Wissenschaftsjahr 2007 - Das ABC der Menschheit

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Das ABC der Menschheit

Von Aufklärung bis Zukunft, von Utopie bis Courage reichen die Themen, mit denen sich die Geisteswissenschaften beschäftigen. 26 solcher Kernbegriffe werden hier in verständlicher Form  vorgestellt: Ein ABC, das an ausgewählten Beispielen den Reichtum und die Breite geisteswissenschaftlicher Arbeit anschaulich macht.


Aufklärung

"Man muss diesen ganzen alten Unfug ausrotten! Die Schranken umstoßen, die nicht die Vernunft gesetzt hat! Den Wissenschaften und Künsten eine Freiheit wiedergeben, die für sie so unersetzlich ist!" Wer so sprach, war Denis Diderot, der führende Kopf der großen "Encyclopédie ou Dictionnaire ...


Bild

Die einen Bilder kann man ansehen: Höhlenmalereien zum Beispiel, die Mona Lisa, Röntgenaufnahmen, Videoclips oder Emoticons. Andere Bilder wiederum – Metaphern oder Phantasien – existieren nur vor unserem geistigen Auge. Und wiederum anderen Bildern wie etwa Ikonen sagt man nach, sie wirkten ...


Courage

Zu den vier Kardinaltugenden zählt seit Platon die Tapferkeit. Dass diese in der Neuzeit allmählich vom Mut – in seiner französischen Fassung: der Courage – überstrahlt wird, hat auch damit zu tun, dass in einer komplex strukturierten Welt militärische Stärke nicht mehr unbedingt das wichtigste ...


Demokratie

Die Idee der repräsentativen Volksherrschaft ist in der heutigen Welt zu einer – gleichwohl vielfach bedrohten – Selbstverständlichkeit avanciert. Sie bildet ein notwendiges, unveränderliches Prinzip moderner Verfassungen. Dieses allgemeine Bekenntnis zur Demokratie lässt die Einsicht nicht ...


Ethik

Gibt es allgemeingültige moralische Normen, nach denen wir unser Handeln ausrichten können? Faktische Normen existieren zweifellos viele. Mit ihnen befassen sich etwa Rechtswissenschaft, Psychologie und Soziologie. Die Begründung handlungsleitender Normen von allgemeiner Bedeutung aber ist eine ...


Freiheit

Freiheit ist ein Wort von großer und umfassender Bedeutung: Antrieb gesellschaftlicher Entwicklungen, Zielpunkt wirtschaftlicher Modernisierungen, Schlachtruf für Revolutionen. Sie war die erste der drei berühmten zentralen Forderungen der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, ...


Gedächtnis

Lässt sich das Gedächtnis mit einem Blatt Papier vergleichen, auf dem einmal Notiertes dauerhaft fixiert ist? Oder gleicht es eher einer Schiefertafel, die immer wieder neu überschrieben wird? Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, stellte sich diese Fragen, als er auf seinem ...


Heimat

Einer der wenigen deutschen Begriffe, für die es in anderen Sprachen keine Entsprechung gibt, lautet "Heimat". Sein Ursprung leitet sich aus dem Indogermanischen ab und bezeichnet einen "Ort, wo man sich niederlässt", ein "Lager", das "wohnlich" ist und einen Zustand des Friedens verspricht. Wie ...


Irrtum

Dass Irren menschlich und damit unausweichlich ist, hat bereits Seneca der Ältere festgestellt und damit indirekt den Jahrtausende währenden Kampf gegen den Irrtum als Irrtum entlarvt. Das Nicht-Menschliche, die Natur oder die Maschine, kann nicht irren, weil ihm dazu die Voraussetzung, das ...


Jugend

Juniorprofessuren, Nachwuchsförderung, Jugend forscht –die Bildungs- und Wissenschaftspolitik richtet zu Recht ihr Hauptaugenmerk auf die Jugend. Denn von ihr sind Impulse und Innovationen zu erwarten, in den Schulklassen von heute sitzen die Wissenschaftler von morgen. Sie zu vernachlässigen ...


Kreativität

Der alte Begriff der Kreativität – die theologische Dimension, der Verweis auf die Schöpfung Gottes, liegt auf der Hand – wurde von Wirtschaft und Politik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als universales Schlagwort neu entdeckt: Jede Initiative muss plötzlich kreativ sein. Schon zuvor ...


Lust

Der sich seit dem 18. Jahrhundert bis zur Neurokybernetik hartnäckig haltende Verdacht, der Mensch sei eigentlich eine Maschine, konnte einen zentralen Einwand nie entkräften: Die Empfindung von Schmerz und Lust ist nur dem menschlichen Geist eigen, keinem Computer. Die allzu menschliche Lust ...


