Geschichte der Cottbuser Feuerwehr: 1933 - 1945
Feuerwehrzeitung
FeuerlöschpolizeiAbzeichen der Feuerlöschpolizei Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wurden Vereine und viele Einrichtungen gleichgeschaltet. Davon waren auch die Feuerwehren betroffen. Das preußische "Gesetz über das Feuerlöschwesen" vom 15. Dezember 1933 unterstellte die Berufsfeuerwehren, freiwilligen Feuerwehren und Pflicht-
feuerwehren der Ortspolizeiverwaltung und den Polizeiaufsichts- behörden. Die Feuerwehren wurden in Feuerlöschpolizei umbenannt und die Dienstgrade denen der Polizei angepasst.
Obwohl das Gesetz die Bezeichnung 'Feuerlöschpolizei" nicht verwendete, etablierte sie sich als neue Bezeichnung für die Feuerwehren. In Ergänzung zum preußischen Gesetz über das Feuerlöschwesen erließ das RMdI am 12. Januar 1936 einen Erlass, der die nichtpreußischen Länder aufforderte, sich der preußischen Neuordnung des Feuerlöschwesens anzuschließen und auch die Feuerwehren ihres Zuständigkeitsbereiches den örtlichen Polizeibehörden zu unterstellen.
Rüstwagen 1933 Im Jahr 1934 traten folgende Neuregelungen für die Feuerwehr Cottbus in Kraft. Kameraden welche das 60. Lebensjahr erreicht haben, gehören fortan zur Reserve I und haben die Pflicht, die Ausbildung der Reserve II (Hilfsfeuerwehr) zu übernehmen. Die Kameraden haben den Auftrag den alten, guten Geist der Wehr auf die Auszubildenden zu übertragen, damit sie der Allgemeinheit in Feuers- und Wassersnot den nötigen Beistand leisten können. Im Juni 1934 wurde in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr der Übergang vom Verein zur Körperschaft des öffentlichen Rechtes beschlossen. Bevor die Abstimmung über die Auflösung der Wehr vorgenommen wurde, wurde einstimmig beschlossen, der Stadt Cottbus 100 Feuerwehr - Stahlhelme zu spenden.
Die Auflösung der alten Wehr wurde einstimmig beschlossen und die Kameraden Luckner und Schmalbruch wurden zu Liquidatoren bestellt. Es erfolgte die Gründung der neuen Wehr und ohne Ausnahme trat die Versammlung dieser bei. Bezüglich des Mitgliederbeitrages wurde einstimmig beschlossen, für die aktive Wehr und die Reserve 2 Mark Jahresbeitrag und für die fördernden Mitglieder einen Jahresbeitrag von 12 Mark zu erheben. Die neuen Satzungen der Wehr, die vom Regierungs- präsidenten genehmigt waren, wurden verlesen und einstimmig angenommen. Das Vermögen der alten Wehr sowie das Inventar gingen in den Besitz der neuen Wehr über. Die Freiwillige Feuerwehr Cottbus war nun nicht mehr ein Verein, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Feuerlöschpolizei
Nachdem 1937 daran gedacht worden war, die Freiwilligen Feuerwehren als "Feuerwehrstürme" in die SA zu übernehmen, wurden sie am 23. November 1938 mit dem für das gesamte Reich gültigen "Gesetz über das Feuerlöschwesen" als technische Polizeitruppe der Zuständigkeit des Reichsministers des Innern unterstellt.
Damit unterstanden sie der Befehlsgewalt des Reichsführers der SS und des Chefs der deutschen Polizei. Für die Berufsfeuerwehren galt ab sofort die Bezeichnung "Feuerschutzpolizei" (FSchP), die freiwilligen Feuerwehren erhielten den Status einer Hilfstruppe der Ordnungspolizei. Äußerlich sichtbares Zeichen des politischen Wandels war der Wechsel der Farhrzeuganstriche von Feuerwehrrot auf das Tannengrün der Polizei. Damit hatte das national- sozialistische Regime die Feuerwehren endgültig in seinen Macht- und Ordnungsapparat einverleibt.
Die alten Werte der Feuerwehren - Kameradschaft und Hilfsbereitschaft - mussten sich jetzt den politischen Zielen Hitlers unterordnen.

1935 - Übung vor der Wache Ewald-Haase-Straße

Parade
Parade im Jahr 1937
Gesetz über das Feuerlöschwesen
Die kriegsvorbereitenden Zielsetzungen, die das RMdI mit dieser Neuordnung des Feuerlöschwesens verband, brachte die Präambel des Gesetzes (siehe oben) zum Ausdruck. Darin heißt es: "die wachsende Bedeutung des Feuerlöschwesens vor allem für den Luftschutz erfordert, dass schon eine friedensmäßige Organisation herauf abgestellt wird. Hierzu ist nötig die Schaffung einer straff organisierten, vom Führungsprinzip geleiteten, reichseinheitlich gestalteten, von geschulten Kräften geführte Polizeitruppe (Hilfspolizeitruppe) unter staatlicher Aufsicht".

einheitliche Uniform Der Reichs- und Preußische Innenminister hat eine einheitliche Bekleidungsordnung für die anerkannten Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren im ganzen Reich erlassen. Die vorhandenen Uniformen und Aus- rüstungsgegenstände dürfen aufgetragen werden, nur die Abzeichen sind unverzüglich zu ändern. Die Feuerwehruniform besteht aus einer Rockbluse in dunkel- blauen Tuch mit blanken weißen Knöpfen und roten Vorstößen und aus einer langen schwarzen Tuchhose mit roter Biese. Der Kragenspiegel ist bei den Berufs- feuerwehren aus schwarzem, bei den Freiwilligen aus rotem Samt. Um bei Arbeiten von längerer Dauer auf großen Brand - oder Unfallstellen eine leichte und praktische Mütze an Stelle des Helmes zur Verfügung zu haben, wird das Tragen einer Arbeitsmütze nach Art der bei der Luftwaffe eingeführten Fliegermütze zugelassen. Die Mütze ist aus schwarzem Tuch gefertigt und trägt auf der rechten Seite das Hoheitszeichen. Die für die preußischen Feuerwehren erlassenen Uniform- vorschriften sind durch die Reichsregelung überholt. Für die nicht anerkannten Feuerwehren und für die Pflichtfeuerwehren gelten bis auf weiteres die bisherigen Vorschriften.
06. Mai 1936
Feuerlöschpolizei
Cottbuser Feuerlöschpolizei im Jahr 1940
Feuerlöschpolizei
Quellenangaben: Chronik der Feuerwehr Cottbus, Stadtarchiv Cottbus
Fotomaterial: Fotoalbum von Peter Klar, Stadtarchiv Cottbus, Festschriften, Chronik der Feuerwehr Cottbus


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