Das dritte Mal bei Tine & Dicker auf den Ssese Inseln

Bild

Das dritte Mal bei Tine & Dicker auf den Ssese Inseln

Diesen herrlichen Sonnenuntergang gabs für mich am Sonntag, als ich zum dritten Mal bei Tine&Dicker im Hornbill Camp auf den Ssese Inseln im Victoriasee untergekommen bin. Eine Woche waren Enno, Joanne, Victoria, Seves und Ich bei unserem heißgeliebten Hippiepäärchen und haben die Tage mit Wanderungen, Lesen, Giant Samosa Essen, Dickers Rap- und Beatboxperformances und Gesprächen über Gott und die Welt verbracht.
Das Hornbill Camp auf Kalangala – Erinnerungen, die man nie vergessen wird!

“Muzungu, you first deliver the baby!”

Standard

Nach einer spannenden Woche auf der Männerstation im Iganga Main Hospital, erwartete mich der Montag mit einem der schönsten Erlebnissen meines Ugandaaufenthaltes: Ich habe ein Baby auf die Welt gebracht!!! Also nicht ich als Mutter, aber als diejenige die das Baby am Kopf aus der Mama herauszieht (und eine Ladung Fruchtwasser dabei abbekommt) – und das ganze sogar zweimal! Drei Stunden und zwei Geburten in der „Labour ward“ (die Wehenstation).

Seit Montag also arbeite ich auf der Station für werdende Mütter und habe richtig viel erlebt, gesehen und sogar selbst gemacht. Zu meinen persönlichen Highlights zählen die Geburt von Waiswa&Tenua (Zwillinge), ein Kaiserschnitt, ein Baby das man nach mir benannt hat und die erfolgreiche Wiederbelebung eines Neugeborenen.

Die Schwestern und Auszubildenden wollen mich richtig in Action sehen und deshalb durfte ich zwei Nabelschnüre durchtrennen, ein Baby wiederbeleben, etliche Babys säubern und wiegen, eine „vaginal inspection“ machen (fühlen wie weit das Baby schon vorgerutscht ist) und wie gesagt, das Baby rausziehen!

Ich hatte mir eine Geburt ganz anders vorgestellt und bin total überrascht, wie schön eine Geburt ist. Einfach ein Wahnsinn wie das Köpfchen kommt, das Baby rausflutscht und sein Schreien alle zum Lächeln bringt. Anders als auf der Männerstation, wo mir permanent übel war, war mir im Labour ward noch kein einziges Mal schlecht und ich verbringe sogar bis abends dort, weil es mir so Spaß macht.

Es wird auch nie langweilig – heute haben auf unseren drei zur Verfügung stehenden Betten drei Mütter gleichzeitig gebärt (?!?!?!). Das war richtig richtig stressig, weil die Mama auf Bett 3 Zwillinge bekommen hat und noch zusätzlich eine weitere Mutter mitten in unserem Zimmer ohnmächtig geworden ist und die Oberschwester mit dem Erstgeborenen Zwilling Waiswa über die Ohnmächtige stolperte und gottseidank von einer anderen Hochschwangeren unsanft aber sicher aufgefangen wurde. Die Mama auf Bett 1 hat ihr Fruchtwasser in hohem Bogen verloren und so wurden wir alle ein bisschen nass. Ihr Baby musste dann auch noch wiederbelebt werden. Auf Bett 2 lag eine 16jährige, deren kindlicher Körper die Geburt leider RICHTIG schwer fiel.

Letztendlich haben wir aber alles super gemeistert und ich war auch schon dabei die Betten (mit Chlor… grrr) sauber zu machen, als mir das Malheur des Tages passierte – ich schnitt mich an einer blutigen Rasierklinge, die auf dem Bett lag und von mir übersehen wurde. Das war dann schon ein dicker Hund: Die Mutter wurde zwar HIV negativ getestet, trotzdem haben wir ihr nochmals Blut abgenommen und haben einen Test gemacht. Blöd nur, dass leider gerade (oder vielleicht auch schon länger) keine HIV Testkits mehr da waren… Unvorstellbar in einem Krankenhaus, oder? Aber naja, weil ich ja halb Angestellte und außerdem Muzungu (Weiße) bin, hab ich vom „Private ward“, der Exklusivstation für reiche Ugander, noch einen Schnelltest bekommen. Damit haben wir das Blut der Mutter getestet und das Ergebnis bestätigt: Sie ist HIV negativ. Da haben die Schwestern und Ich natürlich aufgeatmet. Wäre der Test positiv gewesen, hätte ich ein „Pille danach“ Medikament für HIV bekommen. Das nimmt man direkt nach dem Kontakt mit HIV positivem Blut ein und es hat einen fast 100%igen Schutz in der ersten Stunde nach dem Kontakt. War auch ziemlich lustig, dass innerhalb einer Stunde (in dem ich zu Mittag aß) das halbe Krankenhauspersonal von der Muzungu, die sich an einer benutzten Rasierklinge geschnitten hat, wusste. So wurde ich alle paar Meter von irgendeiner Schwester oder einem Doktor darauf angesprochen. „Muzungu, they gave you HIV treatment?“

Im OP war ich nun schon bei einem Kaiserschnitt (da hab ich aber schon ab und zu mal weggeschaut) und drei –ich nenne es einmal – „Ausräumungen“ dabei. Letzteres heißt auf Ugandisch-Englisch „Evacuation“ und bedeutet das Entfernen von Rückständen einer Fehlgeburt oder Abtreibung. Abtreiben ist in Uganda illegal, wird allerdings von einigen „Witchdoctors“ (Schamanen) durchgeführt. Dabei werden oft Blutklumpen und andere Sachen, die sich bei einer Schwangeren im Bauch befinden (und die ich nicht benennen kann) nicht entfernt und sorgen für Schmerzen, Entzündungen und Blutungen.

 

So, jetzt hab ich wieder viel geschrieben. Ihr seht/lest, dieses Praktikum fasziniert mich!

Es gibt noch ein Update unabhängig von meinen Krankenhauserlebnissen: Von den kürzlich erhaltenen Spenden für das Piggery Projekt konnte ich heute das Geld an Simon weiterreichen, der nun am Wochenende mit der Youth group zwei Schweine, Futter und Zement kauft. Wir sind überglücklich dass jetzt endlich zwei Schweinchen in den ersten Stall dürfen und dass wir wahrscheinlich sogar den zweiten Stall fertig bauen können. DANKE AN DIE SPENDER!!! Wer ein Schwein sponsern möchte: 50 Euro only!

Ab ins Krankenhaus für zwei Wochen

Standard

Laaaaaaaaangweilig… war es mir zumindest noch letzte Woche.

Leider laufen momentan drei der vier Projekte des Roten Kreuz in Iganga aus. Kein LPS (Life Planning Skills Jugendrotkreuzprogramm), HIV/Aids Awareness und auch kein CBHFA (Gesundheit und Erste Hilfe) mehr… Das ist sehr tragisch für alle Rotkreuzfreiwilligen, weil die meisten in den Projekten mitgearbeitet haben und somit ein wenig Geld bekommen konnten.

Da momentan zusätzlich auch noch Schulferien sind, ist unser Iganga branch office ziemlich leer und langweilig. Es gibt neben einem fieldvisit mit dem Diarrhea Risk Reduction Project ein- oder zweimal pro Woche nichts zu tun für mich, sodass ich letzte Woche dann ein paar Tage in Jinja bei Tara und Judith verbracht habe – auch nicht schlecht: So habe ich wunderschönen Stoff kaufen und bei einer Schneiderin Kleider in Auftrag geben können :)

Jedenfalls ist mir seit gestern gar nicht mehr langweilig, da ich ein zweiwöchiges Praktikum im Nakavule Iganga Main Hospital mache. Nachdem ich vom Medical Superintendenten (keine Ahnung, welcher Position das im Deutschen entspricht) höchstwahrscheinlich falsch verstanden wurde, verbrachte ich meine ersten zwei Stunden Krankenhauspraktikum im Operationssaal… Naja, die Kombination von fehlendem Frühstück, Blut, Eiter, schlimmstem Chlorgeruch meines Lebens (warum muss ausgerechnet Chlor die billigste Desinfektionschemikalie sein?!?!?!), Kindergeschrei und schrecklicher Hitze führten zu einem peinlichen Auftritt meinerseits… War dann doch zu viel für den Anfang.

Glücklicherweise erkannte der Oberpfleger, der bei der Operation assisitierte, meine Notsituation und bot mir eine Führung durch die „Male ward“ an.

