Verlust von Mops Edda schmerzt Familie
Bild: Rademacher
Ein Bild von Mops Edda, nach einem Foto gemalt, der Futternapf und eine Hundeleine erinnern die Ahlener Familie, aus der im Dezember der Vierbeiner gepfändet wurde, an ihren Liebling.
Bild: Rademacher

 Ja, sie habe Schulden bei der Stadt Ahlen, unter anderem weil sie seit einiger Zeit keine Hundesteuern gezahlt habe, erklärt die Frau am Montag im Gespräch mit dem „Ahlener Tageblatt“. Dass die Pfändung ihres Hundes rechtens sei, sei ihr mittlerweile ebenso klar wie die Tatsache, dass sie Mops Edda nicht zurückbekommen werde. „Ich weiß aber jetzt, dass Edda in guten Händen ist“, kann sie dies akzeptieren. Schwer falle ihr der Verlust immer noch, und ihre drei Kinder im Alter von neun, sieben und fünf Jahren seien auch nicht drüber hinweg.

Pfändung formal in Ordnung, doch Ablauf nicht okay

Doch auch wenn die Pfändung formal in Ordnung gewesen sei: „Wie das alles abgelaufen ist, das war absolut nicht okay“, macht sie ihrer Verärgerung Luft. Weil sie aus verschiedenen persönlichen Gründen Schulden bei der Stadt Ahlen nicht beglichen habe, hätten im November plötzlich eine Gerichtsvollzieherin und zwei Mitarbeiter der Stadt vor der Tür gestanden und ihr einen Durchsuchungsbeschluss präsentiert. „Ich war zunächst geschockt“, schildert die frühere Besitzerin von Mops Edda die Situation. Vor allem, als das Handbike und der Rollstuhl ihres querschnittgelähmten Mannes gepfändet werden sollten. „Dabei gehört mir das nicht, sondern ist Eigentum der Berufsgenossenschaft“, ergänzt der seit einem Arbeitsunfall gelähmte Mann, der bei der Pfändung zugegen war.

Als die Beamten festgestellt hätten, dass dies nicht möglich und außer einem Laptop und einem Kaffeevollautomaten nichts Wertvolles in der Wohnung gewesen sei, hätten sie Edda gepfändet. „Der Hund habe den höchsten Wert, wurde mir gesagt“, erinnert sich Eddas frühere Besitzerin. Auf offener Straße, unter den Blicken von Nachbarn und Passanten, seien dann Fotos gemacht worden. Auf ihre Nachfrage sei ihr gesagt worden, dass der Hund demnächst abgeholt und verkauft werde.

Die Zusage, dies mit zweistündiger Vorankündigung zu tun, sei aber nicht eingehalten worden. „Am Nikolaustag wurde Edda gegen 13.30 Uhr abgeholt. Mein Sohn war schon von der Schule zurück. Er war völlig verstört, hat gar nicht verstanden, was da vor sich geht“, erinnert sie sich. Ihre drei Kinder litten wie sie und ihr Mann nach wie vor, beklagt sie das unsensible Vorgehen des städtischen Mitarbeiters.

Stadt will der Sache auf den Grund gehen 

Die Pfändung eines Tieres wie die von Mops Edda und der anschließende Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen (das AT“ berichtete am Samstag) sei „nicht die übliche Vorgehensweise bei Vollstreckungen durch die Stadt Ahlen“, erklärte am Montag der städtische Pressesprecher Frank Merschhaus. Das Verhalten des Mitarbeiters, so wie es sich derzeit aus den Presseberichten und Aussagen darstelle, nannte er ebenfalls „unüblich“. Eine Tierpfändung habe es erstmals gegeben, betonte er. „Der Sache wird auf den Grund gegangen“, erklärte Merschhaus.

Lesen Sie mehr in der Ausgabe am Dienstag, 26. Februar 2019.

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