8.4: Normalobjektiv, Tele oder Weitwinkel?



Kommen wir noch einmal auf die Brennweite des Objektivs zurück. Neben der Blende, die in Kapitel 7 und 7.1
behandelt wurde, auf eine weitere Eigenschaft der Objektive: Die Unterscheidung zwischen Normalobjektiv, Weitwinkel-
und Teleobjektiv.
Die Brennweite der einzelnen Objektive gibt in diesem Fall nicht nur den Abstand zwischen den Linsen und der Film- bzw. Sensorebene an, sie ist im Weiteren noch das Kriterium, dass zwischen Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiv unterscheidet.
Normalobjektiv, 50mm Brennweite, Hersteller Canon Normalobjektiv: Als Normalobjektiv wird ein Objektiv bezeichnet, dessen Blickwinkel ungefähr dem des menschlichen Auges entspricht. Der Blickwinkel beträgt ca. 45° und hat eine Kleinbild-Brennweite von 50mm.
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Weitwinkelobjektiv, Brennweite 20mm, Blickwinkel 96°, Hersteller? Weitwinkelobjektiv: Das Weitwinkelobjektiv erfasst einen Bereich, der etwas bis deutlich größer ist als der des Normalobjektivs. Sie gibt es mit einer Brennweite von 35mm als leichtes Weitwinkel, 28mm als normales Weitwinkel, 24mm als starkes Weitwinkel und 20mm und weniger als Superweitwinkel. Brennweiten unterhalb von 17mm werden auch als Fisheye oder Fischauge bezeichnet. Sie haben dann, je nach Ausführung einen extremen Blickwinkel von >100° bis ca. 180°. Die Brennweiten beziehen sich auf die des Kleinbildformats. Objektive mit variabler Brennweite sind Zoom-Objektive. Im Bereich der Weitwinkelobjektive gibt es Zoom-Objektive, deren Brennweiten sich von Weitwinkel, ca. 28mm, bis zum leichten Teleobjektiv, ca 70mm, verstellen lassen. Hier spricht man von Normal-Zoom-Objektiven, im Gegensatz zu Telezoom-Objektiven.
Telezoom-Objektiv, Brennweite 70mm-300mm, Hersteller? Teleobjektiv, Telezoom-Objektiv: Als Teleobjektiv werden Objektive bezeichnet, deren Brennweite größer ist als die eines Normalobjektivs. Kurze Teleobjektive haben eine Brennweite von 80mm. Mittlere Brennweiten können eine Brennweite von 100 bis 200mm aufweisen. Nach oben hin gibt es keine Grenze.
Direkt an die Kamera adaptierbare Objektive können Brennweiten von 300 bis 500mm und mehr haben. Je länger die Brennweite ist, desto größer ist auch das Objektiv. Telezoom-Objektive besitzen eine variable Brennweite, die sich von einer minimalen Brennweite von z.B. 80mm bis zu einer Brennweite von 300mm verändern lässt. Diese Objektive sind hervorragend dazu geeignet, sowohl um entfernte Objekte groß abzubilden, als auch um flexibel Bildausschnitte zu wählen.
Interessant ist es, hier vielleicht darauf hinzuweisen, dass es auch Adapter für Kleinbildkameras gibt, um sie an ein Spiegelteleskop anzuschließen.
Astrofotografie ist ein eigenes Thema, dass ich hier nicht behandeln möchte. Der Vollständigkeit halber aber möchte ich anmerken, dass ein Spiegelteleskop als Teleobjektiv mit extrem langer Brennweite betrachtet werden kann. Allerding ist es nicht ganz einfach, hier gute bis optimale Ergebnisse zu erzielen.
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Bild von AE1 an Telekop angeschlossen Das nebenstehende Bild zeigt eine Kleinbildkamera, die an ein Spiegelteleskope einfacher Bauart adaptiert wurde. Die Brennweite des Teleskops beträgt 700mm.
Viele Digitalkameras verfügen bereits über ein eingebautes Zoom-Objektiv. Diese Objektive haben in der
Regel eine Kleinbild-Brennweite von 35mm bis ca. 150mm. Wird die Brennweite verändert,ändert sich auch der
Ausschnitt auf dem Display oder im Sucher, so dass das jeweilige Bildauschnitt sichbar wird.
Digitale Spiegelreflex-Kameras verfügen über ein Adapteranschluss, auf den passende Objektive montiert
werden können.
Wie bereits in Kapitel 7, Die Blende, beschrieben, wird die Brennweite im Normalfall auf die einer
Kleinbildkamera umgerechnet. Auf diese Art kann sie im Bezug gesetzt werden zu den Erfahrungswerten einer
Kleinbildkamera.

Der Einsatz des entsprechenden Objektivs bzw. der Brennweiten-Einstellung am Zoom-Objektiv entscheidet über
den abgebildeten Bildausschnitt. Der Einfachheit halber spreche ich hier von Objektiven und nicht von
Zoom-Einstellungen. Dies würde den Text und das Lesen unnötig verkomplizieren.
Kurzbrennweitige Objektive projizieren einen größeren Bildausschnit auf den Sensor bzw. auf den Film ein Auge
nomalerweise erfassen kann. Langbrennweitige Objektive projizieren im Gegensatz dazu nur einen relativ kleinen
Ausschnitt.
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    Bild Weitwinkel   Bild Tele

Vom gleichen Standpunkt aus können mit verschiedenen Objektiven ganz unterschiedliche Ausschnitte erfasst
werden. Das Fotografieren mit einem Weitwinkelobjektiv kann sehr reizvoll sein. Der Anblick einer Landschaft kann
eine ganz neue Perspektive erhalten, wenn er mit einem kurzbrennweitigen Objektiv aufgenommen wird. Allerdings
stellen sich hier einige Anforderungen an die Art der Bildaufteilung. Durch den weiten Blickwinkel erhöht sich
die Gefahr des optischen Rauschens einfach dadurch, dass sich viel mehr Inhalt auf dem Bild befindet.
Es kann daher sinnvoll sein, ein markantes Objekt, Baum, Fels, am Strand ein Strandkorb, im Vordergrund zu
plazieren, so dass ein Blickfang das Auge festhält. Alternativ ist es möglich, den Hintergrund so zu wählen, dass
er den eigentlichen Bildinhalt darstellt. Eine Wolkenformation kann das Panorama einer Heidelandschaft sinnvoll
ergänzen, da sie dem Bild eine eigene Stimmung verleiht. Aufgrund ihrer Bauart haben Weitwinkelobjektive eine
große Tiefenschärfe. Die Fotografien weisen also eine weiten Bereich der Schärfe auf.
Das Teleobjektiv bietet andere Gestaltungsmöglichkeiten. Es eignet sich nicht nur dazu, gleich einem Fernglas
entfernte Objekte heranzuholen, so dass sie formatfüllend dargestellt werden. Es eigenet sich auch hervorragend
dazu, an einem nahen Objekt Ausschnitte zu wählen.

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