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Russische Soldaten umstellen ukrainische Militärbasen auf der Krim

Kinder stehen am Samstag vor nicht identifizierten Soldaten, die das Zentrum von Balaklava, nahe Sewastopol, blockieren. ENLARGE
Kinder stehen am Samstag vor nicht identifizierten Soldaten, die das Zentrum von Balaklava, nahe Sewastopol, blockieren. Agence France-Presse/Getty Images

SEWASTOPOL – Die ukrainischen Militärstützpunkte auf der Krim sind am Samstag von russischen Truppen umzingelt und abgesperrt worden. Gleichzeitig laufen in Moskau formale Vorbereitungen für die Entsendung größerer Truppenverbände auf der Halbinsel.

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, dass eine ihrer Kasernen an der Westküste der Krim „von radikalen Kräften und bewaffneten Soldaten" der russischen Schwarzmeerflotte angegriffen worden. Sie seien jedoch zurückgeschlagen worden. Die Erklärung enthielt keine Angaben zu möglichen Todesopfern.

Die ukrainischen Land- und Seestreitkräfte auf der Krim sind denen Russlands auf der Krim zahlenmäßig klar unterlegen. Die Schwarzmeerflotte hat ihren Sitz in der Hafenstadt Sewastopol, in der auch deshalb eine stark pro-russische Stimmung herrscht. Als sich hier herumspricht, dass Russland offiziell mehr Truppen hierher schicken wird, füllt sich die Strandpromenade mit vielen Menschen, einige schwenken russische Fahnen.

In den ukrainischen Kasernen – den letzten verbliebenen Standorten, wo das Wort Kiews noch etwas zählt – ist die Stimmung dagegen gedämpft. Im Hauptquartier der ukrainischen Flotte verstärken die Soldaten die Verteidigungsanlagen, verschweißen vor den schwarzen Eisentoren Stangen, um diese dauerhaft zu verschließen, und legen schwere Betonklötze direkt dahinter.

An den Toren und zwischen den umgebenden Stacheldraht schreiben sie auf gelben Papierschildern auf Russisch: „Verbotene Zone, Eingang geschlossen".

An ihren Stützpunkten nahe Sewastopol haben russische Truppen nahe den Eingangstoren und um die Kasernen eigene Posten aufgestellt. Befragt, warum sie dort seien, antworten Offiziere, dass sie die Kasernen schützen würden, damit keine pro-russischen Bürger versuchen einzudringen.

An einer Kaserne nahe der Innenstadt von Sewastopol blockieren russische Truppen mit einem Militär-Lkw den Eingang zum Haupttor. Die grün bekleideten russischen und die schwarz gekleideten ukrainischen Soldaten stehen sich mit schweren Maschinengewehren gegenüber und beobachten sich gegenseitig durch das graue schmiedeeiserne Tor.

Die Truppen, die die Kaserne belagern, tragen keine Zeichen auf ihren Uniformen. Ihr Kommandeur antwortet auf die Frage, ob er seine Nationalität offenbaren würde, „natürlich nicht". Andere Soldaten gaben jedoch zu, Russen zu sein.

Ukrainische Vertreter in der Kaserne sagen, die Russen erlaubten, dass Lebensmittel und Ausrüstung hereingebracht werde. Bisher sei die Situation „friedlich und ruhig", sagt der ukrainische Kommandeur, der seinen Namen nicht nennen wollte. „Es ist nicht ganz so weit hergeholt, dass sie andere auch davon abhalten, uns anzugreifen", sagt er mit Verweis auf bewaffnete Zivilisten auf der Krim, die die Autorität Kiews nicht anerkennen.

Auch auf einer anderen Basis mit Luftabwehr-Einheiten im Süden Sewastopols bewachen Russen den Eingang und stellen alle paar Meter um die Kaserne Soldaten auf. Trotz der verfahrenen Situation sind sich die zwei Seiten hier immer noch sympathisch. Zwei ukrainische Offiziere stehen hier vor dem Stützpunkt und trinken Kaffee mit dem russischen Kommandeur. „Nein wir haben kein Problem hier", sagt einer von ihnen. Sie lassen uns bisher noch rein und raus wie wir wollen."

Kontakt zum Autor: alan.cullison@wsj.com

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