Henry · 02. Juli 2006, 09:36

Mulch – Das Material

Als Material zum Mulchen kommen eigentlich alle pflanzlichen und wohldosiert auch tierische Materialien in Frage. Tierische „Abfälle“ wie Schafwolle Horn, Eierschalen, Federn, Gräten und Knochen können in kleinen Mengen auch unter der Mulchdecke kompostiert werden. Was jemand bei den pflanzlichen Materialien als kranke Pflanzenteile einstuft, muss er eben weglassen. Dagegen kommen die sogenannten Unkräuter alle auf die Mulchdecke. Speziell die, die es durch die Mulchdecke geschafft haben. Meine wichtigste Regel heißt ?Vielfalt beim Material?. Ein echter Mulchfan sieht in allem was seinen Weg kreuzt potenzielles Mulchmaterial, geht mir zu mindestens so. Einige Materialien möchte ich hier vorstellen und mit meinen Erfahrungen beschreiben.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Monika, die ebenfalls nach der Mulch Total-Methode gärtnert.

Der nächste Beitrag zeigt dann mehr Details zur Schichtdicke und dem Aufbau der Schichten. Hier also erst einmal Infos zu den Materialien:

Rasenschnitt? damit habe ich vor Jahren auch angefangen, ohne das mir der Begriff ?Mulch total? bekannt gewesen wäre. Das Hauptproblem beim Rasenschnitt ist die Deckkraft. Für eine brauchbare Mulchdecke ist der Halmdurchmesser zu gering. Daher wird er immer eine zu dichte Schicht bilden. Frisch verwendet beginnt eventuell auch schon eine Heißrotte. Die sollte meiner Meinung nach besser anders genutzt werden. Auch als Rasenheu wird das Problem so sein. Es scheint anfangs ganz nett auszusehen, aber mit dem ersten Regen oder Gießen rauscht die Schicht zusammen.

Meine Empfehlung: Mulchneulinge sollten mit dünnen Schichten (kleiner als 5cm mit frischen Schnitt, oder kleiner 10cm als Rasenheu) in einer geschlossenen Decke beginnen. Die Wirkung als Mulch lässt sich mit diesem Material schon erahnen. Die richtigen, funktionierenden Schichtdicken können mit Rasenschnitt nicht erreicht werden.
Ein weiterer Tip zur Verwendung von Rasenschnitt ist, ihn einfach dünn (1-2cm) auf die schon vorhandene Mulchdecke aufzustreuen. Dann trocknet er ganz sicher und verrottet dosiert nach und nach.

Wiesenschnitt ? mein persönlicher Favorit was das Deckmaterial angeht. Ich verwende den Wiesenschnitt in allen Zusammensetzungen (Vielfalt). Also nichts ist verboten (Giersch, Disteln usw.)
Im Idealfall kommt Wiesenschnitt immer frisch zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass die unteren Schichten schnell in die Verrottung über gehen, die oberen Schichten trockenen zu Heu und die Regenwürmer wetzen die Messer… Hat man gerade keinen Bedarf an dem anfallenden Deckmaterial, aber die Chance Wiesenschnitt zu bekommen kann man ihn prima zwischenlagern. Ich habe immer einen oder mehrere Haufen aus Wiesenschnitt liegen. Dabei ist es absolute Zeitverschwendung in zu trocknen. Einfach bis zu 1m auf häufen und liegen lassen. Im Gegenteil die beginnende Verrottung ist positiv. Auch Schimmel stört nicht !

Scheint die Sonne, nehmen die Halme eine ?strohige Farbe? an und schon hat man auch was für?s Auge. Den meisten gefällt das Strohähnliche besser als die Farbe des frischen Schnittgutes. Wenn der frische Wiesenschnitt eine große Vielfalt an verschieden Pflanzen enthält , dann kann die Dicke der Schicht nicht groß genug gewählt werden. Durch Trocknung entsteht immer ein Schwund an Dicke. Ich kann guten Gewissens Schichtdicken bis zu 20cm empfehlen. Durch die dicken Halme gibt es kein Problem mit Luftabschluss, anders als beim Rasenschnitt. Einen Effekt des Mulchen in diesen Dicken sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Der Mulch puffert die Niederschlagsmengen, die fallen, ab. D.h. es kommt viel weniger an als auf dem nackten Boden. Man sollte also keine trockenen Flächen mulchen. Mindestens sollte man nach dem Aufbringen der Schicht dann kräftig wässern. Hier kommt der nächste Effekt des Heus ins Spiel. Beim Gießen braucht man sich um Veschlämmung des Bodens keine besonderen Gedanken machen. Die Halme brechen und zerteilen den Wasserstrahl.

