Liebe Marketing-Kollegen,

eine halbe Woche vor den Wahlen in Österreich und einem wichtigen Plebiszit in Italien, nur wenige Monate vor Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland, möchte ich einmal mehr um eure Unterstützung gegen die Neue Rechte bitten. Gegen diesen neuen toxischen Schlamm, der sich aus AfD, FPÖ, Trump und Brexit bildet und gerade zu einer vielschichtigen neuen Bedrohung für uns wird. Mein Vorschlag ist ziemlich konkret und soll bewusst übergriffig sein: Ich will mit eurer Hilfe die leider allzu oft bestehende Finanzierung für rechtsextreme Medien durch Mainstream-Marken beenden. Ob und wie ihr mir da folgt, ist natürlich eure Sache.

Was bedeutet das? Jeden Tag, den ich auf eine alt-right Seite wie Breitbart surfe, stoße ich auf Banner von deutschen Marken, die eines sicher nicht wollen: sich so auf einer rechtsextremen Seite präsentieren. Große Telekom-Anbieter, Happysocks…sogar die UNICEF. Und möglicherweise auch Ihr Banner oder der Ihrer Kunden. Fühlt sich nicht gut an? Das sehe ich genau so.

Liebe Kollegen aus Media, Werbung und von Markenartiklern: Ein einfacher Weg, nicht unpolitisch zu sein, geht so: Lasst uns gemeinsam die Finanzierung von rechtsextremen Websites und Meinungsportalen wie Breitbart und vielen anderen stoppen. Wenn Sie sich nicht für Politik interessieren, fair enough. Wenigstens Ihre Marke sollte es Ihnen wert sein.

Nachfolgend finden Sie eine Liste mit Medien, die ich Ihnen zur Prüfung an die Hand geben möchte. Denn hinter jedem Banner auf einer rechtsextremen Seite steht auch eine schlecht gepflegte Blacklist. Schauen Sie sich die nachfolgenden Seiten an und entscheiden Sie selbst, wo Sie Ihre eigene Marke oder die Ihrer Kollegen und Kunden sehen wollen. Media-Agenturen haben üblicherweise Black-Lists, die sie erweitern und optimieren können. Geben Sie sie einfach weiter und schauen Sie durch, wo Sie auftauchen wollen und wo nicht – bzw. wem Sie Media-Geld überweisen möchten.

Hier die Liste: Download.

Ein wenig Kontext:

Ich bin Digital-Stratege studierter Politologe. Ich glaube, dass uns der unheimliche Aufstieg der Neuen Rechten massiv bedroht und dass wir uns wehren sollten, bevor es 2017 zu spät sein kann. Der Kampf gegen die Neue Rechte wird heute primär im Netz geführt. Es ist ein Kampf um nichts weniger als die Realität, und ich fürchte, dass etablierte Institutionen zu langsam und zu träge sind, um hier wirklich mithalten zu können. Einige Freunde mit ähnlichem Background und ich, arbeiten gerade an einer Plattform um zu verstehen, wie man den Spieß auf diesem neuen politischen Schlachtfeld umdreht.

Wer mir über soziale Medien folgt, hat vielleicht einige Artikel gelesen, die ich in den letzten Tagen zum Thema Kampf gegen Neurechts 2017 geschrieben habe: Ich glaube fest daran, dass AfD, Pegida & Co. im Zuge einer mutierenden globalen Neuen Rechten ihre Gestalt und den Diskurs verändern und sehr bald etwas anders sind als ein paar versprengte Spinner in Dresden. Ich glaube, dass die liberale Mitte dieses Landes zu defensiv ist und sich zu leicht einwickeln lässt von der Unsicherheit in Deutschland. Und ich glaube, dass die wehrhafte Demokratie jetzt Farbe bekennen muss, wenn sie das retten will, was wir als liberales Europa vestehen. Und mit “wehrhafte Demokratie”, meine ich nicht Parteien und Verbände. Ich meine jeden von uns, auch uns als Unternehmen.

Wir dürfen nicht mehr unpolitisch sein“, ist aus meiner Sicht gerade ein Kernsatz für Agenturen und Marken. Denn der Kampf um rechte Obskuranten geht uns alle an. Selbst wenn wir uns aus dem brenzligen Themenfeld Politik gerade professionell gerne heraushalten wollen, können wir uns spätestens ab 2017 entscheiden, ob wir das, was uns möglicherweise bevorsteht, auch als wirtschaftlich agierende Einheiten sinnvoll finden. EU? Dafür müssen wir leider, leider etwas tun.