Im Nakavule Main Hospital in Iganga gibt es eine Kinder-, Frauen-, Männer- und Geburtstation und eine Ambulanz/Notaufnahme (und vielleicht noch mehr Stationen und Gebäude, die ich aber nicht kenne). Vorerst verbringe ich die erste Woche auf der Männerstation und die zweite Woche auf der Geburtsstation.

Meine ersten Eindrücke vom Krankenhaus hatte ich bereits im November als Heinz-Dieter auf die Welt kam und nun bekomme ich zusätzlich noch einen „behind the scenes“ Einblick.

Die Männerstation ist ein großer Raum, der in drei Bereiche unterteilt ist: Unfall- und Chirurgiepatienten, Malariapatienten und der letzte Bereich für Patienten mit HIV, Tuberculose oder anderen ansteckenden Krankheiten – unberuhigend GAR NICHT von den restlichen Patienten getrennt und auch das Personal trägt keine Schutzkleidung. In den zwei Praktikumstagen habe ich mir kein einziges Mal die Hände desinfiziert… Joa, das ist wohl nicht nötig?

Schlimm fande ich die Unfallpatienten – meist junge Boda Bodafahrer. Boda fahren ist wirklich gefährlich. Alleine gestern bekamen wir zwei Männer, deren Gesichter komplett verblutet und angeschwollen waren, weil sie mit ihrem Boda einen Unfall hatten. Auf der Station liegen Angefahrene, Fahrer und Passagiere mit Knochenbrüchen, Blutungen, Amputationen und Verbrennungen.

Es sind heute sogar zwei Dinge passiert, die ich noch nie in meinem Leben gesehen bzw. getan habe: Zum Einen habe ich das erste Mal in meinem Leben einen toten Menschen gesehen (es sind heute zwei Männer gestorben, einer an Aids bedingten Krankheiten (Tuberkulose, Meningitis und RICHTIG KRASSE Unterernährung – Ich habe noch nie einen so mageren Menschen gesehen) und ein alter Mann an Altersschwäche. Tja, und dann habe ich mich heute auch das erste Mal mit einem pädophilen Vergewaltiger unterhalten. Der Mann ist mit Handschellen an sein Bett gefesselt und man hatte mir gestern zwar gesagt, dass er ein Straftäter ist, aber war nicht ins Detail gegangen. In der Annahme, dass er ein Dieb ist, der Glück hatte und nicht auf der Stelle gelyncht wurde sondern es bis zur Polizei schaffte, unterhielt ich mich also mit ihm – Netter Mann. Kurze Zeit später erklärte mir dann die 17jährige (sehr lustige) Krankenschwesterauszubildende Immaculate, dass der gute Mann ein achtjähriges Mädchen vergewaltigt und zudem noch mit HIV angesteckt hatte… Und jetzt? Tja, wirklich schrecklich und natürlich unverständlich was er getan hat. Trotzdem finde ich es sehr lobenswert, wie professionell mit dem Mann umgegangen wird. Die Schwestern und Ärzte reden und scherzen mit ihm, halten aber trotzdem viel Distanz – schon interessant!

Faridah, eine befreundete Rotkreuzfreiwillige, habe ich auch getroffen. Ihr zweijähriger Sohn hat Malaria und Typhus und liegt auf der Kinderstation. Ich unterhielt mich mit ihr ein wenig über die organisatorischen und hygienischen Umstände im Krankenhaus und sie meinte nur „You come with one disease and you go with another one.“. Auch auf der Kinderstation liegen Malaria positive neben Durchfall- und Verbrennungspatienten – Hallelujah!

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick bekommen. Der ist natürlich ziemlich krass fürs Erste und vor allem ziemlich negativ. Wahrscheinlich typisch für die ersten Tage in so einem Umfeld.

Alles Liebe und viele Grüße

Three weeks of travelling, three project proposals and three people I miss so much

Standard

Liebe Freunde,

Ich melde mich frisch erholt – so könnte man nach einer dreiwöchigen Urlaubsreise meinen – wieder aus Iganga. Mein bester Freund Hermann war mich dreieinhalb Wochen bis zum vergangen Sonntag besuchen und wir haben so einiges gesehen und erlebt. In der ersten Woche verbrachten wir den Ostersonntag bei Prossy mit einem Gottesdienstbesuch und dem Besuch der Prinzen- und Königsgräber ihrer adligen Familie (der Papa ist einer der zwölf Prinzen des Busoga Königreiches) und den Ostermontag bei Richard mit einem Spaziergang durch seine Gärten und Felder und leckerem Pork (Schwein, nach ugandischer Art mit Tomaten, Zwiebeln und Kohl im eigenen Fett gebraten) zum Abendessen.

Ostermontag bei Richard

Außerdem besuchten wir die wunderschönen Sipi-Wasserfälle am Mount Elgon Gebirge, die Quelle des Nils in Jinja und waren mit dem Roten Kreuz in Bugiri, wo eine Theatergruppe gemietet wurde, die ein Theaterstück aufführte, das zum Praktizieren besserer Hygiene insbesondere beim Toiletten –pardon Latrinen – gang und der Zubereitung von Essen aufrief. Das war durchaus sehr lustig (ein als Frau verkleideter Mann, der seine Rolle SEHR überzeugend spielte) und sehr beeindruckend, weil ich zugegebenermaßen ugandisches Laientheater unterschätzt hatte. Eine klasse Vorstellung mit Humor, Sinn, Musik und super Tanzvorstellungen.

Weiter ging die Reise mit einem Adrenalinkick im weißen Nil in Jinja – Wildwaterrafting! Hat einfach nur Spaß gemacht, auch wenn ich wahrscheinlich noch nie so viel Angst gefühlt hatte…

Ein Besuch im Murchisson Falls National Park bescherte mir dann die so sehnlichst erwarteten Fotos vom „African wildlife“, sprich Löwe, Giraffe, Elefant und co. Mich hat das Nationalparkerlebnis trotzdem enttäuscht… Irgendwie hat man ja doch jedes Tier schon mal gesehen und Nationalparks sind ja doch auch ähnlich touristisch wie Zoos. Wie spannend wäre es denn eigentlich, wenn man unerwartet einem Elefanten begegnen würde und das Tier noch nie zuvor gesehen hat? Mich konnte im Nationalpark einfach kein Tier mehr wirklich faszinieren… Kannte ja schon alle… Wobei! Toll fande ich die Pumbas, Warzenschweine, mit ihren langen Zähnen und den wippenden, beim Laufen aufgerichteten Schwänzchen – Süß.

Murchisson Falls National Park

Murchisson Falls National Park

Zehn Stunden Matatufahrt auf einer holprigen Piste und zweimal Umsteigen später bin ich wiedervereint mit den Mädels aus München, Jule und Olli. Hermann und Ich verbringen schöne und lustige drei Tage in Fort Portal bei den heißen Quellen im Semliki Nationalpark und einem zum Leben erwachten Kibale Nationalforest. In letzterem haben wir nämlich Schimpansentrekking gemacht, was schlichtweg faszinierend war, wenn auf einmal der Dschungel anfängt zu dröhnen und 30 Affen um einen herum eine Party veranstalten – ganz großes Kino, pardon: Affentheater. Achja, nicht zu vergessen noch der Oberaffe unserer kleinen Trekkinggruppe: Gordon, ein US Amerikaner im besten Alter, mit seiner 6000 $ teuren Profikamera (sooooooooo tolle Bilder, echt ey), der es nicht versteht den Blitz zu deaktivieren… „Everytime I switch it off it just tackles back to automatic mode” – Sorry aber auch, Gordon in der bestausgestattesten Safariausrüstung, die ich je gesehen habe. In Fort Portal wurden uns außerdem “pet names” (Spitznamen) gegeben.

