Meine Strategie für die Geldanlage in 10 Punkten

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In mittlerweile weit mehr als 100 Artikeln, Podcasts und Videos habe ich mich auf zendepot über Vermögensbildung und Kapitalanlage ausgelassen.

Ich habe übers Sparen geschrieben, übers Anlegen, über Aktien und Immobilien, über Risiko und Ungewissheit, über Angst und Gier und vieles mehr.

Manchmal frage ich mich selbst:

Was ist eigentlich die Essenz des Ganzen? Worauf kommt es mir im Umgang mit Geld wirklich an?

Und: Kann ich jemandem, der in Sachen Finanzen eher unbedarft ist, verständlich machen, was meine Strategie bei der Vermögensbildung ist?

Kann ich. Und zwar in den folgenden 10 Punkten:

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1. Geldanlage ist für mich kein Selbstzweck

Kapitalanlage dient der langfristigen Vermögensbildung und nichts anderem. Ich empfinde wenig Lustgewinn beim Blick ins Depot, selbst wenn dort alle Pfeile nach oben zeigen. Umgekehrt drehe ich auch nicht am Rad, wenn die Kurse ins Minus drehen.

Ich investiere nicht an der Börse, weil ich das so unterhaltsam oder spannend finde, sondern weil es die effizienteste Form der Vermögensbildung ist.

2. Geld verdienen geht vor Sparen

Vermögensbildung findet auf drei Ebenen statt:

  1. Geld verdienen
  2. Geld anlegen
  3. Geld investieren

Am meisten Spaß macht mir Geld verdienen, dicht gefolgt von erfolgreichen Investments. Sparen (=Konsumverzicht) macht da schon weitaus weniger Freude, muss aber sein. Denn sonst bliebe ja nichts zum Investieren übrig.

Durch die (relativ) konsequente Anwendung von 10 einfachen Regeln erreicht selbst ein Haushaltsbuch-Muffel wie ich, dass am Ende des Monats noch Geld übrig ist.

Und dank eines maximalen Lebensstandards, den ich für mich definiert habe, empfinde ich Sparen kaum als Verzicht.

Denn was man sich nicht wünscht, kann man auch nicht vermissen.

Wie bereits gesagt ist Sparen immens wichtig, aber es bleibt dabei: Plus macht mehr Spaß als Minus. Als unternehmerisch denkender Mensch überlege ich mir lieber, wie ich mein Einkommen erhöhen kann, als immer weiter an der Sparschraube zu drehen.

3. Investieren statt Spekulieren

An der Börse kann man ziemlich genau zwei Dinge tun: 1. Investieren oder 2. Spekulieren. Falls du glaubst, das sei dasselbe, lies bitte hier.

Anstatt auf kurzfristige Gewinne zu spekulieren und dabei mein Anlagerisiko zu konzentrieren (erhöhen), investiere ich lieber langfristig und streue das Risiko so breit es eben geht.

Zwischenzeitliche Buchwertverluste sind für mich bedeutungslos. Alles was zählt, ist die langfristige Durchschnittsrendite, bei der ich von etwa 3 Prozent pro Jahr (netto nach Abzug von Inflation, Kosten und Steuern) für mein Wertpapierportfolio ausgehe.

4. Ohne Anlagestrategie geht es nicht

Eine wichtige Erkenntnis beim Investieren war für mich diese:

Denke nicht in Anlageprodukten, sondern in großen Zusammenhängen!

Bevor man sich darum kümmert, welches Wertpapier im Depot landet, sollten einige grundlegende Fragen beantwortet sein. Eine kleine Auswahl:

  • Was bedeutet Geld für mich?
  • Wie viel brauche ich (später) davon? (Kann man nie genau wissen, im Zweifel aber lieber mehr als weniger)
  • Wann brauche ich ungefähr mein Vermögen zum Leben?
  • Wie viel Risiko (Wertschwankungen) bin ich bereit zu ertragen? (Verstehe ich Risiko überhaupt?)
  • Sorge ich nur für mich vor oder auch für andere (Partner, Kinder, Eltern etc.)?

Der größte Fehler, den man machen kann, ist voreilig und ohne echtes Konzept in irgendwelche Anlageprodukte zu investieren. Womöglich ohne die Produkte wirklich zu verstehen.

