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Alkohol - Das berauschende Genuss- bzw. Suchtmittel

Seit Jahrtausenden sind alkoholische Getränke, Bestandteil im Alltag des Menschen. Sie dienen nicht nur als Durstlöscher, sondern wegen ihres hohen Kaloriengehalts, auch als Nahrungsmittel. Bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten wird Alkohol in Form von Wein, Bier oder Spirituosen konsumiert.


Alkohole wie z. B. Butanol (C 4 H 9OH), Methanol (CH 3 OH) oder Propanol (C 3 H 7 OH) sind Kohlenwasserstoffe, bei denen jeweils ein Wasserstoff (H) durch eine OH-Gruppe ersetzt worden ist. Das so genannte Ethanol (C 2 H 5OH), ist der vom Menschen konsumierte Alkohol. Diese brennende, farblose und brennend schmeckende Flüssigkeit entsteht durch die alkoholische Gärung von zuckerreichem Getreide, Obst oder auch Kartoffeln, mit Hilfe bestimmter Hefepilze.


In Deutschland zählt Alkoholismus zu den größten gesellschaftlichen Problemen und ist neben Nikotin, das am weitesten verbreitete Suchtmittel. Mehr als zehn Liter reinen Alkohols verbraucht jeder Deutsche pro Jahr. Während bei Jugendlichen Mixgetränke aus Spirituosen und Limonade (so genannte Alkopops) im Trend liegen, geht die Tendenz bei Erwachsenen vom Bier zum Wein. Schätzungen zufolge, liegt die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland bei 1, 5 Millionen. Durch Alkoholmissbrauch gefährdet sind 1,9 Millionen Menschen. Insgesamt wird Alkohol von 5,6 Millionen Deutschen auf riskante Weise konsumiert. Die Grenze, an der Genuss aufhört und die Sucht beginnt, ist schmal bzw. fließend. Denn schon wer jeden Tag einen Liter Bier trinkt, riskiert alkoholabhängig zu werden, oder alkoholbedingte Organschäden zu bekommen. Als Grenze für körperliche Folgeerscheinungen gelten 30 bis 40 Gramm reiner Alkohol (täglich) für Männer und 20 Gramm für Frauen. In Zusammenhang mit Alkohol sind jährlich 42.000 Todesfälle zu beklagen. Rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen und jede sechste Kündigung in Deutschland geschieht auf Grund von Alkoholmissbrauch. Hinzukommen Hunderte von Opfern im Straßenverkehr.


Wann beginnt die Abhängigkeit bzw. Sucht?

Da der Grad zwischen abhängig und nicht abhängig sehr schmal ist, gibt es keine eindeutige Grenze. Alkoholabhängigkeit entwickelt sich sehr langsam und wird vor allem im Anfangsstadium geleugnet. Sie tritt häufig dann auf, wenn ein langzeitig erhöhter Alkoholkonsum und die individuelle genetische Veranlagung zusammenwirken. Bei Alkoholabhängigkeit spielen folgende Punkte eine Rolle:


  1. Es wird viel und fast jeden Tag getrunken.

  2. Das Trinken hat eine bestimmte Funktion, die weder was mit Genuss noch mit Geselligkeit zu tun hat. Die Abhängigen sind der Meinung, ohne Alkohol nicht mehr gut funktionieren zu können und haben große Angst davor, ohne Alkohol leben zu müssen.


Die eigentliche Sucht ist deshalb die psychische Abhängigkeit, wobei es sich um ein sehr starkes, unwiderstehliches Verlangen nach Alkohol handelt. Das Überwinden der körperlichen Abhängigkeit (Entwöhnung) gelingt häufig schon nach kurzer Zeit, das Bewältigen der psychischen Abhängigkeit ist dagegen sehr viel schwieriger.

Von Alkoholabhängigkeit spricht man erst, wenn drei oder mehr folgender Faktoren vorliegen:

Zwang: Es wird ein starker Drang verspürt, Alkohol zu trinken.

