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Für Behinderte immer frei: Haltefläche am Bahnhof bleibt

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Artikel vom 12.06.2015 - 19.49 Uhr

Für Behinderte immer frei: Haltefläche am Bahnhof bleibt

Gießen (csk). Die Sonderhaltefläche für Gehbehinderte am Bahnhof bleibt bis auf Weiteres bestehen. Das wurde bei der Sitzung des Behindertenbeirats am Donnerstagabend bekannt. Die im Zuge eines Verkehrsversuches erlassene Regelung »funktioniert recht gut«, berichtete Ralf Pausch, der Verkehrskoordinator der Stadt..

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Seit zehn Monaten läuft der Verkehrsversuch mit einer Haltefläche für Gehbehinderte auf dem Bahnhofsvorplatz. (Foto: kw)
Seit einem guten Dreivierteljahr können Besitzer des Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen »aG« einen gelb markierten und kameraüberwachten Platz direkt neben Gleis 1 nutzen, wenn sie gebracht oder abgeholt werden. Zwar gibt es nach Erkenntnissen der Behörden auch immer wieder Autofahrer, die unberechtigt dort halten. Beschwerden, dass die Fläche bei Bedarf blockiert war, lägen aber bislang nicht vor, so Pausch.

Der Behindertenbeirat lobte das Projekt in seiner Diskussion einhellig. Sven Germann vom Behindertenbeirat des Landkreises ließ ausrichten, er habe »ausschließlich positive Rückmeldungen« aus der Bevölkerung dazu bekommen. Einzig dass noch nicht alle Bürger, zumal nicht alle Taxi- und Minicarfahrer, von der Sonderhaltefläche wüssten, bemängelten die Beiratsmitglieder. Pausch kündigte deshalb an, die Stadt werde alle Taxi- und Minicarunternehmen noch einmal informieren. Die Haltefläche bleibe nach den guten Erfahrungen »bis zum Beweis des Gegenteils« erhalten. Laut Pausch fahren nach wie vor viele Autofahrer – trotz Verbots – auf den Bahnhofsvorplatz. Nur wenige nutzten dann aber auch ohne Berechtigung die Sonderhaltefläche.

Den Großteil der Sitzung am Donnerstag bestimmte indes ein anderes Thema: In einem Antrag wünscht der Beirat mehr barrierefreie öffentliche Toiletten in der Innenstadt. Christian Heimbach (SPD) regte als Alternative eine Art Labelsystem für Gastronomiebetriebe an. Diese könnten mit womöglich vorhandenen behindertengerechten Toiletten sozusagen werben – und damit einen »Wettbewerbsvorteil« erzielen. Dass es in Gießen generell kaum noch öffentliche WC-Häuschen gebe, liege an Missbrauch und hohen Kosten, sagte er.

Jürgen Matzat (Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen) betonte hingegen, öffentliche Toiletten seien »ein wesentlicher Teil der Infrastruktur« und für Behinderte wie für ältere Menschen gleichermaßen wichtig. Die derzeitige Situation mit nur noch einer barrierefreien Toilette in der Innenstadt bezeichnete Jürgen Becker (CDU) als »erbärmlich«.

Das von der Stadt Anfang 2014 eingeführte Projekt »Nette Toilette«, bei dem Gastronomiebetriebe und öffentliche Einrichtungen ihre – oft rollstuhlgerechten – WCs für Passanten öffnen, sei kein gleichwertiger Ersatz, so der Tenor im Beirat. Dennoch müssten öffentlich zugängliche barrierefreie Toiletten auch bekannter gemacht werden.

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