Ebola-Helfer in Sierra Leone | Bildquelle: AP

Rasante Ausbreitung in Westafrika WHO fürchtet 20.000 Ebola-Fälle

Stand: 28.08.2014 14:48 Uhr

Die Ebola-Epidemie in Afrika breitet sich immer schneller aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet, dass die Zahl der Erkrankten in Westafrika auf mehr als 20.000 steigen könnte. Das geht aus einem Notfallplan hervor, den die WHO in Genf vorstellte.

Nach Angaben Organisation infizierten sich seit Jahresbeginn 3062 Menschen in Sierra Leone, Liberia, Guinea und Nigeria mit dem Virus, 1552 der Betroffenen starben. Tatsächlich könne die Zahl zwei bis vier Mal so hoch liegen, warnte die WHO. Mehr als 40 Prozent der Neu-Erkrankungen gab es demnach in den vergangenen drei Wochen. Nicht enthalten in den Zahlen sind Fälle in der Demokratischen Republik Kongo. Dort handelt es sich um eine andere Ebola-Variante als in Westafrika.

Ebola-Epidemie: Krankenpflegerinnen in Monrovia/Liberia bringen einen erkrankten Mann ins Krankenhaus. | Bildquelle: AFP
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Krankenpflegerinnen in Monrovia (Liberia) bringen einen erkrankten Mann ins Krankenhaus.

Die Bekämpfung der Epidemie wird nach WHO-Schätzungen im kommenden halben Jahr mehr als 370 Millionen Euro kosten. Ziel des Notfallplans ist es, dass die Infektionszahlen in den besonders betroffenen Gebieten binnen drei Monaten nicht mehr steigen. Zudem müsse die Übertragung des Erregers in Haupt- und Hafenstädten gestoppt werden. Doch selbst bei vollständiger Umsetzung des Notfallplans sei ein Ende der Epidemie erst in sechs bis neun Monaten zu erwarten.

Die Sterblichkeit in Westafrika liegt laut WHO im Mittel bei 52 Prozent. Sie reicht von 42 Prozent in Sierra Leone bis zu 66 Prozent in Guinea. Den Statistiken zufolge forderte die derzeitige Epidemie bislang ähnliche viele Opfer wie alle früheren Ebola-Ausbrüche zusammen.

Arzt in Nigeria gestorben

In Nigeria bestätigte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu das erste Ebola-Todesopfer außerhalb der Metropole Lagos. Der Arzt war bereits vor einer Woche in der Stadt Port Harcourt gestorben. "Wir haben den Fall gründlich untersucht und die Laboranalyse zeigt, dass der Arzt an der Ebola-Viruserkrankung starb", sagte der Minister. Der Arzt hatte Ebola-Infizierte behandelt.

WHO warnt vor weiterer Ausbreitung der Ebola-Epidemie
tagesschau 17:00 Uhr, 28.08.2014, Daniel Hechler, ARD Genf

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