Möglichkeit

"Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, muss es auch Möglichkeitssinn geben", schreibt Robert Musil in seinem Roman "Der Mann ohne Eigenschaften". Und der Schriftsteller erläutert: "So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebenso gut sein könnte, zu denken ...


Neugierde

In jedem Kind steckt ein kleiner Prometheus, also ein Stück jenes klassischen Helden, der den Menschen gegen den Willen der Götter das Feuer brachte. Manchmal ist der Wunsch, hinter die Geheimnisse der Natur zu kommen, so übermächtig, dass er alle Stufen des Erwachsenwerdens übersteht: Ein ...


Orient

Auf das Morgenland richten sich viele Sehnsüchte, selbst und gerade in der "entgötterten Welt" nach der Durchrationalisierung der westlichen Kultur im 18. Jahrhundert. Im Jahre 1812 übersetzte der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall den "Diwan" des Hafis ins Deutsche. Dieses Buch gelangte ...


Person

"Geisteswissenschaften!" – das kann manchmal auch ein mitleidiger Stoßseufzer sein. Wenn sich zum Beispiel ein ganz normaler, keineswegs ungebildeter Mensch, der nie daran gezweifelt hat zu wissen, was eine Person ist (nämlich einfach ein Mensch und in der Rechtssprache auch eine Körperschaft), ...


Querdenken

Etwas Schillerndes macht den Begriff des Querdenkens aus. Negativ wird er oft gewertet, weil Querdenken etwas von Störung des normalen Betriebes, sogar etwas von Sabotage hat. Die Bezeichnungen "Quertreiber" und "Querschläger" liegen nicht fern. Positiv wird der Begriff bewertet, weil Neues im ...


Religion

Wie halten wir es mit der Religion? Die Gretchenfrage lässt heute nur eine Antwort zu: liberal. Die Religionsfreiheit – Freiheit zu und von der Religion – ist eines der elementaren Menschenrechte. Historisch erstritten wurde es vor allem gegen das Christentum, besser: innerhalb des Christentums, ...


Sprache

"Das Kind lernt nicht, daß es Bücher gibt, daß es Sessel gibt, etc. etc., sondern es lernt Bücher (zu) holen, sich auf Sessel (zu) setzen", schreibt der österreichische Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein. Wörter werden also seiner Ansicht nach in einem Lebenszusammenhang gelernt und verwendet; ...


Toleranz

Ohne Toleranz wäre kein Austausch von Gedanken möglich, kein freies Forschen, kein gewaltloses Zusammenleben. "Toleranz ermöglicht Differenz, Differenz benötigt Toleranz", sagt der US-amerikanische Sozialphilosoph Michael Walzer. So wird Toleranz zu einer Grundtugend der globalisierten Welt – ...


Utopie

In einer Ballade mit dem Titel "Wir sind frei" fragt die deutsche Popgruppe Blumfeld ihre Zuhörer: "Bist du bereit für eine kleine Utopie?" Das Lied wurde im Jahr 2003 geschrieben. Es trifft mit seiner vorsichtigen Zurückhaltung die Situation auf den Punkt: Selbst kleine Utopien werden zu Beginn ...


Vertrauen

"Moralische Freundschaft [..] ist das völlige Vertrauen zweier Personen in wechselseitiger Eröffnung ihrer geheimen Urtheile und Empfindungen, so weit sie mit beiderseitiger Achtung gegen einander bestehen kann", so schreibt Immanuel Kant 1797 in seiner Metaphysik der Sitten und bringt ein ...


Würde

Von welch zentraler Bedeutung der Begriff "Würde" ist, zeigt ein Blick ins deutsche Grundgesetz, wo es im ersten Artikel heißt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Geprägt wurde die Vorstellung vom sittlichen Wert ...


Xenophobie

Die Ausweitung der Kommunikation durch elektronische Medien – Telefon, Rundfunk, Internet – hat die Welt zu einem globalen Dorf schrumpfen lassen, wie der Medientheoretiker Marshall McLuhan bereits 1962 diagnostizierte. Im selben Maße aber, wie das Fremde näher rückte, nahmen die Abwehrhaltungen ...


Yin und Yang

Die Grunderfahrung von Tag und Nacht hat dem Menschen ein zweipoliges Modell an die Hand gegeben, das leicht auf andere Bereiche der Wahrnehmung und des Denkens übertragbar war. Mit der Scheidung von Licht und Finsternis differenziert sich der Kosmos in sich: Nicht nur das Alte Testament, die ...


Zukunft

Die Welt von Morgen: Die Straßen sind sauber und weit, Armut und Verbrechen beseitigt, Drogenabhängige und Kranke geheilt, Männer und Frauen verständnisvoll und ohne Hinterlist. Die Jugend ist gezähmt, die "Encyclopédie" Pflichtlektüre an den staatlichen Schulen. Der König, Ludwig XXXIV., wacht ...


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