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Marktdaten
Die deutsche Bioethanolwirtschaft in Zahlen

Produktion
In den Jahren 2007 bis 2010 waren starke Zuwächse zu verzeichnen. Im Jahr 2010 betrug die jährliche Produktion 604.000 Tonnen.
Im Jahr 2011 wurde in Deutschland weniger Bioethanol produziert als im Vorjahr. Die sieben Anlagen im Norden und Osten Deutschlands produzierten insgesamt 576.828 Tonnen Bioethanol aus den nachwachsenden Rohstoffen Futtergetreide und Industrierüben. Dies sind 26.708 Tonnen oder 4,4 Prozent weniger als im Jahr 2010. Dabei war der Anteil von Zucker als Rohstoff für Bioethanol rückläufig und sank von 33 Prozent auf 29 Prozent. In den Vorjahren stammte in der Regel ein Drittel der Produktion aus Rübenstoffen und zwei Drittel des deutschen Bioethanols wurde aus Futtergetreide gewonnen. Andere Rohstoffe wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie hatten wie bereits im Jahr 2010 mit einem Anteil von weniger als einem Prozent keine Bedeutung.
Der Rückgang der Bioethanolproduktion aus Zuckerrüben war eine Folge der ab Beginn 2011 relativ hohen Weltmarktnotierungen für Zucker. Diese führten dazu, dass Zucker, der eigentlich für technische Zwecke wie Pharmazie, Chemie und für die Erzeugung von Bioethanol bestimmt war, im Nahrungsmittelsektor abgesetzt wurde. Diese Entwicklung zeigt, dass die Versorgung des heimischen Nahrungsmittelmarktes Vorrang vor anderen Verwendungen hat und die Bioethanolproduktion nicht den Zuckerpreis antreibt. Der BDBe geht davon aus, dass nach der guten Zuckerrübenernte ab September 2011 der Anteil von Rübenstoffen für die Produktion von Bioethanol wieder steigen wird.

Produktionskapazität
Nach der Fertigstellung einer Bioethanolanlage in Premnitz (Brandenburg) Ende 2010 betrug die Jahreskapazität der im Verlauf der vergangenen sechs Jahre in Betrieb genommenen Anlagen der deutschen Bioethanolhersteller 930.000 Tonnen. Die Produktionskapazitäten aller Anlagen wurden ab 2010 im Durchschnitt zu knapp 60 Prozent ausgeschöpft. Die Differenz zwischen Verbrauch und Produktion wurde in 2010 und 2011 durch Importe aus EU-Staaten wie Frankreich, Spanien und den Niederlanden ausgeglichen.

Rohstoffeinsatz blieb von 2007 bis 2010 nahezu unverändert
Die Verteilung der Rohstoffe für die Bioethanolproduktion blieb 2010 stabil: Ein Drittel der Produktion entfiel auf Rübenstoffe, zwei Drittel des deutschen Bioethanols wurden aus Futtergetreide-Sorten gewonnen (Weizen, Gerste, Triticale u.a.). Insgesamt wurden 2010 in den deutschen Bioethanolanlagen 648.367 Tonnen Rübenstoffe und 1,36 Mio. Tonnen Futtergetreide verarbeitet. Andere Rohstoffe wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie hatten mit einem Anteil von weniger als einem Prozent geringe Bedeutung.

Entwicklung Bioethanolverwendung in Deutschland 2007–2011

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Verbrauch
Im Jahr 2011 betrug der Bioethanolverbrauch in Deutschland 1,24 Mio. Tonnen gegenüber 1,17 Mio. Tonnen im Vorjahr. Dies bedeutet eine Steigerung um 6,33 Prozent und damit hatte Bioethanol erstmals im Benzinmarkt einen volumetrischen Anteil von 6,0 Prozent erreicht.
Mit einem Wachstum um nahezu 33 Prozent war die Verwendung des zur Steigerung der Oktanzahl von Benzin wichtigen Bio-ETBE (Ethyltertiärbutylether) von 122.194 Tonnen im Jahr 2010 auf 162.484 Tonnen im Jahr 2011 besonders stark gestiegen.
Ebenso war der Verbrauch der nur an freien Tankstellen angebotenen Kraftstoffsorte E85 weiter gewachsen: Um 7,4 Prozent von 18.103 Tonnen im Jahr 2010 auf 19.437 Tonnen im Jahr 2011.
Der Verbrauch in der Direktbeimischung für die Kraftstoffsorten Super (E5) und Super E10 war in 2011 wegen der anfangs zeitweise ins Stocken geratenen Einführung von E10 nur leicht angestiegen und blieb damit hinter den Erwartungen zurück: Von 1.028.122 auf  1.060.626 Tonnen.

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