Zeitgeschehen, Fotografie, Motorradtouren und Ausflugsziele, Rezensionen

2 Motorradtourismus und Motorrad-Zeitgeschehen

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Motorradfahren als Anti-Aging-Mittel?

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Motorradfahren ist eine Lebenseinstellung

Ein Mittel gegen den Frust namens Midlife-Crisis ist es nicht; ein Mittel um jung zu bleiben aber schon: Motorradfahren. Motorradfahrer sein ist eine Lebenseinstellung!
Böse Zungen behaupten ja, wenn Männer „keinen mehr hochkriegen“, dann kaufen sie ein teures Rennrad, pressen sich in Gerolsteiner- oder Telecom-Rennradklamotten und sehen aus wie die Mettwurst im Pressdarm – oder sie kaufen sich ein Cabrio und hängen Goldkettchen um; oder sie kaufen sich ein Motorrad.
Falsch, sage ich: Motorradfahren ist ein „Anti-Aging-Mittel“ – sagt Dr. Christoph Scholl (69), Rennarzt und Organisator des ADAC Rennstreckentrainings

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Außerdem, was ist mit DEN Männern (und zum Glück zunehmend auch mehr Frauen, was ich wunderbar finde), die sich nicht erst aus Midlife-Crisis-Frust ein Motorrad kaufen, sondern bereits viele Jahre und Kilometer auf dem Buckel haben?
Ich bin 27 Jahre mit dem Motorrad unterwegs – früher bei Wind und Wetter; Regen hält mich auch heute noch nicht vom Fahren ab. Etwa 170.000 bis 180.000 habe ich unter die Räder genommen.
Motorradfahren ist vielseitig: es ist ein Hobby, ein Reisemittel und somit eine Möglichkeit der Ausflugsgestaltung – und es ist Sport (auf der Straße natürlich unbedingt den Verkehrsregeln unterliegend!!). Und in der Tat zählen Motorradfahrer mit zu den fittesten Verkehrsteilnehmern.
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Und was ist ein guter Motorradfahrer? Da fällt mir der Ausspruch eines ehemaligen Rennfahrers und Buchautors ein: „Ein guter Motorradfahrer ist am Ende seiner (Motorrad-)Karriere noch gesund ist!“ Und im Straßenverkehr ist das keinesfalls der Schnellste oder der Rücksichtsloseste!! 
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ADAC-Motorwelt: Immer mehr ältere Menschen jenseits der 60 fahren Motorrad. Was halten Sie davon als Mediziner?
Dr. Christoph Scholl: Zunächst einmal: Motorradfahren ist Sport, hier wird all das trainiert, was wir auch sonst beim Sport trainieren: Koordination, Ausdauer, Konzentration, Schnelligkeit, Beweglichkeit. Deshalb finde ich es grundsätzlich sinnvoll, wenn ältere Menschen Motorrad fahren. Ja, ich halte es sogar für ein besonders gutes Anti-Aging-Rezept, denn die zwei wichtigsten Aspekte von Longlife-Strategien kommen hier zusammen: Erstens Sport und Training, um Alterungsvorgänge aufzuhalten. Zweitens emotionale, soziale Kontakte. Beides haben wir beim Motorradfahren.
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Siehe „Motorradfahren in der DDR“: http://www.alwins-blog.de/?p=549

 

 

Vor dem Ende der Motorradsaison…….

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Lange nichts von Motorradunfällen gehört oder gelesen…

Ich möchte aber allen – den Bikern UND den Autofahrern – zu bedenken geben, dass die Saison noch nicht vorbei ist!!
Gestern kam es zu drei schweren Motorradunfällen im Chemnitzer Stadtgebiet (alte B95/Röhrsdorf, Bernsdorf und Mittelbach). Das schöne Herbstwetter lockt die Biker zu den letzten Ausfahrten hinaus. ALLE drei wurden Opfer einer Linksabbieger-Vorfahrtsrechtsverletzung durch PKW-Fahrer! Einer davon verstarb im Krankenhaus.

An die Autofahrer die Bitte: Motorradfahrer kann man sehen! Macht die Augen auf, legt die Handys zur Seite und entfernt dicken, sichteinschränkenden Schmuck im Sichtfeld der Frontscheibe. Schaut lieber einmal mehr in den Spiegel oder über die Schulter und wartet an Kreuzungen und Einmündungen oder als Linksabbieger lieber einmal mehr und etwas länger, als einmal zu kurz gewartet mit tödlichem Ausgang. Auch der überlebende Autofahrer wird seines Lebens nicht mehr froh! Desweiteren möchte ich den Autofahrern sagen, dass auch ein Teil der Biker im November noch unterwegs sein kann.
Am kommenden Wochenende ist der 31.Oktober. Was für die einen Reformationstag und für die anderen Halloween ist – ist für die meisten Biker der letzte Tag der Saison. Es ist also am kommenden Sonnabend mit vermehrtem Motorradverkehr zu rechnen.

An die Motorradfahrer: Haltet Euch an die Regeln, das betrifft besonders die Geschwindigkeit, die Einhaltung des Abstandes und die Reduzierung von lärmfördernden Drehzahlorgien. Laut ist out!
Der Autofahrer kann uns Biker schon bei eingehaltener Geschwindigkeit schlecht einschätzen. Man kann aber nicht erwarten, dass der Autofahrer uns richtig einschätzt, wenn wir uns nicht an die Regeln halten. Die Leidtragenden sind wir selbst, wir haben keine Knautschzonen.
Fahrt bitte so, dass der Autofahrer Euch auch sehen kann; es gibt genügend Auto-Dachholme, tote Winkel und sichteinschränkende Bauten im Kreuzungsbereich, die dem Autofahrer ohnehin schon die Sicht erschweren. Macht Euch also bemerkbar!
Tip an die Biker: Vergesst nicht die jahreszeitlich bedingten Straßen- und Verkehrsverhältnisse: tief stehende Sonne, nasses Laub, häufig und plötzlich wechselnde Straßenbelagsverhältnisse und dadurch längere Bremswege, Wildwechsel, stark wechselnde Temperaturverhältnisse (wer friert, fährt unkonzentriert!) sowie Nebel (häufig in Niederungen und in Tal-Lagen).

Beendet die Saison gesund und ohne Unfall. Ein guter Biker ist nicht der schnellste Motorradfahrer, sondern einer, der am Ende seiner Biker-Karriere noch lebt und gesundheitlich unversehrt ist. Es bringt nichts, in den letzten Tagen der ausklingenden Saison die Sau raus zu lassen!

Motorradfahren im Herbst im Erzgebirge

Motorradfahren im Herbst im Erzgebirge

 

Motorradfahrer; Sturz auf Rollsplit und kein Recht bekommen (2015)

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Motorradfahrer stürzt auf Rollsplit und geht nach Klage leer aus

Ein Motorradfahrer, der aufgrund von Rollsplit in einer Kurve stürzte, erhält weder Schadensersatz noch Schmerzensgeld, entschied das LG Magdeburg. Mit dem Aufstellen des Warnschildes habe das Land seinen Verkehrssicherungspflichten genügt

http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-magdeburg-urteil-10-o-1092-13-motorradfahrer-verkehrssicherungspflicht/

Im Normalfall – und so scheint auch dieser Fall zu liegen – muss man sagen: Tja, Pech gehabt. Dann waren die erlaubten 50 km/h auf Rollsplit für den Motorradfahrer eben immer noch zu schnell; zumal in einer Kurve. Das Schild stand auch rechtzeitig!

Jetzt aber einmal vier Beispiele aus meiner eigenen langen und gut 160.000 km reichenden Motorradfahrer-Karriere:

Schon zweimal bin ich im Rollsplit gelandet – ohne auch nur eine Spur der Chance zu haben, vorher zu bremsen – da das ´Achtung: Rollsplit´-Schild erst und direkt am Beginn des Rollsplits aufgestellt war. Zum einen war dies an einem Ortseingang, dessen weiterer Verlauf hinter einer Kurve lag und nicht einsehbar war. Die Tatsache, dass man in diesem Fall ohnehin langsam fährt (zumindest sollte), hat mich gerettet – so dass ich nicht stürzte.

Beim zweiten Mal fuhr ich auf einer Landstraße (erlaubt 100 km/h). Wie soll man von 100 auf 50 km/h (zumal auf zwei Rädern) abbremsen, wenn das Schild erst zu Beginn des Rollsplits aufgestellt wird? Und selbst die 50 km/h können dabei für Motorräder zu schnell sein, wie das obige Beispiel aus Sachsen-Anhalt zeigt.

In beiden Fällen half nur noch: Augen zu und durch, Ruhe bewahren und das Tempo langsam drosseln. Die Sturzgefahr war dennoch enorm. Kann man nicht zum Beispiel den Rollsplit ankündigen wie Autobahnbaustellen? Schild ´Gefahrenstelle´ …. 80 km/h …. 70 km/h ….. 50km/h,  Schild `Achtung Rollsplit` mit der Zugabe ´in 150 Metern` Wir haben so einen Schilderwahn in Deutschland, aber wo es wirklich angebracht wäre, da fehlt´s dann.

 Zwei weitere Beispiele für genau das Gegenteil; gut gemeint ist eben nicht gut gemacht:

Beide Beispiele stammen aus diesem Jahr. Man fährt auf einer Landstraße und es erscheint das Schild ´Achtung: Rollsplit´. Man stellt sich darauf ein, aber es kommt kein Rollsplit. Es ist zu sehen (besser zu ahnen), dass der letzte Split vor einem halben Jahr dort lag (offenbar nach dem Winter) und bereits abgefahren und/oder weggekehrt wurde. Seitdem steht das Schild sinnlos dort. Man fährt also und wartet auf den Rollsplit. Kommt er noch? Bin ich schon durch die Gefahrenstelle durch? Ein Aufhebungszeichen existiert ebenfalls nicht. Diese beiden Fälle (in nur einem Monat, aus zwei verschiedenen Bundesländern) sind nicht unbedingt dienlich dafür, das Schild ´Achtung: Rollsplit´ mit dem nötigen Ernst zu betrachten.

Gefährlich sind meine vier Beispiele allemal; jedes für sich ist idiotisch und im Zweifelsfall lebensgefährlich!

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Motorradtour nach Merseburg (2015)

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Es war ein (nicht ganz ernst gemeinter; oder doch?) Beitrag in der Ostthüringer Tageszeitung OTZ, der mich auf Merseburg neugierig werden ließ. Es ging wiederholt um eine Länderfusion der mitteldeutschen Bundesländer und dem Vorschlag, Merseburg zur zukünftigen Landeshauptstadt des neuen Bundeslandes Mitteldeutschland zu machen. Dazu ein sehr schönes Foto des „Dom- und Schlossblicks“ vom Saale-Ufer aus. Ich war neugierig geworden….. :-)

Im Artikel bezieht man sich zwar auf eine Fusion zwischen Sachsen und Thüringen, aber ich beziehe in die Debatte zumindest das südliche Sachsen-Anhalt mit ein. Das nördliche Sachsen-Anhalt, die Altmark, hat seine Wurzeln eher in Brandenburg-Preußen. Genauer noch: die Altmark IST DIE WIEGE PREUSSENS!

Fakt ist, dass man in Dresden, Erfurt und Magdeburg solchen Gedankenspielen (Merseburg zu einer Landeshauptstadt zu machen) nicht unbedingt offen gegenüber steht. Dabei hat Merseburg alles, was eine moderne Landeshauptstadt braucht: Erfahrung mit dem Status als Residenzstadt; als früheren Bischofsitz; als Kaiser-, Dom- und Universitätsstadt; eine über 1000-jährige Kultur und Historie; ein freundliches und einladendes Erscheinungsbild – und das alles eingebettet in das Hügelland der Saale-Landschaft. Auch wirtschaftlich steht der mitteldeutsche Wirtsraum um Leipzig-Halle-Leuna-Merseburg recht gut da. Merseburg liegt zudem recht verkehrsgünstig zu Sachsen, Thüringen und dem südlichen Sachsen-Anhalt. Leider passen da die Nachrichten der Mitteldeutschen Zeitung vom 05.07.2015 über eine drohende Zahlungsunfähigkeit der Stadt Merseburg nicht so recht ins Konzept und sind zu den Landeshauptstadt-Gedankenspielen völlig kontraproduktiv. Doch egal: Merseburg sollte unser Motorrad-Tourziel sein, und wir wollten uns überraschen lassen.

