“bäh…” Humor ist, wenn man…

Ich bin der Talar, der die Kirchenbank durchflattert; ich bin das Beffchen, das den Kuchenfleck aufzeigt; ich bin der Gedanke, den man als Pfarrer so nicht sagen darf: Ich bin der – „beffman“.

beffchen verknittert

beffman´s Dienstkleidung nach getaner Arbeit…

„Was haben die sich denn dabei gedacht?“, fragt mancher. „Einem der Ihren den Freifahrtschein zu geben, hinter einer Maske versteckt, über die kleinen und großen… Eigenheiten der Kirche zu schreiben.“

Eine gute Frage, wie ich finde. Denn ehrlicherweise hätte ich es mir selbst nicht vorstellen können, dass sich meine Mutter Kirche dies traut. Doch sie hat es getan. Sie hat sich quasi einen „Hofnarr“ gewählt. Der muss sich nun nicht mehr am standesgemäßen Wort messen lassen, sondern an den Spitzfindigkeiten, mit denen er den ein oder anderen Spiegel putzt, damit sich die Kirche mal wieder richtig ins Gesicht schauen kann.

Wie der Hofnarr, hat auch der beffman eine Verkleidung, die signalisiert: Der will nix Böses, der will nur spielen! Und natürlich auch, um im Sinne von Clark Kent, Bruce Wayne und Shakespeares Heinrich V., unerkannt zu bleiben.

Also putze ich heute den ersten Spiegel. Für alle, die durch “beffman” bereits vor dem Erscheinen des ersten Blogbeitrags in guter, protestantischer Manier, den Untergang der Kirche aufziehen sehen. Wie gesagt, was habe man sich dabei denn nur gedacht?

Satire, Schmunzeln, vielleicht sogar mal Schenkel klopfen, das treibt die Menschen ja in Scharen aus den Gotteshäusern. Wenn da noch Leute wären, vielleicht. Doch diejenigen, die noch da sind, sind so hart im Nehmen, das verkraften sie auch noch.

Denn sind wir ehrlich, den Gebäudebestand der Landeskirche könnte man getrost in fast jeder Gemeinde auf ein mittleres Wohnzimmer reduzieren und selbst dann wäre die Sache mit dem Umdrehen immer noch bequem möglich. Nicht mal 5% der Gemeindeglieder verirren sich sonntags in die Kirche, so dass der Begriff „Bankenkrise“ eine ganz neue Bedeutung bekommt.

Dazu ein Rechenbeispiel: Eine Kirchengemeinde hat 1000 Gemeindeglieder, ergo sind 10 Gemeindeglieder gleich 1%. Das Fünffache davon wären 50 Menschen, die sich aufmachen würden, um einen Gottesdienst zu besuchen. Denjenigen, die das so hinbekommen, sei mein gezogener Hut Ehrerbietung. Allen anderen – macht euch nichts draus, ihr seid nicht alleine.

Dabei haben wir die Altersfrage noch gar nicht mal angesprochen. Zwischen den Konfis und den nächst jüngeren Erwachsenen liegt nicht selten ein ganzes, gelebtes Berufsleben.

Und das – und dabei breche ich gerne eine Lanze für alle Menschen, die die Gottesdienste vorbereiten und halten, von den Ehrenamtlichen über die Kirchendienerinnen und Organistinnen, bist hin zu Lektorinnen, Prädikantinnen und Pfarrerinnen (die jeweils männliche Form ist hierbei inklusiv mitzudenken) – wo wir wirklich landauf, landab tolle Gottesdienste haben. Da steckt viel Arbeit drin,  die aus ökonomischer Sicht völliger Irrsinn ist.

Drum sollten wir es mit Otto Julius Bierbaum halten, der 1909 zu schreiben wusste „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Denn neben allen ernsten Themen, die wir als Kirche zurecht in den Blick nehmen sollen und müssen, gibt es eben auch – zum Glück und Gott sei Dank – in unseren Kirchen das Augenzwinkern, das Schmunzeln, das Lachen und sich beinahe in die….. Nein, das führt jetzt doch zu weit.

Ob ihr “beffman” ätzend findet, oder mit ihm den Blick auf Verätztes wagt – ich bin gespannt.

11 Gedanken zu ““bäh…” Humor ist, wenn man…

  1. Müßte es nicht “Ehrenamtlichinnen” heißen? Ansonsten wart ivh auch weiter auf das Ätzen. Aber ich gehör ja zu denen, die noch kommen. Vielleicht sind wir wirklich unanätzbar…

  2. So, zu wenig geätzt? Das mag sein – doch der beffman kommt langsam…
    Mir wird was einfallen, Themen gibt es, keine Frage. Das hier war zum warm werden – und üben – doch ich nehme es mal als sportliche Herausforderung an. Bis zum nächsten “bäh…” ;-)

  3. …also Darwing duck ist es, ich wusste es…, hat sich des Talars und viel schlimmer, auch noch des Beffchens bemächtig… das nach getaner Arbeit auf den Tisch gepfeffert wurde…

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