Freitag, 10. September 2010

Von: VG

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Grünes Umfragehoch in Berlin

Wird das Rote Rathaus grün?

Das "Rote Rathaus"
Rotes Rathaus in Berlin (Foto: pixelio.de/Peter Kirchhoff)

Im September 2011 werden die Berliner wieder an die Urnen gebeten, um ihr Abgeordnetenhaus zu wählen. Kurz zuvor kann Klaus Wowereit (SPD) sein zehnjähriges Jubiläum als Regierender Bürgermeister Berlins feiern. Doch Die Grünen könnten dafür sorgen, dass Wowereits zehntes Jahr zugleich sein letztes an der Spitze der Stadt wird. Nach einer Umfrage, die das Forsa-Institut im Auftrag der Berliner Zeitung durchgeführt hat, würden derzeit 27 Prozent der Berliner für Die Grünen stimmen – damit liegen sie einen Prozentpunkt vor der SPD.

Andere Parteien abgeschlagen 

Erstmals hätten Die Grünen damit die SPD abgehängt. Forsa-Chef Manfred Güllner ist nicht überrascht. "Wir haben das erwartet, auch weil die anderen Oppositionsparteien ihre Schwäche nicht überwinden können", wird er zitiert. Die CDU liegt mit 17 Prozent knapp vor der Linkspartei, die auf 16 Prozent kommt. Die FDP erreicht in der Umfrage nur vier Prozent und würde mit diesem Ergebnis nicht in das Parlament einziehen.

Die Bürgermeisterfrage

Der Regierende Bürgermeister Berlins wird mit Stimmenmehrheit vom Abgeordnetenhaus gewählt. Als stärkste Partei im Parlament hätten Die Grünen also auch Aussichten auf den Spitzenposten im Roten Rathaus. Als aussichtsreiche Kandidatin für den Job wird Renate Künast angesehen, ehemalige Bundesministerin und derzeit Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. Doch sie will sich zu einer möglichen Kandidatur erst im Herbst äußern. Die Grüne Parteivorsitzende Claudia Roth befürwortet im Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung eine Kandidatur Künasts. Sie beantwortet die Frage, ob Künast eine bessere Bürgermeisterin wäre als Wowereit, mit einem „klaren Ja“.

Die Grünen
Bündnis 90/Die Grünen (Foto: gruene.de)

Ausgeglichenes Rennen

Forsa hat die Berliner auch nach ihrem Wunsch-Bürgermeister befragt. Bei einer direkten Entscheidung zwischen Wowereit und Künast kämen zum jetzigen Zeitpunkt beide auf 40 Prozent der Stimmen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem Ostteil und dem Westteil der Stadt. Während im Osten Amtsinhaber Wowereit klar vorne liegt, erhielte im Westen die Herausforderin Künast mehr Stimmen.

Ehrgeiziges Ziel

Künast gibt sich jedoch zurückhaltend. Auf einer Veranstaltung zum dreißigjährigen Bestehen der Grünen vergangene Woche in Berlin mahnte sie vor einer Überbewertung der Umfrageergebnisse: „Stimmung muss nicht gleich Prozent sein.“ Sie sehe als eigentlichen Kern der Umfragen, dass Die Grünen als Partei glaubwürdig seien.

Ob Künast nun als Kandidatin für das Bürgermeisteramt antreten wird oder nicht, sie zeigt sich energisch und ambitioniert: „Wir wollen die Partei sein, die für einen Umbau der Gesellschaft steht.“ Dieses Ziel lässt sich wohl nur realisieren, wenn Die Grünen ihre guten Umfragewerte tatsächlich auch bei den kommenden Wahlen bestätigen können.

[VG]