Ist aber nicht so, als hätte ich diesen Fehler in der Vergangenheit nicht auch gemacht. 😉

Wo ich gerade auf Anlageprodukte zu sprechen komme: Nach allem, was heute bekannt ist, sind Exchange Traded Funds (ETFs, deutsch; börsengehandelte Indexfonds) wohl das kleinste Übel für Privatanleger.

Das perfekte Produkt (absolut kostenfrei und zu 100% sicher) ist und bleibt eine Illusion, der man sich besser nicht hingeben sollte.

5. Passiv statt aktiv

Bei der praktischen Umsetzung der Anlagestrategie sind drei Aspekte für mich von großer Bedeutung:

  1. Eine langfristig positive Nettorendite
  2. Größtmögliche Risikostreuung (Diversifikation)
  3. Minimaler Zeiteinsatz für die Depotführung

Klingt ganz wie ein Steckbrief für das passive Investieren mit Indexfonds (ETFs).

Dank dieses Anlagekonzepts bin ich an der Gewinnentwicklung von einer Vielzahl von Unternehmen weltweit beteiligt. Gleichzeitig streue ich mein Risiko so gut es geht, da ich über große Börsenindizes in den gesamten Markt investiere und damit Einzelwert- und Branchenrisiken aus dem Weg gehe.

Und das Beste ist: Ich muss mich nicht aktiv darum bemühen, sondern kann einfach nur sitzen.

Denn die langfristige Wertsteigerung des Aktienmarkts vollzieht sich völlig ohne mein Zutun. Was bedeutet, dass ich mich in der Zwischenzeit um andere Dinge kümmern kann.

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6. Nur Geld investieren, das man nicht braucht

Ich unterscheide bei der Geldanlage nur zwischen zwei Zeithorizonten: ganz kurz und ganz lang.

Ganz kurz bedeutet: Ich muss täglich an mein Geld kommen, wenn ich es dringend brauche (Auto kaputt, Einkommensverluste bei Krankheit, Auftragsflaute etc.)

Dafür habe ich jederzeit eine Notfallreserve in Höhe von etwa vier Nettomonatseinkommen auf einem Tagesgeldkonto liegen.

Ist Wurst, dass sich das Geld kaum verzinst. Ich verstehe Tagesgeld eh nicht als Geldanlage im eigentlichen Sinne, sondern als kurzfristig verfügbaren Geldspeicher.

Und diesem Fall gilt wirklich: „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt“. Denn auf Existenzängste aufgrund von akutem Geldmangel kann ich gut und gerne verzichten.

Alles weitere Geld, das nach Abzug aller Lebenshaltungskosten übrig ist, wird langfristig investiert.

Der Zeithorizont beträgt hier mehr als 20 Jahre. Im Grunde „open end“, denn ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass der Anlagehorizont mit Eintritt in den Ruhestand endet.

Tut er nicht.

7. Nur Geduld

Um mit einem langfristigen Anlagehorizont klarzukommen, sollte man eine wesentliche Eigenschaft mitbringen: Geduld.

Deshalb ist es auch wenig hilfreich, täglich den Stand seines Depots zu kontrollieren, jährliche Performance-Analysen vorzunehmen oder womöglich per Smartphone-App laufend die Entwicklung seiner Wertpapiere zu monitoren.

Alles was für mich zählt, ist was langfristig bei der Vermögensbildung rauskommt. Mehr als Kosten kontrollieren und durch jährliches Re-Balancing das Risikolevel meines Depots konstant halten, kann ich eh nicht tun.

Den Rest erledigt der Aktienmarkt. Wenn man ihn denn lässt und nicht durch ständiges Kaufen und Verkaufen die Rendite verschlimmbessert.

8. Risiko akzeptieren und gelassen bleiben

An der Börse investieren bedeutet mit Risiko leben lernen. Wer sich einen glatten Aufwärtstrend für die Wertentwicklung seines Depots wünscht, braucht erst gar nicht anzufangen.

Dass es an der Börse immer auf und ab geht, ist ein Phänomen, auf das man sich einstellen kann und sollte. Interessanterweise kommen die meisten Menschen mit naturgegeben Zyklen (Ebbe und Flut, Sommer und Winter, Tag und Nacht) ja ganz gut zurecht.

Im Gegensatz dazu sind viele auch nach 400 Jahren wechselhafter Börsengeschichte immer wieder erstaunt, dass der Wind in zwei Richtungen drehen kann.

Da hilft nur: Locker bleiben und schlechte Zeiten mit stoischer Gelassenheit einfach auszusitzen.

