Schleitheimer Artikel

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Das Bekenntnis

Das Schleitheimer Täuferbekenntnis

Titel 0

Brüderlich vereinigung etlicher Kinder Gottes / sieben artikel betreffend.

Item, ein Sendbrieff Michaels Sattlers / an ein gemein Gottes / sampt kurzem / doch wahrhafftigen anzeig / wie er seine leer zu Rottenburg am Necker / mit seinem blut bezeuget hat

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Freud / fried / und barmherzigkeit / von unserem Vater / durch die vereinigung des blutes Christi Jesu / mit sampt den gaben des Geistes / der vom Vater gesend wird / allen Gleubigen zu sterke und trost / und bestendigkeit in aller trübsal /  bis an das ende / Amen. Sey mit allen liebabern Gottes / und Kindern des Liechtes / welche zerstrewt sind / allenthalben / wo sie von Gott unserem Vater verordnet sind / wo sie versamlet seind einmütiglich / inn einem Gott unnd Vater unser aller / Genade und fried im Herzen sey mit euch allen / Amen.

Lieben in dem Herren / Brüder und Schwestern / Uns ist alwege zum ersten und fürnemsten angelegen / Ewer trost

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trost und versicherung eweres Gewissens / welches etwan verwirret was  / da mit ir nicht immer als die auslendigen  von uns gesondert würden / und schier vast ausgeschlossen nach billigkeit / sondern das ihr euch widerumb  wenden möchten zu den waren eingepflanzten gliedern  Christi / die da gerüstet werden durch gedültigkeit / und erkennung sein selbs / und also widerumb mit uns vereinbart würden in der krafft eines Göttlichen Christlichen Geists und eifers nach Gott.

Es ist auch offenbar / mit was tausent listigkeit der Teuffel uns abgewendet hab / damit er inen das werck Gottes / welches inn uns zum theyl barmherziglich und gnediglich angehebt ist

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worden / zerstöre unnd zu boden richt. Aber der trewe Hirt unser Seelen  Christus / der solchs angehabé hat in uns / der wird dasselbe bis an das ende richten und leren / zu seiner ehr und unserm heil / Amen.

Lieben Brüder und Schwestern / wir / die da versamlet sind gewesen im Herrn / zu Schlaten am Randen / mit einander in stücken und artickeln / thun kunt allen liebabern Gottes / das wir vereinigt sind worden / So uns betreffen im Herre zu halten / als die gehorsamen Gottes Kinder und Söne und Töchtern / die da abgesondert sind / und sollen sein von der welt / in alweg thun und lassen / und Gott sey einig preis un lob / ohne aller Brüder widersprechen

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ganz wol zufrieden. In solchem haben wir gespüret die einigkeit des Vatters / und unsers gemeinen Christi / mit irem geist mit uns gewesen sein / Dann der Herr ist der Herr des friedes und und nit des zancks / wie Paulus anzeygt, Das ir aber verstanden /in was artickeln solchs geschehen sey /sollen ir mercken und versthon.

Es ist von etlichen falschen brüdern unter uns grosse ergernis ein gefürt worden / das sich etlich von dem Glauben abgewendedt haben / in dem sie vermeint haben / die freyheit des Geystes unnd Christi / sich uben unnd brauchen / solche aber haben gefehlet der wahrheit / unnd seindt ergeben worden (zu irem urtheil) der

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geylheyt unnd freyheyt des fleisches / und haben geachtet / der glaub und lieb mög es alles thun und leiden / und inen nichts schaden noch verdamlich sein / dieweil sie also glaubig seyen.

Merckent ir glieder Gottes in Christo Jesu / der glaub an himelischen Vater /durch Jesum Christum ist nicht also gestalt /wircket und handelt nicht solche ding  / so diese falsche brüder und schwestern handelen und leren / hüten euch und seint gemant vor solchen / dann sie dienen nicht unserm Vater /sonder irem Vater dem Teuffel.

Aber ir nicht also / dann die da Christi seint / die haben ir fleisch gecreuziget mit sampt allen gelüsten und begierden / ir verstan mich wol / unn die brüder

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