04.10.2012

Dance or Die! Elektronische Musik – Underground oder Mainstream?

 

"Dance or Die!" schallt es aus den Charts, die elektronische Musik erlebt einen Boom. Dance-Pop-DJs wie David Guetta sind längst nicht mehr nur in den Clubs zuhause, sondern füllen Konzerthallen, die bislang Rockstars vorbehalten waren. Dass diese Art von Musik, die früher einfach Techno genannt wurde, weit abseits des Mainstream entstand und dort auch noch immer entsteht, gerät dabei leicht in Vergessenheit.

"Musikmarkt" hat beide Seiten unter die Lupe genommen: den Mainstream und den Underground. Für den Schwerpunkt "Elektronische Musik" hat der Musikmarkt mit herausragenden deutschen Vertretern des Genres gesprochen. Lesen Sie hier, wie es um die Zukunft der neuen Kategorie Club/Dance bestellt ist.

Paul van Dyk: "David Guetta allein ist der ganze Hype sicherlich nicht zuzuschreiben. Das sind verschiedene Produzenten, die diesen bestimmten Sound geprägt haben. David Guetta ist lediglich das prominente Aushängeschild dieses Dance-Pop-Booms."

Jens Thele, Gründer von Kontor Records: "Gerade bei großen Majors herrschte in der Vergangenheit eher die Einstellung, elektronische Musik sei bloß so eine „Phase“. Jetzt merkt man deutlich, dass da viele falsch gelegen haben."

Konrad von Löhneysen, Managing Director/Head of A&R der Embassy of Music GmbH: "Ich verfechte ja die 20-Jahre-Theorie: Pop-Musik wiederholt sich in Zyklen von 20 Jahren. Dance war ja bereits Anfang der 90er Jahre populär und fand im Mainstream statt. Da wurden ja auch schon ständig Songs gecovert, genau wie jetzt auch wieder."

Matthias Tanzmann, Gründer von Moon Harbour Recordings: "Wenn wir von der populären Dance-Musik reden, die auch in den Charts vertreten ist, dann kann man durchaus sagen, dass sie populärer geworden ist. Das hat mit der Musik, die wir machen, allerdings nicht viel zu tun."

Florian Meindl, Gründer von Flash Recordings: "Man muss zufrieden sein wenn sich die Grafik-, Werbe- und Mastering-Kosten mit den Einnahmen decken! Das liegt einerseits an der Unwilligkeit für Musik zu bezahlen – das hat sich ja schon in der Kultur eingeprägt – und andererseits auch daran, dass viel mehr Leute elektronische Musik machen und releasen."

Michael Reinboth, Gründer von Compost Records: "Clubmusik müsste viel genauer und exakter bewertet werden, etwa durch Verwertung von Tracklistings, Audiofiles, Club-Scans, inklusive maßgeblicher ausländischer Download-Portale. Die GEMA kann über 90 Prozent der Songs, die in Clubs gespielt werden, nicht titelgenau erfassen."

Hier finden Sie zusammengefasst die wichtigsten Aussagen unserer Interviewpartner zur GEMA-Tarifreform für den Veranstaltungsbereich:

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