Nach einem Hoch kommt ein Tief kommt ein Hoch. Wer das glaubt, ist Optimist. Und Optimisten wie ich haben es bei der Geldanlage immer leichter! 😉

9. Vorzeitige finanzielle Unabhängigkeit ist nicht so wichtig

Die häufig beschworene finanzielle Unabhängigkeit vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ist ganz sicher keine schlechte Sache. Solange sie nicht mit jahre- oder gar jahrzehntelangen Entbehrungen erkauft wird.

Wer sich im Hier und Jetzt pausenlos abrackert, um in einer vermeintlich besseren Zukunft die Füße hochlegen zu können, verschenkt in meinen Augen wertvolle Lebenszeit.

Wie in Punkt 2 erwähnt, machen mir meine unternehmerischen Tätigkeiten viel Freude und ich verdiene gerne Geld.

Ich sehe derzeit keinen vernünftigen Grund, warum ich damit möglichst schnell aufhören und mich zur Ruhe setzen sollte. Selbst wenn ich auf das Geld nicht mehr angewiesen wäre.

10. Es gibt wichtigeres im Leben als Geld

So sehr ich dafür plädiere, mehr aus seinem Geld zu machen und Vermögen aufzubauen. So sehr ich mir eingestehe, dass mir Geld viel bedeutet und eine große Rolle für meine Lebenszufriedenheit spielt.

Es gibt wichtigeres im Leben: Vor allem Freiheit und Zeit zu meiner freien Verfügung.

Zeit für meine Familie, Freunde und die schönen Dinge im Leben.

Ich genieße den Luxus, mir meine Arbeit weitestgehend frei einteilen zu können und mich dabei mit Dingen zu beschäftigen, die mir Spaß machen. Und davon gut leben zu können.

Ich bin gesund und freue mich, wenn dies möglichst lange so bleibt.

Mehr brauche ich nicht zu meinem Glück.

 
Wie sieht deine Strategie bei der Geldanlage aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zu Peter Rannings Blogparade „Meine Strategie für die Kapitalanlage“.

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

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{ 29 Kommentare… add one }
  • Claudius 25. Juni 2015, 09:52

    Hallo Holger,

    Ich fand deinen 9. Punkt besonders gut. Nicht weil Ich denke, dass er der wichtigste ist, sondern weil Ich das Gefühl habe, dass er am ehesten vergessen wird. Man muss nicht jeden Cent dreimal rumdrehen, nur damit man 1 Jahr früher finanziell unabhängig ist. Vielmehr muss man jetzt zufrieden sein und Spaß an seinem Beruf haben.
    Gruß,

    Claudius

  • Stoiker 25. Juni 2015, 15:06

    „Wie sieht deine Strategie bei der Geldanlage aus?“

    Ich investiere (mindestens) einmal im Quartal, was ich übrig habe & was über meine eiserne Tagesgeldreserve hinausgeht. Einmal im Jahr gucke ich nach dem Rechten und passe an. Alles andere verpasse ich;-)

    P.S.: War früher anders, da gehörte ich eher zur „Ich gucke jeden Tag ins Depot“-Fraktion, um vermeintliche Kontrolle zu gewinnen.

  • Ric 26. Juni 2015, 07:40

    Hallo Holger,

    bist jetzt war ich ein stiller Mitleser deines Blogs.
    Ich stimme dir in vielen Punkten überein, auch wenn ich im Gegensatz zu dir direkt in Aktien investiere. Die passive Strategie ist nicht schlecht, jedoch mag ich es direkt in das Unternehmen welches ich bewertet und als gut befunden zu haben zu investieren.
    Bei deinem Punkt 9 (vorzeitige finanzielle Unabhängigkeit ist nicht so wichtig) stimme ich dir darin zu, dass man sein Leben auch Leben soll und nicht auf die Dinge verzichten sollte die man liebt und die einem Spaß machen.
    Ich persönlich habe trotzdem das Ziel meine finanzielle Unabhängigkeit mit 42 Jahren zu erreichen. Ich bin Projektingenieur und lebe gut, jedoch verprasse ich mein Geld nicht. Ich versuche ein wenig nach den minimalistischen Grundsätzen zu leben. Von daher sehe ich mein Ziel als realistisch an. Wenn ich mein Ziel jedoch nicht erreiche und erst mit 46 meine finanzielle Unabhängigkeit erreicht habe ist es doch auch ok.
    Einen Punkt will ich jedoch klar stellen. Du schreibst, dass du gerne arbeitest und auch nicht damit aufhören willst.
    Ja, ich habe das Ziel meine finanzielle Unabhängigkeit terminiert zu erreichen. Aber das heißt doch nicht, dass ich meinen Job nicht gerne mache und bei erreichen sofort damit aufhöre. Mir geht es nicht darum die Füße auf den Tisch zu legen und zu gammeln. Ganz und gar nicht. Ich möchte einfach die Freiheit haben, aufhören zu können wenn ich es will. Ich denke, jemand der seine finanzielle Freiheit erreicht hat und wirklich nur aus spaß arbeitet, macht einen besseren Job als jemand der nur wegen des Geldes arbeiten geht und am Ende jedes Monats pleite ist.