Um dem offensichtlichsten (bereits gehörten) Vorwürfen entgegenzugehen, möchte ich diese schon jetzt beantworten. Sie kommen ohnehin.

Ist so eine Aktion nicht ein bisschen krass?

Finden Sie es nicht ein bisschen krass, dass UNICEF auf rechtsextremen Seiten wirbt, ohne es zu wissen?

Zensieren wir jetzt damit Medien, die politisch nicht genehm sind?

Nein, tun wir nicht. Diese Liste enthält rechtsextreme Medien, die wir für massiv manipulativ halten und die den Ungeist der Neuen Rechten – oder alt-right – vorantreibt. Wir haben bewusst konservative und auch einfach “gemäßigt” rechtspopulistische Medien (Tichy, Achgut.com) ausgeschlossen. Die hier aufgeführten Medien fallen alle auf durch systematisch fremdenfeindliche, stereotypisierende Nachrichten oder durch Fake-News, die ein bestimmtes Weltbild befeuern. Es obliegt allerdings jedem einzelnen, dies anders zu sehen. Wäre ich Vegetarier, würde ich meinen Lieblings-Tofu-Fabrikanten auch fragen, ob er nicht lieber nicht auf der “Beef” werben würde. Sehen Sie es einfach so.

Neue Rechte?

Auch die AfD postet hin und wieder Sympathie-Messages mit Israel. Ist sie deshalb nicht bekämpfenswert? Glaubt sie deshalb an ein offenes vernetztes Weltbild? Wie steht sie zu Frauenrechten, Flüchtlingen und Klimawandel? Eben. Antisemitismus alleine definiert eben nicht das, was wir Neue Rechte nennen. Einig sind sich die o.g. Publikationen in ihrer unmenschlichen Haltung gegenüber Flüchtlingen, in ihrer Ablehnung gegenüber der EU und vielen Formen offener Gesellschaft – gerade die Vielfalt und die unterschiedlichen Ausprägungsformen der Neuen Rechten (harte Antisemiten natürlich immer noch einbegriffen), macht es für Außenstehende manchmal schwierig sie zu erkennen. Aber klicken Sie sich einfach durch die o.g. Links und ich bin mir sicher, dass Sie wissen, was ich meine.

Ist dieser Aufruf nicht gegen die Meinungsfreiheit, die wir so hoch halten? Zeigt die arrogante Elite damit nicht wieder ihr wahres, autokratisches Gesicht? Hatten wir dies nicht alles schon einmal?

Nein. Jedem Bundesbürger obliegt es seine Meinung zu sagen. Auch mir. Ebenso wie ich es seltsam finden würde, wenn eine Marke, die ich gut finde, auf einer Porno-Seite werben würde, finde ich es auch seltsam, wenn ein großer Telefonanbieter auf einer offen rassistischen Seite wie rapefugees auftaucht. Den Kampf um Meinungen möchten wir nicht nur den Rechten überlassen. Wir tun dies auch – nur aus der Mitte der Gesellschaft heraus. Sich ausgerechnet von den Menschen, die andere – oft Schwächere – einschüchtern, ausweisen und stereotypisieren, ist, uns bei solchen Aktionen zu verunsichern. Nein, es ist legal Banner auf diesen Seiten zu posten. Aber es ist eben auch legal, Kollegen zu fragen, ob sie sich bewusst sind, dass sie dort schalten. Alles andere obliegt ihnen selbst.

  • das_ubersoldat

    “Diese Liste enthält rechtsextreme Medien, die wir für massiv manipulativ halten” –> Gibts dafür auch Belege oder ist das nur so ein Gefühl?

  • Tacheles Reden

    Aufruf zur Denunziation gegen politisch Andersdenkende.

    Peinlich.

  • Mehrdad Beiramzadeh

    Ihr benimmt euch wie die Nazis. Sozialisten sind halt immer gegen andere Meinungen. NationalSOZIALISTen sowie internationale SOZIALISTEN.

    In eure Welt der gleichgeschalteten Meinungen will kein normaler Mensch leben.

