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"Klingt Kurt" - Kurt Girk singt Wienerlieder

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Kurt Girk ist einer der letzten Natursänger Wiens. Jahrzehntelang begeisterte er sein Publikum in Wirtshäusern und beim Heurigen. Nun hat er mit seinen Weggefährten eine ORF-CD aufgenommen. Ein Konzert mit Gespräch im RadioKulturhaus.

Liebe ist, wenn man Tag und Nacht singen möchte. Ohne Honorar und Manager. Sprach einst der große Frank Sinatra. Demnach hat Kurt Girk, der hiesige "Frank Sinatra von Ottakring", fast sein ganzes Sängerdasein in Liebe der Wienermusik und seiner großen Fangemeinde gedient. Wenn der Sir der "entern Gründ" die Fäuste gen Himmel oder Plafond ballt, ihm voll Inbrunst die Brust schwillt und er mit leidenschaftlich-glühendem Blick in heiserem Timbre den Kalvariberg und die letzten Standeln beschwört, dann bleibt seinen Fans fast das Herz stehen vor Zuneigung und Rührung.

Kurt Girk gilt schon zu Lebzeiten als Legende. Vom Radio hört er sich bereits in jungen Jahren aktuelle Schlager ab und zieht singend durch die Straßen und Wirtshäuser Wiens, die wohl keiner so gut kennt wie er. Bald rücken Schneiderlehre und der Handel mit Alteisen, Obst und Wurst zugunsten der Musik in den Hintergrund. Als er 1950 dem Sautreiber und Sänger Heini Griuc (1932-2004) begegnet, erwacht seine Leidenschaft für das Wienerlied an. Mit Hilfe von Schellacks lernt er innerhalb kürzester Zeit sowohl alte als auch gerade auf den Markt kommende neue Wienerlieder.

Kurt Girk und Heini Griuc treten nach getaner Arbeit vor allem in Wirtshäusern auf, aber auch im Schlachthof St. Marx, wo die Sautreiber das Wienerlied besonders verehren. Das ist die Zeit der legendären Sängerin Maly Nagl (1893-1977) und des Komponisten Fritz Wolferl (1899-1974), mit denen er befreundet ist und deren Lieder er auch singt.

Kurt Girk ist ein würdiger Nachfolger der "Natursänger". Seine Stimme hat trotz jahrzehntelanger Strapazen zugunsten der Heurigenunterhaltung heute noch viele Farben: von rauh über kernig bis süßlich. Wenn er zu einem seiner Leiblieder wie "Dein stolzes Herz bezwing ich mir" von Arthur Rebner anhebt, oder Wienerlieder des "goldenen Komponistengestirns" Rudolf Kronegger, Franz Paul Fiebrich, Karl Föderl anstimmt, so hat er die Zuhörer auch schon in seinen Bann gezogen. Seine Stimme, seine Gestik und Mimik sind einzigartig.

Im Rahmen der CD-Präsentation im RadioKulturhaus wühlte Kurt Girk mit seinen musikalischen Weggefährten Herbert Bäuml (Akkordeon) und Rudi Koschelu (Kontragitarre) sowie Robert Reinagl (Gesang) in seiner gewaltigen Wienerlied-Schatzkiste und brachte das eine oder andere Juwel zum Vorschein.

16.09.2007

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festivals Wean hean, in Zusammenarbeit mit dem Wiener Volksliedwerk

"Klingt Kurt" - Kurt Girk, der "Frank Sinatra von Ottakring", gefeiert als einer der letzten Wiener Natursänger

Mittwoch, 1. Oktober 2008
19:30 Uhr
Großer Sendesaal

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Wean hean
Wiener Volksliedwerk

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