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Schaffhausen [CH] - Sind 12 Mio.SFR zu viel für die Umwelt?

J. Lehmann - 20.04.09


Der Stadtrat beschloß am 16.09.2008 eine Vorlage zu Händen des Stadtparlaments für die Beibehaltung des Obusbetriebs sowie einen 11 Mio.-Kredit für die Beschaffung von sieben neuen Gelenktrolleybussen (8,4 Mio SFR), einen Turmwagen (0,8 Mio SFR), für die Modernisierung von Gleichrichterstationen und für Unvorhergesehenes (1,3 Mio SFR) sowie für einen Dieselgelenkbus (0,6 Mio SFR) als Reservefahrzeug. Der Stadtrat ist überzeugt, daß mit der Weiterführung des elektrischen Betriebs die Stadt in Bezug auf die Klimaziele auf dem richtigen Weg sei. Die rund 10% höheren Jahreskosten gegenüber einen Dieselbusbetrieb sieht der Stadtrat als angemessen an.
Die erforderliche Abstimmung des Stadtparlaments verzögerte sich jedoch und steht weiterhin noch aus, da wegen den Kommunalwahlen Ende 2008 das Parlament neu gebildet werden mußte. Bislang bestätigten die Politiker am 31.03.2009 lediglich den Beschluß, einen Dieselgelenkbus für 590.000 SFR zu beschaffen.
Das städtische Parlament hat nun eine Spezialkommission eingesetzt, welche im April ein erstes Mal getagt hat. Zwei weitere Sitzungen wurden im Mai festgelegt. Die parlamentarische Beratung findet somit frühestens im Juni statt.

Sobald diese Entscheidung bestätigt wird, erfolgt die Ausschreibung von neuen Trolleybussen. Diese ersetzen die sieben Tolleybusse des Baujahrs 1991, die derzeit für den Betrieb der Linie 1 (6 Kurse) zur Verfügung stehen. Ein Trolleybus (Nr.114) ist nach einem Brand im Außengelände des Depots Ebnat, der aufgrund eines technischen Defekts am Notstromaggregat entstand, abgestellt und dient als Ersatzteilspender. Eine Wiederherstellung gilt als unwirtschaftlich.

Für die vom Gutachten empfohlene Erweiterung des Betriebs durch Umstellung der Buslinie 3 wurden vorab Kostenanschläge eingeholt. Nach einem Angebot der Firma Kummler&Matter; betragen die Kosten für Fahrleitungsbau der 8,4 km langen Linie 3 rund 12 Mio SFR, davon entfallen 8 Mio. SFR auf die Fahrleitung und 4 Mio SFR sind für Unterwerke erfolderlich. Hinzu kommen noch 8,4 Mio SFR für acht Trolleybusse, so daß insgesamt 21,6 Mio. aufzuwenden sind. Eine Beschlußvorlage ist nun erst für 2013 beabsichtigtm da für die Linie 3 erst 2001/2003 neue Gelenkdieselbusse beschafft wurden. .

Es ist bedauerlich, daß die Investionen, die über mehrere Jahrzehnte gesehen tragbar sind und zudem eine Verminderung der Betriebskosten der derzeit einzigen Linie nach sich zieht, zeitlich so stark verschoben wird.
Die Investitionen der Fahrleitung sollten nun unmittelbar erfolgen, so daß beide Linien mit den vorhandenen Trolleybussenn, die ja noch nicht mal 20 Jahre alt sind, und den neuen Trolleybussen bedient werden, ehe dann zu einem späteren Zeitpunkt diese durch Neufahrzeuge ersetzt werden sollten. Das wäre in Anbetracht der erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung des Klimawandels das richtige Zeichen!

Aus Sicht der Unternehmensleitung kann eine sofortigen Umstellung der Linie 3 wie beschrieben nicht unterstützt werden: Konsequenz dieses Vorgehens wäre, dass moderne Niederflurbusse durch alte, hochflurige und nicht behindertengerechte Trolleybusse ersetzt würden. Dieses würde nach Meinung der Unternehmensleitung zu Fahrgastverlust führen und die Massnahme gäbe damit auch umweltpolitisch ein falsches Signal. Es besteht die Meinung, dass moderne öV-Systeme an sich richtige ökologische Signale setzen.

Foto:
Trolleybus 114, hier ein Archivfoto vom 20.05.2000, steht nach einem Brand zur Zeit nicht für den Liniendienst zur Verfügung. Aufnahme: J. Lehmann





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