Den wichtigsten Grund, warum ich Wiesenschnitt bevorzuge, wenn er nicht gerade vom Straßenrand stammt, ist der in der Regel aus ökologischen Gesichtspunkten. Auch wenn er als Heu gekauft werden muss. Zur benötigten Menge kann ich folgendes sagen. Ich mähe meine Wiesen immer mit der Sense und da benötige ich ungefähr die 3-4-fache Fläche an Wiese, verglichen mit der abzudeckenden Fläche. Hängt natürlich von der Art und Höhe der Gräser ab !

Mulchen mit Wiesenschnitt

Beispiel: Aufbau eines neuen Beetes mit Laub, Kompost und einer Abdeckung aus frischem Wiesenschnitt. Gesamte Schichtdicke, frisch ca. 25cm. Am Ende ist alles mit Wiesenschnitt abgedeckt.

Heu ? Für Heu gilt eigentlich das Gleiche wie für Wiesenschnitt. Nur die Verrottung von frischen Grashalmen entfällt. Daher sollte Heu immer in Kombination mit anderen Materialien unter dem Heu verwendet werden. Zum Einstieg geht auch Heu pur. Bei Heu besteht immer die Chance, billig an Mulchmaterial zu kommen. Denn alles was der Bauer oder Tierhalter nicht mehr will, weil nass, schimmelig oder sonst wie schlecht ? bingo, genau! ? das ist richtig für uns schlaue Gärtner.

Oft bekommt man solches Material mit einen mitleidigen Blick geschenkt. Also bloß nicht den Wert des Materials zu stark hervorheben, das verdirbt am Ende den Preis. Große Ballen wiegen aber leicht ein paar hundert Kilo, aber es lohnt sich danach Ausschau zu halten.
Eine Befürchtung, die ich fast immer von Skeptikern zuhören bekomme, kann ich gleich zerstreuen. Die Samen aus dem Heu kommen zwar auf das Beet, bei dauerhafter Bedeckung kommen die aber nicht nennenswert zum Keimen. Und wenn, dann lassen sich die Pflanzen leicht entfernen. Ruhig erst ein bisher wachsen lassen. Wenn man richtig zugreifen kann, raus ziehen und daneben auf die Mulchdecke legen.

Mulchen mit Heu
Rote Johannisbeeren mit Heu im Herbst. Schichtdicke ca. 20cm

Heu als Mulch, Mulchdecke
Blumenbeet mit Heu im Herbst, im Frühjahr für die Osterglocken und später die Pfingstrosen kein Problem.

Stroh ? hier kann ich nicht mit eigenen Erfahrungen aufwarten. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht nach ßKO Stroh Ausschau zu halten. Wenn man richtig mulcht, dann kommen schon ganz ansehnliche Mengen zusammen. Dann ist es für meinen Geschmack nicht unerheblich, was man sich so an Chemie einhandelt. Unter allen Materialien sieht Stroh wohl am angenehmsten / ordentlichsten aus…
Für Ordnungsfanatiker besteht die Möglichkeit das Stroh vor dem Ausbringen anzufeuchten und dann erst einmal mit Gartenerden auf einem Haufen braun werden zulassen. Dann fällt das den Nicht-Mulcher nicht so stark ins Auge. Eventuell können hier andere mehr berichten.