    Gruß
    Ric

    • Hartmut 26. Juni 2015, 08:32

      Hallo Holger, hallo Ric!

      Ein Kollege von mir hat mal den Begriff der „Finanziellen Unanscheißbarkeit“ verwendet 🙂
      Finanzielle Freiheit heißt für mich auch, nicht (vom Arbeitgeber) erpressbar zu sein.
      Wenn ich weiß, dass mich eine Kündigung nicht aus der Bahn werfen wird, werde
      ich meine Interessen besser wahren, und wenn mein Arbeitgeber das auch weiß, wird er den Bogen nicht überspannen.

      Gruß
      Hartmut

  • Hartmut 26. Juni 2015, 08:23

    Hallo Holger!

    Eine tolle Zusammenfassung dessen, was ich hier bisher gelesen habe!
    Du triffst meine Einstellung zu Geld wunderbar auf den Punkt.
    Deswegen finde ich vermutlich so viele mich ansprechende Artikel auf deinem BLOG.

    Meine eigene Strategie schaut im Moment noch anders aus:
    Knappes Notfallpolster auf dem Tagegeldkonto, Hauskredit abbezahlen, so
    schnell es geht, an dem Plan feilen, was ich mit dem Geld mache, wenn das Haus bezahlt ist.

    Vielen Dank!
    Hartmut

  • Ric 26. Juni 2015, 19:25

    @ Hartmut

    „Finanziellen Unanscheißbarkeit“

    😀 sehr gut. Ja genauso ist es. Mit einem passiven Einkommen lebt es sich einfach entspannter. Auch wenn man die finanzielle Unabhängikeit noch nicht erreicht hat. Aber angenommen du hast ein monatliches passives Einkommen von 750 EUR und somit ein Vermögen von 300.000 EUR (bei einer Rendite von 4% nach Steuern), dann kannst du doch schon extrem lange Zeiträume überbrücken. Oder auch zu deinem Chef gehen und einfach Teilzeitarbeit anmelden. 😀

    Viele Grüße
    Ric

  • Fräulein Zaster 30. Juni 2015, 11:59

    Einer meiner Lieblingsbeiträge zu Peter Rannings Blogparade.

    Nur den 1. Punkt kann ich so nicht unterschreiben. Ich habe Spaß bei der Geldanlage und empfinde dies auch nicht als etwas Negatives. Auch ein „Hobby“ kann man ernst nehmen 🙂

    Viele Grüße
    pfennigfüchsin

  • Michael 30. Juni 2015, 12:06

    Hallo Holger,
    danke für die gute Zusammenfassung. Trifft es auf den Punkt – denn sich langsam, aber sicher etwas auf die Seite zu legen ist nicht schwer, zahlt sich aber in Zukunft aus. Das ist so ähnlich wie mit der Gesundheit – jetzt investieren (gesunde Ernährung, Sport etc.) zahlt sich garantiert aus!
    lg Michael

  • Der Privatier 3. Juli 2015, 09:28

    Hallo Holger,

    ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken, dass Du an der Blogparade „Meine Strategie für die Kapitalanlage“ teilgenommen hast. Vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Inzwischen habe ich eine Zusammenfassung aller Beiträge erstellt:
    http://der-privatier.com/ergebnisse-der-blogparade-meine-strategie-fuer-die-kapital-anlage/
    die ich wirklich jedem empfehlen möchte.

    Hier gibt es eine ziemlich eindeutige generelle Richtung, aber auch viele sehr interessante Abweichungen und Details. Unbedingt lesen!

