 1281 stadt Kalandt, Nienkalandt, 1283 Kalant, 1287 Noua Kalant, später Nygekalend, Nouum Kalant etc., ursprüngl. Dorf Bugelmast, wohin 1281 die Stadt Kalen (Alt=Kalen) verlegt ward.

Kalenscher See, 1174 stagnum Kalen, 1216 stagnum Kalant, 1219 stagnum Kalen: dasselbe.

Kaliß A. Dömitz 3/4 O Dömitz, am Primer=Wald, 1428 Kalnytze, 1438 Kalnitze, 1566 Kalitz und Kalnitz (altsl. kalŭ Koth A) §. 28: "Sumpfort". Flurnamen

 
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der K. Feldmark 1566: auff dem Grist, auf dem Plast (altsl. *plastŭ, drav. plost Hufe A) "Hufe". Vgl. noch Neu=Kaliß ebenda.

Kalitz, A. Fürstenberg, 3/4 N Dannenwalde, am Saum der Kalitzer Heide, 1516 Pottzerne, Grampzow, Pradelsstorp, dat velt tom Kalen; 1569 Kalze, Kolze, Calitze (altsl. kalŭ Koth A) adj. -nŭ, §. 27. 28 u. 30: "Sumpfort".

Kalsow, A. Bukow 1 O Wismar, 1293 Calzowe, Calsowe (altsl. kalŭ schwarz P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kalec".

Kalübbe, A. Stavenhagen 1 NW Neubrandenburg, 1170 Calubye, 1244 Calube, 1249 Calube, 1342 Calubbe, Calůbbe (altsl. halupa schlechte Hütte A) adj. §. 21: "Ort, aus Hütten bestehend".

Kambs, Kampz, A. Schwan 3/4 SW Schwan (an der Warnow), 1269 Kampitz, 1270 Camptze, 1312 Campetze (altsl. kąpa, poln. kępa Flußinsel) §. 27. 28: „Auf einer Flußinsel". Vgl. noch Klein=Kambs ebenda, Tagelöhnerkaten.

Kambs, Kampz, A. Wredenh. 1 S Röbel, 1320 Camptz, 1350 Campse, 1312 Camptze: dasselbe.

Kambs, Cambs, Kampz am Kambser See, A. Schwerin 1 1/2 NO Schwerin, 1331 Camptze: dasse[Druckfehler: l fehlt]be.

Kamin, A. Bukow 1 SO Neubukow, 1219 Camin, 1235 Kamyn (altsl. kamy, kamenĭ Stein A) adj. §. 32: "Steinort".

Kamin, Camin, A. Güstrow 1 N Lage, 1226 Camyn, Kamin: dasselbe.

Kamin, Camin, A. Wittenburg 1 1/4 SW Witt., 1194 Camin, 1230 (C)amin, 1257 Camin, 1335 Camyn: dasselbe. Kamin, Cammin, A. Strelitz 3/4 S Stargard, 1170 Kamino, 1244 Caminov, 1353 thu Cammin: dasselbe. VgL noch Kaminshof, Caminshof, A. Bukow 1 SW Neubukow.

Kämmerich, Kemmerich, A. Dargun 1 N Neu=Kalen, 1262 Kemeric, 1314 Kemeric, 1350 Kemerich (altsl. komarŭ, poln. komor Mücke A und P; vgl. komora Kammer A) plur. §. 11: "die Komorek".

Kampow, Campow, V. Schlagstorf 3/4 N Ratzeburg, 1230 Campowe, 1252 Campowe (altsl. kąpa, p. kępa Flußinsel A) adj. §. 34: "Inselort". (Vgl. 1230 Campe, jetzt Campenwerder im Schalsee.)

Kankel, A. Güstrow 1 O Schwan, 1273 Kankel, Kankle, später Kankel, Kanckel (altsl. kakolĭ Schwarzkümmel, Rade A) adj. §. 21: "Ort, wo Rade Wächst". Fam.=N. Kankelwitz in Meklenburg.

 
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Kanow, Canow, A. Mirow 1 SW Wesenberg, 1317 Kanowe, öfters, (altsl. kan- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kan-, Kana". Vgl. Neu=Kanow, Neu=Canow, ebenda.

Kantnitz, Cantnitz, A. Feldberg 1/4 W Woldeck, mit bergiger Feldmark, 1395 zu der Kantenitze (altsl. kątŭ Winkel, poln. kąt, adj. kątny winkelig A) §. 28: "winkeliger Ort".

Kanzow, Canzow, A. Stargard 1/4 W Woldeck, 1315 Canzowe, 1322 Kantzowe (altsl. kan- P) adj. poss. §: 15: "Ort des Kanec".

Karbow, A. Lübz 1/4 SO Lübz, am Fuß der Karbower Hügelreihe, 1274 Carbowe (altsl. hribŭ Hügel A) adj. §. 34: "Hügelort''.

Karbow, A. Wredenh. 1 S Röbel, 1649 Carbow: dasselbe.

Karcheez, d. i. Kirch=Geez, A. Güstrow 1 SW Güstrow, 1234 Gethce, Gechce, 1304 Getz, 1316 Ghetze, 1338 Getze, 1570 Kerck-Getze (altsl. gatĭ Damm, Kanal A, oder jek- P) §. 21: "Dammort", oder adj. poss. §. 17: "Ort des Jek-".

Karchow, A. Wredenhagen 3/4 SW Röbel, 1333 Karghow (altsl. krag-, westsl. karg-; altsl. kraguj Habicht P) adj. §. 15: "Ort des Karga".

Karenz, A. Eldena 1 1/2 NO Dömitz, 1270 Karniste, 1285 Karniz, 1291 Karniz (altsl. krunŭ an den Ohren beschnitten, westsl. kam- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Karna".

Karenzin, A. Neustadt 1 1/2 SW Parchim, 1334 Carntzin (altsl. krŭnŭ, adj., "an den Ohren beschnitten" P) adj. poss. §. 16: "Ort des Karnka".

Karst, A. Wittenburg 1/2 NW Wittenb., 1230 Karwete, 1615 Karfete [Perwolf p. 28 Karwaty] (altsl. hrŭvatŭ Kroate, poln. karwat P und A) plur. §. 11: "die Karwat".

Kargow, A. Stavenhagen 3/4 O Waren, 1230 Kargow, 1273 Cargow (altsl. krag-, westsl. karg-; vgl. altsl. kraguj Habicht P) adj. poss. §. 15: "Ort des Karga".

Alt=Karin, A. Bukow 1 S Kröpelin, 1233 Curin, 1244 uilla Curin, 1272 in Magno Corin, 1279 villa Corin (altsl. hor- P, hora Gegend, horova Krankheit) adj. poss. §. 16: "Ort des Chora". — Vgl. noch Neu=Karin, A. Bukow 3/4 SO Neu=Bukow.

Karlewitz, Carlewitz, A. Ribnitz 1 SO Ribnitz, 1556 Kartelwisse, 1643 Carlevitz (altsl. krŭt- Maulwurf P, westsl. kart, poln. kret) patron. §. 6: "Nachkommen des Kartla", ursprünglich wohl "Kartala".

 
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Karlow, V. Stove 1 W Rehna, 1158, 1230 Karlowe (altsl. kralĭ König, poln. król, westsl. karl Mann A und P) adj. poss. §. 15: "Ort des Karl".

Sclauicum Karlowe (bei Karlow) 1230: dasselbe.

Karlshof, Carlshof, (Stubbenkrug), Kabinets=A. Strelitz 1 S Starg., 1170 Lang, 1244 Lang (altsl. lągŭ Wald, Hain, Au A) adj. §. 21: "Waldort".

Karnin, A. Schwerin 1 1/2 NO Schwerin, 1587 das Kaninische Feld; Gannin, (altsl. krŭnŭ, adj. an den Ohren beschnitten, westsl. karn P) adj. poss. §. 16: "Ort des Karna".

Karnitz, A. Neu=Kalen 1/2 W Neu=Kalen, 1232 Karnese, 1282 Karnese, 1305 Karniz, 1314 Karendce, Karenze in territorio Hart (altsl. krŭnŭ P, vgl. ON poln. karniszewice) adj. poss. §. 17: "Ort des Karniš".

Karow, A. Meklenb. 1/2 S Wismar, 1263 Karowe (vergl. Grönings=Mühle) (altsl. kar- kara strafen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kara".

Karow, A. Lübz 1 1/4 N Plau, 1254 Carow, 1295 Karowe: dasselbe. Vgl. noch Karower Blänke, Bucht des Plauer Sees.

Karow, A. Güstrow 3/4 N Güstrow, 1226 Carowe, Karowe: dasselbe.

Karpin, Carpin, A. Feldberg 1 1/2 O Neu=Strelitz, 1393 Carpin, 1430 Carpin (altsl. krŭp-, vgl. poln. karpa Stamm oder Klotz im Wasser A) adj. §. 32.

Karrentin, A. Boizenb. 1 1/2 NO Boiz., 1230 K(a)rr(entin) (nicht mehr sicher zu lesen), 1244 in molendino Carpentin, 1262 Carpentin (altsl. krŭp-, westsl. karp P) adj. poss. §. 16: "Ort des Karpęta".

Kartlow, A. Bukow 1 NO Wismar, 1245 Cartlowe, 1273 Kartlowe (altsl. krŭt- Maulwurf P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kartla".

Karwitz, Carwitz, A. Feldberg 3/4 S Feldberg, 1393 Carwytze (altsl. krava Kuh, drav. korva A) §. 28: "Kuhort".

Käselin, Kö=, A. Lübz 1/2 W Röbel, 1756 Kaselin, nicht früher genannt (altsl. kozlŭ Bock P und A) adj. §. 16. 32: "Ort des Kozla" oder "Bockdorf".

Käselow, Kö=, A. Grevesm. 1 1/4 S Wismar, 1230 Coselowe (altsl. kozlŭ Bock A und P) adj. §. 34, 15: "Bockort" oder "Ort des Kozla".

Käselow, Kö=, A. Gadeb. 1/2 SO Gadeb., 1230 Coselowe, 1266 Coselow, 1322 Koselowe: dasselbe.

 
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Käselow, Kö=, A. Güstrow 1 N Güstr., 1445 Koselowe: dasselbe.

Kassow, A. Güstrow 1 NO Bützow, 1445 Kassowe (altsl. kaš-, kašica Brei, poln. kasza Grütze P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kaša".

Kastahn, A. Grevesm. 3/4 S Grev., 1219 Kerstane, 1230 Kristane, 1231 Karstania, 1243 Kerstene, 1252 Karstane, 1264 Kristane, 1519 Karstan (altsl. krŭstŭ Christus, Kreuz P) plur. §. 11: "die Kerstan, Karstan".

Kastaven=See, Großer, W Lychen, Grenz=See von Ukermark und Mecklenb., 1299 Grote Karstauell, und

Kastaven=See, Oberer, W Lychen, 1299 Lutke Karstauel, 1300 stagnum apud Carstauel, 1337 Lutcke Carstauel (altsl. krŭstŭ Christus, Kreuz P) adj. -le §. 14: „Ort des Karstav".

Kastaven, Ukermark W Lychen, 1286 Karzstauel Minus, 1299 villa Carstauel, 1300 villa Carstauell, 1305 Carstauell, Cayrstauel: dasselbe.

Kastagelichsche wische, zu Dabelow gehörig, 1572, ebenda.

Alt= und Neu=Kätwin, Kö=, 1238 uilla Cutauim, 1258 Coteuin, 1271 Kotheuinne, 1273 Kotauin, 1304 Kotheuinne (altsl. hotĭ Verlangen P) adj. poss. §. 16, 17: "Ort des Chotav, oder Chotavim".

Kavelpaß, Grenzpaß von Friedland nach Pommern, 1306 stede unde hus to der Kovghelen, 1331 castrum Cochele, Schloß zur Kogel (altsl. hoholŭ, hohŭlŭ Strudel, Wirbel P) adj. §. 17. 11: "Ort des Chochol".

Keez, A. Meklenb., 1/2 W Brüel, 1328 Keetze, 1476 Keetz (altsl. hyža Haus, obersorb. khěža; altsl. hyzŭ Haus, Hütte, poln. chyz, chyz', drav. tjesseg heidt nach Hause gehen A) adj. §. 21: "Hüttendorf".

Kessin, A. Ribnitz, 1/2 SO Rostock, 1170 Kyzhin, Kyssin, Kussin, Kissin, 1219 Kizsin, Kiszin, 1267 Ketzyn, 1268 Ketzin, 1269 Kezin (altsl. hyža Haus, hyzŭ Hütte A, oder hot-, hŭt- Verlangen P?) adj. §. 32: "Fischerhüttenort". Danach benannt:

Kessin, Land (zwischen Warnow und Recknitz), 1181 Kixin, vel Kessin, Kyrin, Kitin, 1186 terra Kizin, 1189 terra Kytin, 1191 Kizin, 1197 terra Kyzin.

Kieth, A. Goldberg 1 SO Krakow, 1256 Kithe (altsl. kyta Zweige, Flechtwerk A)adj. §. 21: "Ort, wo Zweige, Flechtwerk sind".

 
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Kieve, Kiwe, A. Wredenh., 1 1/2 S Röbel, 1311 Kiewen, Kywen (altsl. kyj Knüttel, Keule A, gleichsam kyvĭnŭ?) adj. §. 30: "Keulendorf".

Kiez, A. Neustadt, SO Neustadt, Dorf, 1576 Kitze, 14 Fischerkerle, 1720 Kiez (altsl. hyzŭ, hyža Hütte): "Fischerhüttenort".

Kiez, der, St. Brüel, am Mühlenbache: dasselbe.

Kiez der, bei Bützow, 1581 Kiez: dasselbe.

Kiez, der, vor Gadebusch, 1302 molendinum in Kize, 1323 in molendinis Godebutz et Kitze, 1452 vthe der kîsmôlen, Kiezmühle: dasselbe.

Kiezteich vor Gadebusch, 1348 an den Kitzdick, de vör Gadebusch ligt: dasselbe.

Kiez, der, bei Hagenow: "das Kiez=Ende", Stadttheil: dasselbe.

Kiez, der, St. Waren, an der Müritz: dasselbe.

Kiez Werder, Insel in der Lieps, vor Prillwitz: dasselbe.

Kirchdorf, Kirchdorf=Wustrow, A. Ribnitz 1 1/2 N Ribnitz, 1235 Wostrowe, s. Fischland (altsl. ostrovŭ Insel, Halbinsel A) adj. §. 21: "Ort auf einer Halbinsel".

Kisserow, A. Malchow 1/2 S Malchow, 1309 Kitzerowe, 1375 Kisserow (altsl. * hyzarĭ Fischer A) adj. §. 15. 34: "Fischerort".

Kisserow, die Kissering, Wiese, W Nossentiner Hütte, 1553: dasselbe.

Klaber, A. Güstrow 1 1/4 SW Teterow, 1303 Calabria, Kalaber: ?

Kläden, Klöden, A. Dobbertin, 1237 Clodene, 1263 Clodone, 1274 Clodene, 1313 Cloeden, 1316 Kloden, 1325 van deme Cladener tzarrane an bet'. . . (altsl. klada Baum, Stamm; poln. kłoda Rodung A) adj. §. 30: Baumort, Rodeland etc.".

Kladow, A. Kriwitz 3/4 NW Kriwitz, 1317 Gladow (altsl. gladŭ glatt P)adj. §. 15: "Ort des Glad, Glada".

Kladrum, A. Goldberg, 2 N Parchim, 1447 Kladrum, 1496 Cladrum (altsl. klada Baum, Stamm, rąb- fällen P, vgl. ON čech. kladeruby) plur. §. 11. 12: "die Holzfäller, Holzhauer".

Klambeck, der (Holz im A. Dömitz), 1566 (altsl. kląbo, kląbŭko Mähne, Dickicht A) §. 20: "Dickicht".

Klebe, Kleben, Kleve (zur St. Plau), 1534 veltmarcke to Kleuen, 1541 das veldt zu Cleuen, 1591 Feld Cleue, 1672 Feld Kleben, 1707 Feld Kleven (altsl. hlêvŭ Stall, Haus A) adj. §. 30: "Stallort".

 
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Kleekamp, A. Meklenburg 1 1/4 W Warin, früher Bresen (altsl. brêza Birke A) adj. §. 28: "Birkenort".

Kleeth, Kleth, A. Stavenh. 1 3/4 N Penzlin, 1273 Cletis, 1290 Kleth, Kletz, Klet, 1291 Cleth, 1300 Clete (altsl. klet- [dunkeler Bedeutung, nach Mikl.]; wohl klêtĭ Haus, poln. klec' schlechtes Haus, Bau aus Stückhölzern mit Lehmbewurf A) §. 21: „Ort mit Klehmstakenbauten".

Groß=Klein, zur Stadt Rostock, bei Warnemünde, 1370 Dudeschen Clene (altsl. klenŭ Ahorn A und P) adj. §. 21: "Ahornort" oder plur. §. 11: "die Klen".

Lütten=Klein, zur Stadt Rostock 1 NW Rostock, 1340 tho Kleine, 1345 Klene: dasselbe.

Kleinen, A. Meklenb. 1 3/4 S Wismar, reizend gelegen, in bergiger Gegend, 1178 Cline, 1186 Klinen, 1189 Kl(inen), 1197 Kline, 1337 Clene (altsl. klinŭ Winkel A) adj. §. 21: "Winkelort".

Kleinow, A. Grabow 1 SW Neustadt, auf dessen Feldmark im 18. Jahrh. Ludwigsluft erbaut wurde, 1333 villa Clenow, 1344 Klenow, 1706 Kleinow (altsl. klenŭ Ahorn A und P) adj. §. 15. 34: "Ahornort" oder "Ort des Klen".

Kleest, Güstrower Wald, 1228 silua Primere aut Cleste (2mal), silua P. et Cleste (1mal) (altsl. kl6ecirc;šta Zange A, etwa Schlucht ?) adj. §. 21: "Schluchtenort".

Kleisten, A. Dobbertin 3/4 NO Goldberg, 1251 Clesten, 1263 Clestene, adj. §. 30: dasselbe.

Klemperow (wüste Feldmark bei Kogel, A. Wittenburg, vielleicht identisch mit dem nicht sicher zu lesenden Calinterowe, s. d.), 1570 das Feld Klemperow, (altsl. klęp-, kląp- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Klępar".

Klenz, A. Neu=Kalen 1 1/4 NO Teterow, 1314 Wokelence, Wokelense, 1323 Wokelenze, 1326 Wokelense (altsl. o, praep. um; und klanĭcĭ, nach Mikl. neusloven. klanjec Beugung; serb. klanac Sumpf, Krümmung, enger Weg; nach Hilferding: kląčĭ "leerer Platz zwischen den Häusern, Hain, Morast etc., wa[Druckfehler: a statt o]rauf sich das slav. im Halbkreise gebaute Dorf stützt und absperrt" A) adj. §. 21: "Ort um einen krummen engen Weg, oder um einen leeren Platz etc. herumgebaut".

Kletzin, A. Meklenburg 3/4 S Wismar, 1322 Cletzin, Clethzin, 1323 Cletzin (altsl. klêtĭ Haus, poln. kléc' Bau aus Stückhölzern, mit Lehmbewurf A) adj. §. 32: "Ort mit Klehmstakenbauten".

 
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Kleverhof, A. Dargun 1 N Neu=Kalen, 1314 Glawe, 1371 Chlewe, später Klewe (altsl. glava Kopf, Haupt P) plur. §. 11: "die Glawa". Vgl. auch altsl. hlêvŭ Stall, Haus A; adj. §. 21: "Hausdorf".

Klink, A. Wredenhagen 3/4 SW Waren, 1345 villa Klincken, 1346 villa Klincken, uilla Klincken, 1347 in Klincker toghe, 1553 B. zu der Klincke (altsl. klinŭ Winkel, poln. klin Keil, Winkel A, demin. klinik) adj. §. 30: etwa "Keilort", Lage: eingekeilt zwischen 2 Seen.

Klinken, A. Kriwitz 1 S Kriwitz, 1230 Clinka, §. 21: dasselbe.

Klockow, A. Stargard 1 O Friedland, 1288 Klukowe, 1371 villa Clokowe (altsl. klok- P; vgl. klokotŭ Sprudel; bulg. kločĭ klucken etc.) adj. poss. §. 15. 34: "Ort des Klok-".

Klockow, A. Ivenack 1/2 O Stavenhagen, 1256 Clokow, 1280 Clocowe: dasselbe.

Klockower Berg, bei Stavenhagen, 1282 mons Clokowe: dasselbe.

Klockow, A. Neustadt 1 3/4 O Waren, 1230 Clocowe, 1273 Clokowe: dasselbe.

Klocowe (Parchimsche Feldmark) 1229: dasselbe.

Klocksin, A. Lübz 2 S Teterow, 1648 Kloxin, Cloxin (altsl. klokŭ, vgl. klokotatĭ sprudeln, praes. klokoštą P) adj. poss. §. 16: "Ort des Klokota" (?). — Vgl. noch Neu=Klocksin ebenda.

Kloddram, A. Wittenburg 1 1/2 W Hagenow, 1230 Clodram, 1277 Cloderem (altsl. klada Baum, Stamm, rąb-, rąbiti schneiden, fällen P; čech. kladeruby) plur. §. 11, 12: "die Holzhauer".

Klopzow, A. Wredenh. 1 3/4 NW Mirow, 1509 Gloptzou (altsl. hlapŭ, poln. chłop, demin. chłopiec Knecht P) adj. poss. §. 15: "Ort des Chlop'ec".

Kloteken (bei Carlshöhe, A. Schwerin), 1284 villa K., 1291 dorff Cloteke, 1735 NW Spitze des Schelfwerders Kläter- (d. i. Kloteker) Horn, der Hügel vor dem Spielthore Schwerins heißt noch jetzt Kläter Berg (altsl. klat- P; kolja, klati, poln. kłot- v. kolę kłòc' stechen, kłótnia Zank etc.) plur. §. 11: "die Klotek".

Klötenow (bei Kl.=Trebbow, A. Strelitz), 1404 dass dorff Klötenow, 1568 Klötenower Feldmark, noch jetzt Klötenower-See, -Bruch, -Wiesen (altsl. klat- Zank P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kloten".

 
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Klüschenberg, der, bei Bützow SW, 17. Jahrh. Klüschenberg (altsl. ključĭ Schlüssel A) ?

Klüschenberg, der, bei Plau SO: dasselbe.

Klüschenberg, der, bei Stargard SO: dasselbe.

Klüß, A. Grabow 3 SO Neustadt, an einem Bache, 1438 Clutze (altsl. ključĭ Schlüssel, sloven.kijuč Flußkrümmung, Wassersprudel, poln. klucz, auch Schlüssel zu einem Lande, Orte etc., ferner: Herrschaft von mehreren Vorwerken, Dörfern etc., z. B. Klucz Opolski A)adj. §. 21: "Ort an einem Sprudel, an einer Flußkrümmung".

Klueß (fpr. Klûß), Klus, A. Güstrow 3/4 SO Güstrow, 1663 auf der Cluess, 1703 Püstkow oder Klusse, 1720 Klus, Püstau benebenst der Kluss, scheint die plattdeutsche Uebertragung (Klause, Einsiedelei, Einöde) von Pustekow zu sein, s. d.

Klüssendorf, zur Stadt Wismar 3/4 SW Wismar, 1230 villa Clitse, 1342 Clůtzendorpe, Clutzendorpe (altsl. ključi A, s. Klüß).

Klüsser Krug, A. Hagenow 1 O Hagenow, und

Klüsser Mühle, ebenda, 1797 noch nicht vorhanden.

Klußer Mühle, Mühle zur Klus, Stadt Wismar 1/4 S Wismar, 1258 molendinum Wotrence, 1260 molendinum Wotrenze, 1300 molendinum Wotrentze, ebenso noch 1350 (altsl. praep. o, um; und trątu Wache P) plur. §. 11: "die Wotrąt".

Klütz, A. Grevesmühlen, Flecken, 1230 Clutse, 1260 Cluthze, 1267 Klutze (altsl. ključĭ Schlüssel, s. Klüß).

Ober=Klütz, A. Grevesm., 1 1/2 N Grevesm., 1316 Superior Clutze, 1319 Clutze etc.: dasselbe.

Nieder=Klütz, A. Grevesm., 1 3/4 N Grevesm., 1316 Inferior Clutze, 1519 Nedderklutze, 1582 im Nieder-Clutz: dasselbe.

Klützer Freiheit, W neben Hof zum Felde, 1334 Klutzer Vryheit: dasselbe.

Klütz, Wald, Land um Klütz, 1188 silva Cliuz, 1202 Cluz, 1222 Clutze, Cluze, 1256 Clutse, 1260 Cluthze, noch später

Klützer Ort genannt, 1520: imme Klützer orde etc. (Ort = Ecke, Winkel).

Kneese, A. Gadebusch, 1 1/2 SO Gadebusch, 1230 Knesen, 1239 Knese (altsl. kŭnęzĭ Fürst, poln. kniaz' sl. knez A) adj. §. 30. 21: Fürstenort".

Sclauicum Knesen (bei Gadebusch) 1230: dasselbe.

 
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Kneze-graniza (bei Dargun) 1174. 1219: "des Fürsten Grenze".

Kneese, A. Ribnitz 1/2 W Sülz, 1210 Conesco, 1326 Konesse, 1696 Kness, 1824 Knesse (altsl. kon-, kona vollenden P; oder koniĭ Pferd A) subst. -isko §. 25: "Pferdeort".

Kobande, A. Kriwitz 3/4 NO Kriwitz, 1408 Kobande, 1549 Cobande (altfl. kob-, kobŭ Weissagung P; oder kub- P) plur.: "die Kobbąd" [= des Propheten Wesen habend], oder "die Kubęta". Vgl. Kuppentin.

Kobrow, A. Sternberg, 1307 Kobrowe, 1325 Kobrow, 1333 Coberowe (altfl. kovrŭ, poln. kobierzec Teppich P) adj.adj. §. 15: ?

Kobrow, A. Güstrow NO Lage, 1346 villa Teutonica K(r)obrowe, 1346 villa Teutonica Kobrow.

Köchelstorf, A. Grevesmühlen SW Wismar, 1230Coghelestorp, 1319 Cochelstorp (altsl. hoholadŭ, hohŭlŭ Wirbel, Strudel P) §. 18: "Dorf des Chochol".

Köchelstorf, A. Gadebusch SO Rehna, 1230 Cochelestorp, 1322 Kochelstorp, 1339 Kughelstorp: dasselbe.

Kogel, A. Wittenburg, 1230 Cowale, 1277 Cowalle, 1279 Cowal (altsl. kovalĭ, kovači Schmied A) plur. §. 12: "die Schmiede".

Kogel, A. Lübz S Malchow, 1255 tho Cowell, 1330 Kowalke, 1346 Cuwal: dasselbe (oder "Klein =Kowale").

Kirch=Kogel, A. Lübz W Krakow, 1303 Kerc-cowalk, demin.§. 9: "Klein=Kowale", also "Klein=Schmiededorf".

Rum=Kogel, A. Lübz W Krakow, 1303 Magna Cowalk: dasselbe, also "Kleine Schmiededorf".

Kolbow, A. Neustadt O Grabow, 1339 Kolbow (altsl. klŭb- A) ? - Vgl. Kolbitz bei Wollmirstedt im Magdeburgischen (adj. §. 15).

Kölln, A. Güstrow N Krakow, 1337 Colne (altsl. klŭn-A) adj. §. 21.

Kölpin=See, W Waren, 1230 de Colpyn, 1273 Colpin, 1332 aquae Colpin, 1339 aquae Culpin (altsl. kolpŭ „draco", sorb. kolp' Schwan A; oder altsl. klŭp- P oder A; vgl. ON poln. kiełpin) adj. §. 34 oder 15: Schwansee, Schwanenort"? Vgl. Cölpin-Soll (bei Scharpzow) 1612.

Kölpin, A. Kriwitz 1 N Kriwitz: dasselbe.

Kölpin (untergeg. bei Ruest), 1446 Kölpinstorp, 1553 wüst Kölpin: dasselbe.

Kölpin, Cölpin, A. Stargard O Stargard, 1290 Colpyn, 1298 Colpin, 1417 Colvpin: dasselbe.

 
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Kölzin, A. Zarrentin 1 W Wittenb., 1194 Culsin, 1230 Cvitsin, 1251 Colcyn, 1254 Culcin, 1279 Cultzin, später Koltsin, Kolcyn, Colsyn, Coltsyn (altsl. klŭka „poples" Kniekehle P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kulka, Kolka".

Kölzow, A. Ribnitz 1/2 S Marlow, 1234 Kolozyov, Koltzowe, 1339 van Koltzowe (altsl. klŭka Kniekehle, Schenkel P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kolča".

Komthurei, Comthurei, A. Strelitz 1 NO Fürstenberg, 1302 Gardow, Gardowe (altsl. gradŭ Burg etc. A) adj. §. 34: "Burgort".

Konerowe (Feldmark Gnoien), 1253 Conerowe, 1281 Conorowe, 1349 Kůnrowe: ?

Konow, A. Doberan 1 1/4 W Rostock, 1268 Conowe, 1319 Konow (altsl. kon-, kona vollenden P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kona" (oder Konow statt Kon'ov von kon' = Pferd, = Pferdedorf ?).

Konow, A. Eldena 1 1/2 NO Dömitz, 1270 Conowe, 1308 Konowe, 1319 Conow (und daneben Konower Sülze, 1307 Salina, 1326 villa Konow et . . . . quod materna lingua vp der Sulten vocatur, 1353 ex salina ejusdem ville Konowe): dasselbe. Bei Konow lag

die Connoburg. Ann. Laur. 809: Thrasco dux Abodritorum . . . . Smeldingorum maximam civitatem expugnat; Chron. Moiss. 809: Saxones . . . . . . fregerunt unam civitatem cum nostris Hwinidis, que appellatur Semeldinc-Connoburg.

Konow, A. Feldberg, 1393 C_nowe: dasselbe wie Konow.

Koppelow, A. Güstrow 1 NO Krakow, 1445 Coppelouwe (1316 Johannes Coppelowe, 1320 Ericus de Coppelowe):?

Köppernitz (Mühle vor Wismar bei St. Jakob), 1229 Kope(r)niz, 1277 Copernisce, 1300 Koppernitz, 1289 Coperniz, an der

Koppernitz (Bach, ebenda), 1306 Kopernizce ryuus (altsl. koprŭ Fenchel, Dill, Schafgarbe etc. A) §. 28: "Fenchelort, Fenchelbach".

Körchow, A.Wittenburg 1 S Wittenburg, 1194 Kurchowe, 1230 (C)vrchowe, 1335 Korchowe (altsl. krŭha, krŭg- Bißchen, Krume A oder P) adj. poss. §. 15. 34.

Körchow, A. Bukow 1/2 NO Neu=Bukow, 1295 Corghow: dasselbe.

Körkwitz, A. Ribnitz 1/2 NW Ribnitz, 1257 Wendischen Curkeuitz, 1274 Kurkeuitz, 1304 Curkeuitz, 1311 Korckevitze, 1349 Corkeuitz (altsl. krŭk- A oder P) §. 28 oder patron. §. 6.

 
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Korleput, vulgo Kuddelput, A. Rossewitz 3/4 S Lage, 1450 Kurllepůte:?

Kosa, Cosa, oder Kosabroma, A. Stargard 1 SO Friedland, 1338 Cose, Brůme et Cosen (altsl. koza Ziege A oder P; oder kosŭ Amsel A oder P etc.) adj. §. 21, 30: "Ziegenort, Amselort etc".

Kossebade, A. Lübz 1 1/2 N Parchim, 1250 Kozzebode, 1404 Kossebade (altsl. kosa Sense, Sichel P) plur. §. 11: "die Kosobod" [Sensenstecher].

Kossocendorp (zwischen Ritzerow und Klockow), 1256 (altsl. kos- P, poln. kosocice) §. 18: "Dorf der Kosoca".

Kossow, A. Güstrow 3/4 NW Lage, 1276 Cotzow (altsl. kok- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Koča".

Kotekendorpe (zwischen Bölkow und Bellin S Güstrow) 1273, oft, noch jetzt Koitendorfer Feldmark (altsl. kotŭ Katze P) §. 18: "Dorf des Kotek".

Kotelow, A. Stargard 3/4 SO Friedland, 1382 Coytlowe, 1383 Coytlow, Kotelow, 1389 Cůtlowe, Kotlow, 1393 Kotlow, 1440 mölenstede uppe Kutlower velde (altsl. kotlŭ Kessel A) adj. §. 34: "Kesselort".

Groß=Köthel, A. Güstrow 1/2 SW Teterow, 1498 tho Kotellde, 1616 Kotel (altsl. kotlŭ Kessel A) adj. §. 21: "Kesselort".

Klein=Köthel, A. Güstrow 1/2 SW Teterow, 1345 Kotelen (altsl. kotlŭ Kessel A) adj. §. 30: "Kesselort".

Kotzband, A. Mirow N Neu=Gaarz, einzelnes Haus auf einer Insel in der Müritz (altsl hotĭ Sucht P: = chočibąd; oder kok- P = kočibąd ?) plur. §. 11: "die Chočibąd" oder "die Kočibąd".

Kotzer Heide (letzt auch Wittstocker Heide, Wald), genannt nach dem alten Namen von Mönchhof, 1232 Kotze (altsl. kok-. P) adj. poss. §. 17: "Ort des Koča, Kok-", s. Mönchhof.

Kowahl, A. Walsmühlen 1 1/4 NO Wittenb., 1313 Quoal (altsl. kovalĭ Schmied A) plur. §. 11. 12: "die Schmiede".

Kowalz, A. Gnoien 1/2 SO Tessin, 1324 Cowalz, 1327 Kowalz (altsl. kovalĭ Schmied P und A) plur. §. 11, 12: "die Kovalec".

Kraak, Krak, A. Hagenow 1 3/4 O Hagenow, 1275 Crake. 1315 bi Crak (altsl. krak- R) plur. §. 11: "die Krak".

Kraase, A. Stavenh. 1 1/2 W Penzlin, 1286 Crase, 1333 Craze, 1648 Krase (altsl. krasa Schönheit P) plur. §. 11: "die Krasa".

 
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Kraaz, A. Malchow 2 S Malchow, 1332 Krasitze, patron. §. 6: "Nachkommen des Kras, der Krasa".

Kraazer See, bei Kraaz, 1325, 1332 Krasitze stagnum.

Krakow, Stadt, 1298 oppidum Cracowe, 1305 Krakowe (altsl. krak- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Krak". — Davon:

Krakower See, 1298 stagnum in Cracowe.

Kramon, Cramon, A. Schwerin 1 1/4 O Gadebusch, 1278 Cremun, 1285 Cremon (altsl. kremy, kremenĭ Kiesel, Feuerstein P und A) adj. §. 17. 21: "Ort des Kremon [Kiesel]", oder "Kieselort". Vgl. noch Kramonshagen, A. Schwerin, ebenda.

Kramon, Cramon, A. Malchow 1 1/4 SO Krakow, 1347 Cremon: dasselbe.

Kramoner See, eben da, 1325 See zu Cremun, 1332 Kremon stagnum, Cremen stagnum, 1345 Cremun stagnum: dasselbe.

Kramptz (früher Dorf im Strelitzischen), 1550 de wuste Feldmarke de Kramtze, Kramptze (altsl. krapŭ klein, gedrängt A) adj. -ĭcĭ §. 27: etwa "eingeengter Ort" ?

Kramptzer Ford 1558, Kramptzer See, jetzt Krumme See am W Ufer der N Bucht des Userinschen Sees: dasselbe.

Groß=Krams, A. Hagenow 1 3/4 S Hagenow, 1500 Kramptz, Grosenkramptz: dasselbe.

Klein=Krams, A. Hagenow 2 W Ludwigslust, 1500 Holtzkrambtz: dasselbe.

Groß=Krankow, A. Grevesm. 1 1/2 SW Wismar, 1230 Krankowe, 1260 Crancowe, 1268 Crancow, 1348 Kranckouwe (altsl. krąk- P; vgl. ON poln. krąków) adj. poss. §. 15: "Ort des Krąk-".

Klein=Krankow, A. Grevesmühlen 1 1/2 SO Grevesmühlen, 1230 Sclauicum Crankowe, 1348 hoff to Kranckouwe: dasselbe.

Krassow, A. Meklenburg 1 SO Wismar, 1303 Crassowe, 1320 Crassow, 1335 Grossen Krassow (altsl. krasa P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kras(a)".

Krassow, A. Güstrow 2 O, 1443 Krassowe: dasselbe.

Kratzeburg, vulgo Klasburg, A. Mirow 1 1/2 NW Neu=Strelitz, 1256 Werdhere, 1314 viIIa Werdere, que nunc Craceborch nuncupatur, 1367 Kraczeburg (altsl. krak- P) §. 18: "Burg des Krak, Krača".

Kreckow, A. Stargard 1 NO Woldeck, 1308 Krecowe, 1417 Krekow (altsl. krek- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Krek".

 
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Kreien, A. Lübz 3/4 S Lübz, 1271 Kreien, 1274 Kreygen (altsl. kraj Gegend, Land A) adj. §. 30 wörtlich: "ländlicher Ort".

Krembz, Krempz, A. Gadeb. 1 SW Gad., 1230 Crampiz, 1348 Kremps (altsl. krapŭ dicht, gedrängt, klein P und A) patron. §. 6 oder §. 28: "Nachkommen des Krępa" oder "kleiner, enger Ort".

Kremmin, A. Grabow 1/2 SO Grabow, 1380 Kremmyn (altsl. kremenĭ Kiesel A) adj. §. 21: "Kieselort".

Krempin, A. Bukow 1/2 SO Neu=Bukow, 1217 Crampin, 1219 Crempin, 1231 Crimpin, 1339 Crempin (altsl. krąpŭ eng, dicht, klein A) adj. §. 32: "enger Ort", oder §. 16: "Ort des Krąpa, Krępa".

Alt=Krenzlin, A. Hagenow 1 3/4 W Ludwigslust, 1480 Krentzelin (altsl. krątŭ gekrümmt P, poln. ON kręciłow) adj. poss. §. 16: "Ort des Kręcila". Vgl. noch Neu=Krenzlin oder Krenzliner=Hütte ebenda.

Kressin, A Kriwitz 3/4 S Goldberg, 1235 Krosyna, 1287 Cressin, 1591 Kressin, (altsl. krês-, krêsiti aufwecken P) entweder sing. §. 10: "(Ort des) Kresina", oder adj. poss. inŭ §. 16: "Ort des Kresa".

Krickow, A. Starg. 1 1/2 SW Neubr., 1290 Crikkowe, 1322 Krekow (!) (altsl. krikŭ Schrei P) adj. poss. §. 15: "Ort des Krik [Schrei]". Vgl. Krikower=Pulvermühle, ebenda, und Krickmühle, A. Gnoien 1 SW Gnoien.

Krienke, A. Mirow 2 NW Neustrelitz, 1416 Krineke (altsl. kryn-, krynica Quelle; vgl. čech. krně Wasserkanal, nsl. krenyčyny Quellengebiet A, oder krin- P) adj. §. 21: "Quellenort", oder plur. §. 11: "die Krinik, Krinek".

Kriesow, Krisow, A. Stavenh. 1 1/4 NO Stavenh., 1648 Kriesow (altsl. križĭ Kreuz P) adj. poss. §. 15: "Ort des Križ".