Zwischen den Stroharten (Weizen, Roggen, Hafer) soll es auch noch Unterschiede geben, wie gesagt ? keine Ahnung! Auch bei Stroh gilt das Gleiche wie bei Heu – immer in Kombination mit anderen, möglicht frischen Materialien anwenden. (z.B. Herbstlaub, grob gehackte Brennnesseln, Beinwell…)

Herbstlaub ? Für mich das Gold des Winters für die Zersetzer unter der Mulchdecke. Ich habe einen großen Walnussbaum, angeblich ja das schrecklichste Laub überhaupt. Seit Jahren sammle ich das frisch fallende Laub mit dem Rasenmäher ein. Dabei wird es gleich klein gehackt. Und ich garantiere, im nächsten Herbst liegt nix mehr unter der Mulchdecke. Alle Sorten Laub behandle ich so. Dann kommt das Gehackte auf alle Beete und unter die Beerensträucher. Zuviel Laub kann ich nicht bekommen ! Die Schichtdicken sollten aber nicht über 10cm (trocken) oder 5cm (nass) liegen. Bei mir kommt über die Laubdecke immer eine Heuschicht von bis zu 20cm. Damit fliegt nichts weg, bleibt feucht und sieht ordentlich aus.

So, ich höre schon die Spötter: ?mit dem Rasenmäher klein hacken, ha…das will ein ökologisch Orientierter sein !? Ja es stimmt, das eine oder andere Tierchen kehrt dabei schneller als geplant ebenfalls in die Nahrungskette zurück. Daher habe ich absichtlich vom frisch gefallenen Laub gesprochen. Hier ist die Anzahl der Bewohner noch nicht so groß ? für mich vertretbar. Ohne die Behandlung mit dem Rasenmäher oder schnelllaufenden Häcksler bildet das Laub eine dichte Schicht, die nur schlecht verrottet. Es entsteht auch ein Luftabschluss ? das ist schlecht. Das gehäckselte Laub wird lockerer und enthält viel mehr Angriffsfläche für die Zersetzer. In den Laubschichten sind auch im Winter fast immer Würmer aktiv mit der Verdauung beschäftigt.

Meine Nachbarn freuen sich schon auf den Spinner, der ihnen ihren ?Gartenmüll? abnimmt. Leider hat meine Art zu gärtnern sie nicht überzeugen können. Daher lasse ich sie in dem Glauben und bekomme dafür ein super Rohmaterial. Ich kann nur sagen, wer im Garten von Abfall spricht, der hat das Prinzip nicht kapiert!

Braune Pappe ? für Leute mit Zeit und Platz das optimale Erschließungshilfsmittel. Ich besorge mir aus dem Altpapiercontainer unserer Firma immer einen Stapel von Wellpappekartons. Diese skalpiere ich dann, also ich entferne alle Klebebänder und Folienreste. Dann werden sie aufgeschnitten und schon steht ein super Abdeckmaterial bereit. Ich decke noch zu erschließende Wiesenflächen damit dann ab. Steine oder Wegplatten als Auflage drauf, damit nichts wegfliegt. Dann einfach vergessen.

Zugegeben es sieht schon sehr merkwürdig aus, aber unter den Kartons bleichen alle Pflanzen aus und gehen ein. Nach einigen Wochen kann ich dann die Kartons umlagern und schon eine erste Packung mit Grünschnitt oder bloß eine dicke Heuschicht zur Abdeckung aufbringen. Mit noch weniger Arbeit kann man neue Flächen nicht erschließen. Die Kartons können aber auch bis über den Winter liegen bleiben. Für das Auge kann man die Kartonschicht auch noch mit Heu abdecken. Das entspannt das Verhältnis zum Nachbarn… Nach einem halben bis dreiviertel Jahr ist der Karton so mürbe, ich trenne ihn in kleinere Stück und lasse ihn liegen. Er kann aber auch in den Kompost zur Auflockerung. Aus diesem Grund habe ich Anfangs auch alle Klebestreifen entfernt. Die lassen sich jetzt nicht mehr einfach ablösen.

Geschreddertes ? Aus dem eigenen Garten kommt dies immer als Zuschlag zum sonstigen Mulchmaterial. Ich verwende es aber eher als Zuschlag zum Kompostieren der Abfälle aus der Küche. Hier muss immer etwas Trockenes mit untergemischt werden. Große Mengen von der Gartenverwaltung sollten immer erst einmal vorverrottet werden. Holz allgemein hat eine sehr geringe Verrottungsgeschwindigkeit ? ist was für Leute mit Zeit.

