Der FC Wil verabschiedet sich nach der 2:3-Niederlage gegen Nantes aus dem UI-Cup

45-minütiges Feuerwerk

28. Juli 2003, 00:30
jürg ackermannSt. Gallen entscheidet heute Montag, ob am 1. August Raketen und andere Knallkörper g

Fussball. Der FC Wil verliert gegen Nantes 2:3 und scheidet im UI-Cup aus. Romano und Mordeku brachten die Ostschweizer zwei Mal in Führung. Am Schluss war der Klassenunterschied zu gross.

Andermatts Händedruck

Martin Andermatt drückte nach dem Schlusspfiff jedem Spieler die Hand. Der Trainer des FC Wil gratulierte zu einem Auftritt mit «Herz und Konzentration». Sie seien nicht gegen irgendjemanden ausgeschieden, sondern gegen den FC Nantes, sagte Andermatt hinterher. «Wie die Mannschaft aufgetreten ist, das erfüllt mich mit Stolz. Sie hat grossen Respekt verdient.» Der FC Wil knüpfte nahtlos an die Tugenden der vergangenen Spiele an: Er stand kompakt, er war gut organisiert, er kämpfte. Einzig bei den Zuordnungen - beim 1:1 kam Yepes frei zum Kopfball - und in der Bewegung nach vorne klappte nicht immer alles nach Wunsch. Das Team von Trainer Andermatt machte sich das Leben mit (zu) vielen leichten Ballverlusten vor allem in der zweiten Halbzeit selber schwer. Der Dynamit, der zum Zünden eines weiteren Feuerwerks in den zweiten 45 Minuten nötig gewesen wäre, fehlte. Die Energie war verpufft. Es war das vierte Spiel in zehn Tagen. Dazu kamen Reisen nach Genf und Niort.«In der zweiten Halbzeit haben wir die Strapazen gespürt. Es war vielleicht mehr auch eine psychologische Müdigkeit. Das 2:2 vor der Pause kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt», sagte Patrick Winkler nach dem Auslaufen. Der ehemalige Verteidiger des FC St. Gallen gehörte erneut zu den auffälligsten Wiler Spielern. «Die bessere Mannschaft hat gewonnen - das muss man anerkennen. Aber die Basis ist da. Ich bin zuversichtlich für die Meisterschaft», sagte Winkler.

Nantes unberechenbarer

Trainer Loïc Amisse hatte die bestmögliche Formation aufs Feld geschickt. Der Trainer des FC Nantes hatte schon im Vorfeld angekündet, dass seine Mannschaft nicht in die Ostschweiz gereist sei, um auf ein 0:0 zu spielen, obwohl sie einen 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel mitbrachte. Und als Romano erst per Penalty und dann Mordeku per Kopf die Wiler zwei Mal in Führung gebracht hatten, war der Favorit gefordert. Der FC Nantes liess nach dem 2:2-Ausgleich kurz vor der Pause in der zweiten Halbzeit aber nichts mehr anbrennen - auch wenn der Eindruck blieb, dass der französische Ligue-1-Verein noch einen Gang höher hätte schalten können, wenn es denn nötig geworden wäre. Am Schluss war der Klassenunterschied bezüglich Technik, Athletik und Spielwitz zu gross. Unberechenbar waren die Franzosen vor allem in der Angriffsauslösung. Ein solcher Überraschungsmoment brachte in der 64. Minute die Entscheidung. Geschickt in die Tiefe lanciert, enteilte Stürmer Gregory Pujol der Wiler Verteidigung und bezwang Torhüter Beney stilsicher zum 3:2. Der FC Wil bäumte sich in der Schlussviertelstunde nochmals auf, kam aber zu keinem weiteren Treffer. Dennoch blieb kein bitterer Nachgeschmack. Der FC Wil beendete sein Debüt auf internationalem Parkett, das ihn bis in die dritte Runde des UI-Cups trug, mit einem erfrischenden Auftritt.


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