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Heilfasten - die Methodik

Im Grunde der heilenden Wirkung des Fastens liegen:

  • Förderung der Reparaturprozesse
  • Absonderung oder Verstoffwechselung von nicht funktionsfähigen Zellen und Gewebe
  • Entschlackung, Ausscheidung der Endprodukte von Stoffwechsel- und Oxidationsprozessen und von außen aufgenommener Schadstoffe oder Gifte
  • Ausschluss der antigener Nahrungsbelastung

Indikationen

Beim Beginn der Erkältungs-, Grippal- und Infektionskrankheiten gehört Fasten zu den allerersten Gegenmaßnahmen. Der Organismus reagiert auf eine Infektion mit seinem ganzen Arsenal von Abwehrmechanismen. Zusätzliche Belastung, was im Grunde jede Nahrung darstellt, sollte für diese Zeit vermieden werden. Jedes Nahrungsmittel ist für den Körper ein Fremdstoff, das gespaltet, absorbiert, entgiftet, verstoffwechselt und ausgeschieden werden muß. Jede Nahrung am Anfang einer infektiösen Krankheiten wird die Abwehrmechanismen und Ausscheidungsvorgänge von ihrer Hauptaufgabe ablenken und eine erhöhte Leistung vom Organismus fordern. Essen belastet auch die Schleimhäute - insbesondere die Darmschleimhaut. Diese ist nicht nur auf die Produktion von Sekreten, die antimikrobiell wirksame Substanzen besitzen, sondern auch auf vermehrte Ausleitung der Krankheitsstoffe eingestellt. So werden durch Ernährung die Entgiftungsvorgänge gehemmt und verhindert womit die Dauer der Erkrankung verlängert wird.
Heilfasten wird angewendet bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Coronare Herzkrankheit, Durchblutungsstörungen, arterielle Hypertonie), Krankheiten des Verdauungssystems (Magen- und Darmentzündung und -Geschwüre, Leber- und Gallenwegerkrankungen), Erkrankungen des Bewegungsapparates (Rheuma, Arthrosen und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen), Hautkrankheiten (Allergien, Ekzemen, Psoriasis und Neurodermitis), Atemwegserkrankungen (Asthma und Bronchitis), Psycho-vegetativen Störungen.
Besonders bei der Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen, die wegen Immunsystemstörungen entstehen, kann das Heilfasten einen wichtigen Beitrag leisten. Die Ursache der Autoimmunerkrankungen ist eine Fehlreaktion des Immunsystems. Das Immunsystem wird durch Bakterien, Viren oder anderer Erreger aktiviert, bleibt jedoch aufgrund der ähnlichen Struktur von fremd- und körpereigenem Antigen auch nach Beseitigung des Erregers in Gang und richtet sich nun gegen körpereigene Strukturen und Gewebe.Die daraus resultierenden Krankheiten zeigen je nach den beteiligten Autoantikörpern und dem leidenden Gewebe ganz unterschiedliche Symptome. Dazu gehört z.B. Rheuma, bei der durch eine harmlose Infektion ausgelöste Antikörperbildung sich gegen das eigene Herz und eigene Gelenke richtet. Auch liegt im Grunde vieler anderen Erkrankungen der Autoimmunmechanismus. Beispiele sind: Diabetes, Colitis ulzerosa, Basedowkrankheit, Systemerkrankungen und Kollagenosen (Lupus erythematodes, Sklerodermie, Myositis, rheumatoide Arthritis). Durch Entschlackung und Entsäuerung des Bindegewebes, des Hauptziels einer Immunaggression, führt das Fasten zu einer Verbesserung der Immunfunktionen. Eine Leberentschlackung, die im Laufe des Fastens (erst ab der dritten Woche) stattfindet, oder als eine spezielle dreitägige Kur durchgeführt werden kann, normalisieren sich der Eiweißstoffwechsel und die Immunprozesse

Für alle Altersgruppen, aber besonders ab dem vierzigsten Lebensjahr, ist eine regelmäßige Fastenkur als Prophylaxe zu empfehlen. Sie bewirkt den Abbau solcher Risikofaktoren wie Übersäuerung, erhöhte Cholesterin-, Harnsäure- und Blutfettwerte, Hypertonie, Übergewicht usw.

Kontraindikationen
Tuberkulöse, bösartige Tumoren, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, starke körperliche Erschöpfung, Schilddrüsenüberfunktion, Schwangerschaft und Stillzeit

Fastenformen

Es wird zwischen drei Fastenformen unterschieden.
Klassisches Fasten - Verzicht auf feste und flüssige Nahrung, wobei der Organismus reichlich mit Flüssigkeit versorgt wird.
Trockenes Fasten - Verzicht auf Nahrung jeder Art mit Ausschluss der Flüssigkeitseinnahme.
Kombiniertes Fasten - wenn innerhalb einer Kur klassische sowie trockene Fastentage abwechselnd durchgeführt werden.

