MSSQL für Linux

Manchmal friert die Hölle eben doch zu – Microsoft plant den Microsoft SQL Server für Linux. Scott Guthrie schreibt dies im entsprechenden Announcement. Während im Text relativ wenig von Linux, als von den Funktionen des neuen SQL-Servers die Rede ist, betitelt die Headline doch ganz klar, dass MSSQL für Linux kommt.

Mit Microsoft kann man ja diverse Probleme haben – ich sehe das nicht anders – aber aus dem Business-Sektor kann man sie nahezu nicht mehr wegdenken. Produkte wie Exchange sind eigentlich flächendeckend im Einsatz, Ausnahmen in Enterprise-Größe werden meist schon nahezu schockiert thematisiert. Der SQL-Server ist definitiv eines der zentralen Produkte von Microsoft, da vieles hierauf aufbaut. Mit der Verfügbarkeit unter Linux geht man hier wieder einen Schritt auf andere Gefilde zu – wie in der Ära des Nadella nicht unüblich. Kunden fangen durch Sympathie und Offenheit für alternative Märkte.

Interessant sind auch die neuen Funktionen, die MSSQL 2016 bekommen soll. Schließlich ist das der beste MSSQL-Server seit langem, wenn man dem Zitat Glauben schenken darf.

This is the most significant release of SQL Server that we have ever done, and brings with it some fantastic new capabilities.

Die Neuerungen werden wie folgt beziffert:

  • Groundbreaking security encryption capabilities that enable data to always be encrypted at rest, in motion and in-memory to deliver maximum security protection
  • In-memory database support for every workload with performance increases up to 30-100x
  • Incredible Data Warehousing performance with the #1, #2 and #3 TPC-H 10 Terabyte benchmarks for non-clustered performance, and as of March 7, the #1 SAP SD Two-Tier performance benchmark on Windows1
  • Business Intelligence for every employee on every device – including new mobile BI support for iOS, Android and Windows Phone devices
  • Advanced analytics using our new R support that enables customers to do real-time predictive analytics on both operational and analytic data
  • Unique cloud capabilities that enable customers to deploy hybrid architectures that partition data workloads across on-premises and cloud based systems to save costs and increase agility

Man darf gespannt sein… :)

Ein Gedanke zu „MSSQL für Linux“

  1. Microsoft SQL ist durchaus verbreitet, allerdings keinesfalls so marktbeherrschend wie Du meinst. Oracle und Sybase sind für Enterprise-Anwendungen eher die relevanten Größen. Ganz nebenbei: Microsoft SQL ist auch nicht mehr als ein (bezahlter) Fork des Sybase ASE.
    „Produkte wie Exchange sind eigentlich flächendeckend im Einsatz“ – schon mal was von Lotus Notes gehört? Microsoft ist verbreitet, aber „flächendeckend“ und „nicht mehr wegzudenken“ sind eher Aussagen, die vor 10 Jahren zutrafen. Mittlerweile ist Microsoft auf dem Rückzug, immer mehr Unternehmen und Behörden wandern ab. Exchange ist am Aussterben – zum Teil zugunsten von Office365, aber auch die Business-Lösungen von GMail erfreuen sich großer Beliebtheit.
    Unverändert ist allerdings, dass ein Exchange-Server direkt am Internet grob fahrlässig und die große Ausnahme ist – ähnlich wie der Internet Explorer (auch wenn er mittlerweile umbenannt wurde).

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