Die Geschichte von Groß Ippener

as Gebiet der Gemeinde Groß Ippener war ein vorgeschichtlicher Siedlungsplatz. Ende des 19. Jahrhunderts befanden sich hier 22 Hügelgräber.

Der Name Ippener erscheint zum ersten Mal 1211 in einer Urkunde des Klosters Bassum. In dieser Urkunde ist Adalgus de Ippenerde als Zeuge erwähnt. Der Name Ippenerde stammt wahrscheinlich von einem alten Personennamen in Verbindung mit dem Grundwort Erde (Land des Ippo).

Als Ort wird Ippener 1231 zum ersten Mal erwähnt. In einer Urkunde vom 11. März 1231 bestätigt Bremen die Schenkung des Zehnten zu Ippenerthe an das Kloster Bassum.

Ippener wurde in der Vergangenheit immer wieder anders geschrieben: 1211 Ippenerde, 1231 Ippenerthe, 1250 Yppenerdhe, 1360 Yppenerde, 1370 Yppenerden, 1428 Ippenerden, 1515 Yppenern, 1583 Ippner, 1588 Ippennern und seit Anfang des 17. Jh. Ippener.

Das Gemeindegebiet wurde ab etwa 800 von Bremen aus christianisiert und unterstand in geistiger Hinsicht bis zum Ende des 15. Jh. den Bremer Erzbischöfen.

Auf die Existenz einer Kirche in Ippener wird erstmalig um 1250 hingewiesen. Zu dieser Zeit wurde über die Weser eine neue Brücke gebaut. Die umliegenden Ortschaften wurden zu einer Abgabe dafür hinzugezogen. Das Abgabenverzeichnis führt auch auf "Parrochia Yppenerdhe" (Parrochia = Kirchspiel). In dieser Aufzeichnung ist der älteste Nachweis einer Kirche in Ippener enthalten. Sie muss in jeder Beziehung selbständig und bedeutend gewesen sein, denn die Höhe der Abgabe entspricht genau der von Harpstedt. Die Kirche lag rechts der Straße gegenüber der heutigen Gaststätte Wülfers. Dort sind bei einem Hausbau auch Gebeine zutage befördert worden als Beweis, dass damals hier der Friedhof war. Ein Pfarrhaus befand sich ganz in der Nähe. Die Kirche ist in der Zeit des 30jährigen Krieges von 1618 - 1648 abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut. In einem alten Ortsplan von Groß Ippener aus der Zeit um 1700 ist ein Kirchplatz, der damalige Friedhof (Nr. 14) sowie das damalige Pfarrhaus (Nr. 19) ausgewiesen. In diesem Plan sind insgesamt 34 Hofstellen verzeichnet.

Ortsplan Gr.-Ippener um 1700
Ortsplan Gr.-Ippener um 1700

1. Johann Würdemann, 2. Johann Hillmann,
3. Johann Würdemann, 4. Johann Schlüter, 5. Lüdeke Schwepe,
6. Helmke Osterloh, 7. Martin Mahlstedt,
8. Heinrich Wittenberg, 9. Dietrich Wolers, 10. Heinrich Rüsche, 11. Johann Hoenholt, 12. Alfeke Malstet,
13. Heinrich Buschmann, 14. Heinrich Buschmanns Camp,
ehemals der Kirchhof, 15. Cord Brinkmann, 16. Johann Hake,
17. Claus Rüsche, 18. Dietrich Ahlers Camp, vormals
Fohrdmanns Haus, 19. Heinrich Mahlstet, vormals Pfarrhaus,
20. Dietrich Buschmann, 21. Dietrich Wittenberg,
22. Dietrich Albers, 23. Sven Huntemann, 24. Heinrich Neels,
25. Gerd Frese, 26. Vormals Mühle, 27. Hermann Huntemann,
28. Dietrich Mahlstet, 29. Johann Fesenfeld,
30. Tönjes Günther Ordemann, 31. Heinrich Frese,
32. Heinrich Mahlstet, 33. Dietrich Huntemann, 34. Scheune,
35. Gerd Neels


Die Landesherren, die über das Gebiet der Gemeinde herrschten, wechselten oft. So waren es um 1300 die Grafen von Oldenburg-Bruchhausen, von 1360-1439 die Grafen von Hoya und danach bis 1474 die Grafen von Oldenburg. Nach Jahrzehnten münsterischer Herrschaft wurde das Gebiet 1547 von Graf Anton I von Oldenburg und Delmenhorst erobert. Im selben Jahr wurde Ippener lutherisch. 1667 kam Ippener zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, später zum Kurfürstentum Hannover, das 1814 Königreich Hannover wurde und schließlich 1866 zum Königreich Preußen.

Aus den selbständigen Gemeinden Groß Ippener, Klein Ippener, Annen und Ortholz wurde 1859 die Landgemeinde Groß Ippener gebildet, zugehörig dem Amt Freudenberg - davor Amt Harpstedt - und dem Landkreis Syke. Im Jahr 1859 zählte die Landgemeinde Groß Ippener insgesamt 64 Wohnungen mit 440 Einwohnern. 1932 kam die Gemeinde zum Landkreis Grafschaft Hoya.

Seit 1974 ist die Gemeinde Groß Ippener Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Harpstedt. Im Zuge der Kreis- und Gebietsreform wurde die Gemeinde aus dem Landkreis Grafschaft Hoya ausgegliedert und gehört seitdem zum Landkreis Oldenburg.

Seit 1988 führt die Gemeinde Groß Ippener ein eigenes Wappen. Das Wappen in Schildform ist Wappen von Groß Ippener durch ein Y in drei Felder geteilt. Das Y demonstriert, dass Ippener früher mit Y anstelle des heutigen I geschrieben wurde. Im oberen Feld befindet sich ein Kreuz auf einem Kegel und erinnert an den schon im Jahr 1250 bestehenden Pfarrbezirk mit eigener Kirche. Im linken Feld ist ein Eichenblatt mit Eichel dargestellt und weist auf den über 200 Jahren bedeutenden Waldbestand mit ihrer damaligen Schweine-Waldmast hin. Das Gehörn des Heidschnuckenbockes im rechten Feld symbolisiert die noch vor 150 Jahren bestehenden großen Heideflächen mit der damaligen Schafhaltung.

Heute leben in der Gemeinde Groß Ippener ca. 1100 Einwohner auf einer Fläche von 2806 ha. Die Gemeinde, obwohl nur 20 km vor den Toren der Großstadt Bremen gelegen, hat sich ihren dörflichen Charakter bewahrt. Sie hat eine aktive Dorfgemeinschaft mit einem regen Vereinsleben. Die wichtigste Rolle spielt nach wie vor die Landwirtschaft. Daneben hat sich im Gebiet an der Autobahn ein differenziertes Gewerbe entwickelt.
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