DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Town Of Saints in Bonn (Kult 41)

Interpret:
Town Of Saints

Datum:
14.05.2014

Lokation:
Kult 41

Weiterführende Links:

Autor:
Freda Ressel
Bonn, 15.05.2014

BERICHTE

Konzertbericht - Town Of Saints in Bonn (Kult 41)

Town Of Saints in Bonn (Kult 41)

Bereits seit einiger Zeit stehen die Jungs von Couchrocker Concerts für geschmackvolle Konzerte jeder Couleur in Bonn, und heute haben sie zu einem eher akustischen Abend im Kult 41 geladen.

Die Vorband johnhubertus aus Bonn und Dortmund überzeugt mit einem Sound zwischen Mumford & Sons und Chuck Ragan; mit zwei- bis dreistimmigen Gesang, zwei Gitarren, einem minimalistischen Stehschlagzeug und Quetschkommode spielen sie Songs, die eher nach Scheunentanz als dem Ruhrpott klingen. 

Eine schöne Einstimmung für die holländisch-finnischen Town of Saints, die ebenfalls als Trio auftreten. Die Band hat neben den Songs ihres kürzlich erschienenen Albums „Something to Fight with“ auch alte Songs dabei und spielen ein ausgewogenes Set.

Sänger Harmen Ridderbos spielt nicht nur kraftvoll bis zum Saitenriss Gitarre, sondern begeistert ebenso durch seine schelmisch-unverkrampfte Art, Geschichten zu erzählen. Wie zum Beispiel die von der Gitarre von Couchrocker Mike Ruepping’s Mitbewohner, die vernachlässigt in der Wohnung stand, um als Playstation-Controller benutzt zu werden, und die er in mühevoller Arbeit nicht nur wieder in Schuss gebracht, sondern auch gleich mit auf die Bühne genommen hat. Ob er sie ihm letztlich abkaufen konnte ist nicht bekannt, aber Harmen fragte im Laufe des Sets immer wieder nach, ob schon eine SMS des Besitzers gekommen sei.

Begleitet wird er von der anmutigen Violinistin Heta Salkolahti, deren folkiger Stil irgendwo zwischen Louisiana und Dublin den Indie-Songs der Band eine einzigartige Note gibt. Ihre zarte Stimme harmoniert ebenfalls hervorragend mit der von Ridderbos, und trotz ihrer schüchterneren Art hat sie eine erstaunliche Bühnenpräsenz. Komplettiert wird das Ganze von Schlagzeuger Sietse Ros, der mit  folkig-perkussivem Spiel glänzt, aber auch vor gelegentlichen Ausbrüchen nicht zurückschreckt.

Am besten harmonieren sie aber im letzten Drittel des Konzerts, als sie von der hohen Bühne des Kult 41 in den Publikumsraum klettern, um unverstärkt mit reduziertem Schlagzeug einige Songs in Straßenmusiker-Manier zum Besten zu geben. Dabei koordinieren sie sogar einen dreistimmigen Publikumschor, bringen die Menge zum Tanzen und bekommen immer größeren Jubel nach den Songs. So wundert es nicht, dass sie vehement um Zugabe angebettelt werden, und dass letztlich alle mit zufriedenen Gesichtern die Location verlassen.

Dieser Abend hat mal wieder gezeigt, dass das oft verspottete Bonn zumindest im kleineren Rahmen durchaus in der Lage ist, richtig tolle Konzerte zu bieten.   

Video: Town Of Saints – „Stand Up“


Prunkstücke

 
 
 

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