  • Gerald Hensel

    Hallo,
    zur Klarstellung:Ich bin zwar für Meinungsfreiheit, aber wenn mir eine Meinung nicht passt, dann nehme ich mir das Recht (ohh böses Wort) raus, denjenigen als Nazi, Rassist und rechtsradikal zu diffamieren. Ich brauche dafür auch keine Beleg zu bringen, weil ich immer Recht (ohh Mist, schon wieder) habe. So haben wir es in unserem linksgrünen Denunziantenstuhlkreis bei der letzten Versammlung im Erich-Mielke Saal beschlossen. Und wem das nicht passt, ist auch ein Nazi.
    Ich weiß, dass ich einen beschränkten Horizont habe und nicht der hellste bin, deshalb arbeite ich ja auch irgendwas im Marketing. Also ihr Nazis, bis demnächst. Euer Gerald “Stalin” Hensel, Mitglied der linksgrünen Gesinnungsgestapo.

  • misty

    Genial!

  • misty

    Ein Werbefuzzi mit abgebrochenem Politikstudium, der zum Boykott Andersdenkender aufruft und mit einem ZEIT-Abo angeben will. Ich lach mich kaputt.

  • M.D.

    Das schlimme an solchen “Demokraten” wie den hier schreibenden ist, dass sie tatsächlich glauben was sie von sich geben.

  • Cosmopolitan

    Und DDR steht für Deutsche Demokratische Republik, deshalb war das Land per se demokratisch 😀

  • Michael Müller

    Danke, lieber Gerald Hensel, für die Liste. Nun weiß ich wenigstens wo ich informieren muss, wenn ich Denkverboten, Moralaposteln und Gesinnungsfaschisten entgehen will. Die Liste wird sogleich an die frei denkenden Mitmenschen verteilt. PS: Haben Sie sich dann schon ein Symbol ausgedacht, dass man auf den Ihnen unliebsamen Seiten einbleden könnte. Oder man stigmatisiert mit diesem auch gleich alle, die nach Ihrer persönlichen Definition “rechts” sind. Wäre das keine gute LÖSUNG für Ihr Problem?

  • Karla Heuersberg

    Ich habe den Eindruck, dieser “Hansel” braucht dringend einen Psychiater. Starker Verdacht auf Narzissmus und Verfolgungswahn.

  • UnRechter

    >> Ich bin zwar für Meinungsfreiheit, aber wenn mir eine Meinung nicht passt, dann nehme ich mir das Recht (ohh böses Wort) raus, denjenigen als Nazi, Rassist und rechtsradikal zu diffamieren.

    Was Sie da schreiben, ist ein Widerspruch in sich. Das mit der Demokratie haben Sie offenbar nicht verstanden. Ich empfehle die Lektüre des Grundgesetzes, Paragraph 5: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

    Rechts ist genauso legal und legitim wie links, rechtsextrem ist genauso falsch wie linksextrem. Für die Zuwanderung von Flüchtlingen zu sein, ist genauso legal und legitim wie gegen die Zuwanderung von Flüchtlingen zu sein. Und rechte Meinungen zu unterdrücken, ist genauso undemokratisch wie linke Meinungen zu unterdrücken.

    Und als Diffamierung bezeichnet man heute laut Wikipedia allgemein die gezielte Verleumdung Dritter.

  • UnRechter

    Mehrdad Beiramzadeh hat Recht. Der Unterschied zwischen Nazi-Deutschland und der damaligen Sowjetunion waren in der Tat die, dass die Sowjet-Union einen weltumfassenden Anspruch hatte, die Nazis nur für Deiutschland. Die Bolschewiken verstanden sich gut mit den Nazis, und halfen ihnen etwa beim Aufbau der Gestapo (die sich am Vorbild des NKWD orientierte).

  • UnRechter

    eher eingebildet dümmlich

  • Cosmopolitan

    Also ist Herr Hensel Nazi, Bolschewist und als Vertreter der Werbebranche Kapitalist.

  • keeroy

    beklopfte stalinisten. diese web ist zum kotzen…

  • Zaunkönig

    Alice Weidel ist eine lesbisch verpartnerte Mutter mit Kind und Chefin eines Start-Ups UND Vorstandsmitglied der AfD. Ganz offensichtlich hat sie genug Zustimmung bei den Vorstandswahlen bekommen. Wie ist das in der ach so frauenfeindlichen, homophoben AfD nur möglich gewesen?
    Dazu hat die AfD sogar noch eine Parteivorsitzende, die nichtmal viel taugt und trotzdem als Frau gewählt wurde, ohne Quote versteht sich. Vielleicht sollten Sie sich mal ein wenig um Ihre Vorurteile kümmern.