Papier als fotografischer Bildspeicher

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Sowohl bei den frühen fotografischen Verfahren von Wedgewood und Niepce (18. Jahrhundert und Anfang des 19. Jahrhunderts; Positiv-Verfahren), als auch bei den bereits weiter entwickelten Negativ-Verfahren (Archers und Le Grays Kollodium-Nassplatte, 1850/51; Maddox' Gelatine-Trockenplatte, 1871) wurden beschichtete Glas- bzw. Kupferplatten verwendet.

William Henry Fox Talbot verwendete dagegen bei seinen Experimenten zur Entwicklung eines Negativ-Verfahrens mit Chlor getränktes Papier (um 1835); die Talbotypie-Originale erwiesen sich jedoch als vergleichsweise unscharf.

Auch bei dem Steinheil-Verfahren (Carl August von Steinheil, 1839) wurden die Negative auf Chlorsilberpapier festgehalten; um ein Positiv zu erhalten, nahm Steinheil sie mit seiner Kamera einfach nochmals auf.

Blanquard-Evrard verbesserte um 1850 das Albumin-Verfahren und ersetzte die Glasplatte durch Papier; dieses Kopiermaterial war das erste industriell gefertigte Kopierpapier und wurde bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet. Eastmans »Stripping Film«

Auch George Eastman (* Waterville [N. Y.] 1854, † [N. Y.] 1932), der in Rochester (N. Y.) 1880 ein Unternehmen zur Herstellung von fotografischen Trockenplatten gründete, experimentierte bei seinen Versuchen zur Industrialisierung der Fotografie um 1848 zunächst mit Papier, was sich jedoch als zu körnig erwies. Daher beschichtete er das Papier mit einer Gelatineschicht, die nach der Belichtung abgezogen werden konnte.

Eastman beantragte am 8. August 1884 ein Patent auf den (Papier-) Rollfilm, das Patent wurde erteilt am 5. Mai 1885. Mit dieser Erfindung begann das Zeitalter des Rollfilms, der auch die Voraussetzung für die Amateurkamera war, die Eastman 1888 als Kodak Nr. 1 vorstellte.

Dieser »Stripping Film« konnte aufgerollt werden, es handelt sich dabei also um den ersten Rollfilm auf Papierbasis; gemeinsam mit George Walker entwickelte Eastman einen Rollenhalter für den Film, der die Grundlage für die Kodak Nr. 1 bildete.


Papier als Träger erwies sich jedoch in der Weiterverarbeitung als nicht besonders praktisch, daher ersetzte Eastman das Trägermaterial 1888 durch das Celluluid: Der fotografische Speicher wurde damit zum Film im heutigen Verständnis. Papierbilder

Siehe Papierabzug.