Kritzemow, A. Schwan 3/4 SW Rostock, 1270 Critzelmow, 1273 Critsemowe, 1286; Critzemowe, 1296 Criscemowe, 1301 Critscemowe, 1312 Crismowe (altsl. krik- Geschrei P) adj. poss. §. 15 ?

Kritzkow, A. Güstrow 1 SW Lage, 1270 Critzekowe, 1286 Kritzekowe (altsl. krik- Schrei P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kriček".

Kritzow, A. Lübz 1 O Lübz, 1300 Critsow (altsl. krikŭ Schrei P) "Ort des Krič-".

Kritzow, A. Meklenburg 3/4 O Wismar, 1260 Krytzowe, 1314 Chrytsowe, 1306 Kritzowe, 1324 Kritzowe, 1325 Criszowe, 1327 Critzsowe: dasselbe. Vgl. noch Kritzower=Burg, zur Stadt Wismar, früher eine Vorburg.

 
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Kritzow, A. Kriwitz 1 1/2 N Kriwitz, 1317 Critzow, 1337 Critzowe: dasselbe.

Krivitz, Kriwitz, Crivitz, Stadt, 1251 Criwitze, 1294 Criwiz, 1296 Kriwicz, später Criuitze, Kriwiz, Krywitz, Criwitze (altsl. krivŭ krumm P und A) §. 28: "Ort an der Krümmung, Bucht" (oder patron. §. 6: "Nachkommen des Kriv"?).

Kriweser Burg, bei Röbel an der Müritz, 1375 an der Kriweserborch: wohl dasselbe, also = Krivice; noch jetzt erinnern daran in der Nähe "Griesemoor" und Krießkamp".

Kryuitze (Theil des Nepersmühlenschen Sees) 1339 Kryuitze aqua: dasselbe (Krivitze).

Krohn, Kron, A. und Ksp. Eldena 1 SW Grabow, 1345 Krůn, Krvn, Krone, 1540 Kroen (altsl. krun-, kron-P?) adj. poss. §. 17: "Ort des Krun" (man würde Karn erwarten, vgl. Karenz, Karnin, Karnitz). Vgl. noch stagnum Grote Crun (Gr. Krohn=See N Lychen, Ukerm.) und stagnum Lutke Crun (Kl. Krohn=See, ebenda) 1299.

Kröpelin, Stadt, 1177 Crupelin, 1219 Chrupelin, 1250 Cropelin, später Cropelin, Kropolin, Krøpelin, Croplin (altsl. hrop- schnarchen P oder kropa Tropfen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Chropola, Kropola"

Krukow, A. Stavenh. 1/2 NO Penzlin, 1170 Crukowe, 1244 Crukov (altsl. krukŭ Rabe A oder P) adj. §. 15. 34: "Rabenort" oder "Ort des Kruk".

Krukow (Wismarer Feldm.) 1230 Krukowe, 1277 Crukoywe, 1324 super campo Crucowe, noch jetzt Krukowsches Feld: dasselbe.

Krümmel, A. Wredenh. 2 SO Röbel, 1237 Crumemir, 1274 Crummere (altfl. kromê draußen, fern P) adj. poss. §. 17: "Ort des Kromêmêr" [weit, draußen berühmt, Fernruhm].

Krüselin, A. Feldberg 1 SW Feldberg, 1393 Cruzelin, 1420 wüst-, 1464 Krüselin (altsl. kruhŭ Bißchen, Krume, Körnchen A, vergl. ON klr. krušel'nyča Gal.) adj. §. 32: "Sandort". Davon benannt:

Krüseliner See, ebenda, 1556 im Kruselinschen Sehe.

Kublank, A. Starg. 1 1/2 N Woldeck, 1298 Cvbiank, 1312 Coblank, 1338 Cublanke (altsl. kobyla Stute A, poln. kobylany) demin.§. 9: "Klein Kobylany", "Klein=Stutenort".

Kuchelmiß, A. Goldberg 1 NO Krakow an der Nebel und einen See, 1469 Kuchelmess, 1479 tho Kuchelmisse

 
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(altsl. hoholŭ Strudel, Wirbel A; und mĭzêti tröpfeln, fließen A) adj. §. 2l, etwa: "Strudelbach=Ort".

Kuhs, A. Güstrow 1 NO Güstrow, 1286 Cuziz, 1291 Kuzit^e, 1292 Kütze, 1293 Kusitze (altsl. kąšta, nsl. kôča, serb. kuc'a, poln. kucza [ = kącza] Hütte A, oder kuk- p) §. 21: "Hüttenort" oder §. 6: "Nachkommen des Kuka, Kuča".

Kukasbruch und Kukusberg, Flurn. bei Adamsdorf (altsl. kok-, kuk- P, vgl. čech. ON kokašice, kokošin etc.) "des Kokaša, Kokoša".

Kummer, A. Grabow 1 W Ludwigslust, 1480 Kummer, Burgstelle (altsl. komarŭ Mücke P) plur. §. 11: "die Komor".

Kummerowe, (bei Grüssow, eingeg.), 1294 curia Kummerowe §. 15 oder 34: "Ort des Komor" oder "Mückenort".

Kummerower See, NO Malchin, durch welchen die Peene fließt, 1256 stangnum Verchinpenitz, 1248 stagnum Uirchinipenz, 1255 in stagno Penitz, 1266 Virchempenz, 1281 sehe Kummerow, von dem an der Nordspitze belegenen Orte Virchin oder dem an der Südspitze belegenen Cummerowe benannt (Verchenscher oder Kummerower Peene=See) oder: (altsl. vrŭhŭ Gipfel; adj. vrŭhĭnŭ hoch [praep. vrŭhŭ hoch an; vgl. čech. vrhlabi Hohenelbe]; und pêna Schaum, Flußn. Peene A) comp. §. 37: "Hohen=Peene=Ort". (Vgl. unten Verchene, Theil der Müritz.)

Kummin, A. Grabow 1 1/4 SO Parchim, 1272 villa Chumin (altsl. hom- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Choma".

Kuppentin, A. Lübz 1 1/4 O Lübz, 1235, 1271 Kobandin, 1283 Cobbandin, 1285 Cubbandin, 1287 Cobendin, 1291 Kobendin, 1296 Cobbendin, 1298 Cobbendyn, Cobbentyn (1558), (altsl. kob- Weissagung P; oder kub-P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kob-bąd", oder "des Kubęta". [Vgl. Kobande; wahrscheinlich vorslavisch, aber slavisirt.]

Kuskower Feld (Feldm. Röbel), s. Cussecow.

Küsserow, A. Dargun 1 NW Neu=Kalen, 1225 Cuszerowe, 1232 Cusserowe, 1339 Cusserowe (altsl. košara Stall, poln. koszara Pferch, Hürde A, oder kosorĭ Sichel, Sense A) adj. §. 34: "Hürdenort, Sensenort".

Groß= und Klein=Kussewitz, A. Ribnitz 1 1/4 NO Rostock, 1267 Cuseuitz, 1305 Wendeschen Kuzeuitze, 1331 Kuseuisse (altsl. kuh- P, koh- P, poln. ON koszewice; altsl. kos- P, ruth. ON kosovec') patron. §. 6: "Nachkommen des Kos, Koša, Kuša".

 
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Küssow, A. Grevesmühlen 3/4 N Grev., 1230 Cvzowe, 1253 Kuzowe, 1332 Kusowe, 1334 Kuzowe (altsl. kąšta, poln. kucza Hütte A oder kuh-, koh- P) adj. §. 34: "Hüttenort" oder §. 15: "Ort des Kuša, Koša".

Küssow, A. Stargard 3/4 O Neubrandenburg, 1170 Cussowe, 1244 Cussiwo, 1275 Kussowe, 1298 Cussow, 1393 to Cüssouw (altsl. kuh-, koh-, kos- P) adj. poss. §.15: "Ort des Koša, Kuša".

Kussow, A. Güstrow NO Güstr., 1445 Kussowe: dasselbe.

Kützerhof, A. Dargun 3/4 NO Neu=Kalen, 1173 Kuzize, 1178 Cuzis et altera Cuzis, 1216 Kusitz et iterum Kusitz, 1219 duas villas Kussize, due ville Kussitz, 1282 Kusiz et iterum Kusiz, que ville redacte sunt im grangiam Kusiz nominatam, 1334 Cuse grangia (altsl. kąšta, poln. kucza Hütte A, oder kuh-, kuk- P) adj. §. 28: "Hüttenort" oder patr. §. 6: "Nachkommen des Kuša, Kuča (vgl. poln. Kuciny, Kuczyn'). Vgl. noch Kützerhofer Aalbude, A. Dargun 1/2 S Dargun, am Ausfluß der Peene aus dem Kummerower See; sowie Kutscher Wiese bei Dargun.

Kützer Graben bei Dargun, 1173 riuulus, qui vocatur Zimulubu (altsl. zem- P; vgl. zemodêlĭcĭ "agricola", also *zemoljubŭ "der sein Land liebt" ? oder sêm- P) adj. poss. §. 15. 17: "des Zemolub, oder Sêmolub".

Kutzekermolen (bei Damerow, Ksp. Jabel) 1378 (altsl. kuk-P; kąšta, poln. kucza, dem. kuczka Hütte A) "Mühle bei den Hütten", oder "Kučik=Mühle"; steht im Zusammenhang mit:

Kütze, Kütz (bei Dammerow, Ksp. Jabel), 1345 Kůz, adj. §. 21: "die Hütten", oder adj. poss. §. 17: "des Kuča".

Kützin, A. Wittenb. 1 SW Wittenb., 1230 Cvtsin, 1335 Kůtzin: entweder "Hüttenort" oder "Ort des Kuča".

Kutziner See, S. Plauer See.

Kuzuzine (bei Dargun, N der Dörgeliner Koppel) 1174 (altsl. kos- P, koš- P, košuta Hirsch; vgl. poln. ON kosocice) adj. poss. §. 16: Ort des Kosoča, Košuta [Hirsch].

L.

Groß=Laasch, A. Grabow 1 1/2 SW Neustadt, 1291 Laceke, 1335 Lazeke, 1600 zu Grossen-Lasche (altsl. lak- P Habsucht) plur. §. 11: "die Laček".

Klein=Laasch, A. Neustadt 1 1/4 S Neustadt, 1306 Schadelazich, 1344 Schade-latzke (ob schade = poln. szkoda, altsl. skąda, russ. skuda, Mangel ?): dasselbe.

 
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Laase, A. Meklenb. 1 O Warin, 1248 Lase, 1343 Laze, 1344 to deme Lase (altsl. lêsŭ poln. las Wald A) adj. §. 21: "Waldort".

Labeer Theerofen, A. Feldberg 1 1/1 N Lychen (altsl. lab- P; vgl. PN r. labuta, ON serb. labiéevo, poln. labiszyn, labaj bei Kalisch).

Labus=See, Havelsee 1 1/2 O Mirow, 1358 de Lebbus, 1569 Labbus See (altsl. lab- P, r. PN labuta, poln. ON labiszyn etc) adj. poss. §. 17: "des Labus". Vgl. noch: ein wueste feltmarke die Lebbe genannt (bei Gnewitz, A. Strelitz) 1572.

Groß= und Klein=Labenz, A. Meklenb. 1/2 SO Warin, 1186 Lubitze, 1189 Lubintze, 1197 Lubinze, 1310 Lubenze etc. (altsl. ljubu lieb R) adj. poss. §. 17: "Ort des Lubeta".

Lage, Stadt, 1216 Lauena, 1270 Lawe, 1309 Laue (altsl. lawa Bank, poln. lawa Brücke, Steg durch einen Sumpf A) adj.êna §. 31; adj. §. 31: "Brückenort". Davon:

Lage, Vogtei, 1297 in aduocacia Lawis (§. 28: -ice?).

Lähnwitz, Länwitz, A. Dobbertin, 1563 Feld Lahnvisse(altsl. lanŭ, čech. lan, poln. lan Hufe A) §. 28: "Hufenort".

Lalchow, A. Lübz 1/4 W Plau, 1255 Lelekowe, 1271 in Lelecow (altsl. lêl- P: lêlja Tante, lêlêkŭ Onkel) adj. poss. §. 15: "Ort des Lêlek".

Lalendorf, A. Goldb. 1 1/2 W Teterow, 1448 to Lalendorpe (altsl. lal- P, z. B. serb. lala, lalos) §. 18: „Dorf der Lala".

Lang, das holtz, (Grenzbest. des Landes Bützow) 1232 (altsl. lągŭ Au, Hain, Wald) §. 20: "Wald".

Langenhagen, s. Techentinerhagen.

Lange See, der, O Speck, 1257 stagnum Cuth[im]ershe, (altsl. hotĭ Sucht P) adj. poss. §. 17: "des Chotimêr".

Langhagen, A. Stavenh. 3/4 NW Neu=Strelitz, 1257 Lancauel, 1274 Lanckavel (altsl. ląkavŭ adj. verkehrt, schlecht P, ląkavŭ angelŭ Teufel) adj. §. 14: "Ort des Ląkav".

Langhagen=See, zwischen dem Krakowschen und Goldbergschen See, 1227 Lanckauel: dasselbe.

Langwitz, A. Stavenhagen 3/4 S Basedow, 1491 Lanckeuitze, 1648 Langkewitz (altsl. ląka Pfuhl, Sumpf, Wiese A) adj. §. 28: "sumpfiger Ort".

Auf der Lank, A. Lübtheen 1/2 N Lübtheen, 2 Büdnereien, welche 1828 diesen Namen erhielten (altsl. ląka Sumpf A).

Lanke, die, nördl. Th. des Plauer Sees und ein Acker daselbst, bei Quetzin, 1271 circa Lancken, 1348 aqua Lancken, adj. "sumpfiger Ort, Wiesenland" etc.

 
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Lanken, A. Lübz 3/4 W Lübz, 1229 Lanken, 1268 Lanken: dasselbe.

Lankow, A. Schwerin 1/4 NW Schwerin an einem See, 1237 Lanckow, 1262 Lanckow, 1267 Lanckow, Lankow, adj. §. 34: "sumpfiger Ort".

Lankow, V. Schlagstorf 1 1/4 O Ratzeb., 1230 Lankowe, 1306 Minor Lankowe: dasselbe.

Lankow'scher See, O Ratzeb., 1294 stagnum Lancowe, 1295 Lanchowe: dasselbe.

Lansen, A. Stavenh. 2 S Malchin, 1648 Lansen, 1797 Lansen (altsl. lągŭ Hain, adj. lažĭnŭ, poln. ląg Sumpfboden A) adj. §. 30: "Hainort, Sumpfort".

Lapitz, A. Stavenh. 3/4 N Penzlin, 1508, 1518 Laptze (altsl. lapa Klaue, poln. łapa Bärlapp, "lycopodium" A; oder lap-, lapica Falle A) §. 28: „Fallenort", "Ort, wo Bärlapp wächst".

Lärz, Kloster=A. Dobbertin 1 3/4 SO Röbel, 1237 Lositz, 1249 Lusiz, 1257 Loziz, 1263 Lozit, später Losetz, Loscitz, Lozitce, 1344 Loretze (altsl. losĭ Elenthier A) §. 28: "Elenthierort".

Laschendorf, A. Malchow 1 1/2 NO Malchow, 1352 Lasendorpe, 1374 Lazekendorp (altsl. lag- P, oder lak- P) §. 18: "Dorf der Lazek oder Laček".

Lassahner Feldmark, St. Grabow SO, 1293 villa Lassan (altsl. lêvŭ, poln. las Wald A) -janinŭ §. 33: "die Waldbewohner".

Lauen, V. Rupenstorf 1 1/2 W Schönberg, 1194 Lewen (Lewem?), (altsl. l%ecirc;vŭ link P) adj. poss. §. 17: "Ort des Lêven".

Laupin, A. Dömitz 2 N Dömitz, 1520 Leupin, 1550 Lowpin (altsl. lup-, westsl. laup-, leup- P; vgl. PN Lupoglav, poln. łupac' spalten, łupič, altsl. lupiti abschälen, łup Beute, łupina jede Schale etc.) adj. poss. §. 16: "Ort des Lupa"?

Läwen, A. Feldberg 3/4 SW Feldberg, 1393 Lovene (up der heyde) (altsl, lovŭ Jagd A) adj. §. 21: "Jagdort".

Lebbin, A. Wredenh. 3/4 O Malchow, 1293 Lubin, 1299 Lubbin, 1459 Loben, Lobbene, Loven (altsl. ljubŭ lieb P) adj. poss. §. 16: "Ort des Lub', Luba".

Leezen, Lezen, A. Schwerin 3/4 NO Schwerin, 1325 Lecen, 1378 Letsen im lande Slesen (altsl. lek- P) adj. §. 17: "Ort des Lečen".

 
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Lehnenhof, Lenenhof, A. Dargun 1 1/4 SO Gnoien, 1239 Cantome, Cantim, 1241 Canthem, 1248 Cantim, Kantem, 1309 Cantym (altsl. kątŭ Winkel P) adj. poss. §. 17: "Ort des Kątom, Kątim". Vgl. Kanther See, bei Dargun.

Lehsen, A. Wittenb. 1/2 SO Wittenb., 1230 Lesen, 1319 Lesen, 1323 Lezen, "mit prächtigen Laubwaldungen" (noch 1857), (altsl. lêsŭ Wald, poln. las, adj. les'ny A) adj. §. 30: "Waldort".

Lehsten, A. Stavenh. 1 3/4 NW Penzlin, 1326 Leistenn, Leystenn, 1648 Leisten (altsl. lêska Haselstrauch, poln. leszczyna A, čech. leštna) adj. §. 30: "Haselstrauchort". Vgl. Neu=Lehsten ebenda.

Leisten, A. Plau 3/4 N Plau, 1271 Lesten, 1348 Lesten: dasselbe.

Leizen, A. Wredenh. 1 1/4 W Röbel, 1427 de van Leistke, 1648 Leisten: dasselbe.

Leikendorf, A. Neu=Kalen 1/2 NW Neu=Kalen, 1225 Lilekesdorp, 1262 Lellekendorp (altsl. lêl- P) §. 18: "Dorf des, der Lêlek".

Lenschow, A. Lübz 1 1/2 SW Goldberg (bei Parchim), 1404 Lentzkow, 1328 Lentzekowe (altsl. * ląčikŭ; vgl. ląčije, sloven. lôček Riedgras, Binse A) adj. §. 34: "Binsenort".

Lenschow, V. Rupenstorf 1 1/2 N Ratzeb., 1194 Lenzekowe, 1341 Lencekow: dasselbe.

Lentsecowe stagnum, bei Lenschow unweit Ratzeburg, 1238: "Binsenteich".

Lenschow=Bach, in die Waknitz, einen Nebenfl. der Trave, 1158 Linzika: "Wiesenbach" (altsl. ląka, lęka WieSe), oder BinSenbach (altSl. * ląčikŭ).

Lenz, A. Goldberg 1/2 W Plau, am Plauer See, 1366 Lenz, Lenzik, 1448 Lentzick, 1500 die Lentzke, "urSprüngl. nur die WieSe an der Mündung der Elde in den Plauer See" (altsl. ląka, lęka Wiese A) §. 24: "Wiesenort".

Lenzer Strom, Lenzkanal, Ausfluß der Elde in den Plauer See, 1642 der pas Lentzsche: dasselbe.

Lenz (bei Fleeth bei Mirow) 1273 Liniz, 1301 Lenst, Lenste (altsl. lĭn-, lĭnište Leinfeld A, poln. len, lnu Lein, lnisko Leinfeld) §. 26: "Leinfeld".

Lenzen, A. Dobbertin 2 SW Güstrow, 2 O Sternb, 1402 Lentzen, 1498 Burglehn zu Lenszken, 1532 Lentzken, adj. §. 30: "Wiesenort" (vgl. ON poln. łączne).

 
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Lenzener See bei Lenzen, 1236 See Lansnizhe (altsl. ląka Wiese A, vgl. ON poln. łączne) §. 28 (ica): "Wiesenbach, Wiesenwasser" etc.

Leppin, A. Marnitz 2 S Parchim, 1604 Leppinische Glashütte (altsl. lêpŭ schön P und A) adj. poss. §. 16: "Ort des, der Lêpa".

Leppin, A. Wredenhagen 1 1/4 N Mirow, 1509 Loppin (!): dasselbe; vgl. jedoch auch Loppin.

Leppin, A. Stargard 1 1/4 O Starg., 1298, 1312 Leppin: dasselbe.

Lepsowe, alte Feldmark bei Röbel, jetzt Marienfelde, Lepsowe sylua (bei Röbel) 1318 (altsl. lêpŭ P) adj. §. 15: "Ort des Lêpec".

Letschow, A. Schwan, W, 1301 Letcekowe, 1326 Letzekowe (altsl. lek- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Leček".

Leussow, Loissow, A. Grabow 2 N Dömitz, 1291 Loysowe, 1335 Leysowe (altsl. lysŭ kahl A) adj. §. 34: "kahler Ort".

Leussow, Loissow, A. Mirow 3/4 NW Wesenbg., 1270 Leyssowe, 1273 Loysowe, 1296 Loysowe: dasselbe.

Levekendorf, A. Güstrow 1/2 SW Lage, 1279 Levkendorp, 1292 Lewekendorp, entweder deutsch: "Ort der Leveke", oder (vgl. Lewin) (altsl. lêvŭ link P) §. 18: "Dorf der Lêvik".

Levenstorf, Lewenstorf, A. Stavenh. 1 1/4 N Waren, 1491 Leuenstorppe (altsl. lêvŭ P) §. 18: „Dorf des Lêva, Lêven".

Levezow, A. Grevesm. 3/4 SO Wismar, 1320 Leuetzow, 1338 Lewitzowe: "Ort des Leviča, Levik".

Levin, Lewin, A. Dargun 1 1/2 NO Neu=Kalen, 1174 Liuin, Liwin, 1178 Leuine (altsl. li, liv; lijati begießen, regnen; serbisch livada Wiese) §. 32: "Wiesenort", oder "Ort des Lêva". Vgl. noch Leviner Werder, Ortschaft auf der Leviner Feldmark, erhielt 1839 diesen Namen.

Lewitz, die, Waldung N Neustadt, 1345 vth der Lewitze, 1350 mid der Lewitzer allerleye recht, 1571 garten in der Lewitz (altsl. li-, liv-, lijati begießen, regnen; serbisch liv-ada Wiese) §. 28: "Wiesenland". — Vgl. Brandleue, großer Wald bei Dömitz, 1566, und Levin.

Levitzow, Lewitzow, A. Neu=Kalen 1 N Teterow, 1304 Leuetzow, Lewitzowe, Lewezou, 1305 Leuezowe, §. 15: "Ort des Levik, Leviča".

 
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Lexow, A. Malchow, SO, 1298 Lexowe, oft (altsl. lek-, P, z. B. čech. leksa) adj. poss. §. 15: "Ort des Leksa".

Liepe, A. Eldena 1 1/4 O Dömitz, 1290 sylva Lipe, 1305 siluam Lipe cum uilla in ea sita, 1308 Lype (altsl. lipa Linde A) adj. §. 21: "Lindenort".

Liepen, A. Ribnitz 1 NO Tessin, 1184 Lubyna (altsl. ljubŭ lieb P) adj. poss. §. 16: "Ort des Lub', Luba".

Liepen, A. Stavenhagen 1 S Malchin, 1247 Lipyn, item Lipyn (d. i. Holz= und Sand=Liepen), 1337 de Sandliepen, 1349 dorp tho der Santliepen (altsl. lipa Linde A) adj. §. 32: "Lindenort".

Liepen, A. Stavenh. 1 3/4 NW Neu=Strelitz, 1408 des dörpes tho der Lypen: dasselbe.

Liepen, A. Malchow 1 1/2 O Krakow, 1329 Gruben Lipen, 1341 villa Lypen: dasselbe.

Lipen (Rostocker Feldm.), 1275 Lypen, 1288 iuxta Lipam: "Lindenort".

Liepen, A. Stargard 1 1/2 SW Friedland, 1298 Lypa: "Linde". Vgl. noch Lieper Kamp (bei Gnoien), benannt nach den früheren Besitzern, denen v. Lipe.

Lieper Thal (bei Penzlin), 1257 Liperi vallis (altsl. lipa Linde A) -arĭ §. 29?

Lipnitz (Bach bei Below, A. Grabow) 1665 (altsl. lipa Linde A) §. 28: "Lindenbach".

Liepousieunizham (Grenzbestimmung des Landes Bützow), 1232 ins wasser Liepousieunizham (vgl. ON lipovšica Krain, hpowiec Galizien etc.)?

Lieps, Liepz, Riff [früher Insel] in der Ostsee, vor Wismar, gegenüber Tarnewitz, 1266 insula Lypec, 1228 Lipetz. 1328 insula dicta Lypze, jetzt das Liepzen-Reff.

Liepz, die, Wiese S Neustadt, 1333 sylua Liptz.

Liepz, Insel im Schweriner See, gegenüber Gallentin, 1171 Libiz, Lybiz, Liptz, 1178 Insula S. Marie, 1186 Lypiz, 1189 Liptz, 1197 Lipz etc.

Wendisch Liepz, A. Boizenb. 2 N Boizenb., am Mühlenbach, 1604 Wendischen Lipze.

Liepz, die, See N Prillwitz, mit dem Tollense=See durch einen Kanal zusammenhangend, 1273 stagnum Lipiz, 1279 stagnum Liptz, 1286 Tollense et Lypitz.

Lipitz, Gegend zwischen der Liepz und Wesenberg, 1170 inter fines Chotibanz, Lipiz et Hauelam, Lippiz, 1182 Lipiz, 1244 Lipetz.

 
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Liepz, Lieps oder Lübz, Insel im Krakower See.

Lipse stagnum, bei Menzendorf und Lübseerhagen, Vogtei Schönberg, 1158, 1174 stagnum Lipse. In wiefern die verschiedenen Orte Liepz, die immer eine Beziehung zum Wasser haben, mit lipa Linde zusammenhangen, ist nicht recht einzusehen; altsl. lĭp-, lĭpêti hangen, kleben, poln. lipki "klebrig" ist wohl nicht heranzuziehen.

Liessow, A. Schwerin 1 1/2 W Brüel, 1242 Lissow (altsl. lisŭ Fuchs, poln. lis P und A) adj. §. 34. 15: "Fuchsort" oder "Ort des Lis".

Lindow, A. Stargard 1 1/2 N Woldeck, 1298 Lyndow, 1322 Lindowe, 1353 tu Lindowe, 1411 Lindow (altsl. lędina unbebautes Land A, vgl. poln. ON lęda) adj. §. 32: "unbebauter Ort", oder von einem entlehnten PN Linda, Lenda.

Lindow, V. Schönberg 1 S, im 17. Jahrhundert Lindow: dasselbe.

Linstow, A. Goldb. 2 N Malchow, 1474 Linstowe, 1281 PN Gherardus de Linstowe (altsl. lĭnište Leinfeld A) ?

Lischow, A. Bukow 1 SW Neu=Bukow, 1171 Loixoi, Lyzcowe, 1191 Liuzchoue, 1211 Liuschowe, 1259 Lizcecowe (altsl. lysŭ kahl P, lih.- P, čech. lichkov, lišov, liškov; oder lis- P, čech. lisov, liskovice) adj. poss. §. 15: "Ort des Lysek, Lišek, oder Lisek".

Lisekamere locus (Scheide von Pribbenow bei Stavenhagen), 1260 locus, qui in uulgari Lisekamere nuncupatur, 1282 Lysekamere (altsl. lisŭ Fuchs A, komora Kammer A) comp. §. 35: "Fuchskammern, Fuchslöcher" ?

Lissow, vulgo Liessow, A. Rossewitz S Lage, 1445Liczowe, 1450 Litsouw (altsl. lih- P, oder lisŭ Fuchs P) §. 15. 34: s. Lischow.

Lissow, A. Güstrow, bei Diekhof, O Lage, 1445 Lussouwe, 1573, 1629 Lüssow (altsl. luh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Lus-".

Lize, die Lieze (Land zwischen Mirow und Wittstock), 1274 decimas terre dicte Liza, 1322 Wesenberghe mit der Lyzen, 1329 Wesenbergh, hvs vnde stat mit der Lice, 1348 Wesenburg (!) cum Liezza (ob = li-ica, etwa "Wiesenland" ? vgl. die Ableitung von Lewitz). Vgl. provincia Liezizi 946 zwischen Ihle, Stremme, Havel, Elbe, Lisici d. i. "Nachkommen eines Lis (Fuchs)" (Brückner).

Locken (zw. Silz und Malkwitz, A. Lübz), 1344 villa Locken (altsl. lok-; vgl. lokva Sumpf A) adj. §. 30: "sumpfiger Ort".

 
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Löcknitz, Bach, A. Neustadt, mündet in die Elde in der Priegnitz (altsl. lok-; vgl. lokva Regen, Sumpf A) §. 28: "Bach aus Sümpfen kommend, Sumpfbach". — Davon erhielt der an dem Bache liegende Ort

Löcknitz, A. Grabow 2 O Grabow, erst 1826 diesen Namen.

Lockwisch, V. Rupenstorf W Schönberg, 1194 Locwisc, 1219 Locwisch, 1336 Minor Locwisch (altsl. lokva Regen, Sumpf A) -isko §. 25: "großer Sumpf".

Lohmen, Lomen, A. Dobbertin 1 1/4 N Goldberg, 1227 Lomene, 1234 Lomen, 1518 to Lome (altsl. lomŭ Bruch, Windbruch, Steinbruch A) adj. §. 30: "Steinbruchort"

Lomenitz, Abfluß des Lohmenschen Sees, 1237 Lumenitz (altsl. lomŭ Steinbruch, adj. lomĭnŭ A) §. 28: „Fluß aus dem Steinbruch".

Loiz, Löz, A. Sternberg, NO, am Sternberger See, 1325 im Dorpf Loetz (1570), 1328 villa Loze, 1339 im Dorpe Lötz, (altsl. lok-, vgl. lokva Regen, Lache A) adj. §. 20. 21: "Seeort"? oder ist losĭ "Elen" anzunehmen?

Loiz, A. Stargard 1 1/2 W Woldeck auf einer Hochfläche, 1507 Loysewitze, 1508 Loyseuitze (altsl. lysŭ kahl A) §. 28: "kahle Gegend".

Loosen, A. Hagenow 1 1/2 O Lübtheen, auf einem Höhenzuge, Loyssen (altsl. lysŭ kahl A) adj. §. 30: "kahler Ort".

Loosten, A. Meklenb. NW Hohen=Viecheln, 1513 Losten (altsl. lĭstĭ List P; vgl. auch adj. lĭstĭnŭ leicht, zart, serb. last, lastan) adj. poss. §. 17: "Ort des Lastan".

Loppin, A. Malchow 1 1/4 NO, auf einer Höhe an der Nossentiner Heide, 1318 villa Loppyn, 1322 Loppin, 1331 Loppin, 1340 in Loibbin, 1347 Loppin, 1348 Loppin (altsl. lop-, lopata Schaufel, vgl. ON russ. lopatino, klr. lopatinec A) adj. §. 32.

Lositz (bei Uelitz, W Neustadt) 1285 Lusiz, villa Losiz, 1292 uilla Losiz (altsl. losĭ Elenthier A) §. 28: "Elenthierort".

Lösnitz, Fluß, aus dem Primer=Wald in die Nebel SO Güstrow: "Elenthierbach".

Lossnitz, die, Theil der Feldmark Rosin, 1709, SO Güstrow: "Elenthierort".

Löwitz, A. Gadebusch NW Rehna, 1230 Lovetse, 1267 Louitze, 1325 Lovitze (altsl. lovŭ Jagd A; lovĭcĭ Jäger P) plur. §. 11. 12. 20: "die Jäger".

Lübbendorf, A. Lübtheen O, 1500 Lubbendorff (altsl. ljubŭ lieb P) §. 18: "Dorf des Lub', Luba" etc.

 
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Lübchin, A. Gnoien 1 NW, 1184 Lubechinka urbs (?), 1238 Lubichin, adj. pass.§. 16: "Ort des Lubêcha".

Holz=Lübchin, A. Gnoien 1 SW, 1273 Lubechin: dasselbe.

Lübesse, A. Schwerin 1 3/4 NW Neustadt, 1218 Lubesse, und sehr oft, Lubitz nur 1227, plur. §. 11. oder §. 6: "die Lubeš".

Lvbimari villa in Brezen 1158, 1171 in terra Brizen uillam Livbimari: "des Lubimêr" [des Geliebten Namen habend].

Lübkow, A. Stavenhagen 1/2 SO Penzlin, Lubbechowe (altsl. ljubŭ lieb P) adj. poss. §. 15: "Ort des Lubêck, Lubik".

Lübkow=See, bei Schwichtenberg, unweit Friedland, 1578 Lubichow See: dasselbe.

Lüblow, Lübbelow, A. Neustadt 1 1/4 NW, 1251 Lubelov, adj. poss. §. 15: "Ort des Lub'el". — Vergl. Neu=Lüblow, ebenda.

Lübow, A. Meklenb. 3/4 SO Wismar, 1297 to Lubowe, 1305 Lubow, adj.poss. §. 15: (Ort) "des Lub', Luba".

Lubowe (Parchimsche Feldmark) 1317: dasselbe.

Lubow parvum stangnum (am Röbelschen Wald) 1274: dasselbe.

Lübsee, A. Rehna, 1 N, 1236 Lipesse, 1237 Lipse, 1263 Lipesse, etc. Lipisse, Lipzee (s. Liepz).

Lübseerhagen, V. Schönberg O, an dem Lipse stagnum, darnach benannt, s. d.

Lübsee, A. Güstrow 2 SO, 1570 Lubbetze: adj. poss. §. 17: "Ort des Lubek" oder patron. §. 6: "Nachkommen des Luba".

Lübstorf, A. Schwerin 1 1/4 N, 1209 Lubesdorf, 1273 Lubesdhorp (altsl. ljubŭ lieb P) §. 18: "Dorf des Luba, Lubeš".

Lübtheen, Flecken 2 1/2 SW Hagenow, 1500 Lubetin, Lubbetin, adj. poss. §. 16: "Ort des Lubeta".

Lübz, Stadt, 1274 Louize, Loubze. 1316 med det caspel Lusicke (!), 1317 villa Lubizc, villa Lubetz, 1322 dat hus to Lubcze mit der Thure und Wesenberghe mit der Lyzen, etc. Luptze, Lubitze, adj. poss. §. 17: "Ort des Lubek", oder patron. §. 6: Nachkommendes Lub', Luba".

Lübzin, A. Schwerin 1 NO Sternberg, 1261 Lubbetscin, 1311 Lubtzin: "Ort des Lubeta, Lubiča".

Lüchow, A. Gnoien 1 S, 1173 Luchowe, 1216 Lucho (altsl. luh- P) §. 15: "Ort des Luh-".

Luchowe, Bach bei Lüchow A. Gnoien und Dargun, 1350: dasselbe.

 
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Luckwitz, A Wittenb. O, 1230 Lvkkeuiz, 1329 Lukouitze, 1335 Lukeuitze (altsl. luk- Lauch P) patron. §. 6: "Nachkommen des Luk".

Gr.=Lukow, A. Neustadt und Stavenh. 3/4 Penzlin, 1230 Lucowe, 1304 Maior Lucow (altsl. luk-. P) adj. poss. §. 15: "Ort des Luk, Luka".

Kl.=Lukow, A. Neustadt und Stavenh. 1/2 NW Penzlin, 1230 Lucowe, 1304 Lucow Minor: dasselbe.

Gr.= und Kl.=Lukow, A. Stavenh. 1 1/2 SW Teterow, 1316 Lucowe, 1491 Lukow, Lutteken Lukow: dasselbe.

Hohen=Lukow, A. Bukow 1 /2 NW Schwan, 1344 Lucowe, 1786 Hohen-Lukow (a. 1310): dasselbe.

Lucowe (Sternberger Feldm.), 1309 retentaculum stagni Lucowe: dasselbe.

Groß=Lunow, A. Gnoien 1 SW, 1273 ad fossatum Lunowe, per fossatum in adscensu, donec per medium stangnum Parwum Lunowe (altsl. lun-; luna Mond A oder P) adj. §. 15: "Ort des Luna". Vgl. Klein=Lunow, A. Gnoien 3/4 SW.

Lupendorf, A. Neustadt 1 3/4 SW Malchin, 1287 Lubendorpe, 1491 Lubendorppe, 1648 Lupendorf (altsl. ljubŭ lieb P) §. 18: "Dorf der Lub', Luba".

Luplow, Lupelow, A. Stavenhagen 1 1/2 SO, 1292 Lupegloue, 1315 Kupeglaue (Abschr. v. 1562 Lupeglaue), 1350 t_r Lupeglove, 1457 Luplow (altsl. lup- P) adj. poss. §. 17: "Ort des Lupoglav [Spaltekopf]".

Lüschow, die, See N Goldberg, 1237 see Luzcow, 1274 Luzcowe (altsl. luk- P) adj. poss. §. 15: "See des Luček".

Groß=Lüsewitz, A. Ribnitz 1 1/4 NW Tessin, 1344 Grothe Luzevizce (altsl. luh P) patron. §. 6: "Nachkommen des Lusa". Vgl. Klein=Lüsewitz, ebenda.

Lusnusnizia, aqua (Dambeker, Loostenscher See) 1167:?

Lüssow, A. Güstrow NW, 1229 Lussow, 1237 Lussowe (altsl. luh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Luša".

Lutheran, Lutteran, A. Lübz W, 1324 Latran, 1328 Latran, 1343 Lateran ("grenzt mit Rom [Rome], in welchen Namen denn wohl eine gegenseitige Beziehung gefunden wird". Raabe)?

Lutizen, der östliche der beiden slavischen Hauptstämme in Meklenburg, 789 Lutici, 973 effrena gens Lutici, 990 Liuticii, Liutici, 997 Liuticenses, 1034 Leutizi, 1059 Leutici(i) (Adam), 1149 terra Leuticiorum, Leuticia,

 
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1150 cum principibus Saxoniae, Poloniae, Bohemiae, Leutitiae (altsl. ljutŭ wild P): "die Tapferen, Wilden".

Luttekervelt (Goldberger Feldmark) agris Luttekervelt wlgo appellatis 1311: "des Lutik" (oder deutsch: "der Lutteken").

Lüttow, A. Zarrentin 1 1/2 W Wittenb., 1230 Lvttekowe, 1343 Luttekow: "Ort des Lutik"

Große=Lutzin, Lucin, See bei Feldberg, 1575 die Loczin, adj. poss. §. 16: "des Luča", oder zusammenhangend mit altsl. lok-; vgl. lokva Lache, Sumpf.

Lützow, A. Gadebusch 1 SO, 1230 Lvzowe, 1271 Luthzowe (altsl. luk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Luča, Luč".

Drei=Lützow, A. Wittenburg, 1230 Luzowe: dasselbe.

Luthzithse (Besitz des Klosters Rehna) 1237: Nachkommen des Luč, Luča".

Lyneiezere, stagnum in terra Lychen (Linow=See, Grenze von Meklenb.) 1299 Lynyczere (für Lynyezere), 1300 stagnum apud Lyneiezere, 1305 uilla Lyneiesere cum suis pertinentiis, 1480 dy sêhe Lynow (poln. lin Schleie; altsl. jezero See A) comp. §. 35: „Schleisee".

M.

Machnaci lug (Grenzbest. d. Ldes Bützow) (altsl. mah-. P; ruth. machnôw; ług poln. Tümpel, Sumpf) §. 17. 37: "Sumpf des Machnak".

