WER WIR SIND

Als wir 2002 die Ultras-Gruppe „Schickeria München“ gründeten, wollten wir die Kräfte bündeln: Alle die am Thema Ultra interessiert sind und vor allem die junge Generation vereinigt unter einem Namen! Ein großes Ziel war und ist es auch einen besseren Zusammenhalt aller Bayernanhänger, insbesondere der ultraorientierten, zu erreichen. Nicht die Interessen eines Einzelnen stehen im Vordergrund, sondern was zählt ist nur die Gruppe und die Südkurve, denn nur gemeinsam sind wir stark! Entstanden ist die Idee, in München eine „Übergruppierung“ zu gründen während der Rückrunde der Saison 01/02, zu einem Zeitpunkt als die vielen kleinen, am „Projekt T-Block“ beteiligten Gruppen mit dessen Entwicklung nicht so zufrieden waren, wie man es sich eigentlich erhofft hatte. Gleichzeitig gab es aber auch einige lustige gemeinsame Auswärtsfahrten, bei denen man merkte, wie viel Spaß man haben kann, wenn alle gemeinsam zusammen auftreten. Besonders nach dem Spiel in Stuttgart, als der gesamte ultraorientierte Münchner Haufen gemeinsam als „Gruppo Ultra“ auftrat, wurden die Stimmen, dass man die Kräfte doch bündeln und alle ultraorientierten Bayernfans unter einem Namen und einer Gruppe vereinigen könnte, immer lauter. Da diese Idee so gut wie überall auf große Begeisterung stieß kam es zu einigen Treffen in Laim und nach diesen Versammlungen war das Rezept dann fertig: Ein Haufen ausgeflippter junger Leute, zubereitet mit einer kleinen Prise Organisation und Struktur und fertig ist der Ultra-Spaß, der ganz nebenbei noch den Vorteil hat, dass man seine Interessen als große Gruppe wesentlich besser vertreten und gemeinsam an einem Strang ziehen kann. Sowohl der Name als auch das Logo sollen die Verbindung zur Stadt München verdeutlichen, schließlich soll jeder sehen: MÜNCHEN - DAS SIND WIR! Und um genau diese WIR, was viel zu lange gefehlt hat, geht es, weshalb im weiteren Text nimmer von den Ultras, oder der „Schickeria“ geredet wird, sondern von UNS & WIR.

Unsere eigentlich noch recht kurze Geschichte ist von vielen Höhen und Tiefen geprägt. Diese hatten und haben natürlich viele Auswirkungen auf unsere Entwicklung und wir sind mittlerweile um einige Erfahrungen reicher. Im Laufe der Jahre haben wir uns ein recht einzigartiges Profil entwickelt, auf das wir durchaus stolz sind. Die Kehrseite dieser Medaille ist allerdings, dass wir den Anspruch, alle Ultras in München zu vereinen, aufgeben mussten. Inzwischen existieren neben uns einige andere kleinere aktive Gruppen in der Südkurve, mit denen wir zusammen an dem gemeinsamen Ziel unsere Südkurve voranzubringen arbeiten.


„Ja mei wia kommst den du daher, a weng ausgflippt muasst scho sei, sonst lasst die da Gorilla an der Eingangsdia ned nei, in´d Schickeria“, so singt es die Spider Murphy Gang in ihrem Song, der für die Namensgebung unserer Gruppe nicht unerheblich war.

Gorillas haben wir zwar keine, aber ein bisschen ausgeflippt sollte man als Schickeria-Mitglied schon sein. Ausgeflippt in Sachen FC Bayern, ausgeflippt seine Liebe zum FC Bayern zu beweisen und den Verein zu unterstützen, ausgeflippt unsere Ziele unterstützen. Jeder der sich sagt „ja das bin ich“ ist bei uns herzlich willkommen. Ihr könnt euch IN einer starken Gruppe für die Ziele dieser Gruppe, also EURE Ziele stark machen! Die Strukturen innerhalb unserer Gruppe sollten aber geachtet werden, da es ohne ein gewisses Maß an Organisation halt leider doch nicht geht. Natürlich muss man nicht bereits in einem Fanclub dabei sein, um Mitglied zu werden. Zu Beginn des Jahres 2012 haben wir uns von unserem offenen Mitgliedersystem verabschiedet. Wir wollen trotzdem weiter wachsen und hoffen deswegen auch auf junge (und junggebliebene) Bayernfans, die sich mit unseren Zielen und uns identifizieren können und sich engagieren wollen. Der Weg in unsere Gruppe führt jetzt aber nicht mehr einfach nur zum Streetworkbus sondern über Engagement und Herzblut für die Südkurve. Wir wollen Euch kennen und Euer Engagement einschätzen können, bevor Ihr bei uns Mitglied werden könnt. Wir wollen wissen, ob Ihr unsere Ziele und Werte verstanden und verinnerlicht habt. Dafür solltet Ihr zusammen mit uns in der Kurve stehen und Euer bestes für unsere Farben geben. Dafür solltet Ihr den Kontakt zu uns suchen. Ein erster Schritt dahin ist das Projekt "Das Herz schlägt rot" (http://suedkurve.blogsport.de/ueber-uns/).


