Stand: 21.02.2015 12:11 Uhr

Landtagssanierung kostet eine Million Euro mehr

Der Oesterlen-Bau bleibt wohl stehen: Der Bauausschuss des Niedersächsischen Landtags hat sich auf einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag noch einmal für die Sanierung der maroden Betonwände des denkmalgeschützten Landtagsgebäudes ausgesprochen. Auch wenn noch keine endgültigen Kosten genannt werden könnten, rechne man mit rund einer Million Euro Mehrkosten, sagte Landtagspräsident Bernd Busemann am Freitag in Hannover. Obwohl SPD und Grüne auf Fraktionssitzungen noch zustimmen müssen, ist nach Ansicht von Busemann tendenziell eine Vorentscheidung gegen einen Abriss der Außenmauern gefallen. "Ich sehe da keine dramatische Gegensätzlichkeit", sagte er mit Blick auf SPD und Grüne.

Auf der Baustelle des neuen alten Landtags

Busemann: "Standsicherheit muss gegeben sein"

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01:22 min

Sanierung des Landtags wird teurer

20.02.2015 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00 Uhr

Ein Bau-Ausschuss hat am Freitag über die Sanierung des Landtags informiert. Das Parlament ist für eine Sanierung. Diese wird rund eine Million Euro teurer als geplant werden. Video (01:22 min)

"Die Sanierung müsse allerdings ihren Zweck erfüllen, das heißt die Standsicherheit muss gewährleistet sein", erklärte Busemann. Gegen einen Abriss spreche auch der Urheber- und Denkmalschutz. Die aktuellen Probleme hätten zudem nicht zu Verzögerungen geführt. Dem pflichtet auch Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) bei. Er macht zudem deutlich, dass das Bauen im Bestand immer mit Risiken verbunden sei. "Wir haben allerdings die Hoffnung, dass wir die Kostensteigerungen an anderer Stelle wieder auffangen können." Die FDP dagegen befürwortet einen Abriss. Eine Sanierung bedeute mehr Kosten, mehr Risiken bei zugleich eher schlechter Leistung, meinte der FDP-Abgeordnete Christian Grascha.

Abriss ist vom Tisch

Während der Sanierung des Gebäudes sind nach und nach immer mehr Schäden ans Licht gekommen: Rostiger Stahl soll im Mauerwerk des Plenarsaals sitzen, zwischenzeitlich war nach jahrelanger Debatte um einen möglichen Neubau selbst von einem Abriss die Rede. Seit Donnerstag sorgt aber ein zweites Gutachten für Entspannung: Die Probleme mit den rostigen Stahlträgern ließen sich beheben, urteilt das Staatliche Baumanagement in der neunseitigen Expertise. Damit ist auch der Abriss vom Tisch.

Außenwand des Plenarsaals soll erhalten werden

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22:54 min

"Die Fassadenwände des Landtags sind sanierbar"

20.02.2015 16:12 Uhr
NDR Fernsehen

Ein Abriss der maroden Außenfassade des Landtags ist Bauauschuss vom Tisch. Die Mehrkosten belaufen sich laut Landtagspräsident Busemann auf eine Million Euro. Video (22:54 min)

Für mehr als 52,8 Millionen Euro wird der Landtag zurzeit saniert. Die Summe wollte man eigentlich nicht überschreiten: Unisono lehnten SPD, Grüne, CDU und FDP Zusatzkosten erst vor wenigen Tagen ab. Für die Sanierung von Betonschäden waren bislang lediglich 100.000 Euro in der Bausumme eingeplant. Zwar kosten die im Gutachten genannten Maßnahmen deutlich mehr - aber sie verhindern auch einen möglichen Abriss. Es handele sich um "Maßnahmen mit hoher Robustheit und hoher Langlebigkeit", heißt es in dem Gutachten. Der poröse Beton soll entweder über die ganze Fläche oder nur in Teilbereichen abgetragen werden. Darauf wird eine neue Betonschicht aufgetragen. Auf diese Weise bliebe die Außenwand des Plenarsaals aus den 60er-Jahren erhalten, so wie es das Parlament vor Jahren nach langer Debatte entschieden hatte. Der Plenarsaal selbst wird aufwändig umgebaut, bezugsfertig sein wird er voraussichtlich im Frühjahr 2017.

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Niedersachsen 18.00 Uhr | 20.02.2015 | 18:00 Uhr