    Gruß, Der Privatier

  • Friedrich Holstein 3. Juli 2015, 15:39

    Hallo zusammen,

    obwohl (oder gerade weil) ich schon den größten Teil meiner Anlage in ETFs habe, nochmal eine Frage dazu: Wie „sicher“ sind ETFs? Gibt es das Risiko, dass der Anbieter der ETFs insolvent geht, und ich dann „meinen“ Anteil verliere?

    Viele Grüße aus dem heißen München, Friedrich

  • Finanzkoch 4. Juli 2015, 23:51

    Hallo Friedrich,

    für ETFs gilt das Gleiche, wie für Investmentfonds:

    Fondsvermögen ist Sondervermögen.

    Dein Geld fällt im Falle einer Insolvenz nicht in die Konkursmasse des Anbieters.

    Bei physischen ETFs brauchst du dir über eine Anbieter-Insolvenz keine Gedanken machen (außer es wurden exzessiv Wertpapiere verliehen).
    Bei synthetischen kann es sein, dass du statt Aktien plötzlich argentinische Rinder oder schottische Schafe besitzt. Hier baut dein Emittent nämlich irgendein Basisportfolio, dessen Wertentwicklung er bei einer Bank gegen die Wertentwicklung des gewünschten Indizes eintauscht.

    Herzliche Grüße
    Christoph

    • Dummerchen 5. Juli 2015, 22:35

      Kleine Ergänzung zu der korrekten Antwort:
      Ja, bei synthetischen ETFs kann vieles sein. Statt zu spekulieren, wie schlimm es denn werden könnte, und ob es jetzt taiwanische Wasserbüffel oder südöstliche Westhighland Terrier sind, hilft manchmal auch der Blick auf die Anbieterseite. Bei Comstage ist das sog. Trägerportfolio aller synthetischen ETFs nicht ganz so exotisch und kann hier eingesehen werden: http://www.comstage.de/News/PressArticles.aspx?c=30229
      Sieht schon ziemlich lange nach einem grundsoliden BlueChip-Sammelsurium aus.
      LG
      Dummerchen

    • Poseidon 8. Juli 2015, 19:14

      Was man noch ergänzen sollte…der Handel von ETFs kann (zeitweise) ausgesetzt werden, es können ähnliche Probleme wie mit offenen Immofonds entstehen, dass im Fall der Fälle Bestandteile des ETFs zu Ramschpreisen verscherbelt werden müssen & dann kommt es drauf an, ob es Abnehmer gibt, laut Verkaufsprospekt haften ETFs so wie andere Fonds untereinanden, d.h. ETF A kann zum Ausgleich einer Schieflage von ETF B genutzt werden, Partner der Wertpapierleihe können ausfallen, ETFs können zu einem undenkbar schlechten Zeitpunkt aufgelöst oder verschmolzen werden usw.

  • Clemens 8. Juli 2015, 19:17

    „Nur Geld investieren, das man nicht braucht“ ist oft das Problem. 4 Nettomonatseinkommen muss man erst sparen – und das macht keinen Spaß (wie Du schon geschrieben hast).
    Leichter damit tun sich oft Selbstständige da hier die Einkommen schwanken.

    • Christian 14. Juli 2015, 10:06

      Das kann ich aus meiner beruflichen Erfahrung nicht bestätigen. Gerade kleine Selbstständige tun sich mit einer Liquiditätsplanung schwer. Ihre Einkommen schwanken zwar, sie wissen aber oft garnicht, wieviel von den Einkommen wirklich Gewinn ist.

  • Erik 22. Juli 2015, 13:37

    Hallo,

    ich kann das voll unterschrieben. Ich denke diese 10 Gesetze oder Strategien sollten schon in der Schule gelehrt werden.

    Vielen Dank für den coolen Blogartikel

    Erik

  • Christina Kanese 23. Juli 2015, 10:34

    Hallo Holger,

    wieder ein großartiger und hilfreicher Artikel. Ich habe es gleich weiter verteilt. Leider habe ich die Blogparade zu spät gesehen, sonst wäre ich auch gern dabei gewesen. Dafür habe ich jetzt meine eigene Blogparade ‚Mein skurrilstes Erlebnis beim Geld und was ich daraus gelernt habe‘ gestartet.
    http://www.kanesecoaching.de/blog-info/

    Ich fände es super, wenn Du dabei bist und wir Deine Geschichte kennen lernen dürfen.