K800_DSC04530

Im Toroo Königreich gibt es davon nämlich stolze acht Stück für ein ganzes Volk. Hermann heißt nun Araali (Bedeutung vergessen, aber wurde ihm von einem ehemaligen ugandischen Olympiamarathonläufer gegeben) und ich Abwooli (Katze) – Miau! Ebenso im Gedächtnis geblieben ist mir ein Boda Boda Unfall, der sich eines Abends -nachdem wir mit 30 Mann (30 LEUTE!!!) auf einem Laster stehend, sitzend und vor allem quetschend nach einem Rotkreuz Fußballturnier 45 Minuten im Regen zurück nach Fort Portal schön an den Rwenzoris vorbei gefahren sind und nun im Little Rock Cafe vergeblich auf Saft und Käsesandwiches warteten – wie folgend ereignete: Betrunkener (schätzungsweise) 25 jähriger fährt volle Kanne mit seinem Boda Boda (Motorrad) auf einen am Straßenrand parkenden Laster. Olli, die nicht mit uns im Little Rock Cafe wartete, sondern den Unfall mitbekam, kommt angestürmt und fragt nach dem Erste Hilfe Kasten, den die vorbildlichen Fort Portal Mädels immer mit sich im Rucksack führen. Jule, Hermann, Olli und Ich rennen zur Unfallstelle. Der junge Mann ist zunächst bewusstlos, kommt dann zu sich, weint, schlägt verzweifelt mit den Armen um sich – kein Wunder. Er kann nämlich nichts mehr sehen. Ob das viele Blut nun aus den Augen oder aus einer Platzwunde am Kopf kommt oder sonst woher wissen wir auch (trotz der vielen Handytaschenlampen der knapp 20 Zuschauer) nicht so wirklich… Und schon gehen mir als altem Rotkreuzhasen wieder tausend Dinge durch den Kopf: Eigenschutz, Notruf absetzen, Unfallstelle absichern, Verletzten vor sensationsgeilen Blicken abschirmen… Handschuhe waren nur noch eineinhalb Paar übrig,  ein Warndreieck ist weit und breit nicht zu sehen (aber wir haben ja ne Menschentraube um uns herum, das sollte funktionieren fürs Erste), der Mann lässt sich keinen Verband anlegen, eine Notrufnummer gibt es in Uganda nicht und das Ende des Lieds ist es den Verletzten auf ein Boda Boda zu setzen und ihn ins Krankenhaus zu schicken… Danach wird erstmal Hermanns Desinfektionsmittelflasche halb geleert.

Unser Aufenthalt in Fort Portal geht damit vorbei, das Mafia (die Töle oder einfach der Hund der Mädels) sich Hermanns schönen rechten Schuh schnappt und über Nacht zerfetzt – Sorry.

Weiter geht’s mit einer sechsstündigen Fahrt durch die schönste Gegend Ugandas – leider im Dunkeln. So sind wir also um 12 Uhr nachts in Mbarara und haben anstatt Äquator, Rwenzoris, Queen Elizabeth Nationalpark, Teeplantagen etc. nur Nacht gesehen – okay, und teilweise die Straße unter unseren Füßen, weil der Autoboden durchgerostet war.

Um es kurz zu machen: Es folgt ein wunderschöner Aufenthalt auf einer Insel im Lake Bunyonyi in der besten Unterkunft, die ich je hatte (ein offenes Strohhaus mit eigener Veranda mit Blick auf den See). Und außerdem eine Fahrt in einem Baumstammkanu, auf der ich kläglich am Paddel versagte und Hermann den Sonnenbrand seines Lebens bekam -  da hat er sicher auch in Deutschland noch was von.

Unser Geodome am Lake Bunyonyi!

Unser Geodome am Lake Bunyonyi!

Einen kurzen eintägigen Abstecher noch ins schöne Kigali in Ruanda. Ja… Kann man machen, muss man aber nicht. Teuer, sauber (Plastiktütenverbot), sicher (Helmpflicht für Bodafahrer und Passagier). Ganz großes Thema: Der Völkermord vor 19 Jahren, alles noch nicht lange her. Ein Besuch im Genocide Museum ist recht bewegend und schockierend. Hermann und Ich geben uns natürlich die volle Dröhnung und schauen auch noch den Spielfilm „Hotel Ruanda“ (empfehlenswert!) und trinken African Tea im „Hotel des Mille Collines“. Tja… Mich gruselt es bei dem Gedanken, wie vor nur 19 Jahren die Hutus die Tutsis abgeschlachtet haben und natürlich die Kolonialvergangenheit wieder die ganz große Rolle gespielt hat. Dann auch noch das Versagen und viel zu späte Eingreifen der Vereinten Nationen  – Junge junge… Und wie gesagt, das ist erst vor 19 Jahren passiert – die Fotos der Opfer sind nicht schwarzweiß, das sind Farbfotos! Das tut mir einfach weh, vor allem das wir Weißen den Grundstein für diesen Völkermord gelegt haben…

So, abschließend für Hermanns Uganda in a Nutshell Trip noch die Ssese Islands – das Hornbill Camp von Tine und Dicker. Gute Gespräche, eine Regenwaldwanderung mit den fiesen Safariameisen, KEIN Schwimmen im Victoriasee (Bilharziose ahoi!) und eine kurze Einführung ins Motorrad fahren (hab ich gar nicht so schlecht gemacht! Mit ein bisschen Übung…)

Jedenfalls bin ich nun wieder zurück in Iganga und Hermann in Deutschland.

Eben haben wir Stromausfall, bleiben also noch 20 Minuten Akkulaufzeit.

Die letzten Tage waren sehr anstrengend für mich, da ich mit meinen Freunden Simon, Robert und Timothy an Proposals, Projektbeschreibungen mit Budgets, für ihre jeweiligen Projekte arbeite. Da alle Projekte mehr Geld brauchen, als ich je auftreiben könnte, wollen wir die Proposals an Organisationen in Deutschland schicken. Zu bieten haben wir Simon mit einem Piggery Projekt (Schweinezuchtprojekt) mit einer Jugendgruppe, Robert mit den Straßenkindern für die er endlich ein Stück Land kaufen und ein Waisenhaus darauf bauen möchte und abschließend Timothy, der ein Umwelt- und Communityprojekt zur Aufforstung plant. Ich selbst bin überzeugt von den Projekten, sonst würde ich gar keine Arbeit investieren (zwei davon sind ja sogar nachhaltig und bräuchten nur eine einmalige Spende), aber sehr skeptisch ob es mir gelingen wird Spender und/oder Organisationen zu finden, die die Projekte mit so viel Geld unterstützen können – da bin ich für die ugandische Zuversicht sehr dankbar. Falls jemand eine Person, Firma oder Organisation kennt die Umwelt-, Entwicklungs-, Jugendprojekte etc. im Ausland unterstützen, der darf sich gerne melden. Ich bin für jeden Tip dankbar, da ich in Deutschland erstmal eine ausführliche Recherche machen darf, wer denn überhaupt solche Projekte unterstützen will/kann.

Jetzt bleiben mir hier noch eineinhalb Monate, die ich intensiv in Iganga mit meinen Freunden nutzen will. Traurig macht mich dabei allerdings die Sehnsucht nach meiner Familie, meinen Eltern und meiner Schwester. Ich habe euch in den letzten zwei Jahren so wenig gesehen und freue mich schon sehr, wenn wir wieder Zeit miteinander verbringen können. Passt auf euch auf – ich passe auch auf mich auf.  Danke, dass ihr mich immer unterstützt habt und weiter unterstützt. So wie ich bisher mein Leben gestaltet habe, kommt da ja wahrscheinlich noch was auf uns alle zu :)

Ein langer Blogeintrag endet mit einem Versprechen: Fotos von unserem Trip kommen ASAP, so zeitnah wie möglich. Freut euch auf Affen, Elefanten, Giraffen, Pumbas, Löwinnen und so weiter…

Alles Liebe!

New photos online

Bild
Richards Zwillinge Waiswa und Tenua

Richards Zwillinge Waiswa und Tenua

Hallo ihr Lieben,

habe wieder ganz viele Fotos hochgeladen. Freut euch auf Fotos von: meiner Reise durch den Westen Ugandas (Schimpanzentracking, ein Nachmittag im Kratersee, ein brennender Queen Elizabeth National Park etc.), Workshops und Trainings, einem Abendessen bei Richard im Dorf, meiner Geburtstagsparty, meinen Methoden der Mäusebekämpfung, einer Graduationparty, neue Matratzen für die Straßenkinder, einem Mittagessen bei Pauls Familie, meinem Zimmer und dem ugandischen Alltag.