Die bekannten Fastenformen nach Buchinger, Mayr, oder Schrott bleiben außerhalb dieser Klassifikation, da diese nicht als das eigentliche Fasten, sondern als Diätformen betrachtet werden müssen. Während der Kur wird Kräutertee, Honig, Zitronensaft, Gemüsesuppe, Basenbrühe usw. oder sogar Milch erlaubt. Der Körper stellt sich nicht vollständig auf innere Energiequellen um. Die Heilungsprozesse finden im Vergleich mit dem klassischen Fasten langsamer statt.

Bereits ein kleines Stückchen Brot oder Apfel, oder ein Schluck Saft bricht die Ernährung aus alternativen Nahrungsquellen ab. Auch Tee oder Mineralwasser reizen die Magenwand und führen zur Produktion von Magensaft, der seinerseits die Magenwand noch mehr reizt. So wird das Ziel des klassischen Fastens - völlige Ruhe des Magendarmtraktes und Anhalten der Verdauungsprozesse - nicht erreicht, was zu unnötigen Energie-, Mineral- und Eiweißverlusten führen kann. Die Produktion von Magensaft bei einem leeren Magen kann zu Gastritis oder Magengeschwürrezidiven führen.
So ist eine Saft- oder Teediät bei einem Magengeschwür völlig unangebracht, doch das richtige Fasten wird es heilen. Ich bin auf keinen Fall ein Gegner der Fruchtsaft- oder Kräuterteediät. Man sollte sie jedoch nur für die richtigen Zwecke anwenden und darf sie nicht mit dem klassischen Fasten verwechseln.
Besondere Vorsicht ist bei längeren Anwendungen von Diäten dieser Art angebracht, da sie statt zu Heilung zu Erschöpfung und Eiweißdefizit führen können. Außerdem ist klassisches Fasten viel leichter zu ertragen als Diät, da das Hungergefühl beim Fasten wesentlich geringer ist.

Urinfasten

In seinem Buch "Wasser des Lebens" hat John W. Armstrong eine Fastenkur beschrieben, bei der zusammen mit dem Wasser auch der ganze ausgeschiedene Urin getrunken wird. Auch moderne Autoren, wie Carmen Thomas und Cron van der Kroen, sprechen von einem längeren (mehrere Wochen) Urinfasten bei chronischen Leiden. Leider drücken sie sich dazu in ihren Anwendungsbüchern sehr pauschal aus. Obwohl das Urinfasten sehr effektiv sein soll und John W. Armstrong zahlreiche Beispiele der Ausheilung von verschiedensten Krankheiten zeigt, wird diese Kur sehr oft von Fastenden bereits nach wenigen Tagen abgebrochen, da sie keine Kraft mehr haben die Kur weiterzuführen. Die Besonderheit dieser Fastensform liegt an deren physiologischen Mechanismus.
Wie bereits erwähnt wurde, wird der Energieverbrauch während dem Fasten durch Fettabbau und Verstoffwechselung von Fetten gedeckt. Die Triglyzeride werden in Fettsäuren gespaltet und die aus den Fettsäuren gebildeten Ketonkörper werden verbrannt, was einen deutlichen Anstieg an freier Fettsäuren und dss absinken des pH-Wertes (Azidose) zur Folge hat.
Da beim Urinfasten der hauptsächliche PH-Regulierungsmechanismus nicht wirkt (der ganze Urin wird doch wieder getrunken) äußern sich die für eine starke Übersäuerung charakteristische Erscheinungen, wie Kopfschmerzen, Muskel- oder rheumatische Beschwerden, Schwäche, vegetative Beschwerden u.ä. besonders stark.

Fastenkur - die Methodik

Da eine Fastenkur eine Methode ist, die eine bewusste freiwillige Bereitschaft zum Verzicht auf Nahrung erfordert, sollte eine innere Einstellung zum Fasten mitgebracht werden. Gerade in der Anfangszeit der Kur und besonders am ersten Tag, wenn noch Hungergefühl, Kopfschmerzen und Stimmungstief auftreten, hilft diese über die Schwierigkeiten hinweg.
Zum Fastenanfang sollten die Grundregeln des Fastens bekannt sein und die Reinigungsmethoden (Einlauf) gelernt werden. Am Fastenvortag sollte weniger als üblich gegessen werden. Obst und Rohkost sollten bevorzugt werden. Am Abend sollte die Darmentleerung erfolgen. Empfehlenswert sind z.B. Sauerkrautsaft, Glaubersalz oder ein Einlauf.
Abführmitteleinnahme in den nächsten Tagen ist unerwünscht, da es den Magendarmtrakt reizt und zu Elektrolytenmangel führen kann.

