Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben B

Bad Bederkesa

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1159 Bederekesa, 1159/1162 Bederikesa, Bederikesha, 1162 Beerst

Im zweiten Teil des Ortsnamens steckt "a", also "Wasser, Fluss". Im ersten Teil steckt ein alter Vorname: "Badurik, Bederik". Der Vorname enthält "badu", also "Kampf", und "rīk", also "reich".

Udolphs Fazit:

Bederkeas bedeutet also etwa "Bach des Badurik, Bederik".

Bad Bevensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1162 werendagi de beuenhusen, 1205 Bevenhusen, 1219 Hevenhusen, 1231 Bevenhusen, 1247 Bevenhusen, 1249 Bevenhusen

Herzuleiten aus Beven-husen; ähnlich - nicht ganz gleich - kann der Ortsname Bevensen (Kr. Hannover) herangezogen werden. Die Grundlage ist - wie bei dem wesentlich häufiger bezeugtem Babo - ein Kurz- oder Lallname, eine Lautnachahmung wie bei Mama und Papa.

Baddeckenstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1109 Batikansteten, 1174‑95 (o.J., kop. 12. Jh.) Badekenstete, vor 1222 (o.D.) Henricus de Batechenstede, 1353 Baddekenstede, 1486 Tile Baddekenstede

Bildung mit dem Grundwort  ‑sted- und dem schwach flektierenden suffigierten Kurznamen Baduko. Der Personenname gehört zum PN‑Stamm badu zu stellen, der mit altenglischen beado, beadu "Kampf" zu verbinden ist. Sowohl im hochdeutsch wie niederdeutsch Bereich ist es nicht als Appellativ, sondern nur in Namen bezeugt.

Es liegt im Personenname eine Suffigierung mittels eines k‑Suffixes vor, hier wegen des nicht vorhandenen Umlautes wohl ‑uko. Dieses Suffix wurde im gesamten dt. Sprachraum zur PN‑Bildung benutzt, hat meist diminuierenden Charakter und war besonders im nd. Bereich beliebt.

Badenhausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 968 (A. 15. Jh.) Badenhusen, 1131 (Fä. 13. Jh.) Badenhusen, um 1154 Badenhusen, 1157 Badenhusen, 1233 Badenhusen

Die Überlieferung des Ortsnamen zeigt, daß im ersten Vokal des Bestimmungswortes (im Dialekt begründet) ein Schwanken zwischen ‑a- und ‑o- stattgefunden hat: Badenhusen ‑ Bodenhusen. Das Grundwort veränderte sich ebenfalls: Älteres ‑husen wurde seit der Mitte des 16. Jh. abgelöst durch ‑hausen.

Der Ortsname enthält im Grundwort niederdeutsch -husen, das später dem hochdeutsch ‑hausen weicht. Im BW steht ein schwach flektierender Personenname asä. Bado, der zu germ. *badw, ags. beadu, beado, asä. badu- (nur in PN) „Kampf“ gehört.

Bad Iburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 753 Iuburg, 754 Iburg, 1070 Yburg, 1175 Yburch, 1350 Yburgh, 1967 Bad Iburg

Der Ortsname ist vermutlich eine Bildung mit dem Grundwort "-burg". Der erste Namensbestandteil geht auf das mittelniederdeutsche Wort "iwe" für "Eibe" zurück. Wahrscheinlich hieß der Platz auf dem die Burg errichtet wurde ursprünglich "Iw-berg" für "Eibenberg".

Bad Laer

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 851 Lodre, 1074 Lathara, 1171 Lothere, 1447 Loder, 1565 Laer

Der Name enthält ein altertümliches, germanisches r-Element wie es auch in Namen wie Atter, Emmer, Fahner, Fehmarn, Freren, Letter, Limmer, Jever vorkommt.

Sehr wahrscheinlich liegt dem r-Element eine Wurzel zugrunde, die auf Wasser, Schmutz und Feuchtigkeit hinweist. Der Ursprung des Ortsnamens Bad Laer liegt offensichtlich an einem feuchten Ort, einem Ort am Wasser/am Schlammwasser.

Bad Salzdetfurth

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 12. Jahrhundert Thietforde, 1207 Detvforde, 1214 Thietforde, 1305 Ditforde, 1458 Detforde.

Der Ort entwickelte sich an einer Saline südlich von Detfurth und trägt deren Namen. Das Bestimmungswort zeigt heute das hochdeutsche Wort "Salz-", in der Überlieferung niederdeutsch "solt" und lateinisch "salinae" für "Salzwerk, Salzlager, Saline". Der ältere Name Detfurth ist eine Zusammensetzung in dessen Grundwort heute hochdeutsch "-furt", zunächst aber mittelniederdeutsch "ford" für "Furt, Übergang", vorliegt. Im Allgemeinen versteht man darunter "einen allgemein benutzten Flussübergang oder eine große, beliebte Furt".

Badbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1175/86 Padberge; 1188 Badberghe, Batberghe, 1235 Bathbergen, 1236 Bathbergen, 1299 Badberge, 1342 Battberghen

Der Ortsname lässt sich von "tief gelegener Ort" und "Berg" ableiten.

Bad Bodenteich

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Bodendieck, Bodendik, Bodendyk; Badendieck, Bodendike

Das Wort "Boden", mittelhochdeutsch "bōdem, bōden" mittelniederdeutsch "bōdem(e), boddem, bodden", mittelniederländisch "bōdem" ("Erdboden, Grund"), hatte bis ins 17. Jahrhundert hinein eine Nebenform "Bodem". In den niederdeutschen Mundarten wurde "-d-" zwischen Vokalen nur schwach artikuliert und schwand häufig, übrig blieb ein leichter Zwielaut oder ein lang gesprochener Vokal. "Bodenteich" ist im Niederdeutschen "Boden-dik" und bedeutet "unten gelegener, liegender Teich, See".

Bad Eilsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1277 Eylezhusen, 1479 Eyltzen, 1544 Eylsenn

Eine Zusammensetzung mit "Agil, Egil" zu "égga, éggia" ist zu erkennen, also "Ecke" in der Bedeutung "Schwertschneide".

Bad Essen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Essene, Esne, Defessene, Essene, Essen, Bad Essen

Die trockene und sandige Lage des Ortes weist darauf hin, dass der Ortsname vielleicht wie Esebeck, Esbeck, Asse bei Wolfenbüttel, Assel, Assapa, Asbach und der Kahle Asten im Sauerland zu einer Wurzel mit der Bedeutung "trocken" gehört, die in "Esse" "Feuerstelle" und "Asche" vermutet wird.

Bad Fallingbostel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 990 Vastulingeburstalle, 1160 Vasteldingaburstolde, 1263 Valingheborstele, 1293 Valingeborstele; Valingheborstelde, 1295 Vellingesborstele, 1379 Valingborstele, Ende 14. Jahrhundert valinghborstelde, 1438 Vallingborstell, 1438 Vallingborstele, 1489 Vallingborstel

Das Namenelement "-borstel" gehört zu den pverbreitsten in ganz Nordwestdeutschland. Es handelt sich dabei um eine Zusammensetzung aus Altsächsisch "bur", also "Haus, Wohnstätte, Ansiedlung, Gemeinde" und Altsächsisch "stal", also "Ort, Stelle". Der Vorname "Vastila, Vastulo" gehört wahrscheinlich zu "fast, fest", also "fest, stark".

Udolphs Fazit:

Bad Fallingbostel bedeutet also: "Siedlungsstelle der Leute des Vastulo".

Bad Grund

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1317 Fundo, 1321 Grunt, 1322 Grunt, 1405 Grund, 1504 Grunde, 1505 Grunde, 1505 Grunde, 1519 Grunde

Zugrunde liegt dem Ortsnamen der Grund. Im Hoch- wie im Niederdeutschen ist dies gleichermaßen bezeugt, zum Beispiel althochdeutsch "grunt", altsächsisch "grund" für "Grund, Boden". In Nordwestsachsen bezeichnet das Wort einen "tiefen, allmählich auslaufenden Geländeeinschnitt". Mittelniederdeutsch ist es als "grunt", also "Tiefe, Tal, Talgrund, Talsohle" bekannt. Norddeutsch bedeutet "grund" "eine Niederung zwischen Bergen, ein kleines Tal".

Udolphs Fazit:

Bad Grund hat seine Ursprünge im Bergbau am Iberg, der oberhalb der Siedlung liegt. Deshalb lag aus dem räumlichen Verständnis der dort Bergbautreibenden der sich entwickelnde Ort unten, das bedeutet "im Grunde". Dort bestanden naturgemäß wesentlich bessere Bedingungen zur Besiedlung, denn Wasser und fruchtbarer Boden waren vorhanden. Die Namengebung findet dadurch ihre Erklärung.