Hier gehts zum Picasa Fotoalbum

Bei den Freiwilligen Jule und Olli in Fort Portal

Bei den Freiwilligen Jule und Olli in Fort Portal

Ich möchte hiermit auch darauf hinweisen, dass ich meinen zweiten großen Quartalsbericht unter der Rubrik “weltwärts” gespeichert habe. Ich berichte von der Iganga branch, meiner Arbeit, meiner persönlichen Situation seit Dezember, Herausforderungen und Lernerfahrungen – durchaus interessant :)

Des Weiteren möchte ich den Spendern aus Deutschland danken, mit deren Spende ich letzte Woche zusammen mit dem RASCM Team zehn Matratzen für 120 Euro kaufen konnte – jetzt brauchen die Kinder nicht mehr auf dem Boden zu schlafen. Zehn Matratzen sind zwar immer noch zu wenige für 25 Kinder, also: Spenden sind weiterhin willkommen. Zusätzlich habe ich ein weiteres Projekt teilfinanzieren können – eine Jugendgruppe aus einem Dorf namens Bunyama hatte sich nach einer “income generating activity” gesehnt, also einem Projekt, das sie sowohl beschäftigt, als auch Geld einbringt. Die Jugendlichen sind den typischen Problemen der ugandischen Landjugend ausgeliefert: Arbeitslosigkeit, geringe oder keine Schulbildung, (alleinerziehende) junge Mütter, Waisen, HIV etc. Deshalb haben Simon, der die Gruppe betreut, und ich mit den Jugendlichen ein Budget für ein “Piggery Project” entwickelt, also ein Schweineprojekt. Mit den 80 Euro, die ich spenden konnte, bauen die Jugendlichen diese Woche einen kleinen Schweinestall und können zwei Schweinchen kaufen. Das Geld ist natürlich viel zu wenig, geplant war ein betonierter Schweinestall mit Wellblechdach etc. Aber dafür hat das Geld nicht gereicht. Musste eben auch die Straßenkinder mit den Matratzen unterstützen. Spenden sind also weiterhin willkommen!!!

Liebe Grüße

eure Kerstin

Mit dem Youth Team vor einer Dissemination session, in der wir über das Rote Kreuz, seine Grundsätze, die Geschichte und das International Humanitarian Law reden

Mit dem Youth Team vor einer Dissemination session, in der wir über das Rote Kreuz, seine Grundsätze, die Geschichte und das International Humanitarian Law reden

Im Sauseschritt

Standard

Freunde der Sonne,

Nach Geburtstagsparty Nummer 1: Feiern mit meinen ugandischen Freunden in Iganga geht es nun in einer Stunde nach Kampala zu Runde 2: Feiern mit den deutschen Freiwilligen und meinen Mitgeburtstagskinderkolleginnen Ines und Victoria. Zum Thema Geburtstagspartyplanung  Uganda versus Deutschland sei mir eine Anmerkung gestattet: Wichtig für den Erfolg jeder deutschen Geburtstagsparty: Gute (westliche) Musik, evtl Fingerfood, aber vor allem Massen an Alkohol. Vorraussetzung für den Erfolg einer ugandischen Geburtstagsparty: Gute (afrikanische) Musik, ein Master of Ceremony, aber vor allem Massen an Essen. “Wo ist das Zeigenfleisch?” …. Was?!

Die drei Geburtstagskinder Victoria (19), Ines (20) und Ich (21)

Die drei Geburtstagskinder Victoria (19), Ines (20) und Ich (21)

Danke jedenfalls für all die lieben Geburtstagswünsche! Insgesamt hab ich den Geburtstag super gut überstanden ohne viel Heimweh zu haben :) Perfekt!

Ab Sonntag werde ich den Westen Ugandas bereisen und die Freiwilligen in Fort Portal, Bushenyi und Mbarara besuchen und mit ihnen zur Arbeit gehen. Besonders freue ich mich auf Fort Portal, das an der Grenze zum Kongo liegt und wo das Rote Kreuz zwei Flüchtlingslager betreut.

Ich habe neue Fotos hochgeladen, da seht ihr dann was so los war in letzter Zeit. Unter anderem: Eine Hochzeit (auf der ich Ehrengast war, obwohl ich nicht einmal das Brautpaar kannte…), ein Besuch bei Richard (der mir seinen Garten und das Reisfeld gezeigt hat und dessen Frau ein drei Jahre altes Huhn für uns geschlachtet hat. Das älteste Huhn, das ich in meinem Leben je gegessen habe und je essen werde. Welches deutsche Schlachthuhn wird schon drei Jahre alt?!), eine Wohnung voller Mäuse (tragisch, SEHR tragisch… und noch tragischer wenn die insgesamt vier süßen Mäusken zu schlau für die Mausefalle sind), ein Feldeinsatz in Bugiri wo Brunnen gegraben werden, ein kreativer Abend mit Paul (God is the Greater (Creator)) und mein Geburtstag.

Simon und Pauline haben mir zum Geburtstag einen Kuchen gebacken :)

Simon und Pauline haben mir zum Geburtstag einen Kuchen gebacken :)

Alles Liebe!

https://picasaweb.google.com/103542000442346006499/ImpressionenAusUganda?authuser=0&feat=directlink

Ein Tag im Leben einer weltwärts-Freiwilligen in Uganda

Standard

Liebe Freunde,

heute möchte ich mit euch den Artikel teilen, den ich für das Schönbrunner Amtsblatt und das Rotkreuzmagazin des Deutschen Roten Kreuzes geschrieben habe.

Viel Spaß beim Lesen!

Besuch bei Prossys (eine befreundete ugandische Freiwillige) Familie – mit Enno, Katja und Niels (zwei dänische Rotkreuzfreiwillige)

„Muzungu, how are you?“

Es berichtet Kerstin Wojciechowski, eine deutsche Freiwillige bei der Uganda Red Cross Society

Ich werde vom Krähen des Hahns geweckt. Es ist noch morgendlich kühl und ich schlüpfe unter dem  Moskitonetz aus dem Bett hervor. Vor meinem Fenster hängt die Magd der Nachbarn Wäsche  auf. Sie trägt deren Baby auf dem Rücken und summt ein Lied. Für mich heißt es nun duschen, anziehen, eine ordentliche Portion Deo auftragen, den Rucksack packen und frühstücken. Mein deutscher Mitbewohner, der auch beim Ugandischen Roten Kreuz arbeitet, hat schon Eier gekocht und Teewasser auf dem Gaskocher aufgesetzt. Es gibt süßes Toastbrot mit Margarine, einem Frühstücksei, Erdnüssen, Früchten und dazu Magen-Darm Tee aus Deutschland.

„Was steht heute an?“ – „Erstmal ins Red Cross office und dann mal schauen. Wird wohl wieder irgendeine activity anstehen.“ Da hat mein Mitbewohner durchaus Recht, man muss in Uganda auf alles gefasst sein: Einen health talk über Malaria- und Durchfallprävention auf dem völlig überfüllten Marktplatz eines Dorfes, ein Erste Hilfe Training in einer Schule, einem Besuch der vielen Rotkreuzfreiwilligen in den Gemeinden denen wir Rotkreuz-Tshirts vorbeibringen, einem Vortrag über die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und dem Ugandischen Roten Kreuz und dessen Aktivitäten oder einfach einem entspannten Tag im office, wenn es nichts zu tun gibt und die Freiwilligen zusammensitzen, reden, Tee trinken und Karten spielen. Dass man recht selten weiß was die nächsten Tage geplant ist, war für mich als Deutsche weltwärts-Freiwillige beim Ugandischen Roten Kreuz in Iganga am Anfang sicher nicht einfach, aber nach fünf Monaten habe ich mich daran gewöhnt. Im Gegenteil, ist es nicht sogar spannend jeden Tag aufs Neue überrascht zu werden?

Noch weitere fünf Monate werde ich morgens gegen neun Uhr mit meinem Fahrrad einmal quer durch Iganga, eine Kleinstadt im Südosten Ugandas, von unserer Wohnung in das Büro der Iganga branch des Ugandischen Roten Kreuz fahren. Auf der Fahrt erwarten mich zahlreiche „Muzungu, how are you?“ Zurufe und ein gelegentliches, von einigen Lachern begleitetes „Muzungu on a bycicle!“.

Alternative Fortbewegungsmethode zum eigenen Fahrrad oder dem Boda Boda (Motorrad): The Bicycle Boda.

Alternative Fortbewegungsmethode zum eigenen Fahrrad oder dem Boda Boda (Motorrad): The Bicycle Boda.

Im Red Cross office angekommen werde ich herzlich von den Ugandischen Freiwilligen mit Umarmungen begrüßt. Über ein „Kerstin, you look smart today!“ freue ich mich natürlich besonders, das bedeutet zwar nicht dass ich schlau oder intelligent aussehe, sondern dass ich mich gut gekleidet habe und hübsch aussehe. Schicke Kleidung wird von Ugandern sehr geschätzt – ausgefranzte Jeans, Used Look oder zu knappe Kleidung hingegen werden fast als Beleidigung verstanden. Wie kann denn eine Muzungu (swahili: eine weiße, meist europäische oder amerikanische, Person, mit der Reichtum, Bildung, Schönheit und Gesundheit assoziiert werden), die doch das Geld für schicke saubere smarte Kleidung hat, sich so schäbig kleiden?

