Erlebnisberichte

Ein Besuch in der Marie-Seebach-Stiftung Weimar

"Künstler sein endet nicht mit dem Eintritt ins Rentenalter" oder "Die Marie-Seebach-Stiftung in Weimar bietet alten Bühnenkünstlern einen Lebensabend  unter Gleichgesinnten"

Das ich ein Theaterfan wurde, verdanke ich meiner Mutter, denn die nahm mich schon mit ins Theater als ich erst etwa 5 Jahre alt war.
Während der Vorstellung sah und hörte ich nichts um mich herum. Ich schaute nur auf die Bühne und versuchte, so viel wie möglich vom Text zu verstehen, was besonders in der Oper nicht immer ganz leicht war (und ist).
In den jeweils 2-3 Stunden lebte ich in der Zeit, die das jeweilige Stück vorgab.
Das geschah ganz automatisch. Und ich empfand den Moment, als der Vorhang fiel, als ein Erwachen aus einem schönen Traum und zwar auch dann, wenn es kein Happyend gab.
Gehe ich heute ins Theater, dann finde ich oftmals kaum Anhaltspunkte für die eigene Phantasie. Das geht oft schon bei einer nicht vorhandenen oder abstrakten Kulisse los. Und natürlich schwärme ich für die Künstler auf der Bühne, die für mich wie Wesen aus einer anderen Welt waren. Erst sehr viel später kam ich nicht umhin zu erkennen, dass meine Idole auch nur Menschen waren, die wie solche lebten und handelten.
Meine Liebe zum Theater ging so weit, dass ich oft ohne nachzudenken sagte: „Wir haben morgen Premiere!“ – obwohl ich daran gar nicht beteiligt war. (Auf der Bühne wollte ich aber zu keiner Zeit).

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Teil 2: "3 Jahre später" »

Wer Nahtod-Erfahrungen erklären und deuten möchte...

v.l.n.r. Claudia Wiedenmann, Günter Ewald, Rolf Knoll (Foto: privat)

der setzt sich der Gefahr aus, als Spinner belächelt zu werden. Aber wer sich darüber hinaus ernsthaft die Frage stellt, ob Nahtod - Erfahrungen Zeichen für ein Leben nach dem Tod sind, der wird in der heutigen Zeit schnell als seltsamer und psychisch bedenklicher Heiliger abgestempelt.
Wer Prof. Günter Ewald (82) kennenlernen durfte wird rasch bemerken, dass er keiner dieser Kategorien zugeordnet werden kann.
Der 1929 geborene Günter Ewald studierte Mathematik, Chemie, Physik und Philosophie an der Universität Mainz. Promotion und Habilitation in Mathematik folgten.
Danach übernahm er einen Lehr- und Forschungsauftrag in den USA. 1964 wurde er an die neugegründete Universität Bochum berufen, deren Rektor er von 1973 bis 1975 war.
Gastvorlesungen führten Prof. Ewald nach Rom, Zürich, Vancouver, Kabul, Santiago (Chile) und Valparaiso.
Von 1975 bis 1989 gehörte Prof. Ewald dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages an.
Gleichzeitig war er Kuratoriumsmitglied der Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW). Auch als Autor von 8 Büchern ist er bekannt und in Fachkreisen hoch geschätzt.
Prof. Ewald ist verheiratet und Vater von 5 Kindern.
Viele Menschen begegnen dem Phänomen Nahtod - Erfahrungen mit gemischten Gefühlen. Sie spüren den Reiz des im Grund wissenschaftlich Unerklärbaren und gleichzeitig scheuen sie sich vor der Auseinandersetzung mit ihm, weil es immer wieder Menschen gibt, die das Phänomen Nahtod – Erfahrungen aus Sicht der Esoterik „erklären“. Die wenigsten dieser Menschen sind uneingeschränkt seriös.
Prof. Ewald verheimlicht zwar seine Glaubensrichtung nicht, betrachtet die Nahtod – Erfahrungen aber aus der Sicht eines Wissenschaftlers.
Prof. Ewald: Schätzungsweise 5 Prozent der Deutschen haben mindestens einmal nach einem Unfall, bei schwerer Krankheit, bei der Geburt oder ganz spontan ein außergewöhnliches Erlebnis, dass ihr weiteres Leben mit prägt. Oft, aber nicht immer, geschieht es während eines Herzstillstandes. Zu den häufigsten Kennzeichen gehören: Schwebeerlebnis mit Beobachtung des eigenen Körpers, Lichtvision, oft personalisiert und am Ende eines Tunnels, außerordentliches Glücksgefühl, Lebensfilm, Begegnung mit verstorbenen Freunden oder Verwandten, Enttäuschung über die „Rückkehr“ in den kranken Körper, verändertes Leben ohne Angst vor dem Tod.
Viele behalten das Erlebnis für sich, weil sie Angst haben, ausgelacht oder gar als hirngeschädigt angesehen zu werden.
Prof. Ewald bietet Betroffenen die Möglichkeit, mit ihm aber auch mit anderen Betroffenen über ihre Erlebnisse zu sprechen.
Bei seinen Vortragsveranstaltungen ergänzt Prof. Ewald seine Ausführungen durch Video – Einspielungen, bei denen unterschiedliche Betroffene zu Wort kommen. Mir ist aufgefallen, dass es sich dabei nicht um Berichte alter oder einfältiger Menschen handelt. In der Mehrheit sind es jüngere Menschen bzw. Menschen im mittleren Alter. Und es sind auch nicht nur Menschen, die besonders gläubig sind.
Eine Vortragsveranstaltung mit Prof. Ewald ist ein besonderes Erlebnis, denn er ist kein abgehobener Wissenschaftler, sondern ein sehr angenehmer, menschlicher und toleranter Mann, der Nächstenliebe und Verständnis für alle Dinge des menschlichen Lebens besitzt.
Die Frage, ob Nahtod – Erfahrungen Zeichen für ein Leben nach dem Tod sind, beantwortet Prof. Ewald im Grunde nicht. Aber er gibt Denkanstösse und er weckt die Lust, sich mit dem Phänomen Nahtod – Erfahrungen zu beschäftigen.
Und ich freue mich, dass ich Prof. Ewald kenne!