Merseburg; Dom, Schloss und Saale

Merseburg; Dom, Schloss und Saale

Nachdem wir neulich (mit dem Auto) in Weißenfels gewesen sind, war Merseburg der zweite Ausflug innerhalb kurzer Zeit in diese Richtung. Deshalb erwähne ich Weißenfels nur mal kurz, denn die Ortsdurchfahrt wollten wir uns heute ersparen. Wir haben Weißenfels auf der Umgehungsstraße umfahren. Weißenfels liegt wie Merseburg an der mittleren Saale, am Übergang vom Thüringer Becken in die Leipziger Tieflandbucht. Da das Saaletal hier relativ eng ist, sind die Unterschiede in den Höhenlagen der Stadt beachtlich. Das Gebiet der mittleren Saale, also auch die Gegend um Weißenfels und Merseburg, ist seit mehreren Jahrtausenden bevorzugter Siedlungsraum. Etwa seit dem 5. Jahrhundert vor(!!) unserer Zeitrechnung wurde dieser Landstrich bereits von Germanen besiedelt. In den Folgejahrhunderten kam es zu verschiedenen Herrschaftszugehörigkeiten, so unter anderem zur Landgrafschaft Thüringen oder zu den Meißner Wettinern. In Weißenfels gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten (Marienkirche, Schloss Neu Augustusburg, Bismarckturm, das Geleitshaus mit Museum, die Altstadt mit Marktplatz und barockem Rathaus und vieles mehr). Alle Ausflugsziele lassen sich zu Fuß und teilweise entspannt entlang der Saale erkunden. Leider war bei unserem Besuch die gesamte Innenstadt eine riesige Baustelle. Ein Grund mehr, diesmal nur vorbeizufahren. Das heißt aber nicht, dass es in Weißenfels nichts zu sehen gibt 😉

Die touristisch bedeutendste Ferien- und Tourismusroute Sachsen-Anhalts ist zweifelsohne die Straße der Romanik. Sie ist Teil der europäischen Transromanica. Die deutsche Straße der Romanik besteht aus zwei Schleifen in Form einer Acht. Sie besteht aus einer Nord- und einer Süd-Route, die beide in der Landeshauptstadt Magdeburg beginnen und enden. Auf insgesamt 1200 Kilometern verbindet die Route 80 romanische Objekte in 65 Orten; allesamt Dome, Burgen, Kloster und Kirchen aus dem 10. bis 13.Jahrhundert. Eine weitere Ferien- und Tourismus-Route, aber diesmal eine alte Handelsstraße, ist die historische Salzstraße aus den Salzfördergebieten um Halle; deshalb heute auch der Salzlandkreis. Auf der Hallischen Salzstraße, übergehend in die Sächsisch-Böhmische Salzstraße, wurde im Mittelalter das „weiße Gold“ in die „goldene Stadt (Prag)“ transportiert. Nur für die Allgemeinbildung und weniger mit dem heutigen Ausflugsziel Merseburg in Verbindung zu bringen ist meine letzte Info´: In Halle befindet sich mit der Halloren Schokoladenfabrik AG die mit über 200 Jahren Firmengeschichte älteste Schokoladenfabrik Deutschlands.

Gestartet sind wir im Thüringer Vogtland, in Greiz in Ostthüringen. Da wir in der Schlussetappe im Raum Weißenfels, Leuna, Merseburg vorwiegend und auf zum Teil zwar praktisch angelegten, aber äußerst nüchtern-langweiligen Bundes- und Umgehungsstraßen unterwegs sein werden, bevorzugen wir im Anfangs- und Mittelteil der Hinfahrt kurvenreiche Land- und beschauliche Nebenstraßen. Nach den hügligen Ausläufern des Vogtlandes in nordwestlicher Richtung schlagen wir die Richtung Norden ein. Wir erreichen den östlichen Teil des waldreichen Landkreises Saale-Holzland. Wie der Name schon sagt, wird diese Region geprägt durch einen Waldreichtum und die Flüsse Saale und Weiße Elster. Die Region ist reich an Natur, man fährt häufig über Land, die Orte sind klar begrenzt. Das Fahren gestaltet sich als sehr angenehm. Den wirtschaftlichen Schwerpunkt rund um die Stadt Hermsdorf und am Autobahn Kreuz A4/A9 umfahren wir geschickt. Über den Kurort Bad Klosterlausnitz und über die Kreisstadt Eisenberg erreichen wir die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Mit dem Burgenlandkreis passieren wir Teile des südlichsten Landkreises des Nachbarbundeslandes. Lohnenswerte Ausflugsziele im Burgenlandkreis finden sich bei Bedarf ohne Ende. Geprägt wird die Landschaft durch die Flüsse Weiße Elster sowie Saale und Unstrut und der dortigen Weinanbauregion. Der Burgenlandkreis trägt seit 2009 den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Was es alles so gibt 😉

Wir bleiben jedoch weiter nördlich unterwegs. Bei Meineweh erreichen wir die B 180. Einzig im Bereich der A 9 an der AS Naumburg könnte der Verkehr etwas dichter sein. Aber das vergeht nach überqueren der A 9 schnell wieder. Die kurzweilig zu befahrende Bundesstraße nutzen wir in Richtung Naumburg nur bis zum Truck Stop („Trucker-Eck“) bei Stößen. Schon lange vorher rücken dominierend zwei markante Ziegelgebäude in unser Blickfeld: es sind a.) der historische Getreidespeicher der Firma Höltz und b.) der Stößener Wasserturm. Wir verlassen die B 180 nach rechts in Richtung Norden.

Mittlerweile ist die Landschaft recht flach geworden, langweilig ist sie dennoch nicht. Zwischen der B 180 bei Stößen und der B 87 vor Weißenfels sind wir sogar noch einmal recht beschaulisch unterwegs. Es ist eine kleine, enge, kurvenreiche Seitenstraße. Mit der B 87 erreichen wir die nächste Bundesstraße. Diese nutzen wir bis zur B 91, die hier in diesem Bereich als Ortsumfahrung Weißenfels dient (man könnte natürlich auch quer durch Weißenfels fahren) und in ihrem weiteren Verlauf als teilweise vierspurige Bundesstraße recht reizlos und nüchtern daherkommt. Aber was soll´s: Straßen sind (auch) Wirtschaftswege, und nicht nur für Motorradfahrer-Kurvenspaß erbaut. Der Wirtschaftsraum Weißenfels-Leuna-Merseburg braucht diese Transitstrecke. Und wir werden die kommenden, letzten 15 Kilometer wohl noch auch überstehen.

An den Leuna-Werken gönnen wir uns noch einen Stop. Im Heimatkundeunterricht der DDR lernten wir, dass die Leuna-Werke das größte Unternehmen der DDR-Chemie-Industrie sind. Die Gründung der Leuna-Werke reicht aber noch viel weiter zurück. Als zweites Werk der BASF begann man 1916 den Bau des Ammoniakwerkes Merseburg. Ende 1925 gehörte der Zweigbetrieb der BASF zu den IG Farben und nannte sich fortan Ammoniakwerk Merseburg GmbH / Leuna-Werke. Heute nennen sich die ehemaligen VEB Leuna-Werke Walter Ulbricht die Mitteldeutsche Erdölraffinerie. 1997 ging sie nach zweijähriger Bauzeit als modernste ihrer Art in Europa in Betrieb. Das Betriebsareal ist gigantisch. Auch wenn am Eingangstor (sicher einem Tor von vielen) die Fahnen des Konzerns TOTAL im Wind flatterten; neben Total sind auch weitere Unternehmen beteiligt. Aber egal ob TOTAL, ARAL, BP, ESSO oder sonst wer – einmal gratis volltanken hätte uns schon gefallen. Wer solche riesigen Tanks im „Hof“ stehen hat, der füllt doch die Tanks der Motorräder zweier durchreisender Biker aus der Portokasse 😉 Leider war Sonntag und wir konnten niemand fragen 😉

Mitteldeutsche Erdölraffinerie, Leuna-Werke

Mitteldeutsche Erdölraffinerie, Leuna-Werke

Angekommen in Merseburg suchen wir uns einen Platz in der Nähe des Zentrums; genaugenommen spült uns eine Umleitung auf den Parkplatz zwischen der Schulstraße und der Apothekerstraße in der Nähe des Finanzamtes. Wir stellen die Motorräder unter den Bäumen in den Schatten. Dort stehen auch drei Bänke; am Ende des Ausfluges werden wir hier unser Picknick aus dem Tankrucksack einnehmen. Wir schließen Tankrucksäcke, Helme und Jacken an und stapfen los. 300 Meter sollen es laut Wegweiser von hier aus sein, in Motorradkluft ohne Probleme machbar. Ohne Baustellenumleitung hätte man auch bis zum Domplatz fahren können.

Der Merseburger Dom St. Laurentius ist eines der herausragenden Baudenkmäler an der Straße der Romanik. Die Kirche des Doms geht auf die vor über 1000 Jahren (Grundsteinlegung) gestiftete Johanniskirche durch Heinrich I. zurück. Im Merseburger Dom finden sich mehrere Altäre, eine Fürstengruft, die Domstiftsbibliothek mit Archiv und mehrere kleine Kapellen (unter anderem mit Cranach-Altar). Ähnlich einem Kloster findet sich natürlich auch im Merseburger Dom ein Kreuzgang mit Innenhof. Abgerundet wird das Erscheinungsbild mit einem kleinen Stufengarten hinter dem Kapitelhaus; dem Kapitelhausgarten. Von hier hat man auch einen Blick auf die Saale. Das Kapitelhaus gehört zu den ältesten und bedeutensten Gebäuden Merseburgs und beherbergt heute verschiedene Ausstellungsstücke, den Domschatz, die berühmten Merseburger Zaubersprüche und den sehenswerten Wappensaal. Absolut beeindruckend und sicher auch hörenswert ist eine der größten romantischen Orgeln Deutschlands – erschaffen vom Orgelbaumeister Friedrich Ladegast zwischen 1855 und 1866. Ladegast stammte aus Zettlitz bei Rochlitz in Sachsen an der Zwickauer Mulde und verstarb in Weißenfels, also ganz in der Nähe. Er war sozusagen ein einheimischer Orgelbauer. Für mich, der ich absolut nicht gläubig bin, stellen Kirchen, Dome und Klöster trotzdem immer wieder gern besuchte Ausflugsziele dar. Diese alten Gemäuer atmen Geschichte. Sie sind für mich Baudenkmäler und Kulturgut, von mir aus auch Orte des Glaubens – den ich ja nicht gezwungen bin zu teilen. Als Baudenkmäler und Kulturgut, das diese Gemäuer darstellen, bin ich auch gern bereit, den einen oder anderen Euro für die Besichtigung zu bezahlen oder zu spenden. Als Motorradfahrer kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, warum gerade Kirchen, Klöster und Dome gern angesteuerte Tourziele sind: zwischen den alten Mauern gerät man kaum in die Verlegenheit, in der Motorradkluft dahin zu schmelzen, sollte es vom Wetter her doch ein wenig zu warm sein. Derselbe Effekt stellt sich übrigens auch beim Besuch von Burgen, Höhlen und Besucherbergwerken ein: Motorradfahrer sind da immer richtig angezogen 😉

Merseburg_1

Merseburg; krummes Tor, Domplatz und Dom, Schloss, Saale

Nach dem ausgiebigen Besuch des Doms statteten wir dem Merseburger Schloss gleich noch einen Besuch ab. Es befindet sich direkt nebenan und bildet mit dem Dom nahezu eine Einheit. Wir ließen es aber mit dem Schlosshof und ein paar Fotos bewenden. Einen ausgiebigen Besuch des Schlosses inklusive des an seiner Rückseite befindlichen Schlossgartens heben wir uns für später auf. Merseburg ist nicht aus der Welt. Anschließend stiegen wir über die Domprobtstei und die Domstufen hinab zur Saale. Wir überquerten die Saale auf der Neumarktbrücke und hielten uns gleich nach der Brücke, noch vor der Neumarktkirche St. Thomae, nach rechts entlang der Saale. Dort liefen wir noch bis zum „Dom- und Schlossblick“, machten ein paar Fotos, genossen die Stille und gingen zurück. Über die Neumarktbrücke, Am Neumarkttor und die Obere Burgstraße marschierten wir zurück zu unserem Parkplatz und gönnten uns unser Picknick unter den Bäumen auf der Parkplatzbank.