Die Iganga branch, hierarchisch mit einem deutschen Landesverband vergleichbar, ist in verschiedenen Bereichen aktiv. Iganga ist einer der districts, der von einer schlechten Versorgung mit sauberem, sicherem Wasser und einer hohen Kindersterblichkeit aufgrund von Durchfallerkrankungen und Malaria geprägt ist. Diese Erkrankungen sind unter der Bevölkerung weitverbreitet und treffen die Schwächsten der Gesellschaft, Kinder, Kranke und Alte am Schlimmsten. Das Rote Kreuz ist deshalb verstärkt in den Projekten CBHFA (Community Based Health and First Aid), Water and 

Sanitation, Diarrhea Risk Reduction, aber natürlich auch in den Bereichen der HIV & Aids Aufklärung, Jugendarbeit, Verbreitung des Rotkreuzgedankens und Mitgliederwerbung aktiv.

DSC02663

Der Arbeitstag für deutsche weltwärts-Freiwillige beim Ugandischen Roten Kreuz ist abwechslungsreich und von zahlreichen kulturellen Erfahrungen geprägt, was eine ordentliche Portion an Toleranz, Engagement, Initiative, Kreativität und Geduld fordert.  Für mich birgt jeder Tag neue Lernerfahrungen und Eindrücke. Natürlich ist Uganda zunächst ein völlig fremdes Land, mit fremden Menschen und einer fremden Kultur, jedoch wird dieser Eindruck ständig neu definiert. Ein fremdes Land und gerade die fremde Stadt werden zum vertrauten Zuhause, fremde Menschen werden zu engen Freunden und die fremde Kultur wird Teil von einem selbst. Nze Muzungu – Ndi muna Uganda! Ich bin keine Muzungu – Ich bin eine Uganderin!

Ein Freiwilligendienst für zehn Monate erlaubt mir einen großartigen Einblick in die ugandische Kultur. Ich arbeite völlig gleichgestellt zusammen mit den ugandischen Freiwilligen an Projekten und habe auch Zeit und die Möglichkeit eigene Projekte zu starten. So entschloss ich mich nach der Arbeit zweimal die Woche eine Organisation für Straßenkinder zu besuchen und dort Englischunterricht anzubieten. Des Weiteren plane ich einen Reproductive health workshop, ein Workshop für Mädchen und junge Frauen, in dem Themen wie der weibliche Körper und seine Entwicklung, Hygiene, Verhütung, Beziehungen und Familienplanung methodisch vielfältig erarbeitet werden. Gerade auch zu diesem Themenkomplex gibt es in Uganda einen Missstand. Pubertät und ihre psychologischen und physiologischen Folgen werden weder in der Schule, noch im Elternhaus ausreichend und umfassend aus einer Anzahl von Gründen nicht angesprochen und behandelt. Viele Mädchen wissen nicht was mit ihren Körpern passiert und wie sie damit umgehen sollen; auch die Anzahl junger alleinerziehender Mütter ist erschreckend hoch…

Arbeitsschluss – Feierabend sozusagen. Noch eine Freundin besuchen? Im Secondhandshop nach Schnäppchen suchen? Auf den überfüllten Markt und Mangos, Ananas, Tomaten und Kohl kaufen? Oder heute Abend mal wieder Matooke (Kochbananenbrei) kochen? Am Wochenende zu den Freiwilligen in Kampala zum Feiern fahren? Zum Frisör und sich eine schicke Flechtfrisur machen lassen? Meinen Eltern eine Email schreiben und mit der besten Freundin skypen? In den Abendgottesdienst gehen? Mit meinem Mitbewohner Billard spielen gehen? Tja, Fragen über Fragen!

551933_2469787400189_2128541956_n

Der Markt in Iganga – das Kilo Tomaten für 30 Cent

Dem Himmel sei Dank kühlt es auch abends wieder schön ab und ich genieße diese kurze Zeitspanne der Abenddämmerung und des Sonnenuntergangs mit unserem liebenswerten Nachtwächter Paul. „Paul, how is life?“ – „Life is there. Sister Catherine, how was your day?“ – „My day was somehow okay. How are the children?“ – „The children are a little bit okay. Two have malaria.“  Anschließend hören wir das Abendgebet im Radio und philosophieren über Gott und Uganda. Wiederholt versuche ich klar zu stellen, dass ich weder aus den USA komme noch Catherine heiße – vergeblich :)

Bsssssssssssss… Klatsch! Der erste fiese Moskito hat sein Glück versucht und ist gescheitert – es wird Zeit für Moskitospray. Die ugandische Nacht bricht heran und ich gehe mit einem Lächeln ins Bett.

Halbzeit – 5 months to go

Bild

Halbzeit - 5 months to go

Letzte Woche hatten wir das fünftägige Zwischenseminar in Mukono mit Besuch von den Programmkoordinatoren Anke und Christian aus Deutschland. Im Vorfeld hatten sie auch das Iganga Red Cross branch office und unsere Wohnung besucht.
Auf dem Seminar haben alle deutschen Freiwilligen des DRK LV Westfalen-Lippe und des KV Münster zusammen mit unseren ugandischen Kollegen einen Blick auf die vergangenen fünf Monate geworfen und herausgearbeitet was toll und was weniger optimal gelaufen ist. Anschließend haben wir uns mit den kommenden fünf Monaten beschäftigt. Wir Freiwilligen haben eine Projektbörse aufgemacht um unsere Projekte miteinander zu teilen. Dabei konnte ich mir eine tolle Projektidee von Sophia aus Mukono holen, die ich schnellstmöglich in Iganga umsetzen möchte!

Highlights waren für mich das deutsche Frühstück mit Wurst, Käse und Brot, die Diskussion zu Themen wie Kommunikation, Beziehungen und Werte in Deutschland sowie Uganda und natürlich das Lagerfeuer mit Stockbrot. Achja, und dass ich bei der Opening ceremony vor allen das Opening Prayer (Eröffnungsgebet) absolut überzeugend gehalten habe :) God is able.

Motiviert bin ich wieder zurück in Iganga und gehe morgen erst einmal mit Freunden in die Kirche um den sechsstündigen Sonntagsgottesdienst zu genießen :) Abwarten, Freunde. Meine Einstellung zu Religion hat sich ganz schön erweitert und eigentlich auch geändert. Religionen sind echt interessant! Berichte dazu folgen :) (Und der Sanzibar-Bericht ist auch in Bearbeitung!)
Es grüßt euch eure Kerstin

Es ist nicht immer so wie es aussieht.

Video

Ein Videoprojekt mit Hintergrund – wirklich sehenswert.

Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass ich es endlich geschafft habe meinen Quartalsbericht (in deutscher und englischer Sprache) auf der Seite “weltwärts” oben in der Leiste hochzuladen und euch somit zum Lesen bereitzustellen.

Die Quartalsberichte werden von jedem weltwärts-Freiwilligen für die Auffnahme- und Sendeorganisation, sowie das BMZ geschrieben. Wir schreiben über unsere Eindrücke und Erfahrungen über Land, Einsatzort, Arbeit, Freizeit, Herausforderungen und Lernerfahrungen.

Viel Spaß beim Lesen! Keep up waiting for the Zanzibar news :) Eure Kerstin

Ein Lächeln am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

Bild

Heinz-Dieter mit Mama Jennifer

Heute haben mir Heinz-Dieter und seine Mama Jennifer einen Krankenbesuch zuhause abgestattet. (Leider hab ich beim Schwimmen im Victoria See Bilharziose bekommen…)
Aber so ein Lächeln erhellt den Tag!!!

Fotos und ein Blogeintrag zu meiner Weihnachtsrundreise durch Ostafrika nach Sansibar dürfen gespannt erwartet werden :)
Bis bald!

Frohe Weihnachten ?!?!?!

