WFS Wilhelm-Foerster-Sternwarte mit Planetarium
am Insulaner, Berlin


Das Bild der Woche

KW38 / September 1997

Polarlicht über Berlin

Bild der Woche, GIF, 420x280, 69kB



Quizfrage: Gibt es periodische Aktivitäten bei Polarlichtern?


Das hier gezeigte Polarlicht vom 17. November 1989, auch Aurora genannt, war nicht nur in Berlin zu sehen, sondern sogar bis weit nach Österreich hinunter. Solche Ereignisse sind in unseren Breitengraden eher selten, obwohl Polarlichter auch schon in den Tropen gesichtet wurden. Am häufigsten kommen sie jedoch etwa 20 Grad von den erdmagnetischen Polen entfernt vor - sowohl im nördlichen als auch im südlichen Polargebiet. Auf der Südhalbkugel der Erde spricht man zur Verdeutlichung von der "Aurora Australis", ansonsten "Aurora Borealis".

Polarlichter sind am stärksten, wenn die Sonnenfleckenaktivität am höchsten ist. SIe entstehen durch die von der Sonne ausgehenden Ströme elektrisch geladener Teilchen, die im Magnetfeld der Erde abgelenkt werden und in der Atmosphäre die Moleküle und Atome zum leuchten anregen. Meistens sind die Leuchterscheinungen gelbgrün bis grün, welches im wesentlichen auf den bei 5577 Angström leuchtenden angeregten Sauerstoff herrührt. Wie auf der hier gezeigten Aufnahme auch, sieht man in niedrigeren Breitengraden häufig ein rotes Leuchten; dies geht auf angeregten Stickstoff zurück.
Eine Aurora hat nicht immer dieselbe Form. Meist sieht man flache "Bögen" in Horizontnähe, unregelmäße "Bänder" oder unscharf begrenzte "Wolken". Sie entstehen in etwa 100-120 km Höhe und sind oft veränderlich und pulsierend. Sie scheinen relativ spontan zu entstehen, da sie recht schnell an Helligkeit zunehmen. Für gewöhnlich sind sie anschließend einige Stunden zu beobachten.
Zum fotografieren sollte man eine Weitwinkelkamera benutzen und 15-30 Sekunden lang belichten. In dieser Zeitspanne kann man sehr viele interne Strukturen des Polarlichtes festhalten, ohne das die Aufnahme zu "verschmieren" beginnt.

Um das Bild in voller Schönheit betrachten zu können, ist hier noch eine vergrößerte Aufnahme (923x616, JPG, 47 kB) und eine alternative Aufnahme (971x638, JPG, 41 kB) zu sehen.
Anmerkung: Im Hintergrund des Polarlichtes erkennt man das Sternbild Schwan.


Lösung der Quizfrage:
Ja, es gibt periodische Aktivitäten von Polarlichtern.
Es ist aber nicht nur der 11-jährige Sonnenfleckenzyklus, der generell zu verstärkten Polarlichtvorkommen führt, sondern noch ein weiterer Effekt: Während der abnehmenden Sonnenaktivität kann aus ansonsten ruhigen Gebieten der Sonne ein intensiver Teilchenstrom ausgehen, der von einigen Monaten bis zu einer Dauer von zwei Jahren anhalten kann. Da sich die Sonne mit einer Periode von 27 Tagen um sich selbst dreht, kommt es zu einer ebensolchen Periode von erhöhter Polarlichtaktivität auf der Erde.
Quizarchiv


Aufnahmedaten
Polarlicht am 17.11.1989
50 mm 1:1.8 ZEISS Objektiv
20 sec auf Fuji Crome 400asa
Datum: 17.11.1989, 22:00 h MEZ
Ort: Berlin, WFS
© Heiko Schlötterer, Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.


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Autor: W.Tost, 09/97