Manuela Rohde

Die gelernte Krankenschwester (mit Berufserfahrung) Manuela Rohde aus Panketal (bei Berlin), gründete vor einigen Jahren schon einen mobilen Hospizdienst. Die Entscheidung für diesen besonderen Schritt entstand durch Erlebnisse in Krankenhäusern, wo eine mitmenschliche Sterbebegleitung nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen steht. Da das Krankenhauspersonal auch gar nicht die Zeit hat, sich an das Bett eines Sterbenden zu setzen, findet keine Sterbebegleitung statt. Und so sterben diese Menschen einen einsamen und unwürdigen Tod, abgeschoben in einen Wasch- oder Abstellraum.
Frau Rohde bietet häusliche Sterbebegleitungen an, wobei sie sich nicht nur an das Bett eines Patienten setzt, sondern sie unterstützt die Familienmitglieder da, wo diese Unterstützung benötigen. Mit ihrer Einfühlsamkeit, Herzenswärme und mit ihren medizinischen Kenntnissen ist sie allen Betroffenen eine echte Hilfe.
Bei Vortragsveranstaltungen der ASfS informiert sie auch Hospizpflegerinnen und Pfleger über ihre langjährige Erfahrung in der Sterbebegleitung.
Ein neueres Vortragsthema von Manuela Rohde lautet: Der Mensch im Krankenhaus bei schwerwiegender Diagnose.
Frau Rohde informiert aus der Sichtweise Betroffener aber auch aus der ihrer Angehörigen.
Patienten, bei denen wegen einer schweren Erkrankung ein Krankenhausaufenthalt bevor steht rät sie, sich nach Möglichkeit bereits vor der Einweisung mit dem Krankenhausalltag zu beschäftigen. Man sollte sich vorher schon darüber informieren wo sich die Aufnahme des Krankenhauses befindet, wo ein Briefkasten steht, wo man Telefon und Fernsehen frei schalten lässt, wo sich die einzelnen Diagnoseeinrichtungen befinden, wo sich die Fahrstühle befinden und ggf. wo man eine Sozialarbeiterin konsultieren kann.
Und Frau Rohde rät künftigen Krankenhauspatienten etwas von zu Hause mitzunehmen. Zum Beispiel ein Lieblingskissen, ein Foto, ein Plüschtier, eine Lieblingstasse oder eine Lieblings - CD.
Diese Art der Vorbereitung hilft den Patienten am Tag ihrer Aufnahme, die ja immer mit Aufregungen verbunden ist. Und sie erleichtert Patienten den oftmals langen Krankenhausaufenthalt.
Aber Frau Rohde rät nicht nur Menschen, die vor einer Krankenhauseinweisung stehen, sondern sie hilft auch Angehörigen von Menschen, denen man im Krankenhaus eine schlimme Diagnose stellte.
Wenn dann noch die Prognose offen ist, befinden sich die meisten Patienten, aber auch ihre Angehörigen, in einer Extremsituation. Angehörige von Schwerstkranken sind oft unsicher oder auch hilflos. Sie fühlen sich veranlasst, ihre eigenen Empfindungen nicht merken zu lassen.
Wollen das die Patienten überhaupt? Ist es richtig, mit Sprüchen wie „Unkraut vergeht nicht“ oder „Das wird schon wieder“ seinen schwerstkranken Angehörigen Mut zu machen? Patienten wollen in der Regel, dass man ihre (berechtigten) Ängste ernst nimmt. Glatte Sprüche werden auch als solche erkannt und verärgern den Betroffenen. Wie nimmt man Ängste von Schwerstkranken und Sterbenden ernst, ohne gleichzeitig die eigene Mutlosigkeit erkennen zu lassen?
Durch Selbsterlebtes ist Manuela Rohde in der Lage, Patienten und ihren Angehörigen mit konkreten Verhaltensratschlägen in sensiblen Situationen zu helfen.
Die üblichen, aus Unsicherheit entstandenen Sprüche, hört man bei Frau Rohde nicht!

