17.03.2016, 04:01  von Claudia Peintner

Künstler wollen ORF-Funkhaus um mehr als 30 Millionen € kaufen

Der ORF will bis 2020 seine Standorte im Funkhaus auf den Küniglberg übersiedeln. Es gibt neun Kaufinteressenten.

WIEN. "Auch das ist ein Einreichplan",betonen die Künstler Karl Markovics, Willi Resetarits und Manuel Rubey. Hinter ihnen hängt ein Flächenwidmungsplan, übermalt mit Pfeilen nach Zagreb, Spanien, Australien. Im Zentrum ein roter Punkt: das ORF-Funkhaus in der Wiener Argentinierstraße, das der Staatssender verkaufen will. "Die Lage, die Geschichte, die Bedeutung des Funkhauses sind einzigartig", sagen die Künstler. Sie sind drei von mehreren tausend Mitgliedern, die Ende 2015 die IG Funkhaus Wien GmbH gegründet haben, um das Gebäude zu retten.

Insgesamt gibt es neun Bieter, vornehmlich Immobilieninvestoren. Das eingereichte, gemeinnützige Konzept der IG-Funkhaus sieht vor, dass die Radiosender Ö1 und FM4 im Funkhaus bleiben, das Haus öffentlich zugänglich gemacht wird. "Zusätzlich könnten sich Einrichtungen der Technischen Universität, der Akademie der bildenden Künste, der Uni für angewandte Kunst oder die Vinzi-Projekte einmieten", erklärt IG-Geschäftsführer Christoph Robol. Auf 1000 Quadratmetern soll "leistbarer Wohnraum nach skandinavischem Vorbild" entstehen.

Finanzierung über Crowdfunding

Der ORF nennt 18 Millionen € als Mindestkaufpreis. Zur Bietersumme will sich die Interessengemeinschaft nicht äußern. Das erste Kaufanbot vom November 2015, das auf der Homepage ersichtlich ist, weist 30 Millionen € aus und soll dem Vernehmen nach nachgebessert worden sein. Ein "höherer einstelliger Millionenbetrag" soll über Crowdfunding kommen, der Rest von institutionellen Partnern und Banken. Die IG-Funkhaus rechnet nicht mit einer Entscheidung vor der ORF-Generaldirektor-Wahl Anfang August, schätzt ihre Chancen aber als "sehr gut" ein.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2016-03-17)

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