    Herzliche Grüße aus Hamburg
    Christina

  • Fanage.de 1. August 2015, 13:52

    Hallo Holger,

    toller Artikel, gerade für die, die wirklich neu anfangen wollen oder nicht wissen wie sie anfangen sollen.
    Wir finden besonders die Punkte 3 und 4 sehr wichtig.

    Investieren statt Spekulieren / Anlagestrategie
    Klar, mit Aktien, oder noch besser mit Optionsgeschäften sind spekulative und sehr ertragreiche Geschäfte möglich. Doch wenn man sich nicht zu 100 % damit auskennt bzw. wirklich nur monatlich eine Summe x anlegen will, dann machen solche Geschäfte keinen Sinn. So denken wir dass du mit der Aussage „investieren statt Spekulieren“ genau richtig liegst, wenn es um einen mittel- bis langsfristigen Erfolg geht.
    Eine gute Streung der Summe in verschiedene Anlageklassen unter Berücksichtigung der individuellen Präferenzen ist genau das, was ein cleverer Anleger vorher prüfen sollte. Heisst:

    Welche Summe möchte ich anlegen und macht ggf. eine Splittung dieser Summe Sinn ?
    Welche indivduellen Präferenzen habe ich (Verfügbarkeit, Renditevorstellung, Vererbbarkeit, steuerliche Aspekte etc.) ?
    Welche Anlagevarianten kommen für mich in Frage ?
    Wie könnte ich eine gute Anlagestrategie aussehen (Branchen, Länder, Assets) ?
    Wo finde ich die für mich geeigneten Fonds bzw. Anlagearten ?

    Wir denken, wenn man sich im Vorfeld diese Gedanken macht und einen Strategie hat, dann kann man sich die Anlagen selbst zusammen stellen oder einen Berater seines Vertrauens aufsuchen und die Anlagen mit diesem zusammenstellen. Wichtig: hier sollten nicht nur die Renditen der Vergangenheit als Erfolgsfaktor gewählt werden bzw. nur die Qualität des Fondsmanagements.

  • Axel Walldorf 23. August 2015, 22:40

    Sehr guter Beitrag!
    Die oben genannten Fragen sollte sich jeder mal selbst stellen, um die ganze Situation für sich selbst zu definieren. Und wie auch Du schon erwähnt hast: Am Ende gibt es doch noch Wichtigeres als Geld 🙂
    Viele Grüße

  • Steff 25. August 2015, 21:13

    25.08.15
    Interessanter Artikel! 🙂
    Hast Du die Website eingestellt Holger?
    Oder handelt es sich nur um eine kreative Schaffenspause? 😉

    • Holger Grethe 26. August 2015, 16:33

      Hallo Steff,
      alles bestens hier. Nach der Sommerpause geht´s mit neuen Artikeln und vielen anderen Informationsangeboten weiter … 😉

  • Christian 31. August 2015, 11:20

    Hallo Holger,
    ich würde mich ja mal für Deine Meinung über das Thema Krisen-Sicherheit interessieren. Der Unterschied zwischen synthetischen und physischen Konstrukten ist mir klar. Auch, die Wertpapierleihe und wie man Volumen und Sicherheiten recherchiert. Aber was heisst das alles ganz konkret. Was passiert bei einem
    Weltkrieg, bei Enteignungen.. ist eine ETF Position dann so stabil und sicher wie eine Bayer Aktie?
    Hilfe anbieten könnte ich Dir, wenn Du mal einen average investment plan vorstellen möchtest.
    Viele Grüße Christian

    • Holger Grethe 31. August 2015, 13:38

      Jesusmaria, du stellst Fragen 😉

      Ganz ehrlich: Bei einem Weltkrieg sind meine ETFs vermutlich das Letzte, an das ich denke! Ich habe einen Buchtipp für dich: Der schwarze Schwan von Nassim Nicolas Taleb. Darin wird schön der Unterschied zwischen Risiko und Ungewissheit verdeutlicht.

      Weltkriege, Naturkatastrophen und Co fallen eindeutig in die Kategorie Ungewissheit. Ereignisse dieser Art lassen sich NICHT in irgendeiner Weise vorausberechnen oder deren Folgen auch nur annähernd kalkulieren.

