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19.01.2013

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Steinbrück beim DGB: Spießrutenlauf in eigener Sache
Steinbrück beim DGB

Spießrutenlauf in eigener Sache

Das hatte er sich anders vorgestellt: Statt zusammen mit DGB-Chef Sommer über soziale Gerechtigkeit zu sprechen, musste sich SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück - mal wieder - in eigener Sache verteidigen. Zuvor hatte ein Meinungsforschungsinstitut ihm und der SPD sehr schlechte Umfragewerte attestiert.

Von Malte Pieper, MDR, ARD-Hauptstadtstudio

Peer Steinbrück (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Kandidat mit Sand im Getriebe: Peer Steinbrück ]
Zuerst strafft er den Rücken. Dann beißt Peer Steinbrück sichtbar die Zähne aufeinander und ringt sich schließlich doch noch ein Lächeln ab. Denn es war ja auch klar, dass die Frage nach dem neuesten Umfragetief seiner SPD kommen würde: "Naja, dass nach den Turbulenzen aus den letzten Wochen, die ich mal nicht weiter kommentiere, sich dies abspiegelt in Umfragen, überrascht mich nicht."

Es ist wieder einmal das Forsa-Institut, das an diesem Tag für Aufsehen sorgt. Nur noch 18 Prozent wollten Peer Steinbrück als Kanzler, meldet das Meinungsforschungsinstitut im Auftrag von RTL. Nur 23 Prozent wollten noch SPD wählen. Rekordtief für die Sozialdemokratie, wie bei der letzten Bundestagswahl.

Audio: Neues Umfragetief für Peer Steinbrück?

AudioMalte Pieper (MDR), ARD Berlin 16.01.2013 15:00 | 3'05
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Große Unterschiede in den Umfragen

Generell gilt jedoch in den Augen vieler Branchenkenner: Umfragen von Forsa sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sehr häufig liegen sie weit weg von dem, was die meisten anderen Meinungsforschungsinstitute messen. Und so auch diesmal. Eine andere neue Umfrage sieht nämlich die SPD bei 28 und nicht bei 23 Prozent, also auf der Höhe, die auch schon die Demoskopen von ARD und ZDF taxiert hatten.

Steinbrück, SPD Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Seit dem 9.12.2012 ist Peer Steinbrück der offizielle SPD-Kanzlerkandidat. ]
So oder so, Steinbrück macht klar, dass er sich davon nicht beeindrucken lässt. Er werde wie bisher darauf setzen, "deutlich zu machen, wofür ich stehe, wofür bin ich, wo will ich hin, in der Tat auszusprechen, was ich für richtig halte, dafür Sorge zu tragen, dass sich dies widerspiegelt auch in den Meinungen der Bürgerinnen und Bürger ... Wenn jemand erwartet, dass man darüber in Depression verfällt, dann wäre das jedenfalls nicht den Maßstäben entsprechend, die ich an politische Professionalität stelle."

Sagt's und schaltet stattdessen auf Angriff. Über eine Stunde lang hat Steinbrück gerade mit dem Vorstand des Deutschen Gewerkschaftbundes DGB zusammengesessen. An gleicher Stelle wie einen Tag zuvor die Kanzlerin: "Es hat mich auch etwas gewundert, dass Frau Merkel angekündigt hat, für diese Legislaturperiode noch ein Rentenkonzept vorzulegen. Meine Antwort heute an die Gewerkschaftsbewegung ist gewesen: Die SPD hat ein Rentenkonzept, im Gegensatz zur CDU/CSU."

"Lebensleistungsrente ist Zynismus"

Jetzt hat sich Steinbrück wieder zu voller Größe aufgepumpt: "Wir haben da keinen Ring mehr und keine Infragestellung mehr dessen, was dort auch an Begrifflichkeiten in die Welt gebracht worden ist mit einer Lebensleistungsrente, was jetzt durch ein entsprechendes Rumoren von Seiten der CSU weiter relativiert wird. Und jeder, der sich mit dem Begriff der Lebensleistungsrente beschäftigt, weiß, dass das ein ziemlicher Zynismus ist."

K-Kandidat Steinbrück und Niedersachsens SPD-Spitzenkandidat Weil besuchen gemeinsam die SIAG Nordseewerke in Emden  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In Niedersachsen leistet Steinbrück Wahlkampfhilfe für Stefan Weil. ]
Seine Botschaft: Wir bei der SPD arbeiten, Schwarz-Gelb tut dagegen nichts! Der Kandidat konjugiert das auch noch an einigen anderen Themenfeldern durch. Es gibt auch ein paar inhaltliche Nachfragen, doch dominierend bleibt bei den Journalisten: Wie will Steinbrück noch aus dem Umfragetief jemals herauskommen? Eine Panne reihe sich doch an die nächste, im Grunde genommen sei doch bereits alles gelaufen.

"Wenn ich das richtig sehe ..., dann haben wir heute den 16. Januar", wird es dann irgendwann selbst Gastgeber und DGB-Chef Sommer zu viel: "Der Wahltermin dürfte wahrscheinlich der 22. September sein. Das heißt: Vor uns liegen noch sechs, sieben Monate, in denen Politik und Wahlkampf gemacht wird und in denen Meinung gebildet wird. Und dann werden wir sehen."

Stand: 16.01.2013 17:34 Uhr
 

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