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Das war der Hanftag 2009 – Ein Resümee

Das war der Hanftag 2009 – Ein Resümee

Es hat geklappt! Nach nur knappen vier Monaten Vorarbeit des frisch gegründeten Hanfwerks, fanden sich tatsächlich 300 Menschen in Berlin vor dem Brandenburger Tor zusammen, um friedlich die Legalisierung von Marijuana unter strengen Jugendschutzbedingungen zu fordern.

Im Kontext des Global Marijuana March, der in circa 300 Städten über eine Millionen Menschen weltweit auf die Straßen bringt, war Berlin das erste Mal seit längerem mit einer richtigen Demonstration dabei; Paradewagen inklusive!

Unterstützung fand das Hanfwerk von der stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion Monika Knoche –Die Linke, Hans-Christian Ströbele – Bündnis 90/Die Grünen, und Christine Schulz-Grotkopp von den Jungen Liberalen.

Wie nah die Meinung von Konsumenten, Förderern und vernunftbegabten Politkern beieinander lag war verblüffend. Die Forderung endlich Tatsachenpolitik zu betreiben, Steuerliche Einnahmen zu sichern, Jugendschutz und Gesundheitsschutz garantieren zu können und die polemische Verdrehung von Kausalitäten im Bezug auf Hanf endlich zu beenden, entsprachen einer wahrheitsgetreue Darstellung der derzeitigen Problematik.

Nach der halbstündigen Kundgebung formierte sich ein Straßenzug der mit Reggae und dicken House-Bässen Unter den Linden entlang marschierte.

Staunende Blicke von Touristen, Anwohnern und Passanten, viel Verständnis und einige Kritik gab es als Resonanz zurück. Die anwesende Presse und private Kameras schossen hunderte von Schnappschüssen der friedlichen Menge, die mit ihren Forderungen bespannte Transparente vor sich hertrugen.

Die Polizei sorgte ebenso friedlich, freundlich und auch verständnisvoll für eine reibungslose Fortbewegung und Sicherung des Straßenverkehrs.

Das gute Wetter sorgte ebenfalls für eine angenehme Stimmung, welches die teilnehmenden Demonstranten nach dem circa viereinhalb Kilometer langen Marsch durch die Berliner Innenstadt in das Yaam lockte. Freier Eintritt für alle Teilnehmer und eine Abschlusskundgebung waren ebenfalls ein guter Grund den Abend in Legalisierungsumgebung zu verbringen.

Barbara Seid-Die Linke, Emanuel Kotzian-Herausgeber des Hanf Journals, Steffen Geyer vom DHV, Hans Custo von eve&rave, Tribble und Koschka von der Hanfparade, hielten mahnende, fordernde und nachdenklich stimmende Ansprachen in dafür umso entspannter Atmosphäre.

Um 18Uhr war das Ende der Kundgebung und der Beginn der offiziellen Hanftag Party.

Mit einigen Informationsständen verschiedener Drogenpolitischer Einrichtungen, einer Half-Pipe, einem Basketballplatz, einem Sandstrand und vielen lukullischen Genüssen war der Anfang der Party ein vorbildliches Bild sozialem Zusammenseins. Unsere Sponsoren von Verdampftnochmal.de hatten zwei ihrer Extreme Vaporizer dabei und spendeten Besuchern einige Ballons mit gesunder Eukalyptus und Salbeiluft. Selbstmitgebrachte Kräuter wurden von allen Beteiligten aber genüsslicher gedampft.

Als es um 23Uhr dann doch noch zu Regnen begann, waren die Partybunker des Yaam dafür umso entsprechender gefüllt und mit lauten, heißen Rhythmen versetzt.Im Laufe des Abends kamen um die 1100 Gäste auf die Hanftag Legalize it! Party und störten sich überhaupt nicht an den wohlbekannten Kräuterschwaden die von fast jedem Anwesenden hier und da konsumiert wurden.

Da sich der Regen nicht verzog, sondern seine ganze Macht bewies, stand der Außenhof des Yaam`s alsbald Unterwasser und sorgte mit regelmäßigen Fehltritten der Partygäste für derbe nasse Füsse und eben so viel Spaß für die Beobachter. Hanf Journal Redakteur und DJ Roly, stellte den neuen Weltrekord mit fünf kompletten Weitsprüngen in der Riesenpfütze auf und bewies dabei sein sportliches Talent. Ob man dabei, nach einem Ballon der „Verdampft-Nochmal-Jungs”, von Doping reden darf, sei hierbei nachgefragt. Da niemand über Inhalt der Füllung Auskunft gab, müssen wir den Rekord (wohl aber) erst mal akzeptieren.

Das Hanfwerk ist mit dem Ergebnis des gesamten Hanftages, trotz finanzieller Verluste zufrieden, wird im nächsten Jahr wieder am Global Marijuana March teilnehmen und hat sich zum Ziel gesetzt Berlin als Basis stetiger Legalisierungsarbeit zu gebrauchen und die Teilnehmerzahlen jährlich zu verdoppeln. Wir bedanken uns herzlich bei allen Unterstützern, Partnern und Sponsoren des Hanfwerks, der Elf, des Hanftages sowie unseren Personen. Danke allen Teilnehmern für ihren Mut sich zu zeigen; zu zeigen dass man Rechte fordert und Veränderung beschwört, und dass man die derzeitigen Situation nicht länger ertragen möchte und sich von der Allgemeinheit mehr als nur falsch verstanden fühlt.

Das HanfwerkBerlin dankt herzlich und hofft auf weiter Unterstützung bei unseren folgenden Aktionen.