Rindenmulch – taugt meiner Erfahrung nach nur was für Wege, Rosenbeete oder Baumscheiben. Rindenmulch besteht fast immer aus der Rinde von Nadelbäumen, ist damit sauer veranlagt und kostet unverhältnismäßig viel Geld. Ich nehme es nur in meiner ?Komposttoilette für den Herren?. Ein Eimer mit Rindenmulch um mal schnell pinkeln zu können. Die Säure der Rindenschnitzel puffern den Geruch des Urin sehr gut weg. Nachher kommt der Inhalt dann in den Kompost oder zur Heißrotte mit frischem Gras.

Eine Spezialanwendung bei der die saure Wirkung genutzt werden kann ist dort denkbar, wo es für Pflanzen auf sauren Boden ankommt.

Mulchen bei saurem Boden

Küchenabfälle – Da kann ich wieder nicht so richtig mitreden. Bei uns kommen alle organischen Abfälle aus der Küche in geschlossene Kompostbehälter. Auch Essenreste, obwohl das wegen der Ratten nicht so sein soll.(sagen andere…) Ich habe hier noch keine Wanderratte gesehen und werde es daher weiter so machen. Wer keine Essenreste im Küchenabfall hat, kann diese Abfälle auch direkt unter einer Heu oder Strohdecke auf dem Beet kompostieren. Das soll sehr gut funktionieren. Die Anzahl Regenwürmer ist da der beste Indikator für einen funktionierenden Flächenkompost. Man sollte aber immer eine hohe Mulchschicht darüber liegen haben. Das garantiert genügend Feuchte und hält die Amseln von Wühlen ab.

Ernteabfälle ? Wie schon weiter oben geschrieben. Alle Pflanzen die irgendwie gemäht werden müssen, oder aus sonst einem Grund an einer Stelle entfernt werden müssen verwende ich meistens an Ort und Stelle zum Mulchen. . Da wären z.B. Bohnen- und Erbsenstroh, Maisstängel, Kartoffelkraut, Rhabarberblättter, Kohlblätter, Tomatenkraut usw.. Alles sollte aber zerkleinert werden. Dazu kann ein scharfer Spaten oder eine Machete zum Einsatz kommen. Damit hackt man die Pflanzen an Ort und Stelle klein. Mit der langen Schneide der Machete geht das sehr schnell und da lohnt sich auch kein Häcksler oder Rasenmäher. Ganz ohne Strom oder Benzin! Aber bitte. Finger weg!!

Buchempfehlung:

mehr über Mulchen

Zu Mulch-Total-Methode: Gräbst Du noch oder mulchst Du schon?
Mulchen – warum?
Zu Mulchen- Gartengeräte
Mulch Total Garten von Kurt Kretschmann
Monikas Mulchgarten
Mulchfolie
Flächenkompostierung
Mulchtagung am 23.6.07 in Bad Freienwalde
Begriffe kurz erklärt: Mulch, Bodengare, Heißrotte
mehr Bodenverbesserung

eingewurzelt unter: Garten-Boden

Alle anzeigen mit Stichwort:



23 Kommentare bisher

Kommentieren
frangge, 02. Juli 2006, 16:22

Bravo. Wieder ein toller Artikel für uns Mulch Anfänger.

Ihr mulcht ja ziemlich dick/hoch. Wie geht ihr bei "bodennahen" Pflanzen wie bspw. Salat oder Erdbeeren vor? Gerade letztere sollen ja gut Sonne bekommen.

Gärtnerin, 02. Juli 2006, 23:52

Allerdings. Die Mulch-Serie gefällt mir so richtig gut. Macht weiter so!!!

Mich quält ein bischen, dass meine Flächen so dicht bewachsen sind. Deswegen würde mich interessieren, ob und wie Ihr z.B. Staudenbeete mulcht. Ab und an lasse ich Rasenschnitt einrieseln, aber so richtige Mengen vor allem größerer Materialien krieg ich da schlecht dazwischen. Oder doch?

henry, 03. Juli 2006, 09:14

Hallo Frangge,
kommt darauf an zu welchem Zeitpunkt gemulcht wird. Ich habe mit keiner Pflanzenart Probleme gehabt, wenn der Mulch schon immer dick liegt und ich in die Schicht pflanze. Nacher eine so dicke Schicht drum herum anlegen wird nur schwer gelingen. Sonne kommt immer an die Pflanzen. Eventuell wachsen die dann eben ein bischen höher aus der Schicht heraus. Wichtig ist das der Mulch an die Pflanzen anschließt, ein blanker Kragen wäre schade um die Arbeit.