Die Merseburger Rabensage: http://www.merseburg-direkt.de/Rabensage.htm

Die Rückfahrt beginnen wir über die bereits erwähnte Obere Burgstraße. Über die Neumarktbrücke und den Neumarkt verlassen wir Merseburg zur B 181 und halten uns in Richtung Leipzig. Wir bleiben aber nicht lange auf der Bundesstraße, wenige Kilometer weiter verlassen wir sie auf die Landstraße in Richtung Lützen, Granschütz und Weißenfels. Mit Lützen und Granschütz entdecken wir dabei noch einmal zwei sehr einladend wirkende Orte mit einem hübschen Altstadtkern. Wir halten aber nicht an. Wir sind für heute Altstadt gesättigt; und wir wollen ja auch Motorrad fahren, nicht nur in Motorradstiefeln über Altstadtpflaster stapfen. Vor Weißenfels biegen wir in Richtung Hohenmölsen ab und verlassen Sachsen-Anhalt in Richtung Thüringen durch das mehr als 1000 Jahre alte Zeitz und weiter in Richtung der ehemaligen Residenzstadt der Wettiner, Altenburg. Wir durchqueren das ehemalige Uran-Bergbaugebiet der Wismut zwischen Zeitz, Gera, Ronneburg, Paitzdorf und Seelingstädt – heute eine sanierte und rekultivierte, leicht hügelige und liebliche Landschaft. Vorbei am Reuster Berg mit seinem Bismarckturm erreichen wir über Seelingstädt, Trünzig und Neumühle das Tal der Weißen Elster, an deren Flusslauf wir auf einer kurvenreichen und kurzweilig zu fahrenden Schlussetappe durch den Wald („über den Hohen Ries“) unseren Ausgangspunkt Greiz erreichen.

Streckencharakter:

  • etwa 230 Kilometer, ungefähr 4,5 Stunden / mit Besuch Merseburgs eine Tagestour
  • eine Fahrt vom thüringisch-vogtländischen Hügelland an die mittlere Saale in Sachsen-Anhalt
  • abwechslungsreiche Mischung von Bundes-, Land- und kleinen Seitenstraßen
  • keine wirklich nervigen Ortsdurchfahrten
  • keine Strecken-Extreme

weiterführende Links:

Imbiss und Einkehr:

  • Trucker-Eck in Stößen: KLICK HIER
  • verschiedene Einkehrmöglichkeiten in Merseburg
  • Eis-Café und Pizzeria „Eisbär“ in Lützen
  • Eis-Café „Toscana“ in Lützen
  • Eis-Café und Pizzeria Bauer in Granschütz

weitere Ausflugsziele: (obwohl unser Tourziel einzig und allein Merseburg war, möchte ich noch ein paar Tips geben; siehe auch „weiterführende Links“)

  • Weißenfels: Altstadt mit Schloß Neu-Augustusburg
  • Weißenfels: Bismarckturm (Achtung: nicht immer geöffnet)
  • Altstädte mit Einkehrmöglichkeiten: Lützen und Granschütz
  • Zeitz: Altstadt mit Schloss Moritzburg
  • „unterirdisches Zeitz“, die mittelalterlichen Zeitzer Bierkeller
  • Ronneburg: Schloss Ronneburg
  • Reust: Reuster Berg mit Bismarckturm

Streckenführung (OE: Ortseingang / OA: Ortsausgang / OD: Ortsdurchfahrt / OT: Ortsteil):

Start in Greiz – B 92 / B 94 in Richtung Gera / Schleiz: Weißer Stein – Silberloch – weiter B 92 in Richtung Gera: Gommla – Daßlitzer Kreuz – Wildetaube – Wittchendorf – Hohenölsen, dort die B 92 nach links in Richtung Hohenleuben verlassen und nach 750 Metern wieder rechts: Loitsch – Steinsdorf OD in Richtung Auma, nach OA weiter zur L 2331, dort rechts in Richtung Weida – nach 500 Metern die L 2331 nach links verlassen: bei Schömberg – Rohna – Niederpöllnitz OD – Bhf. Harth-Pöllnitz – Struth – weiter zur B 2, dort rechts in Richtung Gera bis OE Großebersdorf, dort links – auf der B 175 / L 1073 in Richtung Hermsdorf / A 9: bei Lederhose – Kreisverkehr Neuensorga, rechts ausfahren – L 1073: Tautendorf – bei St. Gangloff – A 4 kreuzen – Hermsdorf, OD bis zum ersten Kreisverkehr (Globus), dort rechts ausfahren in Bad Klosterlausnitz – A 4 kreuzen – bei Hermsdorf Ost – A 4 erneut kreuzen – Bad Klosterlausnitz, zur L 1075, dort links – OD Klosterlausnitz in Richtung Eisenberg – weiter auf der L 1073 – Eisenberg OD – die L 1073 geradeaus bis(!!) zur B 7, dann erst links in Richtung Jena – nach ca. 400-450 Metern die B 7 nach rechts verlassen (Kreisverkehr Schützenplatz) – Adolf-Geyer-Straße / Königshofener Straße / L 1073 – A 9 kreuzen – Königshofen – Heideland – bei Lindau – weiter L 198 – Kleinhelmsdorf – die A 9 bei Droyßig kreuzen – bei Roda / Weickelsdorf, Meineweher Straße bis zur B 180 – B 180 Meineweh, links in Richtung Naumburg: Oberkaka – die A 9 erneut kreuzen – bei Unterkaka – Pretzsch – weiter bis Trucker-Eck Stößen, dort die B 180 nach rechts verlassen: L 199 – Stößen – Nöbeditz – Gröbitz – Prittitz, weiter bis zur B 87 – B 87 in Richtung Weißenfels – Weißenfels – Ortsumfahrung auf B 87 / B 91 in Richtung Merseburg – B 91 – bei Burgwerben – die A 38 kreuzen – Leuna – Merseburg >>> Altstadt

Rückfahrt: Merseburg über Obere Burgstraße, Neumarktbrücke, Neumarkt und weiter zur B 87 verlassen – B 87, links in Richtung Leipzig – bei Luppenau / Tragarth – Wallendorf an der Luppe, die B 87 nach rechts in Richtung Lützen / Schladebach verlassen – L 184: Kiesgruben Wallendorf-Schladebach – bei Bad Dürrenberg zur L 187, dort links … rechts – weiter L 184 in Richtung Lützen – A 9 kreuzen – Lützen, OD bis zur B 87, dort rechts in Richtung Weißenfels / A 38 – auf der B 87 in Richtung A 38 bleiben – die A 38 in Richtung Hohenmölsen / Granschütz kreuzen – aus der B 87 wird die L 189 – Starsiedel OD, Muschwitzer Straße – Muschwitz OD – Taucha – Granschütz OD, links halten – Bahnhofstraße – L 190 – Bahnhof Webau – Webau OD, Hohenmölsener Straße – bei Wählitz – Hohenmölsen, nach OE die L 190 geradeaus verlassen – Lützener Straße in Richtung Wuschlaub / Bösau >>> dann aber rechts halten – L 191 in Richtung Theißen – L 191 – bei Freizeitpark Pirkau – Pirkau OD – weiter auf der L 191 bis zur B 91 bei Theißen, dort links – B 91 in Richtung Zeitz bis zum Kreisverkehr B 91 / B 2 beim Globus-Markt Theißen – im Kreisverkehr geradeaus(!!) durch – OD Zeitz auf Weißenfelser-, Geußnitzer Straße >>> wird zur B 180 in Richtung Meuselwitz / Altenburg – nach OA Zeitz, am Abzweig Geußnitz die B 180 nach rechts verlassen – L 196 – Geußnitz – Wildenborn – Lindenberg – Kayna, OD rechts halten – Roda – Pölzig, OD links halten – weiter in Richtung Ronneburg – Sachsenroda – Baldenhain – L 1081 – Großenstein OD, nach dem OA Großenstein rechts halten in Richtung Korbußen – Korbußen OD in Richtung Gera / A 4 – die A 4 kreuzen – Kreisverkehr Gera-Leumnitz, dort links ausfahren – L 1362 (die alte B 7) in Richtung Ronneburg – Ronneburg, OD bis zur Brunnenstraße, dort halbrechts abbiegen – Brunnenstraße in Richtung Reust / Rückersdorf – weiter zur L 1081, dort rechts – Reust – Rückersdorf – Seelingstädt, rechts halten – L 2337 – die B 175 kreuzen – bei Langenbernsdorf OT Trünzig – weiter L 2337 bis Abzweig Sorge-Settendorf nach rechts – L 2338 – Sorge-Settendorf OD bis nach dem ´Reiterhof Ralf Pagel´, dann links in Richtung Waltersdorf – Waltersdorf, OE links halten – OD – Neumühle, OD bis zum Abzweig rechts in Richtung Greiz – Greiz


 

Sind Motorradfahrer per se alle Raser?

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„Horrorwochenende“ titelte die BILD am Montag nach dem Wochenende 11./12.Juli 2015; „Mindestens zehn getötete Motorradfahrer“

Sicher ist die Zahl schrecklich und jeder einzelne Todesfall tragisch. Leider kommt in der Printausgabe der BILD dabei nicht zur Sprache, wie die Unfälle passierten und wie sich die Schuldfrage klärt. Und so bleibt die Suggestion, „Motorradfahrer sind Raser“. In persönlichen Gesprächen und in diversen (online-)Kommentaren klingen diese Pauschalisierung und Verallgemeinerung immer wieder durch.

Ich habe ein paar Unfälle desselben Wochenendes und des darauf folgenden Montags heraus gepickt. Es sind auch einige dabei, die könnte man genauso reißerisch in Szene setzen, wie das obige „Horrorwochenende“. Zum Beispiel diesen hier: In Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) hat eine 28-jährige, volltrunkene Frau (3,64 Promille!!) am Abend einen Unfall gebaut. Sachschaden: 25.000 Euro. Die 44-jährige Unfallgegnerin wurde ebenso verletzt wie die Unfallverursacherin und das fünfjährige Kind, das sie im Auto bei sich hatte.

Ebenfalls in Annaberg-Buchholz krachte ein 21-jähriger Golf-Fahrer vormittags mit 0,66 Promille an einen Baum. Der Baumstürzte dabei um und auf den Golf.

Es geht aber noch weiter:

Ein Unfall in Reinsberg (bei Siebenlehn/Mittelsachsen), verursacht durch den Vorfahrtsfehler eines 36-jährigen VW-Fahrers, verursachte 5000,- Euro Schaden. Der entgegenkommende 34-jährige Motorradfahrer auf einer Honda erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen.

In Oelsnitz (Vogtland) missachtete ein 28-jähriger Transporterfahrer die Vorfahrt einer 27-jährigen Opel-Fahrerin. Die junge Frau wurde dabei verletzt, der Sachschaden beträgt etwa 5.500 Euro.

In Plauen (Vogtland) verlor eine junge Frau die Kontrolle über ihren Wagen (wenn sie die Kontrolle jemals besaß). Sie kam von der Hofer Landstraße ab und prallte gegen einen Baum. Sie war am Sonnabendvormittag(!!) mit 1,58 Promille unterwegs.

Drei Fahrzeuge waren in einen Unfall bei Ebersdorf verwickelt. Ein 86-jähriger Ford-Fahrer beachtete beim Linksabbiegen die Vorfahrt eines Skoda nicht. Ein nachfolgender Ford fuhr in der Unfallstelle auf den Skoda auf.

Auf der B 92 bei Rebersreuth bei Oelsnitz/Vogtland fuhr eine 19-jährige mit ihrem Nissan in die Leitplanken. sie war in der Kurve von der Fahrbahn abgekommen.

In Mittweida fahndet man nach einer grauhaarigen älteren Dame, die mit ihrem Smart einen haltenden Ford streifte und weiterfuhr.

Auch das gehört dazu: Auf der B 169 in Aue stoppte die Polizei einen Biker bei einer Geschwindigkeitskontrolle, weil er zu schnell war. Außerdem war der 30-jährige mit 1,84(!!) Promille auf dem Motorrad unterwegs.

Ebenfalls in Aue überholte ein BMW-Fahrer (62) kurz vor einer Bergkuppe einen Audi (Fahrer: 21). Wegen Gegenverkehr wich der BMW nach rechts aus und touchierte den Audi.

Im Frankenberger OT Langenstriegis bog der 74-jährige Fahrer eines Renault nach links ab und beachtete die Vorfahrt eines weiteren Renault nicht. Beide Fahrer wurden verletzt, der Sachschaden beträgt 10.000 Euro.

Die Aufzählungen hätten sich fortsetzen lassen, ich habe dann aber aufgehört.

Bei circa 460 Motorradkilometern am Wochenende bemerkte ich keinen Motorradfahrer (und es waren weiß Gott viele unterwegs), der sich riskant, rücksichtslos oder gar idiotisch benahm. Wobei ich damit nicht behaupten will, dass die Vertreter dieser Zunft nicht auch unterwegs gewesen sind. Der größte Idiot war allerdings ein Autofahrer: zwischen Wildenthal und Eibenstock im Erzgebirge musste ein Mazda-Fahrer unbedingt an uns vorbeiziehen – wir waren vier mit ca. 100 km/h und einem dem Tempo angepasstem Sicherheitsabstand die Landstraße befahrende Motorradfahrer. Um uns Vier gleichzeitig zu überholen musste er die zulässige Höchstgeschwindigkeit erheblich überschreiten. Das Wiedereinordnen geschah genauso riskant, denn es nahte eine Kurve und aus dieser heraus der Gegenverkehr. Das Geschrei hätte ich hören wollen, wenn die Konstellation umgekehrt gewesen wäre.

