Olympia-Qualifikation (M): DVV-Männer verpassen erste Chance

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Foto Conny Kurth: Nach der knappen Final-Niederlage gegen Italien war Georg Grozer fassungslos. Um drei Ballpunkte verpassten die DVV-Männer den Sieg und damit die erste Olympiachance

Was für ein Drama: Mit 2:3 (22:25, 24:26, 25:19, 25:22, 12:15) verloren Deutschlands Volleyballer das Finale der europäischen Olympia-Qualifikation in Sofia (Bulgarien) gegen Vize-Europameister Italien verloren und damit die erste Chance auf ein Olympiaticket um drei Ballpunkte verpasst. Dieses sicherten sich dank des Sieges die Italiener.

Im letzten und alles entscheidenden Duell in der Armeec Arena mussten die deutschen Schmetterkünstler an ihre Grenzen und teilweise darüber hinaus gehen. Vor 8.500 Zuschauern lagen sie bereits mit 0:2 Sätzen zurück, gaben sich danach allerdings keinesfalls geschlagen. Die DVV-Männer legten vor allem im Angriff und Aufschlag zu und gewannen damit zuerst den dritten und auch den vierten Durchgang.

Der fünfte Abschnitt schließlich war ein Spiegelbild des bisherigen Spielverlaufs. Mit 3:8 lagen die Deutschen hinten, hatten sich beim 9:12 bis auf drei Zähler heran gekämpft. Dann setzte Max Günthör einen Aufschlag ins Netz (9:13), ehe Georg Grozer mit einem Block (10:13) und einem Angriff (11:13) nochmals verkürzte. Italiens Cristian Savani sorgte für den ersten Satzball (11:14), Deutschland wehrte diesen mit einem Angriff Grozers ab (12:14), hatte dem nächsten Angriff Savanis jedoch nichts mehr entgegen zu setzen (12:15).

Danach brachen im deutschen Lager alle Dämme. Markus Steuerwald sank rücklings auf das Spielfeld. Grozer schlug erst fassungslos die Hände vor dem Gesicht zusammen und lag danach minutenlang mit starrem, an die Decke gerichteten Blick, auf dem Boden. Günthör ließ seinen Tränen freien Lauf. „Vor allem Markus und Max leiden“, sagte Kapitän Björn Andrae. „Für mich war es einfacher, weil ich das Spiel mehr von außen gesehen habe.“

Bundestrainer Vital Heynen wiederum zeigte sich stolz auf das, was die deutsche Auswahl in Sofia geleistet hatte. „In der Halle war ich enttäuscht. Nachdem ich dann in der Kabine mit der Mannschaft gesprochen habe, bin ich sehr stolz“, sagte er. „Die Jungs haben eine phantastische Woche hingelegt. Wenn wir so weiter machen, können wir weit kommen.“

Trotz der Niederlage haben die Deutschen noch eine Qualifikationschance und damit einen Trumpf in der Hand. Vom 8. bis 10. Juni richtet der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) in Berlin eines von drei abschließenden Qualifikationsturnieren aus. Bei dem Viererturnier erhält der Sieger die London-Fahrkarte. Gegner sind Kuba, Indien und die Tschechische Republik. Da sich Italien für Olympia qualifizierte, findet das zweite Turnier nun nicht in Verona (Italien), sondern in Sofia statt. Das dritte Turnier ist vom 1. bis 10. Juni in Tokio (Japan) angesetzt.

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Foto Conny Kurth: Jochen Schöps kam immer wieder für Georg Grozer ins Spiel und agierte mit viel Übersicht

Weitere Stimmen

Björn Andrae (Kapitän GER): „Ich empfinde einen Mix aus Stolz und Enttäuschung. Wir liegen mit 0:2 zurück und haben uns super zurückgekämpft. In der kurzen Zeit sind wir zu einer starken Truppe zusammen gewachsen. Wir werden ohne Angst nach Berlin reisen und da das Ticket nach London holen.“

Vital Heynen (Trainer GER): „Die Leute können sagen, den Tiebreak gewinnt der Glücklichere. Ich sage, dass man da das Team sieht, das besser ist. Italien hat absolut verdient gewonnen. Wenn man aber gegen solch eine Mannschaft knapp mit 2:3 verliert, kann man nicht sagen, das war schlecht.“

Cristian Savani (Kapitän ITA): „Deutschland hätte es wie wir auch verdient gehabt, das Ticket nach London zu bekommen.“

Mauro Berruto (Trainer ITA): „Es war das richtige Finale. Deutschland und Italien waren die Teams, die hier den besten Volleyball gezeigt haben. Wir sind jetzt extrem glücklich und genießen den Moment.“

Spielfilm
1. Satz
4:1, 6:4, 8:5, 9:9, 12:10, 13:13, 13:14, 14:16, 17:17, 18:17, 19:21, 22:24, 22:25
2. Satz
3:4, 7:8, 9:9, 15:16, 21:18, 22:19, 23:21, 23:24, 24:24, 24:25, 24:26
3. Satz
6:4, 8:4, 12:5, 13:8, 16:10, 17:11, 17:15, 19:17, 21:17, 24:18, 25:19
4. Satz
4:4, 8:7, 10:7, 12:10, 12:12, 16:13, 20:19, 23:20, 24:21, 25:22
5. Satz
2:5, 3:8, 6:8, 8:12, 9:12, 9:13, 11:13, 11:14, 12:15

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Foto Conny Kurth: Bundestrainer Vital Heynen war direkt nach Spielende enttäuscht, wenig später aber nur noch sehr stolz auf sein Team

Spielstatistik

Deutschland
Aufschlag 7 Punkte, Annahme 69% (38% perfekt), Angriff 55 Punkte (50%), Block 13 Punkte
Popp 6, Steuerwald L, Schwarz, Tischer 4, Andrae, Kaliberda 15, Böhme 7, Grozer 28, Schöps 4, Kampa, Günthör 11, nicht eingesetzt: Dünnes
Italien
Aufschlag 8 Punkte, Annahme 67% (38% perfekt), Angriff 58 Punkte (48%), Block 14 Punkte
Mastrangelo 11, Bari L, Papi 7, Lasko 17, Zaytsev 19, Boninfante, Savani 12, Travica 2, Fei 12, nicht eingesetzt: Kovar, Parodi, Birarelli

Text: Conny Kurth

Das Turnier in Sofia

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Hinweis: Dies ist ein aktueller Bericht vom 13.05.2012!



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