Wirtschaft
05.04.2013 13:35 Artikel drucken

LVH: "Qualität kann nicht als Wahn bezeichnet werden"

lvh

"Im Jahr gibt es nur zwei bis drei Problemfälle"
Foto: lvh

Bozen – „Bauphysikalische falsche und nicht nachgewiesene Aussagen von Konrad Fischer“ empören den Landesverband der Handwerker, wie in einer Aussendung erklärt wird. Das heute erschienene Interview mit der Südtiroler Tageszeitung zur Wärmedämmung in Südtirol verunsichere die Bürger aufgrund von „komplett falschen Informationen“, so der LVH.
 
Eine simpler Vergleich erklärt es wohl am besten: Würden Sie im Winter lediglich mit T-Shirt und kurzer Hose bekleidet aus dem Haus gehen? Wahrscheinlich nicht, da man gut eingepackt besser gegen die tiefen Temperaturen geschützt ist. „Genau dasselbe gilt auch für Gebäude“, erklärt Klimahausexperte und Ingenieur Ruben Erlacher, „wenn ein Haus gedämmt wird, erhält es sozusagen eine Schutzhülle, sodass insgesamt sowohl im Sommer als auch im Winter weniger Energie verbraucht werden muss, da die Kälte bzw. Wärme nicht in das Gebäudeinnere dringen kann.“ Auch die Behauptung über die Schimmelbildung im Interview sei schlichtweg falsch. In Südtirol werden laufend seröse Monitorings durchgeführt, um das System ständig zu verbessern. Schimmel gibt es bei korrekter Anwendung der Vorgaben schon lange nicht mehr. Belegt werden können die Erfolge der Wärmedämmung und Sanierung durch einen Erfahrungswert der KlimaHaus Agentur in den letzten Jahren: Von ca. 1500 zertifizierten Gebäuden im Jahr gebe es nur ca. zwei bis drei Problemfälle.

„Es ist beschämend, mit welchen unhaltbaren Behauptungen falsche Informationen an die Endverbraucher gehen und damit nicht nur die Qualität des Wohnens, sondern auch die Qualität der Arbeit unserer Handwerksbetriebe angeprangert wird“, betont LVH-Präsident Gert Lanz. „In anderen Ländern wird vielleicht viel Pfuscharbeit geleistet, nicht aber in Südtirol“, so Lanz.

Was diverse Studien über den Energieverbrauch betrifft, sollten noch folgende Details bekannt gemacht werden: Aussagen, dass energetische Sanierungen eine jährliche Energiekostensteigerung von 1,1 Prozent oder mehr mit sich bringen, sind absurd, da die Ölpreise im Vergleich in den letzten Jahren viel stärker angestiegen sind. Außerdem werden in den Studien oft Kosten berücksichtigt, die mit der energetischen Sanierung nichts zu tun haben, sondern beim Bau ohnehin anfallen.
 
Reaktionen von Südtiroler Klimahausbesitzern

Der Landesverband der Handwerker hat sich bei einigen Personen umgehört, die in Klimahäusern bzw. sanierten Wohnungen leben. „Wir wohnen in einem Klimahaus A Gold in Ritten/Klobenstein und mussten den ganzen Winter über nicht ein einziges Mal die Heizung aktivieren“, erzählt Cornelia Schielein. „Das Haus bleibt alleine durch die Sonneneinstrahlung über die Gläser warm und ist perfekt gedämmt, sodass in den Wohnräumen stets eine Temperatur zwischen 21 und 24 Grad, ideale Luftfeuchtigkeit und ein hervorragendes Raumklima vorherrschen“, so Schielein.

Auf den sehr geringen Energieverbrauch von ca. 2.700 Kilowatt Strom für die Wärmepuppe für die Wasseraufbereitung und Heizung verweist auch Friedl Gantioler aus Klausen, der sein Wohnhaus der Klimahausklasse A Plus ausschließlich mit Geothermie und Wasseraufbereitung heizt. Gantioler unterstreicht jedoch, dass eine fachgerechte Isolierung nur von einem spezialisierten Unternehmen gewährleistet werden kann, um „Pfuschereien“ zu vermeiden.

Walter Kerer aus Klausen ließ sein Haus 2011 sanieren und heizt seitdem mit Pellets. „Seit unserer Sanierung hat sich das Wohn- und Wohlgefühl in unseren vier Wänden drastisch verbessert. Ein schöner ökonomischer Nebeneffekt ist, dass wir nun nur noch die Hälfte an Energie im Vergleich zu vorher benötigen“, so Kerer.

Der Landesverband der Handwerker lädt alle Interessierten, auch Herrn Fischer ein, sich selbst ein Bild von den Energie- und Kosteneinsparungen, aber auch vom angenehmen Raum- und Wohnklima in isolierten Gebäuden zu machen. Terminanfragen werden gerne im LVH entgegen genommen.

Von: mk

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