Also liebe Autofahrer, Motorradhasser, Verallgemeinerer und Pauschal-Verurteiler: bitte den Ball schön flach halten und erst mal an die eigene Nase fassen.

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Eine weitere relativierende Begebenheit liegt schon ein paar Wochen zurück: Im Ruhrgebiet bei Bottrop veranstaltete man im April eine eigens auf Motorradfahrer ausgerichtete Blitzer- (oder Laser-)Aktion. Betroffenheit und Ernüchterung machte sich bei den Organisatoren breit, als man NICHT EINEN Motorradfahrer zur Rechenschaft ziehen musste, dafür aber 265 zu schnelle Autofahrer, teilweise auch deutlich zu schnell. Man argumentierte, dass das Wetter schlecht gewesen sei, kein Motorradwetter also. Sicher, es gibt auch den Typ Motorradfahrer, der nur bei schönstem Wetter den Weg zum Bikertreff kennt und sein Motorrad ansonsten nicht rausholt. Und das sind oftmals gerade die, die dann sonntags die Sau auf zwei Rädern rauslassen. Aber es werden ja wohl nicht gar keine Biker unterwegs gewesen sein. Und man gab zu bedenken, dass die Aktion ja bekannt gewesen war. Dann frage ich mich, ob sie für die Autofahrer nicht bekannt gewesen ist; oder waren die besonders dämlich? Jetzt will man die Blitzer-Veranstaltung solange wiederholen, bis das Ergebnis medientauglich verkauft werden kann. Das nenne ich doch Unvoreingenommenheit, frei von Vorurteilen und eine objektive Herangehensweise (die selbstverständlich der Verkehrssicherheit dient) ….. Ironie aus!

Wie gesagt: wenn jeder zuerst bei sich anfängt und vor seiner eigenen Haustüre kehrt – und dann zu dem Ergebnis kommt, dass man mit Rücksicht, gegenseitiger Achtung und mit vorausschauender sowie defensiver Fahrweise auch Fahrspaß haben kann – dann sind wir einen großen Schritt weiter; als wenn jeder nur das Fehlverhalten des jeweils anderen hochstilisiert und verallgemeinert.

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drei beziehungsweise vier Tage später:

Ich stehe gegen Abend mit dem Motorrad bei Rot an der Chemnitzer Ampelkreuzung Neefe-/Lützowstraße und möchte die Neefe´ überqueren. Die Fußgängerampel neben mir schaltet ein paar Sekunden eher auf Grün als meine Ampel. Zu dem Zeitpunkt hatte die Neefestraße definitiv Rot! Da schießt ein silbergrauer PKW auf der Neefe´über die Lützowstraße. Nicht auszudenken, wenn an der Fußgängerampel bereits ein Kind losgerannt wäre. Der Autofahrer hat das Rot missachtet; entweder weil er gepennt hat, oder weil er viel zu schnell war um noch gefahrlos anzuhalten.

Auf der B 175 bei Altgeringswalde kam es zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem abbiegendem Kleintransporter und einem Motorradfahrer. Der Motorradfahrer prallte in den IVECO und verletzte sich so schwer, dass er an der Unfallstelle verstarb. Das Motorrad wurde völlig zerfetzt, die Unfallbilder sind schockierend. Inwieweit eine nichtbeachtete Vorfahrt des Motorrades (durch den Kleintransporterfahrer) oder eine stark überhöhte Geschwindigkeit des Bikers eine Rolle spielen, muss noch geklärt werden.

Was ich sagen will ist, dass wir alle keine Heiligen sind und keiner zu schlau dazu ist, keine Fehler zu machen. Und in hohem Maße spielen Risikobereitschaft, das Hinwegsetzen über Regeln und ein mangelhaftes Unrechtsbewusstsein eine Rolle. Aber da zeigen wir dann lieber auf die anderen, anstatt erst einmal an uns selbst zu arbeiten. Wir haben offenbar ein Mentalitätsproblem. Beim Motorradunfall hat es nur leider schlimmere Folgen; und zieht die Aufmerksamkeit heischenderen und polarisierenden Überschriften nach sich.  

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Motorradtour zur Burgruine Thierstein (2015)

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Die Burg Thierstein im Fichtelgebirge (Oberfranken)

Auf der Fahrt in den Motorradurlaub in den Bayrischen Wald entdeckten wir nahe der A 93 eine Burgruine. Die Karte gab den Namen der nächstgelegenen Ausfahrt preis: Thierstein. Auf der Rückfahrt im September ´15 fassten wir den Entschluss, dass diese Burg das Ziel einer Motorradtour werden soll. Gesagt, getan – im Juni 2015 starteten wir in Ostthüringen.

Oberfranken ist immer wieder ein gern aufgegriffenes Ziel. Zuletzt weilten wir im Mai 2015 im Rahmen unserer traditionellen Motorradtour mit Freunden auf dem Großen Waldstein im Fichtelgebirge. Auch die Burgruine Thierstein liegt im Fichtelgebirge.

Unser erster kurvenreicher und kurzweiliger Streckenabschnitt, die L 1295 / S 295 zwischen der B 92 bei Greiz und Mylau an der B 173 war das liebliche Göltzschtal mit der imposanten Göltzschtalbrücke, der weltgrößten Ziegelsteinbrücke im Tal des namensgleichen vogtländischen Flüsschens. Unweit der Göltzschtalbrücke grenzen Thüringen und Sachsen aneinander, die Göltzsch fungiert stellenweise als Grenzflüsschen. Drei interessante Einblicke möchte ich vor der Weiterfahrt noch schnell mit auf den Weg geben: Erstens, die Göltzsch ist ein Flüsschen, das deutschlandweit immer wieder mit nicht unerheblichen Goldfunden von sich reden macht. Sogar ein Goldmuseum gibt es hier, und zwar im nahegelegenen Limbacher Ortsteil Buchwald. Zweitens, die in der Nähe unseres Treffs auf einem Felssporn gelegene Burg Mylau geht auf eine alte Wehrbefestigung aus dem 12. Jahrhundert zurück und gehört heute zu den besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Sachsens. Drittens etwas Informatives zur Göltzschtalbrücke: Ich möchte nicht alles erwähnen, was man zu dieser beeindruckenden Brücke an anderen Stellen viel ausführlicher findet (KLICK HIER). Aber ein paar Brücken-Info´s will ich dennoch liefern:

Der Bau der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn verlangte den Bau einer Brücke als Talüberquerung über die Göltzsch. Als die Brücke im Stil alter römischer Aquädukte im Jahr 1851 fertiggestellt wurde, war sie die größte Eisenbahnbrücke der Welt. Sie wurde im Laufe der Zeit von anderen Bauwerken überholt, aber die weltgrößte Ziegelsteinbrücke ist sie immer noch; und als solche ein wahrer Superlativ. Heute wird sie von der Bahn auf der Sachsen-Franken-Magistrale (von Dresden nach Nürnberg) befahren und befindet sich auf dem Streckenabschnitt zwischen Reichenbach und Plauen.

Wir verlassen das Göltzschtal auf der B 173, einer nicht unattraktiven und an diesem Tag recht verkehrsarmen Bundesstraße in reizvoller Landschaft in Richtung des Oberen Vogtlandes. Noch vor der Vogtlandmetropole Plauen verlassen wir aber die Bundesstraße 173. Über die B 169 und weiter über eine Landstraße erreichen wir Theuma. Nach einem kurzen Intermezzo auf der B 92 verlassen wir dann auch diese Bundesstraße, um fortan bis ins fränkische Rehau nur noch Landstraßen zu nutzen. Wir erreichen das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet. Das Reisen im sogenannten grünen Band macht Spaß. Das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet ist bebauungsarm und reich an vielseitiger Natur; eine positive Folge 40-jähriger Teilung und Abgeschiedenheit. Heute weisen nur noch die braunen Tafeln „Hier war Deutschland bis zum xx.xx.xx geteilt” auf die ehemalige Existenz zweier deutscher Staaten hin. Und wir machen auf bayrischer (sorry: auf fränkischer!) Seite eine kleine Pause.

Pause bei Nentschau

Pause bei Nentschau

Nach den heimatlichen Flüssen Weiße Elster (in Greiz) und der oben erwähnten Göltzsch erreichen wir nun die (südliche) Regnitz bei Regnitzlosau. Lieblich ist die Landschaft in dieser zum Großteil landwirtschaftlich genutzten Region Oberfrankens. Die zumeist kleinen Orte wirken freundlich und einladend. Wir sind hier meistenteils in den flachen Ausläufern der uns umgebenden Mittelgebirge (Vogtland, Frankenwald, Fichtelgebirge) unterwegs.

Eine Unklarheit erleben wir in Rehau: Die Ausschilderung in Rehau in Richtung Schönwald und Selb ist verworren und gegen Ende überhaupt nicht mehr eindeutig. Dann findet die B 289 in Rehau ein plötzliches Ende auf der A 93; dabei wollten wir über Land auf der B 15 nach Schönwald fahren. Zwei Möglichkeiten bieten sich ab Ortseingang Rehau: entweder Rehau – A 93, AS Rehau-Nord in Richtung Regensburg / Selb bis zur Ausfahrt Schönwald >>> dort die A 93 wieder verlassen – bei Grünhaid – Schönwald; oder Rehau, Ortsdurchfahrt über die Regnitzlosauer, Sonnen- und Jahnstraße zur B 289 in Richtung Selb / Schönwald – vor (!!) der Autobahn rechts auf die ST 2192 (alte B 15) in Richtung Schönlind – die A 93 unterqueren – weiter parallel zur Autobahn auf der (alten) B 15 in Richtung Schönwald – die A 93 erneut unterqueren – bei Grünhaid – Schönwald. Wer also NICHT auf die Autobahn will, unbedingt gut vorinformieren. Die B 289 führt automatisch auf die Autobahn. Die B 15 ist in Teilen zwischen Rehau – Schönwald – Selb auf die Autobahn verlegt, auch wenn die Routenplaner etwas anderes erzählen!! Aber so oder so, ab Schönwald geht es auf der Landstraße weiter.

Nach der Weißen Elster, der Göltzsch und der Regnitz erreichen wir alsbald die Eger. Die Eger ist uns vor allem als ein (immerhin 316 km langer) Nebenfluss der Elbe in Nordböhmen (in Tschechien) bekannt und nennt sich dort Ohře. Ihre Quelle hat sie jedoch hier, im fränkischen Fichtelgebirge. Hier in ihrer Kinderstube, an ihrem Oberlauf, ist sie allerdings noch sehr unscheinbar; sie will erst einmal ein Fluss werden. Nach dem Überqueren der Eger bei Neuhaus haben wir unser Tourziel auch fast schon erreicht. Aus dem Egertal heraus geht es auf der Schlussetappe noch einmal stetig bergauf. Immerhin ist die Burg Thierstein eine klassische Höhenburg. Schon bald rückt auch die Silhouette der Burgruine und des kleinen Ortes in unser Blickfeld. Jetzt nur noch einen geeigneten Parkplatz finden und wir haben unser Ziel erreicht.

Blick über den Wäschteich nach Thierstein

Blick über den Wäschteich nach Thierstein

Wer bis zur Burgruine fahren will, muss die Burgstraße finden. Dazu fährt man in Thierstein weiter in Richtung A 93 / Höchstädt und biegt noch in Thierstein, gegenüber dem Gasthof „Zur Burg“, nach rechts in die Burgstraße ab. Die Burgstraße ist die einzige Zufahrt zur Burg und stellt die Zufahrt durch das frühere, ehemals zur Burg gehörende Burgvorgelände dar. Aber, das sei auch gleich gesagt, entlang der Burgstraße besteht Parkverbot – und direkt vor der Burg ist Platz für allerhöchstens vier Motorräder (die Anwohner eventuell um Erlaubnis bitten). Eine weitere Möglichkeit wäre das Parken im Ort und die Nutzung des Fußweges, entweder ab Marktplatz oder ab hinter der Kirche. Der Fußweg ist etwa 200 Meter lang und logischerweise ansteigend. Die Burg steht meines Wissens zwischen März/April und Oktober offen, eine Kasse des Vertrauens in einer alten Tonne sollte fairerweise einen Obolus erhalten. Dieser „Burg-Zoll“ berechtigt zum Betreten und Besichtigen der Burgruine und zum Besteigen des Burgfriedes. Bitte die ausgehangenen Verhaltensregeln im Burgfried befolgen (Fenster und Fensterläden wieder schließen, Licht ausmachen, Turm nicht besteigen bei Gewitter und so weiter).