Bad Harzburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1280 Hartesborg, 1311 Hartesborch, 1314 Hartesborch, 1338 Hartesburg, 1357 Hartsborg, 1388 Hartesborch, 1436 Hartzburg, 1455 Harteesborch, um 1510 Nienstat

Alte Bezeichnungen der Burg: 1071 Hartesburg, 1073 Hartesburc, 1073-76 Hartesburg, 1072 Hartesburg, 1073 Hartesburg, 1073 Harzesburg, 1074 castrum Harzeburch, 1076 in castello Hartesburg, 1147 Harzesburg, 1180 Hartesburg

Die Burg enthält eine Ableitung des "Harz"-Namens, alt offenbar "Hart". Es besteht sicher ein Zusammenhang mit "hard" ("Bergwald") (Haardthöhe).

Udolphs Fazit:

Bad Harzburg bedeutet "des Harzes Burg".

Bad Münder

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 856/69 Munimeri, 1033 Munnere

Die St. Annen-Schwefelquelle ist wohl namensgebend. Auszugehen ist von einem altgermanischen Ansatz "Mun-ira", wobei "-r-" wie in Letter, Limmer, Mahner und in vielen weiteren Ortsnamen eine altertümliche Bildung darstellt.

Man wird ferner vermuten dürfen, dass die Wurzel "mun-/mûn-" eine Grundbedeutung "faulen, stinken, vermodern" oder ähnliches besessen hat. Sie passt gut zu den häufigen Ableitungen der "mu"-Wurzel; gut bekannt ist die indogermanische Wurzel "meu-, met-" "feucht, modrig, unreine Flüssigkeit.

Bad Pyrmont

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 889 Piringisa, 11.Jahrhundert Birngise, 1184 Pyremont, 1184 per mut, 1184 Perremont, Variante: Pirremont, 1186 Pyerremont, 1167-1191 Pierremont, 1187 Pirremunt, 1187 Peremont

Ein schwieriger Name. Die gern vorgebrachte Erklärung aus "Petri mons", also "Petersberg", wurde vor allem durch Edward Schröder populär. Die Wende in der Deutung wurde eingeleitet durch den Aufsatz von: H.-G. Maak. Durch Vergleich mit Hallermund, Dortmund, Hedemünden und anderen Ortsnamen wissen wir jetzt, dass in "-mund" ein germanisches Wort für "Berg" steckt, nicht das französisch-lateinische.

"Pyr-, Pir-" in Pyrmont kann mit dem Bierberg bei Lügde, einer dort gelegenen Quelle "In der Pirre" und mit einem Eintrag im Grimmschen Wörterbuch "pur", ferner in Schleswig-Holstein Verb "pirren", also "regnen", etwa in der Bedeutung "Quelle" verbunden werden.

Udolphs Fazit:

Bad Pyrmont bedeutet also: ein alter "Quellenberg".

Bad Rothenfelde:

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1512 Rodenfelde, 1723 Rahfelde, 1724 Rodenfelde, 1772 Rotenfelde, 1811 Rothenfelde, 1821 Rotenfelde, 1905 Bad Rothenfelde.

Rothenfelde - oder niederdeutsch "auf dem roten Felde". Könnte auf die Bodenfärbung hindeuten.

Bad Sachsa

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1219 Saxa, 1232 Sassa, 1237 Saxa, 1238 Sassa

Bad Sachsa ist ein kompliziert zu erklärender Ortsname. Am ehesten auf "Sahs-aha" für sehen dürfen zu begründen. Im Grundwort ist vermutlich das germanische "aha" für "Wasser, Fluß, Bach" enthalten. Außerdem ist vermutlich das erschlossene "Sahs-" für "Stein" enthalten. Der Name hätte dann "Steinbach" bedeutet. Möglicherweise bezog er sich als Teilabschnittsname, der im Ortsnamen erhalten blieb auf den Fluß Uffe beziehungsweise den Sachsengraben.

Bad Zwischenahn

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1194 Tuschenan, um 1280 Twischena, 1332 Thvischenna, 1802 Zwischenahn

Der Name bildet sich aus dem norddeutschen Grundwort "ach" für Wasser/ Fluss. Zusatz ist die Präposition aus mittelniederdeutsch "twisken, twischen". Der Name kennzeichnet den Ort als zwischen zwei Gewässern liegend. Gemeint sind möglicherweise die aus dem Zwischenahner Meer abfließenden Aue und Speckener Bäke.

Bahrdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jahrhundert Bardorf, 937 Bardorp, Mitte 11. Jahrhundert Barthorpa, 1209 Bardorp, 1189 Barthorp, 1328 Bardorp, 1344 Bardorpe

Der Ortsname könnte auf das Wort "Wald-Dorf" zurückgehen. Er enthält möglicherweise "baeru, baero" für "Wald", germanisch "barwa" für "Nadel-Baum, Wald". Eine andere Möglichkeit der Deutung des Ortsnamens besteht im polnischen Wort "bara" für "Sumpf". Auf Grund der Lage des Ortes am Wald und in der Flußaue der Lapau, beziehungsweise einstigen Ausläufern des Drömlings, ist nicht eindeutig festzulegen.