  • Christian 3. September 2015, 09:17

    Hallo Holger,
    Du hast Recht, das Szenario ist zu extrem um sich darüber seriös zu unterhalten. Das Buch klingt interessant, vielleicht lese ich das wirklich mal, denn mir wird bei Deiner Antwort auch bewusst, dass ich eine Tendenz zur Flugangst habe, auch extrem und nicht wirklich rational. Beruflich und bei der Geldanlage versuche ich rational zu sein aber der Bauch und die Medien machen es einem (bzw. mir) nicht leicht und hin und wieder zucken dann market timing Zwänge und Ängste auf. Gestern Abend saß ich lange vor meinem Depot und habe überlegt, was nun zu tun ist (viel rot..). Jetzt kaufen und günstigere Preise als ich bisher hatte nutzen? Oder gehts noch weiter runter und ich vegeude „buying power“? Aber was wenn es ab jetzt hoch geht und ich verpasse die günstigen Kurse… Was könnte bei der Entscheidung helfen, 200 Tage Linie? KGV? Nix. Mir wurde bewusst, dass ich zuletzt wieder viel nachgekauft habe und das Depot schon wieder größer ist als ich dachte. Ich muss langsam einfach einen Rhythmus finden und blind kaufen. Danke für Deine Rückmeldung!

  • Nick 13. Februar 2016, 09:32

    Hallo,
    eine Frage zu Punkt 7: Warum sollte ein Buy-and-hold-Investor ein Rebalancing seiner Anlagen vornehmen?
    Diesem Investortyp ist die zwischenzeitliche Wertentwicklung (Risiko) der Anlagen doch zweitrangig wenn nicht sogar gleichgültig. Die Anlagen, die er kauft, möchte er – wie in Punkt 6 des Artikels erwähnt – open end halten. Wenn sich der Wert einer Anlageklasse erhöht/verringert, so what?
    Viele Grüße

    • Holger Grethe 14. Februar 2016, 11:09

      Hallo Nick,

      buy-and-hold bedeutet, dass ich mich nicht an Market Timing versuche und nicht auf schnelle Kursgewinne aus bin.

      Das steht keineswegs im Widerspruch dazu, dass ich für mein Portfolio ein Risikolevel festlege und dies mit einer entsprechenden Aufteilung zwischen Aktien Anleihen realisiere (Asset-Allocation).

      Rebalancing ist der Mechanismus, der sicherstellt, dass das gewählte Risikolevel auf Dauer auch wirklich eingehalten wird. Ohne Rebalancing würde die Asset-Allocation ihren Sinn verlieren.

  • Thomas 28. Februar 2016, 19:09

    „9. Vorzeitige finanzielle Unabhängigkeit ist nicht so wichtig“

    finde ich besonders wichtig. Wenn man sich einmal die richtige Arbeit „gemacht“ hat, dann ist die Arbeit nicht mehr wirkliche Arbeit. Das „machen“ ist meist schwieriger als ich es jetzt sage, aber in meinen Augen lohnt es sich später doppelt und dreifach!

    Wenn ich schon arbeite, dann will ich auch an etwas arbeiten, das mich erfüllt. 🙂

    Gruß
    Thomas

  • Johannes 7. April 2016, 09:28

    Das ganze ist eine wirkliche tolle Zusammenfassung. Gerade Punkt 9 wird von vielen Menschen vergessen. Im Buch „The richest man of babylon“ wird erklärt, dass man „nur“ 1/10 des erhaltenen Vermögen auf die Seite legen soll und mit den restlichen 9/10 sein Leben genießen soll. Ich glaube da ist tatsächlich viel dran. Einfach weil man sein Leben nicht immer auf „später“ verschieben soll, sondern auch mal im Moment leben darf.

    Ich habe von meinem Mentor, Birger Schäfermeier von tradac.info sehr viel mit genommen und denk das ich auch von dieser Seite viel mit nehmen kann. Ich habe schon Erfahrungen im Meditieren und denke ich werde wieder damit beginnen, nur um ein wenig Ausgleich zu finden.

    Danke für diese Inspiration,

    Johannes

  • Yogi 24. April 2016, 22:19

    Hi Holger,

    nachdem ich diesen Artikel wieder gelesen habe, habe ich einen Tipfehler gefunden. Bei dem 2.Strategie (3 Ebene von Vermögenbildung) soll es bei der 2. Punkt „geld sparen“ statt „geld anlegen“ oder? Geld anlegen und geld investieren sollen gleichbedeutend sein, wenn meine Deutsch-Kenntnisse nicht zu schlecht ist.

    Viele Grüße,
    Yogi

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