Burgfried, Burgruine und Burgstraße

Burgfried, Burgruine und Burgstraße

1343 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Den kleinen Ort dominierend, erhebt sie sich an den steil abfallenden Ausläufern eines nach Nordosten ausgerichteten Basalt-Felssporns in 615 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Sie diente als Warte (Beobachtungsposten, Ausguck) und als Richteramtssitz. Nach einer Brandkatastrophe im Jahr 1725 verfiel die Burg. Heute ist die Burg eine einladende, gut gesicherte Ruine und besitzt einen begehbaren Burgfried. Vom Turm aus hat man einen schönen Ausblick in die Umgebung mit weiter Sicht über große Teile des Egerlandes, nach Böhmen, Sachsen, Thüringen und in die Höhen des Fichtelgebirges. Auch der Große Waldstein, der zu Pfingsten unser Tourziel war, ist in der Ferne zu sehen.

Die Burgruine wird für vielerlei kulturelle Veranstaltungen genutzt. Damit diese nicht ins Wasser fallen, ist der Innenhof mit einem hochwertigen Zeltdach an stabilen Pylonen dauerhaft überdacht. Nicht sehr fotofreundlich, aber doch sehr praktisch. Bei uns kam nämlich gerade die Sonne raus – und während es auf der Hinfahrt über die Höhenlagen und durch die Waldabschnitte des Oberen Vogtlandes doch eher sehr frisch war, drückt der Planet jetzt mit aller Macht und Schwüle auf uns herab. So nutzen wir gleich die Kühle im Inneren der Burgmauern und das Schatten spendende Zeltdach und nehmen auf den im Burghof aufgestellten Biertischgarnituren unser Picknick aus dem Tankrucksack ein. Wir sind eh ganz allein auf der Burg. Danach brechen wir zur Rückfahrt auf.

Impressionen auf Burg Thierstein

Impressionen auf Burg Thierstein

Die Rückfahrt treten wir über Marktleuthen, Schwarzenbach an der Saale, Oberkotzau und Hof an, bevor wir dann hinter Hof die fränkischen Gefilde verlassen und wieder das Vogtland in Sachsen und Thüringen erreichen. Zunächst sind wir recht ländlich unterwegs – dabei haben wir noch einmal einen Blick zurück zu „unserer Burg“, bevor auch diese unserem Blickfeld entschwindet. Wir erreichen noch einmal die vorhin erwähnte Eger und alsbald die Saale; und zwar die Sächsische Saale. Die Sächsische Saale kommt nämlich aus Oberfranken (Bayern) und fließt weiter nach Thüringen und Sachsen-Anhalt. Warum sie dennoch SÄCHSICHE Saale heißt, obwohl sie Sachsen überhaupt nicht berührt? Vermutlich stammt die Bezeichnung noch aus der Zeit, als weite Teile Thüringens von den sächsischen Wettinern regiert wurden. Und irgendwie müssen die Franken ja auch ihre zwei Saaleflüsse auseinanderhalten. Es gibt nämlich noch eine: die Fränkische Saale.

Mit Hof haben wir auf der Rückfahrt die einzige nennenswerte Ortsdurchfahrt vor uns. Und ausgerechnet jetzt versucht die Sonne wieder, ihr Gesicht zu wahren und den bisher verkorksten Sommer 2015 zu retten. Allerdings, hier in Hof können wir deren Anstrengungen nun gar nicht gebrauchen. Aber es ist Sonntagnachmittag, kein Berufsverkehr, keine rush-hour. Wir sind schneller durch Hof als gedacht und es wird wieder ländlich. Überhaupt ist die gesamte Tour sehr ländlich geprägt und mit viel Natur gesegnet. Das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet mit seiner spärlichen Bebauung tut dem noch ein Übriges.

Am Ortsausgang Hof schlagen wir uns auf kleinen Nebenstraßen entlang der Saale in Richtung des ehemaligen Grenzortes Hirschberg durch. Wir erreichen Thüringen und befahren mit der B 2 ein Stück der längsten Deutschen Bundesstraße, der Deutschen Alleenstraße und der ehemaligen, mittelalterlichen Via Imperii (der Reichsstraße). Vorbei an der Rennstadt Schleiz und auf der B 282, unter Einbeziehung eines Teilstücks des alten Schleizer Dreiecks (zwischen Heinrichsruh / Hotel Luginsland und Oberböhmsdorf) erreichen wir zwischen Pausa (dem „Mittelpunkt der Welt“) und Greiz das Vogtländische Oberland. Bitte nicht verwechseln: auf der Hinfahrt fuhren wir durch das Obere Vogtland. Das ist eine geographische Region innerhalb des Sächsischen Teils des Vogtlandes. Jetzt sind wir im Vogtländischen Oberland. Dies ist eine regional-politische Region – und zwar eine Großgemeinde mit mehreren Ortsteilen im Thüringer Vogtland. Das sind aber letztlich schnell vergessene Spitzfindigkeiten. Wenn man sich aber merken kann, dass sich das Vogtland über vier Länder (Sachsen, Thüringen, Böhmen und Bayern/Oberfranken) erstreckt, dann weiß man schon mehr als die Zeitgenossen, die vom Vogtland überhaupt noch nichts gehört haben 😎 😉

Auf der Tourismusroute Fürstenstraße der Reußen (B 94) erreichen wir auf der Schlussetappe unseren Start- und Zielort Greiz.

weiterführende Links:

Streckencharakter:

  • etwa 205 – 210 Kilometer, 3 ½ Stunden ohne Aufenthalte; mit Aufenthalten 4 ½ Stunden
  • mittelmäßig anspruchsvoll; kurzweilige und kurvenreiche Strecke ohne Extreme
  • Mittelgebirgstour; vorwiegend im thüringer, sächsischen und bayrischen Vogtland bis ins fränkische Fichtelgebirge und an die Randausläufer der fränkischen Schweiz
  • viel Natur, bis auf Hof überschaubare Ortsdurchfahrten, wenig Verkehr auf den Landstraßen und auf den Bundesstraßen zumindest an Sonn- und Feiertagen
  • eine „Genuss-Tour“, sehr sehenswertes Ausflugsziel: Burgruine Thierstein

Streckenbeschreibung (OE: Ortseingang, OA: Ortsausgang, OD: Ortsdurchfahrt):

Start ist in Greiz, die Perle des Vogtlandes – B 92 in Richtung Plauen bis zum Abzweig der Göltzschtalstraße nach links – L 1295 / S 295 in Richtung Mylau – Göltzschtal, Göltzschtalbrücke, weiter bis zur B 173, dort rechts – B 173 in Richtung Plauen: Netzschkau, Lauschgrün, Buchwald, bei Treuen, Thoßfell – bei Neuensalz die B 173 nach links auf die B 169 in Richtung Falkenstein / Auerbach verlassen – die B 169 nach etwa 1,9 km nach rechts verlassen und gleich wieder links – S 312 in Richtung Oelsnitz: Theuma OD, Kreisverkehr Juchhöh, bei Untermarxgrün, Oelsnitz – nach rechts auf der S 312 / Plauensche Straße bleiben bis zur B 92, dort links in Richtung Bad Elster – die B 92 nach etwa 3,4 km nach rechts verlassen (Nähe Bhf. Oelsnitz) – S 307: Lauterbach, Triebel OD, weiter in Richtung Hof, Haselrain – kurze Pause (großer Parkplatz rechts der Straße zwischen Haselrein und Nentschau – weiter ST 2453: Nentschau, bei Trogenau, weiter bis zur ST 2192, dort links in Richtung Hof – ST 2192: Regnitzlosau OD, weiter bis Rehau – in beziehungsweise ab Rehau entweder die A 93 in Richtung Selb / Regensburg von Rehau-Nord bis Schönwald nutzen, oder auf der Ortsdurchfahrt zur B 289 in Richtung Schönwald / Selb und noch vor der Autobahn weiter auf der ehemaligen B 15 (jetzt ST 2192) in Richtung Schönlind >>> Schönwald / Selb weiterfahren – Schönwald OD – Selb, OD auf dem Christian-Höfer-Ring in Richtung CZ / Waldsassen / Arzberg / Marktredwitz / Thierstein – weiter auf der Hohenberger Straße / ST 2178 – Selb OT Silberbach – weiter auf der ST 2178 bis zum Abzweig rechts nach Neuhaus / Thierstein – WUN 4 – die Eger überqueren / Egertal – nach dem OE Neuhaus rechts halten >>> zur Thiersteiner Straße – Neuenmühle – in Neudürrlas rechts halten – Pfannenstiel, links halten – Wäschteich – Thierstein, Burgruine 

Rückfahrt ab Thierstein in Richtung A 93 / Höchstädt – A 93 kreuzen, Höchstädt OD bis zum Schlossplatz, dort rechts auf die ST 2176 in Richtung Schwarzenbach / Marktleuthen – Marktleuthen, den Bibersbach überqueren, weiter OD entlang der Eger, bis zum Kreisverkehr nach dem Marktplatz, dort links – ST 2177 in Richtung Schwarzenbach – bei Kirchenlamitz – bei Baumersreuth, bei Mittelschieda – Schwarzenbach an der Saale, OD in Richtung Hof – B 289 unter kurzer Mitnutzung überqueren – weiter ST 2177 in Richtung Oberkotzau – Herrenlohe – Fattigau – Oberkotzau OD – Hof, am OE auf die B 15 auffahren – Hof OD bis zur B 173 in Richtung Naila / Kronach – fast am Ende der OD Hof die B 173 nach rechts in Richtung Tiefengrün / Hirschberg verlassen – Hofecker Straße, bei Unterkotzau >>> ST 2192 >>> Hirschberger Straße – Brunnenthal – A 72 kreuzen – bei Saalenstein – Joditz – Lamitz – bei Tiefengrün / Hirschberg rechts halten – Hirschberg OD, Schulstraße, Plauensche Straße in Richtung Gefell – Dobareuth, zur B 2, dort links in Richtung Schleiz – B 2 (zwischendurch wird die B 2 wegen Verlegung auf die Autobahn zur L 3002) : Dobareuth, Gefell, „Deutsche Alleenstraße“, Zollgrün, Schleiz OT Heinrichsruh – im Kreisverkehr die B 2 nach rechts verlassen – weiter B 282 in Richtung Mehltheuer / Plauen: „altes Schleizer Dreieck, bei Oberböhmsdorf, Langenberg, Mühltroff, Kreuzung Waldfrieden – am Abzweig Ranspach / Pausa die B 282 nach links verlassen – S 318 – Ranspach – Oberreichenau – Pausa OD („Mittelpunkt der Welt“, „Erdachse“) – Pausa OD geradeaus in Richtung Ebersgrün – Kreuzung bei Wolfshain, geradeaus – Dobia – Wellsdorf – Erbengrün – Naitschau – in Naitschau zur B 94, dort rechts – B 94 „Fürstenstraße der Reußen“: Zoghaus, Neukurtschau, Silberloch, Weißer Stein – Greiz

 

Schwerer Unfall bei Heimkinderausfahrt

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Zwei Tote bei gemeinsamer Motorradausfahrt für Heimkinder in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge

https://mopo24.de/Home#!nachrichten/zwei-tote-bei-heimkinder-fahrt-7810

Der Ausgang der Jubiläums-Motorrad-Heimkinderausfahrt Sächsische Schweiz und Osterzgebirge, zum 20. mal organisiert durch den Motorradverein „Beinhart“ Pirna, ist schrecklich; ist tragisch!

Mein Beileid gilt den Angehörigen der Unfallopfer. Den Kindern und Jugendlichen wünsche ich, dass sie das Geschehene verarbeiten. Dem Motorradclub wünsche ich Kraft und Nerven, dass sie sich zur Fortsetzung dieser an sich sehr schönen Tradition durchringen, dabei aber die Lehren aus den Geschehnissen ziehen.