Standard
Meine RASCM Kinder beim Weihnachtsblumenbasteln :)

Meine RASCM Kinder beim Weihnachtsblumenbasteln :)

Ich sende euch allerliebste Weihnachtsgrüße in die verschneite Heimat. Hier ist es natürlich – wie immer- heiß und an Weihnachten erinnern eigentlich nur die unendlich kitschig blinkenden Lichterketten in den Supermärkten. Ich habe in den letzten Tagen viel an zu Hause und an alle meine Freunde denken müssen, wobei ich ganz traurig wurde, dass ich zum ersten Mal Weihnachten nicht zu Hause und in der gewohnten Weihnachtsmanier verbringe. Wie schön doch ein paar Plätzchen, eine Schneeballschlacht oder einen Spaziergang über den Weihnachtsmarkt wären – Tja :D

Aber nicht nur ich, sondern auch meine ugandischen Freunde sprühen momentan nicht wirklich vor Freude. Es sind einige unschöne Dinge passiert, die alle (und vorallem mich, weil ich mir ja einfach alles immer zu Herzen nehmen muss) mitnehmen. Die frisch gebackene Mutter Jennifer (Heinz-Dieters Mama) ist schon vor einem Monat aus der Wohnung ihres Verlobten ausgezogen, da er sie schlecht behandelte. Die Hoffnung, dass er sich ändern würde, ist jetzt Vergangenheit: Er hat sie verstoßen gerade als Heinz-Dieter wegen Malaria ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Nun weiß Jennifer nicht wie sie sich und den Kleinen ohne Beruf und Unterhaltszahlungen über Wasser halten soll. Die Schwiegereltern verlangen sogar das Baby… Timothy bekommt sein Gehalt nicht und kann seine Miete nicht bezahlen… Simons Bruder ist vor einem Monat gestorben und hat eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern zurückgelassen für die er sorgen muss, obwohl er selbst kaum etwas hat. Das ältere Kind kann folglich nicht eingeschult werden…   Auch dem guten Richard fehlt es an Geld, weshalb er sein kaputtes Motorrad nicht reparieren kann (da er im Dorf wohnt, der einzige – finanzierbare- Weg in die Stadt und so zur Arbeit zu kommen). Da er aber irgendwie ins Office fahren muss, reitet er die alte Kiste bald ganz zusammen – was Enno immer tierisch aufregt… Edith bekommt diesen Monat nur ein Gehalt von 80,000 Ush (26 Euro) und muss damit vier Leute über die Runden (und vorallem Weihnachten!) bringen…

Weihnachtsfeeling? Besinnung? Feiern? Geschenke? Vorfreude? – …

Weihnachten birgt für die meisten einige Herausforderungen. Zunächst einmal wird alles teurer, wenn es auf Weihnachten zugeht, was dem Standard Ugander ganz schön zusetzt. Viel schlimmer ist allerdings das Weihnachtsfest selbst. Ugander, die mit strahlenden Augen vom Weihnachtsschmaus und Familienharmonie erzählen, findet man nur selten. Die Realität stellte sich mir in den letzten Tagen wie folgt da: Die meisten meiner Freunde können nicht mal ins Dorf zurück um ihre Familie zu besuchen, sondern müssen in der Stadt bleiben. Grund dafür ist natürlich „nzira sente“ – kein Geld. Zunächst kostet der Transport ins Dorf Geld, aber die Kopfschmerzen bereitet die Erwartung der Familie, dass man Geschenke mitbringt. Es hat ja schließlich einer, der in der Stadt wohnt, mehr Geld als die Familie auf dem Dorf – Naja, eben nicht immer. So sind eben die meisten meiner Freunde am Weihnachtsfest in ihren kleinen dunklen Zimmern, gehen zur Kirche und leben sonst einen ganz normalen Tag. Weihnachtsglanz wie in Deutschland?! Fehlanzeige. Das macht mich ganz schön traurig, weil ich das absolut nicht erwartet hatte. Ich hatte mich ja schließlich dazu entschieden über Weihnachten und Sylvester nach Sanzibar zu gehen, da ich dachte, dass ich mir sehr fehl am Platz vorkommen würde, wenn ich über Weihnachten in Iganga bliebe, weil sowieso jeder zuhause bei der Familie ist. Doch am Liebsten würde ich nun hier bleiben und am Weihnachtsabend alle Freunde bei uns in der Wohnung haben.

Nunja, so geht es jedenfalls morgen Abend mit dem Bus von Busia aus nach Nairobi, Mombasa, Dar es Salaam und dann mit der Fähre nach Sanzibar. Geplante Anreisezeit sind vier Tage. Dann verbringe ich mit den meisten deutschen Freiwilligen und sogar den dänischen Freiwilligen Weihnachten und Sylvester auf Sanzibar! Zurück in Iganga bin ich wohl wieder Anfang Januar.

Ich wünsche jedenfalls allen ein wunderschönes Weihnachtsfest, genießt das gute Essen (!!!) und die Zeit mit der Familie. Des Weiteren wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Alles Liebe,

eure Kerstin

Malaria, Malaria, Malaria

Standard

BildThe last five days have been extraordinarily interesting for me – here’s what happened in Iganga:

From the 12th – 16th  December 2012 an organization called Water Reference Center in cooperation with Uganda Red Cross Iganga branch did a study on a common water purifier and its medical effects on malaria positive people in Luuka district in Iganga – and I was part of it!

The Belgium representative of the Water Reference Center Klaas and the Dutch book author Leo came on Wednesday morning from Kampala to the Red Cross office in Iganga. They gave us a short briefing on the program for the days and information about the water purifying chemicals we were going to use. Two vehicles were packed with water bottles, mosquito nets, technical equipment and a team of about 13 people, including a camera man, six Ugandan Red Cross volunteers, Enno and me, departed for Luuka district.

Having arrived in Luuka people were already waiting for us. Different stations including the registration, the malaria fast test point, the lab, the result interpretation point and the purified water distribution was set up and volunteers were assigned to their respective stations.

People – and I have to stress the point that we had everyone from a one month old baby to over 80 years old people turning up for malaria testing – were registered first and went for a malaria fast test afterwards. If the test showed positive they got tested again with a blood strip under the microscope. Tested negative or positive, people were given purified water which was prepared by Ronald, Enno and me. Thereby the amount of drops of water purifier varied by age and malaria status. After taking the purified water people were also given bottled water to take home as they had to drink a lot for the chemical to take action in the body. The next day the malaria positive cases were told to come back for another test and a present in form of a mosquito net. The immediate reactions after taking the purified water were worrying to me: People disliked the smell, taste and some children had to vomit. Unfortunately we had to tell people that these symptoms might carry on at home for the day.

The following days showed an unbelievable result: On average we tested and treated around 150 people per day. About 95% of the people tested malaria positive were tested malaria negative after only one day while the remaining 5% were tested malaria negative after taking another dose the day after. Among the 5 % who tested malaria positive again were children, whom we had given a too small dose of the purified water since we were worried about the vomiting.

I have got to say that I was skeptical about the water purifier and the whole project for the first two days. But I was thoroughly amazed to see little wonders happening. As this occurrence has moved me a lot, I want to write about a woman who was tested malaria positive, given the purified water and tested malaria negative the next day. When she turned up the first day, she could barely walk. Not having eaten anything for nearly three days, she struggled to swallow the water and immediately fainted. She was lying on the ground for over an hour unable to stand up and close to vomiting. I felt so sorry for her and was seriously worried about her condition. The next day another volunteer had to tell me that this is the woman who was lying on the ground yesterday, since I did not even recognize her! I was stunned! She came towards me and thanked me with a big smile on her face. She even stayed for another two hours talking to people and watching us. I could hardly believe how she had changed her condition over night – very impressive.

This water purifying chemicals seem to have the potential to make a great difference in malaria regions, since they are cheap and, according to the people who work with it since many years, are also curing and preventing other life-threatening diseases.

Rudolph the red-nosed reindeer

Standard
Rudolph the red-nosed reindeer

Heute im Programm: Kerstin’s Nikolaustag in Uganda

Angefangen hat mein 6. Dezember ganz locker um 9 Uhr. Da ich gestern Abend erst aus Kampala, wo ich wegen meiner Bauchschmerzen beim Arzt war, wiederkam und zudem immer noch unter den Strapazen des Zeltlagers und unter ein wenig Heimweh (Uganda ist für einen Schnee- und Winterliebhaber wie mich in diesen Wochen untragbar) leide, beschloss ich den Tag entspannt zu beginnen. Erst mal den Tess Gerritsen Krimi zu Ende lesen und danach schön Körnerbrot aus Kampala frühstücken.

Danach beschloss ich meine Bastelstunde mit den Straßenkindern vorzubereiten, bastelte Papierblumen und schrieb englische Weihnachtsliedertexte aus dem Internet raus.

Um 1 Uhr mittags ließ ich mich dann schließlich im Red Cross Office blicken, wo meine Weihnachtsmütze zur Fotosession mit Edith und Timothy einlud.

Edith und Ich

Um 4 Uhr gings weiter zu RASCM, wo wir angefangen haben weiße Blätter mit Wasserfarbe zu bemalen. Die meisten Kinder hatten das erste Mal in ihrem Leben einen Pinsel in der Hand und alle malten zum ersten Mal mit Wasserfarbe – zum Falten der Blumen kamen wir gar nicht mehr. Das machen wir dann nächsten Donnerstag.

Beim Malen haben wir Jingle Bells und Rudolp the red-nosed reindeer gesungen – Videos folgen!

So, zum Abschluss des Tages bin ich noch ins Sol Cafe und hab mich mit ein paar anderen dänischen Freiwilligen getroffen.