Hallo Gärtnerin,
ich habe mit dem Mulchen von Staudenbeeten nur wenig Erfahrung. Aber im Prinzip gilt das gleiche wie oben. Im Herbst eine dicke Schicht aufbauen, eventuell ist da mal eine Rückschnitt der Pflanzenreste schon vor dem Frühjahr angebracht. Oder eben erst im Frühjahr dick mulchen (vor dem Austrieb) Mit Pfingsrosen habe ich da super Erfolge. Die kämpfen Anfangs zwar mit dem Heu, geht aber immer gut aus…
Eventuell hat noch jemand anderes einen Vorschlag.

Gärtnerin, 03. Juli 2006, 10:04

Danke Henry, ich werde im Herbst mal antesten, allerdings nur in den Teilen mit den hohen Stauden. Bodendeckerstauden am Rand würden das sicher nicht überleben. Vielleicht später dann mal Bodendecker raus und Mulchschicht aufbauen und dann wieder rein. Aber dauerhaft ist das für solche Pflanzen sicherlich schwierig, weil der Mulch ja immer wieder vergeht.

<lochmann, 13. Juli 2006, 02:44

Eignet sich frisches Sägmehl grundsätzlich auch zum Mulchen

<lochmann, 13. Juli 2006, 02:46

Eignet sich frisches Sägmehl auch zum Mulchen?

frangge, 13. Juli 2006, 11:26

Wenn es von unbehandeltem Holz stammt, hätte ich keine Bedenken. Egal wie alt.

Ich mulche damit bspw. Rhabarber und verschiedene Obstgehölze. Vorher arbeite ich etwas Hornmehl ein.

Gies, 12. Oktober 2008, 00:18

Hallo ihr Gärtner, ich bin so vom Gärtnerblog begeistert, dass ich jetzt schon zu 2/3 meiner Internet-Zeit hier verbringe.
Meine heutige Frage zum Mulchen:Wir haben in unserem Garten Ordnung geschaffen und alte, innen verkahlte Lebensbäume gerodet.(Gott sei dank)
Nun haben wir die Zweige geschreddert und ich möchte unser neu angelegtes Hortensienbeet damit mulchen.Ich denke,dass dieses Mulchmaterial ebenfalls sauer reagiert und gerade für Hortensien
ideal ist. Habe aber keinen blassen Schimmer, ob ich da richtig liege.
Sollte ich hier ebenfalls Hornspäne einmischen?
Na dann wünsche ich allen Gärtnern einen wunderschönen Herbstsontag.

early bird, 12. Oktober 2008, 10:53

Hallo Gies,

Du könntest mit Deiner Vermutung, dass Lebensbäume sauer reagieren, richtig liegen. So weit ich weiss, gehören die ja auch zu den Nadelbäumen und die reagieren sauer.

Zu den Hornspänen: Zum Verrotten braucht der Mulch Stickstoff, mit den Hornspänen stellst Du diesen Stickstoff direkt zur Verfügung, sonst wird er dem Boden entzogen und die Pflanzen haben dem entsprechend weniger „Futter“. Das ist schön, wenn es sich um Unkraut handelt, weniger schön, wenn Du Dich an den Hortensien erfreuen willst…

Ich würde mindestens im Wurzelbereich der Hortensien Hornspäne direkt auf den Boden geben und dann den Mulch verteilen.

Gruss

Gärtnerin, 13. Oktober 2008, 11:23

Denke ich auch, dass Du da richtig liegst. Stimme Early Bird unbedingt zu.