Bahrenborstel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1380 Bermeburstolte, Beringburstole up dem Borne, 1520 Bargenborstel, 1528 Bergenborstel, 1530 Baryenborstel

Bei Bahrenbostel handelt es sich um einen zusammengesetzten Ortsnamen. Auszugehen ist von einer Grundform  von Beringeborstel oder Berningeborstel. Darin ist das Wort -borstel, das oft zu -bostel wird und "Siedlungsstelle" bedeutet. Das Element -ing steht in Verbindung mit einem Vornamen wie Ber- oder Bern-. Der gesamte Name könnte eine Siedlungsstelle der Leute oder Sippe des Ber oder Bern - in dem Vornamen steckt der Bär -  meinen.

Bakede

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1033 in Bodukvn, 1264 de bodeke, 1277 (zu) Bodeken, 1286 Bodike, 1465 Bakede, 1465 to Badeke; Badeke, 1470 Clawes van Badeke, 1551 in unßerm dorffe Bakede, 1577 zu Badeke, 1581 Baake, 1609 in der Badecker ... Feldmarcke, 1609 auf den Bedecker Winckel, ab 1750 Bakede.

Die Deutung des Ortsnamens hat mit großer Wahrscheinlichkeit von dem Beleg des Jahres 1033 auszugehen. Seit 1465 verändert sich etliches im Namen: das -o- der verändert sich zu -a. Die Form Bakede setzt sich erst in allerjüngster Zeit offenbar durch Schreibung angeblich älterer und verlässlicherer Formen durch. Ein Eintrag im Kirchenbuch von 1777 besagt: "Der wahre Name dieses Dorfes ist nach den alten Urkunden Badeke. Pastor Barkhausen schrieb ihn, wie er gemeiniglich gesprochen wird, Bahke und Pastor Steckelmann Backe. Er und Pastor Volger setzten noch -de hinzu und machen Backede".

Balge (LK Nienburg)

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1047 Balga, 1179 Baldinge, 1202 - 1235 Balche, 1215 Baldigge, 1221 - 1232 Baldinga, 1232 Balldinga, 1258 Balge, 1515/21 Balge, 13. Jhd. Baldige, um 1300 Baldighe / Baldige / Belingen(n) / Balgen,

Der Ortsnamen stammt aus dem niederdeutschen balge, was "niedriger, sumpfiger Ort, Wasserlauf" oder "Flußrinne, Arm eines größeren Flusses, tiefe Rinne zwischen Sandbänken an der Küste" bedeutet sowie balje, balge was für "Graben oder Aushöhlung, darin noch etwas Wasser übrig bleibt, wenn gleich das andere abgelaufen" steht. Mittelniederdeutsch meint balge, ballige die "Vertiefung im Watt, die auch bei der Ebbe voll Wasser bleibt". Das Wort ist nicht nur an der deutschen Nordseeküste in Namen bezeugt, wie Balge, Balje, Sielbalje, Baljer Loch, Ossenbalge, sondern auch in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich: Bailly, Allodium de Balgiis; Balgooi in Gelderland, in pago qui Balgoie nuncupatur. Auch im deutschen Binnenland ist der Name bekannt: Balg - Ortsteil von Baden-Baden; Balge - Ortsname bei Nienburg/Weser.

Balje

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen:

Den Namen gibt es mehrfach:

Balje, Baljerdorf, Baljer Loch, ON., FlurN. und GN. bei Freiburg/Elbe, 1384 (Hs. 15. Jh.) Balghe, Balge, Balje = Norder Wallsgraben, Balje, Baljer Loch an der Saalemündung

Balje, Rißbalje, unbekannt in Schleswig-Holstein, n.k., um 1500 Up dem Riße ... aver de Ballie ... darvan noch de Rißballie tho unsern Tiden; Baljen bei Lunden

Also ist von Balga/Balge auszugehen. Dazu ausführlich J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin - New York 1994:

niederdeutsch balge "niedriger, sumpfiger Ort, Wasserlauf", balje, balge "Graben oder Aushöhlung, darin noch etwas Wasser übrig bleibt, wenn gleich das andere abgelaufen", ndt. dial. balge "Flußrinne, Arm eines größeren Flusses, tiefe Rinne zwischen Sandbänken an der Küste", mittelniederdeutsch balge, ballige "Vertiefung im Watt, die auch bei der Ebbe voll Wasser bleibt", a. 1384 de balghe.

