Zahlreiche Institutionen und Prominente rufen für den 13. Oktober in Berlin zu einer großen Demonstration auf. Es finde eine politische Verschiebung statt, heißt es zur Begründung in dem Aufruf: "Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig." Was gestern noch als undenkbar gegolten habe, sei kurz darauf Realität. Unter dem Motto #unteilbar will das Bündnis für eine "offene und solidarische Gesellschaft" eintreten.

Zu den Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern gehören Prominente wie der Satiriker Jan Böhmermann, die Publizistin Carolin Emcke, der Schauspieler Benno Fürmann, die Schriftstellerin Eva Menasse, der Schriftsteller Saša Stanišić, die Bands Die Ärzte, Die Sterne und Feine Sahne Fischfilet. Zu den Organisationen, die zu der Demo aufrufen, zählen Pro Asyl, die Tafel Deutschland, Attac, die Naturfreunde und der Zentralrat der Muslime.

Sie beklagen in ihrem Aufruf, durch die Agenda 2010 sei die "Umverteilung von unten nach oben" massiv vorangetrieben worden. Unzählige Menschen würden jährlich aus ihren Wohnungen vertrieben. Europa sei von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst. "Kritik an diesen unmenschlichen Verhältnissen wird gezielt als realitätsfremd diffamiert", so die Unterzeichner. "Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze." Menschenrechte seien unteilbar.