Jetzt sitze ich auf meiner Strohmatte, trinke Yogi Tee von Ennos Mutter und werde von Moskitos gestochen. Es ist heiß und ich kann mein Fenster nicht öffnen, da nachts Strom auf dem Metallgitter ist :) Und auch morgen erwarten mich wieder Temperaturen um die 30 Grad – wie schön doch ein wenig Schnee wäre!!!

Eine wunderschön weiß glitzernden Dezember wünscht euch eure Kerstin

Fotos vom Youth Camp (Zeltlager) und Nikolausfotos sind im Fotoalbum hochgeladen!

Mein Nikolaustag in Uganda

Mein Nikolaustag in Uganda

Ssese Inseln ahoi! Einmal Kalangala mit ordentlich Regenwald, Sandstrand darf auch mit drauf, eine Prise Sonne, ein paar Affen und zwei Hippies. Webale, Sebbo!

Standard

Freunde!

Schön ist es auf der Welt zu sein … :)

Eine grandiose Woche neigt sich dem Ende und ich MUSS euch davon berichten:

Letzten Samstag war Victoria, eine andere deutsche Freiwillige aus Busia, bei uns in Iganga zu Besuch und wir haben kurzerhand beschlossen am Montag auf die Ssese Inseln im Victoriasee zu fahren.

Weil das Leben allerdings nicht immer so einfach ist, wurden wir schon am Samstagabend mit einem Problem konfrontiert: Ebola. Jo, unglücklicherweise gab es einen weiteren Ebola Ausbruch und dieser – noch unvorteilhafter – nur 30km von Kampala entfernt. Kampala? Jo, da müssen wir auf der Fahrt zu den Ssese Inseln eben durch.  Am Sonntag kam dann das offizielle Nein vom Ugandischen Roten Kreuz für Reisen nach Kampala und somit für unseren Ssese Trip… Fail?!

Aber weil das Leben auch einige Überraschungen birgt, traf ich am Montag auf den Koordinator unseres Programms, der für das Evaluationsseminar der Dänen bei uns in Iganga war. Nach ein bisschen Betteln meinerseits und einer Belehrung zu den Gefahren Ebolas seinerseits einigten wir uns schließlich auf einen Kompromiss: Victoria und Ich dürfen gehen, aber nur wenn wir Kampala umfahren. Das bedeutet in der Praxis ein “Special hire”, ein Taxi, zu nehmen. Kostenpunkt: 35,000 Uganda Shilling, was schon ganz schön teuer ist, da uns dieses Taxi 32,000 Ush Mehrkosten bereitet… (guuut, 35,000 Ush sind ja eigentlich nur 12 Euro, aber aus dem Ugandakontext gesehen ist das wohl ne ganze Menge).

Nun sind wir jedenfalls Montags überglücklich los nach Mukono, wo wir eine Nacht bei einer anderen deutschen Freiwilligen geschlafen haben. Diese ist am folgenden Tag mit meinem Mitbewohner Enno und dem Rest der deutschen Freiwilligen zu einer viertägigen Besteigungswandertour auf den Mount Elgon (über 4000 Meter) aufgebrochen. Victoria und mein Ziel war es deren Budget von 260,000 Ush zu unterbieten, was wir wohl geschafft haben!

Von Mukono ging es früh morgens mit dem Special hire Taxi nach Entebbe zum Fährenableger. Leichter gesagt als getan. Dazu der Dialog mit dem Taxifahrer:

Ich: ” We are going to Kalangala by ferry. Can you take us to Entebbe ferry landing site in Nakiwogo?” Taxidriver: “Yes.”

In Entebbe angekommen frägt der Taxifahrer, ob wir wissen wo es hingeht. Nein? Eher weniger, deshalb hatte ich ja gefragt. Aaaber, is ja nich schlimm. Man kann ja Locals fragen. Pfeifendeckel… Der gemeine Entebbeansässige Ugander vermochte es nicht den Standort der Entebbe ferry landing site zu lokalisieren. WIE BITTE?!?!?!?!? Nun gut. Nachdem wir also fälschlicherweise auf den Militärflughafen gelotst wurden und dem Taxifahrer nach der vierten Autokontrolle Angst und Bange wurde, war es höchste Zeit die Fähre zu finden. Letztenendes war der Hafen genau dort, wo ich ihn von Anfang an vermutet hatte. Wenn die Ugander eines lernen müssen, dann ist es die Fähigkeit sich (und vorallem anderen!) eingestehen zu können, dass man etwas nicht kann oder weiß.

Egal, dieser kleine Ausflug in Alltagskulturunterschiede sei nun beendet… weiter im Kontext: Die Fähre schipperte uns für drei Euro in 3,5 Stunden friedlich über den Victoriasee auf die größte der Ssese Islands Bugala mit der Hauptstadt Kalangala des Distrikts Kalangala, der alle Ssese Inseln umfasst. Dort angekommen fanden wir einfach zum, von Exfreiwilligen empfohlenen und von uns vorfreudig erwarteten, Hornbill Camp.

Das Hornbill Camp! Geleitet von Tine und Dicker, ein deutsches Aussteigerpaar, das dem Bild eines Hippiepaar nicht näher kommen könnte (Einwurf Dicker: “Bin doch kein Hippie! Wenn, dann bin ick en Punker!”). Jo. Untergekommen sind wir in einer künstlerisch bemalten Holzhütte für fünf Euro pro Nacht, Moskitonetz inklusive, Latrinen und Duschen im Außenbereich ;) Das Hornbill Camp ist eine feine Sache und Tine und Dicker haben die besten Geschichten am Start. Nette Umstände waren z.B. einwöchige Katzenbabys, eine Meerkatzen-Affenfamilie (ebenfalls mit Nachwuchs), ein Sandstrand direkt vor der Hütte und deutsches Essen (das besser und billiger nicht hätte sein können. Kartoffelsalat, Kartoffelpüree, Kartoffelpuffer, Bratkartoffeln… Ach, hatte ich schon erwähnt dass Deutsche gerne Kartoffeln essen?)

Zur großen Enttäuschung allerdings war es auf den Ssese Inseln nicht typisch Uganda-heiß, sondern kalt! Und die Sonne hat sich auch rar gemacht! Tja, das hätten wir nicht erwartet. Aber warm genug, um Ende November im See schwimmen zu gehen war es natürlich trotzdem :)

Im Regenwald – Ich wünschte mein Papa wäre dabei gewesen. Dad, du hättest die Pflanzen, Vögel, Affen etc geliebt!

Mein persönliches Highlight waren unsere Wanderungen durch den Regenwald. Die erste war mit Dennis, einem Führer, mit dem wir uns, trotz seiner Kompetenzen, leider verliefen. Ich persönlich fand das eigentlich ganz lustig. Da ein Ugander eben nie zugibt, wenn er nicht mehr weiterweiß, sind wir natürlich auch weitergelaufen – ohne Weg einfach durch den dichtesten Dschungel. Und zwar genau solange, bis man auch nicht mehr sagen konnte, woher wir gekommen waren :) Jedenfalls irrten wir dann. Ganz okay könnte man denken – man befindet sich ja schließlich auf ner Insel, da kommt man wohl irgendwann wieder an Wasser. Joa, grundsätzlich stimmt das. Aaaaber, da gibts ja noch diese Safari Ants (Riesenameisen). Alle zehn Minuten kam von Dennis “Now run”, also “Jetzt rennen”, da wir eine Ameisenstraße überquerten. Auf einem Trampelpfad (trotz der Tatsache, dass es ein Trampelpfad im Dschungel ist) zu rennen ist wohl machbar. Im Dickicht zu rennen, wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man auf den Boden oder vor sich schaut, ist weniger machbar und führte unumgängig zu Kratzern, Stürzen, Ameisenbissen und jeder Menge Dreck, der auf der verschwitzten Haut hängen bleibt. Als wir nach drei Stunden wieder auf Sonnenlicht und Victoriasee trafen, konnte die gute Victoria vor lauter Jucken nicht anders als ins Camp zu rennen und in den See zu springen. Ich hingegen habe die Ameisenbisse und das Gewusel für weitere zehn Minuten ausgehalten und mich mit Dennis über die Situation der Victoriaseefischer unterhalten, worauf er mir noch ein typisches Fischerdorf zeigte.

