Erzgebirgischer Heimatverein oder Ansammlung von Neonazis?

Bald ist es wieder soweit, am 25. August veranstaltet der sogenannte Haamitleit e.V. zum dritten mal den Erzgebirgischen Heimattag am Schieferloch in Lößnitz.

Bereits vor dem ersten Heimattag 2016 wurde von der damaligen Antifagruppe im Erzgebirge darauf hingewiesen, dass es sich bei den Veranstaltern um radikale Neonazis handelt. Der Zivilgesellschaft scheint das bis heute egal oder nicht glaubhaft genug zu sein. Doch gibt es zahlreiche mit Foto‘s belegbare Überschneidungen zu der rassistischen Identitären Bewegung und dem rechten Kampfsportverein Fightgym Gablenz e.V., dessen Mitglieder z.B. bei der rechtsextremen Kampfsportveranstaltung TIWAZ in Grünhain-Beierfeld am 9. Juni 2018 mit dabei waren. Auch aus den Vereinsunterlagen der beiden Vereine lässt sich entnehmen, dass es strukturelle Verknüpfungen gibt. So geht das Vereinsvermögen des Haamitleit e.V. bei Auflösung oder Löschung an den Fightgym Gablenz e.V.. Des Weiteren ist die stellvertr. Vorsitzende des Haamitleit e.V., Anett Pscherer, auch Mitglied beim Oelsnitzer Verein UHUZ (Unsere Heimat – Unsere Zukunft). Geführt wird dieser seit Gründung 2016 vom ehemaligen Führungsmitglied der Nationalen Sozialisten Chemnitz.

Bei den Aktionen und Veranstaltungen der IB-Erzgebirge stechen besonders die beiden Personen Clemens Liebscher und Max Eska immer wieder hervor. Beide sind Mitglied bei Fightgym Gablenz e.V. und Haamitleit e.V.. So waren die beiden am Aufbau der IB-Erzgebirge vordergründig beteiligt. Unterstützung erhielten sie dabei von Tony Gerber der IB Zwickau und Sebastian Sandig. Das wird deutlich durch die noch am Anfang gemeinsamen durchgeführten Aktionen und Stammtische, bei denen auch immer wieder Personen der beiden Vereine aktiv waren.

Hier ein Treffen der Identitären Bewegung Erzgebirge und Zwickau im Gartenheim „Obere Bahnhofstraße“ Lößnitz

Bild Nr. 1 Hinten am Tisch die Mitglieder der IB-Erzgebirge u.a. mit Max Eska, Clemens Liebscher, Samuel Landmann, Daniel Fichtner und Lars Hoffmann. Am Rednerpult steht Sebastian Sandig.

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Mitglieder der IB-Erzgebirge, Zwickau und IB‘s aus Chemnitz bei einem Treffen in Lößnitz auf dem Pfefferberg:

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Bild Nr.4 u.a. mit Max Eska, Tobias Goldhahn, Tony Gerber, Samuel Landmann, Sebastian Sandig

Stammtisch der IB-Erzgebirge und Zwickau in der Lößnitzer Gaststätte Neu-Friedrichsruh:

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und in gleicher Gaststätte ein Liederabend des Haamitleit e.V. mit Clemens Liebscher

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Informationsveranstaltung der IB-Erzgebirge:Bild Nr. 7

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Stammtisch der IB Erzgebirge und Zwickau: Vortrag durch Sebastian Sandig

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Sebastian Sandig kassiert am Einlass des Heimattages in Lößnitz:

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Sebastian Sandig:

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Aktionen und Veranstaltungen der IB-Erzgebirge

  • Infoveranstaltung Anfang Januar 2016 mit über 50 Teilnehmer (Eigenangabe)
  • 23. 01. 2016, Stollberg, ca. 10-15 Personen, Beteiligung an einem Sternmarsch:

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  • 13./14.02.2016 Flugblatverteilung in Aue und Umland
  • 25.02.2016, Anbringen von Transparenten u.a. „Unsere Werte, Unser Erzgebirge“ im Bereich Stollberg
  • 26.02.2016, Anbringen von Transparenten in Meinersdorf
  • vor dem 02.03.2016, Anbringen von Transparenten „Identitäre Bewegung.de“, „Heimat. Freiheit, Tradition“ in Aue, Stollberg und Umgebung
  • 14./15.03.2016, Flyeraktion „Unser Erzgebirge – Unsere Werte“ in Lößnitz
  • 21.03.2016, Grünhain-Beierfeld, Verschließen der Rathaustür mittels einer Gasbetonwand. Höchstwahrscheinlich war Clemens Liebscher mit an der Aktion beteiligt war. Denn kurz zuvor machte er einen Lehrgang bei dem die Verarbeitung von Gasbetonsteinen vermittelt wurde. Zudem ist er Geschäftführer einer Baufirma (SB Bau), wo auch Max Eska arbeitet.
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  • 24.03.2016 Transparentaktion „Stoppt den Großen Austausch“, A72 von Hof nach Chemnitz
  • 02/03.04.2016 Treffen der IB-Ortsgruppen Zwickau, Erzgebirge und IB‘s aus Chemnitz mit ca. 20 Teilnehmern
  • 09.04.2016 Beteiligung der IB-Erzgebirge, Zwickau und Ib‘s aus Thüringen an einen von Freigeist e.V. angemeldeten Sternenmarsch in Aue mit ca. 15 Teilnehmern u.a. mit Tony Gerber, Max Eska, Clemens Liebscher, Daniel Fichtner, Richard Hofmann und Michel Günther