Rückblick: Eine Schulklasse aus Haltern am See will aus Frankreich nach Deutschland fliegen und stürzt mit einer ´German Wings´-Maschine über den französischen Alpen ab. Eine Schulklasse ist mit dem Bus auf Klassenfahrt und der Busfahrer schläft auf der Autobahn bei Tempo Einhundert ein. Eine Schulklasse fährt in einen Vergnügungspark und erlebt dabei einen der schrecklichsten Achterbahn-Unfälle (neulich erst geschehen). Die Liste ließe sich fortsetzen. Es kann immer etwas passieren. Was an dem Fall der Heimkinderausfahrt polarisiert, ist die Tatsache, dass es eine MOTORRAD-Ausfahrt war. Sind das nicht eh alles Raser? Nein, sind sie nicht; und bei so einer Veranstaltung gleich gar nicht. Die Motorradfahrer die sich dafür aufopfern, wollen den Kindern und Jugendlichen einen außergewöhnlichen Tag bescheren. Dafür nehmen sie oftmals weite Anfahrtswege auf sich, nehmen mitunter einen Tag Urlaub, bezahlen das Benzin selbst und helfen, diese Ausfahrt mit all ihren Nebenkosten durch Spendenbeiträge mitzufinanzieren. Im übrigen sind die Biker auch maßgeblich daran beteiligt, Helme, Handschuhe und Regenkombis bereitzustellen. Dass es für die Kinder und Jugendlichen ein erlebnisreicher Tag ist, zeigt auch die Tatsache, dass sie schon Wochen vorher völlig aufgeregt sind, in die Vorbereitungen eingebunden werden und ein tolles Rahmenprogramm gestalten. Das Leuchten in den Kinderaugen ist der größte Lohn; und das vergisst man auch nicht.

„Ja, aber muss man den Kinder und Jugendliche auf Motorräder setzen?“, werden jetzt die Oberlehrer fragen. Dann dürfte man Kinder auch nicht in den Reitsport schicken, denn Reitunfälle gehören mit zu schwersten Sportunfällen, die es gibt. Außerdem passieren im Winterhalbjahr auf den Skipisten mehr schwere Skiunfälle als im Sommerhalbjahr Motorradunfälle. Und auch dort schleppt man Kinder mit hin. Skiunfälle werden medial nur nicht so aufgebauscht, und darüber spricht auch niemand. Es fahren übrigens auch nur die Kinder und Jugendlichen mit dem Motorrad mit, die es selbst wollen; die die nötige Größe und Konstitution haben – und deren Eltern oder anderweitige vormundschaftsrechtliche Personen, die dagegen Einwände haben könnten, DAFÜR sind. Keines der Kinder oder Jugendlichen wird gezwungen! Weil das Heim für den Tag der Ausfahrt eine Aufsichtspflicht für ALLE Kinder hat, reisen die nicht-Motorrad-fahrenden im Kleinbus in der Kolonne mit. So war es zumindest bei uns in Pobershau. Auch minderjährige Mütter, die noch im Heim leben, fahren nicht mit dem Motorrad, da SIE zu allererst für IHR Kind da zu sein haben…. Ich habe dreimal ein Mädchen zur Heimkinderausfahrt Pobershau-Lippersdorf ausgefahren, sie war damals 12, 13 und letztlich 14 Jahre alt. Und ja, sie war glücklich. Dieses Jahr wird sie 19, sie hat einen Freund und ein Kind und wohnt 130 km von mir entfernt. Wir sind immer noch befreundet; und erst letzte Woche war ich sie besuchen.

Und jetzt kommen meine ABER:

Bezüglich der Motorradheimkinderausfahrt Sächsische Schweiz/Osterzgebirge war ich schon immer der Meinung, dass diese Veranstaltung viel zu groß ist. Am letzten Wochenende waren bei dieser Ausfahrt 507 Kinder und 739 Fahrzeuge (Motorräder sowie Ordner, Polizei, DRK/Johanniter) beteiligt. Über 500 Teilnehmer und über 700 Fahrzeuge sind selbst bei bester Organisation nicht mehr zu beherrschen. Die Sicherheit fällt mit der Teilnehmerzahl; und die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen hat oberste Priorität!!! Über 500 Teilnehmer sind der reinste Wahnsinn, selbst wenn die Ausfahrt von der Polizei eskortiert wird. An aller erster Stelle hat das Verantwortungsbewusstsein der Verantwortlichen (Orga´team, Heimleiter, Heimpersonal, Kradregulierer, Motorradfahrer, Polizei und DRK) zu stehen. Dabei sollte nicht, aus welchen Beweggründen auch immer, die Maxime „Masse ist gleich Klasse“ gelten, sondern es sollte aus Sicherheitsgründen der Leitfaden „Weniger ist mehr“ stehen.

Im Übrigen sehe ich das bei der jährlichen Großen Dresdner Motorradausfahrt genauso; und nebenbei: mit Fahren hat das auch nichts zu tun. Spaß sieht jedenfalls anders aus.  
Die Ordner und Regulierer (egal ob von der Polizei oder ehrenamtlich eingesetzte Regulierer) müssen bei dieser hohen Teilnehmerzahl – selbst wenn die extrem lang gezogene Gruppe nur 50 bis 70 km/h schnell unterwegs ist – erheblich schneller fahren als die Kolonne, um von hinten wieder nach vorn zu kommen. Das heißt aber nicht, dass die Regulierer deshalb riskant unterwegs sein dürfen. Sicherheit geht vor!! Immer. Dass sie sich aber mit zunehmend unüberschaubarer Teilnehmerzahl dabei selbst beharken, ist fast logisch und unausweichlich. Und diesmal ging es eben tatsächlich schief. Man muss als Kradregulierer die Augen überall haben. Ich habe diesen Job bei vier verschiedenen Ausfahrten selbst schon übernommen und kann das durchaus einschätzen. Anderseits kann nach 20 unfallfreien Jahren auch einmal ein Unfall passieren. Beim Wandertag kann ein Kind auch vom Felsen stürzen oder sich am Lagerfeuer die Hände verbrennen. Aber wir Motorradfahrer polarisieren und lösen irrelevante Medien- und Öffentlichkeits-Echos aus. Die Sachlichkeit bleibt dabei oftmals auf der Strecke. Ich erlebe das sehr oft in der Onlinekommentarfunktion meiner Heimatzeitung.

Zum Glück kam es nicht auch noch zu Reflexreaktionen innerhalb der Gruppe, die dann völlig Unschuldige zu Unfallbeteiligten gemacht hätten. Denn wie ich herauslese, ist wenigstens kein Kind dabei zu Schaden gekommen.

Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits (zuzüglich zu der Kritik an der viel zu großen Teilnehmerzahl bei der Heimkinderausfahrt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) war ebenfalls schon immer, dass Kinder und Jugendliche auf den Regulierer-Motorrädern absolut nichts zu suchen haben!! Das betraf vor allem auch unsere eigenen Heimkinderausfahrten in Pobershau (und NICHT die jetzt in den Schlagzeilen befindliche Ausfahrt!!). Leider wurde ich damals mit meiner Kritik und meinen Bedenken vom Heimleiter nicht ernst genommen. Ich habe an drei Heimkinderausfahrten teilgenommen. Mittlerweile dürfte man in Pobershau im Mittleren Erzgebirge auf fast 20 Ausfahrten kommen – unfallfrei, versteht sich. Der damalige Heimleiter und die immer noch diesbezüglich organisatorisch tätige IG Kradwanderer sind sehr verantwortungsvolle Organisatoren. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung: Kinder und Jugendliche haben auf den Regulierer-Motorrädern absolut nichts zu suchen!!
Wie gesagt, ernst genommen hat der frühere Heimleiter in Pobershau/Erzgebirge meine damalige Kritik nicht. Anderseits höre ich ihn immer noch, als er sagte: „Die erste Heimkinderausfahrt mit Unfall wird unsere letzte sein…“

Zum Glück kam es nie dazu. Aber aus dem Vorfall in der Sächsischen Schweiz sollte man dennoch Lehren ziehen! Auch in Pobershau. Es muss nämlich NICHT erst etwas passieren >>> http://www.alwins-blog.de/?s=Heimkinderausfahrt

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Drei Tage nach dem tragischen Unfall, SZ-online: „Steht die Heimkinderausfahrt vor dem Aus?“ Klick HIER

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Motorradtouren; Streckenlänge richtig planen!

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Der ADAC schreibt in seinem Juni-Motorrad-Newsletter: „Die Planung von Reisen und Touren mit dem Motorrad ist in den Zeiten von Navigationssystemen und elektronischen Karten leichter denn je: Bei der Festlegung der Etappenlängen werden aber oft Fehler gemacht.“

https://www.adac.de/reise_freizeit/motorrad/tipps-motorradtouren/streckenlaenge.aspx

Meine längste Tagestour (Landstraße, Erzgebirgsvorland und Muldetal, Ausflugstour mit Fotostopps und eigenem Picknick aus dem Tankrucksack) war knapp 400 Kilometer lang; von morgens 7.00 Uhr bis abends 19.00 Uhr. Ich kannte Teile der Strecke, ich war allein und brauchte mich nur um mich zu kümmern. Wer an einem Tag noch weiter kommen will, zum Beispiel weil er ein Urlaubsziel erreichen will, der kommt um die Autobahn nicht drum herum, so reizlos sie für Motorradfahrer auch sein mag.

In nicht so bekannten Regionen und zu zweit oder zu dritt sind meines Erachtens so um die 330 bis 350 Kilometer die absolute Obergrenze auf der Landstraße. Bedenken sollte man dabei unbedingt seine eigene Fitness und das Wetter. Wer einmal 300 km im Regen gefahren ist, der/die weiß, wie sehr die permanente und hohe Konzentration an der Kondition zehrt.
Kommen dann noch ein Ausflugsziel (ein Dom, eine kleine(!) Altstadt, eine Burg, ein Aussichtsturm) und eventuell auch die Suche nach der Zufahrt und/oder dem idealen Parkplatz dazu, dann reduziert sich die Tageskilometerzahl weiterhin, ich würde behaupten so auf höchstens 250 bis 280 Kilometer.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Motorradfahren ein Reisen mit allen Sinnen darstellt: der Weg ist das Ziel; und nicht der Kampf gegen die Stoppuhr. Der Autofahrer fährt los um anzukommen, der Motorradfahrer fährt los um unterwegs zu sein.

Fährt man in einer Gruppe, alle Teilnehmer kennen sich vielleicht nicht einmal und die Zielregion ist auch unbekannt, dann sollte die Tageskilometertour je nach Jahreszeit keine 220 km maximal überschreiten. Und ich behaupte, dass das das Höchstmaß ist. Das Tempo sollte sich nach dem langsamsten Fahrer richten. Mit reichlich 200 Kilometern (so 205 bis 215 Kilometer) bin ich als Tour-Guide immer gut gefahren. In einer größeren Gruppe fährt man zwar meistens keine zeitaufwendigen Ausflugsziele an – zu unterschiedlich sind auch die Interessen und es geht ja doch mehr um das gemeinsame unterwegs sein – aber es kommen Gasthausbesuche hinzu. Privatpicknick unterwegs aus dem Rucksack veranstaltet man meistens in der Gruppe nicht. Ein Kneipenbesuch schlägt aber zu Mittag schnell mit 1 ½ Stunden und zum Kaffee oder Eis mit einer Stunde zu Buche. Mal will sich dann ja auch ein wenig unterhalten….. Dies alles sollte der Tourenbiker wissen und bedenken. Es kann auch nie ein Fehler sein, einen kleinen Reservepuffer einzubauen. Tankstopps (auch wenn alle erst einmal vollgetankt losfahren sollten), Rückstau an Baustellenampeln, eine eventuelle Umleitung oder eine Flussüberquerung mittels einer Fähre – nur um ein paar Beispiele zu nennen – können Zeit kosten. also nicht zu optimistisch planen!
Nichtsdestotrotz habe ich selbst bei gewerblichen Tourveranstaltern schon die utopischsten und optimistischsten Tageskilometerplanungen erlebt. Mit dem Ergebnis, dass dann das vorgegebene Tempo für Frust sorgt oder nach dem Eingestehen des eigenen Fehlers die Strecke spontan gekürzt wird. Auf jeden Fall ist es ärgerlich. Immerhin gehen die Teilnehmer davon aus, dass der Tour-Guide Ahnung hat und weiß, was er plant. Bedenken sollte man auch, dass die Tourteilnehmer Anreisekilometer zum Treffpunkt und Heimfahrtkilometer nach der Verabschiedung haben. Somit können aus den etwa 205 bis 215 Kilometern auch schnell 250 Kilometer werden. Das Problem steht natürlich nicht, wenn die Tour in einer gemeinsamen Unterkunft beginnt und endet.

Biker beide

Wenn ich dann auch noch (wie schon des Öfteren) erlebe, dass sich Tourveranstalter trotz (oder gerade wegen?) des Navis verfahren und ich mich mit meiner handgefertigten Streckenskizze im Kartenfach des Tankrucksacks nur halb so viel bis gar nicht verfahre oder ziellos umher irre, dann muss ich schmunzeln.
Aber egal ob digital mit Navi, herkömmlich mit Karte oder sehr individuell mit persönlichen Notizen im Kartenfach: Das intensive Beschäftigen mit der Route im Vorfeld der Tour ist die halbe Miete, davon entbindet den Tour-Guide auch das Navi nicht – auch oder gerade dann, wenn man noch zehn Motorradfahrer (und natürlich weibliche Bikerbiester) an der Backe hat, die sich auf einen verlassen.