Friedhofsbesichtigung

Im Herbst des vergangenen Jahres bot die ASfS eine weitere Friedhofsbesichtigung an. Die Hobby-Historikerin und Autorin Ursula Drechsel führte 32 interessierte Teilnehmer mit Sachverstand über einen Teil des Leipziger Südfriedhofs. Die Teilnehmer hatten sich den Teil des Friedhofs gewünscht, wo Gräber von Künstlern zu sehen sind, die man von der Literatur, aber auch von Funk und Fernsehen kennt.
Ein Besuch des Grabes von Lene Voigt, Schriftstellerin und Mundartdichterin, welche am 16.7. 1962 starb, ist für echte Sachsen beinahe eine Pflicht.
Angeregt durch das große Interesse findet am 30.7. 2011 wieder eine Friedhofsbesichtigung in Leipzig statt. An diesem Tag führt Ursula Drechsel über den Alten Johannisfriedhof. Der Alte Johannisfriedhof ist ein historischer Friedhof, der seit Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch als museale Parkanlage genutzt wird.
Sowohl auf den Rasenflächen als auch an den Mauern befinden sich sehenswerte historische Grabsteine.
Der Friedhof ist berühmt für seine Epitaphien, darunter einige stark verwitterte Renaissanceplatten und Epigramme auf barocken Grabsteinen, wie zum Beispiel auf dem Stein Christoph Schmidts. Von den ehemals typischen Grufthäusern ist heute nur noch die Baumgärtnersche Gruft erhalten.
Auf dem Friedhof sind etwa 400 Grabmale zu sehen, die eine interessante Abfolge Leipziger Grabmalkunst aus Barock, Klassizismus und Historismus ergeben.
Eine ganz besondere Grabmalsikonographie weist neben Totenköpfen, Gebeinen, Sternen, Kruzifixen und Palmenzweigen auch nach unten gerichtete Fackeln auf, die das Verlöschen des Lebenslichtes symbolisieren. Der Schmetterling als Zeichen der Metamorphose, Mohnkapseln, Gerippe, Rosetten aber auch Lorbeerkränze und Schwerter sind zu sehen.
Der Alte Johannisfriedhof ist vor allem eine Stätte zur Ehrung bedeutender Leipziger Persönlichkeiten. Darunter auch Goethes Jugendfreundin Kätchen Schönkopf sowie die Mutter und die Schwester von Richard Wagner, Teilnehmer an der Völkerschlacht, bedeutende Künstler, Direktoren der Leipziger Ratsfreischule sowie Mitglieder von bedeutenden Leipziger Kaufmanns-, Handels- und Bankiersfamilien.
Ein Besuch des Alten Johannisfriedhofes lohnt sich zu jeder Jahreszeit und bei beinahe jedem Wetter!

Die ASfS bildet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hospizeinrichtungen aus