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  • 21.04.2016, Bad-Schlema, Stallmist vor der Rathaustür
  • mitte August 2016, Stollberg, Transparent
  • mitte September 2016, Kreis Aue-Schwarzenberg, Symbole der IB wurden an mehreren Stellen gesprüht
  • 28./29. September 2016, Bad Schlema: Leu errichteten in der Nacht eine Straßensperre aus einem Baumstamm und Holzständern und blockierten somit die Zufahrt zur Geflüchtetenunterkunft. Auf Transparenten forderten sie „Remigration jetzt“ und „Abschiebungen vorantreiben“.
  • 21.10.2016, Aue: Mehrerer Mitglieder der IB-Erzgebirge hängten ein Transparent an das Bürgerhaus in Aue. Auf diesem wird die Auer Migrationsexpertin Angela Klier persönlich angegriffen und als Heuchlerin verunglimpft. Im Vordergrund des Foto‘s ist der Kopf von Max Eska zusehen.

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  • 03.11.2016, Schwarzenberg: Am Abend stellten Neonazis der Identitären Bewegung u.a. Schilder „Im Gedenken an die Opfer des Islams“ am Marktplatz und vor dem Parteibüro von Bündnis90/ Die Grünen auf.
  • 17.11.2016, Aue/ Lauter/ Schwarzenberg: In der Nacht hängten Neonazis der Identitären Bewegung in mehreren Städten Plakate mit rassistischen Inhalten an Laternen in Stadtzentren auf
  • 05.02.2017, Aue: An einem Stammtisch der Identitären Bewegung nahmen etwa 20-25 Menschen nahmen teil.
  • 09.02.2017, Stollberg: fremdenfeindliches Transparent an Autobahnbrücke
  • 10.04.2017, Bernsbach: mehrere gelbe Luftballons mit IB-Signum auf.
  • 02.05.2017, Aue/ Lauter: Identitäre verteilten etliche Ballons mit IB-Signum.
  • Aktion der IB-Erzgebirge und Zwickau am 16.07.2017 zum Stadtfest in Aue. Vier Personen waren in Burkas gehüllt, blockierten eine Treppe und hielten Schilder mit islamfeindlichen Inhalten hoch. Gegen die Akteure der Aktion wurde wegen Verstoßes des Versammlungsrecht ermittlelt.

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Bild Nr. 27: Tobias Goldhahn beim Vorbereiten der Aktion

                                                                          Bild Nr. 28: Tobias Goldhahn (l.), Richard Hofmann (r.)

Bild Nr. 29: Clemens Liebscher (m.) und Tobias Goldhahn (r.) bei einer Veranstaltung auf dem Lößnitzer Markt


Das extrem rechte Kampfsportturnier „Tiwaz – Kampf der freien Männer“ – mit Mitgliedern des Fightgym Gablenz e.V.

Im Ortsteil Grünhain der Gemeinde Grünhain-Beierfeld im sächsischen Erzgebirge trafen sich am 9. Juni 2018 bis zu 250 Neonazis zum Kampfsportturnier „Tiwaz“. Die Veranstaltung wurde seit September 2017 angekündigt und im Internet beworben. Seit Ende Januar 2018 konnten sich Kämpfer anmelden, Zuschauerkarten wurden ab dem 16. März 2018 für 20 Euro pro Stück angeboten.

Das erstmals durchgeführte „Tiwaz“ schließt nahtlos an rechte Kampfsport-Veranstaltungen wie den „Kampf der Nibelungen“ in Deutschland, den „Day of Glory“ in Frankreich oder den „Triumph of Will“ in Ungarn an. Dementsprechend vernetzt konnte das „Tiwaz“ auf eine breite Unterstützung innerhalb der neonazistischen Kampfsportszene blicken. So wurde das Event von der deutschen Trainingsgruppe „Wardon 21“, dem Kampfsportnetzwerk „Kampf der Nibelungen“, dem russischen Neonazi-Netzwerk „White Rex“, dem „Sonnenkreuz Versand“ und den Neonazi-Marken „Black Legion Wear“ und „Greifvogel Wear“ unterstützt.

Die TeilnehmerInnen reisten aus dem ganzen Bundesgebiet sowie aus dem europäischen Ausland an. Das Turnier beinhaltete 15 Kampfpaarungen und den Vortrag eines Zeitzeugen, der über seine Erfahrungen mit Boxsport im Nationalsozialismus referiert haben soll.