Die nächste Strand und Regenwaldwanderung machten wir am folgenden Tage auf eigene Faust, begleitet von drei Hunden, die treu vor uns her rannten (und später unglücklicherweise eine unschuldige Kuh angriffen…) Am Strand entlang konnte man schön die Entwicklung der Insel sehen. Tourismus gibt es auf den Inseln sehr wenig. Die Ssese Inseln gehören zu den zehn besten geheimen Inseln der Welt. Doch laut Aussage von Tine und Dicker, die seit 18 Jahren auf der Insel leben und früher bis zu acht Stunden Boot vom Festland aus fahren mussten, hat der Tourismus seit es eine Fähre gibt stark zugenommen. Das führt leider dazu, dass Regenwald am Strand abgeholzt wird, um Ferienresorts (Unterkünfte, von Hotels kann man nicht sprechen) zu bauen. Ich fand es sehr schön auf einer Insel zu sein, auf der es keine Hotels, keine Städte (allein Kalangala, die “Hauptstadt” der Ssese Inseln, wird bei Weitem von meinem Heimatdorf Schönbrunn getoppt), keine ausgeschilderten Wanderwege, keine organisierten Touristenaktivitäten gibt. Auf unserem Strandspaziergang jedenfalls kamen wir an natürliche Strände mit Treibgut, Moor, Wasserpflanzen etc. Wir sahen Unterkünfte, die gerade im Bau waren und als wir den Berg aufstiegen auch Abholzung des Regenwalds. Aus dem Holz wurde dann in einem großen, bestimmt fünf Meter langen, Lehmofen Holzkohle hergestellt.

Sonnenuntergang

Ansonsten waren wir täglich schwimmen, haben Wetten abgeschlossen ob auf der Fähre (die einmal am Tag fährt) Muzungus ankommen, uns mit Tine und Dicker unterhalten und Karten gespielt.

War ein super schöner und entspannter Urlaub zu zweit für einen Traumpreis. Alles in Allem (inclusive Übernachtungen, Essen, Transport) ca. 80 Euro!!!

Nach neun Stunden Fahrt war ich am Samstag wieder in Iganga und habe mich gefreut unsere Katze wiederzusehen, die fünf Tage lang alleine überstanden hat.  Muss sie ja schließlich für Sanzibar trainieren, wenn wir ganze zwei Wochen weg sind.

So, und Fotos gibts natürlich auch: https://picasaweb.google.com/103542000442346006499/ImpressionenAusUganda?authuser=0&authkey=Gv1sRgCObPnMDLmMjtHQ&feat=directlink

English is ze key to ze world.

Standard

According to the so very true title of this blog entry and because it doesn’t harm all Non-English speakers to learn some, I decided to write today’s entry in English,

The last weekend and this week have been really tough – and great at the same time.

Let me go back as far as last Wednesday when I had fever and started panicking because of Malaria. Well, the next day the fever was gone and I felt as “quietschfidel” as ever. On Friday I went to Kampala, where I took a video out of the Matatu on the way for you to see some Ugandan traffic and life along the roads: Watch here!

In Kampala, Elisa picked me up, we went to have sandwiches (with dark bread, salad, cheese and ham) and to Nsambya crafts market. Wow, that market is crazy! I sooo much fell in love with all the clothes, jewellery, bags, wooden things and hence, spent far too much money :D (Which sounds sort of like a lie, cause everything is so cheap and I just bought masses ;) )

As you know young people and five girls meeting again after some weeks not having seen each other AND of course KAMPALA, we went out in the evening and didn’t come back until 5 in the morning with 4 people on a boda-boda-motorcycle ;)

 

On Saturday we visited Owino Market, Kampalas biggest market, for all sorts of things: Clothes, Food, Shoes etc. I (honestly, I also cant believe it) bought a Hugo Boss leather bag for 3 Euro…  :D Saturday evening was also used for partying, this time with another volunteer who joined us from far away Mbarara.

Sunday I and two other girls went to service in a small church around the corner with a majestic sound system and enthusiastic worshipers ;) Watch the video of the techno church here!

Monday I went to work with the four Kampala girls. They work in Dawn Center, a special day care center for children with disabilities. Was interesting to see their work and a small guy breakdancing his name! For 3 Euro I bought Vollkornbrot, Haarkur and Müsli in a shopping mall (which was full of Muzungus – white people) and on Monday evening the party started:

The German ambassador in Uganda had invited all Germans living in Uganda and everyone interested in German culture for a meetup to Centenary Park – mentioning the words free German snacks and free beer in the invitation! So, half of the German Red Cross volunteers and so many more from other organisations (and also loads of other older people working in Uganda) came and we had a truly great evening with free beer, Frikadellen and Wurst!

Anyhoo, the next day, departure to Iganga day, was one of the worst I had. Sorry to mention the fact, but I had diarrhea and fever going up to 40 degrees in the evening. Next day Malaria test was positive: Malaria ++

But Malaria is a funny thing. I thought that one would be absolutely shattered just lying in bed all day, shivering, sweating, fantasizing… Maybe the test was wrong, dont know, but already the next day, fever was gone and I felt alright. The only problems was feeling like vomiting, and that I suppose, came from the  - dramatic pause – 20 TABLETS I had to swallow a day!

Nevertheless, since last weekend was exhausting and this week was not the best either, I decided to have a quiet Sat and Sun. Maybe I go to church tomorrow.

For photo and even video coverage of my weekend and week, check my photo album :D

Morgenstund hat Chemie im Mund.

 

 

Mein neues Lieblingslied

Standard

Dieses Lied ist zwar nicht von einem Ugandischen, sondern einem Jamaikanischen Künstler, aber kommt hier auf jeder Party und ist richtig cool :)

Mit diesem Lied stimme ich mich schon mal auf fünf Tage Kampala ein! Kampala inklusive dem Friday Craftsmarket, dem Krankenhaus The Surgery, der Shoppingmall und dem (verspäteten) Stammtisch zum Tag der Deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft mit Freibier und typisch deutschen Snacks!

Missin Missin Missin Missin!

Startschuss für das Durchfallprojekt in Iganga

Standard

Auf der Feier zum Start des DRR – Diarrhea Risk Reduction Projekts waren viele wichtige Gäste aus Politik, der Gemeinde und des Roten Kreuzes eingeladen

Das Ugandische Rote Kreuz hat in Zusammenarbeit mit dem Belgischen Roten Kreuz in den letzten zwei Tagen den Start des DRR (Diarrhea Risk Reduction) Programms in zwei Regionen in Iganga, Bugiri und Luuka, gefeiert.

Dieses Projekt wird zwei Jahre lang in zwei Regionen in Iganga laufen und fokusiert die Reduktion von Durchfallerkrankungen durch den Bau von Wasserlöchern, das Errichten von Latrinen, den Einsatz von Handwascheinrichtungen und die Aufklärungsarbeit von Rotkreuzfreiwilligen.

Die Repräsentantin des Belgischen Roten Kreuz wies auf einen absolut erschreckende Zahl hin: Jedes Jahr sterben in Uganda 90.000 (!!!) Kinder unter fünf Jahren an den Folgen einer Durchfallerkrankung.

Jährlich 90.000 Kinder unter fünf Jahren! Diese Nummer könnte allein durch bessere Hygiene, also Händewaschen nach dem Gang zur Latrine, vor der Zubereitung von Essen und dem Wickeln von Babys, um einiges verringert werden.

Bugiri und Luuka wurden ausgesucht, da in diesen beiden Regionen, nach umfassender Analyse, die meisten Durchfalltode zu beklagen sind und die schlechtesten Bedingungen bestehen. Beide Regionen sind extrem arm und “rückständig” in dieser Beziehung. Im schlechtesten Fall haben die Familien keine Latrine, sondern gehen in den Busch, haben die Tiere frei im Compound oder im Haus laufen, waschen sich nicht die Hände, trinken Wasser das nicht abgekocht ist und bereiten auch damit ihr Essen zu. Gerade wenn Säuglinge Durchfall bekommen, hören Mütter das Stillen aus Angst vor Ansteckung auf, was das Dehydrieren des Kindes nach sich zieht und zum Tod führt.

Es wurde jeweils ein Ingenieur für den Bau der Brunnen eingestellt, zudem gibt es in beiden Regionen Rotkreuzfreiwillige, die (ähnlich wie Enno und Ich Malaria&Durchfall Vorträge machen) in den Gemeinden mit Familien über bessere Hygiene und sicheres Wasser sprechen. In Zusammenarbeit mit der Bevölkerung  nun in den nächsten zwei Jahren die Situation verbessert werden.

Ich bin gespannt!

Noch ein kurzes Heinz-Dieter-Update:

Dem Kleinen gehts sehr gut, er hat schon das Beschneiden und das erste Mal Malaria hinter sich :/ Heute ist er sechs Wochen alt.

Kayo Heinz-Dieter – im Kleid… ;-)