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St.Maria > Kirche   

Allgemeine Beschreibung der Kirche

Die katholische Kirche „St. Maria Friedens-königin" zu Cottbus wurde in den Jahren 1932 bis 1934 erbaut und von 1976 bis 1982 nach Entwürfen des Bildhauers Friedrich Press und des Architekten Wolfram Starke umgestaltet. Der Umbau wurde an den Feierabenden von Männern der Gemeinde ohne Beteiligung einer Baufirma ausgeführt.

Wenn Sie den Vorraum betreten, begegnet Ihnen unter der Empore eine gegliederte Trennwand, deren Zeichen nur andeuten wollen: Die „Stadt Gottes" als heile und erlöste Welt ist es noch nicht, nur andeuten wollen:

Die „Stadt Gottes" als heile und erlöste Welt ist es noch nicht, denn „kein Auge hat es geschaut und kein Ohr gehört, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben". So erscheint die „Stadt Gottes" verborgen und verschlüsselt hinter den oft so harten geometrischen Linien moderner Wohnstädte. Beherrscht wird die Wand vom Christuszeichen, dem Zeichen des Heils - verunklärt von unseren Sünden und Grenzen.

Treten Sie in das Kirchenschiff, so werden Sie erkennen, dass es früher eine Längskirche beherbergte.

Gründe für den Umbau waren nicht zuerst liturgische, sondern vor allem sachliche - aus der Not geboren. Denn die große Mariengemeinde besaß keine geeigneten

Räume für die Glaubensunterweisung und für die zahlreichen Gruppen- versammlungen. Für den Neubau eines Gemeindehauses im Garten der Kirche gab es keine städtebauliche Bestätigung.
Deshalb musste ein Weg gefunden werden, die notwendigen Seelsorgeräume unter dem vorhandenen Kirchendach unterzubringen.

Das erschien uns während der jahrelangen Planungsphase durchaus als Notlösung, stellte sich aber bald als die bessere Möglichkeit heraus.
Durch das Einziehen von zwei Wänden - wie die Decke mit Holz verkleidet - wurden die Apsis, sowie die Empore mit beiden Türmen vom Kirchenschiff abgetrennt.

Viel Raum war damit gewonnen. Und die Voraussetzung für den Ausbau von Seelsorgeräumen war geschaffen: Im Empore-Turm-Bereich befinden sich jetzt in fünf Geschossen sechs Räume (mit insgesamt 220 m²), darüber hinaus eine kleine Küche,

Garderobe, Treppenhaus und Sanitär- einrichtungen; nicht zuletzt im Erdgeschoss die Beichtzellen. Im Bereich der ehemaligen Apsis und der Sakristeien wurden die Werktagskapelle als Mehrzweckraum (mit ca. 90 m²) und darüber die Marienkapelle (mit ca. 30 m²) gewonnen. Das sind über 340 m² Fläche; doch die Gestalt des Kirchenschiffes war durch die Abtrennung dieser notwendigen Gemeinderäume festgelegt.

Dabei war die wichtigste Forderung an den Architekten, im verbleibenden Kirchenraum keine Sitzplätze zu verlieren. Durch die Halbrundordnung ist diese Forderung erfüllt worden.

Im Kirchenschiff bietet sich ein ungewohntes Bild. Der ganze Raum wird von einer Dornenkrone aus rot gebeiztem Holz umfasst. Sie prägt der feiernden Gemeinde - und noch schmerzlicher dem einzelnen Beter - ins Bewusstsein, dass der Christ Vieles auf sich nehmen muss. Rot aber war für die ersten Christen das Symbol der Verklärung und der Auferstehung. Die Dornenkrone umfasst Gemeinde und Altar in gleicher Weise; dadurch ist der Altar ganz in die Gemeinde eingebunden. „Inmitten des Altarraumes" feiern Christen Gottesdienst, (so schreibt um das Jahr 100 der Apostelschüler, Bischof lgnatius von Antiochien, über die urchristliche Eucharistiefeier), „bei uns ist es nicht so wie bei den Heiden‘, wenn sie in ihrem Tempel Opfer darbringen, denn bei ihnen schaut das Volk nur „betend und wartend" zu.