Seit ihrer Gründung im Dezember 2005 erweiterte die ASfS ständig ihr Angebot an Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen, unterschiedlichen interessanten Vortragsveranstaltungen sowie Exkursionen zu alternativen Bestattungsstätten und themennahen Ausstellungen.
Für die Umsetzung unserer Angebote konnten kompetente und einfühlsame Referenten gewonnen werden.
Zu den wichtigsten Referenten gehört Manuela Rohde aus Panketal (bei Berlin), die schon vor Jahren einen mobilen Hospizdienst gründete.
Frau Rohde ist eine ausgebildete Krankenschwester mit Berufserfahrung. Anlass für die Gründung ihres mobilen Hospizdienstes waren die Auseinandersetzungen mit dem Alltag in Krankenhäusern, wo speziell für Sterbende keine Zeit vorgesehen ist. Eine mitmenschliche Sterbebegleitung ist in Deutschland keine Kassenleistung und so sterben viele Menschen anonym in Abstell- oder Waschräumen der Krankenhäuser einen einsamen und unwürdigen Tod.
Obwohl Frau Rohde eine Familie hat, blieb sie oft nach Dienstschluss im Krankenhaus um sich noch einige Zeit an das Bett eines Sterbenden zu setzen und Händchen zu halten. Da diese Haltung heute nicht üblich ist, so wurde sie auch nicht von allen Kolleginnen und Kollegen verstanden.
Frau Rohde konnten wir bereits vor 5 Jahren als Referentin gewinnen und da ich die meisten Veranstaltungen mit ihr leitete, konnte ich oft erleben, wie gut ihre menschliche Art ihre fachliche Kompetenz ergänzt.
Ihre derzeitigen Vortragsthemen sind: „Gemeinsam schwere Wege gehen, denn geteiltes Leid ist leichter zu ertragen“, „Der Patient im Krankenhaus bei schwerwiegender Diagnose“ sowie „Häusliche Sterbebegleitung – ein letzter Liebesdienst?“.
Schon von Anfang an bemerkten die Teilnehmer an ihren Vortragsveranstaltungen, dass Frau Rohde mit viel Herz und Verstand ausgestattet wurde.
ASfS-Veranstaltungen werden nicht nur im Veranstaltungskalender der DGHS-Zeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ und in der jeweiligen Lokalpresse angekündigt, sondern es gibt auch noch gezielte Einladungen an Menschen, die mit der Thematik in irgendeiner Form zutun haben. So werden auch Pflegedienste, Pflegeeinrichtungen und medizinische Fachschulen eingeladen.
Und diese Einladungen werden sehr gerne angenommen, so dass heute auch zahlreiche Hospizeinrichtungen bundesweit ihre Pflegerinnen und Pfleger zur Weiterbildung bei der ASfS anmelden. Die Teilnehmer der Seminare betrachten die Ausführungen von Frau Rohde als echte Bereicherung, die in ihre tägliche Arbeit einfließen wird. Einmal bat ein Pflegedienst um ein Seminar in seinen Räumen, weil da mehr Beschäftigte teilnehmen können. Natürlich wurde dieser Bitte entsprochen und man lobte im Anschluss die Ausführungen von Frau Rohde sehr.
Aus diesem Grund wird es auch weiterhin Veranstaltungen mit Frau Rohde geben! Ich freue mich darauf!

Eine bemerkenswerte Künstlerin und Tochter

Eine bemerkenswerte Künstlerin und Tochter

Juli 1960 Pressefest in Karl-Marx-Stadt und Zwickau  In Zwickau gab es zum alljährlichen Pressefest 3 Bühnen, wo die unterschiedlichsten Künstler 3 Tage lang auftraten - einzeln und in festen Programmen. Da am gleichen Wochenende auch in Karl-Max-Stadt Pressefest war, fuhren die Künstler mehrmals am Tag von Karl-Marx-Stadt nach Zwickau und zurück. Zu den Pressefesten traten beinahe alle Unterhaltungskünstler der DDR auf.

Ich war 12 Jahre alt und studierte das Programm des Pressefestes lange vor dem Ereignis. Und ich überlegte wie ich es anstelle, möglichst viele Auftritte von Christel Schulze zu erleben. Mein Fahrrad war alt, erfüllte mit einigen Einschränkungen aber noch seinen Zweck. Ich war also "mobil". Eine Freilichtbühne befand sich auf der Melzerwiese in Zwickau und die Künstler hatten lediglich ein großes Zelt, um sich umzuziehen und zu schminken. Und in diesem Zelt befand sich auch Christel Schulze! Das wusste ich genau! Da nicht alle Künstler genügend Autogrammfotos bei sich hatten, nahm ich ein Foto von Christel Schulze mit. Ich fand es in einer Zeitung, schnitt es aus und klebte es auf Pappe. Das Bild zeigte Christel Schulze als Schonsteinfegerin mit einem Sektglas in der Hand. Vor ihrem Auftritt wollte ich die von mir sehr verehrte Künstlerin nicht ansprechen, aber als ihr Auftritt zu Ende war, lief ich schnell zum Zelt und mit klopfendem Herz sprach ich sie an. "Ach, das Foto kenne ich gar nicht" und zu ihrem Namenszug schrieb sie "Na, dann prost!".
Dank meines alten Fahrrades hatte ich von da an oft Gelegenheit, Christel Schulze zu erleben. Und dann gab es ja noch das Radio und später auch einen Fernseher. 

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