Duisburg

Loveparade-Katastrophe in Duisburg: Opfer erheben schwere Vorwürfe – gegen eine Anwältin

Kerzen brennen an der Unglücksstelle der Loveparade. Hier ereignete sich das schreckliche Unglück am 24. Juli 2010. (Archiv)
Kerzen brennen an der Unglücksstelle der Loveparade. Hier ereignete sich das schreckliche Unglück am 24. Juli 2010. (Archiv)
Foto: dpa

Duisburg. Mehrere Opfer der Loveparade-Katastrophe in Duisburg erheben derzeit schwere Vorwürfe gegen eine Anwältin. Der Vorwurf: Sie soll Versicherungsgelder veruntreut, viel zu hohe Gebühren genommen und falsche Hoffnungen auf hohe Schadensersatzzahlungen gemacht haben. Das berichtet der WDR.

Der öffentlich-rechtliche Sender hat mit einem Ordner gesprochen, der die Loveparade-Katastrophe in Duisburg als Zeuge miterlebte. In seinem Beruf arbeiten kann der Mann heute nicht mehr, wollte mit Hilfe der Anwältin auf Schadensersatz klagen. Stattdessen habe er jetzt aber nach eigener Aussage 7000 Schulden bei eben jener Anwältin.

Er sei vorher nicht richtig über die Kosten für ihn aufgeklärt worden.

Loveparade-Katastrophe in Duisburg: Opfer erheben schwere Vorwürfe gegen eine Anwältin

Doch diese weist alle Vorwürfe entschieden zurück. Dem WDR sagte sie außerdem: „Die Betroffenen sind zu jeder Zeit über das Kostenrisiko aufgeklärt worden.“

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Zwei Ermittlungsverfahren in anderen Fällen laufen bereits gegen die Anwältin mit dem Vorwurf der Untreue beziehungsweise des Betruges. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Bochum gegenüber dem WDR.

Die ehemaligen Mandanten der Anwältin habe jetzt der Anwalt Peter Jürgensen übernommen. Und er will jetzt gemeinsam mit einem Anwaltskollegen sogar Anzeige gegen die Anwältin erheben. Der Grund: Es sehe in den Akten danach aus, dass die Anwältin Gelder der Versicherung nicht an ihre Mandanten weitergegeben habe. Auch sollen die Gebühren tatsächlich zu hoch gewesen sein. (js)

 
 

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