Während der Kur muß mindestens 1,5-2 l Wasser am Tag getrunken werden. Eine ausreichende Trinkmenge ist notwendig, damit die Schlacken und Gifte ausgeschwemmt werden können. Eine Dusche und Einlauf mit 1,5-2 l Wasser täglich sind ebenso Pflicht. Die Schlacken werden durch die Lunge, Haut und Schleimhaut ausgeschieden. Die Darmspülung verhindert die Reizwirkung der Schlacken und ihre Rückabsorption. Bewegungsaktivität ist auch unbedingt erforderlich, um eine reichliche Durchblutung und die Entfernung von Zerfallsprodukten aus dem Gewebe zu gewährleisten. Nur bedingt können Massagen die Bewegung ersetzen.
Der Tagesablauf kann sich nach den persönlichen Vorstellungen und Wünschen richten, wobei körperliche Anspannung durch Bewegung an der frischen Luft durch Entspannung, Erholung und ausreichendes Schlafen ergänzt werden sollte.

Es ist ideal sich einen Urlaub zu nehmen und in einem Sanatorium mit einer Fastensgruppe zu fasten, aber es gibt keinen Grund, der eine Fastenkurdurchführung nicht auch zu Hause erlauben soll. Dabei wählt man die Fastenzeit und -Dauer voll nach seinen Möglichkeiten. Man kann auch sein normales Leben führen auch ohne die Arbeit zu unterbrechen und es kostet einen keinen Pfennig. Am schwierigsten für die Fastenden ist dabei die Kritik von Verwandten und Bekannten auszuhalten, ob der Fastende sich denn umbringen möchte.

Die Länge des Fastens hängt von den Zielen, die man sich stellt, ab und kann Zeiträume von 1-2 Tagen wöchentlich bis zu etwa 30-40 Tagen pro Quartal betragen. Für prophylaktische Zwecke sind 10 Tage pro Quartal ausreichend.

Aufbauzeit

Diese Phase ist sehr wichtig. Die Aufbauzeit soll genauso lange wie das Fasten selber dauern. Also bei 2 Wochen Fasten dauert die Aufbauzeit auch 2 Wochen. In der Aufbauzeit sollte man sehr vorsichtig sein. Erfahrung zeigt, dass es viel schwieriger ist wenig zu essen, als in der Fastenzeit gar nichts zu essen.

Hier ist ein Beispiel für die Aufbautage nach einem 10-tägigen Fasten:

1. Tag: verdünnte Säfte und Wasser (insgesamt 1,5 -2,5 l)
2. Tag: Säfte, Wasser, Fruchttee (insgesamt 1,5 - 2,5 l)
3. Tag: Frühstück - Saft (200-300 ml); Mittag und Abend - Äpfel
4. Tag: Frühstück - Saft, Mittag - dünne Gemüsesuppe (200,0 ml), Abend - Apfel
5. Tag: Frühstück - Saft, Mittag - Gemüsesuppe, Abend - Gemüsesalat
6. Tag: Frühstück - Saft, Mittag - dünner Brei (200,0 ml), Abend - Gemüseeintopf
7. Tag: Frühstück - Saft Mittag - Müsli, Abend - Quark (100,0)
8 - 10 Tag: das Essen geringfügig sorgfältig ergänzen, aber bei Trennkostprinzipen bleiben.

Es ist nur ein Beispiel um die Prinzipen der Aufbauzeit, die Arten der Lebensmittel und die Menge der Mahlzeiten zu zeigen. Man kann sie nach Geschmack und Verträglichkeit selbst auswählen. Bei den Aufbautagen immer beachten:

  • Zeitliche Trennung von Flüssigkeit- und Festkosteinnahme
  • Ausreichendes Trinken von Wasser und Säften
  • Minimaler Fleischverbrauch / Ausschluss von tierischen Fetten
  • Dafür viel Früchte, Gemüse und Rohkost

Regelmäßiges Fasten ist ein Teil der gesunden Lebensweise. Heilfasten sollte aber auch mit anderen Entschlackungskuren kombiniert werden. Nur mit einer komplexen Behandlung (Kombinationen aus Fasten, Urintherapie, Trennkostdiät und speziellen Entschlackungskuren) können stabile und langfristige Resultate erzielt werden.



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