Datum: 14.02.2008
Quelle: FVA D Nordrhein-Westfalen hier klicken

Ostern in NRW - laut, leise, rasant und ruhig

Mal laut, mal leise, mal ruhig, mal rasant: in NRW können Besucher im Osterurlaub ganz unterschiedliche Traditionen kennen lernen. In Aachen zum Beispiel krempeln die Bäcker zur Osterzeit wieder die Ärmel hoch. Denn über die Feiertage freut man sich im Dreiländereck auf eine besondere Spezialität: den Aachener Poschweck. Für das süße, oft mit Nüssen oder Rosinen verfeinerte Weißbrot zahlen die Kunden heute, im Gegensatz zu früher, auch gerne mit barer Münze. Ursprünglich war die Spezialität, deren Tradition bis ins Mittelalter zurückreicht, nämlich ein Geschenk an Stammkunden. Diese kostspielige Angelegenheit sorgte bei den Bäckern jedoch zusehends für Unmut. 1846 kam es zur Poschweck-Revolution: 113 Bäckermeister weigerten sich, weiter Poschwecken zu backen. Am ersten Osterfeiertag kam es daraufhin zu Ausschreitungen in der Stadt. Mit einer polizeilichen Anordnung wurden die Bäcker gezwungen, die Spezialität auszuliefern.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnten sich die Bäcker endgültig mit ihrer Forderung durchsetzen. Wer nicht nur das Backwerk, sondern auch die Stadt kennen lernen möchte, kann zwischen verschiedenen Stadtführungen wählen. Der aachen tourist service bietet Rundgänge zu festen Terminen für Einzelpersonen, aber auch für Gruppen an, Tel.:0241/1802960.

Rollende Feuerräder geraten zu Ostern im Teutoburger Wald in Fahrt: Einem heidnisch-germanischen Brauch zufolge rollen in Lügde am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond die Osterräder zu Tal - brennende, knapp 300 Kilogramm schwere mit Stroh ummantelte Räder. Am 23. März findet der nächste Osterräderlauf statt. Den Abschluss des Spektakels bildet ein Höhenfeuerwerk. Informationen und Arrangements vermittelt die Tourist Information Lügde (Tel.: 05281/770870).

Weithin zu hören ist eine Tradition im Sauerland: Bei der Hallenberger Osternacht soll ohrenbetäubender Lärm die Wintergeister vertreiben. In der ersten Stunde der Osternacht, am 23. April, erklingt zunächst ein altes Passionslied. Nachdem es verklungen ist, kommen eigens konstruierte "Lärmmaschinen" zum Einsatz: auf Handwagen befestigte Kreissägeblätter werden mit Hämmern und Eisenstäben geschlagen, große Rasseln gedreht und selbst Handsirenen aus dem letzten Krieg kommen zum Einsatz. In einem Zug setzen sich Klapper-, Rassel- und Fackelträger sowie Krachwagen in Bewegung und ziehen auf einer seit Jahrhunderten unveränderten Route durch die Gassen der Stadt (Tel.: 02984/8203).

Für Bewegung sorgt ein Brauch, der in der Eifel seit 1924 gepflegt wird: Bei der Eierlage in Neroth geht es um Schnelligkeit und Geschick. Im Abstand von 50 Zentimetern werden 43 Eier für den Juniorenwettbewerb und später 81 Eier für den Seniorenwettbewerb in Sägemehl eingebettet auf der Straße ausgelegt. Im Wettkampf treten jeweils ein so genannter "Raffer", der die Eier in einsammelt, gegen einen Läufer an, der eine bestimmte Strecke läuft. Sieger ist, wer seine Aufgabe zuerst gelöst hat (Tel.: 06591/ 9499111). Wer seine Ostereier in Ruhe aufsammeln möchte, wird im Eifel-Camp in der Nähe von Blankenheim fündig: Dort sind rund 1.000 bunte Eier versteckt. Vom 14. bis 30. März gibt es Osterarrangements für Campingfreude: Tel: 02697/282.

Keine Eier, sondern Zeugen der Vergangenheit lassen sich Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster entdecken: In Bockwindmühle und Landschule, im Mühlenhaus und Gräftenhof erwacht die bäuerliche und handwerkliche Welt des Münsterlandes wie sie früher war. Zur Osterzeit bietet das Museum ein buntes Programm. Am 9. März können Kinder zum Beispiel Palmstöcke basteln, am 16. März heißt es "Rund ums Ei, Handwerkliches zur Osterzeit", am 24. März stehen "Von Hasen und anderen Tieren, Geschichten für Kinder" auf dem Plan (www.muehlenhof-muenster.de, Tel.: 0251/981200). Echten Tieren aus aller Welt können Besucher im Allwetterzoo in Münster begegnen. Besondere Führungen zur Osterzeit lassen Kinder einmal hinter die Zookulissen blicken und die freie Zeit zwischen Nasenbären, Elefanten und Giraffen verbringen (Tel.: 0251/89040).

Ostern veredelt - das bieten die Ostertage im Grandhotel Schloss Bensberg. Ein Übernachtungsarrangement vom 20. bis 25. März umfasst Programmpunkte für die ganze Familie, beispielsweise Osterbrot backen in der hauseigenen Pâtisserie, Wanderung durch den Rübezahlwald oder die Suche nach dem "goldenen Ei". Tel.: 02204/42900.






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