Alkoholkonsum zu unpassenden Zeiten: Zum Beispiel am Arbeitplatz oder im Straßenverkehr.

Toleranzerhöhung: Es ist mehr Alkohol erforderlich, um die ursprünglich erreichte Wirkung hervorzurufen.

Kontrollverlust: Man ist nicht mehr in der Lage dazu, die Menge, den Anfang und das Ende des Alkoholkonsums vernünftig zu steuern.

Alkoholkonsum ohne Rücksicht auf soziale Auswirkungen: Obwohl Alkohol der Grund eines drohenden Verlustes des Arbeitsplatzes ist, oder Probleme in der Familie bestehen, wird weiter getrunken.

Entzugserscheinungen: Es treten körperliche Beschwerden auf, nach Absetzen oder Einschränkung des Alkoholkonsums.

Vernachlässigung: Andere Vergnügungen oder Interessen wird nicht mehr nachgegangen und auf Äußerlichkeiten kein wert gelegt.

Trotz Gesundheitsschäden anhaltender Alkoholkonsum: Obwohl ärztliche Untersuchungen eindeutig ergeben, dass gesundheitliche Schäden bestehen, wird der Alkoholkonsum fortgesetzt.


Unterscheidung der Trinktypen

In der Regel unterscheidet man zwischen verschieden Trinkgewohnheiten und Abhängigkeitsgraden:

Konflikttrinker (Alpha-Trinker)
Dieser benötigt nur in Konfliktsituationen größere Mengen Alkohol (Erleichterungstrinken) und ist psychisch abhängig.

Gelegenheitstrinker (Beta-Trinker)
Dieser trinkt nur zu speziellen Anlässen wie z.B. auf Festen oder im Urlaub, große Alkoholmengen. Damit ist er nicht abhängig, aber enorm gefährdet, alkoholabhängig zu werden. Zu dieser Gruppe gehören die meisten Menschen.

Süchtige Trinker (Gamma-Trinker)
Dieser kann die Menge seines Alkoholkonsums nicht mehr steuern. Zwar kann er für kurze Zeit auf Alkohol verzichten, gewöhnt sich zugleich aber auch an höhere Dosen, wodurch die psychische Abhängigkeit zunehmend in die körperliche übergeht.

Gewohnheitstrinker (Delta-Trinker, Spiegeltrinker)
Dieser trinkt regelmäßig und erlebt dabei keine Rauschzustände mehr. Da er körperlich vom Alkohol abhängig ist, kommt es schnell zu Entzugserscheinungen, wenn sein Blutalkoholspiegel sinkt.

Episodische Trinker (Epsilon-Trinker, Quartalsäufer)
Dieser konsumiert wie der Gelegenheitstrinker Alkohol zu besonderen Gelegenheiten oder Konfliktsituationen. Jedoch verfällt er dabei in mehrtägige Trinkexzesse mit einem großen Alkoholverbrauch. Trotz dass der episodische Trinker psychisch abhängig ist, kann er mehrere Wochen oder Monate abstinent bleiben.


Wie wirkt Alkohol?

Über die Schleimhaut des Verdauungstraktes gelangt der Alkohol ins Blut, wodurch er im gesamten Körper bis in die Körperwasser der Gewebe verteilt wird. Die höchste Blutalkoholkonzentration erreicht der Körper ca. 30 bis 60 Minuten nach der Alkoholaufnahme. Während der Hauptabbau über die Leber erfolgt, werden zwei bis fünf Prozent des Alkohols über die Atemluft, Urin und Schweiß ausgeschieden. Der Blutalkoholspiegel sinkt bei Männern pro Stunde im Durchschnitt um 0,15 Promille, bei Frauen um 0,13 Promille. So ist ein Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille im Körper erst nach drei bis vier Stunden wieder abgebaut.

