Huitzilopochtli

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 Codex Borbonicus: Huitzilopochtli
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Codex Borbonicus: Huitzilopochtli
Florentine Codex: Huitzilopochtli
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Florentine Codex: Huitzilopochtli

Huitzilopochtli (gesprochen: wee-tsee-loh-poch'-tlee) war in der aztekischen Mythologie der Stammesgott der Azteken . Er verkörperte die junge Sonne, den Taghimmel, den Sommer und den Süden und war damit der Gegenspieler des dunklen Tezcatlipoca .Außerdem war er der Schutzgott des Landes und Gott des Krieges.

Huitzilopochtli, oder Uitzilopochtli oder auch Vitzliputzli genannt, bedeutet soviel wie "Kolibri des Südens" oder auch: "Kolibri der linken Seite".

Huitzilopochtli setzt sich zusammen aus den Náhuatl -Wörtern:
Huitzilin = Kolibri + opochtli = links
Wenn im Náhuatl zwei Substantive zusammengesetzt werden, verliert das 1. Substantiv die Endung –li, -tl-, tli –und in
Huitzil( in ) + opochtli = Huitzilopochtli

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Der Legende nach, wurde seine Mutter Coatlicue ("Schlangenrock"), die bereits 400 Söhne ( die Centzon Huitznahua) und eine Tochter ihr eigen nannte, mit Huitzilopochtli schwanger, nachdem eine kleine Federkugel (einem "Kolibri" ähnlich) auf sie herabgefallen war. Ihre Tochter Coyolxauhqui sah in dieser Schwangerschaft eine Schande und forderte ihre Brüder auf, die Mutter samt der Leibesfrucht zu töten. Huitzilopochtli wurde jedoch von einem der Brüder im Mutterleib gewarnt. Daraufhin sprang er blau bemalt, mit Schild und Feuerschlange ( Xiuhcóatl ) aus dem Mutterleib und tötete zuerst seine vierhundert Brüder und durchbohrte dann Coyolxauhqui mit der Feuerschlange und schlug ihr den Kopf ab. Diese Mordtat galt als das erste zu Ehren des Gottes dargebrachte Sakralopfer und schuf die symbolisch-religiöse Grundlage für die aztekischen Menschenopfer .


Über die Entstehungsgeschichte von Huitzilopochtli gibt es allerdings verschiedene Deutungen. In den älteren Überlieferungen der Azteken (Méxica) gibt es keinen Hinweis auf die Geburt des zum Gott gewordenen Priesters Huitzitzilin (übersetzt:„Kolibri“), der, weil er Linkshänder (in Náhuatl „opochtli“) Huitzilopochtli genannt wurde, noch über seine Anfänge in Aztlan- Chicomoztoc (Siehe hierzu den Textabschnitt „Die Prophezeiung“.) Vermutungen sprechen davon, dass Huitzitzilin (=Huitzilopochtli), der erst nach seinem Tod zu einem Gott (die Verkörperung von Tezcatlipoca) wurde, durch diese Vergöttlichung nunmehr auch eine Göttin als Mutter zur Seite gestellt bekommen musste.

Die Prophezeiung

Titelblatt Codex Mendoza
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Titelblatt Codex Mendoza