Madesin (Besitzung des Klosters Dargun, in der Herrschaft Rostock) 1248 Madesin, 1261 in villa Madesin (altsl. mad- P) adj. poss. §. 16: „Ort des Madesa".

Madsow, A. Bukow 1 S Neu=Bukow, 1345 Madzowe, adj. pass.§. 15: "Ort des Madesa".

Malach (bei Dargun), 1173 inter uillam Malach et Coueniz, 1174, 1219 in confinio uille, in qua habitabat Malach et Coueniz (altsl. malŭ klein P; vgl. ON poln. małachów) sing. §. 10: "Besitzer Malach".

Malchin, Stadt, 1215 Malekin, 1236 Malchyn etc Malechin, Malghyn, Malkin (altsl. malŭ klein P) adj. poss. §. 16: "Ort des Malek". — Davon benannt:

Malchin, Land, 1274 Malechin, 1288 terra Malchin. Malchiner See, 1294 stangnum in Warkentin, s. Wargutin.

Burg Malchow, gegenüber Malchow, 1147 Malchon, Malchou, 1160 Melico[u], 1163 Malachou, 1164 Malacowe. Dabei:

 
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Alt=Malchow, 1170 Malechowe, 1232 Malachowe, 1284 Malchowe adj. §. 15: Burg, Ort "des Malach, Malech, Malich". Danach benannt:

Malchow, Stadt, 1235 de Malchowe, Malchaw, 1256 Malechowe, 1284 Malachowe, 1286 Malechowe etc. und:

Malchow, Land, 1218 Malchow, 1260 terra Malichowe, 1285 Malchowe etc.

Malchow, zur Stadt Parchim, NW, 1325 villa Melchowe (3mal), 1330 Melchowe (2mal) (altsl. milŭ. gütig, gnädig P; čech. milikov, milkov, milochovice; poln. mieleszyn, miłochniewice) adj. poss. §. 15: "Ort des Miloch".

Hof Malchow, A. Plau NW, 1337 Malkowe (altsl. malŭ klein P) adj. poss. §. 15: "Ort des Malek".

Malchow, auf Pöl, 1302 Malchowe, Malechowe, 1314 Malechou, 1319 Malchowe: "Ort des Malech".

Malk, A. Eldena 1 3/4 NO Dömitz, 1153 in Wanigge Malke, 1171 in Wanige Mealke, 1174 in Waninge Malke, 1190 villa Malche, 1230 in terra Waninke uillam Malke etc., plur. §. 11: "die Malek".

Malke (O Prillwitz, 1170 Malke, 1244 Malke: dasselbe.

Malkowe (bei Stargard) 1170, 1244 Malcowe: "Ort des Malek"

Malkwitz, A. Lübz 1 1/2 N Malchow, 1553 Malckeuitz, Malckeuitzer scheide, patron. §. 6: "Nachkommen des Malek".

Malkwitzer See, ebenda, 1345 stagnum Drewitze, Cremun, Malkeuitze atque Crasitze: dasselbe.

Mallasche Ackerstücke (Feldmark Ganzlin), 1726 Auf Mallaschen Stücken: "des Mala(ch)"?

Mallentin, A. Grevesm. 1 W, 1331 Malentin, 1404 Malentyn, adj. poss. §. 16: "Ort des Malęta".

Mallin, A. Stavenhagen 3/4 NO Penzlin, 1348 Mallyn, 1471 Mailin (altsl. malŭ klein P; malina Himbeere A) adj. §. 21. 16: "Ort des Mala" oder "Himbeerenort".

Mallitz, Malliß, A. Eldcna, 1/4 NO Dömitz, 1230 Melgoz, 1277 Melchist, 1289 Melegiz, 1318 Melgyz. 1331 Melgast, 1540 Mellutze, 1566 Mellius (altsl. milŭ gnädig, gütig P) adj. poss. §. 17: "Ort des Milgošt" [theuren Gast habend].

Malow, A. Marnitz 1/2 SO Parchim, 1569 Malow (altsl. malŭ klein P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mal-". Vgl. noch Malower Mühle ebenda.

 
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Malzow, Mahlzow, V. Schönberg N, 1194 Malsowe, 1257 Malsowe (altsl. malŭ klein P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mališa".

Mamerow, A. Güstrow 1 1/2 SW Teterolo, 1603 Mamerow (altsl. mom- Knabe, Mädchen P, [fem. serb. moma, masc. serb. momčil, momŭkŭ Knabe]) adj. poss. §. 15: "Ort des Momar"? oder (mamŭ adj. thöricht P): "des Mamor".

Manderow, A. GreVesmühlen 1 NO, 1222 Mandrowe, 1337 Manderowe, 1519 Manderow (altsl. mądrŭ weise P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mądr-".

Mahnkenberg, der, bei Bützow, deutsch „Berg der Maneke" oder nach §. 18: "Berg der Manik".

Mankmoos, A. Warin SO, 1186 due Mankemase, 1189 Mankmase, 1197 Mankamoze, 1306 Mankemus, 1329 Mankemuss (altsl. mąk- P; mąka Qual; mąka Mehl; mękŭkŭ weich adj. P) comp.?

Marienehe, A. Doberan 1/2 NW Rostock, 1304 Mernowe, 1333 Merghenewe,1334 Mergenewe, 1335 Mergnewe, 1530 Marnê (altsl. mirŭ Friede, mêrŭ Name P [poln. mirogniew]) plur.: "die Mirognêv, Mêrognêv [Friedenssinn habend].

Marienfelde bei Röbel, früher Lepsow, s. d.

Marin, A. Stavenh. 3/4 W Penzlin, 1304 villa Morin, 1306 Maryn, 1349 Moryn (altsl. mor- P) adj. poss. §. 16.

Markow, A. Stavenh. 1 1/2 NO, 1648 Markow (altsl. mrŭkŭ schwarz, finster P) adj. pass.§. 15: "Ort des Merk, Mark".

Groß=Markow, A. Neu=Kalen 1 W, 1314 Merchow, Mayus: dasselbe.

Klein=Markow, A. Neu=Kalen 1 1/2 W, 1314 Parvum Merchow, Merkow: dasselbe.

Markower Mühle, A. Kriwitz NO Parchim, 1342 molendinum Mercowe: dasselbe.

Marlekendorp (zwischen Dänschenburg und Dummerstorf) 1273 Marlekendhorp, §. 18: "Dorf der Marulek".

Marlow, Stadt, 1179 schloss Marlow, 1210 schloss Marlow, 1257 Marlow, 1267 iuxta Marlov (altsl. mar- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Marula".

Marnitz, A. Marnitz 1 3/4 S Parchim, 1275 Merniz, 1298 Mernitze, Mirnece, 1317 Mernyz, 1461 tor Merntze (altsl. mirŭ Frieden P, vgl. ON poln. miron', čech. miřenice) §. 6: "Nachkommen des Miron, Miren".

Marsow, A. Wittenb. 1 3/4 W, 1230 Marsowe (altsl. mar- P) adj. poss. §. 15: „Ort des Mareš".

 
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Marutin (bei Neu=Kloster), 1219 villas Marutin, Gusni etc., adj. poss. §. 16: "Ort des Marota, Maruta".

Maßlow, A. Meklenb. 1 1/4 S Wismar, 1267 Mazslowe, 1271 Mazslowe, 1306 Mazlowe, 1319 Mazlowe, 1320 Maszlow, 1347 Maslowe (altsl. mak- P Mohn; makalov čech., mačovice čech. etc.) adj. poss. §. 15: "Ort des Mačal". — Vgl. Matzlow.

Massow, A. Wredenh. 1 3/4 SW Röbel, 1344 Wendischen Marsowe (altsl. mar- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mareš".

Matersen, A. Schwan, 1 NW, 1319 Matriz, 1326 Matrizze, Matrisse, Matheriz, Matritz (altsl. mati, gen. matere Mutter P; poln. macierz, obs. verächtl. Mutter) patron. (metron.)§. 6: "Nachkommen der Mater-".

Matzlow, zur Stadt Parchim 1 1/4 NW, 1351 Maslowe, 1440 Matzelowe: „Ort des Mačal".

Maurin, Nebenfluß der Stepenitz:?

Maurin=Mühle, V. Stove, 1373 Mortmolen: deutsch.

Mechevitze (bei Kaarz), 1400 Mechevitze, 1498 Groten vnd Lutteken Mevitze (später contrahirt: Mowitzer Feldmark) patron. §. 6: "Nachkommen des Mêch".

Mechow, A. Feldberg 2 NO Fürstenberg, 1271 Mechouwe, Mechow, 1290 Mechowe (altsl. mêh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mêch", oder von mŭchŭ Moos: "Moosort".

Mechow, V. Schlagstorf NO Ratzeburg, 1194 Mechowe, 1230 und oft: dasselbe.

Groß= und Klein=Medewege, A. Schwerin, N, 1186 Medewede, 1189 Medewede, 1217 Meduwede, Medewede, 1248 Metuuede, etc. Metwede, Medwede (altsl. medvêdĭ Bär, Honigesser P und A) plur. §. 11: "die Medvêd".

Medow, A. Goldberg, SW, 1310 Medowe, und oft (altsl. medŭ Honig P und A) adj. §. 34. 15: "Ort des Med", oder "Honigort".

Medentin agri (Grevesm. Feldmark), 1335 (altsl. medŭ Honig P) adj. poss. §. 16: "Ort des Medeta".

Meezen, A. Gadebusch, NW, 1230 Metsen, 1335 Metzen (altsl. meč- Schwert P, mečov čech., mieczysław' poln.) adj. poss. §. 17: "Ort des Mečen".

Melkhof, A. Wittenburg 1 3/4 SW Hagenow, 1230 Melcohche (!) (altsl. milŭ gütig P. Vgl ON poln. miłodrož; also etwa miłokoch?) plur. §. 11: "die Milkoch" [theuer und lieb].

 
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Meklenburg (A. Meklenburg), 973 Wîligrâd, 995 Michelenburg, deutsche Uebersetzung des slavischen Namens Wiligard (altsl. velij groß, gradŭ Burg).

Melitz (bei Waren, vor dem Neuen Thore, 1284 dorf Melitz, 1289 in Melist, 1333 Meltze, Melitze (altsl. mêlĭ Untiefe A) ice §. 28, ište §. 26: "seichter Ort".

(Mellen), preussisches Dorf 1 1/2 NO Lenzen, mit meklenb. Antheil zu A. Eldena, 1312 Meile, an einem See (altsl. mêlĭ Untiefe A) adj. §. 21: "seichter Ort", "Ort an einer Untiefe".

Melz, A. Wredenh. 1 1/2 S Röbel (an einem See), 1362 Meltze, 1649 Meltz: dasselbe.

Menkendorf, A. Eldena 2 NO Dömitz, erhielt 1827 diesen Namen von der

Menkenhorst auf der Feldmark, wohl vom deutschen PN Menke, fönst von altsl. mąk-, męk- P.

Menow, A. Strelitz W Fürstenberg, 1418 Menow, 1457 Dorfstäten Menow und Globtzow (altsl. mên- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mên-".

Mentin, A. Grabow 2 SO Parchim, 1388, 1561 Mentin (altsl. mątŭ Trübung, mątĭnŭ trüb, adj., poln. męt trübes Wasser, mątew Quirl P) adj. poss. §. 16: „Ort des Męta".

Merchowe (Ksp. Moisall), 1264 (altsl. mrŭkŭ finster P) adj. poss.: "Ort des Merk".

Mersche silva (Feldmark Röbel), 1309 aus der Mersche, 1318 sylva Merce, 1334 campus Merse (altsl. mrŭkŭ finster P) adj. poss. §. 17: "Ort des Merk".

Merzlaui villa in parrochia Proceke (A. Meklenb), 1230 (altsl. mêrŭ Name, mirŭ Friede P) §. 18: des "Mêrislav", oder "des Miroslav" [vom Frieden Ruhm habend].

Mescenreiza, s. Auegraben.

Meschendorf, A. Bukow 2 N Neu=Bukow, im 15. Jahrh. Meschendorf, 1553 Meschendorf (altsl. mêh- P) §. 18: "Dorf des Mêš-".

Mestlin, A. Dobbertin 1 1/2 W Goldberg, 1312 til Mustelin bleff forhandlet, 1317 Mostelin (altsl. mostŭ Brücke P) adj. poss. §. 16?

Meteln, A. Schwerin 1 3/4 N, Forsthof, 1284 Metle, 1316 Meetle, 1320 Metele (altsl. met-, vgl. metla Ruthe A) adj. §. 30: "Ruthenort"?

Groß=Methling, A. Dargun 1 O Gnoien, 1269 Metnic, 1304 uilla Metlik, 1304 Grossen Methlick, 1304 Kerchmietlich, 1312 villa Metlich, 1316 Metlik Maior, 1337

 
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in villa Metnic Maiori, 1341 super villa Maiori Metheleke (altsl. metlika Beisuß, poln. matonak Unkraut A) adj. §. 21: "Ort, wo Beifuß wächst".

Klein=Methling, A. Darg[Druckfehler: n statt u]nn O Gnoien, 1235 in Slauico Metnic, 1277 Metnic Minor, 1288 in minori villa Metlick, 1289 Metlik, Metnik, 1298 Paruum Metlic, 1312 Parua Metlich: dasselbe.

Metow, Erweiterung der Elde vor Plau, 1295 Medekowe, 1591 die Metkow, 1610 das geringe Wasser die Metkow, zwischen der grossen Wischen und der Elden-Brücke gelegen, 1563 ihn dem Wather, die Metkow gehethenn (altsl. medŭ Honig P) adj. poss. §. 15: "Ort des Medek".

Michnin. (bei Alt=Rehse) 1170 (altsl. mih- P, poln. michanów, čech. michnice) adj. poss. §. 16: "Ort des Michna".

Miekow, A. Güstrow NW Teterow, 1342 Mikowe, 1343 to Mikowe (altsl. mik- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mik, Mika".

Mierendorf, A. Güstrow 1 1/4 NO, 1445 Mirendorpe, 1450 Mirendorppe SA (altsl. mirŭ Frieden P) §. 18: "Dorf der Famn. Mir".

Mildenitz, Nebenfluß der Warnow, 1237 die bach Milnitz, 1256 usque Milnitz fluuium, 1272 aqua Mildenizce, (altsl. milŭ gnädig, gut P) §. 28.

Mildenitzer Burg, jetzt Sternberger=Burg genannt, 1572 Acker auf dem Borchwal, welchen der Borchman bei der Mildenitz gebraucht: dasselbe.

Mildenitz, A. Stargard NO Woldeck, 1312 Mildeniz (altsl. milŭ P) patron. §. 6: "Nachkommen des Milen".

Groß=Miltzow, A. Starg. 1 1/4 N Woldeck, 1298 Magna Melsow (altsl. milŭ gut, lieb P, vgl. ON poln. Milz'yn, milz'owa; čech. milešov) adj. poss. §. 15: "Ort des Milža, Mileš".

Klein=Miltzow, A. Stargard 1 N Woldeck, 1298 Parua Melsow, 1450 Mylsow, Milsow, 1471 Gr.- und Kl.-Milsow: dasselbe.

Minzow, A. Wredenhagen 1 W Röbel, 1648 Mintzow, 1687 wo die Minsower in die Kirche gehen (altsl. min- bewegen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mineš".

Myriewo (Grenzbestimmung des Landes Bützow) 1232, adj. poss. §. 15: "Ort des Mirej".

Mirizt (Besitz von Neu=Röbel), 1274 Mirizt, Mirlitz, Muritz (altsl. mirŭ Frieden P) patron. §. 6. 26: "Nachkommen des Mir".

 
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Mirow, A. Schwerin 1 3/4 N Neustadt, 1270 Mirowe (altsl. mirŭ Frieden P) adj. poss. §. 15: "Ort des Mir".

Mirow, Komthurei, Flecken, A. Mirow, 1227 Mirowe und oft: dasselbe. Vgl. noch Mirowdorf, A. Mirow, in unmittelbarer Nähe des Fleckens, am SW=Ende des Mirower Sees gelegen.

Mirtsino, stagnum (Grenzpunkt von Dukow und Scharpzow) 1229 (altsl. mirŭ Frieden P, vgl. mrŭkŭ finster P) adj. poss. §. 16: "des Mirka".

Groß=Mist, V. Schlagstorf 1 SW Schönberg, 1211 uilla Mikist in territorio Razeburch, 1302 villa Mytzyst, 1318 villa Mitzist, 1334 Maior Myzest, 1336 Maior Miszte (altsl. mik- P) isko §. 26: "Ort des Mik, Mika, Miča".

Klein=Mist. V. Rupenstorf 1 SW Schönberg, 1211 Mikist in terra Boytin: dasselbe.

Mizerez provincia (zwischen Peene und Tollense), 946 Mizerez, 1150 Miserezs, Miseretz, 1179 Mi[z]erezs, Mirerezs, 1186 Myzerech, 1318 Misereth, 1197 Mezerech (altsl. meždŭ, praep. zwischen, rêka Fluß A, čech. meziřiči, klr. mezyriče, poln. międzyrzecze) compos.§. 38: "zwischen den Flüssen". Vgl. terra Beseritz.

Modell, Fluß, und Mudelwisch, 1553, 1578, geht in den Landgraben oberhalb Beseritz (A. Stargard) (altsl. mot-, motiti se sich lebhaft bewegen A, poln. motolevo Motlau etc) - Vgl. Motel.

Mödentin, A. Meklenburg 1 1/4 S Wismar, 1219 Modentin, und oft, 1328 Mødentyn (altsl. mod- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Modęta, s. Möderitz.

Möderitz, A. Grabow NW Parchim an der Elde, 1229 Moderiz, 1302 Modriz, 1304 Moderitz, 1308 Muderitz, 1320 Moedericz (altsl. mod-, modrŭ blau P und A) patron. §. 6: "Nachkommen des Moder", oder "Ort am blauen Fluß".

Mogila cumulus (Grenze des Klostes Dargun) 1219 (altsl. mogyla Hügel).

Moisall, A. Meklenb. 1 1/2 N Bützow, 1264 Moyssalle, 1345 Møyszalle (altsl. myslŭi Geist, Sinn P) plur. §. 11: "die Moisal's" (Mysl). Vgl. noch: Moisaller Hufe, zu Hof Meteln gehörig.

Moyslitz (bei Gilow), 1247 Muceliz, 1261 Moyzle, 1266 Muzeliz, 1274 Moyzliz, 1281 Moyzeliz (altsl. myslĭ Sinn, Geist P) patron. §. 6: "Nachk. des Moisel, Moisal" (Mysl).

 
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Moyszledarsiz (in terra Ylowe), 1171 Moysziedarsiz, Moiz-, 1211 Mois-, patron. §. 6: "Nachkommen des Moislidarg" (Myslidrag) [dem Sinne theuer].

Moitin, Meutin, A. Bukow 1 SO Neu=Bukow, 1171 Mentino, Mentyna, 1191, 1211 Mentina, 1248 Mentyn, 1305 Meytin, 1321 Meytin (altsl. mąt- Trübung, poln. męt P) adj. f. n.§. 16: "Ort des Mętin" (poln. Mącm).

Moker, die (Bützower Feldmark), 1236 Mokere, 1581 Mo(c)ker (altsl. mokrŭ naß A). Vgl. noch Holz=Möcker bei Bützow.

Möllen, A. Goldberg S Krakow, 1682 Dorf Möhln (altsl. mlynŭ Mühle A, westsl. muln, moln, als Ausnahme zu p. 6, No. 5.) adj. poss. §. 21: "Mühlenort".

Mohlensche See 1637, der Krakower See, woran Möllen liegt.

Möllin, A. Gadebusch, W, 1194, 1230 (malu oder malina, s. Mallin).

Mölln, A. Stavenh. 1 1/2 N Penzlin, 1316 (Mölln), 1648 Möllen (altsl. mlynŭ Mühle A) adj. §. 21: "Mühle, Mühlenort". — Vgl. Mölln im Herz. Lauenburg und Grevesmühlen.

Moltenow, A. Rühn 1 3/4 NW Bützow, 1233 hagen Altona, 1264 Moltena, Oltena, also später slavisirter Name.

Moltenow, A. Schwerin 2 NO, 1434 Moltena, 1497 Moltana, 1520 Molthena (altsl. mlatŭ Hammer P, poln. młot, demin. młotek, westsl. als Ausnahme zu p. 6, No. 5 molt-, demin. moltek P) adj. poss. §. 15: "Ort des Moltan"?

Moltow, A. Meklenb. 1 SO Wismar, 1419 Moltkow, 1456, 1477 Moltekow (altsl. mlatŭ Hammer P, poln. młot, demin. młotek Hammer, westsl. molt-, moltek) adj. poss. §. 15: "Ort des Moltek".

Groß- und Klein=Molzahn, V. Schlagstorf 1 1/2 O Ratzeburg, 1230 Mvltsan, 1216 Multsan, 1306 Molsan (altsl. mlŭk, mlŭknąti schweigen, mlŭčanije Schweigen P) adj. poss. §. 17: "Ort des Molčan".

Molzow, A. Stavenhagen 2 NW Waren, 1491 Moltzow, 1648 Moltzow (altsl. mlŭk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Molča".

Mönchhof, A. Wredenhagen 1 1/2 S Röbel, 1232 (stagnum) Cotze, 1311 curia Koz cum stagno Koz, Kotze, davon hatte die Kotzer Heide ihren Namen, jetzt Wittstocker Heide, (altsl. kok- P) adj. poss. §. 17: "Ort des Koča, Kok-".

 
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Moraas, A Hagenow, 1 O, 1227 Moraz, 1269 Moraz, 1497 im durpe to Moratz, to Maratse, 1500 im dorpe Morats, 1520 Moratze (altsl. mrakŭ Finsterniß P) adj. poss. §. 17: "Ort des M(o)rak, M(o)rača", vgl. čech. ON mračenice.

Morin (Hof, in der Ludorfer Feldmark untergeg., auch Alt-Morin), 15. Jahrh., 16. und 17. Jahrh. Morin, Marin (altsl. mor- P) adj. poss. §. 16: "des Mora".

Mörseken=See, zwischen Fürstenberg und Himmelpfort, 1299 Morseken stagnum (altsl. mrŭža gefrornes Wasser, poln. mroz Frost, demin. mrozek, westsl. morzek A) adj. §. 21: "Teich voller Frost, kalter Teich".

Motel, Nebenfluß der Schilde (altsl. mot-, motiti se sich lebhaft bewegen A, poln. motolevo Motlau). — Vgl. oben Modell.

Muchelwitzer Feldmark, auch die Muggelwitz, bei Gädebehn, A. Kriwitz, 1344 Muggeluitze (altsl. mogyla Grabhügel A) ica §. 28: „Grabhügelort".

Muchow, A. Neustadt 1 1/2 SO (altsl. muha Fliege A, oder muk- P): "Fliegenort" ?

Mueß, A. Schwerin 3/4 SO Schwerin, am Schweriner See, 1304 Muce, 1309 Můcze (altsl. muk-, muč- P), vgl. PN čech. Mucek, Mucka".

Mühlengeez, A. Schwerin 1 1/4 SW Güstrow, an der Nordseite des Sees, an dessen SOSeite Karcheez liegt, 1306 Gheetze, 1329 Mølengheetze, 1332 Mølenghetz, Getzen, 1333 Gheetze, 1335 Geetze (altsl. gatĭ Damm, Kanal A) adj. §. 27: "Dammort" (oder altsl. guŭd- P; vgl. poln. ON Giecz, alt gŭdŭčŭi; čech. ON hedeč. Danach ist auch Karcheez zu verbessern.)

Kirch=Mulsow, A. Bukow 1 SO Neu=Bukow, 1302 Mulsow (altsl. mladŭ jung, westsl. mold- als Ausnahme zu S. 6, No. 5 P) adj. poss. §. 15: "Ort des Molza" (?), vgl. PN čech. Mlaz. — Vgl. noch Wendisch Mulsow ebenda.

Müritz, See S Waren, 1230 tuschen der Muretzenn (1402), 1273 stagnum Muriz 1274 stangnum Muritz, 1291 Muriz, Murizce, 1300 stagnum Můrisz, Murutz (1558) (altsl. mor A, morje Meer, demin. moricĭ): "kleines Meer".

Müritz, Land (um die Müritz, s. S. 5), c. 890 Morizani, 946 prouincia Murizzi, 1150 Morizi, 1171 villam in Mvriz, Muriz, 1178 Muriz, 1179 Morizi, 1186 terra Moriz, 1189 uilla in Moritz, 1191 Muriz, 1197 Moriz,

 
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1211 Muriz (altsl. moricĭ kleines Meer A) -jane §. 33: "Anwohner an der Müritz"; adj. poss. §. 21: "Land am kleinen Meer, an der Müritz".

Müritz (der nördl. Theil der Ribnitzer Heide), 1328 nemus Müritz, 1329 in parte nemoris Rybeniz, que Muryz appellatur (altsl. morje Meer A) §. 27: "Gegend am Meere", oder "Meeranwohner".

Müritz, A. Ribnitz 1 1/4 NW, früher Hof, jetzt Dorf, im Walde Müritz, 1815 angelegt.

Klein=Müritz, ebenda, Holzwärterei: dasselbe.

Müsselmow, A. Kriwitz 1 1/4 SW Brüel, 1333 Mucelmow, 1340 tho Musselmow, 1530 Mutzelmow (altsl. muk-, muč- P) adj. poss. §. 15.

Mustin, A. Sternberg, 1 1/4 SO, 1453 Mostyn (altsl. moštĭ Macht P) adj. poss. §. 16: "Ort des Mošt-"; vgl. altsl. mostŭ Brücke A; z. B. ON čech. Mostiště.

N.

Nakenstorf, A. Neukloster 3/4 NW Warin, 1231 Nacunstorp, 1243 Nequinsdorp, 1267 Naquinsdorp, 1271 Naquinesdorp (altsl. kona vollenden P: Nakon, edler Wende beim Fürsten Borwin, 1218 Nacono (abl.), 1219 Nacon, 954 Fürst Naccon, Nakûn bei Ibrahim 973, arabische Schreibweise für Nakôn) §. 18: "Dorf des Nakon" [sehr vollkommen].

Nantrow, A. Bukow S Neu=Bukow, 1276 Nantroywe, 1278 u. 1279 Nantrowe, (altsl. nątr- P, nątriti se sich einschmeicheln, Eingang finden, poln. nęta Lockspeise, Köder) adj. poss. §. 15: "Ort des Nątra".

Naschendorf, A. Grevesm. O, 1230 Natsenthorp, 1320 Nazcendhorp, 1404 Nacendorpe (altsl. načę anfangen P) §. 18: "Dorf des Nača"; vgl. PN čech. Načas.

Nätebow, Netebow, A. Wredenh. SW Röbel, 1261 Nedebuh, 1305 Nedebow, 1331 Nedebow, 1350 Nedebow, 1628 Nätebow, 1648 Nedebow (altsl. ne- nicht, dyb-P, dybati schleichen, poln. dybioch Schleicher) adj. poss. §. 15: "Ort des Nedyba" [der nicht schleicht] ?

Naudin, A. Grevesmühlen 1 1/2 SW Wismar, 1343 Novvdyn, (altsl. novŭ P) adj. poss. §. 16: "Ort des Noveta"(?).

Nebel, Nebenfluß zur Warnow, 1178 Niuele, 1186, 1189, 1197, 1228, 1229 Nebula, 1232 Nieuelia, 1233 Nebula, 1236 Neuel (altsl. niva Acker A) etwa = niv-, nivêl'a: "Fluß durch Ackerland".

 
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Necroz (bei Dargun), 1178, (altsl. ne- nicht, krot- P, krotŭkŭ sanft) adj. poss. §. 17: "Ort des Nekrot" [unsanft], oder altsl. krêsiti wecken P?

Necheln, A. Meklenb. S Brüel, 16. Jahrh. Niklesse (?) (altsl. nik- Sproß P, nikol etc.) patr. §. 6: "Nachkommen des Nikol". — Vgl. Nieklitz.

Neddemin, A. Stargard 1 1/4 N Neubrandenburg, 1285 Nedemin, 1299 molendinum Nedemin, 1305 villa Nedemyn (altsl. ne- nicht, domŭ p) adj. poss. §. 16: "Ort des Nedoma" [nicht zu Hause ?].

Neese, A. Grabow, SO, (altsl. nêga Pflege P) adj. poss. §. 17: "Ort des Nêg", oder §. 11 plur.: "die Nêža".

Neezka, A. Stargard 1 1/2 NW Woldeck, 1417 Nedeska (?), 1550 Netzke, Nietzke (altsl. nizŭkŭ niedrig A) adj. §. 21: "niedriggelegner Ort"; val. noch poln. niecka Mulde, ON: Niecki, Nieckowo.

Groß=Nemerow, A. Stargard, 3/4 W, 1170 Nimyrow, 1244 Nimirov, 1298 Nemerow (altsl. ne- nicht, mirŭ Frieden P) adj. poss. §. 15: "Ort des Nemir" [Unfried].

Klein=Nemerow, A. Stargard, 3/4 W, 1170 Nimyrow, 1244 Nimirov, 1273 Slauicalis Nemerowe, 1298 Parua Nemerow: dasselbe.

Nemezowe (Rostocker Feldmark), 1257 Nemezow, 1275 villa Nemezowe, 1288 Nymezowe, 1289 Nymezowe, später noch Nemezowe campus und Nemezowe molendinum ebenda (altsl. nêmĭcĭ Deutscher A) adj. poss. §. 15: "Dorf des Nêmec oder Deutschdorf".

Nepersmühlen (NO Hohen Pritz, noch jetzt Nepersmühlenscher See daselbst), 1280, 1287 Newopperesmolen, 1283 Newopersmolen, später Neupersmolen, Newoperssmolen, Nepersmolen, Nepermolen 1339 (altsl. ne nicht, opr- widerstreben P, Opor poln., Newoper Mekl.) §. 18: "Mühle des Newoper" [nicht widerspännstig].

Neperstorf, A. Meklenb. 3/4 NW Warin, 1320 Nepersdorp, §. 18: "Dorf des Newoper".

Neschow, V. Stove 1 S Schönberg, 1230 Nescowe, 1313 Nessecowe, 1344 Nescowe, Nessecowe (altsl. nêga Pflege P) adj. poss. §. 15: "Ort des Nêžek".

Nesow, A. Rehna S, 1230 Nesowe, 1294 Teutonicum Nesowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Nêža".

Slauicum Nesowe (bei Nesow), 1230, 1310 Nesowe superior: dasselbe.

Netzeband, A. Wredenh. (Enklave in Preussen) 5 S Röbel, 1358 Necebant, 1418 veste Netzebant (altsl. nêt- an=

 
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zünden, poln. niecic' anfachen, P nětmir čech.) plur. §. 11: "die Nêcebąd" [? ab urendo essentiam habens].

Neuenkirchen'scher See s. Belitzer See.

Neu=Kloster, A. Neu=Kloster 1 N Warin, 1170 Cuthin, v. Cuchin, v. Kütin, v. Cutin?, 1219 villa Cuszin, 1235 Kvscyn (altsl. koh- lieben P, kuh- P, kus- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Koša, Kuh-, Kuš, Kus".

Neustadt, 1253 Noua Ciuitas Chlewa, 1269 Noua Ciuitas, que Ghiwe (!) dicitur, 1300 Noua Ciuitas Glewe, 1344 Nienstadt geheten Glewen, 1576 GIewen, imo Gneven (altsl. hlêvŭ Stall, Haus A)adj. §. 21: "Hausdorf".

Neverin, A. Stargard 1 1/4 N Neubrandenburg, 1496 Neuerin, 1508 Neueryn (altsl. ne- nicht, vêra Glaube P) adj. poss. §. 16: "Ort des, der Nevêra" [Unglaub].

Nevern, A. Meklenburg 1 1/2 N Warin, 1235 Nyuer, 1267 Neuer (altsl. ne- nicht, vêra Glaube P) adj. poss. §. 17: "Ort des Nevêr".

Neuer, nemus (bei Nevern), 1267 m nemore Neuer duodecim mansos: dasselbe.

Nezul (bei Dargun) 1178 (altsl. ne- nicht, sulŭ "selig" P) adj. poss. §. 17: "Ort des Nesul" [Ungut].

Nicakowe (O Prillwitz), 1163 Nicakowe, 1244 Nicakowo (altsl. nik- Sproß P) adj. poss. §. 15: „Ort des Nikak".

Niegleve, A. Güstrow 1 1/2 O, 1372 Niglove, Nichleve (altsl. ne- nicht, glava Kopf P)?

Nieklitz, A. Zarrentin 1 3/4 N Wittenburg, 1230 Nidesse (altsl. nik- sproßen P, vgl. PN Niklzcicz in Mähren a. 1298) patron. §. 6: "Nachkommen des Nikol". — Vgl. Necheln.

Groß=Nieköhr, Nikör, A. Gnoien W, 1404 Nikur, Nikor (altsl. ne- nicht, kur- Gesang P; russ. nekuriša) adj. poss. § 17: "Ort des Nikur-" [Nicht=Sänger]. - Vgl. noch Neu=Niköhr ebenda, seit vorigem Jahrh.

Klein=Nieköhr, Nikör, A. Gnoien W, 1479 tho Nikur, Nikür: dasselbe.

Niekrenz, A. Ribnitz 3/4 W Tessin, 1339 1. Jan. Nikerensse (8mal) (altsl. ne-, kur-, Gesang P) adj. poss. §. 17: "Ort des Nekuręta" [Nicht=Sängers] (?)

Niendorf, A. Neu=Kalen O Teterow, 1282 Tessekowe, quod alio nomine Noua Villa dicitur, 1297 Niendorp, que quondam Tessekow vocabatur (altsl. têha Trost P) adj. poss. §. 15: "Ort des Têšek".

 
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Niex, A. Güstrow 3/4 S Rostock, 1304 Nykiz 1, 1308 Nyketsce 2, Nycatse, 1310 Nyketze, Nikesze, 1326 Nikez (altsl. nik- sproßen P) 1patron. §. 6: "Nachkommen des Nika"; 2adj. poss. §. 17: "Ort des Nikak".

Niezta (in terra Ylowe), 1171 Niezta, Nyecbita, 1191 Nistiz, 1211 Niechita (altsl. ne- nicht, čĭst- čĭtiti ehren P, z. B. čech. Nečta) 1§. 10: Besitzer Ne-čĭta [Ungeehrt]; 2patron. §. 6: "Nachkommen des Ne-čĭta".

Nisbill, A. Warin, 1186, 1197 Nezebul, 1189 Netzebul (altsl. net- anzünden, poln. niecic' anfachen): "Ort des Nêčebol" [im Brennen groß].

Nohum desertum (zwischen Eikhof und Jabelitz), 1178 castrum Butisso cum terra attinenti et quatuor uillas in deserto Nohum (altsl. nagŭ nackt, leer A; nagomŭ adj.; vgl. siromŭ: „das wüste (Land)".

Nossentin, A. Plau N Malchow, 1317 Noscentyn, 1344 Nossentin, 1347Noscentin (altsl. nos- tragen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Nosęta". — Vgl. noch Nossentiner Hütte, A. Plan 1 1/4 N Malchow.

Nostorf, A. Boizenburg, NW, 1444 Notstorpe (altsl. nos- tragen P) §. 18: "Ort des Nosa".

Nustrow, A. Gnoien 1 1/4 NW, 1479 tho Nuttzerow, 1552 Nutzerow (altsl. nuk- P, vgl. ON čech. Nučice) adj. poss. §. 15: "Ort des Nučêra".

Nütschow, A Sülz (Ribnitz) SO Ribnitz, 1232 Nuzchowe, 1241 Nutchecoue, 1248 Nutsecowe (altsl. nuk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Nuček".

O.

Oberhof, A. Grevesm., 1 1/4 N, 1230 superior villa Tarnevitz (altsl. trŭnŭ Dorn P und A) patron. §. 6: "Nachkommen des Tarn".

Obodriten (Herrschaft Meklenburg), 789 Abotriti, 795 Abodriti (Einh.), c. 890 Nortabtrezi (Bai. G.), Obodriti (Ad.), Obotriti (Helm.) (altsl. o- Prothesis oder praep. s. §. 4, 1; bŭdrŭ wachsam, tapfer P) patron. §. 6: "Nachkommen des Bodr, Obodr"; oder ob "um", praep., und odra (Wasser ? odry Pfahlwerk? ?): "die um Gewässer wohnen"?

Oettelin, A. Güstrow O Bützow, 1285 Ottelin, 1287 Othelyn, 1290 Ottelin, 1305 Otelin (altsl. ot- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Otola".

 
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P.

Paarsch, Parsch, A. Neustadt und St. Parchim, O Parchim, 1331 Parcek, 1337 Par(c)eke (altsl. prat- P, čech. prackov, westsl. part-) plur. §. 11: "die Parcek".

Pagel=See (ein Havelsee bei Krienke), 1257 stagnum Paule (altsl. pavlŭ Paul P) adj. poss. §. 17: "des Paul".

Paglowi (Grenze des Landes Bützow), 1238 hernach in Paglowi (altsl. po- praep. an, auf, entlang, glava Kopf, Hügel A) comp. §. 38: "längs der Hügel".

Pajow (längs des Hügels bei Hahnenhorst, A. Lübz), 1254 Payaw, 1263 im dorffe Payo, 1274 Paiowe molendinum (altsl. paj, poln. paj, paiok Antheil, paiuk Diener) adj. poss. §. 15.

Paklowe (im Lande Warne) 1289 (altsl. pak- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Pakol".

Palingen, V. Rupenstors 1 1/2 W Schönberg, 1194 Polengowe, 1301 Polinge, 1349 Polinge (altsl. po-, praep. an, auf, entlang, lagŭ Hain A) adj. §. 34; compos.§. 38: "Ort am Hain, Wald".

Palitz (zwischen Waren und Bök), 1274 villa Palitz, 1292 Paletze (altsl. pal- P) patron. §. 6: "die Pal-, Palic".

Palitzer Theer=Ofen, A. Mirow 2 SW, am Pälz=See: dasselbe.

Pampin, A. Grabow 2 1/2 S Parchim, 1438 Pampin (altsl. pąp- Nabel P) adj. poss. §. 16: "Ort des Pąpa".

Pampow, A. Schwerin, SW, 1286Pampow, 1336 tů Pampowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Pąpa".

Pampow, A. Stavenh. SO Teterow, 1498 vthe Pampow: dasselbe.

Pamprin, A. Zarrentin 1 W Wittenb., 1230 Pampurine, 1326 Pamperin, 1348 tho Pamperin, adj. pass.§. 16: "Ort des Pąpura".

Panitz (in parrochia Vilan [Vellahn]), 1194 Paniz, 1230 Panitz, 1335 Peniz (altsl. panŭ Herr P) patron. §. 6: "Nachkommen des Pan".

Pankelow, A. Ribnitz 1 1/2 SO Rostock, 1328 Pankelow, 1347 Pankelowe (altsl. pąk- enthalten, poln. pąk, pącz Knospe, pęk Bündel P) adj. poss. §. 15: "Ort des Pąkola"

Groß=Pankow, A. Marnitz S Lübz: "Ort des Pąk-".

Klein=Pankower Mühle, A. Marnitz, S Lübz: dasselbe.

Pankowitz (in terra Ylowe), 1171, 1191 Pancouiz, 1211 Pankouiz, patron. §. 6: "Nachkommen des Pąk-".

 
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Alt=Pannekow, A. Gnoien, S, 1216 Pencowe, 1219 Penchouue, 1238 Penkowo, 1248 Penecowe (altsl. pąk, poln. pęk) adj. poss. §. 15: "Ort des Pęk". Vgl. Neu=Pannekow ebenda.