Als führende Gruppe wollen wir bei Auswärts- und besonders auch bei Heimspielen für bessere Stimmung sorgen. Wir wollen selbstbewusst auftreten, akzeptieren aber auch jeden anderen Bayernfan, egal ob „Normalo“, „Kutte“ oder sonst was. Wir hoffen aber auch diese Leute animieren zu können, zusammen mit uns, das Bild einer starken und lautstarken Kurve abzugeben. Schließlich sollen wir, die Fans des FC Bayern, nicht nur auf unseren Verein und unsere Mannschaft stolz sein können, sondern auch auf unsere Südkurve. Wir wollen im Stadion Aktionen durchführen die unsere Kurve auch optisch zu einer Attraktion machen. Mit Fahnen, Doppelhaltern etc. wollen wir unsere rot-weißen Farben präsentieren und für alle Welt sichtbar nach außen zeigen, für welche Farben unsere Herzen schlagen.

Auf der anderen Seite sieht man sich, wie wohl die meisten Ultras-Gruppen, einem Berg von Problemen gegenüber, die allerdings in München noch extremer zu sein scheinen als anderorts: Eine durch jahrelange Erfolge verwöhnte und satte Kurve, bei Auswärtsspielen eine riesige Anzahl an Erfolgsfans, die zwar so gut wie jeder Verein hat, aber keiner in so einem Ausmaß wie Bayern und die weder mit dem Verein noch mit der Stadt was am Hut haben, und eine Vereinsführung, die über Fans, die dem Stadtrivalen und Stadionmieter TSV 1859 mit ebenso großer Abneigung gegen überstehen wie der völligen Kommerzialisierung des Vereins, nicht sonderlich glücklich ist (Um es mal vorsichtig auszudrücken...).

Darüber hinaus ist und bleibt Bayern ein erzkonservativer Polizeistaat, in dem Jugendliche traditionell nicht viel zu melden haben und in dem die Entwicklung jeglicher Jugendkulturen durch führende Politiker und Polizei mit allen Mitteln bekämpft wird. Erschwerend kommt hinzu, dass München zwar mit Abstand die schönste Stadt Deutschland ist, allerdings gleichzeitig auch eine der wohlhabendsten und spießigsten. Ein nicht geringer Teil des öffentlichen Lebens wird bestimmt von Snobs, Neureichen, Schickimickis und solchen, die es gerne wären. Der Großteil der Stadtjugend gibt sein Geld lieber für teure Klamotten und in (Möchtegern-) Nobeldiscotheken aus anstatt eine eigene Identität zu entwickeln während die Jugendlichen, die gegen den Strom schwimmen, eine eher geringe Anzahl darstellen. Die von Politikern und Polizei viel gepriesene “Sicherheit”, mit der sie ihre Law-and-order-Politik und jedes noch so sinnlose Verbot rechtfertigen, steht über allem und ist unantastbar. Nicht zuletzt dadurch, dass der Durchschnittsbürger in seiner grenzenlosen Angst um die eigene Sicherheit (heraufbeschworen durch irgendwelche Schreckensszenarien, die ihm von der Politik vorgegaukelt werden) diese Politik auch noch unterstützt. Somit ist es für jede Art von Subkultur in München sicherlich wesentlich schwerer zu existieren als anderswo. Ob es uns gelingen wird, Ultra’ als lebendige Jugendkultur zu erhalten wird die Zukunft zeigen, einfach wird es sicherlich nicht!

LEBE ULTRA’ UM MÜNCHEN ZU LIEBEN!