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Freispruch nach Tod eines Motorradfahrers (2015)

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In Chemnitz kam es nach dem Tod eines Motorradfahrers durch eine „Vorfahrtsverletzung“ auf der Dresdner Straße zu einer Gerichtsverhandlung

Ein 25-jähriger Autofahrer stand in Chemnitz vor Gericht, weil er den Tod eines Motorradfahrers durch Verletzung der Vorfahrtsregelungen verursacht haben soll. „Haben soll“ ist hier der richtige Wortlaut, denn letztlich hat er es nicht! Freispruch für den Autofahrer. Das Urteil findet auch meine Zustimmung; auch als Motorradfahrer, der selbst oft genug brenzliche Situationen mit Autofahrern erlebt hat – aber leider beobachte ich eben auch sehr oft idiotische Motorradfahrer.

Was war passiert? Der Autofahrer als Linksabbieger nahm dem Motorradfahrer die Vorfahrt….. was zu beweisen war. Der Motorradfahrer war aber kurz vor dem Unfall mit bis zu 120 km/h innerorts(!!) unterwegs. Wer sich im Straßenverkehr derart daneben benimmt, sich so aggressiv und rücksichtslos verhält, dass er für andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr berechenbar und einzuschätzen ist – stattdessen zur Gefahr für sich selbst und andere wird (auf gut deutsch mit seinem Leben spielt) – der kann nicht hoffen oder gar erwarten, am Ende Recht zu bekommen. Ein Gerichtsverfahren, dessen Urteil ich auch als Motorradfahrer uneingeschränkt teile. (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Freispruch-nach-toedlichem-Motorrad-Unfall-artikel9205386.php)

Bleibt die Frage, warum anderseits Gerichte mit nicht nachvollziehbaren Urteilen für Kopf schütteln sorgen. Warum bekommen Autofahrer immer noch eine Teilschuld zugesprochen, wenn ihnen zum Beispiel ein Besoffener vor die Motorhaube rennt; oder sie nachts mit einem unbeleuchteten Fahrrad kollidieren, dessen Pedalritter mit mp3-Player-Stöpseln im Ohr auch noch akustisch lahmgelegt war? Und warum bekam im März 2012 der tote Motorradfahrer auf der B173 bei Falkenau eine nachträgliche Teilschuld, obwohl er unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit unterwegs war und sein Tempo schon der einbrechenden Dunkelheit angepasst hatte? Auf der kurvenreichen Gefällestrecke hatte sich ein Radfahrer während der Fahrt einen Pullover anziehen wollen, verhedderte sich und stürzte. Ein nachfolgender Motorradfahrer konnte das nicht erkennen (und mit so etwas muss er auch nicht rechnen), stürzte und kam zu Tode. (http://www.alwins-blog.de/?p=4049)

Sicher, Richter sind auch nur Menschen. Aber Menschen mit einem besonderen Rechtswissen. Und deshalb werden sie im besonderen Fall auch bemüht. Ihre Urteile fallen nicht immer im Sinne des allgemeinen Verständnisses für Rechtsprechung aus. Der oder die Chemnitzer Richter oder Richterin hat menschlich und im Sinne des Autofahrers verständnisvoll und gerecht geurteilt. Klare Fakten lagen dem Urteil zu Grunde.

Wenn sich solche Idioten wie der im verhandelten Fall Motorradfahrer nennen, dann schäme ich mich, einer zu sein (auch wenn man über Tote nicht schlecht reden soll)…. weil man sich permanent rechtfertigen muss. Obwohl wir völlig anders unterwegs sind – und viele andere vernünftige Motorradfahrer auch.

Wie die Richterin den Spruch „Dass Kradfahrer mitunter viel zu schnell unterwegs seien, damit müsse man als Autofahrer wohl rechnen“ meint, weiß ich auch nicht und ich akzeptiere ihn auch als Biker nicht uneingeschränkt. Allenfalls damit rechnen sollte man, dass Motorräder schneller beschleunigen (aber auch da habe ich meine eigene Meinung) Fakt ist, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit für alle gleich ist, egal wie schnell man die erreicht.
Womit man allerdings rechnen muss ist die Tatsache, dass JEDER Verkehrsteilnehmer, vom Fußgänger bis zum LKW-Fahrer, unbewusst oder sogar bewusst und grob fahrlässig Fehler macht. Das heißt für mich persönlich nicht, dass man damit rechnen muss, dass sich ein Radfahrer einen Pullover während der Fahrt überziehen will und dabei stürzt, oder dass jemand mit 120 km/h im Ort(!!) unterwegs ist (was es übrigens auch schon bei Autofahrern und auch in Chemnitz gab, nicht nur bei Motorradfahrern!). Der Straßenverkehr ist kein rechtsfreier, aber leider auch kein fehlerfreier Raum. Ich interpretiere den Satz der Richterin eher so: „Rechne immer auch mit der Dummheit der anderen!“

Wie man gesittet und trotzdem mit Spaß und Genuss Motorrad fahren kann, hat unsere Pfingstausfahrt (10 Motorräder, 11 Personen unter meiner Führung) auf den Großen Waldstein im Fichtelgebirge gezeigt. (http://www.alwins-blog.de/?p=14031) Und uns alle, solche Motorradfahrer wie mich und meine Freunde/Freundinnen, kotzt es an, sich ständig für ein Hobby und eine Leidenschaft rechtfertigen zu müssen, weil solche Idioten wie der Biker im Artikel diese Diskussionen in Gang bringen!

Biker beide

Vor fünf Tagen in Chemnitz: Ein betrunkener Fahrer eines Kleintransporters nahm einem Motorradfahrer die Vorfahrt. Der 33-jährige Fahrer, der mit 2,6 Promille im Blut unterwegs war, raste bei Rot über eine Kreuzung und erfasste dabei einen Motorradfahrer, der seine 8-jährige Tochter als Sozia hinten drauf hatte. Der Kleintransporter kam erst 100 Meter weiter zum Stehen. Der Motorradfahrer wurde schwer verletzt. Der betrunkene und unverletzt gebliebene Transporterfahrer war nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins.

Nahezu zeitgleich, vor zwei Tagen, schrieb Reporter24 sinngemäß: Auf der A3 bei Erlangen am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen stürzte ein betrunkener Motorradfahrer und verletzte sich schwer. Der 41-Jährige war mit 1,3 Promille unterwegs. Auf Grund der daraus resultierenden Fahruntüchtigkeit verlor er die Gewalt über seine Maschine, prallte an die Leitplanke und stürzte daraufhin. Die mitfahrende Tochter verletzte sich ebenfalls schwer.

Wo ist hier der Unterschied? Der eine ist ein Autofahrer; der andere – was in den Augen der Öffentlichkeit natürlich viel schlimmer wirkt – ein Motorradfahrer? Könnte man zumindest meinen. Aber: Es gibt KEINEN Unterschied. Beiden würde ich künftig nicht oder nur unter sehr schweren Optionen die weitere Erlaubnis zum Führen von KFZ erteilen. Beide sind charakterlich, geistig und vom Reifegrad her nicht verkehrstauglich; und beide offenbar alkoholkrank. Beide handeln grob fahrlässig, rücksichtslos, allgemeingefährdend und unverantwortlich.

Der Mensch ist das Problem, nicht das Fahrzeug.

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Motorradtour zum Großen Waldstein (2015)

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Eine Motorrad-Pfingstausfahrt mit Freunden ins oberfränkische Fichtelgebirge

Am Pfingstwochenende stand wieder unsere traditionelle Frühjahrsausfahrt mit Freunden auf dem Plan. Elf Teilnehmer auf zehn Motorrädern waren wir diesmal. Nach den Ausflügen der letzten Jahre in verschiedene Regionen der mitteldeutschen Gefilde sollte es diesmal ein Ausflugsziel in Oberfranken sein. Obwohl Oberfranken in jeder Motorradsaison mehrfach von uns bereist wird, stand es als Pfingstausflugsziel unter Freunden letztmalig im Jahr 2011 auf dem Plan. Damals war es (und zwar 2008 und 2011 auf verschiedenen Wegen und unterschiedlichen Streckenführungen) der Weißenstein bei Markt Stammbach.

Treffpunkt war für alle an der Göltzschtalbrücke, der weltgrößten Ziegelsteinbrücke im Tal des vogtländischen Flüsschens Göltzsch. Unweit der Göltzschtalbrücke grenzen Thüringen und Sachsen aneinander, die Göltzsch fungiert stellenweise als Grenzflüsschen. Für mich und meine Frau war bereits die Anreise durch das Göltzschtal von Greiz in Richtung Mylau (L 1295 / S 295) ein erstes Kurvenhighlight. Drei interessante Einblicke möchte ich vor dem Start noch geben: Erstens, die Göltzsch ist ein Flüsschen, das deutschlandweit immer wieder mit nicht unerheblichen Goldfunden von sich reden macht. Sogar ein Goldmuseum gibt es hier, und zwar im nahegelegenen Limbacher Ortsteil Buchwald. Zweitens, die in der Nähe unseres Treffs auf einem Felssporn gelegene Burg Mylau geht auf eine alte Wehrbefestigung aus dem 12. Jahrhundert zurück und gehört heute zu den besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Sachsens. Drittens etwas Informatives zur Göltzschtalbrücke: Ich möchte nicht alles erwähnen, was man zu dieser beeindruckenden Brücke an anderen Stellen viel ausführlicher findet. (KLICK HIER). Aber ein paar Brücken-Info´s will ich dennoch liefern:

Der Bau der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn verlangte den Bau einer Brücke als Talüberquerung über die Göltzsch. Als die Brücke im Stil alter römischer Aquädukte im Jahr 1851 fertiggestellt wurde, war sie die größte Eisenbahnbrücke der Welt. Sie wurde im Laufe der Zeit von anderen Bauwerken überholt, aber die weltgrößte Ziegelsteinbrücke ist sie immer noch; und als solche ein wahrer Superlativ. Heute wird sie von der Bahn auf der Sachsen-Franken-Magistrale (von Dresden nach Nürnberg) befahren und befindet sich auf dem Streckenabschnitt zwischen Reichenbach und Plauen.

Noch ein Wort zu meinen Fotos: zu Pfingsten war die Vegetation auf dem Waldstein freilich in voller Pracht und der Wald grün. Die Fotos entstanden etwa 6 Wochen zuvor, als der letzte Schnee vom Wintereinbruch zu Ostern noch nicht vollständig weggetaut war.

Aber genug nun des Geredes: mittlerweile sind alle eingetroffen, und pünktlich starten wir wie ausgemacht gegen 10.00 Uhr.

Start zur Tour an der Göltzschtalbrücke

Start zur Tour an der Göltzschtalbrücke

Wir verlassen das Göltzschtal auf der B 173, einer nicht unattraktiven und an diesem Tag recht verkehrsarmen Bundesstraße in reizvoller Landschaft in Richtung des Oberen Vogtlandes. Noch vor der Vogtlandmetropole Plauen verlassen wir aber die Bundesstraße 173. Über die B 169 und weiter über eine Landstraße erreichen wir Theuma. Nach einem kurzen Intermezzo auf der B 92 verlassen wir dann auch diese Bundesstraße, um fortan bis ins fränkische Rehau nur noch Landstraßen zu nutzen. Wir erreichen das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet. Das Reisen im sogenannten grünen Band macht Spaß. Das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet ist bebauungsarm und reich an vielseitiger Natur; eine positive Folge 40-jähriger Teilung und Abgeschiedenheit. Heute weisen nur noch die braunen Tafeln „Hier war Deutschland bis zum xx.xx.xx geteilt“ auf die ehemalige Existenz zweier deutscher Staaten hin. Wir machen auf bayrischer (sorry: auf fränkischer!) Seite eine kleine Pause.

Pause bei Nentschau

Pause bei Nentschau

Nach den heimatlichen Flüssen Weiße Elster (in Greiz) und der Göltzsch erreichen wir nun die (südliche) Regnitz bei Regnitzlosau. Lieblich ist die Landschaft in dieser zum Großteil landwirtschaftlich genutzten Region Oberfrankens. Die zumeist kleinen Orte wirken freundlich und einladend. Noch sind wir in den flachen Ausläufern der Mittelgebirge (Vogtland, Frankenwald, Fichtelgebirge) unterwegs. Doch schon bald werden wir auf den an seichten Kurven reichen Landstraßen stetig und beträchtlich an Höhe zulegen. Doch zuvor erreichen wir einen vierten Fluss für heute; die Sächsische Saale. Die Sächsische Saale kommt aus Oberfranken (Bayern) und fließt weiter nach Thüringen und Sachsen-Anhalt. Warum sie dennoch SÄCHSICHE Saale heißt? Vermutlich stammt die Bezeichnung noch aus der Zeit, als weite Teile Thüringens von den sächsischen Wettinern regiert wurden. Und irgendwie müssen die Franken ja auch ihre zwei Saaleflüsse auseinanderhalten. Es gibt nämlich noch eine: die Fränkische Saale.