Diese Grundgedanken sind freilich ungewohnt; und so war es zu erwarten, dass viele dieser Raumgestalt und besonders der Krone widersprechen, noch dazu, weil die Krone nur aus einfachen Brettern zusammengenagelt ist. Viele Christen erwarten in einer Kirche wertvolleres Material, allerdings ohne

zu fragen wo es herkommt. Auch für die Krone gab es anspruchsvollere Entwürfe, zum Beispiel aus geschmiedetem Stahl, eine Großplastik in nahezu filigranen Formen und von besonderer Schönheit, nur etwa um 200.000 Mark teurer. Die Entscheidung des Pfarrgemeinderates war von lapidarer Kürze:
„Wenn die Gemeinde für ‚Not in der Welt‘ nur eine fünfstellige Summe im Jahr aufbringt, kann sie keine sechsstellige Summe für den Schönheitsanspruch ausgeben."

Damit war die Entscheidung für das schlichte und billige Material auch für den Altar, für das Kreuz und für den Tabernakel gefallen. Für deren Gestaltung waren folgende Grundgedanken maßgebend: Ausgangspunkt ist Jesaja 7,14: „...darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben:

Seht die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und seinen Namen Immanuel nennen..." So soll der Altar den Wurzelstock Isais darstellen:
„Aus Isais Stumpf aber sprosst ein Reis, und ein Schößling bricht hervor aus seinem Wurzelstock. Auf ihm ruht der Geist Jahwes..."(Jes. 11,1).

Dem großen Kreuz aber liegt Jesaja 11,10 zu Grunde: „An jenem Tage steht der Spross aus Isais Wurzel da als ein Signal für die Völker.

Die Heiden werden ihn aufsuchen und seine Ruhestätte wird herrlich sein". Dieses Signal ist Zeichen der Auferstehung, durch die alles Leid besiegt und die lastende Dornenkrone durchbrochen wird. Nicht zufällig steht es inmitten der Gemeinde. Die vielfache theologische Bedeutung dieses Standortes ist offensichtlich.

Auf der letzten Seite des Neuen Testamentes wird das Bild vom Wurzelstock und vom Signal wieder aufgenommen (Apk. 22,16): „ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch dies vor den Gemeinden zu bezeugen:
Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern". Diese Schriftstelle war Vorbild für die Gestalt des Tabernakels. Auch der schmalen und lang gestreckten Altarinsel liegt eine biblische Vision zu Grunde: „Bahnt in der Wüste eine Straße für Jahwe, macht in der Steppe einen ebenen Weg für unsern Gott. (Jes. 40,3). Johannes der Täufer wendet diese Worte auf Jesus an (Lk. 3,4,).

Von der Werktagskapelle führt eine Treppe in die Marienkapelle. Dort steht eine monumentale Marienstatue an derselben Stelle, von der aus sie früher - über dem alten Hochaltar - die ganze Kirche beherrschte. Unter ihr hängen Reliefs, die den Kindheitsgeschichten

Jesu (aus dem Lukasevangelium) nachgestaltet sind; Statue und Reliefs stammen aus der Hand von Felix Hertelt (1933). Am Ende des westlichen Seitenschiffes steht außerdem das Bildnis der Schmerzensmutter -ebenfalls von Felix Hertelt.

Aus der Notlösung wurde schließlich eine endgültige Lösung; im Vergleich zu einem neuen Gemeindehaus im Garten hat sie sogar zahlreiche Vorteile, - nicht nur wesentlich geringere Betriebs- und Energiekosten.

In manchen Details sieht man es der Kirche an, dass sie von Männern und Jugendlichen der Gemeinde umgebaut worden ist. Und da auch die Kosten von der Gemeinde aufgebracht wurden, blieb alles sehr einfach, - für manche Besucher zu einfach; die gewohnten Schönheitsansprüche bleiben oft unbefriedigt. Wichtiger aber scheint, dass die Gemeinde dadurch vermeiden konnte, mit fremden Mitteln eine fragwürdige Schein-Repräsentation aufzuführen, die zwar gefällig, aber streng genommen nicht so ganz wahrhaftig ist. Christliches Zeugnis und künstlerische Aussage aber bedürfen der Wahrhaftigkeit zuerst.

Gerold Schneider
Pfarrer der Marienkirche von 1969-1988

 
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