Die Polizei führte Personenkontrollen an den Ortseingängen durch und war laut eigener Aussage nicht bestrebt, „große Aufmerksamkeit (…) auf eine derartige Veranstaltung zu generieren“ (twitter.com/PolizeiSachsen). Dementsprechend störungsfrei konnte das neonazistische Kampfsportturnier durchgeführt werden. Als Austragungsort diente das Mietlokal „Treffpunkt Grünhain“ in der Bahnhofstraße 4, auch bekannt als „VEM Kultursaal Grünhain“.

Die Organisation des Events erfolgte konspirativ. Ähnlich wie bei intern beworbenen neonazistischen Konzerten benutzten die Veranstalter des „Tiwaz“ einen Schleusungspunkt, den die TeilnehmerInnen passieren mussten, um den genauen Ort der Veranstaltung zu erfahren. Damit stellten die Veranstalter sicher, dass unerwünschte ZuschauerInnen oder PressevertreterInnen die Lokalität nicht im Voraus erfahren. Ein solches Konzept verdeutlicht, dass die Teilnahme an diesem Turnier nicht zufällig erfolgte, sondern die teilnehmenden Kämpfer und ZuschauerInnen sehr wohl wussten, in welchem Rahmen die Veranstaltung ausgetragen wird.

Mehr Bilder des „Tiwaz“-Turniers findet ihr unter  pixelarchiv.org.

Mitglieder von Fightgym Gablenz e.V. beim Tiwaz u.a. Max Eska und Michel Günther:

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Bild Nr. 32 : Michel Günther (r.)


Fightgym Gablenz e.V. veranstaltet Trainingslager im „Hufhaus“ Ilfeld/Harz

Im Juli 2016 und 2017 veranstaltete der Verein jeweils ein Trainingslager im „Hufhaus“ in Ilfeld bei dem etwa 10 Vereinsmitglieder teilnahmen. Dabei wurde der Ort sicherlich nicht zufällig ausgewählt. Denn wie eine Recherche ergeben hat, wird die abseits gelegene Location seit vielen Jahren als Veranstaltungsort der rechten Szene genutzt, u.a. von der s.g. „Artgemeinschaft“, bei dessen Leiter der NSU-Helfer Ralf Wohlleben untergekommen sein soll.“

Quellen:

https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com/2014/05/24/braune-hauser-in-thuringen/

http://www.taz.de/!5522922/

https://www.antifainfoblatt.de/tags/jakob-lotter

thueringenrechtsaussen / Juni 21, 2014

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=76261

Im Hintergrund der Maibaum der Sommersonnenwende mit Sonnenkreuz (neuheidnisch, teils neonazistisch) mit Max Eska (vorn l.), Clemens Liebscher (vorn r.), dahinter Samuel Landmann   Bild Nr.33

Bild Nr. 34 Samuel Landmann (li.), Clemens Liebscher (vorn), Max Eska (2. von vorn), Tobias Goldhahn (3.v.r.)

Bild Nr.35  Max Eska (1.v.r.), Samuel Landmann (3.v.r), Clemens Liebscher (5.v.r.)

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Weitere Bilder:

Mitglieder des Haamitleit e.V. bei einem Rennen in Lößnitz u.a. mit              Jan Riemann (ehemals NPD-Stadtrat in Lößnitz, links auf dem Foto)Bild Nr.37

Fightgym Gablenz e.V. Mitglieder:

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Mitglieder der IB-Zwickau:

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Lars Hoffmann bei Schießübungen mit einer Armbrust:

Bild Nr.40

Bild Nr. 41 KTM Motorrad-Fan Robert Bochmann (l.) bei einer Aktion der Identitäre Bewegung; neben Max Eska (r.)

Bild Nr.42 Demonstration der Identitären Bewegung: Max Eska (l.) mit Fahne; Tony Gerber mit Megaphone

Bild Nr.43 Demonstration der IB in Berlin am 17.6.2017 mit Sebastian Sandig (Person mittig mit kurzen Hemd)

Anwesenheitsliste zur Vereinsgründung „Haamitleit e.V.“ vom 02.10.2016

Vereinsunterlagen


Der Haamitleit e.V. ist nicht einfach nur ein Heimatverein. Umso verwerflicher ist, dass der Verein sich im letzten Jahr in der Presse zu Gerüchten, der Verein sei braun, äußern durfte und alle Zweifel beiseite räumen konnte. Selbst wenn auf den Veranstaltungen selbst scheinbar keine öffentliche rechte Propaganda betrieben wird, so macht dieser Artikel doch klar, dass es sich beim genannten Verein um eine Ansammlung von Neonazis handelt. Die Nähe bzw. Übereinstimmung zum Fightgym Gablenz e.V., bei dem die Identitären Kampfsport trainieren und sogar teilweise zu den Gründern zählen, bestätigt das. So viel also dazu.

Ein Heimatverein ist nichts schlechtes aber wenn dieser vor rechten Mitgliedern nur so strotzt, die auch noch aktiv in Gruppen wie der Identitären Bewegung sind, sieht die Sache schon anders aus. Ganz gleich, was der Verein auf die Beine stellt, er verliert jegliche Legitimation.

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