Der Legende nach führte Huitzilopochtli sein Volk die Azteken an, als sie vom mythischen Aztlán aus, bzw. Aztlan- Chicomoztoc, eine neue Heimat suchten.
Zum Zeitpunkt der Wanderung (Auszug von Aztlan- Chicomoztoc) war Huitzilopochtli noch ein Priester des übermächtigen aztekischen Gottes Tetzauhteotl. Um die Azteken aus dem Joch der Herrscher von Aztlan-Chicomoztoc zu befreien, flehte der Priester Huitzitzilin (übersetzt:„Kolibri“), der, weil er Linkshänder (in Náhuatl „opochtli“) war, Huitzilopochtli genannt wurde, den Gott Tetzauhteotl um Hilfe an. In der Chronik des Cristóbal del Castillo wird dazu berichtet:
[Zitat: … Huitzilopochtli flehte den übermächtigen Gott Tetzauhteotl an, dass er helfe, dass er seine Untertanen verteidige, denn in Wirklichkeit beteten sie bereits in an, denn sie verehrten nicht die Götter derer von Chicomoztoc, keinen von ihnen. Da alle bereits ihn, den großen Wundertäter, anbeten, möge er sich ihrer erbarmen, sie verteidigen, sie retten, damit sie nicht zugrunde gingen. Er möge sie an einen anderen Ort führen, an einen guten und angenehmen Ort, dass er ihnen Land geben möge. Dort würden sie sich nur einer Sache widmen: ihm zu dienen. …]
Tetzauhteotl offenbarte sich sogleich und kündigte die Befreiung der Azteken an.
Im Jahre 1168 (im Kalener der Azteken „Eins – Feuerstein“) soll Huitzilopochtli die Azteken angewiesen haben, sich auf die Suche nach einer Insel in einem See zu begeben, auf der ein Nopalkaktus aus einem Stein herauswächst. Auf diesem Nopalkaktus würde ihnen ihr Gott in Form eines glänzenden Adlers, der mit seinen Krallen nach einer Tuna (Frucht des Nopal ) greift, erscheinen. Die lange Zeit der Wanderung umfasste einen Zeitraum von ca. 1168 bis 1325 (Gründung der Stadt Tenochtitlán).

Die Tuna war für die Azteken das Symbol für das Herz (meist auch für ein geopfertes Herz) .Nach der Conquista wurde jedoch die Tuna durch das Bild einer Schlange ersetzt.

Als die Azteken bei ihrer Wanderung Colhuacan erreichten, verstarb der Priester Huitzilopochtli, der Mittler gewesen war zwischen den Azteken und ihrem Gott Tetzauhteotl. Nach dessen Tod vereinigte sich der Gott Tetzauhteotl mit Huitzilopochtli. Tetzauhteotl drang in den Schädel und in die Knochen von Huitzilopochtli und machte ihn damit selbst zu einem Gott, den neuen Stammesgott der Azteken.
Die sterblichen Überreste von Huitzilopochtl wurden von den Azteken zu einem Bündel, dem sogenannten „heiligen Bündel“ gepackt, in einem Schrein aus Schilfrohr aufbewahrt und von vier so genannten „Götterträgern“ während der weiteren Wanderung getragen. Huitzilopochtli „sprach“ nunmehr mit den religiösen Führern der Azteken durch dieses „heiliges Bündel“.
Als im Verlauf dieser weiteren Wanderung den Azteken Huitzilopochtli als Adler erschien, der vom Himmel herabstieg und ihnen einen Bogen und Pfeile übergab, war dies der Moment, in dem Huitzilopochtli sie aufforderte, ihren Namen von Azteken in Mexica zu ändern.

Nachdem auf einer Insel im See des Texcoco-See das von Huitzilopochtli vorhergesagte Zeichen entdeckt wurde, war dies der Grundstein für die Errichtung der neuen Aztekenhauptstadt Tenochtitlán . Es wird vermutet, das die Stadt Tenochtitlán zu Ehren ihres letzten religiösen Führers während der Wanderung, Ténoch, ihren Namen erhielt.

Nach der Gründung der Azteken –Hauptstadt Tenochtitlán galt Huitzilopochtli als höchste Gottheit. Ihm und Tlaloc zu Ehren wurde im heiligen Bezirk ein großer, pyramidenförmiger Tempel errichtet, den die Spanier später Templo Mayor nannten.

Darstellung

Huitzilopochtli wird oft dargestellt mit einem hässlichen Gesicht aus dessen geöffneten Mund der Schnabel eines Kolibris hervorsieht.Als Kriegsgott wird er oft als Adler ( Symbol des Krieges ) dargestellt.

Siehe auch: Götter

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