Christiane Schulte:
Der deutsch-deutsche Schäferhund – Ein Beitrag zur Gewaltgeschichte des Jahrhunderts der Extreme
(TD 2015, 2, S. 319–334)
Stellungnahme der Redaktionsleitung der Zeitschrift „Totalitarismus und Demokratie“
An die Leser und Abonnenten
In Heft 2/2015 (S. 319-334) von „Totalitarismus und Demokratie“ erschien der Beitrag „Der deutsch-deutsche Schäferhund – Ein Beitrag zur Gewaltgeschichte des Jahrhunderts der Extreme“ von Christiane Schulte. Der Text basiert auf einem Vortrag, der im Rahmen einer Tagung zu den „Auswirkungen der SED-Ideologie auf gesellschaftliche Mensch-Tier-Verhältnisse in der DDR“ am 6. Februar 2015 am Center for Metropolitan Studies an der Technischen Universität Berlin gehalten wurde. Der Redaktion hatte sich die Verfasserin u.a. mit einem ausführlichen Tagungsbericht der renommierten Internetplattform „H-Soz-Kult“ empfohlen.
Erst nach der Veröffentlichung des Textes stellte sich heraus, dass es sich bei dem Vortrag auf der Konferenz ebenso wie bei dem gedruckten Beitrag um eine Fälschung handelt. Die vermeintliche Autorin existiert nicht, eine anonyme Gruppe behauptete vielmehr, ihr Beitrag solle dazu dienen, „eine Diskussion darüber anzuregen, warum engagierte Gesellschaftskritik in den Geisteswissenschaften zur Ausnahme geworden ist“. Zu diesem Zweck wurde die Redaktion systematisch getäuscht, u.a. durch einen gefälschten Lebenslauf und eine scheinbar wissenschaftliche Argumentation, die dem Leser mit ausführlichen Erläuterungen, umfangreichen Fußnoten und falschen Archivangaben glaubhaft gemacht wurde.
Wir bedauern, dass wir – trotz eines intensiven Lektorats – die Täuschungsabsicht nicht erkannt und die nötige wissenschaftliche Sorgfaltspflicht vernachlässigt haben. Wir werden in Zukunft einen zusätzlichen Begutachtungsprozess einführen, um ähnliche Fälle bei ungefragt eingereichten Beiträgen zu vermeiden. Die arglistige Täuschung der Redaktion ist äußerst bedauerlich, weil sie das liberale Grundverständnis der Zeitschrift missbraucht und für eine angebliche Wissenschaftskritik instrumentalisiert hat.
Die Leser und Abonnenten von „Totalitarismus und Demokratie“ bitten wir für den Abdruck des gefälschten Textes um Entschuldigung.
Die Redaktionsleitung