Gies, 15. Oktober 2008, 22:35

Nächste Frage zu meinem Lebensbaumgeschreddertem:
Kann ich damit auch Pfingstrosen, andere Blütenstauden und auch Bodendeckerrosen mulchen
(siehe saure Reaktion) oder ist hier anderes Mulchmaterial besser geeignet?
Liebe Abendgrüße
Gies

early bird, 16. Oktober 2008, 18:42

Hallo Gies,

Die meisten Pflanzen haben damit kein Problem bzw. mögen es, nur extrem Kalk liebende würden auf eine Dauerbehandlung „sauer“ reagieren. Aber sogar die kommen damit klar, wenn sie mal mit Lebensbaumgeschreddertem gemulcht werden (den ph-Wert im Boden kriegst Du nicht so schnell geändert mit Mulchen, da müsstest Du schon ein paar Jahre investieren)

Hornspäne nicht vergessen! ;)

LG

Gies, 18. Oktober 2008, 22:57

Danke early bird,
na Gott sei dank, mit dem Geschredderten kann ich ja nun 2/3 des Gartens versorgen.Hornspäne sind schon gekauft. Bis bald und einen schönen Sonntag.
Gies

bäcker, 16. Mai 2010, 07:04

Danke für die wundervolle seite, hatte bisher einen kleinen garten , jetzt zusätzlich einen schrebergarten, gemulcht habe ich schon immer, was im schrebergarten schwierig wird aber ich werd es trotzdem machen auch wenn die anderen spiessergärtner die nasen rümpfen, nichts ist braun und gerade………, im letzten jahr habe ich zb nur einmal meine tomaten gegossen, viel mulch war um sie verteilt, trotzdem war der boden immer ausreichend feuch der natürliche regen hat vollkommen ausgereicht im gegensatz zu meinen nachbarn die täglich mit der gießkanne unterwegs waren, umgraben …. aus faulheit schon ungern…. habe ich seid 2 jahren nicht mehr praktiziert und trotzdem einen wunderschönen weichen boden ich kann mit der hand tief in den boden greifen alles schön feinkrümmlig und es wimmelt vor kleinen würmer und tierchen.
muss aber noch dazusagen das ich auch viel mit em-a und brennnessseljauche arbeite .
ich wünsch euch weiterhin viel erfolg beim mulchen
euer bäcker

jmsanta, 23. Juni 2010, 10:12

Gut ich bin überzeugt! Spätestens im Herbst fange ich auch an zu mulchen, dann dürfte ich genug eigenes Material zusammen bekommen. Danke für diese Serie!

EsZett, 25. September 2011, 20:31

Letztes Jahr hatte ich den Beitrag entdeckt und gleich mal mit Laub gemulcht, aber nicht gehäckselt.
Fantastisch! Zum Sommer Ende, ist jetzt alles „verbraucht“,die Insekten Welt hat sich um einiges vervielfacht, die Vögel genießen den reich gedeckten Tisch. Das Erdreich ist besser und im heißen Sommer bleibt die Erde lange feucht.

Danke für den Rat, es ist eine mehrfache win-win sache für alle.

Schneeglöckchen, 03. April 2012, 02:02

Ich bin absolute Anfängerin und die Begriffe die hier verwendet werden sind für mich alle neu. Ich hsb mir ein Gewächshaus gekauft um Tomaten etc anzupflanzen und da Tomaten es gerne warm mögen hab ich gelesen das es auch gut ist einfach frisch geschnittenen Rasen um die Tomaten Pflanze zu legen .. Ist das Mulchen? Ich wäre dir dankbar wenn du mir das mulchen Schritt für Schritt erklärst bzw. beschreibst.. Ich würde sich gerne wissen ob ich ein Topf mit Kompost befülle und meine Tomatensamen oder Pflanze einpflanze da es humusreichen Boden doch mag und Kompost ist doch optimal jedoch wäre das dann zuviel kompost? Muss man ein Teil normal Blumenerde und ein Teil Kompost machen? Ich wäre sehr dankbar wenn ich eine hilfreiche Antwort erhalte..

Danke :)

(kann ich nicht einfach auf eine Wiese gehen und gras abschneiden oder Blätter aufsammeln und diese dann damit meine Pflanzen bedecke? Damit sie schön wärme geben und Feuchtigkeit speichern? Ich glaube gras oder Wiese ist optimal dafür geeignet Wasser zu speichern?)