Zwischen Weißdorf, Weißenstadt, Sparneck und Zell im Fichtelgebirge erreichen wir die Auffahrt zum Großen Waldstein. Wir haben unser Ziel fast erreicht. Die Höhenangabe an der Waldsteinauffahrt weist eine Höhenmarke von (ich glaube) 788 Metern aus. Dabei sind wir aber noch nicht ganz oben. Wir fahren die Auffahrt hinauf und stellen die Moppeds auf dem großen Parkplatz seitlich hinter dem Waldsteinhaus ab. Jetzt gibt es erst einmal etwas zu essen, denn hier hatten wir vorbestellt.

Ankunft am Waldsteinhaus

Ankunft am Waldsteinhaus

Zuerst zum Wirtshaus: Meine Frau und ich waren, wie oben schon erwähnt, vor sechs Wochen zu einer Erkundungs- und Verkostungsfahrt auf dem Waldstein. Schon damals waren wir mit der Chefin, der netten, jungen, freundlichen Kellnerin und nicht zuletzt mit den ausgewählten Speisen äußerst zufrieden. Hausmannskost zu fairen Preisen gepaart mit schleswig-holsteinischer und fränkischer Freundlichkeit und Gastlichkeit. Alle Gerichte sind schmackhaft und reichlich. Ein Lob an die Küchenmannschaft an dieser Stelle. Neben bayrisch-fränkischer Hausmannskost gibt es auch wunderbare Fischgerichte; in unserem Fall Matjesfilets oder Mai-Scholle. Vermutlich hat die Chefin, die aus Kiel stammt und den Berggasthof erst seit Jahresbeginn betreibt, noch Verbindungen zu ihren alten Fischlieferanten. Nach unserem nächsten Ostseeurlaub bringen wir jedenfalls der Chefin ein paar Feuersteine, ein paar Muscheln und Seesand mit. Und spätestens dann fahren wir noch einmal auf den Waldstein 😉

Und nun zum Waldstein: Der Waldstein ist ein 877 Meter hoher Berg mit Granitfelskuppe. Er ist ein beliebtes Wander- und Klettergebiet. Auf dem Berg selbst befinden sich die Ruinen-Reste zweier Burganlagen, deren Gründung bis ins 11. Jahrhundert zurück reichen. Ein markanter Stein, der sich in der Form eines riesigen Tisches darbietet, nennt sich bezeichnenderweise „Teufelstisch“. Lohnenswert auch der Gang zum Aussichtspunkt „Die Schüssel“. Ein schöner Blick in die nähere und weitere Umgebung bietet sich von da oben. Noch einmal knapp 100 Meter höher sind wir hier, als bei unserem Abzweig unten an der Straße. Das Fichtelgebirge, der Frankenwald und die Ausläufer der Fränkischen Schweiz liegen uns zu Füßen. Bis ins Elstergebirge in Böhmen kann der Blick reichen. Und immer wieder, wie schon auf der Schlussetappe der Hinfahrt, bietet sich ein Blick auf die beiden höchsten Gipfel des Fichtelgebirges: der Ochsenkopf und gleich daneben der Schneeberg.

Der Gipfelbereich des Waldsteins mit seinen Felsen und dem Mischwald (vorwiegend alte Buchen) ist ein Naturschutzgebiet. Charakteristisch für den Waldstein sind auch die Felsformationen des Granitgesteins in seiner Form der sogenannten Wollsackverwitterung. In der Tat sieht es so aus, als seien mehrere Säcke wahllos in der Landschaft übereinandergestapelt worden. Man darf sich bloß nicht vorstellen, was passieren würde, wenn man einen der unteren Säcke herauszieht. Aber zum Glück sind die aus Stein und sicherlich tonnenschwer.

Granitblöcke und Teufelstisch

Granitblöcke und Teufelstisch

Aussichtskanzel "Die Schüssel"

Aussichtskanzel „Die Schüssel“

Die Burgruine auf dem Waldstein

Die Burgruine auf dem Waldstein

Freundlich bewirtet, gestärkt und heimatkundlich gebildet verlassen wir den Waldstein. Wir kommen aber wieder; versprochen! Bei einer schönen Überlandfahrt in Richtung Sparneck und Hof gelangen wir wieder ins ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet und schlagen uns auf kleinen Nebenstraßen entlang der Saale in Richtung des ehemaligen Grenzortes Hirschberg durch. Doch zuvor, nach etwa einer Stunde Fahrt, haben wir wieder genügend Platz im Magen. Ein Kaffee geht immer; und dazu noch ein gutes Stück Kuchen. Auch hier hatte ich vorbestellt. Das Café allerdings muss man erst einmal finden. Das Auenseehaus ist Café und Campingplatzgaststätte gleichermaßen und überrascht uns geradezu mit mehreren Auszeichnungen; so unter anderem mehrere Jahrgänge des „Gourmet auf Achse“-Qualitätssiegels. Die Wirtin ist lustig, der Kuchen schmeckt wie bei Muttern; oder noch besser… Der Kaffee ist richtiger Filterkaffee; nicht so eine durchgepresste und aufgeschäumte Pad-, Kapsel- oder Senseo-Plörre. Außerdem sitzt man auf der Terrasse in der Nähe des Sees in der Stille des Saaletals herrlich entspannt. Alles richtig gemacht. Nach Umfahrung des Sees erreichen wir wieder den Ort Köditz (OT Joditz) und verlassen Bayern/Franken endgültig in Richtung Sachsen und Thüringen. Circa 60 bis 65 Kilometer haben wir jetzt noch als Abschluss vor uns.

Café Auenseehaus

Café Auenseehaus

Wir erreichen Thüringen und befahren mit der B 2 ein Stück der längsten Deutschen Bundesstraße, der Deutschen Alleenstraße und der ehemaligen, mittelalterlichen Via Imperii (der Reichsstraße). Wir bleiben bei Mißlareuth auf der Deutschen Alleenstraße, wir streifen Sachsen und erreichen später wieder Thüringen. Auf kleinen Seitenstraßen über Höhen mit phantastischem Fernblick erreichen wir letztlich wieder die Weiße Elster bei Elsterberg und haben nur noch wenige Kilometer bis Greiz. Am Hellweg-Baumarkt beziehungsweise bei der AGIP-Tankstelle an der B 92 am Ortseingang von Greiz haben wir etwa 205 Kilometer hinter uns. Unsere Wege trennen sich hier. Bis zum Ausgangspunkt an der Göltzschtalbrücke wären es von hier durch das kurvenreiche und romantische Göltzschtal noch einmal sechs kurzweilige Kilometer.

Wir lassen den Abend bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen. Danke dafür den Gastgebern Geert und Karin.

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weiterführende Links:

Streckencharakter:

  • etwa 210 Kilometer, mit Aufenthalten 6,5 bis 7 Stunden, Tagestour
  • mittelmäßig anspruchsvoll; kurzweilige und kurvenreiche Strecke ohne Extreme
  • Mittelgebirgstour vorwiegend im thüringer, sächsischen und bayrischen Vogtland bis ins fränkische Fichtelgebirge und an die Randausläufer der fränkischen Schweiz
  • viel Natur, überschaubare Ortsdurchfahrten, wenig Verkehr auf den Landstraßen, auf den Bundesstraßen zumindest an Sonn- und Feiertagen
  • eine „Genuss-Tour“ 😉

Streckenbeschreibung (OE: Ortseingang, OA: Ortsausgang, OD: Ortsdurchfahrt):

Start für mich und meine Frau in Greiz – B 92 in Richtung Plauen bis zum Abzweig der Göltzschtalstraße nach links – L 1295 / S 295 in Richtung Mylau – Treff an der Göltzschtalbrücke, weiter bis zur B 173, dort rechts – B 173 in Richtung Plauen: Netzschkau, Lauschgrün, Buchwald, bei Treuen, Thoßfell – bei Neuensalz die B 173 nach links auf die B 169 in Richtung Falkenstein / Auerbach verlassen – die B 169 nach etwa 1,9 km nach rechts verlassen und gleich wieder links – S 312 in Richtung Oelsnitz: Theuma OD, Kreisverkehr Juchhöh, bei Untermarxgrün, Oelsnitz – nach rechts auf der S 312 / Plauensche Straße bleiben bis zur B 92, dort links in Richtung Bad Elster – die B 92 nach etwa 3,4 km nach rechts verlassen (Nähe Bhf. Oelsnitz) – S 307: Lauterbach, Triebel OD, weiter in Richtung Hof, Haselrain – Pause (großer Parkplatz rechts der Straße zwischen Haselrein und Nentschau – weiter ST 2453: Nentschau, bei Trogenau, weiter bis zur ST 2192, dort links in Richtung Hof – ST 2192: Regnitzlosau OD, weiter A 93 kreuzen, Rehau – Rehau OD in Richtung der B 289 – am OA Rehau, Kreisverkehr, auf die B 289 in Richtung Schwarzenbach a. d. Saale – B 289: bei Quellenreuth, bei Schwarzenbach, Stobersreuth, Seulbitz (Saale überqueren), Weißdorf OD bis Ortsmitte – Weißdorf, die B 289 nach links in Richtung Kirchenlamitz verlassen – ST 2176: Benk, Kirchenlamitz – nach OE Kirchenlamitz (Nähe Nahkauf) rechts in Richtung Weißenstadt – WUN 1: Kleinschloppen, Weißenstadt – nach dem OE Weißenstadt rechts in Richtung Sparneck – Sparnecker Straße – WUN 3 – Schullandheim – HO 18 – die HO 18 nach links auf die Waldsteinauffahrt verlassen – Großer Waldstein

Vom Waldstein zurück zur HO 18, dort links in Richtung Sparneck / Weißdorf – Sparneck OD bis zum Abzweig nach Weißdorf nach rechts – HO 20 – Weißdorf, nach OE links … rechts zur B 289 – B 289 in Richtung Rehau bis nach OE Seulbitz – Seulbitz, Eisenbahn und Saale überqueren, dann die B 289 nach links verlassen – HO 25: Wölbersbach, Reuthlas, die B 2 kreuzen, Ahornberg OD, die A 9 kreuzen – ST 2194 – Jägersruh, Helmbrechts – Helmbrechts OD in Richtung Selbitz / Naila / Hof – Helmbrechts, Hofer Straße / ST 2195 in Richtung Hof – in Volkmannsgrün links halten (Selbitztal) – Schauenstein OD – Selbitz OD rechts halten – Selbitz, Hofer Straße in Richtung Hof – die A 9 kreuzen, weiter zur B 173, dort rechts – B 173 in Richtung Hof – die A 72 kreuzen – bei Köditz die B 173 nach links in Richtung Saalenstein / Joditz verlassen – HO 15 – die A 72 erneut kreuzen – zur ST 2192, dort links – Saaletal bei Saalenstein – Joditz: in der Nähe der Kirche die Zufahrt zum Campingplatz / Café Auenseehaus suchen >>> Pause

Vom Café Auenseehaus zurück in den Ort Joditz, weiter auf der S 2192 in Richtung Hirschberg – Lamitz – Hirschberg OD, Plauensche Straße in Richtung Gefell – Dobareuth, zur B 2, dort links in Richtung Schleiz – die B 2 nur bis OD Gefell befahren, dort die B 2 nach rechts in Richtung Reuth / Plauen verlassen – L 1093 / S 287 / Deutsche Alleenstraße – Haidefeld – Mißlareuth – Reuth, OD bis nach dem Bahnhof, danach links auf die L 1089 in Richtung Schleiz – Stelzen – Abzweig Kornbach nach rechts – K 7870 – Kornbach OD – Schönberg OD, links, Bahnunterführung, rechts – S 318 / Waldfriedener Straße – Waldfrieden, zur B 282, rechts – B 282: Oberpirk, Mehltheuer – in Mehltheuer vor der Bahnüberführung die B 282 nach links verlassen – L 2342 in Richtung Bernsgrün – bei Schönbrunn, bei Neuehäuser rechts halten, Arnsgrün, Kesselmühle, Elsterberg Landesgrenze – bei der Elsterberger Landesgrenze nach links auf die B 92 auffahren – B 92: Elsterberg OD, Dölau, Rothental, Sachswitz – nach dem OE Greiz (zwischen dem Hellweg und der AGIP) die B 92 nach rechts verlassen – weiter auf der Göltzschtalstraße in Richtung Mylau – L 1295 / S 295 >>> Göltzschtalbrücke


 

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