Die Wirkung des Alkohols ist zunächst anregend und später betäubend. Ab ca. 0,2 Promille wird das persönliche Empfinden beeinflusst, was sich dann auf das eigene Verhalten auswirkt. Der Alkohol kann dabei helfen Hemmungen und Ängste abbauen und die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft fördern. Langsam lässt auch der Widerstand, weiteren Alkohol zu trinken, nach. Mit zunehmender Alkoholmenge ist eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit und verlangsamte Reaktionsgeschwindigkeit festzustellen. Steigt der Blutalkoholspiegel auf ca. ein Promille an, setzt der Rauschzustand ein. Die Gefühlslage reicht dann von heiter und sorglos bis depressiv. Immer schwieriger wird es, geradeaus zu gehen oder klar und deutlich zu sprechen. Man beginnt zu torkeln und zu lallen. Ab etwa zwei Promille Alkohol im Blut erreicht man das Betäubungsstadium, welches zu Orientierungslosigkeit und Gedächtnisstörungen führt. Bei sehr hohem Promillegehalt im Blut kann es sogar zum Koma, bis hin zum tödlichen Ende kommen.


Was passiert bei dauerhaftem Alkoholkonsum?

Übermäßiger Alkoholkonsum macht abhängig und schadet auf Dauer den Organen und der Seele, wodurch körperliche, psychische und soziale Folgen entstehen:


Körperliche Folgen
Bei einem regelmäßig erhöhten Konsum von Alkohol kommt es in fast allen Geweben zu Zellschädigungen, da der Alkohohl durch das Blut über den ganzen Körper verteilt wird. Zu den zahlreichen Organschäden gehört vor allem die Verfettung der Leber, welche sich auch entzünden kann. Des Weiteren entstehen Veränderungen der Bauchspeicheldrüse, des Herzens (Erweiterung des Herzmuskels), der Muskulatur (Muskelatrophie) sowie des zentralen und peripheren Nervensystems (Hirnatrophie, Polyneuropathie). Langfristiges, übermäßiges Trinken kann zudem das Entstehen von Krebs fördern (Mund- und Rachenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs und Brustkrebs).

Typisch beim abrupten Absetzen von Alkohol, ist das Auftreten von Entzugserscheinungen. Da der Körper so auf Alkohol „eingestellt“ ist, protestiert dieser, wenn ihm kein Alkohol mehr zugeführt wird. Aufgrund der Veränderungen des Nervensystems können diese Entzugssymptome bis hin zu zentralnervösen Krampfanfällen und zum Delirium tremens führen. Infolgedessen treten Orientierungsverluste und Bewusstseinsstörungen auf, welche nicht selten von Halluzinationen begleitet werden. Das Zittern der Hände, erhöhter Puls und Blutdruck, Unruhe sowie Angstzustände, sind vegetative Entzugserscheinungen.


Psychische Folgen
Psychische Folgen auf Grund eines länger andauernden Alkoholmissbrauchs, können sich zum Beispiel durch Angstzustände, Stimmungsschwankungen, Depressionen bis hin zur Suizidgefährdung äußern.


Soziale Folgen
Häufig zieht ein übermäßiger Alkoholkonsum auch tief greifende Veränderungen, des gesamten sozialen Umfeldes nach sich. Beispielsweise kommt es infolgedessen häufig zu sozialen Konflikten, Ehen oder Beziehungen brechen auseinander, Arbeitsplätze gehen verloren. Hiervon sind besonders die Kinder von Alkoholikern betroffen.


Auf Grund der schädlichen Folgen, ist es deshalb wichtig, nur maßvoll zu trinken. Für gesunde Erwachsene lautet die medizinische Richtlinie: Bei maximal fünf Tage die Woche sollten Frauen nicht mehr als ein Glas trinken und Männer nicht mehr als zwei Gläser. Deutlich unter diesen Werten, muss der Alkoholkonsum bei Jugendlichen liegen, da sich bei ihnen das Gehirn noch in der Entwicklung befindet und es durch Alkohol stark geschädigt werden kann.


Quelle:
Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Weitere Informationen über Alkohol:
www.alko-hohl.de
www.alkoholratgeber.de


Veröffentlicht: 09/2007, von Anika Saager






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