Hobbygärtnerin, 11. Oktober 2013, 13:39

Das Thema Laub und Mulch ist gerade mal wieder aktuell. Während es bei uns im Vorgarten rieselt – was es auch soll, sind unsere Nachbarn alle paar Tage damit beschäftigt, akribisch (!) jedes einzelne Blatt aus dem Vorgarten zu entfernen. Anstelle vom Herbstlaub wird dann im Frühjahr Dünger (vermutlich Kunstdünger) verwendet. Mit zusammengekniffenen Augen wird dann unser „ungepflegter“ Vorgarten begutachtet. Kann ich mit leben ;-)

Hinten im Garten verteile ich das Laub in den Beeten. Allerdings zerkleinere ich es nicht vorher. Bisher kann ich nichts Nachteiliges berichten. Und bei dem derzeitigen Regen fällt das Zerkleinern eh aus…

Soili, 12. Oktober 2013, 00:01

Wegen Pappe als Abdeckung:
Ich habe ‚faule‘ Gärtnerfreunde in Finnland, sie schenken sich das Umgraben für neue Staudenbeete – sie decken den Boden an der gewünschten Stelle einfach mit nassgemachter Pappe oder mehreren Lagen nassgemachtes Zeitungspapier und karren darauf mind. 20 cm Humus und legen los mit dem Pflanzen…

Mangoldfreunde, 22. Juni 2014, 10:15

Hallo Henry,

Ein sehr schöner, praxisnaher Artikel über das Mulchen.
Wir sind seit dem letztem Jahr von dem Konzept des Mulchen überzeugt und haben es bis jetzt auch sehr erfolgreich angewandt.
Dieses Jahr sind wir allerdings mit unserem Gemüsebeet (in einem Gemeinschaftsgarten) etwas ratlos. Als Mulch Material diente diesmal eine bunt zusammengewürfelte Mischung einer bunten Wiese mit allerhand Samen. Die Mulchdecke war anfangs ca. 5 cm hoch ist dann natürlich massiv zusammen gefallen. Jetzt zeigte sich bei einem Blick unter die Mulchdecke ein Teppich von vielen vielen kleinen Sprösslingen und im Boden tausende Keimlinge (kleine Weiße Wurzeln). Wir haben die Mulchdecke jetzt erst mal beiseite geschoben und das Beet ordentlich durchgehackt. Die vielen Keimlinge lassen sich so aber nicht entfernen. Was haben wir falsch gemacht? Hätten wir einfach frisches Material aufschichten und die Sprösslinge ignorieren sollen? Was machen wir nun mit den vielen Sprösslingen?

Liebe Grüße
Mangoldfreunde

Nicole, 25. März 2015, 23:30

Hallo Henry,

ich finde es super, dass du die verschiedenen Mulch-Materialien so ausführlich erläutert hast!
Bisher habe ich das Mulchen zwar nur beim Rasen ausprobiert, aber dort hat es mich zumindest überzeugt. Beim Gemüsebeet allerdings trau ich mich damit noch nicht ran, da ich oft schon gelesen habe, dass eine dickere Mulchschicht auch Schnecken mit sich bringt. Hast du damit schon Erfahrungen gemacht?

Erika, 25. August 2016, 11:06

Hallo Henry,
ich hätte eine Frage zum Abdecken mit Karton. Ist es nicht so, dass in den Kartons krebserregende Mineralölrückstände sind und man durch die Verwendung im Garten diese gefährlichen Stoffe in den Boden bringt?
Ich meine, früher war das Altpapier nur schwarz-weiß bedruckt und vielleicht eher unbedenklich, nur heute sind eben durch den Farbdruck mehr giftige Stoffe drin.
Hast du diesbezüglich Erfahrungen oder Kenntnisse?

HENRY, 13. September 2016, 22:02

Hallo Erika,
sorry ich komme hier nur noch sehr selten vorbei, weil ich mit meiner eigenen Seite und meinem Garten ausreichend beschäftigt bin…
Wenn mit Karton gemulcht wird, dann nur mit echtem Braunen. Alles was nicht Karton ist auch entfernen. Also Klebestreifen, Schilder und Klammern. Dann würde ich sagen ist das Risiko „schlechte“ Stoffe zu verteilen gering. Wenn viele Schadstoffe enthalten sein sollten, dann müssten das die Regenwürmer eigentlich auch merken. Allerding ist brauner Karton scheinbar ein Leckerbissen, denn er verschwindet sehr rasch. Feuchtigkeit vorausgesetzt.
Das ist natürlich nicht wissenschftlich :( sondern eher pragmatisch aus Erfahrung.

Kommentar hinterlassen

Deine Mailadresse wird nicht angezeigt.

zur Gartenblog-Startseite