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THDE liest (7): Verschwörung - der IT-Thriller

THDE liest (7): Verschwörung - der IT-Thriller
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Eine zehnteilige Krimiserie, bei der der Autor nach drei Bänden stirbt und von der trotzdem über 80 Millionen Exemplare verkauft werden? Kein Wunder, dass es trotz des Todes des Autors eine Fortsetzung gibt ...

Als Stieg Larsson starb, war er noch völlig unbekannt - und den drei Bänden seiner Millennium-Serie erging es ebenso. Dann starb er und seine Bücher brachen alle Verkaufsrekorde und waren weltweit - besonders in Deutschland - überaus beliebt.

Es entbrannte ein Erbstreit um eventuell existierende Fortsetzungen und die Urheberrechte. Als ein vierter Band aus der Feder von David Lagercrantz angekündigt wurde, führt dies zu großer Empörung und auch Protest. Viele Stimmen sagten, dass dies nicht im Sinne des verstorbenen Autors sei. Die Verlage hat dies dagegen naturgemäß wenig gestört.

Doch warum wird der vierte Band "Verschwörung" Teil unserer Buchbesprechungsreihe? Schon in allen vorherigen Bänden war die Hackerin Lisbeth Salander eine der beiden Hauptpersonen. Im vierten Band werden die Themen Computersicherheit und Verschlüsselung erneut deutlich wichtiger und das Buch damit interessanter für unsere Serie.

Die Handlung

Protagonist der Serie ist Journalist Mikael Blomkvist. Seine Enthüllungszeitschrift Millennium befindet sich in der Krise, da Mikael als Kopf der Zeitung unter einer Schreibblockade leidet. Er selbst und sein Magazin gelten als altmodisch. Mikael bezeichnet sich bezüglich Technik selbst als Steinzeitmensch und so ist er skeptisch, als eine Story aus dem IT-Bereich an ihn herangetragen wird.

Ich bin kein EDV-Experte – ich bin ein Steinzeitmensch.

Es geht um den genialen Programmierer Frans Balder. In Amerika arbeitete er an einer äußerst fortschrittlichen Künstlichen Intelligenz. Nach Schweden zurückgekehrt fühlt er sich verfolgt. Und das, obwohl er sich primär um seinen autistischen Sohn kümmert.

Als er sich immer größere Sorgen macht, kontaktiert er Mikael, um sich ihm anzuvertrauen. Dessen Interesse wird allerdings erst geweckt, als er feststellt, dass sich auch die Hackerin Lisbeth Salander für die Sache interessiert.

Wer das Volk überwacht, wird eines Tages selbst vom Volk überwacht. Darin liegt eine fundamentale demokratische Logik.

Diese hingegen streitet sich derweil primär mit der CIA herum. Unter dem Pseudonym Wasp ist sie in das Allerheiligste der CIA eingebrochen und gerät so selbst ins Visier des Geheimdienstes. Als ob ihr eigenes Leben nicht schon kompliziert genug wäre, muss sie jetzt auch noch mit der Verfolgung durch die CIA zurechtkommen.

Derweil kontaktiert Mikael sie, indem er Fragen in eine Datei seines eigenen Computers schreibt - wohlwissend, dass Lisbeth diesen regelmäßig ausspioniert. So bilden Mikael und Lisbeth ein konträres, aber sich gut ergänzendes Duo. Er überkorrekt und am Gemeinwesen interessiert, sie mit dem nötigen EDV-Fachwissen, aber dafür mit einem Hang zur Aggression und Soziopathie.

Edwin Needham ist leitender Systemadministrator bei der CIA und folglich direkter Gegenspieler zu Lisbeth Salander.

Edwin Needham, auch Ed the Ned genannt, war vielleicht nicht der höchstbezahlte Sicherheitstechniker in den USA, aber der beste und stolzeste.

Für Ed entwickelt sich der Kampf mit Lisbeth zu einer persönlichen Angelegenheit, da er seine Berufsehre beschädigt sieht. Selbstverständlich sind auch die schwedische Polizei und der schwedische Geheimdienst involviert.

Zu guter Letzt gibt es noch eine weitere Gruppierung, die Frans Balder nach dem Leben bzw. nach seiner KI trachtet, und so laviert Mikael Blomkvist durch ein Chaos an Interessen und Verschwörungen.

Fazit

Schon seit dem ersten Band ist die Millennium-Trilogie eine vielschichtige und interessante Serie. Computersicherheit und Hacken waren stets zentrale Elemente. Mit dem neuen Autor David Lagercrantz sind diese Aspekte noch wichtiger geworden.

Wie schon in den Vorgängern sind auch hier die Charaktere recht stark überzeichnet. Das mag stören, macht aber gleichzeitig den Reiz der Serie aus. Der Mix aus interessanten Figuren, Politik, Morden und IT fesselt von der ersten bis zur letzten Seite.

Auch wenn wir hier nur den vierten Band der Serie besprochen haben, bietet es sich natürlich am ehesten an, die ersten drei Bücher zuerst zu lesen. Insbesondere Lisbeths Vorgeschichte ist ebenso interessant wie verstörend und letztlich erschließt sich nur so, warum die Hackerin so handelt, wie sie es letztlich tut.

Alternativ kann man die ersten drei Bände auch in den schwedischen Verfilmungen nachholen. Der erste Band wurde außerdem mit Daniel Craig als Blomkvist von Hollywood erneut verfilmt und die Lisbeth-Salander-Darstellerin Rooney Mara wurde für ihre Darstellung für den Oscar nominiert. Welche Verfilmung besser gefällt, ist letztlich eine Frage des Geschmacks. Nachfolgend zum Vergleich die beiden Trailer:

Trailer US-Version 'Verblendung'

Trailer schwedische version 'Verblendung'

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  1. Daniel Suarez: Daemon
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