Sinfoniekonzert

Leipzig, Thomaskirche

Festkonzert zum 100. Todestag von Max Reger

Interpreten:
Thomanerchor Leipzig
Gotthold Schwarz (Leitung)
Leipziger Universitätschor
MDR Sinfonieorchester
David Timm (Leitung)

 

Programm:

Max Reger
Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit op. 138/1
(Thomanerchor Leipzig, Gotthold Schwarz)

Variationen und Fuge auf ein Thema von Hiller op. 100
(MDR Sinfonieorchester, David Timm)

Der 100. Psalm op. 106
(Leipziger Universitätschor, MDR Sinfonie­orchester, David Timm)

 

Vor 100 Jahren, am 10. Mai 1916, verbrachte der 43-jährige Max Reger seinen letzten Abend in Leipzig. Am frühen Morgen des 11. Mai verstarb er im Leipziger Hotel Hentschel. Als man ihn gegen 9 Uhr fand, lag er mit friedlichem Gesichtsausdruck in seinem Bett, eine herabgesunkene Tageszeitung in den Händen. Im Sterbezimmer lagen die Korrekturabzüge der Acht Geistlichen Gesänge op. 138. Aufgeschlagen war das erste Stück „Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit“. Es war die letzte Komposition, mit der sich Reger beschäftigte.

Zum Gedenken an Max Regers 100. Todestag eröffnet der Thomanerchor Leipzig unter Leitung von Gotthold Schwarz mit diesem Stück das Festkonzert.

Es folgen zwei weitere groß angelegte sinfonische bzw. chorsinfonische Werke mit dem MDR Sinfonieorchester und dem Leipziger Universitatschor unter Leitung von UMD David Timm.
Die in Leipzig 1907 komponierten Hiller-Variationen op. 100 sind Regers dritte Orchesterkomposition und gehören zu einer Reihe von Variationskompositionen, die dem variierten Thema eine abschließende und krönende Fuge folgen lassen. Das „lustige“ Variationsthema fand Reger bei Johann Adam Hiller (Universitätsmusikdirektor 1778 – 85, Thomaskantor 1789 – 1801), der es 137 Jahre zuvor erfand und welches Regers Biograph Segnitz als von „freundlich philisterhafter Behaglichkeit und […] Gemütsruhe“ beschreibt.

„Ich arbeite wie toll an meinem op. 100: Variationen und Fuge für großes Orchester über ein Thema von J. Adam Hiller! Das Werk […] ist schon jetzt in einer großen Reihe von ersten Orchestern (Berlin [Kgl. Kapelle], Hamburg [Philharmonie], Stuttgart [Hofkapelle], Amsterdam, Haag, Heidelberg etc.) zur Aufführung für nächsten Winter angenommen! Hoffentlich bringt es auch das Gewandhaus.“, schrieb Reger am 21.05.1907 in einem Brief aus Leipzig.

Der 100. Psalm gehört zu den bedeutendsten Chorwerken Regers. Das etwa halbstündige gewaltige Werk entstand anlässlich des 350. Jubiläums der Universität Jena in den Jahren 1908 und 1909. Reger schrieb in einem Brief: „Die Hörer des Psalms müssen nachher als ‚Relief‘ an der Wand kleben; ich will, daß der Psalm eine niederschmetternde Wirkung bekommt!“ Furiose Steigerungen und grandiose Wendungen kennzeichnen die ausgereifte Kunstfertigkeit des großbesetzten Meisterwerks. Es ist ebenso gekennzeichnet von immensen technischen Schwierigkeiten, insbesondere für die ausführenden Chöre: komplizierte, oft rasch wechselnde Harmoniefolgen, dicht gearbeitete Polyphonie und unzählige chromatische Tonsprünge. Dazu kommt die hohe Anforderung an die dynamische Flexibilität.

Im Heidelberger Tageblatt war nach einer Aufführung im Jahre 1910 zu lesen: „Der 100. Psalm, die große Sensation des Tages, zeigt so recht, wohin Reger zielt: die musikalischen Ausdrucksmittel ins Kolossale zu steigern. Sein eminentes technisches Können befähigt ihn, in der polyphonen Arbeit über Bach herauszugehen und sie mit der Großmacht moderner Instrumentalkunst zu verbrüdern […]. Das Werk ist von gigantischer Kraft, reich an rein musikalischen Schönheiten, an wahrhaft Ergreifendem. Man war tief erschüttert, als die gewaltige Doppelfuge verklungen war, hatte etwas Unvergeßliches erlebt.“

 

Tickets:

20 € | erm. 8 € (VVK)
25 € | erm. 10 € (AK)

www.unichor.uni-leipzig.de

 

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