Panschenhagen, A. Neustadt 1 1/4 N Waren, 1289 Jndago (?): "Hagen des Pąč".

Panstorf, A. Kriwitz NO Schwerin, 1344 Panstorp, Panzendorp, §. 18: "Dorf der Pąč-"?

Alt= und Neu=Panstorf, A. Stavenhagen SO Teterow, 1314 Pantacendorp (2mal), 1372 to Panstorpe up deme Harte, 1506 Panstorpe (altsl. pątŭ Weg P) § 18: "Dorf des Pątak".

Panten, V. Mannhagen NW Mölln, 1158 uilla Pantin, 1211 Panthen, 1230 Panten (altsl. pątĭ Weg P) adj. poss. §. 16, 17: "Ort des Pąt, Pąten".

Panzow, A. Bukow S Neu=Bukow, 1295 Pantzow, 1322

Pantzowe (altsl. pąk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Pąč".

Parber, A. Rehna, N, 1230 Parport, 1270Parpurth, 1271 Parpurth, 1310 Parperde (altsl. praprotŭ Farnkraut, westsl. parport A) adj. §. 21: "Farnkrautort".

Parpart (bei Subzin und Korleput), 1299 uilla Parpart, später Perper, Parpen, Perpen (nach 1700 Pertinenz von Subzin), Schmettau. Karte: die Parpschen Tannen, O Korleput: dasselbe.

Parchim, Stadt, 1225 ciues de Parchem, 1227 ciues in Parchem, 1229 Parchim etc., Parchim, Parcheim, Parchym (altsl. prah-, prŭh Staub, westsl. parch- P) adj. poss. §. 17: "Ort des Parchim, Parchem"; vgl. čech. PN Prachen. Davon:

Parchim, Land, 1170 Parchim, 1225 terra Parchem.

Parchow, A. Bukow SW Kröpelin, 1219 villa Parcowe, villa Parcowa, 1235 Parcowe, ubi primum claustrum (Sonnenkamp, Neukloster) situm fuit, 1322 villa Parchowe (2mal) (altsl. pr-, prati, perą getragen werden, fliegen; einerseits par-iti fliegen, andererseits pero Feder, perunŭ Blitz, Blitzgott P, čech. Prkoš PN) adj. poss. §. 15: "Ort des Park-".

Parin, A. Grevesm., N, 1230 Porin, 1391 Poryn (altsl. para Dampf, drav. poró Koth, Morast A) adj. poss. §. 32: (?).

Parkentin, A. Doberan 1 1/4 W Rostock, 1177 Parkantin, 1191 Parkentin, 1209 Parketin etc. (altsl. pr-, par-P, s. Parchow) adj. poss. §. 16: "Ort des Parkęta"; vgl. aber auch čech. ON Prachatice.

 
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Parkow, A. Bützow N, 1302 Perkowe (altsl. per-, oder prŭk- P, S Parchow) adj. poss. §. 15: "Ort des Perk-".

Parsow (Kriwitzer Feldmark, 1246 uilla Parsow, 1344 Parsow (altst. prahŭ, dravenisch parch Staub P, čech. Pršik) adj. poss. §. 15: "Ort des Parš".

Parum, A. Wittenburg, NO, 1194, 1230 etc. Parem (altsl. par- P) adj. poss. §. 17: "Ort des Parem".

Parum, A. Bützow W Güstrow, 1233 Parme, 1269 Parem: dasselbe.

Parumscher See, bei W Güstrow, 1232 See Parmene, adj. §. 30: "(See) des Parem".

Parmenizhe (Bach in den Parunischen See), 1232 die bach Parmenizhe, als dieselbe — fleust in den see Parmene, §. 28: "Bach zum Parem-See".

Pasenow, A Stargard NW Woldeck, 1298 Parsenow, 1312 Parsenowe (altsl. prah- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Paršen-"; vgl. altsl. prazdĭnŭ leer A.

Passee, A. Bukow 1 1/2 SO Neu=Bukow, 1318 Barssze, 1319 Barze, 1581 Passee (altsl. brŭtĭ Bienenbeute im hohlen Baume, poln. barc' A) adj. §. 21: "Bienenstockort".

Passentin, A. Stavenhagen NO Penzlin, 1170 Patsutin, Patsutino, 1244 Patzutin, 1290 Passentynn (altsl. pak- stark P, croat. pačetin) adj. poss. §. 16: "Ort des Pačuta, Pačęta".

Passin, A. Bützow, N, 1236 Partzin, 1329 Partzin, Partzyn, 1333 Partzin (altsl. par- P, s. Parchow, oder altsl. prat- P, Westsl. part-) adj. poss. §. 16: "Ort des Parča oder Parca".

Passow, A. Gadebusch W, 1230 Parsowe, 1331 Parsow (altsl. prah- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Parš-".

Passow, A. Lübz 1 1/4 S Goldberg, 1328, 1404 Parsowe: dasselbe.

Pastin, A. Sternberg, SO, 1323 Parsentin, 1325 Parstyn, 1337 Parzentinm, Parscentyn, 1339 Parsentyn, 1343 Parsentin (altsl. prall-, prŭh- Staub P) adj. poss. §. 16: Ort des Paršęta".

Pastow, A. Ribnitz O Rostock, 1318 Pastowe etc. (altsl. past-; vgl.pastva Weideland A) adj. §. 34: "Weideort".

Pätow, Pötow, A. Toddin SW Hagenow, 1194 Puthechowe, 1219 Putechowe, 1230 Potechowe, 1293 Potechowe (altsl. têha Trost P) adj. poss. §. 15: "Ort des Potêha" [großer Trost]). Vgl. Pätower Stegen ebenda.

 
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Pätrow, Pötrow, A. Gadebusch, NO, 1230 Pvtrowe, 1310 und oft Potherowe, 1326 Poterowe:?

Potherowerstad, locus (bei Pätrow) 1310: dasselbe.

Pazne (in Zwerinensi episcopatu), 1231 Crimpin, Zmaguntin, Pazne (altsl. pah- P, čech. pašnovice) plur. §. 11: "die Pašna, Pašen".

Peckatel, A. Schwerin W Kriwitz, 1338 Packatle (altsl. pek- P, čech. ON pečetín und Pěkotluky):?

Peckatel, A. Stavenhagen S Penzlin, 1274 Peccatle, 1325 de Peckatele, 1353 van Peckatele, 1408 tho Pyckatel.

Peene, pene, Fluß, 786, 911 und sehr oft Pene, 1136, 1171 etc. Oft Penus, 1174, 1215 und oft Pena, 1229 Pana, 1250 (Bog.) Pyana (altsl. pêna Schaum A, poln. piana) adj. §. 21: "der schaumige (Fluß)". - Vgl. Peenhäuser, A. Stavenhagen 1 1/2 S Teterow, am Peenebach.

Peetsch, A. Kriwitz S Bützow 1233 Pyaceke, 1236 Pazeke, 1309 Peetzikke (altsl. pêsŭkŭ Sand, poln. piasek A) adj. §. 21: "der sandige Ort".

Peetsch, A. Mirow 1 1/4 W Wesenberg, 1270 Peske, Petzeke, 1301 Petzeke, Pezich, 1303 Pezich, 1304 Peceke: dasselbe.

Peez, A. Toitenwinkel 1 N Rostock, 1302 in Petznitze, 1304 to den Petzen, 1309 villa Pezce (altsl. peštĭ, peštĭnica Ofen, Höhle, poln. piec, sorb. pec'nica A) adj. §. 28 und 20: "Höhlenort".

Pelzkuhl=Theerofen, s. Palitzer Th.=O.

Penkow, A. Malchow, SO, 1309 villa Penkowe, 1345 Pencowe, (altsl. pąk- ?, poln. pęk) adj. poss. §. 15: "Ort des Pęk".

Penkun (Feldmark Rothenmoor bei Malchin), 1491 Peynkun vor dem Rodenmore, Katen bis 1830, adj. poss. §. 17: "Ort des Pękun".

Pennewitz, Pennewitt, A. Warin, NO, 1322 Penneuitte, Penneuit, 1333 Penneuit (altsl. pena Strafe, Pein P, altsl. vitĭ Gewinn P, vgl. ziemowit poln., witosław, wisław poln.) plur. §. 11: "die Penowit" [von Strafe Gewinn ziehend]; oder zu pĭnĭ (Stamm)?

Penzin, A. Bützow, NW, 1318 Pentzin (altsl. pąk-, poln. pęk P) adj. poss. §. 16: "Ort des Pęča".

Penzin, A. Kriwitz NO Brüel, 1287Pensin, 1343 Pentzin: dasselbe.

 
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Penzlin, Stadt, 1170 Pacelin, Panselino, 1230 vppe vnse slote to Pentzelin, 1244 Pancirin, 1263 Pentzellin, 1273 Penzellin etc. (altsl. pąk-, poln. pęk P) adj. pass.§. 16: "des Pęčela". Davon benannt:

Penzlin, Land, 1342 Pentzelin, land, 1344 Pentzelyn, stad, land vnde man.

Penzlin, A. Lübz SO Goldberg, 1235 Pentzarin, 1288 Penzelin, 1648 Pentzlin (altsl. pąk, poln. pęk P) adj. poss. §. 16: "Ort des Pęčara, Pęčêra, Pęčela".

Pepelow, A. Bukow W Neu=Bukow, 1347 Peepelowe, Pepelowe (altsl. pepelŭ Asche P und A) adj. §. 15: "Ort des Pepel" oder "Aschenort".

Perdöhl, A. Wittenburg, S, 1194 Predole, 1230 Predole etc. (altsl. prê, praep. vor, dolŭ Thal A) comp. §. 38: "Amthal" (vgl. Amberg). — s. auch u. Priedovli.

Perlin, A. Wittenburg, 1 1/2 NO, 1222 Parlin, 1343 Parlyn, 1347 Parlin (altsl. pr, pral-, pralija Wäscherin, westsl. parl- P) adj. poss. §. 16: "Ort des, der Parl'a".

Perniek, Pernik, A. Neukloster 1 1/4 N Warin, 1235 Ponek, Povnek, 1267 Ponik, 1306 villa Punic, 1319 Pvnyk (altsl. ponikva, nsl. ponikva, "locus, ubi fluvius sub terra absconditur", unterirdischer Flußlauf A) adj. §. 21. §. 20; vgl. čech. ON Ponice.

Perow, A. Güstrow 1 N Teterow, 1304 Perow, Perov, 1314 Perowe (altsl. pr, per- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Per-".

Pesselaw (Feldmark bei Dömitz) 1566 SA (altsl. pek- P, oder peh-) §. 15: "Ort des Pečela, oder Pešela".

Petschow, A. Ribnitz 1 1/2 SO Rostock, 1327 Petzekow (altsl. pek- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Peček".

Peutsch, A. Stavenhaaen, 1408 Poyweschk SA: ?

Picher, A. Hagenow 1 3/4 SO, 1291 Pychere, 1303 Pychere, 1319 Pycher, 1335 Pichere, 1634 Picher (altsl. pĭhati, pĭhali schlagen P) plur. §. 11: "die Pĭchêra"; vgl. čech. ON Pchery. — Vgl. Picher=See oder Mümmelken=See (auch Dorf Bichur) auf der Feldm. Parchim.

Pieverstorf, A. Grevesmühlen S, 1237 Piwistorp, 1257 Piwestorph, 1326 Pywerstorpe, Piwistorppe (altsl. pi-, piv-, pil- trincken P, [čech. pivek, pivon, pil]) §. 18: "Dorf des Piv-".

Pieverstorf, Piwerstorf, A. Neustadt 1 1/2 SW Penzlin, 1273 Pywesdorp, Puvistorp: dasselbe.

Pillekesthorpe (in terra Malchin) 1274 (altsl. pi-, piv-, pil-P) §. 18: "Dorf des Pilek"

 
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Pinnow, A. Kriwitz, W, 1265 Pinnowe, 1315 Pynnowe (altsl. pĭnĭ Baumstamm, poln. pien' A) adj. §. 34: "Ort, wo Baumstämme sind".

Pinnow, A. Stavenhagen 1 1/4 NW Neu=Brandenburg, 1301 Pynnowe, 1303 etc., 1350 Pinnowe dasselbe.

Pinnowhof, A. Neu=Kloster 1 1/2 N Warin, 1267 Pinnowe: dasselbe.

Pinnowe (untergeg. bei Neu=Kloster, bei Pinnowhof), 1267 Pinnowe et Pinnowe, 1271 Pynnowe cum molendino: dasselbe.

Pinnowe (Lager Feldmark), 1346 Pynnowe, Pinowo sita prope Lawis: dasselbe.

Pisede, zur St. Malchin, N, 1314 villa Piisten (altsl. pêst- A, vgl. ON čech. Píštany, klr. pistyn', poln. piast A) §. 30 oder 33.

Plaaz, Plaazer=Krug, A. Güstrow 1 1/4 NO Güstrow:?

Gr.=Plasten, A. Stavenhagen 1 1/2 O Waren, 1284 zu Teutschen Plasten, 1350 tů Plasten (altsl. plast- ?, dravenisch plost Hufe A) adj. §. 30: "Hufenort". — Vgl. Klein=Plasten ebenda.

Plate, A. Schwerin, 1 1/4 SO, 1191 Plote, 1249 zu Ploto (altsl. plotŭ Zaun A) adj. §. 21: "Zaunort".

Plath, A. Feldberg 1 1/4 W Woldeck, 1298 Plote 1312 Plote: dasselbe.

Platschow, A. Grabow, 2 1/4 O, 1341 Platzekowe (altsl. plak- P, plakati weinen, poln. płaczek Greiner) adj. poss. §. 15: "Ort des Placek".

Plau, Stadt, 1235 Plawe, 1244 Plawe, 1254 Plawe, etc. Plaw, Plaue .(altsl. plavŭ Flößen [des Holzes] A) adj. §. 21: "Flößort". Davon benannt:

Plau, Land, 1235 terra Plawe, 1256 etc.

Plauer See, 1178 lacus Sturizche, 1232 See Cuzhin, stagnum Plawe, 1337 in stangno Plawe (s. Stuer und Quetzin): dasselbe.

Plauerhagen, A. Plau, NW, 1235 nova villa Guthani, 1255 partem ville Indaginis (altsl. hotĭ Verlangen P) §. 18: "Hagen des Chotan".

Plawetze (untergeg., A. Rossewitz) 1445 SA (altsl. plavŭ Flößen A) §. 28: "Flößort", vgl. čech. ON Plaveč.

Pleetz, A. Stargard SW Friedland, 1449 Pletze, 1469 Pleetz (altsl. plek-, pleš-P) adj. poss. §. 17: "des Plek-, Pleč-. Pleša".

 
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Plote terra (zwischen Peene und Tollense in Vorpommern) 946 Ploth, 1150 Ploth, 1170 Plote (altsl. plotŭ Zaun A) adj. §. 21.

Plüschow, A. Grevesm., 1 SO, 1230 Plocekowe, 1345 Plussekowe, 1530 Pluskow (altsl. ploskŭ breit, flach A P) adj. §. 34: "Ort des Plosek".

Podewall, A. Stargard N Neubrandenburg, 1170 Podulin, Podulino, 1244 Podulinov, 1279 Podewal, 1366 Pudewal, 1368 tho Půdewale (altfl. podolije Thal A, und podŭ, praep. dicht bei, uvalŭ Thal A) "Thalort" oder "Amthal".

Poduskowitz (bei Dargun), 1216 Poduskowitz, 1219 Poduskeuiz (po praep., duhati blasen P, duša vgl. duškovci serb.) patron. §. 6: "Nachkommen des Podušek" [etwa: Gemüthsvoll].

Poel, Insel 1 1/4 N Wismar, 1163 in Povle, 1164 in Pole, in prouincia Povle, 1170 terra Pole, Poli etc. (altsl. poltje Feld, poln. pole A) §. 20: "das (flache) Feld".

Pogez, Pogäz, Pogeez, V. Stove 1 W Rehna, 1230 Pogatse, 1313 Pocketze, 1349 Pogheitze (altsl. po- praep. an, gatĭ, russ. gat Kanal, Damm A; vgl. poln. zagacie) comp. §. 38: "am Damm".

Poggelow, A. Gnoien, SW, 1314 Poghelow (altsl. puhlŭ hohl P oder A) adj. §. 15.

Pogreß, A. Wittenburg, 1 NO, 1194, 1230 Pogresse (altsl. po-, praep., grêhŭ, pogrêhŭ Unfruchtbarkeit P) adj. poss. §. 17: "Ort des Pogrêch" [unfruchtbar, Sehr fehlerhaft].

Pohnstorf, A. Grevesm., 1 1/4 NW, 1230 Ponatestorp, 1404 Punstorpe, 1519 Ponstorpp (altsl. nadŭ, nada Hoffnung P, vgl. serb. nenad) §. 18: "Dorf des Ponad" [hoffnungsvoll]; vgl. čech. PN Pon'ata.

Pohnstorf, A. Güstrow 1 1/2 N Teterow, 1314 Ponadestorp: dasselbe.

Pohnstorf, A. Neu=Kalen NO Teterow, 1314 Ponadestorp (de territorio Hard): dasselbe.

Poischendorf, A. Bukow 1 1/2 S Neu=Bukow, 1576 Poischendorff (altsl. pyh- blasen, pyha Stolz, Aufgeblasenheit P) §. 18: "Dorf des Poiša(Pysa)", vgl. čech. Pyš, häufiger PN.

Poischow, Poischower=Mühle, A. Grevesmühlen, S, 1230 Poize[c]owe, 1297 hoff Poischow, 1307 bey dem Poy(s)kower, Poy(w)kower felde, adj. poss. §. 15: "Ort des Poisa, (Pyša)".

Pokrent, A. Gadebusch, S, 1230 Pocrente, 1267 Pokerente (altsl. po- praep., krątŭ krumm, gewunden P) plur. §. 11: "die Pokręt" [sehr krumm].

 
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Alt=Pokrent, A. Gadebusch, S, 1230Antiquum Pocrente, 1297 Uetus Pocrente, 1300 in Antiquo Pocrente: dasselbe.

Polaben (in den Ländern Sadelbandien, Ratzeburg, Boitin, Gadebusch, Wittenburg und Boizenburg), 1062 pagus Palobi, 1239 terra Polaborum, 1154 Polabi, 1158 Polabia (altsl. po an, labĭ, čech. labe, obersorb. lobjo Elbe).

Polchow, Pölchow, A. Schwan 1 SW Rostock, 1275 Polchowe (altsl. plŭhŭ Ratte P und A) adj. §. 15. 34: "Ort des Polch" oder "Rattenort".

Alt=Polchow, A. Güstrow NO Lage, 1216 Polchowe, 1219 Polchouue, 1228 Polchowe: dasselbe.

Polcho, rivus (bei Alt Polchow) 1216: dasselbe. Vgl. Neu=Polchow und Polchower=Heide ebenda.

Polas (bei Farpen), 1194 Polaz, 1218 Polaz, 1219 Polas, 1231 Polas, 1232 Polas, gegenwärtig bewaldet und „uppn Plâs" genannt (altsl. po- an, lêsu, poln. las Wald) comp. §. 38: "Amwald".

Pölitz, A. Bukow 1 1/2 NO Wismar, 1329 Pøltze (altsl. plŭkŭ Haufen, Volk, poln. pòłk, pulk Haufen, Regiment P oder polŭ Seite, Hälfte P) adj. poss. §. 17: „Ort des Polk".

Politz, Pölitz. A. Güstrow 1 1/2 SO Lage, 1445 Poltze, 1450 Poeltze: (SA): dasselbe.

Poltnitz, Fürstlich Poltnitz, A. Marnitz 1 1/4 S Parchim, 1317 Polteniz (altsl. plŭtĭ Fleisch, čech. plt' Farbe, poln. płec' Haut, Gesichtsfarbe, Geschlecht, altsl. adj. plŭtĭnŭ, plŭtênŭ Fleisch= P oder A) patron. §. 6 oder §. 28. Vgl. Ritterschaftlich Poltnitz, A. Grabow 1 1/2 S Parchim.

Polz, Poltz, A. Dömitz, 1 1/2 SO, 1428, 1438 Poltze, 1550 Boltze SA (altsl. polŭ Seite, halb P oder plŭkŭ Volk P) adj. poss. §. 17: „Ort des Polk".

Poltzer= Mühle, A. Fürstenberg, 1 1/4 S, 1348 Molendinum ville Poltze, 1353 molendinum Polze (altsl. plŭkŭ Haufen, Volk P) adj. poss. §. 17: "Ort deS Polk".

Pomel (Feldmark Wesenberg), 1302 bona Pomela, bona Pomulae, .1353 Pomelsches Feld (altsl. po-, praep., milŭ lieb, gut P) adj. poss. §. 17: "des Pomil"; vgl. mêlĭ Untiefe: "längs der Untiefe".

Alt= und Neu=Poorstorf, A. Bukow 1 1/4 SO Neu=Bukow, 1319 Pordestorp (altsl. po, praep., radŭ bereit, flink, munter P) §. 18: "Dorf des Porad" [sehr bereit].

Poppentin, A. Malchow 1 O, 1333 de Poppentyn, 1346 Poppentin (altsl. popŭ Priester P) adj. poss. §. 16: "Ort des Popęta".

 
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Poppentiner See, 1314 stagnum Poppentin: dasselbe.

Porepp, A. Marnitz 2 1/4 S Lübz, 1295 villa Poribe, 1298 Poreybe, 1307 Porybe (altsl. po-, und? etwa porąbŭ Holzschlag A) (poln. poręby Gal) adj. §. 21: Holzschlagort".

Groß=Poserin, A. Lübz 1 SO Goldberg, 1235 duo Posirina, 1283 Magna Puserin, Magnum Puserin (altsl. požarŭ Brand A) adj. §. 32: "Brandort".

Klein=Poserin, A. Lübz 1 SO Goldberg, 1235 duo Posirina, 1283 Parua Puserin, Paruum Puserin: dasselbe.

Pötenitz, A. Grevesm. 1 M. von Dassow, 1230 Wotenitz, 1326 Potenitze, 1335 Potenitze, 1341 Potenisse:? Vgl. čech. PN Puten, für poln. Pąten.

Groß= und Klein=Potrems, A. Güstrow 2 1/4 SO Rostock, 1373 Potremetze (altsl. po- praep., trêmŭ, trêmĭcĭ Haus, Thurm A [vgl. poln. Trzcmeszno, 7 NO Posen]) adj.

Potzern, A. Fürstenberg NO Dannenwalde, 1516 Pottzerne (altsl. po-, praep., črŭnŭ schwarz P) adj. poss. §. 17: "Ort des Počarn" [sehr schwarz].

Prangendorf, A. Güstrow W Tessin, 1262 Pranchendorp, 1270 Prangenthorpe, 1307 Prangendorp, 1308 Praggendorpe, 1347 Pranghendorp (altsl. prągu Heuschrecke P und A) §. 18: "Dorf des Prąg".

Prebberede, A. Gnoien und Güstrow 1 O Lage, 1228 uilla Priberaze, 1296 Preberede, 1311 Preberede (altsl. priby- vermehren P) adj. poss. §. 17: "Ort des Pribyrad" [im Wachsthum flink].

Prelank, A. Strelitz, nach dem See Gr.=Prelanck benannt (SA) (altsl. prêpraep. dicht bei, ląka Au, Wiesen A) comp. §. 38: "an der Au".

Prens silva (bei Wismar), 1323 iuxta siluam Prens (altsl. prên- prênije Kampf P) oder von dem Besitzer Preen benannt.

Presek, A. Wittenburg N Hagenow, 1230 Preceke, 1335 in Protzeken (altsl. prokŭ übrig P, oder prêkŭ queer P, oder prêsêka Hag A) plur. §. 11: "die Proček" oder die Prêček oder adj. §. 30. 21: "Hagort".

Prestin, A. Sternberg 1 1/4 O Kriwitz, 1348 Preszentyn (altsl. pris-, prisĭnŭ nahe P, čech. přísota) adj. poss. §. 16: "Ort des Prisęta".

Pretustniza (Bach N Kalübbe), 1170 fluuius Pretustniza, Pretustnizcha, 1244 Prituznitza, 1249 Pretusniza (altsl. prêtokŭ Durchfluß A, čech. NO přítoky, čech. přítočno) §. 28: "Durchflußort"

 
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Pribbenow, A. Stavenhagen SW, 1260 uilla Pribegnev, Pripignewe, 1266 Pribignewe, 1273 Pripignewen, 1282 Pribegnewe (altsl. priby- wachsen P) plur. §. 11: "die Pribygnêv" [Wachsmuth].

Priborn, A. Wredenhagen 1 1/4 S Röbel, 1239 Priborne, 1273 Priborne, 1302 Pryborn (altsl. branĭ Kampf P, poln. zbron, bronisław etc., westsl. born-) plur. §. 11: "die Pryborn" [Mitkämpfer!. — Vgl. Wendisch Priborn, A. Lübz 2 S Plau.

Pribs (Feld bei Rossow in der Enclave), 1428 SA (altsl. Priby zunehmen P) adj. §. 17: "Ort des Pribiša".

Priedovli (in der Nähe von Neuenkirchen, bei Schwan), 1232 P., welches ist zwischen Jazwini vnd Wanowe movgili (altsl. prê- praep., dolŭ Thal, s. Perdöhl).

Priemer, primer, Wald bei Güstrow, 1228 in siluam Primere et (aut) Cleste (altsl. primêrŭ Antheil A):?

Primersmole, im Priemer, 1302 Primersmolen: dasselbe.

Priemer=Burg, zur Stadt Güstrow, O, Forsthof im Priemer=Wald, s. d.

Nyen Primere (Feld bei Dömitz) 1438 (SA): dasselbe. - Vgl. Priemerberg, bei Dömitz: dasselbe.

Priepert, A. Strelitz 1 1/4 NW Fürstenberg, ) 1418 Pripert, 1464 Pripert (altsl. pri, praep., vgl. priprŭtŭ "vestibulum", r. pripertyj gedrängt A).— Vgl. Priepert'sche Ziegelei, A. Mirow bei Priepert.

Prieschendorf, Prischendorf, A. Grevesm. N Schönberg, 1230 Pricenthorp, 1316 Prizendorpe, 1530 Pritzendorp, 1616 Prischendorff (altsl. prisinŭ nahe P oder prêkŭ queer P, vgl. čech přično) §. 18: "Dorf des Prisen, Prisa oder Pričen-".

Prillwitz, Kabinets=A. Strelitz 1 SO Penzlin, 1170 Priulbiz, Priulb(i)z, 1244 Prilbiz, 1286 Prileuitz etc, 1408 tho Pryllewytze (altsl. pri- sehr, ljubŭ lieb P) patron. §. 6: "Nachkommen des Prilub" [adamatus]; vgl. noch ON poln. Przyłbice!

Prisannewitz, A. Schwan 1 1/4 NO, 1282 Plotzaneuitce, 1305 Plotzaneuitze (altsl. plok- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Pločan"; vgl. ON čech. Pločatice.

Prislich, A. Grabow, O, 1500 Prytzlick, später Pritzellecke, 1545 Pritzlick (altsl. prêkŭ queer P):

Hohen=Pritz, A. Kriwitz 1 1/4 SO Sternberg, 1256 Pretutsen, 1331 Prisce, 1346 in villa Pritzen Maiori (altsl. prêtokŭ Durchfluß A, čech. přítočno) adj. §. 30: "Durchflußort".

 
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Klein=Pritz, A. Kriwitz 1 1/2 SO Sternberg, 1306 Lutken Prittitz: dasselbe.

Pritzier, A. Wittenburg 1 1/4 SW Hagenow, 1230 parrochia Priscire, Priscire, 1291 villa Priscire, 1319 Priscir, 1335 Pretzire, 1348 to Pretzier (altsl. prêkŭ queer P und A, vgl. nsl. prekar):? Auch von Brückner nicht erklärt.

Priwall, A. Grevesmühlen, Landzunge gegenüber Travemünde, 1226 insulam, que Priwolc nuncupatur, 1253 locus, qui Priwalk dicitur, 1286 insula Priwalk (altsl. prê, praep., valŭ Welle, prêvalŭ eig. "an, bei den Wellen", čech. příval Gießbach, poln. przywałek Brustwehr am Walle A).

Proseken, A. Meklenburg NW Wismar, 1222 Proceke, 1230 villa Proceke, parrochia Proceke, 1237 Proceka, 1248 Procek, 1260 Prozeken, 1283 Proceke, 1300 Protceken etc. (altsl. prokŭ übrig P) plur. §. 11: "die Proček" oder prosêkŭ vgl. prêseka bei Presek, oder pros- bitten P.

Prüzen, A. Schwan 1 1/4 SW Güstrow, 1532 Pruzen:?

Prutzen brok (Brüeler Feldmark), 1340 dat Prutzenbrok:?

Puchow, A. Stavenhagen N Penzlin, 1326 Puchow (altsl. puh- P [vgl. puhlŭ adj.]) adj. poss. §. 15: "Ort des Pucha" (vgl. PN Puchala poln. 1487, 930 curtem ad Puoche (plur.) in Mähren).

Püschow, A. Doberan 1 1/4 SO Kröpelin, 1244 Puzecowe, 1335 Putzekowen, 1350 Putzekowe (altsl. puk- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Puček".

Püschower Bach, 1244 riuulus Puzecowe: dasselbe.

Pustekowe (bei Rosin, A. Güstrow), 1316 Pustecowe, 1375 Pustekowe, 1515 Pustkow, 1639 Puestow, 1646 hoff Püstow, 1703 Püstkow oder Klusse, 1720 Pustau, jetzt "up den Püster" (altsl. pustŭ wüst, poln. pustka Einöde A) adj. §. 34: "Einöde".

Pustohl, A. Rühn SW Bützow, 1691 das Pustohlsche Feld, der Pustohl (SA) (altsl. po-, praep., stolŭ Stuhl, Bank A) adj. §. 21 und comp. §. 38.

Pustohl, A. Bukow 1 3/4 SO Neu=Bukow, 1464 Putklote, 1470 Putklot SA (altsl. pod- hinter, praep., und?)

Putdargoniz (bei Dargun), 1178 (altsl. podŭ, praep. hinter, Dargun ON) comp. §. 38: "Ort hinter Dargun".

Putowe (bei Dargun), 1219 (altsl. put- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Puta"?

Putselin (in parrochia Wittenburg), 1230 Pvtselin (altsl. puk-P) adj. poss. §. 16: "Ort des Pučela". — Vgl. Sehlstorf.

 
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Püttelkow, A. Wittenburg, N, 1230 Pvtlekowe, 1282 Putlechow, Putlekow, 1287 Putlekowe, 1313 Putlekowe (altsl. put- P; vgl. PN Pytlik p.) adj. poss. §. 15: "Ort des Putlik".

Q.

Quaal, A. Grevesmühlen, 1 1/4 SO, 1230 Qvale, 1268 Quale (altsl. hvala Lob P) plur. §. 11, oder adj. pass.§. 17: "die Chvala" oder "Ort des Chval(a)".

Qualitz, A. Bützow 1 NO Warin, 1233 Chualiz, 1329 Qualitz, patron. §. 6: "die Nachkommen des Chval(a)".

Qualzow, A. Mirow 1 1/4 NW Wesenberg, 1270 Qualsoe, 1296 Qualezove, 1301 Qualezowe, Qualsow, adj. poss. §. 15: "Ort des Chvališ, Chvalec".

Qualzow, A. Fürstenberg, 1 1/4 SO, 1310 Quualtzouue, 1427 Qualtzow: dasselbe.

Quassel, A. Wittenburg N Lübtheen, 1453 Quatzel, 1602 Quaszel, im 17. Jahrh. Quasel, Quasell (wohl zu altsl. kvasŭ Mahl P) §. 14: "Ort des Kvasola, Kvas'el".

Quaßlin, A. Lübz, 1 1/2 SO, in der Ture, 1300 Quarcellyn, 1496 Quatzelin (altsl. kvasŭ Mahl P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kvasola".

Groß=Quassow, A. Strelitz, W, 1346 Quassowe (altsl. kvasŭ Gastmahl P) adj. poss. §. 15: "Ort des Kvas".

Klein=Quassow, A. Mirow NW Wesenberg: dasselbe.

Quast, A. Dömitz 1 SO Lübtheen, 1362 Quaste (altserbisch gvozdĭ, čech. hvozd Wald A) adj. §. 21: "Waldort", oder: "Ort des Kvasota".

Queghow, villa Quechow (N Mirow) 1301 (altsl. kvik-quieken P; vgl. ON čech. kvěkov, kvěchov) adj. poss. §. 14: "Ort des Kvêch".

Questin, A. Grevesmühlen, SW, 1230 Quastin, 1237 Questentin, 1318 Questin (altsl. kvasŭ Gastmahl P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kvasęta".

Questin, A. Bukow SW Neu =Bukow, 1171 Quazutino, villa Quazutina, 1191 Quazentin, 1305 Quessentyn, 1321 Quassentyn, 1344 Queschentyn, Quetzentin, adj. poss. §. 16: "Ort des Kvasuta, Kvasęta".

Quetzin, zur Stadt Plau, N, 1170 Cuthin, Cuchin, Cutyn, Cutin, Kutin, 1255 Qwitzin, 1264 Quitzin, 1271 Quitzin, 1308 Qwitzin, 1325 Quitzin, 1331 Cussin (?) (altsl. cvêtu Blume, poln. kwiecie, coll. P; vgl. čech. Květen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Kvêta, Kvêča".

 
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Quetzmer Ort (vorspringende Ecke der Quetziner Feldmark), 1295 locus Cutzinerorth: dasselbe.

Quitzenow, A. Gnoien, NO, 1345 Quitsenowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Kvêčen". — Vgl. Neu=Quitzenow, ebenda.

R.

Rachow, A. Güstrow W Teterow, 1275 Racowe, 1292 Dorff Rachow, 1293 villa Rachowe (altsl. rah- R) adj. poss. §. 15: "Ort des Rach". — Vgl. Neu=Rachow, ebenda.

Raddenfort, A. Dömitz, 1428 Reddenfort, 1438 Reddenvort (SA) (altsl. radŭ bereit P) §. 18: (Furth) der (plur.) Rad-, Rada"; oder deutsch?

Raddingsdorf, V. Schlagstorf 1 1/4 SW Schönberg, 1301 Radewenstorp (altsl. radŭ flink P; poln. radwanów) §. 18: "Dorf des Radvan".

Radegast, Nebenfluß der Stepenitz, 1188, 1202 Radagost, 1255 aqua Radegast, 1258 fluuius Radegost, 1262 Rodogost, 1310 aqua Radagast, 1452 de dat krud vthe der Radegheste snet (altsl. radŭ flink, bereit P) §. 10: sing. "derRadigošt. Radogošt" [alacrem(-s) hospitem(-s) habens.]

Radegast, A. Gadebusch, SW, 1194 Radegast, 1230 Radegust, 1348 Radegast: dasselbe.

Radegast, A. Bukow 2 SO Kröpelin, 1224 Radegoust, 1244 uilla Radegorst (2mal): dasselbe.

Radele (Rostocker Heide), 1289 Radele, 1308 iuxta Radele, Ratele, 1309 Radecle (altsl. radŭ bereit P, oder poln. radło Pflugeisen A) adj. §. 21: "Pflugschaarort"; plur. §. 11: "die Radela".

Radelübbe, A. Wittenburg 1 1/4 NO Hagenow, 1230 Radelube, 1305, 1335 Radelubbe, plur. §. 11: "die Radelub" [propter alacritatem amatus].

Rademersvelt (Grevesmühlener Feldmark), 1230: "des Radimêr" [von der Munterkeit den Namen habend].

Raden, A. Güstrow 1 1/4 W Teterow, 1279 Radum, adj. poss. §. 17: "Ort des Radom".

Groß=Raden, A. Sternberg, NO, 1256 Radim, 1267 Radim, 1270 Radim, 1271 Magna Radem, adj. poss. §. 17: "Ort des Radim".

Klein=Raden, A. Sternberg, N, 1261 Lutken Radum, 1314 Parva Radem, 1315 Parvum Radem, adj. poss. §. 17: "Ort des Radom, Radim".

 
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Radenscher See, NO Sternberg, 1256 stagnum Radem, 1309 stagnum Radum, 1339 stagnum Radim: "des Radom, Radim".

Radensee, A. Strelitz 1 1/4 NW Fürstenberg, c. 1400 Redentze, de Redens (altsl. radŭ bereit P) plur. §. 17: "die Radinec".

Radepohl, A. Kriwitz, O, 1337 Ratepole, 1344 Ratepol, 1391 thu deme Radepule (altsl. ratĭ Krieg, polje Feld A) compos.§. 35. 37: "Kriegsfeld".

Raduhn, A. Kriwitz, 1 1/4 S, 1264 Radun, 1344 Raddun (altsl. radŭ froh P) adj. poss. §. 17: "Ort des Radon, Radun".

Raguth, A. Wittenburg, N, 1194 Rochuth, 1230 Rocut, 1577 Raguth (altsl. rok- P) adj. poss. §. 17: "Ort des Rokuta"; oder (altsl. rogŭ Horn P) "des Roguta" oder (altsl. ruh- P; poln. ON ruchocin) "des Ruchota".

Rakow, A. Bukow W Neu=Bukow, 1238 Rechowe, 1239 Recowe, 1278 Racoywe, 1308 Racowe, 1318 Racowe (altsl. rakŭ Krebs P und A) adj. poss. §. 15. 34.

Rambeel, A. Gadebusch, 1 1/4 NO, 1230, 1291, 1309 Rambel (altsl. rąbŭ schneiden, hauen P) adj.poss. §. 17: "Ort des Rąb'el".

Rambow, A. Grevesmühlen S Wismar, 1230 Rambowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Rąb-"

Wendisch=Rambow, A. Meklenburg 1 3/4 S Wismar, 1284 Rambowe, 1320 Wendischen Rambow: dasselbe.

Rambow, A. Stavenhagen 1 3/4 N Waren, 1271 dorff Rambow, 1491 Rambow: dasselbe.

Ramelow, A. Stargard 1 NW Friedland, 1308 Slauicalis Romelowe, 1317 Romelowe (altsl. rom- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Rom'el, Romil".

Ramm, A. Hagenow O Lübtheen, 1696 Ramme (altsl. rabŭ schneiden, hauen P oderA) plur. §. 11. 12: "die Rąb" oder §. 21 "(Holz)hauerplatz".

Rampe, A. Schwerin, 1 NO, 1171 Rampen, Rampe, 1186 Rampe, 1189 Rampe, 1191 in Silasne Rampe (altsl. rąp- P) plur. §. 11: "die Rąp-".

Rankendorf, A. Grevesmühlen, 1 1/2 NW, 1316 Rammenkendorpe, 1317 Rammekendorpe, Ramekestorppe, 1327 Rammekendorpe (altsl. ramę Arm, Schulter P, poln. ramię, vgl. ON čech. Rameš etc.) §.18: "Dorf des Ramęk".

Rastorf, A. Grevesmühlen 1 1/2 SW Wismar, 1541 Rassdorpe, 1592 Rassdorf, 1680 Rahrstorf (altsl. radŭ bereit oder ratĭ Krieg P) §. 18.

 
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Rastow, A. Hagenow 1 1/2 NW Neustadt, 1227 Radestowe, 1285 Razstowe, 1292 Razstowe (altsl. radŭ froh P, vgl. poln. ON radestów) adj. poss. §. 15: "Ort des Radesta".

