Hashima Island – Auf den Spuren von James Bond



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Obwohl noch niemand oder sehr, sehr wenige jemals selbst dort waren, kennt sie doch beinahe jeder. Vielleicht nicht namentlich, dafür aber ihre spektakuläre Kulisse. Die Rede ist von Hashima Island, einer kleinen zur japanischen Stadt Nagasaki gehörenden Insel im Ostchinesischen Meer. Der Grund für den hohen Bekanntheitsgrad dieser Insel heißt James Bond. Der wurde nämlich im jüngsten Film “Skyfall” von seinem Gegenspieler Raoul Silva dorthin entführt.

Zur Geschichte von Hashima Island:

Im Zuge der rasanten, rücksichtslosen Industrialisierung Japans wurden auf der Insel ab 1887 unterseeischer Kohleabbau betrieben. In den Folgejahren entstanden dann auch die charakteristischen, mehrstöckigen Wohnblöcke aus Stahlbeton. Auf dem Höhepunkt der Ausbeutung stellte Hashima einen traurigen Rekord auf. Mit zeitweise 5259 Einwohnern auf nur 6,3 ha Land verfügte die Insel über die höchste Bevölkerungsdichte der Welt. Jeder Arbeiter durfte ungefähr 9,9 m² Wohnfläche sein Eigen nennen. Die Stadtinsel konnte allerdings ein hervorragend ausgebautes Infrastruktursystem vorweisen, das sogar Platz für Tempel und Kräutergärten ließ. Die Energiereformen 1974 beendeten schließlich die Besiedelung Hashimas und die Bewohner verließen die Insel so schnell wie sie gekommen waren. Da da Gebiet zeitgleich zu einer strengen Sperrzone erklärt wurde, sind noch heute Hinterlassenschaften der Bewohner als Spuren des Lebens auf der Insel zu finden. Seit 2009 ist die Insel im Übrigen auch für Besucher geöffnet.

Der kanadische Fotograf Chris Luckhardt besitzt feine Antennen, wenn es um die Aufspürung außergewöhnlicher Orte geht. So erscheint es auch passend, dass ihm die Idee, Hashima zu erforschen und zu fotografieren, während einer beiläufigen Unterhaltung nach der erfolgreichen Erkundung des stillgelegten Six Flags Freizeitparks in New Orleans kam. Zuvor hatte er den Blog-Post eines japanischen Abenteurers und Fotografen gelesen, der einige Tage zuvor auf Hashima war.

Eines kam zum Anderen und nach 6-monatigem Mailverkehr, verabredete sich Chris mit dem japanischen Guide Ikumi zu einer 8-stündigen fotografischen Erkundungstour. Noch vor dem Sonnenaufgang kamen sie bei der Insel an, kletterten über die Uferdämme direkt zum berühmten Block 65 (zu sehen im oberen Bild). Über überwachsenen Müll und bröckligen Beton kletterten sie von Gebäude zu Gebäude vor, immer darauf bedacht, nicht von den patroullierenden Schiffen entdeckt zu werden.

Nach 8 Stunden und unendlich vielen Fotos war der Trip dann vorbei. Die hier gezeigten Bilder bilden einen Querschnitt durch Chris’ überwältigende Erfahrungen, die an eine Geisterstadt aus Beton erinnert, welche durch die Hinterlassenschaften der Bewohner stilles Zeugnis über die einst dicht besiedelte Insel ablegt.

Es lohnt sich wirklich, auch Chris’ übrige fotografische Expeditionen in verlassene Stätten rund um den Globus zu verfolgen. Mehr gibt’s hier:

Website: http://www.chrisluckhardt.com/
facebook: https://www.facebook.com/chrisluckhardtphotography
instagram: http://instagram.com/chrisluckhardt#
twitter: https://twitter.com/chrisluckhardt/

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all images © Chris Luckhardt

 

 

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