Das Wort ist nicht nur an der deutschen Nordseeküste in Namen bezeugt (Balge, Balje, Sielbalje, Baljer Loch, Ossenbalge), sondern auch in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich (Bailly, a. 1061 Allodium de Balgiis; Balgooi in Gelderland, a. 1172 in pago qui Balgoie nuncupatur, und auch im dt. Binnenland: Balg, OT. von Baden-Baden; Balge, ON. bei Nienburg/Weser, um a. 1080 (K. 12./13. Jh., Adam v. Bremen) Balga; Balge, ehem. Hafen in Bremen, a. 1384 Iuxta Balgam.

Ballenhausen

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1101 Unicone de Ballenhusen, 1118 bis 1137 Balenhuserberche, 1135 Ballenhuson, 1152/53 bis 1156 Unoco de Ballinhuson, 1168 Ballenhusen

Das Grundwort ist hausen. Woher sich das Wort Ballo leitet, ist nicht sicher. Es könnte sich dabei um den Namen einer Person handeln. Möglicherweise ist auch ein Bezug zum Wort bald herzustellen.

Baltrum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1398 Balteringe, 1585 Baltrom, 1684 Baltern

Da alte germanische Personennamen im Allgemeinen aus zwei Teilen bestehen, darf im ersten Teil "balþ-, bald-", also "kühn" gesehen werden, sehr beliebt in alten Personennamen: zum Beispiel Balder, Balduin und andere. Am ehesten darf man "Bald-her-" ansetzen. Später ist "Baltringe" durch umliegende "-um"-Namen Ostfrieslands zu "Baltrum" umgedeutet worden.

Banteln

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 997 Bantanon, 1043 Banthenem, 1149 Banthenheim, 1178 Bantenum, 1205 Banthenem, 1304 Bantenem, 1321 Bantelen.

Vielleicht gehört der schwierige Name zum althochdeutschen "banz". Verwandt scheinen spanisch "banda" für "streifen an einem Flusse", niederrheinisch "bande, bende, beende" für "Wiese". Dieses Wort taucht ausschließlich in Ortsnamen auf. Diese Deutung ist allerdings sehr unsicher und es ist bislang keine überzeugende Deutung zu finden.

Bargstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1233 Bergstede

Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich im Mittelalter von Bergstede und Berckstede zu Bargstedt gewandelt. Dem liegt ein mittelniederdeutscher Lautwandel von "-er-" zu "-ar-" zugrunde. Die Bedeutung des Ortsnamens ist als "Berg-stätte" also "Siedlung am Berg" aufzufassen, was zur Lage des Ortes passt.

Barsinghausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1193 Berkingehusen, 1200-1204 Berzinghusen, 1203 Berchingehusen, 1213 Berscyngehusen, 1216 Berchsihusen, 1223-1225 Berkenhusen, 1228 Berkingehusen, 1229 Bercingehusen

Es gibt wohl eine Verbindung zu dem Familiennamen "Berico". Dieser ist wiederum abgeleitet von "bero", "bern" und bedeutet "Bär", "Held", "Krieger".

Udolphs Fazit:

Zusammengefasst bedeutet Barsinghausen: "Bei den Häusern der Sippe des Beriko".

Barum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1290 Berne, 1304 Barem, 1305 Barme, 1319 Barme, 1339 Barme, 1344 Barem, 1344 barme, 1348 Barum, 1354 Barem, 1366 Barum Barme, 1384 Barem.

Niederdeutsche Mundartwörterbücher verzeichnen unter barm(e), berme mehrere Deutungen. Am ehesten scheint eine Ableitung in der Bedeutung "Grabenkante, Deichfluss, Böschung, Stufe am Deich, auch als Fahrweg benutzt; Schoß, Busen; die Sohle, der Fuß des Deichs". Bei norddeutschen Flurnamen wie Barm(e), Barmehorst, Barmwiese, Barmwisch kann es sich um Mundartbezeichnungen für eine Flur wie "Gestrüpp, Buschwald, Wiese" oder niederdeutsch "Wische, Wiese" oder auch "am Deich, Erdhaufen" handeln. Ein Beleg aus dem Jahre 1635 zeigt, dass unter Barm(e) regional auch "Holz, Waldung, Böschung" verstanden werden kann. Barmstedt geht zurück auf eine Bildung aus dem niederdeutschen barm "Erhebung, Anhöhe, Anhäufung" - der veralteten Form für "Stadt, Siedlung". Somit bezeichnet Barmstedt die "Siedlung an der Anhöhe". Barum liegt auf einer aus der Neetze herausragenden, verhältnismäßig schmalen Erhebung. Also gilt auch für Barum "Siedlung auf, an der Anhöhe".