Ratnisvelt (Feldmark Grevesmühlen), 1230 Ratnisvelt, 1335 Radmannesuelde (altsl. ratĭ Krieg P) §. 18: "des Ratniš".

Rattey, A. Stargard 1 1/2 SO Friedland, 1298 Ratey, 1320 to Rattey (altsl. rataj Landmann A) plur. §.12: "die Ackerbauer".

Ratzeburg (der Dom und Domhof sind meklenburgisch) im Herzogthum Lauenburg, 1062 castellum Razesburg, 1139 Racesburch, 1154, 1158, 1166 Raceburg etc., 1250 Bog. Rathibor (altsl. ratĭ Krieg P) adj. §. 18: "Ort des Rače" (vergl. den slavischen Namen Race bei Helmold I, 55) oder "Ort des Ratibor".

Räz=See, W. Drosedow, 1241 stagnum Radatze (altsl. radŭ P) adj. poss. §. 17: "des Radak, Radač".

Rechlin, A. Wredenhagen 1 1/2 NW Mirow, 1374 Reddechlyn (altsl. radŭ P, čech. ON radechlín) adj. poss. §. 16: "Ort des Radechla".

Recknitz, Fluß, 1250 Bog. Reknicza. 1276 riuulus Rekeniz, in fluuium Rekenitze, 1286 Rekkenitz, Rekenitze, Rekenitz (altsl. rêka Fluß A) §. 28: "kleiner Fluß".

Recknitz, A. Güstrow SW Lage, 1269 Reckenitz: "Flußgegend", nach der Recknitz benannt.

Redarier, bei den Slavisten Ratarer (im Lande Stargard), 936 qui uocantur Riaderi, 946 de Radewer, 965 Riedere, 968 Redares, 973 Riedere, 975 Riedere, 1150 de Rederi, 1170 in Raduir, in Radwer, 1179 de Radwere, 1244 in Radur, bei Thietm. (1012) Rederarii, pagus Riedirierun, Adam (1076) Retheri, Rederi, Retharii, Rehtarii, Helm. (1168) Redarii, Redari, Riaduri (altsl. ratĭ Krieg A) plur. §. 11. 12: "Ratare, die Kriegerischen". (Perwolf.)

Rethre, Rethra (Hauptstadt der Redarier). Thietmar: Est urbs quaedam in pago Riedirierun, Riedegost nomine. Adam: Retharii, civitas eorum vulgatissima Rethre, 1066 Haec in metropoli Sclavorum Rethre gesta sunt. 1067 Rethra zerstört. Helm.: qui Tholenzi sive Redarii dicuntur. Civitas eorum vulgatissima Rethre (altsl. rati Krieg A): "ratara Kriegstempel, die Einwohner sind nach der Stadt benannt: Ratarer, Rataraner" (Schafarik).

 
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Reddelich, A. Doberan NO Kröpelin, 1177 Raducle, 1192 Radecle, 1209 Radeclhe (!) 1218, 1219 Radecle, Radechle, 1312 Redecle (altsl. radŭ froh, bereit P) adj. poss. §. 17: "Ort des Radechla".

Redefin, Redevin, A. Hagenow, 1 1/2 S, 1311 Redevin, 1316 hus to Redevin, 1334 vor den Redevyn (altsl. radŭ P) adj. poss. §. 17: "Ort des Radovin". - Vgl. Redefiner Paß, ebenda.

Redentin, Hof, A. Redentin N Wismar, 1194, 1218, 1219 Radentin, 1209 Radotene, 1230 Radentyn, 1344 Redentin, 1345 Reddentin, adj. poss. §. 16: "Ort des Radęta, Radota". — Vgl. noch Redentin, Dorf, und Redentin, Erbmühle, ebenda.

Redenitze (zwischen Jabel und Nossentin), 1317 villa Redenisce, noch jetzt Redenitzer Werder, patron. §. 6: "Nachkommen des Raden, Reden".

Rederank, A. Bukow SO Kröpelin, 1224 Rederanche, 1244 curia, que Rederanke dicitur (altsl. radŭ froh, bereit, flink P) plur. §. 11: "die Radirąk" [Flinkhand].

Rederank, ein Busen der Müritz, 1274 aqua Roderancke, Rederangk: dasselbe.

Redewekestorp (im Ratzeburgischen) 1456 (altsl. radŭ froh P) §. 18: "Dorf des Radovik".

Redewisch, A. Lübz 1 1/2 SO Goldberg, 1404 Redewysch, 1519 Redewisk, 1539 thôr Redewysch, 1530 Redewisch (altsl. radŭ froh P, vgl. PN Radovc; oder ratĭ Krieg P, vysokŭ hoch A) compos.§. 35 (?), oder deutsch = Rohrwiese (?).

Redickesdorff (bei Benzin, A. Lübz), 1300 Redickestorph, 1538 Restorf, §. 18: "Dorf des Radik, Redik".

Reez, A. Güstrow 1 N Schwan, 1283 Retz (altsl. rêka Fluß A) adj. §. 21: "Ort am Flusse (Warnow), Flußort".

Rehna, Rena, Kloster, Stadt, 1230 Rene und oft (altsl. ren- P, vgl. serb. Renko): ?

Alt=Rehse, A. Stavenhagen O Penzlin, 1182 Reze, 1230 den Reze, 1402 den Reze (altsl. rêka Fluß A) adj. §. 21: "Ort am Wasser" (Tollensesee). (?)

Neu=Rhäse, A. Stargard N Alt=Rehse, 1305 villa nova dicta Rese, 1331 intra ambas villas Rese; Weytin et Reze, villa Rese, 1574 zu Nyen Resen: nach Alt=Rehse benannt, kein Wasser in der Nähe.

Reke, Verengungen etc. der Elde s. d.

Reke aqua (bei Gaarz, A. Mirow) 1291 (altsl. rêka Fluß A).

Reke locus (bei Wichmannsdorf, Ksp. Klütz) 1325: dasselbe.

 
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Remlin, A. Gnoien, SW, 1314 Rammellyn, 1319 Reinmelin, 1328 Remmelin (altsl. rąb- P; poln. rembielin) adj. poss. §. 16: "Ort des Ręb'ela".

Remplin, A. Stavenhagen W. Malchin, 1283 in uilla Magno Repelyn, Reppelyn, . . in Paruo Reppelyn, 1300 vtrumque Remplyn, 1314 ambe ville Rampelin, 1331 Alta villa Rampelyn (altsl. rêpa Rübe P; oder rąp- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Rêpla oder Rąpela".

Rense, Niederung, A. Boizenb., (altsl. ręsa „iulus" Kätzchen an Bäumen A) adj. §. 21: "Ort, an welchem Bäume mit Kätzchen stehen".

Rensow, A. GüstroW 1 1/4 O Lage, 1216 Rinsow (altsl. resa Kätzchen an Bäumen P und A) adj. poss. §. 15: "Ort des Ręsa" oder "Kätzchenort".

Renstorf, Rensdorf, A. Boizenburg, NW, 1297 Rensedorpe, 1343 Renstorf. Wenn slavisch, §. 18: „Dorf des Ręsa".

Groß=Renzow, A. Wittenburg S Gadebusch, 1230 Rantsowe (altsl. ranŭ früh P, čech. rančice; oder rąka Hand P) adj. poss. §. 15: "Ort des Ran(ĭ)ča" oder "des Rąča". — Vgl. Klein=Renzow, ebenda.

Repnitz, A. Gnoien 1 SO Tessin, 1366 Retemitze, 1405 Rethemisse, 1428 Retemisse, 1514 Retenisse, 1568 Retenitz, 1584 Retemitz, 1661 Retenisse, 1694, 1717 Repenitz (altsl. ratĭ Krieg P) patron. §. 6: "Nachkommen des Ratim".

Reppelin, A. Ribnitz N Tessin, 1256 Slauicalis Repelin, 1311 Repelyn (altsl. rêpa Rübe P) adj. poss. §. 16: "Ort des Rêpela". Vgl. Reppenhagen, A. Grevesmühlen, 1 1/4 NW, 1335 Repenhaghen: "Hagen des Rêpen" (wenn slavisch).

Reppentin, A. Plau, SW, 1269 Repentin, 1610 Repentin, adj. poss. §. 16: "Ort des Rêpęta".

Reppin, der, Berg am SUfer des Schweriner Sees bei Müß, adj. §. 16: "Ort des Rêpa".

Repzin, A. Grabow, 1 1/2 NO, 1142 de wosten dorpere Robeczin etc., 1468 Jan. 6. dre wuste veltmarke, alze M., Robezin vnde M., 1468 März 3: dorpstede vnd veltmarkede, M., Rogghetzin vnd M. (altsl. rob- P, vgl. čech. Robič, Robik) adj. poss. §. 16: "Ort des Robota".

Rereger, Beiname der eigentl. Obodriten: "emporium . . quod . . lingua Danorum Reric, Rerich dicebatur", Einh. ann. 808; „in emporio Reric", Rerich, Einh. 810 [in der Nähe von Wismar]; Adam 1060: „Waigri et Obo-

 
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driti, vel Reregi vel Polabingi"; Adam: Obodriti, qui nunc Reregi vocantur. Item versus nos Polabingi") ist nach den Slavisten slavischer Abkunft (altsl. * rarogŭ, poln. raróg "falco cyanopus") §. 10: "die Blaufalken". Ihr eigentlicher Name Obodriten: "die sehr Wachsamen", würde dazu sehr gut passen.

Boitin=Restorf, V. Rupenstorf, 1257 in terra Boytin: Rastorpe; permutatio villarum Boytin Restorppe (et Bechelstorppe) (Copiar.) (altsl. ratĭ Krieg P) §. 18: "Dorf des Rat', Ratiš"; s. Boitin, Land.

Schlag=Restorf, V. Schlagstorf 1 NO Ratzeburg, 1230 Ratistorp: dasselbe.

Retelsdorf, V. Schönberg, SO, 1308 Reclesdorp, Retlesdorp, 1320 Retlesdorp (altsl. ratĭ Krieg P) §. 18: "Dorf des Ratla".

Retgendorf, Retchendorf, A. Meklenburg 2 NO Schwerin, 1241 Retekenthorpe, 1350 Redekendorp (altsl. ratĭ Krieg P; oder radŭ froh P) §. 18: "Dorf der Ratik" oder "Radik".

Rethwisch, A. Grevesmühlen, 1 3/4 N, 1230 Retwisch; s. Redewisch.

Rethwisch, A. Doberan 1 1/2 NO Kröpelin, 1273 Redwisch: dasselbe.

Rethwisch, A. Neustadt 2 O Waren, 17. Jahrh. Rethwisch: dasselbe.

Retse lacus vel stagnum (bei Krakow) 1340 (altsl. rêka Fluß A) adj. §. 21.

Retschow, A. Doberan SO Kröpelin, 1233 Rezhecow, 1273 Retzekow, 1302 de castro Rethcekowe (altsl. rêka Fluß, rêčĭka demin. Bach A) adj. §. 21: "Bachort".

Retzow, A. Lübz 1 1/2 SW Plau, 1649 Retzow, adj. "Flußort".

Retzow, A. Stavenhagen NW Malchin, 1314 Rethzowe, Retsowe: dasselbe.

Retzow, A. Wredenh. 1 1/2 SO Röbel, 1301 de Ritz(ec)owe: dasselbe.

Retzow (bei Feldberg), 1393 Rytzowe, 1398 de villis Retzow, Goldenbow etc., 1575Reczow (Feldberger Haussee: dasselbe.

Rey, A. Neu=Kalen, 1 1/4 NW, 1216 Ragen, 1225 Raia, Raie (altsl. raj Paradies P und A) adj. §. 21. 17: "Paradiesort" oder "Ort des Raj".

Rezener, Volksstamm (NW Fürstenberg), 949 Riaciani, 965 Riezani, 973 Rezeni, 975 Ritzani, 1162 Riaciani, 1188 Riaciani (altsl. rêka Fluß A) jani §. 33: "Flußanwohner" (Havel).

 
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Neu=Rhäse, s. Rehse.

Ribnitz, Stadt, 1210 Rybenitz, 1233 Rybeniz, 1252 Ribenitz etc. (altsl. ryba Fisch A) §. 28: "Fischort". — Davon:

Ribnitz, Kloster, am SO Ende der Städte 1323 Ribbenitz etc.

Ribnitzer Binnensee, 1225 stagnum Ribeniz: dasselbe.

Rida (Grenzbestimmung der Penzliner Feldm.), 1263 vsque in Ridam, de Rida in stagnum Scomort, Ridum (altsl. red- P; oder ryd-, rydati weinen P) §. 10. 17: "Besitzer Roda, Ryda" oder "Ort des Redom, Rydom".

Groß=Ridsenow, A. Güstrow 1 NO Lage, 1304 in Magno Ridzenow, 1340 Grossen Ridzenow (altsl. ryždĭ roth, poln. rydz Reiske, eine Pilzart, agaricus A und P) adj. §. 34: "Reiskenort" oder "Ort des Rydzen".

Klein=Ridsenow, A. Stavenhagen NO Lage, 1304 Paruum Ridzenow: dasselbe.

Riepke, A. Strelitz S Stargard, 1170 Ribike, Ribeke, 1244 Ribki (altsl. rybakŭ Fischer A) plur. §. 12. 20: "die Fischer".

Rieps, Riepz, V. Schlagstorf SW Schönberg, 1158 Ripze, palus, 1230 Ripece (altsl. * rybištĭ Fischer A, Vgl. ON neuflov. ribče A, oder rip- P; vgl. Ripik p., Ripeta serb.) plur. §. 12. 20: "die Fischer" oder "die Ripec".

Ritzerow, A. Stavenhagen, SO, 1256 Ricerow, 1300 Ritzerowe (altsl. rycerĭ, poln. rycerz Ritter A) adj. §. 15. 34: "Ritterort".

Röbel, Stadt, 1239 Robele, 1244 Robole, Robele etc., 1298 Robole, 1541 Robel, 1545 Rabel (altsl. rab-, rob-Knecht; rabota Arbeit, poln. robota P) adj. poss. §. 17 oder plur. §. 11: "Ort des Robola" oder "Fam. Robola".

Röbel, Land, 1237 im lande Robele, 1252 Robele etc.: dasselbe.

Röbeliner See, W. Fürstenberg, 1299 stagnum Robelin, adj. §. 16: "des Robola".

Rockow, A. Stavenhagen 1 3/4 O Waren, 1573 Rokow (altsl. rok-P) adj. poss. §. 15: "Ort des Rok-, Roka".

Röcknitz, Theil von Dargun, A. Dargun, 1178 ecclesia de Rokitniz, 1216 Rokitnitze, 1219 Rokenize etc. (altsl. rakyta Weide, salix caprea A) §. 28: "Weidenort".

Röckwitz, A. Stavenhagen, 1 3/4 O, 1286 Radekenuice, später Redekevitz, 1648 Rekewitz (altsl. radŭ froh P) patron. §. 6: "Nachkommen des Radik".

Rödlin, A. Feldberg 1 1/2 NO Neu=Strelitz, 1382 Roddelyn, 1387 Rodelin (altsl. rodŭ Geburt P) adj. poss. §. 16: "Ort des Rodola" oder (altsl. radŭ munter P) "des Radula".

 
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Roduchelstorf, A. Grevesmühlen SO Schönberg, 1237 Raduchelestorp, 1255 Rododichelestorp, (1297 Johannes Roduchel) 1297 Roduchdstorp, 1300 Raduchelstorpe (altsl. radŭ P) §. 18: "Dorf des Raduchla".

Roez, Röz, A. Dobbertin SO Malchow, 1278 Rosiz, 1284 Rocisse, Rocisce (altsl. rosa Thau P) patron. §. 6: "Nachkommen des Rosa".

Roga, A. Stargard SW Friedland, l415 Roge, 1780 Roga (altsl. rogŭ Horn A und P) adj. §. 21 oder plur. §. 11.

Groß=Rogahn, A. Schwerin, s. Klein=Rogahn.

Klein=Rogahn, A. Schwerin, SW, 1345 Slauica Roghan, Rogan, in Slauicali Roghaan, Slauica Roghaan (altsl. rogŭ Horn P) adj. poss. §.17: "Ort des Rogan".

Groß=Roge, vulgo Rau, A. Güstrow W Teterow, 1445 Roghe major, 1465 Groten Roghe (altsl. rogŭ Horn A und P) adj. §. 21 oder plur. §. 11.

Klein=Roge, vulgo Rau, A. Güstrow W Teterow, 1445 Roge minor, SA: dasselbe.

Rogeez, Rogäz, A. Lübz 1 1/4 S Malchow, 1344 Rogatse (altsl. rogŭ Horn P; vgl. altsl. rogozĭ Schilf A) adj. poss. §. 17: "Ort des Rogat, Rogač".

Röggelin, V. Stove 1 1/4 SW Rehna, 1230 Rukelin, 1313 Rogghelin, 1329 Rocghelin, 1335 Roggelyn (altsl. ruh- P oder rogŭ Horn P oder rok- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Ruhola, Rogala oder Rokel".

Roggentin, A. Ribnitz SO Rostock, 1219 Rokentin, 1235 Rokentyn, 1267 Rokentin, 1319 Roghentin, Rockentin (altsl. rok- P; vgl. ruh- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Rokęta" oder„Ruchęta".

Roggentin, A. Wredenhagen 1 1/2 N Mirow ? Rokentin: dasselbe.

Roggentin, A. Mirow NW Wesenberg, 1301 Roggentin, 1411 Roggkentin: dasselbe.

Roggow, A. Bukow NW Neu=Bukow, 1295 Roggow (altsl. rogŭ Horn P und A) adj. §. 15. 34: "Ort des Rog-", oder "Hornort".

Roggow, A. Güstrow, 2 O, 1445 Rogkow: dasselbe.

Rögnitz, Fluß, früher Walerow, s. Walerow; im 16. Jh. Rögnitz, 1566 Röckenitz (altsl. rogŭ Horn A oder rakyta, dann = Rokitnica): "Hornbach" (vgl. Hornwald).

Rögnitz, A. Wittenburg, 2 NW, 1790 Rocknitz (fehlt noch 1653 in den Visit.=Prot., SA).

Rokitniz (Bach bei Dargun), 1178 Rokitniz, 1219 Rokenitze (altsl. rakyta Weide A) §. 28: "Weidenbach".

 
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Rom, Stadt Parchim W Lübz, 1310 villa Rome, 1320 in Roma et in Moedericz, 1329 Rome, 1621 Rohm (altsl. rom- P, serb. Ramo, Rama, čech. Rameš, poln. Ramuton) adj. poss. §. 17: "Ort des Rom-".

Römnitz, V. Schlagstorf N Ratzeburg, 1158 Rvdemoyzle, 1174 Rodemozle, 1194 Rodemozle, 1236, 1238 Rodemoyzle, 1285 Rodemuszle, 1289 Rodemuzle (altsl. rodŭ Geburt P) plur. §. 11: "Fam. Rodemoysl, Rodemysl" [Familiensinn habend] (?).

Rönkendorf(er Mühle), A. Kriwitz N, 1566 Ronnickendorf (altsl. ranŭ früh P) §. 18: "Dorf der (plur.) Ranik". — Vgl. Rönkenhof, ebenda.

Rosenow, A. Gadebusch, SO, 1230, 1241, 1297 Rosenowe (altsl. ruža, poln. roža Rose A und P) adj. §. 34: "Rosenort" oder "Ort des Rozêna".

Rosenow, A. Sternberg, NO, 1261 Rosenow: dasselbe.

Rosenow, A. Stavenhagen, 1 1/4 SO, 1283 Rosenowe, 1292 Rosenow: dasselbe.

Kirch=Rosin und Mühlen=Rosin, A. Güstrow, 1228 versus Ressin, 1229 villa Resin, 1233 bona Rosin dicta, 1292 de bonis in Resin, 1296 Resin (altsl. rŭžĭ Korn, Roggen, poln. rež A) adj. §. 32: "Roggenort".

Rossewitz, A. Güstrow SW Lage, 1389 Rozsseuitze (altsl. rosa Thau P) patron. §. 6: "Nachkommen des Rosa".

Rossow, A. Plau, in der E[Druckfehler: u statt n]uclave 2 S Wittstock, Hof und Dorf, 1330 Rossouw, 1421 hauptdorff Rossow im Ober-Liezlendiken, adj. poss. §. 15: "Ort des Rosa".

Rossow, A. Strelitz 1 3/4 NO Neu=Brandenburg, 1325, 1326 Rossowe: dasselbe.

Rostock, Stadt, 1189 Rotstoc, Rotstoch, 1218 Rozstok oppidum, 1219 Roztoc, 1250 Bog.: Rostoky a dissolucione aquarum etc. (altsl. rastokŭ Ort, wo Flüsse sich vereinigen oder auseinandergehen A)adj. §. 21: also "Ort am Breitling" - Vgl. Rostocker=Heide, O. des Breitlings.

Roth locus (Grenzbest. von Uelitz) 1218, (altsl. rotŭ Rodeland A) §. 20 ?

Rothen, Roten, A. Sternberg, 1 1/4 SO, 1445 Roten, (altsl. rotŭ A) adj. §. 30.

Rothe Thor und Mühle, vor Wismar: 1299 Noua Steuina, Noua Steuyna, 1321 piscina, oue fluit super Rodemølen siue Superiorem Steuinam, 1326 apud Rodenmølen (altsl. stav-, stev-, stiv-?):?

 
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Rothspalk, A. Güstrow 1 1/2 SW Teterow, 1350 Rusparc (altsl. raspar-, rasparjenije Wärme, poln. rozpar Sonnenhitze):?

Rowe (Ackerstücke N Wismar, N vom Tornei) c. 1700 (altsl. rovŭ Grube, Steinbruch etc. A) adj. §. 21: "Grubenort".

Rowa, A. Stargard, W, 1170, 1244 Rouene, 1290 Rouin, 1356 Rowa (altsl. ravinŭ flach, eben A; vgl. čech. rovne') adj. §. 21: "ebener Ort".

Roxin, A. Grevesmühlen, W, 1230 Rvcsin, 1236, 1237 Roxin, 1240 Rucsin, 1299 Rucsin, 1402 Roxcyn, 1519 Roxszyn (altsl. rok- P, z. B. serb. Roksa P) adj. poss. §. 16: "Ort des Roksa"; noch jetzt Fam. N. Rôks.

Rozstrambounizha (Bach zwischen Groß= und Klein=Gischow) 1232 (altsl. raz- praep. zer=, auseinander, strum- fließen A) §. 28.

Rubow, A. Kriwitz 1 1/4 W Brüel, 1217 Rubowe (altsl. rub- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Ruba". — Vgl.

Ruchow, A. Sternberg, 1 1/4 O, 1234 Ruchow, 1320 Rochowe, 1321 to Rochowe, 1329 Ruchowe (altsl. ruh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Ruch-".

Rudow, Ausbau bei Neu=Strelitz (altsl. ruda Metall, Mine A) adj. §. 34: "Erzort".

Rupenstorf, W Schönberg, 1194 Rubenestorp: "des Ruben, Rubin" čech.

Ruest, Rüst, A. Dobbertin, 1 1/4 W, 1497 Rüsste (altsl. * rušt-; poln. ruszczek Mäusedorn A, vgl. ON poln. Rušzcza): "Mäusedornort".

Rügeband, Stadt Waren, NO, 1844 angelegt, vielleicht nach einem Flurnamen bezeichnet (altsl. rjuj-, ruj- brüllen P; vgl. poln. Rujobąd) sing. §. 10: Rujebąd.

Rugensee, A. Schwerin, 1 1/2 N, 1284 Runse, 1458 Rugensee (altsl. run-, runo Vließ P) patron. (= runice) ? §. 6: "Nachkommen des Run-" (?).

Rüggow, zur Stadt Wismar, O, 1314 Rochowe, 1347 Růgghowe, Rv°gghowe, Rovgghowe, partem ville Rugghowen (altsl. rogŭ Horn A) adj. poss. §. 34: "Horndorf" (Ort am Horn, Vorsprung). — Vgl. Hornstorf.

Rügkamp, A. Neu=Kloster, W, 1797 wohl noch nicht vorhanden, SA.

Rühlow, A. Stargard 1 1/2 O Neu=Brandenburg, 1298 Rvlow (altsl. ralija, poln. rola Acker A) adj. §. 34: "Ackerland".

Ruhn, A. Marnitz 2 SO Parchim, (altsl. run- P) 1369 Rune.

 
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Rühn, Kloster, W. Bützow, 1233 Rune, 1235 vber Rune etc.: dasselbe.

Rukieten, Rukiten, A. Güstrow SO Schwan, 1306 Rukitne, 1342 Rukitel (altfl. rakyta Weide, salix A) adj. §. 30: "Weidenort". — Vgl. Neu=Rukieten ebenda, an der Warnow.

Rumitz (Bützowsche Feldmark), 1264 am wasser Rumitz (altsl. rum-, rumênŭ roth A) §. 28: "Rothwasser".

Runow, A. Goldberg 2 S Sternberg, 1353, 1417, 1446 Runowe, 1496 Runow SA (altsl. run- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Run-".

Groß=Rünz, V. Stove W Rehna, Dudische Rosenitze (altsl. ruža, poln. roža Rose A und P) §. 28: "Rosenort", oder "Nachkommen des Rožena".

Klein=Rünz, V. Stove W Rehna, 1230 Rosenitze, 1323 Rosenicz, 1327 Slauica Rosenitze: dasselbe.

Rusch, A. Kriwitz, 1 1/2 S, Forsthof in der Lewitz, wohl deutsch (vgl. Rusch und Busch): „auf dem Rusch" (SA), (altsl. ruš- P; z. B. čech. Ruš, Ruska). Vgl. Ruschkaten ebenda.

Russow, A. Bukow N Neu=Bukow, 1305 to Rossow, 1308 Rossowe, 1316 Roosow, 1318 Russowe, vorwerk iuxta Russowe, 1338 Russowe, 1340 Rossowe, 1344 Russowe (2mal) (altsl. rosa Thau P, oder rusŭ roth P und A) adj. poss. §. 15: "Ort des Ros- oder Rus".

Ruthen, Ruten, A. Lübz, N, 1313 villa Ruten, 1328, 1404 Ruten (altsl. rotŭ Rodeland A, vgl. nsl. rut, Görz) adj. §. 30: "Rodeland".

Ruthnic (Bach, bei Dargun), 1173 in riuulum Ruthnic, 1174 Ruthnic, 1219 Ruthnic (rud- roth, altsl. ruda Erz, Metall, Mine A) čech. rudnik §. 22: "Erzort".

Rüting, Ober=Rüting, A. Grevesmühlen, 1 1/4 S, 1230 Rutnik indago, que est in terra Brezen, 1237 Ruthing: dasselbe.

Rüting Steinfort, A. Grevesm., 1 1/4 S, 1230 Rutnik in terra Zverin, 1286 Ruting: dasselbe.

S.

Sabel, vulgo Samen, A. Güstrow O Schwan, 1307, 1310, 1311, 1317 Sabene, 1319 Zabele (!), 1326, 1327 Sabene, 1361 Zabele (!) etc. (altsl. žaba Frosch P und A) adj. §. 30: "Froschort", oder plur. §. 11: "die žabola, žabena".

Sabeler Bach (bei Hohen=Sprenz, O Schwan), 1319 aqua Zabole dicta, 1331 ad aquas molendini in Sabene

 
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(altsl. žaba Frosch A) adj. §. 30: „Frosch="; oder zum PN: „žabola, žabena".

Sabele rivulus (in den Siggelkower Bach fallend) 1270 (altsl. sablĭ Hahn A) adj. §. 21: "Hahnen(bach)".

Sabel, vulgo Zåpel, A. Stargard, S, 1170 Tsaple, Scaple, 1244 Itzaple (altsl. čaplja Reiher, poln. czapla A) adj. §. 21: "Reiherort".

auf'n Sablatschen (Ackerstücke bei Ganzlin), 1726 (altsl. za hinter, praep. blato Sumpf A, vgl. ON serb. zablaće) comp. §. 38: "hinter dem Sumpf" (collect.§. 21).

Sabow, V. Schönberg, SO, 1699 Sabow (altsl. žaba Frosch A) adj. §. 34: "Froschort".

Sadelkow, A. Stargard 1 1/2 O Neubrandenburg, 1380 Sadelkow, 1408 in villa Zadelkow (altsl. selo Grundstück, Sitz, poln. siadlo Sitz, Wohnort P und A) adj. §. 15: "Ort des Sedlik".

Sagel, A. Stavenhagen 1 3/4 S Teterow, 1247 Zawal, 1491 Sagel (altsl. za hinter, valŭ, poln. wał Wall A) comp. §. 38: "hinter dem Wall".

Salem, A. Neu=Kalen, S, 1314 Salem, 1396 tho Zalme (altsl. žalĭ Schmerz P) adj. poss. §. 17: "Ort des žalim".

Groß=Salitz, A. Gadebusch, SW, fruchtbarster Boden in hügliger Gegend, 1230 in parrochia Zadewalz, Sadewalz, 1267 Saduiz, 1284 Zadewitse, 1303 Zadewitze, 1319 Sadewelz, 1326 Sadeweltze, 1333 Sadewitze, 1335 Zadelwitze und in ders. Urk.: Item in Sadewitze (altsl. sadŭ Garten A und P) §. 28:?

Klein=Salitz, A. Gadebusch, SW, 1230 Sclauicum Sadewalz: dasselbe.

Salow, A. Stargard NW Friedland, 1385 Salow, 1466 Salower Feld (altsl. žalĭ Schmerz P) adj. poss. §.15: "Ort des žal-".

Samelow, A. Kriwitz, 1 N, 1518 Samellow (altsl. samŭ selbst P) adj. poss. §. 15: "Ort des Samel-" (?).

Samkow, V. Stove 1 W Rehna, 1230 Samekowe (altsl. samŭ selbst P; oder zamŭkŭ Burg, Schloß, poln. zamek A) adj. poss. §. 15: "Ort des Samek" oder „Burgort".

Alt=Sammit, A. Lübz W Krakow, 1274 Samith. (altsl. samŭ selbst P) plur. §. 11: "die Samota, Samita" (?). Vgl. Neu=Sammit ebenda.

Samoter=Krug, A. Lübz 1 1/2 NW Malchow, 1308 dorf Zarmoth, 1313 villa Zarmoth, 1322 villa Zermote, 1326

 
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dorff Sermote, 1333 Sarmote (altsl. sarŭmatĭ Sarmate, poln. Sarmat A) plur. §. 11. 13: "die Sarmaten", "Fam. Sarmat".

Samow, A. Gnoien, 1 NW, 1610 Samow (altsl. samŭ selbst P) adj. poss. §. 15: "Ort des Sam".

Sanitz, A. Ribnitz NW Tessin, 1256 Zaniz, Sagiz, 1291 de Saincen, 1310 Zaeghenze, 1311 Sagenis, 1313 Sagintze (2mal), 1331 Saghencen, 1534 Sanntze (altsl. zajęci Hase P und A) adj. poss. §. 17. 21: "Ort des Zajęc", oder "Hasenort". — Vgl. Neu=Sanitz ebenda.

Santow, A. Grevesmühlen, N, 1230, 1335 Santekowe (altsl. sądŭ Gericht P) adj. poss. §. 15: "Ort des Sądek".

Santekenwerder (bei Goldberg) 1305, auch Tessantenwerder, s. d., §. 18: "der Fam. Sądek".

Sanz, A. Plan N Malchow, 1344 Zantze (altsl. sądŭ Gericht P; vergl. poln. sąlecz, sącz ON) plur. §. 11: "die Sądec".

Sarmstorf, A. Güstrow, NO, 1339 Sarmstorpe, 1342 Sarmestorp, 1343 Sarmstorpe, 1345 Sarmerstorpe (!), Sarmestorpe (altsl. žarŭ Gluth, hell P) §. 18: "Dorf des žarmêr".

Sarmstorf, A. Neu=Kalen, NW, 1306 Sarbenzdorp, 1314 Zarbensdorp, 1318 Sarbensdorp (altsl. srŭbĭnŭ Serbe, poln. Se'rb) §. 18: "Dorf des Sarben".

Satow, A. Doberan 1 1/2 SO Kröpelin, 1219 Zathowe, 1224 Satowia, 1226 Satowia, 1232 Satowia, 1233 Satow, 1244 Satowia, Sathowe, 1263 Satow etc., Perwolf žatov (altsl. žat-? P).

Satow, A. Lübz 1 SW Malchow, 1344 Satowe: dasselbe.

Saunstorf, A. Grevesm. 1 1/4 SW Wismar, 1230 uilla Z°auiz, Z°auiztorp, 1295 Sovesdorp (altsl. zavi- P, zawił, zawisz poln.) §. 18: "Dorf des Zaviš". - Vgl. Neu=Saunstorf, ebenda.

Sazik (östl. Bucht des Plauer Sees), 1330 vulgo Satzich, 1335 Sazik, Sasik, noch jetzt der Satzke, Ackerfläche NW Alt=Schwerin am Plauer=See (altsl. šah- P, kro. šaškovec):?

Schaale, Schale, Fluß, in die Sude gehend, 1279 Scalen- (altsl. skala Stein, Fels, poln. skala Klippe, Fels A) adj. §. 21: "die steinige" (Steinbach). — Vgl.

Schaalhof, A. Zarrentin 1 1/4 SW Wittenburg, an der Schaale.

 
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Schaalmühle, A. Zarrentin 1 W Wittenburg, 1279 Scalenmole, 1318 Scalemolen, 1638 Schalmuhll, an der Schaale.

Schaalsee, N Zarrentin, 1279 Scalse, 1281 stagni Scalse littora, aus demselben fließt die Schaale.

Schabow, A. Gnoien, S Sülz, 1561 Schabow: ?

Schalentin(er Mühle), zur St. Parchim, O, 1288 villa Scolentin, 1331 Scolentyn (altsl. skala Stein P, skol- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Skalęta, Skolęta".

Schaliß, A. Wittenburg 1 1/4 NW am Schaalsee, 1194 Scalisce, 1230 Scalize, 1279 Scalizze, 1287 Schalitze (altsl. skala Fels, Stein, Klippe A) §. 28: "steiniger Ort".

Schampe, Schampin (Feldmark zu Necheln) 1567 SA, plur. oder adj. poss. §. 11. 16: "die Skąpa" oder "Ort des Skąpa".

Schamper Mühle, A. Dobbertin NW Röbel, 1342 molendinum dictum Scampe, molendinum in Scampe, quod vvlgo dicitur Scampe Molne (altsl. skąpŭ geizig P) adj. poss. §. 17: "Ort des Skąp-", oder plur.

Scampen (bei Boitin und Lübzin 2 SW Bützow) 1251: dasselbe.

Scharbow, A. Wittenburg N Hagenow, 1230 Scarbowe, 1335 Scarbenowe (altsl. skrŭbĭ Trauer P, oder skarbŭ Schatz P) adj. poss. §. 15: "Ort des Skarb, Skarben".

Scharbow (Feldm. bei Mustin) 1652: dasselbe.

Scarbenowe in parrochia Priscire 1230: dasselbe.

Scharfstorf, A. Grevesmühlen S Wismar, 1230 villa Zscarbvz, 1526 Scharfstorf (altsl. skrŭbĭ Trauer P, oder skarbŭ Schatz P) adj. poss. §. 18. 17: "Ort des Skarbota, Skarboš" etc.

Scharpzow, A. Stavenhagen SO Malchin, 1229 Scarbisowe, 1248 Scarbessowe, 1261 Scarpsowe, 1266 Scarpessowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Skarbis".

Schave (Feldmark bei Rossow, in der Enclave), 1323 Detmar Schavaf, im 17. Jahrh. oft Schave (SA):?

Schelfe, Neustadt Schwerin, 1186 in Scalam, 1189 usque in Scalam, 1197 vsque in Scalam, 1238 in Schelmone, 1267 versus Schilmonem, 1284 qui Scalam inhabitant, 1285 in Scelmone, 1292 die Schale, Schelue (Clandrian), 1295 vff der Schelue (Cl.) (altsl. skala Klippe, Fels A). - Vgl. Schelffeld und

 
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Schelfwerder, Forsthof, A. Schwerin 1/4 NO Schwerin, Insel.

Schimm, A. Meklenburg 1 NW Warin, 1320 in Schymme, 1330 Scimmme, 1332 Schimme etc. (altsl. šim- P) plur. §. 11: "Fam. šima".

Schlage, zur St. Rostock, 2 SO, 1497 Slawe (altsl. slava P) plur. §. 11: "Fam. Slava".

Schlagbrügge, V. Schlagstorf 1 O Ratzeburg, 1194 Slaubrice, 1230 Slaubrize, 1277 Slabrvcke, 1302 Sclabruge (altsl. slava P, oder slabŭ P, poln. ON słaborowice) patron. §. 6: "Nachkommen des Slabor-" [= Slavibor, der einen rühmlichen Kampf hat?].

Schlag=Restorf, V. Schlagsdorf, scheint mit dem Stamme slava zusammenzuhangen wie die folgenden 4 ON, s. Restorf.

Schlagsdorf, V. Schlagsdorf O Ratzeburg, 1158 uilla Zlavti, 1194 in parrochia Sclaveckestorp, 1230 uilla Slauckestorp, 1238 ecclcsia Slavkestorph, 1301 Slavikestorpe (altsl. slava Ruhm P) §. 18: "Dorf des Slavota, Slavik, Slavek".

Alt=Schlagstorf, A. Meklenburg 2 S Wismar, 1249 Slawekisthorpe, 1337 Slawestorp, 1349, 1350 Slawekestorpe: "Dorf des Slavik".

Schlakendorf, Schlackendorf, A. Gnoien, 1 1/2 SW, 1287 Slawekendorp, 1314 Zlawekendorp: „Dorf der (plur.) Slavik".

Schlakendorf, A. Neu=Kalen, W, 1305 Slawekestorp, 1314 Zlawekendorp, Slawekendorp: "Dorf der (plur.) Slavik".

[Warensche Schlamm, der, Stadt Waren, 1 1/2 SO, hoch gelegenes, trockenes Gehöft, 1846 neu aufgebaut (altsl. slama Stroh A) ?]

Schlemmin, A. Bützow, 1 1/4 W, 1264 Slemmyn, Sclemmyn (altsl. slêmę Balken, Dach A) adj. §. 32. - Vgl. noch Schlemminer Berge, 1264 de monte Sclemminerborgh;

Neu=Schlemmin ebenda.

Schlemmin, A. Lübz SW Plau, 1320 Zvemyn, 1332 villa Zwemmin: ?

Zvemin (Gadebuscher Feldmark) 1194, 1230 etc: dasselbe.

Schlesin, A. Dömitz, 1 1/2 N, 1566 Schlese (altsl. zŭlŭ schlecht P, vgl. čech. zieš, ON ziešice čech., zleszyn poln.) plur. §. 11: "Fam. Zleš" (?).

Schlieven, A. Kriwitz 1 1/2 NW Parchim, 1447 to der Sliuen, 1467 tor Sliuen (altsl. sliva Pflaume P und A, čech. slivno etc.) adj. §. 30: "Pflaumenort".

 
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Schlockow, A. Bützow, 1 1/2 SW, 1333 Scadeloke, 1335 villa Scadeloke (altsl. lok-; vgl. lokva Regen, "Lache" A, und wegen Scade- vgl. Kl.=Laasch) adj. §. 21: "Seeort, Sumpfort" ?

