Buslinie Eine der letzten Fahrten auf der alten Buslinie im Herbst 2010, die einst direkt von Olbernhau über Frauenstein (hier der Markt in der Stadt) nach Dresden führte. Die Direktverbindung wurde eingestellt.

Foto: Archiv/Eckardt Mildner

Petition zur Buslinie bringt keinen Erfolg

Landtag äußert sich zum Thema

Frauenstein/Olbernhau. Trotz einer Petition an den entsprechenden Ausschuss im sächsischen Landtag wird es die direkte Buslinie Olbernhau-Frauenstein-Dresden nicht wieder geben. Das hat der Petitionsausschussvorsitzende und FDP-Landtagsabgeordnete Tino Günther am Montag auf Nachfrage von "Freie Presse" erklärt.

Mehr als ein Jahr brauchte das Dresdner Gremium, um sich eine Meinung zu einem von über 2000 Erzgebirgern bekräftigten Protest zu bilden. Die Bewohner der Region hatten den Wegfall der direkten Busverbindung heftig kritisiert. Laut Tino Günther wird der sächsische Landtag das Thema im März abschließend behandeln.

Drei Fahrpläne, zwei Fahrscheine

Die Traditionslinie Olbernhau-Dresden - die seit 1926 viele Erzgebirgsorte direkt mit der Landeshauptstadt verband und als älteste Fernverbindung in der Region galt - war zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 eingestellt worden. Begründet wurde das mit der geringen Auslastung sowie fehlenden Finanzen. Die Linie war in der Vergangenheit durch die Verkehrsbetriebe Erzgebirge (BVO) und den Regionalverkehr Dresden (RVD) gemeinsam abgesichert worden. Der Landkreis Mittelsachsen hatte sich an der Finanzierung beteiligt.

Seit Dezember 2010 ersetzen Busse zwischen Olbernhau und Frauenstein sowie nach Umstieg zwischen Frauenstein, Schmiedeberg und Dresden die einstige Direktlinie. Anstelle eines Fahrplanes und einer Fahrkarte müssen Fahrgäste, die von Olbernhau bis Dresden fahren wollen, nun zwei Fahrscheine lösen und drei Fahrpläne studieren. Zudem wurde die Linie unattraktiver, denn es fahren weniger Buspaare. Der erste aus dem Erzgebirge erreicht Dresden 12.49 Uhr. 17.35 Uhr fährt der letzte Bus von dort aus zurück.

Für den Erhalt der Direktverbindung 364 hatten sich Ende 2010 nicht nur Fahrgäste eingesetzt, die die Verbindung zur Arbeit nutzten sowie Ärzte, die ihre Patienten zu Spezialisten nach Dresden überwiesen. Auch die Bürgermeister von Frauenstein, Hartmannsdorf, Neuhausen, Olbernhau, Pfaffroda, Rechenberg-Bienenmühle, Dorfchemnitz und Sayda forderten schriftlich vom sächsischen Wirtschaftsministerium, den Landkreisen und Verkehrsverbünden den Erhalt der Linie. Doch der Protest verhallte.

Über den neuen Fahrplan ab Dezember 2010 empörte sich beispielsweise damals der Saydaer Walter Roschke. "Mein Verdacht wird sich bestätigen, dass diese Route bewusst so gestaltet wurde, in der Hoffnung, die Bevölkerung nimmt sie nicht an. Dann hat man das richtige Argument, die Linie einzustellen."

Ein Jahr keine Informationen

Eine Sammelpetition samt Unterschriftenlisten, federführend ins Rollen gebracht von der betroffenen Olbernhauerin Christa Reichel, ging schließlich an den Petitionsausschuss des Landtages. Der FDP-Fraktionsgeschäftsführer im Kreistag Mittelsachsen, Karl-Heinz Mantau aus Rechenberg-Bienenmühle, unterstützte Christa Reichel in ihrem Anliegen und wundert sich wie sie über die lange Bearbeitungszeit. "Im Oktober 2010 ging die Petition nach Dresden, im November 2010 erreichte uns ein Schreiben mit der Eingangsbestätigung. Seitdem haben wir nichts mehr von unserem Anliegen gehört", kritisiert Karl-Heinz Mantau die Vorgehensweise. Mehr noch, der Verfasser erfahre nicht einmal, wann seine Petition behandelt werde, dürfe nicht an der Sitzung teilnehmen und erhalte auch auf Nachfrage kein Rederecht.

Zudem scheint bei dieser Petition zur Buslinie sogar im Landtag die Meinungen auseinanderzugehen. Während Landtagssprecher Ivo Klatte von einer Einzelpetition sprach, ist laut Tino Günther die Eingabe als Sammelpetition - wegen der Unterschriften - behandelt worden. Die lange Bearbeitungszeit erklärt der Ausschussvorsitzende damit, dass zwei Verkehrsverbünde in die Problematik involviert sind. Der Landtag könne nur das Verhalten der Verwaltung prüfen und habe über das Innenministerium die Landkreise befragen müssen. "Betroffen von der Problematik sind der Erzgebirgskreis und der Landkreis Mittelsachsen. Es geht jetzt darum im Sinne der Patienten, die Wartezeiten zwischen den einzelnen Busverbindungen zu verkürzen, mehr können wir nicht tun", erklärt Tino Günther.

 
erschienen am 20.02.2012 ( Von Astrid Ring )
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