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Wegen Gesundheitsbedenken Hamburg stoppt W-Lan an Schulen

Nach nur einem halben Jahr hat die Hamburger Schulbehörde ein Projekt vorläufig gestoppt, mit dem Laptops und Tablets im Unterricht eingeführt werden sollten. Begründung: Es bestehen Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der dafür benötigten W-Lanverbindung.

© AFP Vergrößern Hamburger Schulbehörde: Tabletnutzung mit W-Lan-Verbindung schädlich?

Die Hamburger Schulbehörde hat ein Projekt zur Einführung von Laptops und Tablets an sechs Hamburger Schulen wegen gesundheitlicher Bedenken abgebrochen. Das berichtete der shz-Zeitungsverbund am Montag auf seiner Internetseite. Zur Begründung hieß es, dass Fragen wegen möglicher Strahlenbelastung durch die hierfür benötigten W-Lan-Verbindungen nicht völlig geklärt seien. Auch werde jetzt geprüft, ob „datenschutzrechtliche oder andere juristische Probleme“ bei der Internetnutzung bestünden.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte das auf zwei Jahre angelegte Projekt, mit dem an drei Gymnasien und drei Stadtteilschulen Kreidetafeln, Stifte und Schulhefte abgeschafft werden sollten, erst im Mai dieses Jahres vorgestellt. Insgesamt 1300 Schüler sollten daran teilnehmen. Vor allem der parteilose Bürgerschaftsabgeordnete Walter Scheuerl hatte daran mit mehreren Gutachten Kritik geübt und zwei Kleine Anfragen zur Sicherheit und Unbedenklichkeit der drahtlosen Datenübertragung gestellt.

Von Kopfschmerzen bis Spermienschädigung

Er berief sich dabei unter anderem auf einen offenen Brief von 20 im „Ärztearbeitskreis Digitale Medien Stuttgart“ organisierten Medizinern, die die „unkritische Übernahme eines Fortschritts-Hypes“ bemängelten und anmahnten, Bedenken zur Nutzung digitaler Medien in den Schulen stärker zu berücksichtigen.

Volksentscheid zur Schulreform © dpa Vergrößern Walter Scheuerl engagierte sich in Hamburg schon gegen die sechsjährige Primarschule; jetzt zieht er gegen die W-Lannutzung zu Felde (Aufnahme aus dem Jahr 2010).

„Die Korrelation des Anstiegs von Überforderung, Kopfschmerzen, ADHS und psychischen Erkrankungen mit der wachsenden Nutzung der digitalen Medien ist besorgniserregend“, sagte beispielsweise der Ulmer Psychiater und Gehirnforscher Manfred Spitzer. Daneben könne die Belastung nachweislich auch zu Spermienschädigungen und sogar DNA-Strangbrüchen führen, also das Erbgut verändern.

Mehr zum Thema

Auch eine Sprecherin des Bundes für Umwelt- und Naturschutz sagte, es gebe neutrale Studien, die die Schädlichkeit der W-Lan-Nutzung belegten; insbesondere die gebündelte und „körpernahe“ Nutzung durch Dutzende Schüler sei bedenklich. Wie lange die Klärung der offenen Fragen voraussichtlich dauern werde, gab die Schulbehörde bisher nicht bekannt.

Quelle: FAZ.NET

 
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