Schlön, A. Stavenh. 1 NO Waren, 1265 in dem dorffe Schlaue (für Schlane), 1331 Slone (altsl. sŭlanŭ "zusammengeflossen", oder slanŭ, poln. słony "salzig" A) §. 21, collect.

Schlön, Land, 1268 Zlone terra, 1260 terra Zlone, nach dem Burgort benannt.

Schlonsberge, A. Dömitz, 1 1/2 NW, wo sich von der Rögnitz die Krainke abtrennt, neu.

Slonshorst (ein Wald, Land zwischen der Alten und Neuen Rögnitz) l6.Jahrh. (SA) (altsl. sŭlanŭ, zusammengeflossen, oder slanŭ gesalzen, poln. słony A).

Schlowe, A. Sternberg, 1 1/2 SO, 1267 Zloue, 1272 villa Zlove, 1335 Sloue (altsl. slov- P, vgl. r. Slovik) plur. §. 11: "Fam. Slov-".

Schlutow, A. Gnoien, SO, 1178 Slutu, 1228 Zlutow, 1232 Zlutowe, 1238 Slutowe (altsl. slut-, slutije Ruhm, Ruf P, oder žlut- P; vgl. ON čech. žlutice P) adj. poss. §. 15: "Ort des Slut-, žlut".

Schmakentin, A. Meklenburg 1 O Wismar, 1217 Zmaguntin., 1219 Smagentin, 1231 Zmagunthin, 1273 Smakentyn, 1280 Smagontin (altsl. smag-, smaglŭ adj. dunkel, schwärzlich P) adj. poss. §. 16: "Ort des Smagęta".

Schmarl, A. Schwan NW Rostock, 1272, 1333 Smerdele, 1346 Schmerle (altsl. smrŭdŭ Bauer P, poln. śmierdel Stänker P) plur. §. 11: „die Smerdel".

Groß= und Klein=Schmölen, A. Dömitz, O, 1428 Grote Smulen vnde Lutke Smulen, 1438 Groten Smolen, Lutteken Smolen (altsl. smola Rech, Theer P und A) adj. §. 30: "Theerort".

Schmolnitz See (bei Mirow), 1242 Zmolnitz, 1270 Smolnitz (altsl. smola Pech, Theer A) §. 28: "Theerort".

Schmort bei Penzlin s. Smort.

Schorrentin, A. Neu=Kalen, N, 1305 Scorentin, 1318 Scorentyn, 1328 Scharentin, 1314 Schorentyn Teutonicum, item Schorentyn Slauicum (altsl. skorŭ schnell P) adj. poss. §. 16: "Ort des Skoręta".

 
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Schorssow, A. Stavenhagen 1 1/2 S Teterow, 1385 Schorsow, 1491 Schorsow, 1648 Schorsow, adj. poss. §. 15: "Ort des Skoreš".

Schossin, A. Wittenburg, 1 1/4 O, 1230 Scarsin, 1335 Schartzin, im 16. Jahrh. Schossin (altsl. skar-; adj. skarędŭ schimpflich, čech. škaredy', poln. szkarady P; vgl. russ. skara; ON poln. Skarzeszów) adj. poss. §. 16: "Ort des Skareš".

Schutow, A. Doberan NW Rostock, 1336 Schutowe, 1340 villa Schutowe, adj. poss. §. 15:?

Schwan, Stadt, Boguchwal ca 1250: Sywanowo a nomine proprio, Swan enim. dicitur id quod vocatus; 1269 Sywan, 1270 Siwan etc. Zywan, Suan, Sewan, Zwan, Sowane, Sivan, Svan (altsl. živŭ lebend P, poln. žywan, oder zvati rufen P, Svan, Zvan) adj. §. 17: "Ort des živan, Svan, Zvan".

Schwan, Land, 1294, 1301, 1306 terra Sywan, 1308 aatte Suan, 1322 Syvan.

Sywanovf laz (Grenze des Landes Bützow), 1232 (altsl. živŭ P, žywan poln., lêsŭ, poln. las Wald A) adj. poss. §. 15: "Wald des živan".

Schwaberow, A. Toddin W Hagenow, 1230 Zvabrowe (altsl. svoj sein, eigen P, vgl. čech. svébor PN, svébořice ON) adj. poss. §. 15: "Ort des Svabor" [für sich kämpfend] ?

Schwaberow See, Großer, S Strelitz, 1299 Grote Zwagerou, 1300 stagnum Zwagherouu, 1305 Zuuagerouw stagnum; vgl. ON poln. szwagrów von szwagier Schwager.

Schwandt, A. Stavenhagen N Penzlin, 1273 Zwantis, 1312 Zwante, Suante (altsl. svętŭ stark, heilig P) plur. §. 11: "die Svąt-" - Vgl. Schwandter Holtz (zwischen Neubrandenburg und Ankershagen) 1549.

Groß=Schwansee, A. Grevesmühlen 1 1/2 N Dassow, an der Ostsee, 1316 Suanenso, 1318 Svanense, 1402 Swanze, 1519 Swanszhe, wohl deutsch (vgl. Schwanbek bei Dassow) und nicht adj. poss. §. 17: "Ort des svat-". — Vgl. sonst Swanzenbusch (Ackerstück N Wismar, am Pöler Damm), im 18. Jahrh. (?)

Hohen=Schwarfs, A. Ribnitz S Rostock, 1305 Zweruisse, 1323 Hoghen Sweruitz, 1326 Sweruece, Sveruizze (altsl. * svêrŭ, poln. s'wier Rothtanne P und A) patron. §. 6 oder §. 28: "Nachkommen des Svêr-", oder "Rothtannenort"; vgl. noch PN Svar, Sver, Sverek. - Vgl. Klein= Schwarfs ebenda.

 
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Schwarz, A. Dobbertin 1 3/4 W Wesenberg, 1237 Zwertitz, 1257 Swertz, 1263 Suirtitz, Suertitce, 1282 Swertze, 1288 Zwerze, 1323 Swertze (altsl. svrĭčĭ, poln. šwiércz Grille A und P; vgl. ON poln. (svrĭčevo) s'wiérczewo, (svrĭčino) s'wiercin) adj. §. 28: "Grillenort", oder patr. §. 6, oder §. 17: "Ort des Sverč".

Schwarzer See, S Mirow, 1274 Stagnum Swertis: dasselbe.

Groß=Schwaß, A. Schwan W Rostock, 1328 villa Groten. Tzwertze, Groten-Swertze, 1329 Grothen Swertze, etc.: dasselbe.

Klein=Schwaß, A. Schwan W Rostock, 1219 in Minori Zwerz, 1235 Minor Zwerz, 1238 Parua Zuersz, 1267 Zwerts, 1319 Zwerze, 1338 Minor Swertze: dasselbe.

Schwasdorf, A. Neu=Kalen, 1 3/4 NW, 1314 Zwertzstorp, 1331 Swertz(t)orp, §. 18: "Dorf des Swerč".

Schwastorf, A. Neustadt O Waren, 1289 Swerstorpe, Zwertzdorpe: dasselbe.

Schwechow, A. Wittenburg 1 1/4 SW Hagenow, 1230 Zwechow, 1291 Zwecgowe, 1345 Suychowe, 1348 Schweggow (altsl. svêg- ? poln. świegot Plauderer P) adj. poss. §. 15: "Ort des Svêg-".

Schweez, Schwez, A. Güstrow SO Lage, 1308 Zwetce, 1334 Swetze (altsl. svet-, vgl. altsl. svêtŭ Licht, svêšta, poln. świéca Licht, adj. svêtlŭ licht A und P; Vgl. ON poln. s'wiecie).

Schwenzin, zur St. Waren, W, 1230 Swansyn, 1273 Svansin, Suasin, 1482 Swansyn, 1500 Swantzin (altsl. svętŭ stark, heilig P, oder zvąg- Ton, zvęšti, zvęgą singen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Svąta oder Zvąga" (?).

Schwerin, zur Stadt erhoben durch Heinrich den Löwen 1160: 1018 (Thietmar VII, 4) Zuarinae civitatis munitio, 1160 Zuerin etc. (altsl. zvêri wildes Thier A) §. 32: "Thierort", "Thiergarten".

Schwerin, Land, 1167 terra Zwerinensium, von dem eben genannten Hauptorte benannt.

Schwerin, der, auf einer Insel bei Gneve an der Müritz: dasselbe.

Schwerin, der, eine Insel im Krakower See: dasselbe.

Schwerin, der, Wald bei Müsselmow: dasselbe.

Alt=Schwerin, Dorf Schwerin, A. Plau NW Malchow, 1289 Zwerin, 1346 Zwerin: dasselbe.

Schwetzin, A. Neu=Kalen 1 1/4 N Teterow, 1314 Swethcyu (altsl. svêt-, svêtu Licht, adj. svêtlŭ hell A u. P) adj. §. 17. 21.

 
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Schwiesow, A. Güstrow, NW, 1284 Zuisowe, 1317 Svisowe, Swisowe, 1330 Tywizowe, Tzwizowe, 1333 Svisowe, 1335 Svysow (altsl. svih-? R) adj. poss. §. 15.

Schwiesow, Meierei, A. Güstrow, NW, 1237 Kleinen Swisow, 1243 Paruum Zwizowe, Paruum Zvisowe: dasselbe.

Swisow, Kamp, zwischen Gneve und dem Schwerin bei Gneve: dasselbe.

Schwießel, A. Güstrow 1 1/2 SO Lage, 1445 Swycel (SA)? Schwiggerow, A. Güstrow, 1 1/2 SO, 1357 Svyggerowe (altsl. svih- P) §. 15.

Schwinkendorf, A. Stavenhagen 1 1/2 SW Malchin, 1271 Swinekendorp, 1342 Swynekendorp, 1491 Tzuinekendorppe (altsl. svinija Schwein P, čech. svinek) §. 18: "Dorf der Svinek".

Schwinz, A. Dobbertin NO Goldberg, 1316 Swence (altsl. svętŭ stark, heilig P) adj. poss. §. 17: "Ort des Svęt-".

Schwitze (Dorf, untergeg. bei Reinstorf, auf der Feldmark Vietzen) 1468 (altsl. svêt- hell, glänzend A und P) adj. §. 17.

Seelstorf, A. Dobbertin 1 SW Goldberg, 1292 Bosscelessdorpe, 1293 Buzcelisdorp, 1295 Buzeelstorp, 1349 Butzelesdorpe, später Possehlstorf, Sehlstorf (altsl. bŭčela Biene P und A; mekl. PN Butzel 1312) §. 18: "Dorf des Bŭčela, Bučel".

Sellesen, Land (O am Schweriner See), 1171 Silazne, Sylaze, 1191 Silasne, 1211 Silasen, 1220 terra Zelesen, 1228 Zylazen, 1266 terra Zelesen etc. (altsl. želêzo Eisen, poln. želazo A) adj. §. 30: "Eisenort".

Sellin, A. Meklenburg 1 1/4 O Wismar, 1240 Tscelin, 1267 Celin, 1271 Cellyn, 1306 Celin, 1319 Celin (altsl. čel- P, čech. čelin, čeletice etc.) adj. poss. §. 16: "Ort des čela".

Selmstorf, V. Schönberg, NW, 1313 Celmerstorpe, 1335 Celmerstorpe, 1336 Celmerstorppe, §.18: „Dorf des čelimêr" [vom Hervorragen berühmt] (oder deutsch: Ort des Selimer, Selmer). Vgl. ON poln. želisłav', želigoszcz.

Selow, A. Schwan 1 N Butzow, 1218 Zelow, 1270 Selow, 1286 Selow, 1287 Selowe, 1312 Cellowe (altsl. čel- P; oder žel-, želati begehren, želŭinŭ traurig P) adj. poss. §. 15: "Ort des čel- oder žel-".

Selpin, A. Gnoien S Tessin, 1399 Selpin, 1462 Selpin (altsl. slŭp-, slŭpati springen, vgl. serpere P) adj. poss. §. 16: „Ort des Selpa"; vgl. PN serb. čelpa.

 
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Sembzin, Semzin, A. Malchow 1 SW Waren, 1300 Cemcyn, 1362 Semsin (altsl. sem-, secirc;m- P, Semka, Semekč; Semko r. etc.) adj. poss. §. 16: "Ort des Semka". Vgl. Klein=Sembzin ebenda.

Semmerin, A. Grabow 1 SO Eldena, 1609, 1627, 1654 Zemmerin, 1654 Semmerin (altsl. ząbrĭ Bison, Wisent A; vgl. poln. ON zembrow) adj. §. 32: "Bisonort".

Serrahn, A. Goldberg O Krakow, 1296 Ceran, 1557 Serran. In mekl. Urk. bedeutet ceran: Aalfang, z. B. 1273 (M. U.=B. II, Nr. 1286) de ceran, 1386 den drudden al, de dar vanghen oder grepen wert in dem tzarane (in neuerer Zeit „der Zerrahn" bei den Mühlen zu Plau), (westsl. ceran Aalfang A).

Serrahner See, 1296 stagnum Ceran: dasselbe.

Serrahnsche Berge, A. Strelitz, 1 O, 1343 in villis Thurowe, Saran et Brughowe, 1408 to deme Sarne, 1427 tome Sarane, to deme Tzarane (altsl. sêrŭ aschfarben, poln. szary P oder westsl. ceran Aalfang A) adj. poss. §. 17: "Ort des Saran", oder "Aalfangsort".

Sarrahnscher See, bei Serrahn N Thurow: dasselbe.

Settin, A. Kriwitz, SW, 1560 vidi agrum Zetinensem (altsl. cet- P, čech. cetov) adj. poss. §. 16: "Ort des Ceta".

Setzin, A. Schwerin 1 SW Hagenow, 1230 Cetsin (altsl. ček-; čekati warten P, čech. čečin) adj. poss. §. 16: "Ort des čeka, čeča".

Sevekower See, Meklenburg. Grenz=See NO Wittstock (bei Sevekow), 1430 Sevekow, 1445 Seuekow, im 16. Jahrh. Sewikau, 1556 dye Seuekauer, 1557 Sewikow (altsl. zêv-; zêvnąti gähnen, poln. ziewac') adj. poss. §. 15: "Ort des Zêvik".

Severin, A. Goldberg 1 N Parchim, 1264 Ceberin, 1295 Ceberyn, 1309 Zeberin, 1311 Zebberin, 1312 Sebbrin (altsl. sebrŭ, sebor- Bauer P) adj. poss. §. 16: "Ort des Sebor".

Sicheluuist stagnum (zwischen Fürstenberg und Himmelpfort) 1299 (altsl. žih- P, vgl. ON čech. žichlice) patron. §. 6: Ort des žichla".

Klein=Siemen, A. Bukow S Kröpelin, 1322 in Slauica villa Zymen (altsl. zima Winter, Kälte A) adj. §. 30: "kalter Ort". — Vgl. Groß=Siemen ebenda.

Symen villa (bei Sülz) 1289: dasselbe.

Zyme fluuius (Bach bei Kröpelin) 1250, adj. §. 21: "kalter (Bach)".

 
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Siemitz, A. Güstrow, 1 N, 1305 Symatze, 1308 Symatse, 1310 villa Symatse, 1313 Zimaz, 1322 Symatze (altsl. zima Winter, Kälte P) adj. poss. §. 17: "Ort des Zimak, Zemak".

Groß= und Klein=Siemz, V. Schönberg, S, 1413 Simitz, 1641 Gr.-Siemens, im 17. Jahrh. Siemitz (altSl. zima Winter, Kälte P und A) §. 28: "kalter Ort", oder patron. §. 6.

Klein=Sien, Lütten=Sien, Klein=Tessin, A. Rühn 1 1/2 NO Warin (bei Groß=Tessin), 1264 in Minori Dessyn, s. Groß=Tessin, 1275 villa Minnitze, 1299 Minneze, 1302 Minnizce etc. (altsl. min- bewegen P) patron. §. 6: "Nachkommen des Mina".

Sietow, A. Dobbertin 1 N Röbel, 1300 Sytecowe, 1333 Sytecowe, 1340 Sithecow, 1342 Sytecowe (altsl. žitĭ, žitŭkŭ Leben P, oder žito, poln. žyto, demin. žytko Getreide A) adj. poss. §. 15. 34: "Ort des žitek" oder "Getreideort". — Vgl. Neu=Sietow ebenda.

Siggelkow, A. Marnitz 1 SO Parchim, 1235, 1238 Siklecowe, 1262 Syglecowe, Szichlicowe, 1270, 1271, 1273 Siklecowe, 1468 Tzichelchouwe (altsl. žih- ?; vgl. žichia) adj. poss. §. 15: "Ort des žichlik".

Siklecowe flumen (bei Siggelkow), 1235 in fluminibus Elda et Siklecowe, 1270 riuulus, qui dicitur Siklecowe: dasselbe.

Sildemow, A. Schwan S Rostock, 1330, 1332 Cillemowe, 1349 Silmowe, Sildemowe (16. Jahrh.), 1333 Cyllemowe (altsl. žilŭ lebend P) adj. poss. §. 15: "Ort des žilim".

Silz, A. Plau NO Malchow, 1553 die Silitzer, Silitz (altsl. žilŭ lebend P) patron. §. 6: "Nachkommen des žil-".

Slapzow (Plauer Feldmark), 1244 Slapzowe, Tzalpzow (!), 1259 Slapzow, Slapesowe etc., 1483 beth to dem some tho Schlapsouw, noch jetzt Slapshörn, AckerStücke bei Plau, und Slaps, Vorsprung in den Plauer See zwischen Plau und Quetzin, (altsl. slapŭ Woge A; čech. slapsko) adj. §. 34: "Wogenort".

Slate, zur Stadt Parchim, S, 1343 Slote (altsl. zlato, poln. złoto Gold A, zlatŭ, poln. złoty golden P) plur. §. 11: "die Zlata".

Slater=Bach, bei Slate in die Elde, 1225 Zlonena (für Zlotena) fluuius, 1227 Slotena, 1238 ad Zlotenam §. 31: "Goldbach", oder „Bach bei den Zlata" (Slate).

 
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Slepekowe (Parchimsche Feldmark) 1343 (altsl. slêpŭ blind P) adj. poss. §. 15: "Ort des Slêpik".

Slonitze amnis (zw. Sülz und TribseeS), 1285 flumen, quod dicitur Slonitze, 1298 in amnem Slonize (altsl. sŭlanŭ zusammengeflossen, oder slanŭ gesalzen, poln. słony A) §. 28 "Salzbach".

Smeldingi, gens, 808 (Einh.) Smeldingi, (Chron. Moiss.) Semeldinc-Connoburg, 890 — 900 G. Bai. Bethenici et Smeldingon et Morizani; bei den Slavisten Smolinci, Perwolf Smolincy (um Dömitz) (altsl. smola Theer A) vgl. lit. smalininkai Theerbrenner, vgl. ON čech. smolna. suff. ĭcĭ bezeichnet den Bewohner des durch das Thema bezeichneten Ortes: "Bewohner des Theerortes" (Smolen, Schmölen).

Smort, villa et stagnum (bei Penzlin), 1230 myd veer huuen to deme Smorte (1402), 1263 in stagnum Scomort, Smort, 1317 in Smorte, 1327 villa, que Schmorte nuncupatur, 1335 villa Smort, 1337 to dem Smorte, 1341 Smord, Smort (altsl. smrŭdŭ plebejus, poln. smród Gestank P) sing. §. 10: "Besitzer Smord".

Soltow, A. Boizenburg, 1 SO, erst im 19. Jahrh. vorkommend (SA).

Solzow, A. Wredenhagen SO Röbel, 1291 Soltsowe, 1342 Solsow, 1361 Solsow (altsl. žlŭtŭ gelb, žlŭčŭ Galle, poln. ŭzôłč Galle P) adj. poss. §. 15: "Ort des žolč-". Vgl. altsl. solĭ Salz, ON poln. solca, solka, solec.

Sparow, A. Plau NW Malchow, im 16. Jahrh. Sparow (altsl. zbor- P; vgl. ON čech. zborov) adj. poss. §. 15: "Ort des Zbor, Sbor". — Vgl. Sparower=Mühle, A. Sternberg, 1 3/4 S.

Spendin, A. Dobbertin, N, 1274 Zpandine (stagnum Zpandine) (altsl. zbąd- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Zbąd".

Spendiner See bei Spendin, 1237 an den See Spandine, 1274 in stagnum Zpandine: dasselbe.

Spitzkuhn, vulgo Spitzkugel, A. Wredenhagen S Röbel, 1273 Piscekun, 1302 Piscun, 1340 Piszkun (altsl. pisk-, pišĭk-, vgl. čech. piskoř "cobitis fossilis Schlammpeitzger" P) adj. poss. §. 17: "Ort des Piskun"; vgl. ON poln. piszkowo.

Spornitz, A. Neustadt 1 W Parchim, 1300 Sporniz (altsl. sporŭ reichlich, sporĭnu reichlich, furchtbar A oder zbran. P) §. 28: "reiche Gegend", oder patron. §. 6: "Nachkommen des Zbran" (westsl. Zborn).

 
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Hohen=Sprenz, A. Güstrow SO Schwan, 1270 Sprentze, 1278 Sprence etc. (altsl. sŭpręt- klein, sŭprętati zusammenziehen P) adj. poss. §. 17: "Ort des Spręt-".(?)

Klein=Sprenz, A. Güstrow O Schwan, 1308 infra villam Paruam Sprenzen, Parva Sprentze, 1319 in villa Parvi Sprenz: dasselbe.

Sprenzer See, Gr. und Kl., bei Hohen=Sprenz, 1303 stagnum maius et minus iuxta villam Sprencen, 1319 maius stagnum, minus stagnum Maioris Sprenz: dasselbe.

Stäbelow, Stöbelow, A. Schwan 1 1/4 SW Rostock, 1192 Stubelowe, 1209 Stubelowe, 1218, 1219 Stubelowe, etc. Stubulowe, Sthobelowe, Stoblow, Stobelowe, 1470 Stobelow (altsl. stub-, stublĭ Brunnen, Baumstamm als Wasserbehälter A) adj. §. 34: "Brunnenort".

Stampen (Ksp. Wamekow), 1256 (altsl. stąpa Flachsbreche, machina cannabi frangendae A) adj. §. 30: "Ort, wo Flachsbrechen sind".

Stargard, Stadt, 1170 Stargard, 1244 Staregart etc. (altsl. starŭ alt, gradŭ Burg A) comp. §. 37: "Altenburg". Danach benannt:

Stargard, Land, 1236 terram Staregardensem, terra Stargard etc.

Stargarde flumen (Bach, bei Neu=Brandenburg in die Tollense, jetzt fälschlich Linde genannt; ein Arm des Baches heißt noch jetzt Alten=Stargard), 1271 in flumine, quod wlgariter Stargarde dicitur, 1319 flumen Stargardt, adj. §. 21: "Altenburger (Bach)".

Starkevitze (bei Waren), 1316 tho Starkevitze, patron. §. 6: "Nachkommen des Starek".

Starkow, A. Gnoien O Tessin (altsl. starŭ alt P) adj. poss. §. 15: "Ort des Starek".

Starsow, A. Mirow 1 3/4 W Wesenberg, 1270 Starsowe, 1274 Starzowe, 1287 Starsow (altsl. starŭ alt P) adj. poss. §. 15: "Ort des Stareš".

Alt=Stassow, A. Gnoien O Tessin, 1239 Starsowe, Starsowe, 1241 Starzhoue, 1248 Startsowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Stareš". - Vgl. Neu=Stassow ebenda.

Staven, A. Stargard 1 1/4 SW Friedland, 1303 in Stouen, 1308 de Stovuen, 1322 villa Stouen (altsl. stov-P) adj. poss. §. 17: "Ort des Stoven" (?).

Stavenow, A. Grabow, 2 1/2 SO, 1317 Stauenow, 1321 tů Stauenowe, 1322 to Stauenowo (altsl. stavŭ Damm, Teich A) adj. §. 34: „Teichort".

 
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Staueniza, rivulus (bei Scharpzow), 1229 (altsl. stavŭ Damm, Teich A) §. 28: "Dammbach, Teichbach".

Stechow, A. Gnoien 1 1/4 S Tessin, 1327 Stechowe, Stechow (altsl. steh- P?) adj. poss. §. 15 (?).

Steder, A. Boizenburg, 2 SO, 1440, 1485 Steder (SA), (eingegangen seit 1798) (altsl. štedrŭ P) čech. štědrovice, plur. §. 11: "der Steder".— Vgl. Steder bei Neuhaus.

Steffin, zur Stadt Wismar, 1262 molendinum Steuine, 1279 Antiqua Steuina, 1308 curia in Steuine, 1326 van dem houe tho der Steuinen: ?

Steinau, Bach in die Steknitz, 1158 aqua Stenowe, Stenove, §. 34: "die steinige" (Steinbach).

Steinhagen, A. Meklenb. W Bützow, 1229 in Stenouen, 1236 Steynouen, 1248 in Sthenouen, 1264 dorff Stenhouen, 1270 in Stenouen IIII mansos, entweder deutsch oder (altsl. stêna Mauer, Stein, stênĭ Schatten A) adj. §. 34: "Steinort, Mauerort, Schattenort".

Steknitz, Fluß (bei Genin in die Trave, durch den Steknitz=Kanal mit der Delvenau verbunden, welche bei Lauenburg in die Elbe mündet und auch oft Steknitz genannt wird), 1188, 1202 flumen Cikinize, 1335 ultra Stekenitze, 1336 aqueductu in Stekenitze, 1340 Stekenissa (altsl. sŭtoka, sŭtek-, poln. stok, stek Zusammenfluß A) §. 28: "Bach aus Zusammenflüssen".

Step, (Neubrandenburger Feldmark, noch jetzt "die Stepen", schluchtenartiges Terrain), 1170 Step, Steph, 1244 Step (alt[Druckfehler: t statt s]tl. step-, stepenĭ, poln. stopien' etc. Stufe, Sproße, Schlucht A) adj. §. 20. 21: "Stufen=".

Stepenitz, Fluß in den Dassower Binnensee gehend, 1188, 1202 Stubinize, 1258 Stubenitze, 1262 Stopenitz, 1265 Stubenic, 1267 Stobenitz (altsl. stub-, stublĭ Brunnen, Baumstamm als Wasserbehälter A) §. 28; "Bornbach".

Stierow, A. Gnoien, 1 1/4 SW, 1422 Sterowe (cop.) 1485 Styrow, 1490 Stirow:? (vgl. PN Stirŭ, r.).

Stieten, A. Sternberg, 1255 Stitne, 1311 dorp Stitende, 1312 dorff Stiten, 1337 Stitne (altsl. štitŭ Schild A) adj. §. 30: "Schildort".

Grapen=Stieten, A. Grevesm. S Wismar, 1230 aliud Stitene: dasselbe.

Groß=Stieten, A. Grevesm. 1 1/4 S Wismar, 1230 unum Stitene, 1298 Dudenstitne, 1337 Groten Stytende: dasselbe.

 
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Klein=Stieten, A. Grevesm. 1 S Wismar, 1230 tercium Stitene: dasselbe.

Neu=Stieten, A. Grevesm. 1 S Wismar, 1230 quartum Stitene: dasselbe.

Stitna (bei Mirow), 1242 Stytna, 1270 Stitnitz: dasselbe.

Stöllnitz, A. Gadebusch, 1 1/4 S, in hügeliger Gegend, 1230 Stulniz, 1297 Stolniste, 1313 Stolnize (altsl. stolŭ Stuhl A, Sloven. stolova ein Berg) §. 28.

Stolpe, A. Neustadt 1 1/4 SW Parchim, 1274 villa Stolp (altsl. stlŭpŭ, russ. stolp, poln. słup Säule, Fischständer im Fluß, Vorrichtung zum Fischfang, "gurgustium" A) adj. §. 21: "Ort, damit versehen".

Stolpe, A. Stargard, 1 1/2 S, an einem beträchtlichen See, 1360 Stolpe, 1517 Stolp, 1550 Stolpe: dasselbe.

Stolp (bei Fürstenberg), 1299 molendinum Stolp, 1300 uilla Stolp: dasselbe.

Stolp=See, W. Lychen, 1299, 1300 stagnum Stolp: dasselbe.

Stolpenbruk (W Lychen), 1299, 1300: dasselbe.

Ztulp locus (an der Warnow), 1186 Ztulp, 1189 Slup, 1197 Stulp: dasselbe.

Stör, Fluß, aus dem Schweriner See in die Elde. Vgl. Styr, Fluß in Wolhinien, und Stör, holstein. Nebenfluß der Elbe.

Stove, A. Redentin 1 1/4 W Neu=Bukow, 1249 S(t)oue, 1271 Stoue, 1296 Stoue (altsl. stov- P) plur. §. 11: "die Stov-".

Stove, V. Stove, 1 1/4 W Rehna, 1230 Stove, 1237 PN de Stove: dasselbe.

Groß=Stove, A. Schwan W Rostock, 1273 Stove: dasselbe. Vgl. Klein=Stove, Stadt Rostock, 1 SW: dasselbe.

Stowe (A. Plau, = Stuvendorf, Burg, untergeg. ?): dasselbe.

Stouekow, stagnum,(ein Havelsee, jetzt Stocker See, bei Langhagen?) 1257 (altsl. stov- P; stovek demnin.) adj. §. 15.

Strameuß, Stramoiß, A. Neu=Kloster 1 1/4 N Warin, 1306, 1319 Stromoyse (altsl. stram-, strom- P; vgl. čech. Stramota, Stromata) plur. §. 11: "die Stramyša" (westsl. Stramoiša) (?).

Strasen, A. Mirow S Wesenberg, 1317 Strasym, 1403 Strasem (altsl. strag-, strêg Wache P) adj. poss. §. 17: "Ort des Strazim".

 
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Strassen, vulgo Straß, A. Grabow, 1 3/4 SW, 1289 Straz, 1308 molendinum Straze (altsl. strahŭ Schreck P) adj. poss. §. 17: "Ort des Strach-, Straš".

Strelitz, Alt=Strelitz, Stadt, 1316 slot Strelitz, 1328 slot Strelitz, 1329 Streliz, hvs vnde dorpp Strelitz, 134.9 Strelitz, husz vnnde stadt, thu Strelitze, bynnen Streltz (altsl. strêlĭcĭ Schütze A) plur. §. 11. 12. 20: "die Schützen".

Neu=Strelitz, auf dem früheren Hofe Glineke (1708 - 1721) angelegt, s. Glineke.

Streme (bei Ribnitz), 1330 den ort die streme gekannt; vgl. PN Strema, Stremen etc.

Strenz, A. Güstrow, N, 1335 Strentze (poln. strąk Schote P, Stręczno kasz.) adj. poss. §. 17: "Ort des Stręk"(?). — Vgl. Neu=Strenz ebenda.

Stresdorf, A. Gadebusch, N, 1230 Strestorp (altsl. strêg- Wache P) §. 18: "Dorf des Strêza".

Stresendorf, A. Neustadt, 2 SO, 1389 Strezendorpe, §. 18: „Dorf der Fam. Strêza".

Stribbow (bei Hoben=Zieritz), 1274 Stribbow, 1408 Stribbow, Schmett. Stribow (Wiese), auf dem Stribow (Gehölz) (altsl. strêb- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Strêba".

Striesdorf, A. Güstrow W Lage, 1408, 1418, 1445 Stristorpe, SA (altsl. strêg- Wache P) §. 18: "Dorf des Streza".

Striesenow, A. Güstrow SO Lage, 1285 villa Strisenowe, 1318 Strisenowe (altsl. strêg- Wache P) adj. poss. §.15: "Ort des Strêzen".

Striggow, A. Güstrow 1 1/4 N Krakow, 1431 Striggow, 1445 Stryggow, Strigghowe SA (altsl. strêg- Wache P) adj. poss. §. 15: "Ort des Strêg-".

Groß=Strömkendorf, A. Redentin N Wismar, 1260 Stromekendorp, 1284 Stromekendorff (altsl. strom- P) §. 18: "Dorf der Stromek".

Klein=Strömkendorf, A. Bukow W Neu=Bukow, 1296 Parva Stromekendorp, 1325 Wendeschen Stromekendorp: dasselbe.

Stuck, Stuk, A. Eldena, 1 3/4 SW Grabow an der Elde, 1291 villam Stuken, 1308 villam Stvke (altsl. sŭtok-, poln. stok Zusammenfluß A) adj. §. 21: "Ort am Zusammenfluß".

Barner=Stück, A. Schwerin, N, 1345 de Stuke: dasselbe.

 
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Kirch=Stück, A. Schwerin, N, 1178 Stuke, 1217 Stuze, Sture, Stuke, 1228 dorff Stuke, 1284 Kerkstuke: dasselbe.

Studieno, bachlin (Grenzbest. des Landes Bützow) 1232 (altsl. studenŭ kalt; studenĭcĭ Brunnen A) adj. §. 21: "kalter Bach".

Stuer, Stur, A. Lübz 1 1/4 SO Plau, 1289 Sture, 1340 villa Sture, 1553 zum Stuer (altsl. šturŭ Grille, poln. szczur "Ratte" P oder A) plur. §. 11 oder adj. §. 21.

Klein=Stuer, A. Lübz 1 1/4 SO Plau, 1344 Parua Stuer: dasselbe. — (Vgl. noch Stuer Vorwerk; Stuer Vordermühle; Stuer Hintermühle; Neu=Stuer, alle ebenda).

Sturizche (Plauer See), 1178 lacus Sturizche, adj. "Stuerscher (See)".

Stülow, A. Doberan O Kröpelin, 1177 Stulue, 1192 Stulowe, 1209 Stulowe, 1315 Stulowe (altsl. stolŭ Tisch, Bank, poln. stół A) adj. §. 34. — Vgl. sloven. stolova ein Berg.

Suacowitz (bei Dargun), 1178 Suaconiz, 1216 Swacowe (altsl. sobŭ Hülfe P, čech. sobakov; oder sov- P: sl. sovač) patron. §. 6 oder adj. poss. §. 15: "Nachkommen oder Ort des Sobak, Sovak".

Subsin, Subzin, A. Rossewitz S Lage, 1312 Subbecin, 1479 Subbetzin (altsl. sŭby gelingen P; čech. zbyšow, zběšice) adj. poss. §. 16: "Ort des Sŭbyša, Zbyš-, Sŭbyš = Subislav).

Sude, Nebenfluß der Elbe, 1167 Zvda, 1186 ad fluuium Zuden, 1189 Sudin, 1190, 1230 inter Zudam et Walerowe, 1197 ad fluuium Zuden, 1227 ad riuum Zutne, 1291 inter Szvdenam et Eldenam (altsl. sudŭ "fretum, τό δτενόν, Sund, Enge" A) adj. §. 30, 31. — Vgl. Sudenhof, Sudenkrug, Sudenmühle, alle an der Sude.

Alt=Sührkow, A. Neu=Kalen NO Teterow, 1297 Scurekendorp, 1314 Surekowe (altsl. sur-; surovŭ unreif, grün P) adj. poss. §. 15: "Ort des Surek". — Vgl. Neu=Sührkow, ebenda.

Suckow, A. Güstrow, NO, 1226 Sucowe, 1229 Sucowe etc. (altsl. suk-, suka Hündin P; mekl. Suk: 1186 [in Schwerin] a domo piscatoris Suk; vgl. noch PN žuk) adj. poss. §. 15: "Ort des Suk, der Suka", oder "des žuk".

 
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Suckow, A. Marnitz 2 SO Parchim, 1328 Sucowe etc.: dasselbe.

Suckow, A. Lübz SO Plau, 1344 Sukowe: dasselbe.

Sukow, A. Kriwitz, W, 1348 to Sukow: "Ort des Suk, der Suka".

Sukow, A. Neu=Kalen 1 N Teterow, 1314 Sukowe: dasselbe.

Suckwitz, Sukwitz, A. Lübz 1 W Krakow, 1303 Sukeuitse, patron. §. 6: "Nachkommen des Suk, der Suka".

Sülsdorf, V. Schönberg, NW, 1285 Zülestorpe, 1334 Sulestorpe, 1336 Tzulestorpe (altfl. sulŭ, sulêj gut, besser P) §. 18: "Dorf des Sul" (wohl aus der Ritterfamilie Zule, Züle).

Sülsdorf, V. Schlagstorf 1 1/2 NO Ratzeburg: dasselbe.

Sülstorf, A. Schwerin, 1 3/4 S, 1217 Szulowe, 1227 Zulow, 1269 Zulistorp, 1275, 1292 Zulestorpe, adj. poss. §. 18: "Ort, Dorf des Sul-" (Züle).

Szizelubiz (bei Dargun), 1178 (altsl. čik- P) patron. §. 6: "Nachkommen des čičelub". — Vgl. Zieslübbe.

Szobedarg (bei Dargun) 1178 (altsl. sobŭ Hülfe P) §. 10: "Besitzer Sobedarg" [durch Hülfe theuer].

Szobisi (bei Dargun) 1178 (altsl. sobŭ Hülfe P) plur. §. 11: "Fam. Sobiš".

Szuleztid (bei Uelit), 1218 ad riuum, qui dicitur Szuleztid, (der erste Theil zu altsl. sulŭ: sulêj besser P): "(Bach) des Sul".

Szumit stagnum (S an der Müritz bei Viezen), 1291 mansum in Vipperowe et quartam partem stagni, quod Szumit dicitur, et medietatem aquae . . . iuxta Gartz, 1352 proprietatem dimidii stangni, quod dicitur de Tzumpt, siti apud dictam villam Visne (altsl. šuma; nsl., serb. šuma Wald A: nslov. sumnik Bach; kro. šumedje, sumetlica). — Vgl. altsl. šumŭ Geräusch [besonders des Wassers], nsl. šum Wasserfall).

T.

Tangrim, A. Gnoien, N, 1318 Tangrim (altsl. tagŭ stark, tapfer P, vgl. PN r. Tugarin, p. Tągomir) adj. poss. §. 17: "Ort des Tągrim". — Vgl. Anklam (Vor=Pommern) Tanclam, Tanglim, Tancglem etc.

Tarnewitz, A. Grevesm., 1 1/2 N, 1230 Sclauicum Tarnevitz, 1271 Tarnevithze, 1288 Terreviz, 1301 Slauicum Tarneviz, 1325 Tarneuize (altsl. trŭnŭ, poln. tarn, ciern'

 
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Dorn P und A) patron. §. 6: "Nachkommen des Tarn". Davon:

Tarnewitzerhagen, A. Grevesm., 1 N, 1230 Wittenburgerhagen, 1306 Tarneuizce, 1402 Major Tarneuitze, 1519 Groten Terneuitze, und

Tarnewitzer Bruch, Moor, 1343 palus Tarneuitze.

Tarneuiz silva (um Tarnewitz) 1222: dasselbe.

Tarnow, A. Bützow, 1 S, 1233 Tarnow, 1252 in Tarnow (altsl. trŭnŭ Dorn P und A) adj. §. 15. 34: "Ort des Tarn" oder "Dornenort".

Tarnow, A. Stavenhagen, SO, 1273, 1312 in Tornowe: dasselbe.

Tarnowe (bei Pinnow und Gülzow) 1226: dasselbe.

Tarzow, A. Meklenb. 2 SO Wismar, 1429 Tartzowe, 1432 Tartzsow, Tartzsowe (altsl. trŭstĭ Schilf, poln. trzcia, trca Röhricht A) adj. §. 34: "Schilfort".

Tatow, A. Bukow 1 1/4 S Neu=Bukow, 1224 Tathecowe, 1286 Thatecowe (altsl. tat- Vater P) adj. poss. §. 15: "Ort des Tatek".

Tatschow, A. Schwan, 1350 Tatzekowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Tacek".

Tebescin stagnum (bei Güstrow), 1296 Tebescin, 1313 Tebezin, Thebbecin villa 1293 (altsl. teb- du, dich P, tebohŭ nom. propr.) adj. poss. §. 16: "Ort des Tebochŭi, Teboša, Tebeša".

Techentin, A. Eldena S Ludwigslust, 1526 Techentin SA (altsl. têha Trost P) adj. poss. §. 16: "Ort des Techęta".

Techentin, A. Goldberg, W, 1219 Techutin, 1260 Theghentyn, 1267 Theghentin, 1272 Techentin: „Ort des Techuta, Techęta".

Techentin. (bei Neu=Strelitz) 1256, 1257: dasselbe.

Thechentin stagnum (nördl. Theil des Useriner Sees) 1257: dasselbe.

Techesowe (bei Pannekow), 1216 Techesowe, Teschesowe, Tehchowe, Deskow, 1248 Techetsowe (altsl. têha P) adj. poss. §. 15: "Ort des Têcheš, Têšek".

Teldau, Niederung an der Elbe, oberwärts Boizenburg, 1209 in prato dicto Teltowe, 1258 terra Teldowe (altsl. tlŭd- A) adj. §. 34 (?).

Tellow, A. Güstrow, Dorf und Hof, 1 1/4 NW Teterow, 1445 Teldowe, 1577, 1714 etc. Teldow: dasselbe.

 
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Temnitz, Bach bei Netzeband, 1232 super Tymanize fluuium (altsl. timêno, timênije Koth, Lehm A) §. 28: "Lehmbach".

Tempzin, A. Tempzin NW Brüel, 1222 Tunischin, 1346 Temptzin, 1411 Temptzin, 1490 Tempzyn (altsl. ton- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Toniša".

Tenze, A. Güstrow 1 N Teterow, 1305 Tensitze, 1310 Tensise, 1317 Tensizze, Tensitze (altsl. tągu stark, muthig, tęza se streiten P) patron. §. 6: "Nachkommen des Tęga, Tęža".

Tepenitz (Bach in die Warnow, jetzt auch Tönnies=Bek), 1222 aqua Tepenice, 1232 in Tyepnizham, 1260 Tepenitz, noch jetzt in der Nähe Tennitz=Berg bei Pennewitt (altsl. tep-, top-, topiti untertauchen, benetzen, topiti wärmen, teplŭ, toplŭ adj. warm, poln. ciepły A) §. 28: "Bach, warmer Bach" (?).

Teplitz, A. Neu=Kloster 1 1/2 S Neu=Bukow, 1319 curia Tepelitz, 1320 villa Tepelitz, Tepelitze (altsl. toplŭ warm, toplica warme Quelle A, čech. teplice) adj. §. 21: "Ort warmer Quellen".

Teschenbrügge, A. Boizenburg, 1 1/2 SO, 1800 noch nicht in den Staats=Kalendern (SA).

Teschendorf, A. Ribnitz, 1375 Tessekendorpe, 1518 Teskendorp (altsl. têha Trost P) §. 18: "Dorf der Têšek". — Vgl. Klein=Teschendorf ebenda.

Teschendorf, A. Stargard, 1386 Teskendorf: dasselbe.

Teschow, A. Bukow 1 SW Neu=Bukow, 1466 Teschow, 1519 Teskow, §. 15: "Ort des Têšek". — Vgl. Neu=Teschow ebenda.

Teschow, A. Grevesm., SO, 1230 Tuskowe, 1263 Tessecowe: dasselbe.

Teschow, A. Güstrow N Lage, 1276 Teskow, Thessekowe: dasselbe.

Teschow, A. Neu=Kalen 1 1/2 O Teterow, 1248 Tescowe, 1252 Tescowe, Tessecowe, 1253 Tescowe etc. dasselbe.

Stagnum Tessekow, Teterower See 1297: dasselbe.

Teschow, V. Schönberg, 1 1/4 NW, 1194 Thescowe, 1301 Sclavicalis Tessecowe: dasselbe. Davon: Teskawer Steinort, N Teschow, 1 1/2 M. v. Schönberg, 1570.

Tesmannsdorf, A. Bukow NW Neu=Bukow, 1249 Tessemeressdorp, 1303 Tesmerstorp, §. 18: "Dorf des Têšimêr" [trostberühmt].

 
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Tessantenwerder (bei Goldberg), 1305 Santekenwerder, insula Tessantenwerder, §. 18: "der Fam. Têšęta".

Tessenow, A. Grabow 1 1/4 SO Parchim, 1550—70 Tessenouw SA, adj. poss. §. 15: "Ort des Têšen".

Thessenowere zol (an der Grenze von Zachow) 1272.

Tessenow, A. Güstrow S Teterow, 1247 Tessenowe etc.: dasselbe.

Tessin, Stadt, 1301 Tessyn, 1322 Tessin, 1323 Tessin, adj. poss. §. 16: "Ort des Têša".

Tessin, A. Boizenb., O, 1230 Tessin, 1335Tessyn: dasselbe.

Tessin, A. Wittenburg, NW, 1230 Tessin: dasselbe.

Tessin, A. Kriwitz 1 1/4 W Brüel, 1241 Tyssyn: dasselbe.

Groß=Tessin, A. Neu=Kloster 1 1/2 NO Warin, 1233 Duzcin, 1275 villa Duscin, 1299 villa Duszin (altsl. duša Seele P) adj. poss. §. 16: "Ort des Duša".

Groß=Tessiner See, 1232 See Duzcin, 1275 villa Duscin cum stagno adjacente: dasselbe.

Klein=Tessin, s. Kl.=Sien.

Klein=Tessin, Stadt Tessin, W: "Ort des Têša".

Groß=Tessin, A. Lübz NW Krakow: dasselbe.

Klein=Tessin, A. Lübz NW Krakow (1478 Feld Verkewitz): dasselbe.

Testorf, A. Zarrentin 2 W Wittenb., 1279 Thessenstorp, 1313 Testorpe, 1346 villa Testorpe, §.18: "Dorf des Têšen".

(Testorf, A. Grevesm., 1230 villa Theodolfi, also deutsch.)

Teterow, Stadt, 1272 Thiterow, 1285 oppidum Teterowe, 1288 Theterowe, Thitterowe (altsl. teterę, fem. tetria, "phasianus", r. teterev, poln. cietrzew Auerhahn A) adj. §. 34: "Auerhahnort".

Teterower See, s. Teschow.

Tetlambi (Grenzbest. des Landes Bützow) 1232:?

Thelkow, A. Gnoien O Tessin, 1390 und 1594 Thelkow (altsl. tel- P; vgl. serb. Telka) adj. §. 15: "Ort des Telka".

Thoneize, eine Grasswische (bei Gudendorf), 1583 (altsl. ton- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Ton-"(?).

Thürkow, A. Güstrow N Teterow, 1445 Turekow (altsl. turŭ Auer P) adj. §.15: "Ort des Turek".

Thurow, A. Meklenb. W Brüel (altsl. turŭ ) Auerochs P und A) adj. §. 15: "Ort des Tur" oder "Auerort".

Thurow, A. Strelitz, NO, 1343 Thurowe: dasselbe.

 
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Klein=Thurow, A. Gadebusch, zum Theil nach Lauenburg gehörig, 1230 Sclavicum Tvrowe, 1277 Turowe Slauicalis: dasselbe.

Tichmenzeke 1186, Tithmentheke 1189 (Bach zwischen Groß= und Klein=Gischow) (altsl. tisŭ Lärche, Taxus, Eibe A, klr. tys'mienyčka) §. 28: "Lärchenbächlein, Eibenbächlein".

Tieplitz, A. Sternberg 2 SW Güstrow, 1602 Tiplitz, 1645 Typelitz, 1653 Triplitz, 1707 Tiplitz (altsl. toplŭ, teplŭ warm, toplica warme Quelle A) plur. §. 20: "warme Quellen".

Toddin, A. Toddin SO Hagenow, 1194 Todin, 1230 Todin (altsl. tod- P, vgl. čech. Toda) adj. poss. §. 16: "Ort des Toda".

Tollense=See, 1261 stagnum, quod Tollense appellatur, 1271 in stagno, quod Tollense, Tolense uocatur, 1273 Tolonse, 1279 Tholense, 1286 stagnum Tollense et Lypitz, 1300 a stagno Tholenze;

Tollense, Fluß, bei Demmin in die Peene gehend, 1236 flumen Tholenze, 1279 Tholense, Bog. 1250 circa fluvios . . . Dolausam, Dolsam, Dolosam, 1292 in aquis Treble et Tolensa, 1295 aquam, que vocatur Tolensa, 1305 super aquam, que Tholosa dicitur, 1318 Tolensa, 1328 apud fluuium Tollense;

Tollense, Land (zwischen Peene und Tollense), 946 Tholenz, 955 Tolonseni (Gall. Ann.), 965 Tolensane, 975 Tolensate, 995 in pago Tholensani, Adam: Tholosantes, Helm. Tolenci, Tholenci, 1150, 1179 Dolenz, 1170 Tolenze, 1173 in Tolenz, 1174, 1178, 1186 Tolenze, 1189 Tolentz, 1197 Tolenz, 1220 in terra Tolense (Schaf.: Tolense statt Dolenica; Perwolf: Dolenča statt Dolenica; altsl. dolŭ Thal A: "Niederung", oder altsl. tol- P, vgl. poln. tolima, kroat. tolimir) plur. §. 11: "die Tolęta".

Tollow, A. Neukloster 1 1/2 O Wismar, 1304 uilla Toldas, 1306 Toldas, 1319 Toldas (altsl. tlŭd- P oder A) -as vielleicht Local= Suffix von Toldane (?).

Tolzin, A. Güstrow, 1 1/2 S Lage, 1327 Toltsin (altsl. tol- P, s. tolĭk) adj. poss. §. 16: "Ort des Tolka".

Tönchow, A. Lübz, erst seit 1845 eigenes Hauptgut (altsl. ton- P, vgl. serb. tonka fem.).

Törber, A. Rehna, N, 1230 Tvrbore, 1256 Torbore, 1284 Turbore, 1309 Tørberen (acc.), 1335 Tørber

 
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(altsl. turŭ Auer P) plur. §. 11: "die Fam. Turibor" [Stierkämpfer]. — Vgl. Törberhals, die Erbschmiede von Törber, ebenda.

Torgelow, A. Neustadt NO Waren, 1350 Turreghlaue, to Turgheloue, 1369 uppe der Thorgheloweschen heyde tu der tolbude (altsl. turŭ Auer P) plur. §. 11: "die Turiglav" [Stierkopf].

Torne (Theil der Müritz), 1361 en se, de het dy Torne (Torue) (altsl. trŭnŭ Dorn A) adj. §. 21: "Dornen=".

Auf dem Tornei, ein Acker bei Wismar, c. 1700, §. 21: "Dornenort" oder PN „Tornej".

Tornow, A. Fürstenberg 1 NO Gransee, 1353 oppidum Tornow, ad expensas nostri castri Tornow, 1428 dörp Tornow, adj. §. 34: "Dornenort". — Vgl. Tornow, Hof, A. Stargard NO Feldberg.

Tornowenses Aque (Großer und kleiner Wentower See), 1348 in aquis Tornowensibus sita, videlicet in stagno Tornow.

Törpt, V. Schönberg, 1 1/2 SW, 1308 villa Torp (altsl. trŭpê dulden P) adj. poss. §. 17: "Ort des Torp".

Torwitz, zur Stadt Neu=Strelitz.

Tramm, A. Grevesmühlen, 1 1/4 NW, 1230 Tramme (altsl. trąba Trompete P) plur. §. 11: "die Fam. Trąba".

Tramm, A. Kriwitz, S, im 16. Jahrhundert Tramme: dasselbe.

Tramme (Ksp. Vellahn, A. Wittenb.), 1230, 1335, noch jetzt Trammer Horst bei Kloddram: dasselbe.

Trams, Trampz, A. Meklenburg W. Warin, 1320 Trampis, 1530 tho Tramptze, patron. §. 6: "Nachkommen des Trąba", Vgl. ON poln. Trąbczyn.

Trave, Fluß, 1181 apud Thraven, 1226 numen Trauene, 1250 Bog. Trawna, 1267 in Trauiam, 1286 portus Travene (altsl. trava Gras A) §. 31: "die grasige".

Groß=Trebbow, A. Schwerin, N, 1262, 1279 Grossen Trebbow, 1286 Trebbow (altsl. trêba taugen P; trêbiti säubern, roden A) adj. §. 15, 34: "Ort des Trêba" oder "Rodeort".

Klein=Trebbow, A. Schwerin, 1 1/4 N, 1284 Paruum Tribbowe: dasselbe.

Groß= und Klein=Trebbow, A. Strelitz, SW, 1505 Groten Tribbow, Cleine Trebbow: dasselbe.

Trebel, Fluß, unterhalb Demmin in die Peene, 1285 aqva, que Tribula dicitur, 1292 supra Treble, 1298 fluvius

 
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Trebele, etwa: "Fluß durch Rodeland" oder "Fluß Trêbola" (PN).

Trebelin (bei Schorrentin), 1305 uilla Trebelin, 1314 Trebelyn (altsl. treb- taugen P) adj. poss. §. 16: "Ort des Trêbola".

Trebs, A. Lübtheen, SO, 1696 Trebse, plur. §. 11, oder adj. poss. §. 17: "Ort des Trêbeš, Trebsa".

Kurzen Trechow, A. Meklenburg NW Bützow, 1321 Slauicalis Trechowe (altsl. trêh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Trêcha".

Langen Trechow, A. Meklenburg NW Bützow, 1287 Teutsch Trechow, 1303 Trechow Teutonicalis, 1329 Dudeschen Trechow: dasselbe.

Trendecops molendinum (bei Penzlin), 1274 Trendecops, 1367 dy veste Trendekop, noch heut soll eine Stelle am Penzliner Stadtsee Trendekop heißen (altsl. trątŭ, poln. trąd Hummel, Brutbiene A, kopati brechen A, lit. bit-kopis "Bienenbruch", vgl. Bockup) compos.§. 35; [oder deutscher Personenname: trend rund, trenden, -elen = rotare, und kop = Kopf].

Trendefort locus (bei Neustadt), 1333 usque ad locum dictum Trendefort, Trendevyr, 1344 Trendeuier, Trendevier, Treundeword [wohl deutsch: kreisende, strudelnde Furt].

Trent=See, Theil des Groß=Radenschen Sees, 1319 stagnum Trentze (altsl. trątŭ Hummel; trątŭ Wache A) ?

Trentze, die, See bei Bützow, 1321 am See die Trentze geheissen.

Tressentin, A. Ribnitz, 1 SO, 1233 zu Stressentin (altsl. strêg- Wache P) adj. poss. §. 16: "Ort des Strêzęta (Trêšęta)".

Tressow, A. Grevesmühlen, 1 1/4 O, 1230 Tressowe (altsl. trêh- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Trêš-".

Tressow, A. Neustadt 1 3/4 N Waren, 1491 Tressow: dasselbe.

Treye (bei Alt=Schwerin, Dreier See), 1289 in Treye (altsl. troj- P) plur. §. 11: "die Troj".

Trezstini lug (Grenze des Landes Bützow) 1232 (altsl. trŭstĭ Schilf, Rohr, p. trzcina A; p. ług Sumpf) adj. §. 30: "Schilfsumpf".

Tribeden, Land (Land Gnoien), 1171 (cop.) castrum Bridder [al. Bartk] cum terra attinenti, uidelicet Tribedne uocata, 1186, 1189, 1197 ad terram, que Tri-

 
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beden uocatur, 1235 totam terram Bisdede siue Tribedene, 1257 Tribeden, 1258 Trybeden (altsl. trêba taugen P: čech. třêbêtin) adj. poss. §. 16: "(Land) des Trêbêta".

Tribemer (bei Dargun), 1178, §. 10: Besitzer T., oder adj. poss. §. 17: "Ort des Trêbimêr" [der den Namen eines Rechtschaffenen hat, Biedermann].

Tribinowe (in Raduir), 1170 Tribinowe, Tribenowe, 1244 Tribinov, adj. poss. §. 15: „Ort des Trêben".

Triepkendorf, A. Feldberg 1 1/4 N Lychen, 1393 Tripekendörp, §. 18: "Dorf der Fam. Trêbik, Trêbka".

Triewalk, zur Stadt Wismar, SO, 1332 tů deme Trywalke, to deme Triwalke (altsl. trije, tri drei A; valŭ Wall, p. wał, demin. walek A) comp. §. 36: "Dreiwallort".

Triwall, der, ein Kegelgrab zu Martensdorf: dasselbe.

Trigorke (Grenze des Klosters Dargun), 1174 in quosdam tumulos, qui sclauice dicuntur Trigorke, 1219 Trigorki (altsl. trije, tri drei A; und gorčka Hügel A) compos.§. 36: "Dreihügel".

Trisniza aqua (Bach, unterhalb Sudenhof in die Sude) 1167 (altsl. trŭstĭ Schilf, Rohr, p. trcia A) §. 28: "Rohrbach".

Trizcen villa (in der Grafschaft Schwerin) 1264, adj. §. 30: "Rohrort".

Ture, Land (A. Lübz), 1247 termini Thure, terrae Thure necnon Brence (altsl. turŭ Auer P und A) adj. §. 17, 21, oder plur. §. 11: "die Tür".

Turinitz uilla (zehntpflichtig dem Kloster Dargun) 1216, patron. §. 6, oder §. 28: "Nachkommen des Turin", oder "Auergegend".

Tvrkowe, in parrochia Nienkerken, 1230, adj. poss. §. 15: Ort des Turek".

Turloff, A. Sternberg, 1 S, 1256 Turglove, 1316 Torgelowe, 1317 Turghelowe, plur. §. 11: "die Turiglav" [Stierkopf].

Turow (Stadtfeldmark Schwerin), 1330 dorff Thurow, §. 15, 34: „Auerort" oder "Ort des Tur-".

Turne, Land (SO Müritz bis Zechlin in der Priegnitz), 1227, 1237 etc. terra Turne (altsl. turŭ Auer A, vgl. ON čech. turná) adj. §. 30: "Auerochsenland".

Tüschow, A. Wittenburg, 1 1/2 W, 1316 Tuschowe (altsl. tuh- brechen P) adj. poss. §. 15: "Ort des Tuša, Tuška".

Tüzen, A. Stavenhagen. 1 1/4 NO, 1279, 1287, 1349 villa Tutzen, und davon benannt:

 
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Tüzen, Land (um Tüzen bei Stavenhagen), 1267 terra Tucen, Thucen (altsl. tuk-; p. tucz Fett, Mark; adj. tuczny nahrhaft, fett A) adj. §. 30: "fettes Land".

Tüzen, A. Bukow 1 1/2 SO Neu=Bukow, 1581 Tüzen: dasselbe.

U.

Uelitz, A. Hagenow 1 3/4 NW Neustadt, 1218 Vlitze, Vlitz, 1219 Vliz, 1381 Vlitz (altsl. ulĭ Bienenstock A, oder ulica Straße A) §. 28, 21.

Upahl, A. Grevesmühlen, S, 1291 Vpal, 1297 Vpall, 1518 Vpaell (altfl. opal- Brand, poln. opał A)adj. §. 21 oder §. 20: "Brandort".

Groß=Upahl, A. Güstrow, 1 3/4 SW, 1234 Upal, 1237 Upall, 1263 Opal, 1274 villa Vpal: dasselbe.

Klein=Upabl, A. Dobbertin 1 3/4 SW Güstrow, 1263 Wendischen Opal: dasselbe.

Upost, A. Dargun 1 1/4 NO Neu=Kalen, 1178 Tupuriste, 1248 uilla Toprest, 1256 Toporizte, 1314 Vporst, 1339 villa Uprest, Uperst (altsl. toporŭ Axt, toporište Axtstiel A) adj. §. 26, 21; Vgl. §. 19.

Usadel, A. Strelitz 2 NO Neu=Strelitz, 1310 villa Vsaz, 1312 Vsazel, Vsaz, 1384 Usadel, 1408 Uzatele (altsl. o- praep., sad- gründen, saditelĭ Pflanzer, poln. sadca Erbauer P) §. 10 sing.: "Besitzer Osadca, Osadcel".

Userin, A. Strelitz, W, 1346 Woseryn (altsl. ožarŭ Brand A) adj. §.32: "Brandort".

Userinscher See, s. Vylym, S. 150.

V.

Valluhn, A. Zarrentin 2 W Wittenburg, 1194 Vilvn, 1230 Vilvn, 1313 Willun, 1346 Vilun (altsl. vil-, vila Zauberin P) adj. poss. §. 17: "Ort des Vilun".

Varchentin, A. Stavenhagen, 1 1/2 S, 1350 Verghentin, 1491 Wargentin (altsl. vragŭ Feind, Teufel P) adj. poss. §. 16: "Ort des Vargęta".

Groß=Varchow, A. Stavenhagen 1 1/2 NW Penzlin, 1326 to Verchow, 1342 villa Verchowe (altsl. vrŭhŭ Gipfel, hoch P und A) adj. poss. §. 15, 34: "Ort des Verch" oder "Hochdorf". - Vgl. Klein=Varchow, A. Neustadt 1 1/2 NW Penzlin.

Vellahn, A. Wittenburg, 2 SW, 1154 Vilen, 1218 villa Velan, 1230, 1279 Vilan, 1327 villa Velan, 1335

 
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Villan, 1346 Vilan (altsl. velŭ groß P) adj. poss. §. 17: "Ort des Velan".

Ventschow, A. Meklenburg 1 1/4 W Warin, 1235 Vinzow, 1349 Ventzowe (altsl. vęšte mehr, größer P) adj. poss. §. 15: "Ort des Vęč-".

Ventzkow, A. Tempzin 1 NO Kriwitz, 1330 Ventzekowe (altsl. vęšte mehr P) adj. poss. §. 15: "Ort des Vęček".

Veprowe, terra, s. Vipperow.

Verchene (ein Theil der Müritz), 1375 en water genomet de Verchene (altsl. vrŭhŭ hoch, Gipfel A) adj. §. 30: "die hohe, Hohen=". (Vgl. Verchinpenitz auf S. 78.)

Verklas, A. Dömitz, 1 1/2 O, 1566 Verchlaß SA (altsl. vrŭhŭ, praep. oben, hoch, lêsŭ poln. las Wald A; kasz. Vje'rzchlas) comp. §. 38: "Hochwald, Ob dem Wald".

Vergelatze, Verglatze (A. Grabow) 1464 (SA): dasselbe.

Viecheln, A. Gnoien, NW, 1370 Vychele (poln. wikla, plur. wikle Gestrüpp A) adj. §. 21: "Gestrüpport" ?.

Hohen=Vicheln, A. Meklenburg 1 3/4 S Wismar, 1248 Viggle, 1260 Viggle, 1276 Vigle, 1286 Vigle, 1299 Vichle: dasselbe. Vgl. Neu=Viecheln, 1816 auf der Feldmark von Hohen=Viecheln angelegt.

(Groß= und Klein=Viegeln, A. Güstrow, 1703 noch "Schäferei" genannt, 1777 Viecheln, SA).

Vielank, A. Dömitz, 2 N, c. 1500 Vilanck (altsl. velŭ groß P) §. 9 etwa: "Klein=Velan" (mit Bezug auf ein Velan).

Groß=Vielen, A. Neustadt SW Penzlin, 1170 Vilim, 1182 Vilin, 1244 Vilim, 1263 Vilem, 1274 Magnum Vilem, Teuchtonicum Vilem, 1342 Groten Vylim (altsl. velŭ groß P) adj. poss. §. 17: "Ort des Velim".

Klein=Vielen, A. Stavenhagen SW Penzlin, 1170 Vilim Carstici, 1244 Vilim Carstitze, 1263 Slavicum Vilem, 1274 Paruum Vilem, Colhazcn Vilem: "Ort der Velim Karstice" (altsl. krŭstŭ Christus, Christ, Kreuz P) patron. §. 6: "Nachkommen des Karst".

Vylym (untergeg. am Useriner See) 1346, adj. poss. §. 17: "Ort des Velim".

Dy see tu Vylym (Useriner See) 1346: dasselbe.

Vielist, A. Neustadt NW Waren, 1264 Vilist, 1289 Vili(st), Vylist (altsl. velŭ groß P) patron. §. 6: "Nachkommen des Vel-". — Vgl. Klein=Vielist, ebenda.

 
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Vielz See, N. Dimitz, 1241 stagnum Viltz, 1274 stagnum Vilis, adj. poss. §. 17: "des Velis".

Vier, A. Boizenburg, W, auf einer Höhe, 1638 Vier (SA) (altsl. virŭ Wirbelwind A) adj. §. 21: "Windort" (?). Vgl. Vierhof, Vierkrug, ebenda. — (? Vierburg, Stadt Bützow, S).

Vietgest, A. Güstrow, 1 1/2 O, 1346 Vitegast (altsl. vitŭ Gewinn P) sing. §. 10: "Besitzer Vitegast" [= lucri hospitem habens].

Vietlübbe, A. Lübz, 1 1/4 SO, 1274, 1288 Vitelubbe, 1558 Vittelubbe, 1643 Vietelübde, plur.plur. §. 11 oder adj. poss. §. 17: "Familie Vitolub" oder "Ort des V." [Gewinn liebend].

Vietlübbe, A. Gadebusch, O, 1230 Vitelube, 1289 Vitelubbe etc.: dasselbe. Vietow, A. Wittenburg, 1 1/2 SW, 1230 Vitecowe, 1282 Vithecov, adj. poss. §. 15: "Ort des Vitek".

Vietow, A. Ribnitz W Tessin, 1417, 1418 Vidtkow (SA): dasselbe.

Vietschow, A. Güstrow 1 1/2 O Lage, 1314 Vitzcekow, Vitcecowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Viček"; Vgl. PN poln. Vičko.

Viez, A. Bakendorf NO Hagenow, 1230 Vis, 1620 Viezen (altsl. višnja Weichselkirsche A) adj. §. 21: "Weichselort"; vgl. PN Višna.

Viezen, A. Meklenburg 1 1/2 NW Bützow, 1280 (cop.) dorff Vytzen: dasselbe.

Viezen, A. Mirow 1 1/4 SO Röbel, 1298 Visene, 1301 Visne, 1351 to der Visne, 1352 in campis ville Visne, 1470 Viezen: dasselbe.

Viezenhof, zur Stadt Malchin, Vorwerk (wohl nach dem Besitzer benannt).

Vilz, A. Gnoien SO Tessin, 1236 Vylistyz (altsl. vil- P) patron. §. 6, 26: "Nachkommen des Vil-".

Vimfow, A. Dobbertin W Goldberg, "Auf dem Fimfau" gewöhnlich genannt (vgl. poln. vąv-; ON vąvoł, vąvał, mons wanwel, Altmark winwal):?

Vincedargo (Finkenthal, A Gnoien) 1178 (altsl. vęšte mehr P) sing. §. 10: "Besitzer Vęčedarg" [Vielen theuer].

Vipernitz, A. Güstrow O Lage, 1253, 1288 villa Vipperniz, 1304 Wipernitz (altsl. veprĭ Eber A) §. 28: "Eberort".

 
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Vipperow, A. Wredenhagen SO Röbel, 1291 Vipperowe, 1362 Wypperowe (altsl. veprĭ Eber P und A) adj. §. 15, 34: "Ort des Vepr" oder "Eberort". Danach benannt:

Veprowe, terra (später Land Röbel), 1178 usque Vepro, a Vepro, 1186 und 1189 terram Moriz et Veprowe, 1197 eandem quoque terram Moriz et terram Weprowe dictam.

Vipperowesche water (südlicher Theil der Müritz), 1330 aque dicte Vipperowe water, 1361 de Vipperoweschen watere.

Vitense, A. Rehna, N, 1202 Uitense, 1230 Vitense, 1237 Vitenze (altsl. vitęzĭ Held P) plur. §. 11: "die Vitęz".

Voddowe (Parchimsche Feldmark), 1317 Voddowe, 1343 Voddowe (altsl. voda Wasser A) adj. §. 34: "Wasserort".

W.

Wabel, A. Neustadt, SO, 1251 Antiqua Wobele, 1344 twischen der Wabel vnd der Stadt, 1576 die Woabel, Holzung S Neustadt (altsl. ublĭ, * ąblĭ Wasser, Fischteich etc. A) adj. §. 21.

Wackerow, A. Ivenack O Stavenhagen, 1280 Wackerowe, 1283 Wakkarowe, Wakarowe (altsl. o-, praep., kar- strafen, okar- tadeln P) adj. poss. §. 15: "Ort des Wokar-"; vgl. PN Vakora.

Wackstow, A. Wredenhagen W Röbel, i261 Wokestowe, 1298 Lutteken Wokestowe (altsl. ok- P) adj. poss. §. 15; vgl. PN čech. Voka, Vokač, Voksa.

Wagrier, zwischen Schwentine, Plöner See, Trave und Dassower Binnensee, westl. Nachbarn der Polaben, Widuk. (967) Waari, Wari; Ann. Saxo (967): Waari, Selibur praeerat Waaris, Waris, Waariis, Thietmar 1018 Wari, Adam (1060) Waigri et Obodriti vel Reregi vel Polabingi, (1066) Wagri, Helm. Wagiri, Wagria (altsl. vag-; vgl. poln. od- wažny kühn, herzhaft P) §. 11: "die Kühnen, Herzhaften".

Wagun, A. Dargun N Neu=Kalen, 1178 Wigoni, 1216 Wigun, 1222 Wigun (westsl. vy-, praep., aus, gonŭ Weg, goniti treiben, poln. wygon Viehtrift A) adj. §. 20, 21: "Viehtrift".

Wahlsdorf, V. Rupenstorf W Schönberg, 1336 Walestorpe (altsl. val- P) §. 18: "Dorf des Val-".

Wahlstorf, A. Lübz, 1 3/4 S: dasselbe.

Wahrsow, s. Warsow.

 
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Wahrstorf, A. Grevesmühlen, 1 1/4 NO, 1230 in Noua Uilla Wartus, 1320 Wartzstorpe, 1331 Wartizstorpe (altsl. vratŭ wenden, schlagen, kehren P) §. 18: "Dorf des Vartuš, Vartiš (= Vartislav) [berühmt durch Vertreibung der Feinde]. — Vgl. Uilla Wartus ad Sclauicum Tarnevitz 1230: dasselbe.

Wahrstorf, A. Schwan, N, 1337, 1340 Wardestorppe, 1345 Warstorp: dasselbe.

Wakendorf, A. Bukow 1 1/4 SO Neubukow, 1261 Wockendorpe, und

Wakenstädt, A. Gadebusch, S, 1230 Wokenstede, ob deutsch ? (altsl. ok- P) §. 18; vgl. PN čech. Voka.

Waknitz, Nebenfluß der Trave, 1158 Wocnitzia, 1167 ultra Wocniziam, 1230 ad Wokeniziam, 1231 fluminis Wokenizie, 1291 fluminis Wokenze, 1291 Wokenizse (altsl. oko Auge, okno Schacht, Brunnen A) §. 28: "Fluß aus einem Born".

Wale (bei Dimitz), 1285 villa Wale, 1288 Wale, 1366 in deme dörpe Wale (altsl. val- P) plur. §. 11: "Fam. Val-".

Walenhoue (zu Klein=Methling) 1298, §. 18: "Hufe der Fam. Val-".

Walkendorf, Walekendorf, A. Gnoien SO Tessin, 1216 uilla Walic, 1273 Walkendorpe, 1274, 1282 Walkendorp, 1289 Walikendorp, §. 18: "Dorf der (plur.) Walik".

Walksfelde, Vogtei Mannhagen 1 W Mölln, 1158 duas uillas Bvzowe et Walegotsa, 1194 Walegotesuelde totum, 1196 villa Waleghotesuelde, 1230, 1236 Walegotesvelde (altsl. val- P) §. 18: "des Valegost" [der tapfere Gastfreunde hat, Perw. p. 144] oder "des Valichoteš" [voll starker Sehnsucht].

Walow, A. Lübz S Malchow, 1255 Walow, 1266 zu Walow etc., adj. poss. §. 15: "Ort des Val-".

Walerow, Fluß, jetzt Rögnitz genannt, in die Sude gehend, 1190, 1230 Walerowe (altsl. valŭ Woge, Welle A) adj. §. 34.

Wamekow, A. Kriwitz 1 1/4 S Sternberg, 1256 Womekowe, adj. poss. §. 15: "des Vomak" (?).

Wangelin, Dorf Wangelin, A. Lübz 1 1/4 SW Plau, 1649 Wangelin (altsl. ąglĭ Kohle A und P)adj. §. 32: "Kohlenort" oder „Ort des Wąg'el".

 
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Hohen=Wangelin, A. Malchow und Lübz 1 1/2 SO Krakow, 1319 uilla Wangelin, 1320 Wangelin; Gruben Wangelin tam Sclauicalem quam. Tevtunicam: dasselbe.

Wangelinen See (S Hohen=Wangelin, in der Nossentiner Heide) 1553.

Klein=Wangelin, A. Plau 1 1/4 NW Plau, 1649 Wangelin: dasselbe. — Vergl. Neu=Wangelin, oder Hexen=Wangelin, ebenda.

Wangern, A. Pöl 1 1/2 N Wismar, 1302 villa Wanghere, 1319 Wanghere (altsl. ągrŭ Ungar P) plur. §.11: "die Ungarn, die Wąg'er". (Vor=Wangern, ebenda, aus Theilen von Wangern und Einhusen gebildet, erhielt 1850 diesen Namen.)

Wanowe movgili (Grenze des Landes Bützow) 1232 (altsl. van- P, poln. vanice, vanów, vaniewo) adj. poss. §. 34: "die Hügel der Van-".

Wanzeberg terra (sowie Dirtzinc Unterabtheilung des Landes Wanink), 1166 Wanzeburch (dem Ksp. Konow entsprechend, Höhenzug zwischen Elde und Rögnitz), 1309 villanis et subditis in Wanzeberg, 1373 Wanzeberghe, 1506 der Wanzenberg (altsl. van- P; Wanzeberg ist wohl halbe Uebersetzung von Vanica gora) §. 18, 40: Berg der Van-".

Wanzka, Kloster, vulgo Wansch, A. Strelitz 1 1/4 SW Stargard, 1290 Wancik, 1293 in Wanzek, 1298 Wanzik, 1300 Wancike, Wanceke etc., Wanceke, Wancyka, Wanzeka, Wanzich, Wantzik, Wanzk, Wanzcike, Wancich, Wanzzese, Wantsich, Wantzeke, Wantzike (altsl. vęste mehr P, oder ązŭkŭ, eng [von dem 3/4 M. langen, aber hier sehr engen Wanzka'er See] A) adj. §. 15, 34: "Ort des Vąčik" oder "Ort an dem engen (See)".

Wanzlitz, A. Grabow, SW, 1526 Wantzelitze, SA (altsl. ąsŭ, poln. wąs Bart P) patron. §. 6: "Nachkommen des Vąsala".

Warbelow, A. Gnoien, NO, 1288 Warbelow (altsl. vrabij, poln. wróbel Sperling A) adj. §. 34: "Sperlingsort".

Warbende, A. Feldberg 1 1/4 S Stargard, 1299 Werben in terra Stargardensi, 1305 Werben (altsl. vrŭba Weide, salix A) adj. §. 30: Weidenort".

Wardow, A. Güstrow O Lage, 1270 Wardo, Wardu (altsl. vrŭd- P, poln. wardawy linkisch, wardęga Taugenichts) adj. poss. §. 15: "Ort des Vard-".

 
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Klein=Wardow, A. Güstrow O Lage, 1304 Paruum Wardow, 1342 to Lůtteken Wardowe: dasselbe.

Waren, Stadt, 1229 Warne, 1273 Warne etc. (altsl. vranŭ schwarz, Rabe, vrana Krähe P) plur. §. 11: "die Varn-, Varna". Davon benannt:

Waren, Land, 1218 Warne terra etc. (früher Land Schlön, s. d.). (Vgl. Warenshof, Warensche Alte Meierei, Warenscher Wohld, Warensche Schlamm, alle zur Stadt Waren.)

Wendisch Waren, A. Goldberg, SO, 1296 Wendeschen Warne: dasselbe.

Wargalitz (eingegangen bei Mirow), 1242 Wargalitz, 1270 Worlitz (altsl. vragŭ Feind, Teufel P) patron. §. 6: "Nachkommen des Varg'el, Vargala".

Wargutin(untergeg., SW Malchin), 1215 Wargutin, Warkentyn, Warghentin, 1220 villa Warghentin, 1229 Wargutin, adj. poss. §. 16: "Ort des Varguta, Vargęta".

Warin, Stadt, 1178 Warin, 1186, 1189 etc. (altsl. var- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Var-".

Klein=Warin, A. Neu=Kloster NW Warin, 1260 Parua Warin, Luttiken Warin, 1267 Paruum Warin: dasselbe.

Warkstorf, St. Wismar, O, 1303 Warickesdorpe, 1306 Warkesdorpe, Warkisdorpe, §. 18: "Dorf des Varik".

Warlin, A. Stargard 1 1/4 O Neubrandenburg, 1170 Tuardulin, Twardulino, 1244 Tuardulino, 1298 Werdelin (altsl. tvrŭdŭ fest P, serb. Tverdilo etc.) adj. poss. §. 16: "Ort des Tvardula".

Warlitz, A. Schwerin SW Hagenow, 1230 Wargeliz, 1344 Wargelitz (altsl. vragŭ Feind, Teufel P) patron. §. 6: "Nachkommen des Varg'el, Vargala".

Warlow, A. Neustadt 1 1/2 NW Grabow an der Walerow, jetzt Rögnitz, 1277 in molendino Walrowe, 1291 Warlow, (altsl. valŭ Woge A) adj. §. 34.

Warnabi = Varnovi, nom. plur.: "die Raben", Bewohner des Landes Warnow, s. Warnow terra und oben S. 5.

Warnekow, A. Rehna, SW, 1230 Warnekow (altsl. vranŭ schwarz P) adj. poss. §. 15: "Ort des Varnik".

Warnitz, A Schwerin, NW, 1262, 1278 Wernitze, 1280 im dorffe Wernesse, 1299 villa Wernitze, 1311 Wernizce (altsl. vrŭn- P, oder vranŭ schwarz P) patron. §. 6: "Nachkommen des Vern-, Varn-.

Warnow, Fluß, 1171, 1186 Warnowe, 1250 Bog. acc. Warnam etc., adj. §. 34: "Raben=" (Fluß).

Alte=Warnow, 1348 Antiqua Warnouia: dasselbe.

 
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Warnow, A. Grevesmühlen, N, 1230 Lvtteken. Warnowe adj. §. 15, 34: "Rabenort" oder "Ort des Varn-".

Warnow, A. Bützow 1 1/4 NO Sternberg, 1261 Warnow, 1343 zur Wernow: dasselbe.

Warnowe terra (s. oben S. 5), 1171 in Warnowe, 1186 terra Warnowe, 1191 terra Warnow etc.: dasselbe.

Warrenzin, A. Dargun 1 3/4 NO Neu=Kalen, 1178 Warnizhine, 1248 Warensin, Warntzin, 1251, 1253 Warnscin, 1261 Warenscyn, 1266 Warensin, 1269 Warencin, Warenthin, 1282 Warenscin etc. (altsl. varęgŭ, poln. waręž Waranger, Waräger P) adj. poss. §. 16: "Ort des Varęž".

Warsow, A. Hagenow, 1 3/4 NO, 1217 Warsowe, 1285 Warssowe, 1345 kerspel Warsowe (altsl. vrŭhŭ Gipfel, hoch P) adj. poss. §. 15: "Ort des Varš".

Warsow, A. Neu=Kalen, N, 1232 Warsowe etc.: dasselbe.

Warsow, V. Rupenstorf 1 1/2 W Schönberg, 1194 Warsowe: dasselbe.

Waschow, A. Wittenb., W, 1200 Nicolaus . . . interfectus est in Warcho; Arnoldus Lubicensis: ad locum, qui Warskowe dicitur; Kirchberg: zu Watschowe etc.; 1230 Warsekowe, 1284 Warscow, 1335 Warschowe, adj. poss. §. 15: Ort des Varšek, Varšik".

Wasdow, A. Gnoien, NO, 1570 Wastkow (altsl. ost-, osta- P) adj. poss. §. 15: "Ort des Vostik".

Wattmannshagen, A. Güstrow 1 1/2 W Teterow, 1279 Wademeshagen, Wademanneshagen, 1340 Wademeshaghen, Wademesh[agh]en (altsl. vad- Streit P, russ. vadim ON, čech. vadím) §. 18: "Hagen des Vadim".

Watzkendorf, vulgo Watschendorf, A. Feldberg 1 1/2 S Stargard, 1339 Wascekendorp, 1349 (Wascekendörp), 1362 in villa Waskendorp (altsl. vaš- P) §. 18: "Dorf der Vašek".

Weberin, A. Kriwitz 2 SW Brüel, 1518 Wobberin (altsl. obora Thiergarten, Schweinehag A, čech. voborek) adj. §. 32: "Thiergartenort".

Wehningen, s. Weningen.

Weisdin, Kabinets=A. Strelitz 3/4 NO Neu=Strelitz, 1387 Weisentin, 1408 Weysentin (altsl. vysŭ hoch, vyšij höher P, poln. Wyszęta, Vgl. čech. Viseta) adj. poss. §. 16 "Ort des Vyšęta".

Weisin, A. Lübz, NO, 1235 uilla Weisin, 1271 in Wesin adj. poss. §. 16: "Ort des Vyša"; vgl. čech. PN Viša.

 
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Weitendorf, A. Grevesmühlen W Wismar, 1230 Woytenthorp, 1322 Weytendorp (altsl. voj Krieger P) §. 18: "Dorf der Fam. Vojuta" — Noch 6 andere Weitendorf sind anscheinend nicht mit slav. PN zusammengesetzt.

Weitin, A. Stargard NW Neu=Brandenb., 1170 Woiutin, Woiuthin, 1182 Woitin, 1230 Weytin, 1244 Woiutin, 1312 Weitin etc., adj. poss. §. 16: "Ort des Vojuta".

Weletabi (s. auch Wilzen) = Lutizen, Einh. 789 Welatabi, Weletabi; Saxo 952 Welatabi, Ann. S. Gall. maj. 995 Sclavi, qui dicuntur Weletabi, Notker Labeo 1020 Vuelitabi etc. (altsl. velŭ groß A und P, velet Riese, Schaf.) plur. §. 11, 12: "die Riesen".

Welschendorf, Wölschendorf, A. Rehna, NO, 1230 Woltsekenthorp, 1266 Volzikendorp (altfl. vlŭkŭ Wolf P, čech. viček) §. 18: "Dorf des Volček".

Welzin, A. Grevesmühlen, 1 1/2 NW, 1230 Wulsin, 1406 tho Weltzyn (altsl. vlŭkŭ Wolf P, oder velŭ groß P) adj. poss. §. 16: "Ort des Volča", oder "des Velika, Veliš".

Welzin, A. Lübz, N: dasselbe.

Groß=Welzin, A. Schwerin 1 1/2 SO Gadebusch, 1303 villa Weltzin: dasselbe.

Klein=Welzin, A. Schwerin 1 1/4 SO Gadebusch, 1284 villa Weltzin, que dicitur Slauicalis, 1297 Wendeschen. Weltsin 1313 Slauicalis Welcyn, 1345 Sl. Weltzin: dasselbe.

Wendfeld, Wendhof, Wendischhagen, Wendischhof, Wendorf, s. §. 18.

Weningen, Land (zwischen Rögnitz, Elde und Elbe), 1158 Wanigge, 1171 Wanige, 1174 Waninge, 1190 Waninge, 1230 terra Waninke, 1236 in terra Waninge (altsl. van- P, suff. -ije) "Land der Van-". — Vgl.

Wendisch Weningen, A. Dömitz, NW, grenzend mit Hannoversch Weningen.

Werle castrum (bei Wiek S Schwan), 1171 castrum Werle, 1181 ad Werle, 1197 castrum Werle; Helm. Wurle; Lindeb. Chr. Rost. Werle arx et oppidum; Knytl. S. Urk (Urle); Bog. 1250 castrum Verla (altsl. orĭlŭ Adler P) plur. §. 11: "die Worel".

Werle, Land, 1171 terra Werle 1186 terram adjacentem Buttessowe, Werle dictam etc., nach der Burg Werle benannt.

Werle, A. Grabow, SO, 1356 Werle: dasselbe.

 
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Werle (untergeg. bei Horst am Krakower See), 1463 an dem wusten Felde zu Werle, 1572 Feld Werle: dasselbe.

Weselin, A. Sternberg, W, eingegangen, 1445, 1568 Weselin SA (altsl. veselŭ froh P) adj. poss. §. 16: "Ort des Vesela".

Wessentin, A. Lübz, O, 1235 Wazutyn, 1300 Wetcentin, 1332 Wetzentin (altsl. vęste mehr, poln, čech. vac- P, vaceta, ON vacetin) adj. poss. §. 16: "Ort des Vacuta, Vacęta".

Wessin, A. Kriwitz, O, 1391 thu Wertzin, 1572 Wessin (altsl. vrat- wenden, kehren, schlagen P, poln. warcisław und wiercisław. ON wierciszów) adj. poss. §. 16: "Ort des V'erča" (vgl. PN Veršina von vrŭhŭ).

Wiek, A. Güstrow S Schwan, 1342 Wych (altsl. vĭsĭ "praedium, vicus"; gr. οιχις lat. vicus, goth. veihs, ags. vî, ahd. wîch, niederd. wîk; aus dem Deutschen übergegangen in das westsl. vikŭ, vika, drav. wejka, váika. Bog. 1250: „Vicus enim in slavonico proprie civitas, in qua forum exercetur. Nunquam aliqui dicunt: transeamus ad civitatem, sed: vadamus ad wyk"; drav.: Johsszang kaa Weitje heit ich will nach (der) Stadt gehen - A): "Marktort, Marktplatz" (stets bei den Burgen).

Wendisch Wiek (bei Rostock), 1286 villa Wenedesche Wic, 1287 Wik, Wendesche Wic, 1288, 1292 Wic, 1293 in Vico, noch jetzt östl. vom Petrithore Große=Wyk und Kleine=Wyk: dasselbe.

Wiek (bei Marlow, W), ziemlicher Hügel, bebaut: dasselbe.

Hohen=Wieschendorf, A. Grevesm. 1 1/2 NW Wismar, 1222 Wizendorp, 1230 Wicenthorp, 1260 Witzendorp, 1404 Wytzendorpe, §. 18: "der Viča, Viša".

Wieschendorf, A. Grevesm. 1/2 N Dassow, hoch gelegen, 1603 Wischendorff: dasselbe.

Wietow, A. Meklenb. SO Wismar, 1323 Wytkow, 1338 Wittekowe, 1302 Witekowe (altsl. vitŭ Gewinn P) adj. poss. §. 15: "Ort des Vitek".

Wietschenhof, A. Stargard S Galenbeck:?

Wigon (Feldm. Neu=Brandenburg), 1170, 1182, 1241 (westsl. vy- praep., aus, gon- treiben A, poln. wygon Viehtrift) adj. §. 20, 21: "Viehtrift".

Wilsen, A. Lübz, 1 1/4 S, 1274 Willesen, 1293, 1295, Wilssne (altsl. vlŭg- feucht, poln. wilg-, wilženie Feuchtigkeit A) adj. §.30: "feuchter Ort"(?).

 
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Wilsen, A. Schwan 1 SW Rostock, 1177 Wilsne, 1189 Wilsne, 1209 Wilsna, 1330 Wylzen: dasselbe.

Wilsen, A. Goldberg O Krakow, 1304 Wilssne: dasselbe.

Wilzen (gewöhnlich der deutsche Name der Weleten oder Lutizen, aber nach einigen neueren Schriftstellern auch ein slavischer Beiname derselben) Einh. Ann. a. 789: Natio quaedam Sclavenorum est in Germania . ., quae propria lingua Welatabi (Weletabi), francica autem Wiltzi vocatur. Bair. Geogr. (890—900) Vuilci, Helm. (1168) Hi ouatuor populi a fortitudine Wilzi sive Lutici appellantur. Notker Labeo († 1022): Vuelitabi, die in Germania sizzent, tie wir Vuilze heizen. (Wenn slav. Beiname der Weleten, vom altsl. vlŭkŭ Wolf A, adj. §. 30: etwa "die Wölfen gleichen").

Wisch, Wiesch, zur Stadt Wismar, W, 1230 Wizok, 1322 Wyzeke, 1339 Wytzyk, 1519 Witzke, wusth (altsl. vysokŭ hoch A) adj. §. 21: "hoher Ort".

Wischuer, vulgo Wischür, A. Bukow 1 N Neu=Bukow, 1257 Wissecuru, 1305 Wiscur, 1311 Wiszekure, Wiscure, 1315 Wisckhur, Wisskur, 1316 Wiscur, Wisckhur, 1321 Wissecuer (altsl. vysŭ hoch, vyšij höher P, oder vĭsĭ all P, ON čech. všesvaky, všehromy etc.) plur. §. 11: "die Visekur" [cum omnibus cantans].

Alt=Wismar (Mühle, O), 1260, 1266 antiqua Wismaria, "Ort des Vysěmêr oder Visemêr", davon Wissemara aqua 1167 (Aue bei Wismar), in portu, qui Wisemer dicitur 1171 (altsl. vysŭ hoch, vyšij höher P, čech. vyšemir, poln. wyszemierz, oder vĭsĭ all P, s. vsemir) adj. poss. §. 17: (Bach) des Vyšemêr oder Visemêr [ab altiori oder ab omnibus nomen habens].

Wismar, Stadt (deutsche Gründung im W. des Mühlbachs), 1229 Wyssemaria, 1230 Wissemaria, 1237, 1246 Wismaria, 1250 stad to der Wissemare, nach Alt=Wismar benannt.

Witzin, A. Sternberg, O, 1270 Wetzin, 1309 villa Witzin, 1347 zu Witzin (altsl. vitŭ Gewinn P) adj. poss. §. 16: "Ort des Vitek-".

Wöbbelin, A. Neustadt, NW, 1333 Wopelin, 1344 Woppelin (altsl. opal-, poln. opał Brand A) adj. §. 32: "Brandort".

Woblitz=See, NO Wesenberg, 1170 Wobleske, Woblesco, 1244 Wobelscu (altsl. ublĭ Wasser, Teich A) §. 25: "Großes Wasser, großer Teich".

 
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Wocecikendorpe (in Zweedorf, A. Bukow), 1306 villa Wozcecekendorpe, in villis Albertestorp et Wozcecekendorp, villas Wocezekendorpe et Albertesdorpe, 1307 in Wocezekendorpe (altsl. o-, praep., ček- P) §. 18: "Dorf der Vočečik" (?).

Woceken (Plauer Feldm.), 1323 villa Woceken, nach 1396 untergegangen (altsl. o- Prothesis, ček- P).

Wodorf, A. Redentin N Wismar, 1249 Wodarghe (altsl. o-, praep., dragŭ theuer P) plur. §. 11: "die Wodarg" [sehr theuer].

Wodrowilaz (Grenze des Landes Bützow), 1232 (altsl. odra, odry Pfahlwerk, adj. odrovŭ A, čech. odry, kroat. odra Bach und Dorf; und lêsŭ, poln. las Wald A).

Wöten, A. Lübz, 1 1/2 NW, 1324, 1404 Wuten, 1328 Wotne, 1496 tor Wotheu (altsl. ot- P) plur. §. 11: "die Oten".

Woez, Wöz, A. Wittenb., 1 1/4 N, 1230 Wozlize (altsl. osla, poln. osła Schleifstein P oder A) §. 28: "Schleifsteinort", oder patron. §. 6: "Nachkommen des Osel".

Woggersin, A. Stavenhagen N Neu=Brandenburg, 1170 Wogarzin, Wogarizina, 1244 Wogartzinov, 1346 Wughersin, Wuckersin, 1586 Woggersin (altsl. ogarŭ Art Jagdhund P und A) adj. poss. §. 16: "Ort des Ogarka" (?).

Wohrenstorf, A. Gnoien SW Tessin, 1403 Wurdelstorp, 1425 Wurlstorp (altsl. vrŭd- P, oder orĭlŭ Adler P) §. 18: "Dorf des V(a)rdela oder Vorel".

Woitendorf, A. Rehna, SW, 1230, 1235 Woytenthorp, 1237 Weithethorp, 1246 W°ywetendorpe (altsl. voj Krieger, vojevoda Herzog P) §. 18: "Dorf des Vojuta oder Vojevoda".

Groß=Wokern, A. Güstrow W Teterow, 1302, 1306 Wokert, Wokart, 1391 Wokart (altsl. o- Prothesis, krŭt-, poln. kret Maulwurf P) plur. §. 11: "die Wokert". — Vgl. Klein=Wokern und Neu=Wokern ebenda.

Wokrent, A. Schwan, 1 3/4 W, 1219 Wocrente, 1227 Wukernte, 1244 Wokerente, villula Wokerente (altsl. o-, praep., krątŭ gewunden, krumm P) plur. §. 11: "die Wokręt-" [sehr krumm].

Wokuhl, A. Strelitz, 1 1/4 SO, 1285 villa Wukun 1335 Wůcůlen, 1583 Wokuhl, 1611 Wohkuel (altsl. okno Brunnen, Schacht A, oder okolŭ Kreis, Garten=Beet, Loch A) adj. §. 21. 30.

Woland, A. Sternberg, 1 SO,

 
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Woland, Levekendorfer, A. Güstrow (Rossewitz) 1 W Lage,

Woland, Weitendorfer, A. Güstrow, 2 N, (poln. vola "Freigrund" A; vgl. ON klr. volany etc., oder altsl. olęd-, olędinêti wüst sein A): "Freigrund" oder "Wüstung" (?).

Woldzegarten, A. Lübz NW Röbel, 1616 Woltzegar (altsl. vlŭkŭ Wolf A, gora Berg. A) compos.§. 37: "Wolfsberge".

Wolken, A. Bützow, SO, 1178 Wolchxa, 1270 villa Wolk en, 1286 in Wolken etc. (altsl. vlŭkŭ Wolf A) adj. §. 30: "Wolfsort".

Wolkow, A. Gnoien 2 NO Neu=Kalen, 1178 Volkowa, 1248 Wolcowe, 1314 Wolkowe (altsl. vlŭkŭ Wolf P und A) adj. poss. §. 15. 34.

Woltow, A. Gnoien SO Tessin, 1292, 1305 Woltekow (altsl. volŭ Wille P) adj. poss. §. 15: "Ort des Voltek".

Wölzow, A Wittenburg, O, 1230 Woltsowe, 1327 dorp to Woltsowe, 1333 villa slauicalis Weltzow (altsl. vlŭkŭ Wolf P) adj. poss. §. 15: "Ort des Volč-".

Hohen=Woos, A. Dömitz, 1 1/2 N, c. 1500 Hogewoess (altsl., poln. osa Wespe, Espe A, vgl. čech. osy, osne', oder P) adj. §. 2: "Wespenort, Espenort", oder plur.plur. §. 11: "die Vosa".

Probst=Woos, A. Eldena 1 N Dömitz, 1312 Woez, 1330 villa Wosz, villa Woez: dasselbe.

Tews=Woos, A. Dömitz 1 3/4 N Dömitz, c. 1500 Tetzwoess: ?

Woosmer, A. Dömitz, 1 NW, 1312 Woezme, plur.plur. §. 11:?

Woosten, A. Goldberg, S, 1234 (cop.) Wutzen, 1269 Woceten, 1296 Wusten, 1341 Wozsten (altsl. ust-, ustije Mündung, poln. usta Mund A) adj. §. 30: "Mündungsort". (Der Wooster See war früher eine Bucht des Goldberger Sees; vgl. noch ON poln. osetno, von oset Distel, bei Wozeten.)

Wosten (bei Penzlin), 1263 Wosten (jetzt Wötz=See ?): dasselbe.

Wöpkendorf, A. Gnoien SW Marlow, 1210 Uppekenthorp, 1479 tho Wobbekendorf (altsl. ubi tödten P) §. 18: "Dorf der Fam. Ubik".

Woserin, A. Sternberg 1 NW Goldberg, 1234, 1263 etc. Woserin (altsl. ožar-Brand A) adj. §. 32: "Brandort", oder "des Ožara" (Brand).

Wotenitz, A. Grevesm., S, 1230 Wotenist, 1297 Wotenis, 1307 Woteniste, Wutenisze, 1404 Wotensce, 1519 Wotenitze (altsl. ot- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Oten, Voten".

 
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Wotrum, A. Güstrow W Teterow, 1317 W°tram, 1337 Wotram: ?

Wottrentze, s. Klus, Klußer=Mühle.

Wotuekiz 1186, Wotekitz 1189, Wocekiz 1197 (in prouincia Zuerinensi) (altsl. o- praep., praep. ček- P) patron. §. 6: "Nachkommen des Voček-", oder "des Otek (Votek)".

Wouita (bei Dargun), 1178 Wouita, zu lesen Woiuta (altsl. voj Krieger P) sing. §. 10: "Besitzer Vojuta".

Wozderim See (bei Woserin), 1237 in den See Wozderim, 1274 stagnum Wozderin: ?

Wozeten, A. Stavenh. O Lage, 1270 Wocene, de Wocene, 1284 Wozcetne, 1337 to Wozetne (poln. oset Distel A)adj. §. 30: "Distelort".

Wotzetne ort (Bützowsche Feldm.) 1266: dasselbe.

Wozinkel, A. Grabow 1 NO Parchim, 1342 villa Wocinkel (altsl. osika Espe A, vgl. ON r. osinka, kasz. Wòsiklo).

Wozlabin (Parchimsche Feldm.), 1256 villa Wozlabin (altsl. o- praep., slabŭ ?) adj. poss. §. 16: "Ort des Woslaba".

Wrechen, A. Stargard NO Feldberg, 1577 Wrechem, 1575 Burg Wrechen.

Wrodow, A. Stavenhagen N Penzlin, 1271 Wrudowe, 1280, 1283 Wrodowe, 1301 Wrodow, 1304 Wrůdow (altsl. vrêdŭ Aussatz, Geschwür, poln. wrzód p oder A) adj. §. 15. 34.

Wulfsahl, A. Neustadt, 2 SO, 1392 Volzendoůpe, 1396 Vulueshole, 1412 Wolueshole SA (altsl. vlŭkŭ Wolf, adj. vlŭčĭnŭ Wolfs=, dupa, dupina Höhle A, der spätere Name ist also Uebersetzung des früheren slavischen) §. 40: "Wolfshöhlen".

Wumm=See, Großer, 1 1/2 S Mirow, Grenzsee, 1274 Womazowe (altsl. om- P) adj. poss. §. 15: "des Vomak, Vomač-".

Wulkenzin, A. Stargard W Neu=Brandenburg, 1170 Wolcazcin, Wolkazino, 1182 Wolcaz, 1230 Wolkensyn, 1244 Wolcacin, 1500 Wolkentzin (altsl. vlŭkŭ Wolf P) adj. poss. §. 16: "Ort des Volkata, Volkęta".

Klein=Wüstenfelde, A. Dargun 1 1/4 NW Neu=Kalen, 1216 Wylak solitudo, 1248 Wilach, 1479 tho dem wusten felde (altsl. velŭ groß P) plur. §. 11: "die Velak".

Wustrow, A. Bukow 1 1/4 NW Neu=Bukow, 1273 Wozstruywe, 1310 Wostrowe, 1316 Wozstrowe (altsl. ostrovŭ Insel A) adj. §. 21: "Inselort". — Klein=Wustrow und Neu=Wustrow, ebenda.

Wustrow, A. Stavenhagen SO Penzlin, 1170 Wuzstrowe, 1244 Wostrow castrum et villa: dasselbe.

 
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Wustrow, Land, an der Tollense, 1236 terra Wostrowe; vgl. zu Güstrow: Bog. 1250 „item Ostrow, ab insula": dasselbe.

Wustrow, A. Minow S Wesenberg, 1349 Wusterowe: dasselde. — Vgl. Neu=Wustrow ebenda.

Wustrowe v. Woztrowe stagnum (bei Sternberg) 1309: dasselbe.

Woztrowitz 1237, Wozstrouitce 1274 (See zwischen Dobbin und Kläden), §. 28: "Insel=" (See).

Wutschendorf, A. Strelitz, 1 O, 1393 Wustrendorp, 1416 Wstendorpe (altsl. ust- P, ON poln. us'cienice) §. 18: "Dorf der Vust-".

Wutzelense See, Wotzelense (bei Neu=Kalen) 1281:?

Z.

Zachow, A. Marnitz SO Parchim, 1238 Scacowe, 1262 Zachowe, Zcachowe, 1272, 1273 Zachowe (altsl. čak- Erwartung P) adj. poss. §. 15: "Ort des čak-, čach-".

Zachow, A. Strelitz 1 SW Stargard, 1290 Zachowe: dasselbe.

Alt=Zachun, A. Hagenow, 1 1/2 NO, im 15. Jahrh. Zarchun (altsl. srŭh- rauh P) adj. poss. §. 17: "Ort des Sarchon", vgl. serb. Sarkoč.

Zageuitce (bei Schwarz), 1274 Zageuitce, 1280 Saghezuitze, 1288 Sageuitz (altsl. zaj P, vgl. r. Zaj, čech. Zajk) patron. §. 6: "Nachkommen des Zaj".

Zahren, A. Plau 1 S Goldberg, 1235 Syarnitze, 1271 Zarnestorp, 1295 Sanerstorp, (für Sarnestorp), 1298 Sarnestorp, 1302 Sarnesdorp, 1304 Zarns, 1312 Zarnestorp, 1345 villa Tzarne (altsl. črŭnŭ, poln. czarny schwarz P) patron. §. 6: "Nachkommen des čarn" und §. 18.

Zahren, A. Neustadt SW Penzlin, 1274 Zarne, plur. §. 11: "die čarn".

Zahren, A. Fürstenberg, 1 1/2 SO, 1408 Sarne (SA): dasselbe.

Zahrensdorf, A. Tempzin NW Brüel, 1316 Tzarnesdorpe, 1420 to Tzarenstorpe, §. 18: "Dorf des čarn".

Zahrensdorf, A. Boizenburg, N, 1230 Tzarnekestorp, 1335 Sarnekestorpe, §. 18: "Dorf des čarnek".

Zanzen=See (jetzt Carwitzer See), 1575 Xantes, Zantes, Santes, Zanzen (altsl. sąd- Richter P) adj. poss. §. 17: "des Sąd, Sądeš".

Zapel, A. Kriwitz, SO, Hof und Dorf, 1428 Tzapel, 1594 Zapell, und

Zapel, A. Wittenburg N Hagenow, 1230 Tsabele, 1335 Sapel (altsl. čaplja Reiher, poln. czapla A) adj. §. 21: "Reiherort".

Zapelshof, A Strelitz 1 SW Stargard.

 
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Zapkendorf, A. Güstrow, 1 1/2 NO, 1445 Sabekendorpe (altsl. žaba Frosch P) §. 18: "Dorf der žabek".

Zarchelin, A. Plau, N, 1253 villa Zolchelin, 1271 villa Sergelin, 1272 Zoschelin (für Zolchelin), 1273 Zolghelin, 1294 Zolghelin, 1299 Zolchelin, 1313 Zolgheline, Zelghelin, Celghelin (altsl. slŭhŭ hören P, oder srŭh rauh P) adj. poss. §. 16: "Ort des Solchola", oder "des Sorchola" (?).

Zareze cis aquam, terra (d. i. Circipene diesseit der Nebel oder Land Malchow nördl. der Seen und der Reke), 1171, 1191, 1211 (altsl. za jenseit, praep., rêka Fluß A) "jenseit des Flußes (von O oder S her)".

Zarfzow, A. Bukow bei Neu=Bukow, 1337 Ceruytze, 1338 van Ceruitzowe, 1369 Serwessow (altsl. črŭvĭ, poln. czerw Wurm P und A) patron. §. 6: "Nachkommen des červ"; vgl PN serb. črevo, črevik.

Zarndesstrom (Stadt=Feldmark Grabow), 1450 (altsl. črŭnŭ schwarz A).

Zarnestrom (bei Zarrentin), 1246: dasselbe.

Zarnezstrom (Stromgraben bei Gelbensande), 1252: dasselbe.

Zarnekow, A. Neu=Kloster 1 1/4 S Neu=Bukow, 1224 villa Szerninchusen, 1295 Tsarnekowe, 1303 Tzarnecowe, adj. §. 15: "Ort des čarnek".

Zarnekow, A. Dargun 1 1/2 NO Neu=Kalen, 1266 Zarnecowe, 1327 Sarnecowe, 1333 Sarnecowe, 1334 Zarnecowe: dasselbe.

Zarnewanz, A. Ribnitz N Tessin, 1268 Zarnewanz, 1344 Sarnewantze (altsl. črŭnŭ schwarz P) adj. poss. §. 17: "Ort des čarnivąs" [Schwarzbart].

Zarnewenz, V. Schönberg, am Dassower Binnensee, im 17. Jahrh. Sarnewentz: dasselbe.

Zcarniz castrum (bei Pieverstorf bei Penzlin) 1257, patron. §. 6: "die Nachkommen des čarn".

Zarnowe fluuius (Bach, bei Reez in die Warnow) 1186, 1189, adj. §. 34: "Schwarzbach".

Zarnow, die, Forst bei Sabel, A. Güstrow, woraus jener Fluß kommt.

Zarnowe (bei Pinnow, A. Stavenhagen) 1226, adj. §. 34: "Schwarzort".

Zarnow (bei Röbel), s. Cernow.

Zarow (Bruch S Golm), im 16. Jahrh., und daraus die

Zarow, Zerow, Zerue, im 16. Jahrh. (jetzt Mühlenbek), mündet in den Galenbeker See (altsl. za, praep.über, jenseit, rovŭ Graben A) comp. §. 38: "über dem Graben".

 
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Zarrentin, Klosterort 1 1/4 NW Wittenb., 1194 Zarnethin, 1230 Tsarnetin, 1251 Tsernentyn, 1252 Tsernetin, 1253 Tsternetin, 1258 Sternetm etc., Cernetin, Tzarnetin, Tzarntin, Zarntin, ZcernentIIi, Szarnethin, Zernetin, Cernentin, Schernetin (altsl. črŭnŭ schwarz P) adj. poss. §. 16: "Ort des čarnęta".

Zartwitz, A. Mirow, 2 N, 1374 Tzartewissen (altsl. črŭtŭ, poln. czart Teufel P) patron. §. 6: "Nachkommen des čart".

Zaschendorf, A. Kriwitz 1 1/4 SW Brüel, 1320 Saszkendorp, 1306 de Zasekendorpe, 1344 Tzatkendorp, 1474 Zaschendorf (altsl. časŭ Zeit P) §. 18: "Dorf des časek".

Zechlin (zwischen Plau und Ganzlin), 1396 villa Tzechelin, 1726 Zachelinsche Ackerstücke (altsl. cêg-, cêglu einzig P, oder ceh-, čeh- P) adj. poss. §. 16: "Ort des Cêgola, oder čechola".

Zechow, A. Strelitz 1 1/2 SW Stargard, 1310 Czeggow (altsl. cêg- einzig P, oder čehŭ Böhme P) adj. poss. §. 15: "Ort des čecha".

Zchooch stagnum (Schauß=See N Röbel?) 1318: ?

Zeez, A Güstrow NO Schwan, 1307 Wozetze, 1308 Wtsetze, 1308 Woszeze, 1310 Woseze, 1317 Wtsetse etc. (altsl. osêkŭ Umzäumung für das Vieh A; vgl. ON čech. oseč): "Viehhag".

Zehlendorf, A. Güstrow 1 SW Lage, 1294 villa Celendorp, 1616 Zehlendorf (altsl. cêl-, cêlŭ ganz, heil P) §. 18: "Dorf der Cêl-".

Zehmen, A. Rehna, N, 1293 villa Scemne. 1309 Tzeme (altsl. čem- P; vgl. čech. čemin, čemera) plur. §. 11: "die čem-".

Zehna, A. Güstrow, 1 1/4 SW, 1291 villa Cena, 1298 Cena, 1341 Cene, Zene (altsl. čen- P, vgl. cêna; oder čen- P, vgl. čech. čenek, čenka) sing. §. 10: "Besitzer čena", oder "Cêna".

Zepelin, A. Bützow, O, 1246 Cepelyn, 1316 Sepelin, 1333 Seppelyn, 1334 Zepelin (altsl. cêp- Sproß R) adj. poss. §. 16: „Ort des Cêpela"; vgl. čepelĭ PN r.

Zepkow, A. Wredenhagen 1 1/2 SW Röbel, 1285 Cepekowe, 1649 Zepkow (altsl. cêp- Sproß P) adj. poss. §. 15: "Ort des Cêpik"; vgl. auch noch čech. PN čepek.

Zerin (am Zerin=See bei Mirow), 1270 Scirin, Cyrin (altsl. sirŭ verwaist P) adj. poss. §. 16: "Ort des Sira".

Zernin, A. Bützow, SW, 1233 Zarnin, Wendischen Zhiarnyn, 1236 Zarnyn, 1248 Tzarnm, 1270 Cernentin,

 
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1286 Cernetyn, 1289 bey Cernyn etc. (altsl. črŭnŭ. schwarz P) adj. poss. §. 16: "Ort des čarna, čarnęta".

Wendischen Zhiarnyn (Zernin?) 1233: dasselbe.

Zeten See, s. Cetim.

Zibühl, A. Kriwitz S Bützow, 1322 de Cibule, 1337 in Sibule, 1346 tho Zibuile, to Zibule, 1621 Zebul, Tzibbale (altsl. ceb-, poln. ce'bula Zwiebel P) plur. §. 11: "die Cebula" oder adj. §. 21: „Zwiebelort".

Zickhusen, A. Schwerin, 1 3/4 N, 1284 Tsikhusen, 1320 Zickhusen (P „čik"? oder niederdeutsch Zick? vgl. sick, sickbant Pflugmesser, sicke (tzicke) Ziege).

Zidderich, A. Goldberg, 1 1/2 W, 1234 (cop.) Ziddarge, 1263 (cop.) Cedarg, 1274 Cedarge, 1296 Cedarghe, 1307 Ziddarge etc. (altsl. žĭd- Verlangen P, vgl. čech. židebor, r. žideslav; ferner r. čedodrag, čedrag, vgl. aber auch poln. Siegniew, Segost) plur. §. 11: "die žid-darg [desiderio carus oder cari desiderii] oder "die Sedarg, čedarg".

Ziddorf, A. Stavenhagen 1 1/2 S Teterow, 1648 Sitdorf (altsl. sitŭ poln. sit Binsen A) "Binsendorf" (?) §. 39.

Zielow, A. Wredenhagen O Röbel, 1237 im dorffe Silowe, 1261 villa Sylowe, 1361 tu Sylow, 1648 Zielow (altsl. žilŭ lebend P) adj. poss. §. 15: "Ort des žila".

Hohen=Zieritz, A. Strelitz 1 S Penzlin, 1170 Cyrice, villa Sirice, 1244 Sirize, 1274 Ciriz, 1408 tho Hogen Syrtze (altsl. sirŭ verwaist P) patr. §. 6: "Nachkommen des Sir".

Zierke, A. Strelitz NW Neu=Strelitz, 1408 de helfte des dörpes Groten Syrek, plur. §. 11: "die Sirek", Sirak".

Zierker See, bei Neu=Strelitz, 1346 see to Cyroch: dass.

Zierow, A. Grevesm. NW Wismar, 1230 Zirowe, 1530 thor Sirowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Sir".

Zierstorf, A. Güstrow 1 NW Teterow, 1479 tho Zirstorp, §. 18: "Dorf des Sir-".

Zierze, Bucht des Userinschen Sees, 1358 Siric (Sific), sing. §. 10: "Besitzer Sirek".

Zierzow, A. Grabow, O, 1312 Cyrsowe, 1330, 1349 Tzirsow, 1354 Cyrtzowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Sirča".

Zierzow, A. Wredenhagen N Röbel, 1300 Syrezowe, 1315 Ciritzow: dasselbe.

Zierzow, Zirzow, A. Stargard NW Neu=Brandenburg, 1230 Siritzowe, 1312 Circhtzowe, 1342 Cyrezsowe, etc., Cyruzsowe, Cyritzowe, Cyrezsowe, Cyrrezowe, adj. poss. §. 15: "Ort des Siriša".

 
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Ziesendorf, A. Schwan, NW, 1298 Cisendhorp, 1301 Cisendorp, 1344 Cysendorp (altsl. čig- P, mekl. čiž) §. 18: "Dorf der čiž".

Zieslübbe, A. Kriwitz NW Parchim, 1308 Zicelubbe, 1344 Tzicelubbe, 1680 Zieslübbe (altsl. čik- P) plur. §. 11: "die čičelub".

Ziethen, V. Schlagsdorf O Ratzeburg, 1158 Ziethene, 1174, 1194 Cithene, 1236 Citene Maiuset Minus, 1238 Schytene, 1294 villam Cythene Maiorem et Cythane Slauicalem, 1295 in uilla Cytane ac Cytane Slauicali, 1323 Cythane Theutonica et Cythane Slauicalis, 1337 Cithne (altsl. šit-P) plur. §. 11: "die šitan, šiten"; vgl. ON poln. sitno.

Zietlitz, A. Kriwitz, W, 1344 Tzitliste, Zitlist (altsl. silo, poln. sidło Schlinge, Vogelnetz A, vgl. ON poln. sidłow) ište §. 26: "Vogelheerd, Vogelfangsort".

Zietlitz, A. Goldberg SO Krakow, 1331 Citlist, 1322 Citzlist: dasselbe.

Zietlitz, A. Mirow, 1 1/4 NO: dasselbe.

Zilitze (bei Kloster Malchow), 1357 (altsl. žilŭ lebend P) patron. §. 6: "Nachkommen des žila".

Zilman=See, SO Speck, 1257 Paruum Sciruene (altsl. črŭvĭnŭ, poln. czerwien', czerwony roth P und A) adj. §. 21, 17: "rother See" oder "des červ'en".

Zinow, A. Strelitz, NO, 1349 Czinnaw, Tzinow (altsl. činŭ Ordnung P) adj. poss. §. 15: "Ort des čin-, der čina".

Zippelow, A. Strelitz 1 1/2 W Stargard, 1274 Cippelow, 1408 Cyppelow (altsl. čip- P) adj. poss. §. 15: "Ort des čipel-".

Zippendorf, zur Stadt Schwerin, 1282 villa Zuppucendorp (altsl. sopotŭ Rauschen des Wassers A) §. 39; vgl. jedoch PN serb. čup, čupic', dann nach §. 18: "Dorf der čupic'".

Zipphusen, A. Grevesm. SW Wismar, 1230 Sibus, 1324 Lvtteken Syphusen, 1404 Zyphusen, 1519 Siphusen (ob slavisch? Vgl. niederdeutsch sîp, sipe Bächlein). — Vgl. Zippfeld, A. Grevesm. bei Zipphusen, drei Erbzinsstellen, welche seit 1831 diesen Namen führen.

Zirtow, A. Mirow W Wesenberg, 1273 Cirethowe, 1303 Zirtow, 1304 Zyrtowe (altsl. sirŭ verwaist R) adj. poss. §. 15: "Ort des Sirota".

Zislow, A. Lübz SO Plau, 1255 Zitzelow (altsl. čik- P) adj. poss. §. 15: "Ort des čičel-".

Zittow, A. Schwerin, NO, 1251 Zuttecowe, Zuttecow, 1286 Cithecowe, 1326 Zittekowe, Citekouue, 1343 Zittickowe, 1520 Zcithecow (altsl. sut P, vgl. Sut, Sutek čech.) adj. poss. §. 15: "Ort des Sutek".

 
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Zolkendorf, A. Ivenack NO Stavenhagen, 1256 Soldekedorp (or.), 1280 Zollekendorp (or.), 1285 Soldickendorpe(or.), 1300 Soldickendorp, 1301 Zollekendorp, 1304 Soldekendorp, 1648 Sollekendorf (altsl. sol- P; vgl. poln. Solirad, Solan etc.) §. 18: "Dorf des Solek".

Zolkow, Zölkow, A. Goldberg 1 1/2 O Kriwitz, 1328 Tzollekowe, 1404 Solcow, 1496 Szolkow, adj. poss. §. 15: "Ort des Solek".

Zotzen=See. S Mirow, 1321 Socen, Soten, 1358 Sczozen (altsl. sosna Tanne, Fichte A) adj. §. 21: "Fichten="(See).

Ztlup, s. S. 138.

Zühr, A. Wittenburg, SO, 1194 Zure, 1230 Zvre, 1257 Zsvre, 1289 Zvre, 1344 to Czure (altsl. cur- P, oder sur-, adj. surovŭ grün R) plur. §. 11: "die Cura".

Zülow, A. Sternberg, O, 1320, 1325 to Tzulow, 1342 zu Zulow (altsl. cul- R, oder sulŭ, sulêj besser P) adj. poss. §. 15: "Ort des Cul" oder "Sul".

Zülow, A. Schwerin, 1 1/2 SW, 1400 Tzulouwe: dasselbe.

Zulimari Tessimeriz villa in Tolenz (zu Dargun), 1173 uilla Zuillemari Tessemeris, 1174 uilla Suillimari Tessemeris, 1219 uilla Zulimari Tessimeriz (altsl. sulŭ, sulêj besser P, têha Trost P) §. 18: "des Sulimêr, Nachkommen des Têšimêr".

Zurow, A. Meklenburg 1 1/4 SO Wismar, 1303 Zurowe, 1320 Zurow, 1336 Tzvrowe, 1347 de Surowe (altsl. cur- P, oder sur-, ŋadj. surovŭ grün P) adj. poss. §. 15: "Ort des Cura".

Züsow, A. Neu=Kloster 1 1/2 S Neu=Bukow, 1224 Zusawe, 1305 Tzusowe, 1306 Tzusowe, 1319 Tzvsowe, 1333 Tz_zowe (altsl. čuždĭ fremd P; vgl. poln. und čech. čuž) adj. poss. §.15: "Ort des čuž".

Zuziza fluuius, Lubenbeke, zw. Basedow und Rothenmoor, 1215, 1229 Zuzina, Zizina 1314 (altsl. čuk-, čuž-, čuš- P) §. 28, 32.

Zwemin, s. Schlemmin, S. 128.

Zwenzower Tannen, A. Mirow NW Wesenberg, vulgo Schwenzow, 1568 in Tzuuentze (altsl. zvękŭ Ton, Schall P) adj. poss. §. 17: "Ort des Zvęk".

Zwikkowe molendinum (bei Malchow) 1313, 1375 PN Storm Swickow, 1570 Clandr. Schwickawer Mule: ?

Zyme, s. S. 133.

 

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